Freitag, 31. März 2017

GE(H)LEBT im März 2017

Gelesen im März 2017

Sehen wir uns morgen? von Alice Kuipers 
In diesem vergleichsweise kurzen Hörbuch geht es um Cliare und ihre Mutter. Beide haben einen stressigen Alltag und verpassen sich ständig. Deswegen schreiben sie sich Zettel, die sie am Kühlschrank befestigen. Doch als Claires Mutter eine Entdeckung macht, ändert sich das Leben der beiden.
Ich war überrascht, dass die Geschichte so kurz war. Gelesen wurde sie von Josefine Preuß und Anna Stieblich. Ein sehr gutes Duo.
Link zur Rezension: HIER ENTLANG

Jetzt, Baby von Julia Engelmann
Es ist schon fast peinlich, dass ich mich der aktuellen Textsammlung von Julia Engelmann erst jetzt gewidmet habe. Immerhin lag das Hörbuch schon seit Oktober 2016 auf meinem SuB. Auch hier präsentiert uns Julia Engelmann wieder tolle inspirierende neue Texte, die natürlich von der Autorin selbst elesen werden.
Link zur Rezension: HIER ENTLANG

Bild von Lübbe Verlag
Das Paket von Sebastian Fitzek
Dieser Psychothriller hat mich wirklich positiv überrascht. Es waren alle Elemente enthalten, die ich bei den letzten Thrillern von Sebastian Fitzek vermisst habe. Wir haben hier eine packende Geschichte, die wahnsinnig gut verstrickt ist und einen förmlich an das Buch fesselt. Nicht zu vergessen verleiht Simon Jäger auch diesem Abenteuer wieder eine Stimme.
Link zur Rezension: HIER ENTLANG

Bild von Umbo
Umbo - Der Feinripp-Macho 
Hierbei handelt es sich um mein erstes unangefragtes Rezensionsexemplar, das nicht von einem großen Publikumsverlag stammt. Musiker Umbo erzählt hier nicht nur von Musikbusiness, sondern erklärt den Hörern auch, was Männer wirklich denken. Meine Rezension gibt es Anfang April.

Ich lese gerade: 
Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler. Ein wahnsinnig tolles Buch!

Und wer sich das Ganze lieber anhören möchte...



Gefunden im Netz

Buchblogger session in Leipzig - Warum es keine Buchblogger gibt 
Der März steht im Zeichen der Leipziger Buchmesse. Natürlich ist literaturcafe.de Betreiber Wolfgang Tischer wieder vor Ort. Diesmal hat er eine Veranstaltung für Buchblogger moderiert. In diesem Artikel erzählt er nicht nur etwas über die Programmpunkte, sondern erwähnt auch, warum Buchblogger für die Literaturszene wichtig sind. Besonders schön finde ich es, dass Wolfgang Tischer nicht auch auf die "Blogger sind blöd"-Schiene aufspringt, sondern sich darauf einlässt und sich der Vielfalt der Buchblogger widmen möchte.
Zum Artikel - HIER ENTLANG

Sound der Bücher
LovelyBooks hat schon seit längerem tolle Hörbuch Aktionen angekündigt. Nun gibt es endlich konkrete Infos zum Sound der Bücher.
Zum Beitrag -  HIER ENTLANG

Ich renne um mein Leben - Teil 1 - Namibia Diary
Diese Diary Folge von Ankas Namibia Eindrücken habe ich mir mal als Podcast angehört. Aufregung am Sonntag: Die Tiere sind nervös. Wie es dazu kam, dass Anka um ihr Leben rannte? