Donnerstag, 30. November 2017

Ge(h)lebt im November

Gelesen im November



Beendet
Mein Leben von Marcel Reich-Ranicki
Selection Band 1 von Kiera Cass
Solange du atmest von Joy Fielding
Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling (Rezension folgt spätestens im Januar)

Neuzugänge
Camp 21 von Rainer Weckwerth
Simpel Marie-Aude Murail
Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus von Beth Lewis
Der Sommer der Sternschnuppen von Mary Simsen
Leere Herzen von Juli Zeh


Gefunden im Netz 

5 Dinge, die ich als Autorin vorher gerne gewusst hätte
Wer nun denkt, dass hier eine Auflistung voller negativer Dinge wartet, hat die Rechnung ohne Adriana Popescu gemacht. Sie berichtet von positiven Dingen, wie beispielsweise dem Gefühl das eigene Buch im Buchladen stehen zu sehen oder von der Sache mit der Überarbeitung (und ja in diesem Punkt stimme ich ihr zu :-) ).
Zum Beitrag --> HIER ENTLANG

Buchalarm - Jede Menge spannender Gespräche
Dank Anka habe ich das Projekt Buchalarm entdeckt. Hier haben sich ein Verleger, ein Verlagsautor und eine Selfpublisherin zusammen getan und einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse 2017 bezogen. Aber das ist nicht genug: Sie haben sich auch jede Menge Gäste eingeladen und tolle Gespräche für uns aufgezeichnet. Stellvertretend für die Interviews habe ich mir jetzt mal das Gespräch mit Anka herausgepickt, dass ihr HIER anschauen könnt. Außerdem findet ihr auf dem Kanal unter anderem Interviews mit Rainer Wekwerth, Sebastian Fitzek und Karla Paul. Also vorbeischauen und ein Abo da lassen, lohnt sich.

Wie sich die ARD und der NDR abhängig von Europa machen  
Auf Twitter haben sich wieder ein paar ESC Tweets in meine Timeline geschmuggelt. Und dann habe ich mich mal auf Recherche begeben, um herauszufinden, wie das kommendes Jahr bei uns aussieht. Und was soll ich sagen? Ab sofort entscheiden nicht mehr wir, wer am deutschen Vorentscheid teilnimmt, sondern Europa. Eine europäische Jury trifft eine Vorauswahl und wir dürfen dann wie im letzten Jahr auch, zwischen fünf Kandidaten wählen.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich gerade - als ich diese Zeilen tippe, ich hoffe bis zur Veröffentlichung des Monatsrückblickes habe ich mich wieder etwas beruhigt - darüber aufrege, dass die ARD, NDR oder wer auch immer die Entscheidung getroffen hat, wirklich glaubt, dass hiermit das Geheimrezept für mehr Punkte gefunden wurde.
Zum Beitrag HIER ENTLANG

Musik im Kopf - Ein Workshop von Ulla Scheler
Ulla Scheler hat dieses Jahr wieder einen Workshop bei der lit.Love dem Literaturfestival der Verlagsgruppe RandomHouse gehalten. Und ich saß im Publikum. In meinem lit.Love Bericht, der weiter unten verlinkt ist, erzähle ich euch mehr über die Veranstaltung. HIER gibt es schon mal den Link zu ihrer Präsentation.

Normalo TV: Erster Workshop zum Thema Leben mit Behinderung
Udo von Normalo TV hat seinen ersten Workshop für eine kleine Schüler Gruppe zum Thema Leben mit Behinderung geleitet. Glücklicherweise wurde der vollständige Workshop auf dem YouTube Kanal des Vereins veröffentlicht. Neu für mich war, dass Menschen ohne Behinderung sehr verunsichert sind, ob sie Hilfe anbieten dürfen oder nicht. Den vollständigen Workshop gibt es HIER.


Freuden im November 

Unvorhergesehene Gewinne 
Ende Oktober und Anfang November habe ich bei zwei Gewinnspielen mitgemacht. Zum einen handelt es sich um das Bloggergewinnspiel von Buchalarm, das im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stattgefunden hat. Hier habe ich den Roman Wolf Road gewonnen.
Das zweite Gewinnspiel wurde von Lena von expectobooktronum veranstaltet. Hier gab es Kinokarten für den Film Simpel und eine Ausgabe des gleichnamigen Taschenbuches zu gewinnen.
Ich habe absolut nicht damit gerechnet, dass ich gleich bei beiden Gewinnspielen Preise absahne. Ich dachte, dass dort sicher jede Menge Leute mitmachen. Daher freue ich mich umso mehr.

Liebe zur Literatur 
Auch der November stand bei mir im Zeichen der Liebe zur Literatur. Nach der Buchmesse war für mich vor der lit.Love. Gemeinsam mit einer Kommilitonin habe ich die Räumlichkeiten der Verlagsgruppe RandomHouse unsicher gemacht und die zwei Tage in München sehr genossen. Leider ist die Buchmenschenzeit - natürlich abgesehen von dem Freiburger Bücherstammtisch - jetzt erstmal vorbei. Einige Buchmenschen sehe ich frühestens im Oktober wieder. Und das ist schon ein bisschen traurig.


Hinter den Kulissen 

Die Crowd wird kreativ
Isona hatte eine tolle Idee für den Blog und hat emion gleich mal verpflichtet, sich daran zu beteiligen Ihr dürft also gespannt sein. (Ich bin es übrigens auch).

Der Adventskalender ist fertig 
Ich bin sehr glücklich, dass ich den diesjährigen Adventskalender doch recht überraschend pünktlich beenden konnte. An ein bis zwei Türchen muss noch etwas detallierte Arbeit geleistet werden. Die ersten Türchen sind für euch aber bereits hochgeladen und warten darauf, veröffentlicht zu werden.

Letzter Monatsrückblick in diesem Jahr 
Ja, ihr Lieben, mir ist bewusst, dass wir noch einen Monat vor uns haben. Dennoch wird es im Dezember keinen Monats- sondern einen Jahresrückblick geben. Ich bin mir noch nicht ganz scher, wie hier die Gliederung wird und welche Aspekte erwähnt werden. Aber ich hoffe, ihr schaut mal vorbei.


Was gab's zu erzählen?

Da im Dezember zu Beginn alle zwei Tage ein neuer Post online gestellt wird, dachte ich mir, ich bereite Google im November schon mal auf eine kleine Flut an Beiträgen vor.

Lesemarathon 2017 
Fazit im Oktober

Literatur / Kultur hautnah 
Frankfurter Buchmesse 2017 - Unser Messebericht
Lesung mit Kai Meyer in der Buchhandlung Ludwig
Wie war's bei der lit.Love in München?
Verlage der Zukunft: Weitermachen wie bisher?
How to do Social Media?

Ge(h)schmökert 
SuB Geheimnisse Part 3: Fantasy Teil 1
Meine Highlights aus dem Herbstprogramm des Hörverlags (Podcast Folge)

Rezensionen aus dem Oktober 
QualityLand

Weihnachtliches 
Der literarische Adventskalender 2017


Zitate des Monats 

"Das Internet ist ja relativ groß. Da passen wir alle rein."
Karla Paul (aus dem Interview mit Buchalarm).

Die Grafikerin hat außerdem zwei lustige Sachen gefunden:

"Meine Motivation und ich haben Beziehungsprobleme. Wir leben derzeit getrennt."

"Ich kann heute nicht zur Arbeit kommen. Mein Adventskalender Türchen klemmt."


In diesem Sinne... 

wünsche ich euch einen guten Start in den letzten Monat des Jahres. Ich hoffe, eure Timeline fühlt sich im Dezember nicht zu sehr von den Adventskalender Türchen zugespammt. Vielleicht habt ihr ja Zeit, Lust (und Nerven) mal vorbeizuschauen?

Dienstag, 28. November 2017

Der literarische Adventskalender 2017 - Zwölf Charaktere, zwölf Geschichten

Guten Morgen Buchlinge,

hiermit möchte ich euch den diesjährigen literarischen Adventskalender vorstellen. Vor ein paar Monaten kam die Grafikerin mit einer neuen Idee um die Ecke. Da sie sich eben auf Grafiken und nicht auf das Schreiben versteht, habe ich beschlossen, ihre Idee umzusetzen und hoffe einfach mal, dass sie ihr und euch gefällt.
Nun fragt ihr euch sicher um was es eigentlich geht.


Die Idee - Die Sache mit dem Adventskalender 

Wie auch schon in den letzten beiden Jahren, gibt es auch diesmal wieder einen literarischen Adventskalender. Bisher gab es, ganz nach der Adventskalender Tradition, 24 Türchen verteilt auf 24 Tage. 
Allerdings kennen wir alle das vorweihnachtliche Treiben. Je näher das Fest rückt, desto mehr Stress gibt es. Geschenke müssen eingekauft und verpackt werden. Und da steht immer noch nicht die Organisation der Bescherung oder die Route für die anschließenden Verwandtenbesuche.
Da bleibt so ein Kurzgeschichten Adventskalender hier und da sicher auf der Strecke. Und seien wir mal ehrlich: Wer öffnet nach der Weihnachtszeit noch gerne die letzten Adventskalender Türchen?

Deswegen habe ich beschlossen in diesem Jahr von 24 Türchen auf 12 Türchen (vielleicht auch 13) umzusteigen. Euch begegnen zwölf Charaktere, die Weihnachten mehr oder weniger zusammen feiern...


Der Adventskalender 2017 - Der Klappentext? 

Es gab eine Zeit, in der das Weihnachtsfest an Tradition verlor. Es war nur noch eine leere Hülle. Der Schauplatz für den alljährlichen Stress, Streitereien, das Beschenken. Obwohl man keine Ahnung hatte, was die Verwandten sich denn wünschten. Woher sollte man das auch wissen? Man traf sich ja kaum unter den Jahren. Wie sollte da auch so etwas wie Bindung oder Interesse aneinander entstehen?

In einem Jahr – das an dieser Stelle nicht mehr genau zu datieren ist – gab es zwölf Menschen, die dem Weihnachtstrubel erfolgreich entkamen. Teils legten sie es darauf an, teils stolperten sie einfach in diese Geschichte hinein. Aber das macht nichts. Denn sie finden alle zueinander und verbringen einen wundervollen Abend. Wie es dazu kam? Das werden sie uns in diesen zwölf Episoden erzählen.


Ob euch das jetzt neugierig gemacht hat? Ich hoffe einfach mal darauf. 


Der Adventskalender - Die Übersicht 

Eigentlich wollte ich dieses Jahr wieder eine tolle, chaotische, grafische und eine barrierefreie Darstellung basteln. Allerdings weiß ich beim besten Willen nicht mehr, wie ich das mit den Bildern letztes Jahr hinbekommen habe. Also gibt es in diesem Jahr für alle die barrierefreie Version.

Außerdem findet ihr am Ende von jedem Türchen den Link zum vorherigen oder zum nächsten Türchen. Und natürlich zu dieser Übersicht hier.

Türchen 1 - 01.12.17
Türchen 2 - 03.12.17
Türchen 3 - 05.12.17
Türchen 4 - 07.12.17
Türchen 5 - 09.12.17
Türchen 6 - 11.12.17
Türchen 7 - 13.12.17
Türchen 8 - 15.12.17
Türchen 9 - 17.12.17
Türchen 10 - 19.12.17
Türchen 11 - 21.12.17
Türchen 12 - 23.12.17
Überraschung - 24.12.17


In diesem Sinne...




hoffe ich, ihr schaut alle ab dem ersten Dezember hier vorbei. Ich freue mich auf euch! 

Sonntag, 26. November 2017

Wie war's bei der lit.Love 2017 in München?

Foto von Lit.Love
Hallo Buchlinge,

Anfang November war ich gemeinsam mit einer Kommilitonin beim lit.Love Festival der Verlage Blanvalet, cbj, cbt, Diana, der Hörverlag, Goldmann, Heyne, Heyne fliegt, Penguin Verlag und RandomHouse Audio, die alle zur Verlagsgruppe RandomHouse gehören.

Heute möchte ich euch endlich davon berichten.
Anfangs war ich mir wirklich unsicher: Ist das Festival überhaupt etwas für mich? Immerhin lese ich sehr selten Liebesromane. Gegen einen Handlungsstrang mit Liebe habe ich zwar nichts, dennoch braucht eine Geschichte für mich auch ein zweites Thema.

Als ich dann einen Blick auf das Programm geworfen hatte, wurde schnell klar, dass die Veranstaltung nicht nur für Liebesroman-Fans geeignet ist.


Die Verlagsgruppe RandomHouse 

Foto: A. Mack
Gestaltung und Deko
Als wir nach einer langen Zugfahrt die heiligen Hallen betraten, staunte ich nicht schlecht. Denn das Erste, was mir ins Auge sprang, war das große Bücherregal im Eingangsbereich. Das durfte ich schon in den lit.Love Berichten des letzten Jahres bewundern. Und jetzt stand ich endlich davor.
Außerdem waren die Räume des Verlages in den lit.Love Farben dekoriert. (Für die Mitarbeiter hieß das übrigens, dass sie am Vortag nicht vor 20 Uhr aus der Verlagsgruppe gekommen sind). Mir gefielen vor allem die blauen und pinken Lichter. Am Eingang war übrigens ein sich drehendes lit.Love Logo auf den Boden projiziert. Das sah wirklich cool aus.
Da es an unserem Anreisetag ziemlich regnerisch war, kam die Beleuchtung in den Räumlichkeiten besonders gut zur Geltung. Tja, das war mal Glück im Unglück mit dem schlechten Wetter.

GESCHENKE
Im Eingangsbereich warteten übrigens auch Goodie Bags auf uns. Hier war ich erstaunt, dass wir als normale Besucher in den Genuss von Goodie Bags kamen. Schließlich kannte ich die Geschenktaschen bisher nur von Bloggerveranstaltungen. Kurz fragte ich mich, wie ich die Tasche zu unserer Übernachtungsmöglichkeit bekommen sollte. Ich war bereits mit einem Rucksack und einem Schlafsack behängt. An dieser Stelle: Ein Hoch auf den großen Rucksack und die Packfähigkeit meiner Begleitung. Um uns die Orientierung zu erleichtern, befanden sich ein Raumplan und ein Programmheft in der Tasche.

Veranstaltungsräume
Die Veranstaltungsräume der Verlagsgruppe waren auf drei Ebenen verteilt. Ich möchte euch an dieser Stelle nur die Räume vorstellen, deren Namensgebung besonders oder verwirrend war: Wir beginnen mit einem Konferenzraum, der aber kleiner Saal genannt wurde. Hier stand ein großer Tisch in der Mitte, der aufgrund von Verkabelungen nicht abgebaut werden konnte. Deswegen saßen hier die meisten Zuschauer seitlich zu den vortragenden Personen, was mich zu Beginn etwas verwirrte. Der Raum hatte aber eine sehr gute Akustik, sodass der Workshop mit Maria Koschny und Nicola Teggeler (siehe unten) unter anderem hier stattfand.
Mit der Bezeichnung Golden Wings führte uns der Verlag etwas in die Irre. Wir vermuteten, dass es sich hierbei um eine Bühne handelte, die zwei Bereiche miteinander verbindet. Dabei war es ein geschlossener Raum.

Die Räume konnten zu Fuß via Treppe oder mit dem Fahrstuhl erreicht werden. Dreimal dürft ihr raten, für welche Möglichkeit wir uns entschieden haben. Erstaunlicherweise stellten wir fest, dass wir selten Gesellschaft im Fahrstuhl hatten. Gleich zu Beginn entstand übrigens, folgende, lustige Szene: Wir wussten zwar, welches unsere erste Veranstaltung war, waren aber nicht sicher, auf welcher Ebene sich der Veranstaltungsort befand. Also fuhren wir zurück ins Erdgeschoss. Als die Türen auf gingen, stellte meine Begleitung fest, dass wir eigentlich auf eine andere Ebene fahren sollten. Die Tür schwang auf und vor uns stand eine Verlagsmitarbeiterin, die uns fragend anschaute.
Meine Begleitung: "Entschuldigung, wir haben uns verfahren."
Die Türen gingen wieder zu, wir fuhren nach unten nur um dann festzustellen, dass oben doch die richtige Richtung gewesen wäre. Wieder oben angekommen, war die Verlagsmitarbeiterin zum Glück schon über alle Berge.

Die Aufteilung der Veranstaltungsräume sowie das Zeitmanagement war wirklich gut gewählt. Hier und da schien zwar viel Betrieb, es entstand aber an keiner Stelle Gedränge oder Platzmangel. Zwischen den verschiedenen Sessions gab es auch Pausen und es fanden nicht zu viele gute Veranstaltungen zeitgleich statt, was uns sehr entgegenkam.

Geheimtipps - Wobei... Jetzt nicht mehr... 
In den FAQs der lit.Love Homepage wurde erwähnt, dass man vor Ort Verpflegung zu guten Preisen erwerben könnte. Anfangs standen wir dem kritisch gegenüber, warfen unsere Bedenken  vor Ort aber schnell über Bord. Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt hier in jedem Fall. Außerdem gibt es eine Auswahl an warmen und kalten Speisen sowie einer kleinen Kuchentheke.
In der Verlagsgruppe RandomHouse gibt es außerdem einen kleinen Buchshop, der am lit.Love Wochenende Bücher der lit.Love Autorinnen verkaufte. Beim Stöbern im Shop stellten wir aber fest, dass auch aktuelle Bücher aus dem Verlagsprogramm vorhanden waren. Schnell hatte ich zwei Hörbücher auf dem Tresen platziert. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind sowie Lucinda Rileys Der verbotene Liebesbrief. Dann wurden wir an der Kasse darauf hingewiesen, dass es einen Rabatt für Mitarbeiter der RandomHouse Verlagsgruppe gab. Und das finde ich eine wirklich clevere Idee. Die Mitarbeiter haben schließlich ihren Teil dazu beigetragen, dass die Produkte im Buchhandel landen. Da finde ich es nur fair, wenn sie hier einen Mitarbeiter Rabatt bekommen. Leider musste ich nach dieser Erklärung ein Hörbuch zu Hause lassen. Aber das macht nichts. Weihnachten naht!


"Es ist schon Business, aber nicht Business Business!" - Jobs im Verlag 

Nachdem wir unsere Orientierungsschwierigkeiten überwunden hatten, kamen wir prompt zu spät zu unserem ersten Termin. Aber glücklicherweise waren hier noch Plätze in der ersten Reihe frei. Hier berichteten gerade zwei Azubis etwas über das Arbeiten in der Verlagsgruppe RandomHouse.

Bewerben für eine Ausbildung bei der RandomHouse Verlagsgruppe
So berichteten sie zuerst über das Bewerbungsverfahren. Das Bewerbungsverfahren bezog sich zuerst auf die Ausbildung Medienkaufmann-/frau im digitalen Bereich. Ich hoffe, das ist von den Begrifflichkeiten jetzt einigermaßen richtig. Mein Erinnerungsvermögen lässt nämlich gerade spürbar nach. Sobald die Bewerbung bei der Verlagsgruppe angekommen ist, findet ein Telefoninterview statt. Hier steht natürlich die Sympathie im Vordergrund. Es ist schön, kommunikativ zu sein und Interesse mitzubringen. Allerdings - das ist jetzt ein kleiner Einschub von mir - habe ich die Hoffnung, dass Kommunikation nicht alles ist und es vor allem wichtig ist, die Liebe zum Buch heraushören zu können. Kommunikation kann man nämlich lernen. Im Übrigen hängt eine Bewerbung bei RandomHouse nicht von einem bestimmten Schulabschluss ab. Die Azubis haben Realschulabschlüsse, Abitur oder sind zum Teil Studenten, die ihr Studium abgebrochen haben oder nach einem abgeschlossenen Studium lieber eine Ausbildung machen möchten.

Nach dem überstandenen Telefoninterview wird man zu einem zweitägigen Assessment Center Bewerbungstag eingeladen. Hier gibt es dann eine Menge Gespräche und Aufgaben, die gemeinsam mit den anderen Bewerbern zu lösen sind. Irgendwie hat es mich überrascht, dass Assessment Center bei der Verlagsgruppe zum Einsatz kommen. Andererseits handelt es sich bei RandomHouse auch um ein großes Unternehmen.

Ablauf und Idealvorstellungen während der Ausbildung
Die Azubis erzählten außerdem, dass sie während ihrer Ausbildung die verschiedenen Verlage und Abteilungen kennenlernen. Die meisten Azubis beginnen ihre Ausbildung mit dem Ziel, später im Lektorat eines Verlages landen zu wollen. Während der Ausbildung stellt sich dann heraus, dass auch andere Bereiche wie beispielsweise die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eines Verlages interessant sein können. Als die Frage nach dem Gehalt eines Azubis aufkam, wurde es kurz still und ein unsicheres Lächeln huschte über das Gesicht der Referenten. Das Leben in München ist eben nicht gerade günstig. Einer der beiden wies aber darauf hin, dass es für Azubis eine Art Azubi BAföG gebe. Der Vorteil hierbei sei, dass man das Geld nicht zurückzahlen müsse.

