Mittwoch, 31. Januar 2018

Wolkenschloss

Bild von Argon Verlag
Steckbrief

Name: Wolkenschloss (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Gier-Fans oder Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Ilka Teichmüller
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Argon Verlag

"Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz."


Meine Meinung 

Gestaltung 
Die Hörbücher von Kerstin Gier habe ich bisher immer mit der Stimme von Simona Pahl verbunden. Das liegt mitunter daran, dass sie die Silber-Trilogie gelesen hat. Da es sich beim Wolkenschloss ebenfalls um ein Jugendbuch handelte, rechnete ich damit, dass die Geschichte von einer jungen Sprecherin vertont werden würde.
Ilka Teichmüller hat eine etwas tiefere Stimme, die meine Vorstellungen von jung aber sehr gut getroffen haben. Sie machte mir den Einstieg in das Wolkenschloss leicht und ich fand sehr schnell Gefallen an ihrer Interpretation. Ilka Teichmüller machte die Abenteuer rund um das Wolkenschloss lebendig und bewies Kreativität in ihrer Erzähleweise. So reichte ihr Repertoire von Protagonistin Fanny über einen besserwisserischen Jungen bis hin zu einem schweizerdeutsch sprechenden Mitarbeiter des Hotels. Besonders gut gefielen mir die Interpretation der Dialoge zwischen den verschiedenen Charakteren.

Inhalt
Fanny hat es nicht leicht. Sie entschließt sich dafür, die Schule abzubrechen und dem Abitur den Rücken zu kehren. Um sich erst einmal neu zu sortieren, verschlägt es sie in das Wolkenschloss. Ein traditionelles Hotel mitten in den Bergen. Beinahe abgeschnitten von der Außenwelt. Hier nimmt sie den Job der Jahrespraktikantin an. Und wie das bei Praktikantinnen so ist, wird sie schnell Mädchen für alles. Ihre Hauptaufgaben: Kinderbetreuung und die Mitarbeit im Wellness Bereich.
Fanny ist zu gutmütig für diese Welt. Und so wird sie schnell von ein paar Aushilfskräften und einem kleinen besserwisserischen Jungen auf die Probe gestellt. Ob sie ihre Position verteidigen kann?

Besonders gut gefallen haben mir im Wolkenschloss die verschiedenen Charaktere. Zum einen Protagonistin Fanny, aber auch den Hotelierssohn Ben, der seine Ferien arbeitend im Hotel verbringen muss. Doch was sich am Anfang wie Zwang anhört, ändert sich schlagartig, als die Zukunft des Hotels zu wackeln beginnt. Dann wäre da noch Tristan, ein Junge, dessen Rolle nicht ganz klar ist. Aber schnell steht fest: Er hat ein Geheimnis. Kommt ihm Fanny auf die Schliche?

Selten habe ich ein Hörbuch gehört, das so tolle Nebencharaktere hervorzaubert. Mein Highlight war eindeutig die verbotene Katze. Was es mit ihr auf sich hat und warum sie verboten ist? Das müsst ihr wohl selbst herausfinden.

Allerdings verwirrte mich die Handlung der Geschichte etwas. Oder besser gesagt die Struktur. Kerstin Gier führte einige Handlungsstränge ein, ließ diese aber schnell wieder ins Leere laufen. Ich war mir also nie ganz sicher, ob diese Handlungsstränge nun relevant waren oder nicht.
Lange war mir nicht klar, was das zentrale Thema des Wolkenschlosses war. Die Frage, wie es mit Fanny weitergehen sollte? Die Zukunft des Wolkenschlosses? Oder doch eine Liebesgeschichte und ein kleiner Kriminalfall?
Und auf den letzten Metern griff Kerstin Gier einige Fäden wieder auf, verband diese und sorgte dafür, dass jeder Strang eine gute Auflösung fand. Gerade gegen Ende wurde es noch einmal sehr spannend und ich fragte mich, wie Fanny ihre Mission meistern würde.

Schreibstil
Kerstin Giers Schreibstil ist lebendig und frisch. Gerade ihre Dialoge sind spritzig und äußerst unterhaltsam. Daher ahnte ich, was mich im Wolkenschloss erwartete. Doch hier zeigt die Autorin ein neues Element: In diesem Jugendbuch wird sehr viel beschrieben. Kerstin Gier greift die verträumte Atmosphäre auf und erzählt uns vieles über den Ort und die Charaktere unserer Geschichte. Einige werden mit dem Kopf schütteln und sich verzweifelt fragen, warum uns die Autorin das Erzählte nicht einfach anhand von Situationen zeigt. Ich halte aber dagegen und habe ein kleines aber feines Argument: Das Hörbuch ist Ende des Jahres, beinahe in der Vorweihnachtszeit erschienen. (Ich runde großzügig auf, verzeiht mir!) Und hier passt die beschreibende, bildhafte Sprache. Diese ruhige Atmosphäre, die aber dennoch viel Spannung enthält. Ich fand es toll, auch eine andere Seite der Autorin kennenzulernen.

Gesamteindruck
Ich habe schon ein paar Stimmen vernommen, die meinen, dass das Wolkenschloss nicht zu Kerstin Giers besten Büchern gehört. Vielleicht mag es stimmen, aber ich fand es auch toll, mal eine andere Seite der Autorin erleben zu dürfen. Für mich müssen es nicht immer die rasanten, abenteuerlichen Geschichten sein. Es darf gerne auch mal ruhiger zugehen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mich im Wolkenschloss sehr wohlgefühlt habe und unterhaltsame Hörstunden hatte.

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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Dienstag, 30. Januar 2018

Hörmonat Januar Part 2

Guten Morgen Buchlinge,

heute gibt es den zweiten Teil meines Hörmonats. Diesmal habe ich drei Hörbücher bzw. Bücher beendet. Und zwar spreche ich in dieser Podcast Folge über Kerstin Giers Wolkenschloss, Ulla Schelers zweiten Roman Und wenn die Welt verbrennt sowie die Hörspiel Produktion von Leere Herzen.

HIER gelangt ihr direkt zur YouTube Version.




Wie immer freue ich mich, wenn ihr Zeit und Lust habt, die ganze Podcast Folge zu hören. Falls euch aber nur ein bestimmtes Buch interessiert, habe ich hier das ...

Inhaltsverzeichnis 

00:00 - Willkommen und Allgemein Infos
00:29 - Wolkenschloss
01:20 - Wolkenschloss Hörprobe
04:28 - Meinung zum Buch und zur Hörprobe
06:22 - Und wenn die Welt verbrennt
10:04 - Leere Herzen
10:53 - Leere Herzen Hörprobe
14:18 - Meinung zur Hörprobe
17:27 - Ende und abschließende Fragen

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Kennt ihr eines der vorgestellten Bücher bzw. Hörbücher?
Wie haben sie euch gefallen? 

Montag, 29. Januar 2018

Alles neu im Januar? Die Zukunftspläne des Bücherstammtisches

Foto: A. Mack

Hallo Buchlinge,

auch im Januar zelebrierte eine kleine Gruppe Bücherfreunde das erste Treffen des Bücherstammtisches in Freiburg in diesem Jahr. Entschuldigt bitte, dass ich erst jetzt dazu komme, euch davon zu berichten. 


Wie läuft es bisher? Wo müssen wir noch nachbessern? 

Wie das zu Beginn des neuen Jahres so ist, liegt es an, auf das alte Jahr zurückzublicken und sich neue Vorsätze zu setzen. 
Da die meisten Bücherstammtisch Mitglieder nun ein Jahr dabei sind, wollte ich das Januar-Treffen dazu nutzen, um zu hören, wie den Buchlingen unsere monatlichen Treffen gefallen. Was läuft gut? Worauf können wir verzichten? Und welche neuen Ideen gibt es für 2018? 

Die Buchvorstellungen 
Unsere Buchvorstellungen kommen sehr gut an. Hierbei greifen wir nicht etwa auf altbekannte Mittel des Deutschunterrichtes zurück oder halten uns an Kriterien von Rezensionen. Wir haben monatliche Themen und stellen ein Buch dann unter diesem themenspezifischen Aspekt vor. Isona gefällt besonders gut, dass man so einen anderen Blickwinkel auf das Buch bekommt. 

Austausch rund ums Buch 
Und natürlich schätzen alle Stammtisch Mitglieder den buchigen Austausch sehr. Nach jedem Treffen wächst die Wunschliste gefühlt mindestens um zwei Bücher und auch die Inspiration ist deutlich spürbar. Isona stellte zudem fest, dass sie Bücher seit unserer Stammtisch Treffen genauer liest und auf mehr Dinge achtet.
Ich erlebte damals, als ich mit dem Bloggen und Rezensieren begann, einen ähnlichen Effekt. Im Austausch mit anderen Bücherbegeisterten fiel mir auf, wie viel es buchtechnisch zu entdecken gab. 

Aber natürlich gab es auch Sachen, die noch keinesfalls perfekt laufen. Sonst wäre das ja langweilig, oder? 

Die Sache mit der Lautstärke - Das Requisit 
Stellt euch einen Haufen begeisterter Bücherwürmer vor. Alle schwärmen sie von dem einen Buch und stecken sich mit der Freude gegenseitig an. Wer solch eine Eskalation selbst schon mal erlebt hat, kann sich ungefähr vorstellen, wovon ich spreche und weiß auch, wie schnell sich das hochschaukeln kann. 
Mir ist gerade bei den letzten Treffen aufgefallen, dass es mir schwer fällt, mir Gehör zu verschaffen. Und deswegen habe ich ein nettes Requisit, nämlich eine kleine, laute Glocke, eingeführt. Jeder, der etwas sagen möchte, aber akustisch einfach nicht durchkommt, nimmt sich die Glocke und verschafft sich damit Gehör. Anfangs wurde das Requisit noch belächelt, ich glaube aber, dass es funktionieren könnte. 

Zeit und Ort? - Was denn nun? 
Nach wie vor stehen auch der Zeitraum und der Ort unserer Stammtisch Treffen noch nicht hundertprozentig fest. Ende Dezember dachten wir, endlich eine neue Heimat gefunden zu haben. Allerdings wird sich erst Anfang Februar klären, ob wir diese auch an unserem Wunschtermin nutzen können. Allerdings habe ich hier leider nur begrenzt Einfluss, weiß aber, dass alle Beteiligten ihr Bestes geben. Drückt uns also die Daumen, Buchlinge! 

Wann kommen die Neulinge? 
Unsere Facebook Gruppe (Link findet ihr unten) verzeichnet um die 30 Mitglieder. Leider haben es die wenigsten Bücherwürmer bisher geschafft, persönlich vorbeizuschauen. Das Interesse am gemeinsamen Hobby ist zwar da, jedoch stehen entweder andere Verpflichtungen im Vordergrund oder der Wunsch, sich über gelesene Bücher auszutauschen ist doch nicht so groß. 
Da die Sache mit unserem Raum noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist, habe ich die Werbetrommel auch nicht wieder angeworfen und belasse es momentan bei den Bücherstammtisch Berichten, die bei euch Buchlingen aber erstaunlich gut ankommen. 
Zudem gibt es eine freudige Nachricht: Im Dezember konnten wir ein neues Stammtisch Mitglied in unsere Gruppe aufnehmen. 


Was bringt die Zukunft? 

Nun, letztendlich weiß das niemand so genau. Aber wir haben mal ein paar Pläne geschmiedet, die ich euch hier zum Teil vorstellen möchte. 

Fokus: Gemeinsam lesen 
In den letzten Monaten haben wir festgestellt, dass es sich besser gemeinsam schwärmen oder diskutieren lässt, wenn wir alle von demselben Buch sprechen. Deswegen wollen wir diesen Punkt weiter ausbauen. 
Zum einen möchten wir wieder eine Lektüre gemeinsam lesen. Das Abstimmungsergebnis findet ihr weiter unten. 
Zum anderen durfte Isona nun endlich ihre Idee vorstellen, die von allen Stammtisch Mitgliedern begeistert aufgenommen wurde. Worum es geht? Nun, das erfahrt ihr, wenn ihr regelmäßig bei unseren Treffen vorbeischaut. 

Offene Runde 
Bücherstammtisch Mitglied Sandra wünscht sich mehr Flexibilität. Wir haben bei unseren Treffen zwar ein festes Rahmenprogramm, jedoch bleibt wenig Zeit für alltägliche buchige Themen. Daher wollen wir nach unserem Rahmenprogramm - Himmel, das Wort klingt so professionell - eine offene Runde einführen, in der man buchige Erlebnisse mit der Gruppe teilen oder vielleicht auch über Themen sprechen kann, die nur indirekt etwas mit dem Buch als solches zu tun haben. 

Zitatesammlung 
emion möchte gerne eine Rubrik mit dem Thema Bester Satz des Monats einführen. Wer zufälligerweise ein Zitat entdeckt hat, welches er gerne mit den anderen teilen möchte, bringt es hier einfach mit. Und zum Schluss haben wir dann eine nette kleine Zitate Sammlung. 
Im letzten Jahr fand hier auf diesem Blog unser Lesemarathon statt. Und seither lese ich Bücher ebenfalls aufmerksamer und schreibe mir regelmäßig das ein oder andere Zitat heraus. Deswegen bin ich sehr gespannt, welche Zitate hier vorgestellt werden. 

Exkurs: Der Autorenstammtisch 
Da mindestens zwei Bücherstammtisch Mitglieder - nämlich Isona und ich - auch regelmäßig schreiben, war und ist es mir wichtig, dass das Autorenleben auch einen Platz im Bücherstammtisch findet. Alle drei Monate werden wir an den Bücherstammtisch eine kleine Schreibwerkstatt anhängen. Ob der Bücherstammtisch Teil dann kürzer gehalten wird oder wir einfach eine XXL Version unseres Stammtisches machen, wird momentan noch heiß diskutiert. Ich freue mich jedenfalls riesig, dass die anderen Stammtisch Mitglieder so offen auf die Schreibidee reagiert haben. 


Unsere Bücherstammtisch Lektüre - Die große Abstimmung 

Eigentlich sollte jedes Bücherstammtisch Mitglied hier die Möglichkeit bekommen, zwei Bücher vorzustellen, welche er mit der Gruppe gemeinsam lesen möchte. 
Buchlinge, ihr glaubt nicht, wie schwer es ist, sich auf zwei Bücher festzulegen. emion hatte kurzzeitig fünf Bücher zur Auswahl und auch ich entdeckte immer mehr Schätze, je länger ich darüber nachdachte. 

Vielfalt und altbekannte Titel
Von Kinder- und Jugendbüchern über Fantasy bis hin zu leicht philosophischen Romanen: Unsere Geschmäcker sind vielfältig aber sehr inspirierend. Je mehr Bücher vorgestellt wurden, desto mehr fragte ich mich, wie ich es schaffen sollte, mich für ein Buch zu entscheiden. 
Besonders freute es mich, dass für mich auch zwei bekannte Bücher dabei waren. So brachte Stammtisch Mitglied Alina Markus Zusaks Joker mit und erzählte uns außerdem von der gut verstrickten Handlung von Sand. Da mir Sand sehr gut gefallen hat, war für mich schnell klar, welches Buch mein Favorit werden würde. 

Sandra schlug dann ein tolles Voting Verfahren vor. Jeder hatte drei Stimmen zur Verfügung. Das erst gesetzte Buch bekam drei Punkte, das zweite Buch zwei und so weiter. So einigten wir uns schließlich auf ein Buch, welches von Isona mit dem Kommentar: "Das ist ein Sciene-Fiction Klassiker, den muss man gelesen haben", mitgebracht worden war. 


Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams 

Bild von der hörverlag
Klappentext von der hörverlag
"Es hätte so ein schöner Tag werden können – bis Arthur Dent feststellt, dass sein Haus abgerissen werden soll. Macht aber eigentlich nichts, weil kurz darauf auch die Erde gesprengt wird, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen. Diesem Schicksal kann Dent gerade noch entgehen – dank seines außerirdischen Freundes Ford Prefect und des intergalaktischen Weltreiseführers.
Vom Babelfisch bis zu den Vogonen, vom Pangalaktischen Donnergurgler bis zur drittschlechtesten Dichtkunst des Universums: Christian Ulmen verwebt in seiner fulminanten Lesung alle Details des Anhalters zu einem wahrhaft kosmischen Hörvergnügen!"

Christian Ulmen ist übrigens mit der ehemaligen VIVA Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes verheiratet. Als Schauspieler habe ich ihn bisher noch nicht gesehen, bin aber gespannt, wie er uns diesen Sciene Fiction Klassiker erzählt. 

Und jetzt? - Wie ist der Ablauf? 
Wir haben nun bis Juli Zeit, um unsere Bücherstammtisch Lektüre zu lesen. Hier findet nämlich das letzte Treffen vor unserer Sommerpause statt. Und das steht dann ganz unter dem Motto: Sciene-Fiction. Beim Lesen soll auf folgende Aspekte geachtet werden: 

Allgemeines: 
Welche Themen bestimmen das Buch? 
Was möchte der Autor dem Leser vermitteln?

Handlung: 
Gelingt es dem Autor Spannung zu erzeugen? 
Und wenn ja, wie?
Zieht sich die Handlung wie ein roter Faden durch das Buch 
oder gibt es mehrere parallele Handlungen?


