Donnerstag, 26. Oktober 2017

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr (auch als Buch erhältlich)
Autor: Walter Moers
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Moers-Fans oder Fantasy Liebhaber
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Andreas Fröhlich
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Höre auf das dunkle Herz der Nacht

Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, istdie schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der gleichsam beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich."


Meine Meinung 

Die Geschichten um Prinzessin Insomnia zog im Rahmen einer LovelyBooks Aktion bei mir ein. Momentan findet auf der Plattform die Aktion Sound der Bücher statt. Hier werden monatlich Hörbücher verlost. Diesmal sollten die verlosten Exemplare gemeinsam bei einer Hörnacht begonnen werden. Ich versuchte mein Glück und gewann.

Gestaltung 
Als ich das Hörbuch bekam, war ich erstaunt, dass der Inhalt auf einer CD zusammengefasst war. Vor einer Weile beendete ich Die Stadt der träumenden Bücher und konnte mich noch gut erinnern, wie lang mir die Geschichte vorkam. Als ich dann merkte, dass mich hier nur eine CD erwartete, war ich auch etwas erleichtert.
Gelesen wird Prinzessin Insomnia von Andreas Fröhlich. Für mich bedeutete das eine große Umstellung, da ich bisher nur Moers Lesungen von Dirk Bach kannte. Ich brauchte erst einmal geschlagene zwei Stunden, bis ich meine innere Dirk Bach Stimme endlich erfolgreich abstellen konnte. Und das lag nicht etwa daran, dass Andreas Fröhlich im Vergleich schlechter gelesen hat. Er liest die Geschichte etwas schlichter. Das hat mir dabei geholfen, dass ich mich mehr auf den Inhalt konzentrieren konnte und nicht ausschließlich an den tollen Wortkonstruktionen hängen geblieben bin. Außerdem hat Andreas Fröhlich unseren beiden Protagonisten Leben eingehaucht. Besonders gut gefielen mir die Dialoge zwischen der Prinzessin und dem Nachtmahr. Und glaubt mir, die beiden können sich nicht wirklich leiden.

Inhalt 
Wie es im Klappentext so schon heißt, ist Prinzessin Insomnia die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Und das macht ihr wirklich schwer zu schaffen. Als dann noch ein Nachtmahr auftaucht, der sie in den Wahnsinn treiben möchte, fragt sie sich zuerst, wer ihr hier einen Streich spielt. So leicht gibt sie sich jedenfalls nicht geschlagen. Und so brechen die Prinzessin und der Nachtmahr auf. Sie reisen durch Prinzessin Insomnias Gehirn auf dem Weg nach Amygdala.

Und sobald wir uns in ihrem Gehirn befinden, überzeugt Walter Moers wieder mit tollen sprachlichen Bildern. Er berichtet von Gedanken, die mit viel Pech in Endlosschleifen landen oder erzählt, wo die größten Ängste im eigenen Gehirn lauern. Mehr als einmal dachte ich mir, dass die Geschichte für Menschen mit Depressionen oder solche, die ihr Gedankenkarussell nicht mehr abstellen können, geeignet ist. Dieses Buch enthält so viele sprachliche Bilder, das ich es wahrscheinlich nochmal hören müsste, um alle zu begreifen. Toll finde ich hier, dass Moers die Gedanken von Prinzessin Insomnia genauer beleuchtet. Er zeigt auf, was in ihrem Kopf stattfindet und was passiert, wenn sie ihre Gedanken ändert. Und das meint nicht etwa Schlimmes zu verdrängen, sondern einen anderen Blickwinkel auf die Situation zu bekommen. Und das alles erzählt uns der Autor, ohne zu moralisieren.

Obwohl der Nachtmahr schon einen bedrohlichen Namen hat, wirkte der Charakter auf mich keinesfalls gruselig. Und auch die Prinzessin scheint Stück für Stück Gefallen an ihrem Gefährten zu finden. Obwohl er sie auch ziemlich gut provoziert.

Spannung
Die Handlung von Prinzessin Insomnia lag klar auf der Hand. Dennoch fand ich die Teilschritte, nämlich die Auseinandersetzung mit Prinzessin Insomnias Gedanken und die verschiedenen Stationen im Gehirn fast interessanter als die Frage, ob sie nun wirklich in den Wahnsinn getrieben wird oder nicht. Das große Ziel habe ich gelegentlich aus den Augen verloren.

Gegen Ende war ein merkwürdiger Bruch in der Handlung, der mich etwas verwirrte. Dennoch wird die Geschichte als solches schön aufgelöst, wobei ich eine Nacht darüber schlafen musste, um das Ende verstehen zu können.

Schreibstil
Wie bereits erwähnt, hat Walter Moers einen schönen Schreibstil mit sehr vielen sprachlichen Bildern. Zu Beginn der Geschichte war ich etwas enttäuscht. Ich hatte noch so gut die Fantasie rund um Die Stadt der träumenden Bücher im Kopf und hatte den Anspruch, dass Prinzessin Insomnia mindestens genauso viele und genauso tolle Elemente enthalten sollte. Doch obwohl hier einige Bilder beschrieben werden, sind sie dennoch anders als in den vorherigen Büchern des Autors. Die Bilder wirken subtiler und es ist mir leichter gefallen, sie auf das reale Leben zu übertragen.

Gesamteindruck
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr enthält wirklich schöne Elemente, die sich auf unser Leben übertragen lassen. Und das ohne, dass der Autor belehrend um die Ecke kommt. Walter Moers zeigt hier auf, dass einen die eigenen Gedanken manchmal ziemlich in die Irre führen können, ohne, dass es einem auf Anhieb bewusst ist.

Allerdings muss ich auch sagen, dass Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr zwar eine schöne Geschichte ist, sie für mich aber nicht ganz an andere Bücher des Autors herankommt.

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Andere Meinungen 
KayvanTee, Bücher und Magie

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