Bewerbungskriterien für fertige Studenten
Natürlich kann man sich auch mit einem fertigen Studienabschluss bei der Verlagsgruppe bewerben. Allerdings ist es hier wichtig, dass es sich um ein Studium im geisteswissenschaftlichen Bereich handelt. Von Vorteil ist auch, wenn man auf bisherige Praktika in einem Verlag oder einer Zeitung zurückgreifen könne.

Highlights der Azubis
Was den Azubis besonders gut gefalle, ist, dass sie sich selbst ausprobieren können. So haben sie gemeinsam ein Azubi Projekt gestartet, um die Veranstaltungen des Verlags attraktiver zu machen.
Die Azubis finden es schön zu beobachten, wie sich ein Buch entwickelt. Hier wurde beispielsweise Anne Freytags Jugendbuch Mein bester letzter Sommer genannt, das sogar für den Jugendliteraturpreis nominiert worden sei.

Autorenpolitik bei RandomHouse
Bei der Verlagsgruppe RandomHouse stehen die Autoren im Vordergrund. Natürlich ist der Verlag ein Unternehmen und es gehe auch darum, Profit zu machen. Jedoch solle das nicht heißen, dass die Autoren zurückstecken müssen. So entstand das treffende Zitat: "Es ist schon Business, aber nicht Business, Business."

Die Sache mit den Zahlen
Zu guter letzt wurde noch erwähnt, dass es sich bei der Ausbildung um eine kaufmännische Ausbildung handelt. Natürlich wird nicht das mathematische Wissen aus einem Mathe Leistungskurs verlangt. Man müsse während seiner Arbeit aber mit Zahlen umgehen und sich mit ihnen auseinandersetzen können.

Meine Eindrücke 
Ich hatte ganz kurz mit dem Gedanken gespielt, mich vielleicht für eine Ausbildung bei einem Verlag zu bewerben. Es war schön zu sehen, wie sehr die Azubis für ihre Arbeit brennen und wie kreativ sie an ihre Arbeit herangehen. Ich für mich habe aber gemerkt, dass ich in einigen Bereichen wohl ins schleudern käme und mich leider nicht alle Abteilungen eines Verlages interessieren. Und nein, ich bin nicht #TeamLektorat, sondern wahrscheinlich #TeamMarketing oder #TeamPresse.


Workshop mit Nicola Tiggeler und Maria Koschny 

Foto: A. Mack
Bei der Veranstaltung von RandomHouse Audio und dem Hörverlag stand die Stimme im Vordergrund. Wie es sich eben für Hörbuch Verlage gehört :-).

Maria Koschny liest aus Shopaholic
Zuerst bekamen wir eine kleine Kostprobe von der Hörbuch- und Synchronsprecherin Maria Koschny, die einen kleinen Auszug aus der Shopaholic Reihe von Sophie Kinsella zum Besten gab. Bisher kannte ich die Hörbuch Sprecherin nur aus ihrer Lesung von David Safiers 28 Tage lang und der Hörprobe von Die Tribute von Panem. Bei beiden Hörbüchern handelt es sich um ernste, teils düstere Geschichten. Shopaholic ist da das pure Gegenteil. Natürlich hat es unsere Protagonistin in der Geschichte nicht leicht. Und in der ausgewählten Stelle erkannte sie gerade, was sie wirklich von ihrem Leben wollte. Dennoch lag auch eine Leichtigkeit in der Geschichte und in Maria Koschnys Lesung. Ich bin wirklich fasziniert, wie wandlungsfähig Maria Koschnys Stimme ist. Und ich freue mich auf weitere Hörbücher mit ihr.

Auf geht's ans Eingemachte: Übung, Übung, Übung
Nach der kleinen Lesung ging es an die Arbeit. Nicola Tiggeler, Schauspielerin und Stimmtrainerin, verlangte einiges von uns ab. Sie führte eine Menge Stimmübungen mit uns durch, die meine stimmliche Akrobatik herausforderten. Nicola Tiggeler hat innerhalb des Workshops eine gute Steigerung der Übungen angeleitet. Ich bekam in dem Workshop ein Gefühl dafür, wie man die eigene Stimme trainieren und ein Stück weit auch steuern kann.

Tipps für die Praxis
Das ging beispielsweise schon bei der Sprechgeschwindigkeit los. Nicola Tiggeler betonte, dass man sich ruhig die Zeit zum Sprechen nehmen dürfe. Wenn die Stimme am Ende des Satzes dann an Höhe gewinne, spreche das oft für eine Aufregung. Das Publikum nickte hier zustimmend.

Wortwörtlicher Workshop
Eine Freundin von mir war letztes Jahr bei der lit.Love und berichtete, dass die Workshops eher einen Vortragscharakter hatten. Daher war ich sehr froh, dass dieser Workshop seine Bezeichnung auch wirklich verdiente. Durch das Selbst-Ausprobieren konnten wir herausfinden, ob die Übungen das halten, was sie versprechen. Und ich kann nur sagen: Ja, das tun sie!

Bekannte Gesichter bei RandomHouse
Am Ende der Veranstaltung gab es noch ein kurzes Gespräch mit der Lieblingsmitarbeiterin. Wir hatten uns nicht gezielt verabredet, ich hatte aber trotzdem gehofft, ihr über den Weg zu laufen. So erfuhren wir minimale Insider. Infos, die ich zum Teil schon in diesem Bericht verstreut habe oder lieber für mich behalten werde.


99 Cent für 500 Seiten - Workshop mit Janet Clark 

Danach stand für uns der zweite Workshop an. Diesmal wollte Autorin Janet Clark etwas über das oben genannte Thema und die Sichtbarkeit von Autoren erzählen. Sie stieg erstmal mit einer Menge Zahlen, Fakten und Vergleichen ein. Da meine Begleitung und ich schon seit fünf Uhr auf den Beinen waren, machte sich hier die erste Müdigkeit bemerkbar und ich blickte hier nicht ganz durch.

Sehen und gesehen werden - Sichtbarkeit der Midlist Autoren
Dann kam sie aber zu dem Thema, dass es für Midlist Autoren schwierig sei, sichtbar zu werden. Bestsellerautoren wie Sebastian Fitzek sind, gefühlt, überall vertreten. Da können sie es sich auch mal leisten, wenn das eigene Buch zum Aktionspreis irgendwo günstiger angeboten wird.

eBook Piraterie 
Ein zweites Problem bestehe auch darin, dass Piraterie Seiten eBooks klauen und diese entweder kostenlos oder für einen Flatrate Preis anbieten. Hier sieht der Autor keinen Cent. Die Betreiber solcher Seiten hingegen verdienen sich aber eine goldene Nase.

Janet Clark präsentierte uns an dieser Stelle auch wieder ein interessantes Beispiel: So habe ein Autor - ich weiß an dieser Stelle leider nicht mehr, ob es um ihr eigenes Buch oder das Buch eines anderen Autoren ging - innerhalb eines Zeitraumes 4.000 Exemplare seines Buches verkauft. Bei der Piraterie Seite erzielte er den gleichen Betrag innerhalb einer Woche, ohne etwas daran zu verdienen oder mehr Reichweite zu bekommen. Janet Clark war die Frustration hier verständlicherweise deutlich anzumerken.

Tipps und Tricks
Eine Teilnehmerin meldete sich und erzählte, dass sie eine Autorin kenne, die eine Leseprobe ihres Romanes auf so einer Piraterie Seite hochgeladen habe. Allerdings ohne darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei nur um eine Leseprobe handelte. Die Leser waren irritiert, dass das Buch mitten drin aufhörte und vermuteten, dass es sich wohl um einen Fehler handelte. Also stürmten sie die örtlichen Buchhandlungen und kaufen das Buch legal. Ich muss schon sagen, das war eine echt coole Aktion.

Meine Eindrücke 
Ich hatte mir von der Veranstaltung erhofft, Tipps an die Hand zu bekommen, den Preis für das eigene Buch bestimmen zu können. Ja, Buchlinge, mir ist bekannt, dass es in Deutschland die Buchpreisbindung gibt. Allerdings dachte ich, dass sich die Veranstaltung an Selfpublisher richte. Diese können ja bestimmen, ob ihr Roman bei Amazon nun 2,99 Euro oder 3,99 Euro kosten soll.
Dass eBook Piraterie Seiten nicht super sind, war mir vorab klar. Dass der illegale Download aber dafür sorge, dass der Autor nicht an Reichweite gewinnen könne, war mir nicht ganz bewusst. Naiv wie ich war dachte ich, dass sich gute Bücher so oder so verbreiten und das nächste Buch mit viel Glück dann eben legal im Laden gekauft und nicht illegal heruntergeladen wird. Das Thema wäre definitiv auch für die Frankfurter Buchmesse geeignet und hat auch während des Workshops für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt.


Auf einen Tee mit der Queen of Romance: Lucinda Riley 

Auf diese Veranstaltung war ich sehr gespannt. Ich habe bereits ein paar Bücher der Autorin gelesen, freute mich aber die Autorin live erleben zu können. Leider funkte uns hier die Logistik etwas dazwischen. Die Bühne, auf der die Veranstaltung stattfand, war in der Nähe der Cafeteria. Dort wurde um diese Zeit fleißig gespült und aufgeräumt, was ja verständlich ist, da die Berge an Geschirr irgendwie bewältigt werden müssen.

Schwierigkeiten beim Ablauf der Veranstaltung 
Da wir spät dran waren, bekamen wir einen Sitzplatz weiter hinten und hatten die Aufräumarbeiten akustisch im Hintergrund. Außerdem gestaltete sich die simultan Übersetzung als schwierig. Lucinda Riley redete ziemlich viel am Stück und der Übersetzer musste dann gefühlt drei Absätze in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen.

Inhalt der Veranstaltung 
Lucinda Riley erzählte, dass sie sich mit dem Titel Queen of Romance nicht wirklich wohlfühle. Sie finde der Titel klinge unheimlich alt. Und so fühle sie sich noch gar nicht.
Über das Schreiben verriet die Autorin, dass sie sich gerne von der Geschichte überraschen lasse und nicht detailliert plane. Das fand ich wirklich spannend, da ich zwei Tage zuvor bei einer Lesung von Kai Meyer war, der bei der Planung sehr detailliert vorgehe.

Die Veranstaltung wurde auch von LovelyBooks gestreamt, sodass viele Fragen der LovelyBooks Zuschauer in die Veranstaltung eingebaut werden konnten. Ich fand es toll, dass die User der Community somit zu Wort kamen, da sie ja nicht  dabei sein konnten und somit auch die Möglichkeit hatten, Dinge zu erfragen.