Personen / Beziehungen 
Welches sind die Hauptcharaktere / Hauptpersonen? 
Wie verändern sich diese im Laufe des Buches und warum?
Gelingt es dem Autor die Charaktere im Buch interessant und lebensnah darzustellen? 
Sind sie und ihre Beziehung zueinander glaubwürdig?
Wird der Ablauf der Erzählung von den Personen bestimmt oder reagieren diese auf die Ereignisse?


Sprache/Erzählweise/Stil: 
Wie gefällt Dir der Beginn des Buches? Machen die ersten Sätze und Seiten Lust darauf, das gesamte Buch zu lesen?
Wie gefällt Dir der Schreibstil des Autors?

Bewertung / Empfehlung: 
Hat Dich das Buch emotional berührt oder beschäftigt?
Wie bewertest Du das Ende des Buches?
Hat sich Deine Meinung über das Buch nach der Diskussion im Vergleich zu davor geändert?

(vgl. Mein Literaturkreis)

Natürlich ist es den Bücherstammtisch Mitgliedern freigestellt, für welches Medium sie sich entscheiden. Ich kann mich hier zum Glück auf eine ungekürzte Hörbuch Fassung verlassen, glaube aber, dass die meisten Stammtisch Mitglieder zum Buch greifen werden. 



Wie kann ich Bücherstammtisch Mitglied werden? 

Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest gerne regelmäßig bei unserer Büchergruppe vorbeischauen?

Du kannst Dich zum einen in unseren Mail Verteiler eintragen lassen. Keine Angst, hier wird Dein Postfach nicht zugepflastert. Ich bin die Einzige, die über den Verteiler schreibt. Ich erinnere Dich regelmäßig an die anstehenden Treffen und die Themen der Treffen. Wenn Du Dich in den Verteiler eintragen lassen möchtest, schicke mir einfach eine Mail an EmmaZecka@gmx.de.

Wenn Du eher der Social Media Mensch bist, kannst Du auch gerne unserer Facebook Gruppe (Name: Freiburger Bücherstammtisch) beitreten. Im Unterschied zum Mailverteiler teilen hier manche Stammtisch Mitglieder buchige Impressionen oder ich starte gelegentlich eine Themen Umfrage für das nächste Stammtisch Treffen. Und nicht zu vergessen, verlinke ich auch die Bücherstammtisch Beiträge.

Über beide Möglichkeiten werden die Bücherstammtisch Einladungen verschickt. Das heißt, egal für welche Option Du Dich entscheidest, Dir wird kein Treffen mehr entgehen.

Wir freuen uns auf Dich!


Freitag, 26. Januar 2018

Hörmonat im Januar Part 1

Hallo Buchlinge,

ab 2018 möchte ich meine Hörmonate splitten und ab zwei beendeten Hörbüchern eine Podcast Folge aufnehmen, in der Hoffnung, dass diese nicht wieder Überlänge bekommen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich die Hörmonat Podcast Folgen immer hier auf dem Blog teilen werde oder ob ich es bei einer Verlinkung im Monatsrückblick belasse.
Was meint ihr?

In der ersten Folge erwarten euch ein abenteuerlicher Zeitreiseroman, wobei ich mir nicht sicher bin, ob Zeitreise wirklich das richtige Wort ist und ein Psychothriller, der mich zeitweise wirklich genervt, zum Schluss aber ziemlich überrascht hat.



Natürlich freue ich mich, wenn ihr Zeit und Lust habt, die ganze Podcast Folge zu hören. Falls ihr aber eher von ungeduldiger Natur seid, findet ihr hier das Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis

00:00 - Willkommen und Infos
00:46 - "Die vielen Leben des Harry August" Infos zum Hörbuch
01:32 - Hörprobe zu "Die vielen Leben des Harry August"
05:14 - Meinung zum Buch und zur Hörprobe
08:44 - "Nach einer wahren Geschichte" Infos zum Hörbuch
10:28 - Hörprobe zu "Nach einer wahren Geschichte"
13:23 - Meinung zum Hörbuch und zur Hörprobe
17:38 - Abschluss und meine letzten Worte :-)


Und Du? 

Kennst Du eines der vorgestellten Hörbücher? 
Wie hat es Dir gefallen? 

Mittwoch, 24. Januar 2018

Der verbotene Liebesbrief

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Der verbotene Liebesbrief (auch als Buch erhältlich)
Autor: Lucinda Riley
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Riley-Fans, Menschen, die gerne Liebesromane mit Spannungselementen lesen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Lesung
Sprecher: Simone Kabst
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Lucinda Riley macht es spannend

Als die junge Londoner Journalistin Joanna Haslam durch mysteriöse Umstände in den Besitz eines alten Briefes gerät, steht sie vor einem Rätsel. Was sie da in Händen hält, ist ein Liebesbrief – geheimnisvoll, wegen der enthaltenen Andeutungen, und gefährlich. Denn plötzlich bricht jemand bei Joanna ein und sucht danach. Joanna beginnt unerschrocken zu recherchieren und gerät dabei immer stärker ins Visier der Widersacher. Glücklicherweise lernt sie Marcus kennen, der ihr zur Seite steht und bald mehr als ein Freund ist. Doch dann schweben beide in Lebensgefahr ..."


Meine Meinung 

Mein erstes Buch von Lucinda Riley war Der Engelsbaum. Ich habe zwar auch andere Bücher der Autorin gelesen, jedoch kam keines von ihnen von der Geschichte her an den Engelsbaum heran. Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten. Als mir dann von Der verbotene Liebesbrief erzählt wurde, war ich etwas unsicher. Schließlich steckt Liebe ja schon im Titel. Allerdings lockte mich dann doch das versprochene Spannungselement.

Gestaltung 
Die Sprecherin von Der verbotene Liebesbrief ist Simone Kabst, die bisher die meisten Hörbücher der Autorin eingelesen hat. Ihre Stimme bringe ich mittlerweile mit den Romanen von Lucinda Riley in Verbindung. Es ist ein bisschen das Gefühl, wieder nach Hause zu kommen. Bezogen auf die Hörbuch Interpretation weiß ich, was mich erwartet. Egal, ob die Geschichte gut ist oder nicht, ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich was die Hörbuch Gestaltung betrifft, gut unterhalten werde.
Und obwohl ich Simone Kabst Interpretationen gewohnt bin, klingt keine Geschichte für mich gleich. Sie hebt die wesentlichen Aspekte des Romanes hervor und schafft es immer wieder, mich zu überraschen.

Inhalt / Spannung
Bei Der verbotene Liebesbrief wird schnell klar, dass Lucinda Riley diesmal zwei Handlungsstränge in einer Geschichte unterbringt. Während wir in den meisten Romanen der Autorin einer Protagonistin dabei zuschauen, wie sie ein Familiengeheimnis aufdeckt, begegnen wir hier zwei starken Frauen:
Die erste Frau ist Zoe, die Enkelin des Schauspielers Sir James. Zoe ist alleinerziehend und versucht ebenfalls als Schauspielerin einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Außerdem fühlt sie sich nebenbei noch für ihren Bruder Marcus verantwortlich, der keine leichte Zeit durchmacht. Als wäre das nicht genug, muss sie den Tod ihres geliebten Großvaters verdauen, der eine der wichtigsten Bezugspersonen in ihrem Leben war.
Hinter der zweiten Frau verbirgt sich Joana. Sie hofft auf den großen Durchbruch als Journalistin. Doch fehlt ihr dafür die passende Story. Da wird ihr eines Tages ein merkwürdiger Liebesbrief zugespielt. Und als sie damit beginnt, etwas genauer nachzuforschen, wird plötzlich in ihre Wohnung eingebrochen und bald muss sich Joana fragen, wer Freund und wer Feind ist.

Hier haben wir also das Phänomen der Liebesromane: Wir erleben zwei Protagonistinnen, die sich durchbeißen müssen: Zoe wird von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss sich entscheiden, was sie wirklich will. Joana bekommt bei ihren Ermittlungen viele Steine in den Weg gelegt und muss sich immer wieder neu orientieren.

Das Tolle an den beiden Frauen ist, dass sie nicht zerbrechlich wirken. Natürlich merken wir ihnen an, dass sie an ihrem Schicksal zu knabbern haben, aber sie schaffen es immer wieder sich aufzurichten und sich nicht von irgendwelchen Menschen unterbuttern zu lassen.

Was mir bei Der verbotene Liebesbrief besonders gut gefallen hat war, wie Lucinda Riley ihre Handlungsstränge aufbaut und miteinander verbindet. Charaktere treffen aufeinander, ohne, dass es an einer Stelle konstruiert wirkte. Außerdem gefiel mir das Spannungselement, welches sie hier einbaute. Während ich zu Beginn noch dachte, dass es sich hier um einen Krimi in den Kinderschuhen handelt, hat Lucinda Riley immer wieder Wendungen hervorgezaubert, die ich der Autorin wirklich nicht zugetraut hätte.