Lilli Beck liest aus "Wie der Wind und das Meer" 

Foto: A. Mack
Unser letzter Termin für den lit.Love-Samstag war die Lesung mit Lilli Beck, die ihren Roman Wie der Wind und das Meer vorstellte. Im April 1945 begegnen sich die Kinder Paul und Sarah in den Trümmern des Krieges. Beide haben ihre Familien verloren. Sarah sieht Pauls Schwester zum Verwechseln ähnlich. Damit die beiden zusammenbleiben können und nicht allein durch diese schwere Zeit müssen, beschließen sie kurzerhand sich als Geschwister auszugeben. Ohne zu wissen, dass diese Lüge irgendwann fatale Folgen haben wird.

Gerade habe ich festgestellt, dass der Klappentext einen wesentlichen Teil der Geschichte schon andeutet. Ich will ihn aber hier nicht weiter ausbauen, obwohl Lilli Beck bei ihrer Lesung kein Geheimnis aus diesem Handlungsstrang gemacht hat.

Die Lesung
Lilli Beck liest sehr gut und schafft es auch den verschiedenen Charakteren eigene Stimmen zu verleihen. Und natürlich darf der bayrische Dialekt an dieser Stelle nicht fehlen. Auch hier gab es wieder Zeit für eine Fragerunde, die von der Autorin auch gut moderiert wurde.

Lilli Beck erzählte, dass sie zwei Jahre an Wie der Wind und das Meer gearbeitet habe. Für mich war es beruhigend zu hören, dass es eben auch Autoren gibt, die ihre Romane nicht in einem Rutsch in drei Monaten herunterschreiben.
Die Lesung war ein gelungener Abschluss für den ersten lit.Love Tag und ich überlegte wirklich, ob ich mir das Buch mal genauer anschauen sollte.


Schätze auf dem Dachboden, Leichen im Keller: Familiengeheimnisse im Roman 

Unsere erste Veranstaltung am nächsten Tag war diese Talkrunde. Mit dabei waren die Autorinnen: Lilli Beck, Beate Maxian, Brigitte Riebe und Ulrike Sosnitza. Moderiert wurde die Talkrunde von zwei Lektorinnen des Blanvalet Verlages.

Hintergründe zu den Büchern
Foto: A. Mack
Interessant war hier, dass alle vorgestellten Bücher irgendeinen biografischen Hintergrund hatten. Ich möchte hier die Entstehungsgeschichte von Novemberschokolade erzählen, da mir diese besonders in Erinnerung geblieben ist. Ulrike Sosnitza berichtete, dass sie in Kindertagen einen Jungen kennengelernt habe, der ohne seine Mutter aufwuchs. Ein Leben ohne ihre Mutter konnte sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. Sie überlegte sich, was wohl passieren müsse, damit eine Mutter ihr Kind verlässt. So entstand das Buch Novemberschokolade. In einer rohen Rohfassung wurde die Geschichte übrigens als Thriller begonnen, dann aber noch einmal radikal umgeschrieben.

Geschichten aus dem Schreiballtag
Natürlich durften auch Anekdoten aus dem Schriftsteller Alltag nicht fehlen. Eine der Frauen erzählte, dass sie schon einmal überlegt habe, die Selbsthilfegruppe 50 Seiten zu gründen. Morgens stehe sie auf, stelle am Ende des Tages erschrocken fest, dass sie nur eine Seite geschafft habe und frage sich dann, wie sie es nur schaffen solle, den Abgabetermin einzuhalten. Je näher die Deadline rücke, desto besser funktioniere es dann mit dem Schreiben.
Eine der Frauen berichte, dass ihre Freundin mal erzählt habe: "Nein, ich lade dich heute nicht ein, sonst habe ich acht Personen in meiner Küche sitzen." Die Charaktere verfolgen sie wohl auf Schritt und Tritt.

Zeitmanagement beim schreiben
Bei der Frage, wie man am besten an das Roman schreiben herangehe, waren sich die Frauen nicht einig. Der Großteil der Autorinnen lasse sich die Geschichte von ihren Charakteren erzählen. die Handlung entwickelt sich also nach und nach. Schreibzeiten gibt es nicht wirklich. Eine der Teilnehmerinnen meine, dass sie feste Schreibzeiten bräuchte. Sonst gehe gar nichts. Insgesamt war es eine sehr unterhaltsame und lebendige Runde, die für einige Lacher sorgte.


Talk mit Susan Elizabeth Philips - SEP

Foto: A. Mack
Organisatorisches
Diese Veranstaltung war ein großer Unterschied zu der Talkrunde mit Lucinda Riley am Vortag. Zum einen hatten wir, wie ihr anhand des Bildes erkennen könnt, bessere Sitzplätze. Die Kantine hatte außerdem noch geschlossen, sodass es keine Hintergrundgeräusche gab.

Ein eingespieltes Team
Susan Elizabeth Phillips und die Moderatorin und Übersetzerin Angela Spitzig waren zudem ein eingespieltes Team. Susan erzählte einen Absatz, sodass auch Zeit blieb den Absatz zu übersetzen. Außerdem konnte ich so überraschend feststellen, dass mein englisches Verständnis doch gar nicht so schlecht ist, wie ich dachte.

Das Geheimnis um den Liebesroman
Susan Elizabeth Phillips lüftete das Geheimnis um das Phänomen Liebesroman: Meistens gab es eine Protagonistin, die sich neu orientieren muss. So kann die Neuorientierung beispielsweise mit dem Ende einer Beziehung zu tun haben oder mit der Kündigung oder Entlassung einer Arbeitsstelle. Was der weiblichen Protagonistin aber bleibt, ist ihre Persönlichkeit. Sie ist taff und beißt sich durch. Dann trifft sie auf den männlichen Helden der Geschichte. Er hat alles, außer seiner Persönlichkeit. Die weiblichen Charaktere lassen sich im Liebesroman nicht von ihren Männern unterbuttern und das macht sie sympathisch. Die Männer entdecken durch die Frauen eine Seite an sich, die sie zuvor noch nicht kannten.

Susan Elizabeth Phillips über ihre Zielgruppe 
Ihre Leserinnen seien vor allem Frauen, die wahrscheinlich einen stressigen Alltag haben. Sie müssen sich neben der Berufstätigkeit noch um die Familie oder pflegebedürftige Angehörige kümmern. Ihnen geben die Protagonistinnen aus Susan Elizabeth Phillips Romanen also Kraft, weil sie ihr Leben trotz der Schwierigkeiten meistern.

Inspirationen und das Schreiben 
Susan Elizabeth Phillips bekomme ihre Inspiration aus dem Internet. So lade sie ihre Facebook User regelmäßig ein, sie bei der Recherche zu unterstützen. So fragt sie dann beispielsweise, ob jemand einen schönen Pool kenne. Außerdem liebe sie Pinterest, ein Portal, das ihre Übersetzerin kurz ins Schleudern brachte. Das Schreiben ist bei ihr ein wechselseitiger Prozess. Die Ideen kommen während des Schreibprozesses. Allerdings setzt sie sich auch klare Schreibzeiten, in denen sie das Handy und das Internet links liegen lässt und sich auch nicht durch die berühmt-berüchtigten Gänge in de Küche von der Arbeit abhalten lässt. Damit fahre sie bisher ganz gut.


Zeit für eine neue Musik im Kopf - Ein Workshop mit Ulla Scheler 

Über die Autorin 
Autorin Ulla Scheler hat letztes Jahr ihren Debütroman Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen veröffentlicht und gestaltete bereits im letzten Jahr einen Workshop im Rahmen der lit.Love. Ihre Autoren Website verrät, dass sie aus Coburg stammt und momentan in Karlsruhe Informatik studiert. Allerdings hat sie auch mal ein Psychologie Studium begonnen. Und das hat mich besonders neugierig gemacht, da ich vermutete, dass sie etwas Wissen aus ihrem Studium in den Workshop einfließen lassen könnte.

Übungen zum Einstieg
Auch hier war der Praxis Anteil sehr hoch. Wir starteten gleich mit einer Übung. Wir sollten die Augen schließen beim Einatmen auf eins und beim ausatmen auf zwei zählen, ohne über etwas nachzudenken. Wenn sich doch ein Gedanke dazwischen schaltete, waren wir disqualifiziert. Nach der Übung stellte sich heraus, dass einzelne aus unserer Gruppe erstaunlich lange durchgehalten haben.

Die zweite Aufgabe bestand darin, das eigene Stress-Level zu beleuchten. Mit welchen Gedanken haben wir den Raum betreten? Konkret sollten die folgenden Aussagen vervollständigt werden:

- Mein Stress-Level ist im Moment...
- Meine Gedanken drehen sich gerade um...
- Ich muss noch daran denken...

Nun ging es darum, das Aufgeschriebene für den Moment ruhen zu lassen und im Hier und Jetzt anzukommen.

Gedankenkontrolle vs. Wahrnehmung
Obwohl im Titel des Workshops von Gedankenkontrolle die Rede ist, geht es nicht darum, die eigenen Gedanken zu steuern, sondern sich seinen Gedanken bewusst zu werden.

Was denken wir eigentlich?
Wir haben eine Reihe von Gedanken. Diese sind hauptsächlich mit Wertungen verbunden wie den berühmten "Ich muss/soll"-Sätzen. Außerdem begleiten uns auch eine Menge negativer Gedanken, die uns selbst abwerten. In ihrer Präsentation nahm Ulla Scheler Sätze wie "Ich werde mich blamieren" oder "Ich bin schuld" als Beispiele.

Und was können wir dagegen tun? 
Die Lösung ist banal und kompliziert zugleich: Hör einfach auf zu denken! Wie das funktionieren sollte, erklärte Ulla Scheler anhand von drei Schritten.

1. Loggen
Der erste Schritt besteht darin, die eigenen Gedanken erst einmal zu lokalisieren. Denn nicht alles spielt sich bewusst in uns ab. Hierfür schlägt Ulla Scheler vor, sich einen Timer für jeweils fünf Minuten 2-3 Mal am Tag zu stellen. In dieser Zeit sollen alle Gednaken aufgeschrieben werden, die einem so in den Sinn kommen. Und das möglichst wortwörtlich und erstmal für einen Zeitraum von zwei Wochen.