Doch was die Sache mit dem Familiengeheimnis betrifft, bleibt sich die Autorin hier wieder treu. Allerdings waren es mir stellenweise zu viele Namen und ich merkte, dass ich hier und da nicht genau mitbekam, wer jetzt mit wem in welcher Beziehung stand.

Schreibstil
Wie beinahe in jedem Roman, legt Lucinda Riley hier auch einen flüssigen Schreibstil an den Tag. Mir ist der Einstieg in die Geschichte sehr leicht gefallen. Zudem konnte sie mich wieder mit ihren Dialogen packen. Die Thriller Elemente führte sie von der Verstrickung her zwar gut ein, jedoch fehlte mir hier die sprachliche Dimension. Ich nahm zwar die Bedrohung wahr, konnte der Autorin das Element aber noch nicht hundertprozentig abnehmen. Allerdings glaube ich, dass Lucinda Riley es von ihrem Schreibstil her bewusst darauf anlegte, keinen Psychothriller zu spinnen. Von daher weiß ich nicht, inwiefern ich ihr diesen Kritikpunkt überhaupt ankreiden kann.

Gesamteindruck
Lange schlich ich um Der verbotene Liebesbrief herum. Schließlich dachte ich mir aber, dass es noch kein Buch von Lucinda Riley gegeben hatte, welches mich wirklich enttäuschte. Jede Geschichte hatte mich ganz gut unterhalten. Die eine mehr und die andere weniger.

Der verbotene Liebesbrief hat mich aber buchstäblich überrascht. Ich mochte es, dass es mehrere Handlungsstränge gab und das Spannungselement hat es mir angetan. Die Autorin hat mich wieder überrascht und mir Lust auf mehr Geschichten von ihr gemacht. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Montag, 22. Januar 2018

Der Monopoly Book TAG

Bild von Mikka liest
Hallo Buchlinge,

die liebe monerl hat mich getagged. Und zwar geht es um den berühmt-berüchtigten Monopoly TAG, der ursprünglich aus dem Englischen kommt und extra ins deutsche übersetzt wurde.

Ich finde TAGs eine tolle Sache, weil sie einem die Möglichkeit geben, Bücher unter einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Diese Fragen sind besonders knifflig. Dennoch möchte ich mein Glück versuchen.


Die Fragen - Meine Antworten 

1. LOS: Ein Buch mit "Los", "Go" oder "Start" im Titel
(Wenn ihr kein entsprechendes Buch finden könnt, zählt auch "Anfang/anfangen", "Beginn/beginnen" oder Ähnliches.)


Und schon bei der ersten Frage muss ich etwas schummeln und bediene mich der bildhaften Sprache. 

Bild von
Hanser Verlag
Klappentext von Hanser: "Jedes Jahr genießt Belly den Sommer im Strandhaus von Susannah. Sommer, das bedeutet salzigen Wind in den Haaren, Spieleabende mit der Familie und Wettschwimmen mit Bellys Bruder und den Söhnen von Susannah: Jeremiah und Conrad. Schon lange ist Belly heimlich in Conrad verliebt. Und in diesem Sommer, so hofft die fast 16-Jährige, könnten sie sich endlich näherkommen. Jetzt fühlt sich Belly nicht mehr wie ein kleines Mädchen. Sie feiert mit dem Rest der Jugend wilde Strandpartys und erntet bewundernde Blicke anderer Jungen. Nur Conrad reagiert zurückhaltend. Ist er eifersüchtig, oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Ein einfühlsam erzähltes Jugendbuch über die erste Liebe." 

Nach diesem Sommer ist nichts mehr, wie es vorher war. Belly wird erwachsen. Übrigens habe ich dieses Buch auf englisch gelesen und so verrückt es auch klingen mag: Die Sprache passt zur Geschichte. (Zumindest der Teil, den ich damals mit meinem Schul Englisch verstanden habe).
Meine Rezension findet ihr HIER.  


2. Gemeinschaftsfeld: Ein Buch, in dem ein Charakter nur mit Hilfe seiner Gemeinschaft (z.B. Dorf-/Kirch-/Schul-) in etwas erfolgreich ist.

Hihi, hier bediene ich mich mal eines Klassikers: 

Bild von der hörverlag
Klappentext von der hörverlag: "Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist. Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen." 

Schon im ersten Band wird klar, dass Harry seine besten Freunde Ron und Hermine braucht. Gemeinsam erleben sie allerhand Abenteuer, die die drei ohneeinander wohl kaum überlebt hätten.
Meine Rezension zum ersten Band findet ihr HIER


3. Einkommenssteuer: Buch, in dem ein Charakter einen Ganztagsjob mit festen Stunden hat
(Also nicht sowas wie Kriminalkommissarin oder Künstler, sondern eher Sekretärin oder Verkäuferin.)

Ja, die Fragen sind wirklich knifflig. Aber auch hier habe ich einen tollen Beruf gefunden. 

Bild von
Droemer Knaur
Klappentext von Droemer Knaur: "Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt.
Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird …" 

Es ist schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Aber ich meine mich daran zu erinnern, dass Viktor Larenz noch praktiziert, als wir in die Geschichte einsteigen. Von daher schummle ich hier nicht ganz so stark. Die Therapie ist ein wirklich gelungenes Debüt.
Meine Rezension gibt es HIER


4. Bahnhof: Buch, in dem eine wichtige Szene in eine Zug spielt.

Hier gibt es wieder eine indirekte Antwort. Die folgende Geschichte spielt im Warschauer Ghetto. Dort gibt es den Umschlagplatz, der indirekt eine Art Bahnhof darstellt. Immer, wenn Ghettobewohner das Gelände verlassen müssen, werden sie auf diesem Platz zusammengetrieben. 

Bild von Argon Verlag

Klappentext von Argon Verlag:  "Was für ein Mensch willst du sein?
Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden."

Eine wirklich bewegende Geschichte, mit einer sehr guten Sprecherin. Meine Rezension gibt es HIER


5. Ereignisfeld: Ein Buch, in dem ein Charakter Glück hat.

Es ist so schwierig, eine Antwort auf diese Frage zu finden, ohne zu spoilern. Schließlich haben die meisten Charaktere erst im Laufe der Geschichte Glück. Dennoch habe ich ein Buch gefunden, das schon im Titel erahnen lässt, um was es geht.

Bild von Ullstein 





Klappentext Ullstein Taschenbuch Verlag:
"Eigentlich sieht die ältere Dame ganz normal aus, die morgens in Alvaros Taxi steigt. Auch dass sie sich erst zum Hauptbahnhof und dann doch zum Flughafen fahren lässt, macht ihn nicht stutzig. Aber warum lässt sie ihren geblümten Rollkoffer nicht los? Bevor Alvaro sich versieht, ist er mit Klara Lüdtke und einer Million in bar auf dem Weg von Berlin nach Andalusien — verfolgt von Klaras Verwandtschaft und von Alvaros Chef, der sein Taxi zurück will ..."

Ganz klar: Klara gewinnt im Lotto. Und das, obwohl sie es überhaupt nicht darauf angelegt hat. Dennoch scheint sie der Gewinn nicht zu erfüllen. Warum? Das dürft ihr selbst herausfinden.
Meine Rezension gibt es HIER.


6. Gefängnis: Ein Buch, in dem ein Charakter ins Gefängnis muss

Das ist das erste Buch, bei dem ich nicht länger überlegen musste. Und als ich gerade in meiner Datenbank danach gesucht habe, hab ich herausgefunden, dass es in einigen meiner TAGs vorkommt. Es ist wirklich keine Absicht. Das Buch ist einfach zu gut.



Bild von Heyne Verlag
Klappentext von Heyne Verlag)
"Mit Stadt der Diebe gelang David Benioff ein modernes erzählerisches Meisterwerk, das Kritiker wie Leserschaft gleichermaßen in seinen Bann zog. Es ist ein fesselnder Abenteuerroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, die eine schier unlösbare Aufgabe zu erfüllen haben: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier auftreiben.

Dieses Buch ist eines meiner Lieblingsbücher. Aber ich habe schon oft genug davon geschwärmt. Deswegen belasse ich es diesmal dabei.
Meine Rezension gibt es HIER.


7. Elektrizitätswerk: Ein Buch, in dem ein Charakter glaubt, er ist die große Leuchte – aber in Wirklichkeit sind seine Ideen totaler Quatsch

Auch bei dieser Frage antworte ich etwas indirekt und bin mir zudem nicht ganz sicher, ob meine Antwort überhaupt stimmt, weil es echt schon eine Weile her ist, dass ich die Reihe gelesen habe.


Bild von Thienemann
Verlag

Klappentext von Thienemann Verlag 

"Er nennt sich BerryBlue. Sie sich PinkMuffin. Er wuchtet Sahnetorten im Café seiner Eltern. Sie ist eine aufmüpfige Tochter aus gutem Hause. Die beiden haben absolut nichts miteinander gemeinsam. Bis eine E-Mail von Berry versehentlich bei PinkMuffin landet. Und eine Lawine von Ereignissen auslöst: BerryBlue wird verhaftet, weil er in einem Schönheitslabor rumspioniert. PinkMuffin engagiert einen verschrobenen Privatdetektiv und muss mit einem Koffer voller Socken nach England flüchten. Und dann geht es erst richtig los ..."

Warum ich auf diese Idee komme? Ich meine mich daran erinnern zu können, dass Berry eine Menge Ideen hat, die PinkMuffin nicht wirklich gut findet. Allerdings ist es nicht so, dass Berrys Ideen völliger Quatsch sind.
Meine Rezension gibt es HIER.


8. Frei Parken: Ein Buch, in de ein Verkehrsunfall passiert

Auch dieses Buch habe ich ohne zu Zögern nominieren können.

Bild von
 
HörbuchHamburg


Klappentext von HörbuchHamburg
"Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre?
Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten?

Der 12 Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in Samanthas Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen, Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen, diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte..." 


Gerade das Ende hat mir hier wirklich gut gefallen. Übrigens war das Hörbuch eines meiner ersten Rezensionsexemplare aus dem HörbuchHamburg Verlag.
Meine Rezension findet ihr HIER.


9. Wasserwerk: Ein Buch mit einem Charakter, der oft weint

Eigentlich haben die Charaktere in meinem Bücherregal nur schlechte Phasen. Das heißt also, dass sie nicht dauerhaft weinen. Deswegen werde ich bei dieser Frage wahrscheinlich passen, weil ich keinen den schwarzen Peter zuschieben möchte.


10. Hotel: Ein Buch, das in einem Hotel spielt

Muahaha die Antwort passt perfekt. Allerdings stelle ich hier ein Buch vor, das ich noch nicht beendet habe. Aber es spielt sowas von in einem Hotel.

Bild von Argon Verlag
Klappentext von Argon Verlag: "Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz."
Im Vergleich zu anderen Büchern von Kerstin Gier geht es im Wolkenschloss etwas ruhiger zu. Aber auch in diesem Roman präsentiert uns die Autorin eine unterhaltsame Geschichte. Meine Rezension folgt demnächst. 


11. Miete: Ein Buch, in dem ein Charakter Schwierigkeiten hat, die Miete zu bezahlen

Bild von
cbj Verlag

Klappentext von cbj Verlag
"Romantik pur hatte sie geplant – eine Woche Paris bei ihrem chéri Alain. Doch angekommen in der Stadt der Liebe, muss die sechzehnjährige Emma feststellen, dass Alains »Emma« inzwischen »Chloé« heißt und sie selbst nun dumm dasteht: ohne Bleibe, ohne Kohle, aber mit gnadenlos gebrochenem Herzen. Ähnlich down ist Vincent, dem kurz vor der romantischen Parisreise die Freundin abhandengekommen ist, und den Emma zufällig in einem Bistro trifft. Zwei Cafés au lait später schließen die beiden Verlassenen einen Pakt: Sich NIE wieder so heftig zu verlieben. Und nehmen sich vor, trotz allem diese alberne Stadt der Verliebten unsicher zu machen, allerdings auf ihre Art. Paris für Entliebte – mit Chillen auf Parkbänken, Karussellfahren auf alten Jahrmärkten, stöbern in schrägen Kostümläden. Doch ob das klappt: sich in der Stadt der Liebe NICHT zu verlieben?"

Eigentlich wollte Emma in den Ferien bei Alain unterkommen. Doch nachdem sie auf Chloe traf, kam Emma erst mal in einem Hostel unter. Doch ein Hotel war in ihrer Paris_Kalkulation nicht enthalten. Zum Glück trifft sie auf Vincent... 
Meine Rezension findet ihr HIER


12. Bankrott: Ein Buch, in dem ein Charakter bankrott geht - in jeglicher Hinsicht: zum Beispiel finanziell, moralisch oder emotional

Bild von
 
rowohlt Verlag


Klappentext von rowohlt Verlag
"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goss den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandbarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortskundige Frau im Auto hierherzubestellen."


Warum unser Protagonist hier bankrott geht? Das kann ich leider nicht verraten, weil es in jeglicher Hinsicht gespoilert wäre. Jedenfalls hat mich dieses Buch sehr bewegt und ich kann es jedem empfehlen.
Meine Rezension gibt es HIER.


Ich tagge... 

Dieser TAG hat es wirklich in sich. Teilweise fiel es mir schwer, die Fragen zu beantworten. Deswegen war ich mir zuerst nicht sicher, ob ich wirklich jemanden nominieren möchte. Aber nun habe ich mich doch dazu entschlossen, weil mich interessiert, wie andere Buchblogger auf diesen TAG antworten.

Daher nominiere ich:

... Anka von Ankas Geblubber
... Martin den Buchwellenreiter
... Julia die Geschichtentänzerin

Ich hoffe, ihr habt Zeit und Lust, euch diesem TAG zu widmen. Ihr müsst die Fragen auch nicht wörtlich nehmen. Vielleicht wird es so einfacher, passende Antworten zu finden.

Hier die Fragen im Überblick:

1. LOS : Ein Buch mit "Los", "Go" oder "Start" im Titel
(Wenn ihr kein entsprechendes Buch finden könnt, zählt auch "Anfang/anfangen", "Beginn/beginnen" oder Ähnliches.)

2. Gemeinschaftsfeld : Ein Buch, in dem ein Charakter nur mit Hilfe seiner Gemeinschaft (z.B. Dorf-/Kirch-/Schul-) in etwas erfolgreich ist.

3. Einkommenssteuer : Buch, in dem ein Charakter einen Ganztagsjob mit festen Stunden hat
(Also nicht sowas wie Kriminalkommissarin oder Künstler, sondern eher Sekretärin oder Verkäuferin.)

4. Bahnhof : Buch, in dem eine wichtige Szene in eine Zug spielt

5. Ereignisfeld : Ein Buch, in dem ein Charakter Glück hat

6. Gefängnis : Ein Buch, in dem ein Charakter ins Gefängnis muss

7. Elektrizitätswerk : Ein Buch, in dem ein Charakter glaubt, er ist die große Leuchte – aber in Wirklichkeit sind seine Ideen totaler Quatsch

8. Frei Parken : Ein Buch, in dem ein Verkehrsunfall passiert

9. Wasserwerk : Ein Buch mit einem Charakter, der oft weint

10. Hotel : Ein Buch, das in einem Hotel spielt

11. Miete : Ein Buch, in dem ein Charakter Schwierigkeiten hat, die Miete zu bezahlen

12. Bankrott : Ein Buch, in dem ein Charakter bankrott geht - in jeglicher Hinsicht: zum Beispiel finanziell, moralisch oder emotional

Buchlinge, natürlich könnt ihr euch ebenfalls getagged fühlen und einige (oder alle?) der Fragen beantworten.

Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start in die Woche!

Samstag, 20. Januar 2018

5 Dinge, die mich an meiner Sehbehinderung stören

Hallo Buchlinge,

immer wieder bekomme ich von meinem Umfeld gesagt, dass ich einen guten Umgang mit meiner Sehbehinderung habe und das alles toll mache. Und was soll ich sagen? Ich versuche größtenteils ein optimistischer Mensch zu sein und lösungsorientiert zu denken. Aber es gibt Tage, an denen es mir sehr schwer fällt. Und genau deswegen nutze ich an dieser Stelle mal die Gelegenheit und erzähle euch, was mich an meiner Behinderung stört oder nervt.

Die hier genannten Punkte begleiten mich nicht nonstop. Es gibt Tage, an denen nehme ich sie gar nicht als Problem wahr und andere Tage, an denen sie mich mehr nerven.
Es ist mir sehr schwer gefallen, wirklich fünf Dinge aufzuzählen, weil ich überwiegend nicht das Gefühl habe, eingeschränkt zu sein.

Bevor es losgeht noch ein kleiner Hinweis: Am Ende des Beitrages findet ihr eine Übersicht aller Beiträge, die bereits in dieser Rubrik erschienen sind. Außerdem findet ihr nochmal einen kurzen Überblick darüber, wie viel ich eigentlich sehe und wie sich das im Alltag auswirkt.

Nun aber Schluss mit den Vorwörtern.