2. Steckbrief
Im zweiten Schritt sollen dann Zusammehänge und Muster hergestellt werden. Was haben die Gedanken mit mir oder meiner momentanen Lebenssituation zu tun? Dann ist natürlich auch der Austausch mit anderen Menschen über die Gedanken wichtig. Interpretiere ich meine Gedanken richtig? Wo sind meine Wertungen zu hoch?

3. Jagen
Und zum Schluss geht es darum, unsere Gedanken wortwörtlich zu jagen. Immer wenn sich eine Wertung oder ein negativer Gedanke einschleicht, ist es wichtig, sich darüber klarzuwerden, dass es sich hier um einen Gedanken aber noch lange nicht um die Wahrheit handelt. Es ist gut, die eigenen Gedanken in Frage zu stellen und durch die Wahrheit zu überprüfen. Wenn mich die Gedanken unglücklich machen, geht es darum, den negativen Gedanken etwas Positives entgegenzusetzen.

Das Ganze in der Praxis
Das hört sich jetzt alles so einfach an, erfordert in der Realität aber viel Übung. In ihrer Präsentation zeigt Ulla Scheler auch anhand von Beispielen, wie die drei vorgestellten Schritte funktionieren. Da der Bericht schon so lang ist, werde ich auf die Darstellung verzichten, rate euch aber unbedingt mal in ihre Präsentation rein zu schauen.

Negatives Selbstbild - Der Gedankenkreislauf
Ulla Scheler geht auch auf das negative Selbstbild ein. Da mir dieser Punkt sehr wichtig ist, möchte ich ihn nicht unerwähnt lassen. Hierbei handelt es sich um einen Kreislauf. Wir haben ein negatives Selbstbild von uns, das mit zu hohen Standards an uns verknüpft sein kann. Das meint, dass wir so viel von uns erwarten, dass wir die Ansprüche gar nicht erfüllen können, selbst wenn wir wollten. Wenn die Ansprüche dann nicht erreicht werden können, sorgt das dann wiederum dafür, dass wir schlecht von uns denken. Immerhin bekommen die anderen das ja auch alles irgendwie geregelt. Also, warum nicht ich?

Ziel nicht erreicht. Und jetzt?
Nun ist die Frage, wie wir mit dem Selbst-gesteckte-Ziele-nicht-erreichen-können-Problem umgehen. Passen wir unsere Ziele der Realität an oder versuchen wir die Ziele krampfhaft zu erreichen, um nicht den Eindruck zu erwecken, wir seien schwach. Daraus resultiert die Angst, enttarnt zu werden. Denn wenn herauskommt, dass die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht werden können, offenbart das, dass etwas nicht stimmt.

Selbsterfüllende Prophezeiung 
Wer also spürt, etwas nicht erreichen zu können, wird nervöser und lauert geradezu darauf, in seiner Theorie bestätigt zu werden. Die Überzeugung besteht also. Man sucht nach Beweisen, wird in seiner Überzeugung bestätigt und handelt auch nach seiner Überzeugung.

Meine Eindrücke 
Durch mein dreijähriges Studentenleben habe ich schon eine Menge Vorträge zu hören bekommen. Und Ulla Scheler hat mich hier wirklich beeindruckt. Sie ist nicht nur strukturiert vorgegangen, sondern hat auch praktische Beispiele eingebaut. Außerdem gab es während des Workshops immer wieder die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ulla Schelers Workshop gehörte zu meinen lit.Love Highlights.


Lesung mit Anne Jacobs 

Foto: A. Mack
Unser letzter Programmpunkt war eine Lesung mit Anne Jacobs. Die Autorin hatte die Trilogie Die Tuchvilla geschrieben, die übrigens auch als Hörbuch erschienen ist. Bei der lit.Love wollte sie aber aus ihrem aktuellen Roman Das Gutshaus lesen. Diese Geschichte bestand aus zwei Handlungssträngen. Wir begegnen Protagonistin Franziska in der Gegenwart. Sie kann endlich in das Haus ihrer Kindheit, das Gutshaus, zurückkehren. Während des zweiten Weltkrieges musste die Familie das Haus zurücklassen. Nun möchte sie es wieder in den Familienbesitz bringen. Der zweite Handlungsstrang besteht aus Rückblenden.

Anne Jacobs hat einige Abschnitte aus ihrem Roman gelesen und mich auch etwas neugierig machen können. An sich hat sie gut gelesen, sich während des Lesens hin und wieder aber unterbrochen, um Erklärungen zu den Charakteren einzuschieben. Da war es dann etwas verwirrend, inhaltlich folgen zu können.


Mein Fazit 

Wer bei der lit.Love abwinkt und sich denkt: "Liebesromane interessieren mich nicht!", begeht einen großen Fehler. Natürlich ist es schön, sich für ein Wochenende auf das Genre einlassen zu können. Aber es sind auch andere Veranstaltungen geboten, die nicht primär etwas mit dem Liebesroman zu tun haben. Ich bin jedenfalls sehr glücklich, dass ich die lit.Love dieses Jahr miterleben durfte. Auf der Rückfahrt im Zug packte mich dann doch etwas der Blues. Dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit tolle Buch- und Verlagsmenschen gleich drei Mal treffen zu dürfen. 2018 sieht das dann wahrscheinlich wieder etwas anders aus. Aber darum soll es hier jetzt nicht gehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ein rundum gelungenes Wochenende war. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Veranstaltungen so spannend werden und mich auch Gespräche mit Liebesroman-Autorinnen fesseln können und ich etwas dazu lernen kann.

An dieser Stelle verteile ich eine Menge Hauspunkte für diejenigen ,die bis zum Schluss durchgehalten haben. Ich hoffe, der Bericht war einigermaßen interessant.

Freitag, 24. November 2017

Meine Highlights aus dem Hörverlag 2017/2018 Teil 5

Hallo Buchlinge,

es wird mal wieder Zeit für einen Blick in das aktuelle Herbstprogramm des Hörverlags. Was soll ich sagen? Ich komme überhaupt nicht mehr hinterher. Die Hörbücher, die ich euch heute vorstelle, sind bereits erschienen. Eines davon ist sogar schon bei mir eingezogen. Aber dazu ins Kürze mehr...

Wenn ihr auf den Schriftzug im Video klickt, kommt ihr direkt auf die YouTube Seite. Hier erwartet euch wie immer ein Inhaltsverzeichnis in der Infobox. Natürlich freue ich mich aber auch, wenn ihr Zeit und Lust habt, die ganze Folge zu hören.

Und falls ihr den Schriftzug im Video nicht lesen könnt und schon halb verzweifelt, klickt einfach HIER.



----------------------------------------------------------------------


Mittwoch, 22. November 2017

How to do Social Media



Hallo Buchlinge,

heute kommen wir also zur zweiten Veranstaltung, die ich 2017 auf der Frankfurter Buchmesse besucht habe. Susanne Kasper hielt einen Workshop über das Thema Social Media. Leider bin ich zuerst davon ausgegangen, dass es sich nur um einen Termin handelte. Dabei war am Mittwoch erst die Auftaktveranstaltung. Das war jedoch kein Problem, da alle Präsentationen auf ihrer Homepage verfügbar sind.
KLICK HIER

In meinem Bericht soll es aber nur um die erste Veranstaltung gehen. Außerdem orientiert sich der Bericht hauptsächlich an meinen Stichpunkten. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann sich die Präsentationen anschauen.


Über Susanne Kasper 


Susanne Kasper hat Informatik studiert und das Portal Literaturschock gegründet. Ähnlich wie bei LovelyBooks dreht sich hier alles um das Thema Bücher.
Außerdem berät sie Autoren bei deren Internetauftritten und Social Media Seiten und ist selbst sehr aktiv in den sozialen Netzwerken. Nicht zu vergessen organisiert sie seit 2016 das Literaturcamp in Heidelberg.


Über die Veranstaltung 

Zuerst führte Susanne Kasper in die Statistiken ein. Sie informierte welche Zielgruppen auf welchem sozialen Netzwerk zu finden sind. Es stellt sich nun die Frage, wie man die sozialen Netzwerke überhaupt nutzen kann. Hier ist es wichtig, sich ein Zielvorhaben zu setzen und langfristig zu planen. Zudem muss auch geschaut werden, mit welchen Maßnahmen die Ziele erreicht werden können.
Hier verweist Susanne Kasper auf die "5-3-2"-Regel: Diese Regel beschreibt, nach welchen Kriterien sich zehn Posts auf Social Media Seiten aufteilen lassen:

5 fremde Inhalte: Das meint beispielsweise geteilte Inhalte
3 eigene Inhalte
2 persönliche Inhalte

Sie rät, den Followern Qualität zu bieten und nicht für eine Reizüberflutung zu sorgen. Zudem wies sie darauf hin, dass es in Deutschland auch für Social Media Kanäle die Impressumspflicht gibt. Außerdem muss Werbung gekennzeichnet werden.

Nun bleibt aber auch die Frage zu klären, wie die Inhalte für eine Social Media Seite gefunden werden. Hier stellte sie verschiedene Möglichkeiten vor wie beispielsweise: Storytelling, Gewinnspiele oder das Crowdsourcing. Auf letzteres möchte ich noch einmal genauer eingehen. Hier geht es darum, die Zielgruppe miteinzubeziehen. Das kann bezogen auf Autoren beispielsweise durch die Mitbestimmung beim Buchcover gemacht werden.

Schließlich stellte sie Facebook genauer vor und erläuterte den Unterschied zwischen einem normalen Facebook Profil, einer Facebook Seite und einer Facebook Gruppe. Der Austausch mit Gleichgesinnten findet überwiegend in Facebook Gruppen statt. Auch hier ist es wichtig, dass nicht wahllos eigene Inhalte geteilt werden, sondern man mit anderen Gruppenmitgliedern ins Gespräch kommt.

Als zweites soziales Netzwerk wurde Instagram vorgestellt. Hier wurde extra darauf hingewiesen, dass die Posts nicht mit Hashtags zugepflastert werden sollen, sondern weniger hier manchmal mehr ist. Außerdem kann man sich bei den Hashtags beispielsweise an den Trends orientieren. Englischsprachige Hashtags sorgen, dank dem internationalen Faktor, auch für eine höhere Reichweite.

Und nun sollte der Blog als Medium vorgestellt werden. Hier war es erstmal wichtig zu klären, warum es überhaupt Sinn ergibt zu bloggen. Schließlich könnte man ja auch meinen, dass eine gut funktionierende Social Media Seite ausreicht. Blogs haben eine höhere Sichtbarkeit für Suchmaschinen. Außerdem sind sie übersichtlicher gestaltet und ermöglichen es auch, Inhalte zu finden, die schon etwas älter sind.