Mich stört, dass 


...ich nicht mehr so viel lesen kann, wie früher 

Und das ist wohl der einzige Punkt, der mich mit Abstand am meisten nervt. Zum Vergleich: Früher habe ich es geschafft, 100 Seiten an einem Nachmittag zu lesen. Natürlich nur, wenn das Buch spannend war. Heute fühle ich mich bei Büchern mit einer kleinen Schriftgröße wie im Roman Bäume reisen nachts schon nach 10-15 Seiten so erschlagen, als hätte ich 50-100 Seiten gelesen. Dieses Schriftgrößen Problem ist mir erst 2017 so richtig bewusst geworden, was wohl einfach damit zusammenhängt, dass mein Sehrest in diesem Jahr nochmal etwas schlechter geworden ist.

Jetzt werdet ihr vielleicht sagen: Ja, dann vergrößere doch den Text. Das kann ich tatsächlich machen. Allerdings wird dann nur der Ausschnitt des Textes kleiner. Aber die Schriftgröße des Buches verändert sich leider trotzdem nicht, sprich, das Lesen wird nicht unbedingt einfacher.

Auch eine Brille löst das Problem nicht. Warum? Das liegt an meiner Augenerkrankung. Diese nennt sich Grüner Star (Glaukom) Für die ganz Neugierigen, hier ein paar Links: Wikipedia, oder einfach erklärt. Weiter unten gehe ich etwas genauer auf das Krankheitsbild ein.

Wie ihr ja wisst, lese ich sehr gerne. Und ich habe einige Autoren entdeckt, deren Werke leider noch nicht als Hörbuch produziert wurden. Daher kann und möchte ich nicht auf das Lesen verzichten. 2018 werde ich wahrscheinlich Punktschrift (Blindenschrift) lernen, um dann zumindest eBooks lesen zu können. (Zum Thema Punktschrift folgt demnächst ein weiterer Beitrag). Jedoch ist es ein Unterschied ein Buch auf den Ohren, vor den Augen oder eben unter den Fingern zu haben.

Momentan ist es so, dass ich noch nicht die Wahl zwischen einem Printexemplar und einem Hörbuch habe. Natürlich kann ich mich für das Printexemplar entscheiden, muss aber damit rechnen, dass ich mit viel Glück nur zwei Monate brauche, um das Buch tatsächlich beenden zu können. Und ein Hörbuch beende ich, wenn es gut läuft, innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Kurzum: Eigentlich ist es echt ein Jammern auf hohem Niveau. Mittlerweile gibt es nämlich wirklich viele Geschichten vertont und auch einige Romane als eBook. Außerdem hatten Sehbehinderte und Blinde früher - fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich früher definiere - nicht mal die Möglichkeit überhaupt mithilfe von Hilfsmitteln lesen zu können.
Nur muss ich mich eben von der Vorstellung verabschieden, die Worte nicht mehr mit den Augen lesen und das Buch nicht mehr in mein Bücherregal stellen zu können.


...ich mich mehr erklären, kommunizieren und planen muss 

Und damit meine ich noch nicht mal die:
"Möchten Sie sich hinsetzen?"
"Nein, danke!"
Gespräche in der Straßenbahn oder im Bus. Diese gehen mir kein bisschen auf die Nerven. Zum Thema Hilfe anbieten wird es im Februar auch einen separaten Beitrag geben.

Ich muss mehr planen als andere Menschen, brauche für einige Dinge länger oder es gibt Unsicherheiten in der Kommunikation. Ihr seht: Dieser Punkt ist schon wieder so umfangreich, dass er einen eigenen Artikel bekommen könnte. Ich versuche es trotzdem mal in aller Kürze mit ein paar Unterpunkten: (Ihr kennt mich, das wird vermutlich nicht funktionieren :-) ).

Die Sache mit der Planung 
Das beginnt schon mit einem einfachen Trip zu den Ge(h)folge Mitgliedern emion und Isona und endet bei dem alljährlichen Buchmessen Besuch. Fangen wir mit dem Besuch bei emion und Isona an: Ich kann mich nicht einfach in den Zug setzen, vor Ort das Fahrrad besteigen und die beiden besuchen. Sie müssen mich vom Bahnhof abholen, weil ich die Bushaltestelle nicht alleine finde, bzw. der Bus erst gar nicht fährt. Deswegen ist es für mich um einiges einfacher, wenn wir uns in der Stadt treffen oder sie zu mir kommen.

Dann geht es weiter mit dem Buchmessen Besuch: Ich schaffe es nicht, mich in den Messehallen zu orientieren. Den einzigen Verlagsstand, den ich wahrscheinlich von anderen Ständen unterscheiden könnte, ist der Stand der Verlagsgruppe RandomHouse. Und das liegt auch nur daran, dass die Verlagsgruppe ihren Stand 2016 erneuert hat. Natürlich könnte ich es mit viel Kommunikation und erfragen doch noch irgendwie über das Messegelände schaffen. Schließlich hat das 2014 als mein Sehrest noch besser war, auch gut funktioniert. Aber das ist mir in letzter Zeit schlicht und ergreifend einfach zu mühsam geworden.
Hinzu kommt auch, dass ich mir bekannte Personen auf der Messe ganz bestimmt nicht finden oder erkennen werde. Dazu gibt es aber unter dem fünften Punkt mehr Infos.

Länger brauchen 
Auf diesen Punkt werde ich im Laufe des Beitrages noch genauer eingehen. Hier fällt es mir schwer, mir immer wieder klarzuwerden, dass ich für andere Sachen eben länger brauche. Das liegt nicht etwa daran, dass ich verdränge, sondern, dass es für mich schwer nachzuvollziehen ist, aufgrund des schlechter Sehens einfach mehr Zeit einplanen zu müssen.

Unsicherheiten in der Kommunikation 
Ich bin gezwungen immer dieselben Behinderungssätze zu wiederholen. Hin und wieder bereitet mir das Schwierigkeiten, weil ich das Thema manchmal auch einfach leid bin. Ich möchte mich auch einfach irgendwohin setzen und über etwas anderes reden können, als erst einmal den "So könnt ihr mit mir in Kontakt treten"-Katalog abspulen zu müssen. Wenn ich das aber nicht tue, ist mein Umfeld irritiert. Darf man sie auf ihre Behinderung ansprechen? Sie reagiert ja gar nicht auf mein zwinkern, hat sie es überhaupt gesehen? Und so weiter und so fort.

Dennoch ist es so, dass das Kommunizieren über die eigene Behinderung wichtig ist, um Anderen die Unsicherheiten zu nehmen. Im Studium habe ich gerade zu dem Thema positive Rückmeldungen bekommen. Wenn Fragen zu meiner Behinderung auftauchen, habe ich auch kein Problem, diese zu beantworten. Ich hoffe, der Unterschied wird hier deutlich.


... ich immer wieder über Augen Operationen diskutieren muss 

Hierzu ein kurzer Ausflug in die Welt der Glaukom Patienten: Glaukom meint erhöhter Augeninnendruck. Der Augendruck eines Normalsterblichen sollte eigentlich zwischen 10 und 21 liegen. Wie kommt der Augendruck zustande? Es gibt nette Zellen im Auge, die es gut mit uns meinen und eine Menge Kammerwasser produzieren. Ein Teil des Kammerwassers fließt wieder ab und so kommt ein kleiner Kreislauf zustande, der dafür sorgt, dass wir sehen.
(Damit das Sehen wirklich funktioniert, gibt es natürlich noch ein paar andere Vorgänge, die an dieser Stelle vergleichsweise unwichtig sind).

Allerdings haben diese Zellen nicht bedacht, dass das Kammerwasser, welches sie so fleißig produzieren, bei Glaukom Patienten leider nicht ordnungsgemäß abfließen kann. So kommt es dann zu einer Art Stau, der auf Dauer nicht gut für das Auge ist und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten um das Glaukom zu behandeln. Neben Augentropfen gibt es eine Reihe operative Maßnahmen auf die ich hier eingehen möchte:
Erstmal kann für einen besseren Abfluss gesorgt werden. Das passiert durch eine Vergrößerung der Abflussgänge oder das Einsetzen eines Ventils, das einen Überdruck erkennt und sich dann einklinkt. (Beide Verfahren wurden bei mir bereits durchgeführt).
Dann kann man den Übeltäter natürlich auch beim Schopf packen. Es gibt nur noch einen Ausweg: Ermordung der Zellen! Und zwar durch Vereisen oder Lasern. (Wow, das ist ja fast wie in einer Dystopie...).

Bei der Vereisung oder dem Laser-Angriff werden Zellen abgetötet. Die Überlebenden versuchen dann natürlich die fehlende Arbeitskraft der Kollegen auszugleichen und hauen - mit viel Motivation - erst richtig rein. Mit viel Glück werden sie aber etwas entspannter, schrauben die eigenen Ansprüche an die Kammerwasserproduktion zurück und das Problem hat sich erledigt, weil sich der Augendruck auf einen Normalwert einpendelt.