Meine Gedanken zur Veranstaltung 

Erstmal war ich sehr froh, dass alle Präsentationen auch im Internet auffindbar waren, da ich die Präsentation vor Ort nicht lesen konnte. Ich versuche bei Veranstaltungen immer so gut es geht mitzuschreiben. Jedoch ist es mir schon häufig passiert, dass ich aus dem ein oder anderen notierten Stichpunkt nicht mehr schlau geworden bin. So konnte ich mich hier und da entspannt zurücklehnen und wusste im Nachhinein wo ich nachschlagen konnte.

Ich tummle mich seit 1 1/2 Jahren bei Twitter. Und hier bin ich sozusagen einfach hineingestolpert und habe das gemacht, was mich interessiert bzw. was ich für mitteilungsbedürftig hielt. Spannend fand ich hier, dass ich einige von Susanne Kaspers Tipps quasi automatisch befolgt habe.

Außerdem versuche ich mehr oder weniger erfolgreich die Facebook Seite einer sozialen Einrichtung mitzugestalten. Hier fällt es mir schwer, passende Inhalte zu finden, da ich ja im Namen einer Einrichtung poste und somit nur bedingt frei heraus schreiben kann. Mit der "5-3-2"-Regel hat mir Susanne Kasper jetzt etwas Orientierung mit an die Hand gegeben.

Montag, 20. November 2017

Selection (Band 1)

Bild von GoyaLibre
Steckbrief 

Name: Selection (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kiera Cass
Verlag: GoyaLibre
Geeignet für: Menschen, die gerne Liebesgeschichten mit einem Hauch von Dystopie lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Friederike Wolters
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von GoyaLibre)

"35 Mädchen - und nur eine von ihnen wird auser- wählt. Dieses Mädchen wird Maxon, den Thronfolger Illeás, heiraten und zur Prinzessin werden. Für die hübsche America Singer ist das öffentliche Casting die Chance, aus einer niederen Kaste aufzusteigen und ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Schließlich gibt es da noch Aspen, ihre erste Liebe. Während sich America im Palast fragen muss, wem sie dort vertrauen kann, kommt es außerhalb der Mauern zu Unruhen. Rebellen- gruppen versuchen mit allen Mitteln, die Monarchie zu stürzen..."


Meine Meinung 

Selection durfte ich bereits auf einigen Buchblogs oder Booktube Kanälen bestaunen. Im August ist die Reihe, die ursprünglich als Trilogie geplant wurde, mittlerweile aber fünf Bände enthält, auch bei mir einzogen.

Gestaltung 
Alle drei Bände werden von Friederike Wolters gelesen. Selection erzählt von einem Casting. Und da finde ich es besonders spannend, dass sich auch die Hörbuchsprecherin in einem Casting durchgesetzt hat. Die gelernte Buchhändlerin hat keine professionelle Sprecher Ausbildung. Dennoch habe ich ihr sehr gerne zugehört und finde dafür, dass es sich hierbei um ihre erste Lesung handelt, hat sie sehr gute Arbeit geleistet. Ich bin aber gespannt, ob sich im Laufe der Trilogie eine Entwicklung erkennen lässt.
Ihre Stimmfarbe ist sehr angenehm. Zudem transportiert sie die ernste Stimmung der Dystopie gelungen. Hier musste ich dann an Maria Koschny denken, der man die Stimmung einer Geschichte ebenfalls buchstäblich anhört.

Inhalt 
Das Setting von Selection ist wirklich spannend. Kiera Cass schafft hier keine Protagonistin, die unbedingt Prinzessin werden möchte. Americas Herz gehört eigentlich einem Anderen. Dennoch muss sie an dem Wettbewerb teilnehmen. Und zwar für ihre Familie. Doch nach und nach merkt sie, dass Prinz Maxon doch gar nicht so ist, wie zu Beginn vermutet.

Was mich an Selection gereizt hat war, das dystopische Element. Hier geht es nicht nur um eine banale Casting Reihe. Die Kandidatinnen erhoffen sich auch, aus ihrem alten Leben entfliehen zu können. Außerdem bekommen wir in Selection immer wieder mit, dass es im Königreich Spannungen gibt. Somit steht also nicht nur die Frage im Vordergrund, welches Mädchen sich am Ende Prinzessin nennen darf, sondern auch, ob die Konflikte innerhalb des Landes gelöst werden können.

Interessanterweise hat mich das lit.Love Wochenende Selection etwas besser verstehen lassen. Wir begegnen hier America, die zwar talentiert ist, aber keinesfalls perfekt scheint. Sie gehört einer niedrigen Gesellschaftsschicht an und weiß noch nicht genau, was sie von ihrem Leben will. Sie kämpft viel für Andere, droht dabei aber selbst auf der Strecke zu bleiben. Im Vergleich zu anderen Teilnehmerinnen des Castings hat sie weder Macht, Geld noch Einfluss. Dennoch hat sie Selbstbewusstsein und steht zu ihren Entscheidungen. Und das macht sie stark.

Auf der anderen Seite haben wir Prinz Maxon. Seine Eltern haben sich bei einem Casting kennengelernt. Und so wird beschlossen, dass auch er bei diesem Wettbewerb die Frau fürs Leben finden soll. Doch was soll diese Frau mitbringen? Was wünscht er sich von seiner zukünftigen Partnerin? Und lassen sich diese Wünsche und Hoffnungen mit seinen Anforderungen als Herrscher eines Königreiches vergleichen? Alle reden auf ihn ein. Doch was möchte Maxon wirklich?

Kiera Cass sorgt dafür, dass sich ihre Charaktere im ersten Band entwickeln und ich als Leser die Möglichkeit hatte, Charaktere ins Herz zu schließen, die ich am Anfang der Geschichte noch ziemlich dämlich und vergleichsweise hohl fand. Obwohl es sich hier um den Auftakt einer Trilogie handelt, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass ein Teil der Geschichte in sich abgeschlossen ist. Ich bin natürlich gespannt, wie es mit den Charakteren weitergeht, bin aber auch sehr dankbar dafür, dass das Buch nicht mit einem Cliffhanger endete.

Spannung 
Kiera Cass schafft hier ein tolles Setting. Neben der Frage, wer Prinzessin eines Königreiches wird, stellt sie auch Konflikte rund um unser dystopisches Land dar. Somit ist klar, dass es sich hier nicht ausschließlich um eine Liebesgeschichte handelt.

Schreibstil 
Kiera Cass hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil. Sie lässt Protagonistin America die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen. Der Großteil der Geschichte spielt sich im königlichen Palast ab. Daher fordert es hier auch eine gehobenere Ausdrucksweise, die ich hin und wieder echt gerne lese. Schön fand ich auch, dass Kiera Cass keinen Klatsch-und-Tratsch Schreibstil an den Tag legt.

Gesamteindruck 
Selection ist keine klassische Dystopie. Natürlich gibt es auch hier das herrschende System und die Rebellen, die sich gegenseitig bekämpfen. Im Zentrum der Handlung steht aber die Frage, wer Prinz Maxons Herz erobert. Und das ohne klassischen, schnulzigen Der-Bachelor-Effekt, den viele hin und wieder ganz nett finden, der mir aber auf Dauer zu oberflächlich wäre.


----------------------------------------------------------------

Weitere Artikel 

Interview mit Friederike Wolters - HIER KLICKEN


Samstag, 18. November 2017

Verlage der Zukunft: Weitermachen wie bisher, oder?"



Hallo Buchlinge,

heute begrüße ich euch zum ersten Veranstaltungsbericht von der Frankfurter Buchmesse. 2017 waren wieder einige spannende Termine dabei .Ich hatte den Eindruck, dass die Veranstaltungsberichte den eigentlichen Messebericht sprengen und einzelne Veranstaltungen untergehen. Daher möchte ich euch diesmal einzelne Veranstaltungen in einzelnen Beiträgen vorstellen. Ich wünsche euch viel Spaß.

Wichtig: Wie das bei Diskussionen so ist, kam ich mit dem Mitschreiben nicht ganz hinterher. Daher kann es vorkommen, dass einige Inhalte von mir vergessen wurden. Außerdem kamen Co-Autorin Skyara und ich später dazu, sodass wir die Vorstellungsrunde der Experten verpasst haben.


Über die Teilnehmer 

Die Gäste arbeiteten zum einen in wissenschaftlichen und großen Publikumsverlagen. Hier wurden die Unterschiede der beiden Verlagsbranchen deutlich.


Inhalte der Veranstaltung 

Durch die Digitalisierung hat ein Verlag immer mehr Inhalte zur Verfügung, die an den Kunden gebracht werden müssen. Der Vorteil ist, dass diese Inhalte nun eben digital angeboten werden und nach Bedarf hergestellt werden können. Während man im Printbereich auf mehrere Titel setzen kann, geht es im digitalen Bereich darum, auf einen Titel zu setzen. Das Problem hierbei ist, dass man erst spät merkt, wenn der Titel keinen Erfolg hat.

Foto: A. Mack
Nun stellt sich die Frage, wer denn die Zielgruppe der Verlage ist. Denn das ist nicht so ganz einfach. So ist nicht immer derjenige der Kunde, der das Buch auch erwirbt. Bei wissenschaftlichen Verlagen beispielsweise sollen Studierende angesprochen werden. Allerdings werden die benötigten Fachbücher von den Bibliotheken eingekauft. Somit hat man nicht mit dem primären Kunden zu tun. Eine der Gäste erzählte sogar von einer Statistik in der es heißt, dass über 60% der gekauften Bücher nicht gelesen werden.
Wichtig für beide Verlagsgruppen sind Social Media Kanäle. Hier findet der Austausch mit der potentiellen Zielgruppe statt. Im Laufe der Diskussion wurde die These aufgestellt, dass man den Inhalt auf Social Media Kanälen lieber kurz und knapp halten solle.

Zudem tauchte die Frage auf, wer bei den Verlagen im Vordergrund stehe: Der Autor oder der Inhalt des Werkes? Hier wurde dann erklärt, dass es nicht darum gehe, die Produkte neu zu erfinden, sondern die Zielgruppe anzusprechen, womit wir wieder beim Punkt der Zielgruppenfindung wären. Es ist vor allem wichtig, dass die Verlage nicht vergessen, wo ihre Wurzeln sind und woher sie eigentlich kommen, fand eine Teilnehmerin. Außerdem müssen die Produkte gemeinsam mit dem Kunden entwickelt werden.

Und natürlich durfte auch nicht vergessen werden auf Verlagsautoren und Selfpublisher einzugehen. Es wurde die These in den Raum gestellt, dass Selfpublisher ganz andere Dienstleistungen von einem Verlag verlangen könnten als Verlagsautoren. Es wurde aber nicht weiter erläutert, wie sich diese Dienstleistungen voneinander unterscheiden.
Gegen Ende wurde deutlich, dass jeder im Verlag wissen müsse, was es mit dem Produkt auf sich habe, welches vermarktet werden soll. Zudem gibt es immer noch idealistische Vorstellungen von der Verlagsarbeit. So ist nicht in allen Häusern der Lektor ausschließlich mit der Arbeit an einem Text beschäftigt. In vielen Verlagen ist der Lektor auch ein Allorunder. Er muss zum einen wissen, wie ein Produkt funktioniert und sich auch in Sachen Marketing auskennen. In einigen Häusern versteht sich der Lektor auch als Vermittler von verschiedenen Abteilungen.
Es gibt einige Verlage in denen manche aus dem Team die Funktion des Kunden übernehmen und das Projekt von außen anschauen.


Meine Gedanken zur Diskussion 

In meinem Studium habe ich Grundlagen zum Marketing oder Projektmanagement vermittelt bekommen. So erzählte unser Dozent von Manager Peter Drucker. Der Manager stellte eine Menge interessanter Thesen auf. So meinte er beispielsweise, dass man als Manager nicht alles können muss, sondern sich lieber einen Teil herauspickt und diesen gut macht. Zudem lieferte er einige Antworten auf die in der Diskussion thematisierten Fragen.

Als Probleme thematisiert wurden, musste ich an die Leitsätze nach Drucker denken und war erstaunt, dass diese den Teilnehmern nicht bekannt seien oder in der Praxis offenbar so schwierig umzusetzen sind. Zudem erstaunte mich, dass in der Diskussion grundlegende Dinge thematisiert wurden. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass diese Bausteine im Verlag feste Säulen sind und quasi nicht mehr daran gerüttelt wird, weil man die Formel zur Produktvermarktung bereits erkannt habe. Dass es aber bei jedem Buch Unterschiede gebe und man sich im Grunde ständig neu erfinden müsse, war mir vorher nicht klar.

Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass bei der Diskussion vielleicht neue Methoden besprochen werden. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass es im Laufe des Gespräches keine Lösung für die Frage nach der Verlagsarbeit gab.

Donnerstag, 16. November 2017

Mein Leben

Steckbrief 

Name: Mein Leben (auch als Buch und Film erhältlich) 
Autor: Marcel Reich-Ranicki
Verlag: der hörverlag 
Geeignet für: Literaturliebhaber, Menschen, die sich für Biografien interessieren oder die gerne etwas über das Thema zweiter Weltkrieg lesen 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Fassung 
Sprecher: Marcel Reich-Ranicki 
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext 


"Heute kennt man Marcel Reich-Ranicki vor allem als wortgewaltigen Kritiker, der über viele Jahre mit der ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" Literatur einem breiten Publikum nahe brachte. In seinen Memoiren lernt man ihn als einen Menschen kennen, dessen Schicksal eng mit dem bedrückendsten Teil der Geschichte dieses Jahrhunderts verknüpft ist. Wie Reich-Ranicki seine Kindheit in Polen schildert, seine Jugend im Berlin der Weimarer Zeit, die Erlebnisse seiner Deportation nach Polen, die Begegnung mit seiner Frau Tosia am Anfang des Krieges, das Warschauer Ghetto, die Rückkehr nach Deutschland, das alles lässt nicht wieder los." 


Meine Meinung 

Marcel Reich-Ranicki war mir schon früh ein Begriff. Er trat - zumindest kam es mir so vor - häufig in Fernsehsendungen auf und ich brachte ihn auch schnell mit der Literatur in Verbindung. Vor einer Weile habe ich dann die Verfilmung seiner Biografie gesehen und fand seine Lebensgeschichte sehr interessant. Im Vordergrund stand hier nicht nur die Liebe zur Literatur, sondern auch das Aufwachsen im Dritten Reich. Er selbst war Jude und wurde mit seiner Familie in das Warschauer Ghetto umgesiedelt. 
Da Verfilmungen aber Bücher aber nicht immer 1:1 wiedergeben, wollte ich unbedingt seine Biografie lesen. 

Marcel-Reich Ranicki liest seine Biografie selbst. Zum einen ist das natürlich verständlich, da es sich ja um sein Leben handelt und es auch komisch wäre, die Geschichte von jemand anderem vertont zu hören. Andererseits kam ich mit Marcel Reich-Ranicki als Sprecher nicht so ganz klar. Er hat eine Stimme mit Wiedererkennungswert und ich höre ihm auch gerne zu. Dennoch konnte mich seine Vorlesestimme leider nicht fesseln. Ich musste mich sehr konzentrieren, ihm inhaltlich folgen zu können. 

Das, was Ranicki über sein Leben erzählte, war aber fesselnd. Seine Liebe zur Literatur beginnt mit Schillers Die Räuber. Schnell verschlang er ein Stück nach dem anderen. Die Verwandtschaft machte sich schon Sorgen, dass aus ihm nichts Richtiges werden würde. Dann werfen die historischen Ereignisse einen Schatten auf seine Biografie. Reich-Ranickis Familie wird aus Berlin nach Warschau vertrieben. Sie müssen sich nicht nur den neuen Lebensumständen anpassen, sondern auch um das Überleben kämpfen. 

Leider - vielleicht ist es aber auch nur Interpretation meinerseits - kamen mir hier die Kürzungen der Biografie dazwischen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass Marcel Reich-Ranicki auch beschreibt, wie er nach dem Krieg zu einem der angesehensten Literaturkritikern wurde. Ich finde es natürlich sehr spannend zu lesen, wie er den zweiten Weltkrieg erlebt hat. Dennoch passierten mir hier einige Sachen auch zu schnell. Es gab abrupte Szenenwechsel und ehe ich es mich versah, hatte ich das Hörbuch auch schon beendet. Marcel Reich-Ranicki hat eine tolle bildhafte Sprache, allerdings hätte ich mir gerne mehr Hörminuten gewünscht, um seine Geschichte noch besser verstehen zu können. 

Zusammenfassend lässt sich aber sagen: Wer seine Liebe zur Literatur ausbauen möchte, etwas über Klassiker lernen will und sich nebenbei noch für Geschichte interessiert, sollte unbedingt einmal zu Mein Leben von Marcel Reich-Ranicki greifen. 


Montag, 13. November 2017

Solange du atmest

Bild von der hörverlag
Steckbrief 

Name: Solange du atmest (auch als Buch erhältlich)
Autor: Joy Fielding
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Krimi-Fans, oder Leser, die gerne Familiengeschichten mögen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher: Petra Schmidt-Schaller
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Spitzenspannung von der Meisterin." BRIGITTE

Robin, die jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihrer ziemlich kaputten Familie hatte, erfährt, dass jemand auf ihren Vater, seine neue Frau Tara und deren Tochter Cassidy geschossen hat. Tara erliegt kurz darauf ihren Verletzungen. Als Cassidy im Krankenhaus zu Bewusstsein kommt, wendet diese sich sofort an Robin – so wie ihre Mutter eindringlich geraten hatte. Robin ist klar, dass es viele Menschen gibt, die einen Grund hätten, ihren Vater zu hassen, oder war es wirklich jemand aus der Familie? Und was für ein Monster schießt auf eine Zwölfjährige?"


Meine Meinung 

Ich habe bisher nur ein Buch von Joy Fielding gelesen. Und das hat mich so geprägt, dass ich die Autorin jahrelang gemieden habe. Nicht etwa, weil sie schlecht schreibt, sondern weil mein Kopfkino recht ausgeprägt war. Nachdem ich die Hörprobe zu Solange du atmest gehört habe, hoffte ich auf einen packenden Thriller. Die Betonung liegt wohl auf hoffte...

Gestaltung
Petra Schmidt-Schaller liest wirklich toll. Sie war wohl der Hauptgrund warum ich die Geschichte nicht zum Teufel gejagt habe. Petra Schmidt-Schaller zeigt in Solange du atmest, dass sie sowohl die leisen als auch die lauten Töne beherrscht. So gibt es auf der einen Seite Protagonistin Robin, die sehr sensibel scheint. Ihr verleiht Petra-Schmit Schaller eine weiche, fast zerbrechliche Stimme. Auf der anderen Seite haben wir Robins Schwester Melanie, die das Leben gezeichnet hat. Ihr Umgangston ist schroff und von Zynismus geprägt. Da kommt Petra Schmidt-Schallers harte Stimme zum Einsatz. Gerade die Dialoge zwischen den beiden Schwestern transportierte sie sehr stark. Diese Stellen haben mir mit am besten gefallen.

Inhalt / Spannung 
An sich ist die Handlung der Geschichte schnell klar: Robins und Melanies Vater und dessen neue Familie - seine Frau und die Adoptivtochter - werden im eigenen Haus angeschossen. Vermutlich handelt es sich um einen bewaffneten Raubüberfall. Robin hatte nicht vor, ihr Heimatdorf in nächster Zeit zu betreten. Doch aufgrund der Ereignisse bleibt ihr keine andere Wahl. Als Cassidy, das 12-jährige Mädchen, im Krankenhaus zu sich kommt und sofort nach Robin verlangt, wird diese unweigerlich in die Geschichte hineingezogen.

Leider wird die Suppe hier wieder heißer gekocht, als gegessen. Die Handlung klingt zwar spannend, konnte aber nicht wirklich auf die Geschichte übertragen werden. Der Leser ist hier mehr ein Beobachter, erlebt die Geschichte aber nicht gemeinsam mit den Charakteren. Ich hatte eigentlich mit Thriller Elementen gerechnet. Diese waren ansatzweise aufgeführt, wurden aber nicht weiter ausgebaut. So wird beschrieben, wie labil Robin ist. Dennoch wird im Laufe der Geschichte nicht weiter darauf eingegangen. Ich dachte, dass es mit eines der Geheimnisse sei, die im Laufe der Geschichte gelöst werden würde.

Während mich die Handlung von Solange du atmest enttäuscht hat, haben es mir die Charaktere angetan. Robin, die sehr sensibel ist und nur möchte, dass die ständigen Sticheleien ihrer Schwester Melanie ihr gegenüber aufhören. Die Schwestern konnten sich noch nie leiden. Und Robin hat keine Kraft, sich zusätzlich noch Melanies Ärger auszusetzen. Doch hinter Melanies harter Schale steckt auch ein weicher, ziemlich gut vergrabener Kern. Ich kam gut mit ihren rauen Kommentaren zurecht und fand, dass Robin hier und da wirklich übertrieb.