Leider gehören meine Zellen zu der fleißigen Sorte. Jedenfalls gibt es eine kleine Gruppe Überlebender, die ihr Revier hartnäckig verteidigt und fleißig Kammerwasser produziert. Zudem ist mein Auge durch zahlreiche OPs schon recht vernarbt, was weitere Operationen auch riskanter macht.
Und je weniger Zellen im Auge mit der Produktion des Kammerwassers beauftragt sind, desto riskanter werden die Eingriffe. Denn das Auge braucht das Kammerwasser um das System - den oben beschriebenen Kreislauf - am Laufen zu halten. (Bei meiner bildhaften Sprache sollte ich womöglich Autorin werden).
Wenn zu wenig Kammerwasser produziert wird, kann es zu einer Netzhautablösung kommen und Blindheit droht. Allerdings kommt das Auge mit einer Überproduktion des Kammerwassers auf Dauer auch nicht zurecht und es steht ebenfalls das Wort Blindheit im Raum.

Nun zum eigentlichen Thema: Selbst wenn mein Augendruck annähernd an einen 20er Wert herankommt, schwebt immer das böse Wort Operation über mir und wird bei den Augenarztterminen natürlich auch immer direkt angesprochen.

Allerdings habe ich mittlerweile so viele Operationen hinter mir, dass das Risiko von Operation zu Operation steigt, blind zu werden oder weiterhin Sehverlust einbüßen zu müssen. (Was ja im Großen und Ganzen auf dasselbe hinausläuft).
Nach einer Halloween-OP (ich muss schon sagen, der 31.10 ist eines meiner Lieblings OP Daten) haben sich ein paar Prozente meines Sehrests in die ewigen Jagdgründe verabschiedet und ich habe mir gedacht, dass es Zeit wird, sich endgültig von dem OP Tisch zu verabschieden.

Ich drehe den Ärzten nicht einmal einen Strick daraus, dass sie mich immer wieder in regelmäßigen Abständen zu einem Eingriff überreden möchten. Aus ihrer Sicht sind Operationen die einzige mögliche Lösung. Und da wäre es ja blöd, wenn sie mir diesen Lösungsweg vorenthalten würden. Ich finde diese Gespräche aber unheimlich ermüdend. Ich habe dann immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Arztpraxis wieder ohne einen OP Termin verlasse, weil ich das leise Gefühl nicht loswerde unverantwortlich zu handeln. Dabei ist es im Grunde nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und ich finde den Gedanken schlimmer, blind aus dem OP Saal zu kommen, als langsam zu erblinden.


... ich einige Sachen anstrengender finde oder länger dafür brauche 

Da ich erst in letzter Zeit mehr über diesen Punkt nachdenke, fällt es mir hier noch schwer ein paar passende Beispiele zu finden.

Lesen von Texten
An erster Stelle steht natürlich wieder das Lesen von Texten. Das merke ich beispielsweise gerade in der Hochschule. Wenn die Kommilitonen das erste Mal umblättern, habe ich mit viel Glück die erste Hälfte der Seite gelesen. Deswegen mache ich es mittlerweile auch nur noch so, dass ich die Texte überfliege.

Geschwindigkeit
Natürlich betrifft diese Überschrift auch alle Bereiche, in denen es um Geschwindigkeit geht. Wenn es beispielsweise um eine schnelle Schrottwichtelrunde geht, brauche ich erst einmal, bis ich den Würfel auf dem Tisch überhaupt ausmachen kann. In der Zeit haben meine Sitznachbarn schon drei Mal gewürfelt oder das gute Stück weitergegeben. Ich versuche auch erst gar nicht mehr, die Zahlen des Würfels zu erkennen.

Und auch jetzt gefallen mir die Wörter anstrengender finde in der Überschrift nicht wirklich. Fallen mir diese Dinge wirklich schwer? Oder ist es doch nur eine Ausrede der Bequemlichkeit wegen? Wer macht schon Dinge, die einem schwer fallen?


... ich mir bekannte Personen weder auf der Straße noch in Räumen erkennen kann 

Das ist ebenfalls einer der Punkte, der mich am meisten nerven. Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass ich auch hier nicht die Wahl habe, sondern einfach damit leben muss.

Das beginnt schon bei Seminaren in der Hochschule. Irgendwer meldet sich, gibt einen interessanten Beitrag von sich und ich kann den Sprecher nicht einmal anschauen, weil ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, wo er sitzt. Einen Blickkontakt kann ich übrigens auch nicht aufnehmen.
Und auch hier müssen die Buchmesse Besuche wieder als Beispiele her halten: Bekannte Autoren oder Blogger auf dem Gang zu erkennen, fällt für mich ebenfalls weg. Deswegen tendiere ich immer dazu, Termine zu vereinbaren oder sich vorab per WhatsApp kurzzuschließen.

Allerdings: Je kleiner der Raum und desto kleiner die Personenanzahl, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich optisch doch jemand Bekanntes erkenne.

Wenn ihr mich also zwischen Tür und Angel trefft, fahrt ihr gut, wenn ihr mich mit meinem Namen ansprecht, damt ich weiß, dass ihr da seid.


Was tun, wenn die negativen Gedanken übermächtig werden? 

Immer wieder beobachte ich, dass Menschen - egal ob mit Behinderung oder ohne - gefangen in einem Strom aus negativer Gedanken sind. Diese Gedanken sind so übermächtig, dass sie die Wege, die sich links und rechts auftun, so verschleiert darstellen, dass man sich lieber nicht auf den wackligen Pfad begeben möchte. Schließlich kann der wacklige Weg ja vielleicht noch schlimmer sein, als die momentane Krise.

Wenn Du fieberhaft nach einem Weg aus dem Gedankennebel suchst, hilft dir vielleicht einer der folgenden Punkte etwas weiter. Auch hier gilt: Die Ideen sind nicht in Stein gemeißelt und es ist überhaupt nicht schlimm, wenn Dir keiner der Punkte zusagt.

Fragen an mich selbst 
Ich weiß, wenn Du in einer Krise steckst, ist dieser Abschnitt wahrscheinlich alles andere als einfach. Dennoch wäre es vielleicht eine Idee für Dich zu überprüfen: Wann hat meine Krise angefangen? Was hat mir früher geholfen, um aus dieser Krise herauszukommen? Welche Lösungswege stehen mir jetzt zur Verfügung und was brauche ich, um diese für mich nutzen zu können?
Und nein: Es ist definitiv und absolut nicht schlimm, sich HIlfe von außen zu holen, wenn Du alleine nicht mehr weiterkommst.

Austausch mit Gleichgesinnten entweder übers Internet oder z.B. in Selbsthilfegruppen
Mir hilft es unheimlich, mich mit Anderen auszutauschen, die dieselbe Behinderung haben und somit vor ähnliche Probleme gestelt werden, wie ich. Natürlich kann ich auch mit Freunden darüber reden. Allerdings sehen diese größtenteils besser oder schlechter als ich und können daher einige Punkte einfach nicht so gut nachvollziehen.
Nur nochmal kurz zum Thema Selbsthilfegruppe: Ich war im Rahmen eines Praktikums schon mal bei einem Gründungstreffen einer Gruppe dabei und kann sagen, dass das Klischee, wie es oft in Filmen dargestellt wird, absolut nicht stimmt. Die Mitglieder sind sehr froh, dass sie sich mit anderen austauschen können und gerade bei diesem ersten Treffen war die Freude auch groß, endlich Leute kennenzulernen, die in einer ähnlichen Situation stecken. Außerdem wird auch miteinander gearbeitet, man entwickelt Lösungsstrategien oder informiert sich über das Krankheitsbild. Jedenfalls bleibt man nicht am Negativen hängen.

Therapien 
Hier ist es erstmal wichtig, auf die Therapieform zu achten. Hierzu kann ich bei Bedarf auch nochmal einen separaten Blogbeitrag schreiben. Nicht jede Therapieform wird finanziert oder liegt jedem. Und außerdem muss auch der passende Therapeut gefunden werden. Die Chemie sollte stimmen. Und der passende Therapeut ist nicht immer derjenige, der abnickt und einem das erzählt, was man hören möchte.
Warum ich diesen Punkt dennoch vorstelle? Therapeuten haben mit viel Glück einen objektiven Blick auf die Situation und können als Außenstehende dabei unterstützen, eigene Lösungsstrategien zu finden. Außerdem haben sie Methoden erlernt, die sie weitergeben können wie beispielsweise Entspannungstechniken.

Mailberatung des Arbeitskreis Lebens Deutschland
Wenn Du unter 25 Jahren bist und Dich in einer psychischen Krise befindest, könnte Dir dieses Angebot nutzen. Hier wirst Du von Menschen beraten, die ungefähr in Deinem Alter sind.
Ich arbeite ebenfalls ehrenamtlich als Beraterin und finde das Angebot super, gerade, weil es auf Anonymität beruht und man nicht, wie beispielsweise bei einem Therapeuten, einer Person gegenübersitzen und sich offenbaren muss.
Die Mailberatung findet ihr HIER. (Ich kann leider nichts über die Barrierefreiheit sagen, weil ich selbst keine Sprachausgabe nutze. Allerdings arbeitet der Verein gerade an einem neuen System. Wenn Dir hier also was auffällt, das nicht funktioniert, gebe es mir gerne weiter und ich melde es zurück).


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Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...

  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte 
  • Kann keinen Blickkontakt aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht 

In dieser Rubrik bereits erschienen:  

Bewerben für die Ausbildung / das Studium - HIER KLICKEN
Wo und wie beantrage ich Hilfsmittel - HIER KLICKEN
Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum? - HIER KLICKEN
Wie beschaffe ich mir Fachliteratur? - HIER KLICKEN
Was muss ich für Prüfungen beachten? - HIER KLICKEN
Umgang mit der Sehbehinderung eigene Erfahrungen - HIER KLICKEN
Wie arbeite ich mit einer Gesetzessammlung? HIER KLICKEN
Wichtige Tastaturbefehle (Shortcuts) im Überblick HIER KLICKEN
Blind heißt nicht gleich nichts sehen - HIER KLICKEN
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 1: Orientierung ist alles HIER KLICKEN 
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 2: Organisation ist alles HIER KLICKEN 
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 3: Umgang mit der eigenen Behinderung HIER KLICKEN
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 4: Bezieh nicht alles auf dich HIER KLICKEN 
5 Dinge, die mich an meiner Sehbehinderung stören HIER KLICKEN

Donnerstag, 18. Januar 2018

Nach einer wahren Geschichte

Bild von
RandomHouse Audio
Steckbrief

Name: Nach einer wahren Geschichte (auch als Buch erhältlich)
Autor: Delphine de Vigan
Verlag: RandomHouse Audio
Geeignet für: Menschen, die gerne Psychothriller lesen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Martina Gedeck
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Randomhouse Audio

"Delphine ist eine gefeierte Schriftstellerin, doch der Erfolg ihres letzten, überaus erfolgreichen Romans stürzt sie in eine Schaffenskrise. Da lernt sie scheinbar zufällig eine Frau kennen, die sie fasziniert: L. Völlig selbstlos nimmt L. ihr Erledigungen und Pflichten ab – und einen immer größeren Teil ihres Lebens ein. Als Delphine entdeckt, dass L. sogar ihre intimsten Notizen liest, spitzt sich die Situation zu: Ist Delphine paranoid oder liegt der wahre Stoff für ihren nächsten, großen Roman direkt vor ihren Augen?"


Meine Meinung

Diesen Roman entdeckte ich zufällig in einer Verlagsvorschau von RandomHouse Audio. Ich dachte eigentlich, ich weiß, wie die Geschichte läuft. Und dann hat mich Delphine de Vigan ordentlich durcheinander gebracht.

Gestaltung
Gelesen wird das Hörbuch von Martina Gedeck. Sie interpretiert die Geschichte um die Autorin Delphine wirklich gut. Besonders toll hebt sie die zwei Elemente von Nach einer wahren Geschichte hervor: Auf der einen Seite erleben wir die Ich-Erzählerin Delphine. Sie wirkt sehr zerbrechlich und buchstäblich von ihrer Angst gesteuert. Dann gibt es aber auch diese Passagen, in denen wir einen fordernden, dominanten Monolog erleben. Delphine wird beleidigt und muss sich einem harten Urteil unterziehen. Und gerade diese zwei Facetten - das Zerbrechliche und das Dominante - hat Martina Gedeck toll dargestellt. Ich hätte nicht gedacht, dass der Wechsel zwischen der Härte und der Zerbrechlichkeit so gut gelingt.

Inhalt
Der Inhalt sorgte bei mir für etwas Verwirrung. Die Protagonistin trägt nämlich denselben Namen wie die Autorin. Sie heißt ebenfalls Delphine und hat, genau wie die Autorin des Romanes, Kinder, die gerade mit der Schule fertig sind und in die Welt hinaus gehen. Außerdem haben die Autorin und die Protagonistin beide kürzlich ein Buch über ihre Mutter veröffentlicht. Ich bin von Beginn an davon ausgegangen, dass es sich hier um eine biografische Erzählung handelt und wir an einem bestimmten Lebensabschnitt von Delphine de Vigan teilhaben dürfen. Nie habe ich daran gezweifelt, dass es sich vielleicht doch um eine fiktive Geschichte handeln könnte.

Die Protagonistin Delphine leidet an einer Angststörung. Noch bevor wir L. kennenlernen, eine Freundin, die sich in Delphines Leben schleicht, stellte ich mir die erste Frage: Es wird beschrieben, wie Delphine bei einer Buchmesse in Frankreich eine Signierstunde abhält. Ihr Buch war ein großer Erfolg. Deswegen ist die Signierstunde gut besucht. In einem Rückblick in Delphines Kindheit erzählt diese, dass sie es nicht mochte, an ihrem Geburtstag im Mittelpunkt zu stehen. Daher fand ich es spannend, dass sie sich gerade für den Beruf der Autorin entscheidet. Natürlich hat man als Autor noch ein ruhigeres Leben als beispielsweise in der Funktion eines Schauspielers. Dennoch wächst mit zunehmender Bekanntheit auch die Anzahl der Fans und somit der Aufmerksamkeit. Deswegen stellte ich fest, dass Delphine der Aufmerksamkeit nicht davon laufen kann.

Allerdings wurde im Laufe des Romanes auf meine Feststellung leider nicht groß eingegangen. Denn Delphine begegnet schließlich L., einer Frau, die all das verkörpert, was Delphine nicht ist. L. strahlt eine Selbstsicherheit und eine Dominanz aus. Sie fordert ihr Umfeld heraus und wirbelt damit viel Staub auf. Delphine fühlt sich bei L. zuerst sicher. Schließlich gibt ihr die Freundin Orientierung und glaubt zu wissen, warum es ihr schlecht geht und was man dagegen tun kann. Allerdings ändert sich dies Stück für Stück.

Delphine legt den Fokus der Geschichte auf die Beziehung zwischen ihr und L. Und das war mir etwas zu wenig. Obwohl L. ganz bestimmt nicht heilig ist, begann ich mich stellenweise mit ihr zu solidarisieren. Natürlich ist sie dominant, doch kann sie letztendlich auch nichts dafür, wenn man ihr nicht die Stirn bietet. Auch ich habe Ls. in verschiedenen Varianten erlebt. Ls., die mich ziemlich vereinnahmt haben. Doch kann ich ihnen nicht alleine die Schuld daran geben. Und genauso kam es mir aber bei Delphine vor. Sie war fein raus, indem sie L. übermächtig machte. Und das verursachte bei mir zunehmendes Augenrollen und die Frage nach der Reflexion.

Spannung
Der Spannungsbogen von Nach einer wahren Geschichte war mir zu unklar aufgebaut. Ich wusste zuerst nicht ganz, worauf die Autorin hinaus wollte. Außerdem konnte ich die Steigerung des Spannungsbogens nicht ganz nachvollziehen. Zuerst verbringen die beiden Freundinnen viel Zeit miteinander und plötzlich wird L. gefühlt übermächtig.
Doch dann kamen die letzten Absätze. Und hier reißt Delphine de Vigan das Ruder nochmal herum. Sie ergreift eine Option, die ich zuvor noch überhaupt nicht für möglich gehalten habe. Während ich mich ärgerte, dass die für mich wesentlichen Fragen wahrscheinlich offen bleiben, gibt uns die Autorin einen völlig neuen Blick auf L. Ein Blick, der dafür sorgt, dass ich das Hörbuch unter diesem Aspekt im Grunde nochmal hören müsste.

Schreibstil
Delphine de Vigan hat einen schönen Schreibstil. Gerade den Wechsel zwischen der zerbrechlichen und der dominanten Seite wird sehr gut herausgearbeitet. Inhaltlich fehlte mir aber eine Entwicklung von Delphine. Ich ertappte mich auch dabei, dass ich nicht immer ganz bei der Sache war.

Gesamteindruck
Eigentlich rechnete ich damit, eine biografische Erzählung einer Autorin vor mir zu haben. Doch irgendwann fragte ich mich, warum uns eine Autorin so viel Privates über ihr Leben erzählen sollte. Als das Ende dann kam, war ich verwundert und musste erst einmal etwas recherchieren. Das Ende hat mich irgendwie beeindruckt. Dennoch muss ich sagen, dass Nach einer wahren Geschichte meine Erwartungen leider nicht erfüllen konnte. Und das obwohl es sich hier um eine sehr gute Lesung handelt.

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Andere Berichte 
Deutschlandfunk
Rezension von Buchmomente