Auch die Nebencharaktere, Kenny, ein Freund von Melanies Sohn Lendon, oder den Sheriff, der diesen Kriminalfall irgendwie lösen musste, mochte ich bis zu einem gewissen Grad ganz gern. Sie haben Solange du atmest ganz unterhaltsam werden lassen.

Schreibstil
Obwohl mich die Handlung von Solange du atmest nicht fesseln konnte, fand ich Joy Fieldings Schreibstil angenehm. Besonders die Dialoge zwischen den Schwestern haben mir gut gefallen. Allerdings neigt die Autorin in dem Buch dazu, ziemlich viel zu erzählen, anstatt uns die Situation gemeinsam mit den Charakteren erleben zu lassen. Außerdem deutet sie einige Sachen an, die sie dann aber nicht ausführt. Die Andeutungen fand ich spannend und hatte gehofft, dass diese aufgelöst oder im Laufe der Geschichte vertieft werden.

Gesamteindruck
Eigentlich hatte ich einen gruseligen Psychothriller erwartet. Stattdessen wird in Solange du atmest zwar eine gute, aber vergleichsweise harmlose Geschichte geboten, die ich eher dem Krimi zuordnen würde. Die Hörbuch Gestaltung hat mir hier sehr gut gefallen. Leider konnte die Handlung nicht ganz mithalten.


------------------------------------------------------------------

* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Freitag, 10. November 2017

Lesung mit Kai Meyer in der Buchhandlung Ludwig

Hallo Buchlinge,

heute möchte ich euch von der Lesung mit Kai Meyer erzählen. Die Veranstaltung habe ich dank dem November Veranstaltungskalender von Anka entdeckt. Eigentlich hatte ich bereits eine Karte für eine andere Lesung an diesem Abend. Dann habe ich mich spontan umentschieden und das keinesfalls bereut.

Obwohl mir der Veranstalter erlaubt hat, Fotos zu machen und wir auch ziemlich gute Sitzplätze hatten, wollte ich während der Veranstaltung trotzdem nicht auf die Kamera drücken, da es für mich eher diesen Zoo-Charakter gehabt hätte. Bei einem Konzert ist das irgendwie eine andere Sache. Da fällt es kaum auf, wenn jemand die Kamera auspackt. Von daher hoffe ich, dass euch der Bericht trotzdem gefällt.


Daten und Fakten 

Was: eine Lesung mit dem Autor Kai Meyer
Wann: Donnerstag den 09.11.17
Wo: In der Buchhandlung Ludwig
Preis: 4/6 Euro


Über den Autor 

Kai Meyer begann mit elf Jahren mit dem Schreiben. Seine ersten Geschichten orientierten sich an Büchern oder Filmen, die er selbst gerne las, bzw. gesehen hatte. Früh verkaufte er seinen ersten Artikel. Dann schrieb er einige Heftromane für Bastei Lübbe. Unter anderem hat er Folgen der Jerry Cotton Reihe geschrieben.
Seit Anfang der 90er Jahre ist Kai Meyer hauptberuflich Autor und hat bisher um die fünfzig Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Buch nennt sich Die Spur der Bücher und ist der erste Band der Vorgeschichte zu der Trilogie Die Seiten der Welt. Der zweite Band zu Die Spur der Bücher ist aber bereits in Planung und soll im Herbst 2018 erscheinen.

Kai Meyer
... im Web
... bei Twitter
... bei Facebook
... im Interview

Homepage zu Die Seiten der Welt.


Die Location 

Die Buchhandlung Ludwig ist eine kleine Buchhandlung um die Ecke von der Freiburger Universität und damit wirklich zentral gelegen. Bis Anfang 2017 war sie unter dem Namen Buchhandlung Schwanhäuser bekannt und ist auch noch im Internet darunter zu finden. Jedoch hat sich der frühere Besitzer Herr Schwanhäuser mittlerweile aus dem Buchhandel zurückgezogen. Daher gab es 2017 nicht nur einen neuen Namen für die Buchhandlung, sondern auch einen kleinen Umbau der Räumlichkeiten.


Der Coutdown 

Gemeinsam mit einem Bücherstammtisch Mitglied machte ich mich am Donnerstag Abend auf den Weg in die Buchhandlung. Da wir rechtzeitig vor Ort waren, konnten wir uns gut Plätze in der ersten Reihe sichern. Vor uns befand sich direkt der Sessel auf dem Kai Meyer später Platz nehmen sollte.

Langsam aber sicher füllte sich die Buchhandlung. Meine Begleitung blickte sich um und stellte fest: "Lauter Mädels, alle in unserem Alter." Die Zielgruppe war also klar.
Nach einer Weile fügte sie scherzhaft hinzu: "Und jetzt setz dich vorne hin und erzähle uns etwas über den Bücherstammtisch."
Ich erwiderte dann nur ganz cool, dass sie ja auf die Uhr schauen könne, wie lang es dauerte, bis man uns hinaus warf. Um kurz nach halb acht wurde Kai Meyer dann anmoderiert und es konnte losgehen.


Die Lesung 

Kai Meyer stellte die Vorgeschichte zu seiner Trilogie Die Seiten der Welt vor. In Die Spur der Bücher geht es um die Bibliomantin Mercy Amberdale, die einen Mord aufklären soll. Und das obwohl sie sich eigentlich auf das SAmmeln von Büchern versteht. Der Mord hat es aber in sich. Ein Buchhändler verbrennt in seiner eigenen Buchhandlung. Ohne, dass ein Stück Papier zu Schaden kommt. Da ist doch irgendetwas faul, oder?

Bild von Argon Verlag
Kai Meyer hat an diesem Abend aus zwei Kapiteln gelesen. Mercy Amberdale trifft sich mit einer rätselhaften Agentin, die vielleicht etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Die Frau scheint ziemlich unterkühlt. Doch als Mercy ihr einen Deal vorschlägt, der beiden Frauen zugute kommen könnte, wird sie neugierig. Doch was als Verhandlungsgespräch begann, entwickelt sich plötzlich zu einer kleinen Verfolgungsjagd in der die Frauen zusammenarbeiten müssen, um den Verfolgern zu entkommen.


Das Interview 

Bisher kannte ich es von Lesungen immer, dass der Abend auch moderiert wird. Hier fand eine Anmoderation statt, es wurde aber schnell klar, dass Kai Meyer den Abend selbst gestaltete. Während seiner Lesung unterbrach er sich kurz und wies darauf hin, dass wir uns schon mal Fragen überlegen könnten, da im Anschluss die Fragerunde stattfinden sollte.

Und hier kamen einige interessante Infos ans Licht. So berichtete Kai Meyer, dass er ursprünglich zum Fernsehen wollte. Er habe auch tatsächlich Drehbücher geschrieben, aber schnell feststellen müssen, dass beim Fernsehen unheimlich viele Leute mitreden wollen, was die Geschichte betreffe. So nannte er folgendes Beispiel: In einem Drehbuch sei es einmal um eine Gruppe traumatisierter Frauen gegangen. Diese seien vergewaltigt worden oder anderen Verbrechen zum Opfer gefallen. Der Drehort im Film sei ein Schloss mit einem Pool gewesen. Jemand aus dem Team fand, dass es eine super Idee wäre, eine Frauen-in-Bikini-am-Pool-Szene zu drehen. Da musste dann erstmal auf den Tisch gehauen werden. Die Pool Szene war vorhanden, die Frauen aber alle angezogen.

Leser fragen sich immer wieder, was aus Charakteren in Büchern geworden ist oder was diese gerade machen. Daher wollte eine Zuschauerin wissen, ob es Kai Meyer mit seinen Charakteren ähnlich gehe. Er habe zwar schon von diesem Phänomen gehört, stelle aber fest, dass es bei ihm nicht so sei.
Auf die Frage, ob es ihm schwer falle, Charaktere sterben zu lassen, kam ein klares "Nein überhaupt nicht", was für einiges Gelächter sorgte. Er erzählte aber auch, dass einige Leser ihm manche Tode übel nehmen.

Natürlich interessierte uns auch, wie er seine Geschichten plane. Er berichtete, dass er seine Romane bis ins kleinste Detail vorbereite. Diese Planung helfe ihm beispielsweise dabei, an unmotivierten Tagen am Ball zu bleiben und nicht auf die rettende Idee warten zu müssen. Er schreibe zuerst ein Expose, das nicht, wie üblicherweise 2-3 Seiten habe, sondern oftmals um die 40 Seiten umfasse. Hier beschreibe er die Handlung ziemlich detailliert. In seinen Büchern sind auch achtzig Prozent aus dem Expose enthalten.

Er erzählte außerdem, dass man als Autor zwar Handwerk lernen könne, aber das Talent für das Schreiben an sich mitgebracht werden müsse. Als Handwerk definierte er die Planung einer Geschichte, also das Aufbauen eines Spannungsbogens und Verstrickung der Handlungsstränge, sowie die Auseinandersetzung mit seinen Charakteren. Obwohl Kai Meyer zu den detaillierten Planern gehörte, stellte er klar, dass es nicht DIE Methode zum schreiben gebe. Er berichtete, dass er durchaus Autoren kenne, die einfach drauf los schreiben und sich von ihren Charakteren überraschen lassen. Er habe aber für sich festgestellt, dass diese Möglichkeit bei ihm nicht funktioniere. Übrigens: An einem Roman arbeitet er 4-5 Monate. Und das Manuskript wird in dieser Zeit zweimal überarbeitet.

Als es dann an das Signieren ging, fragte ich ihn noch, ob er auch Interviewanfragen von Blogger beantworten könne. Hier meinte er, dass er grundsätzlich nichts dagegen habe, ihm aber leider die Zeit fehle die Anfragen zu beantworten. Er habe immer noch zwei unbearbeitete Interviews zu Hause herum liegen und sei daher eher dazu übergegangen, die Anfragen abzulehnen. An dieser Stelle möchte ich daher die FAQ Seite auf seiner (oben verlinkten) Homepage empfehlen. Hier stehen viele grundlegende Fragen, die Kai Meyer bereits gestellt wurden. Und es gibt natürlich immer die Möglichkeit den Autor vor Ort bei einer Lesung zu beragen.

In meiner zweiten Frage wollte ich wissen, wie er an seinen Agenturvertrag gekommen sei. Hier berichtete er, dass sein Vorteil darin bestanden, vorher schon Buchverträge gehabt zu haben. Somit konnte er also schon etwas vorweisen und sei daher relativ schnell in einer Agentur untergekommen.

Und an dieser Stelle endet der Bericht zu der ersten Lesung dieses Jahr. Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen.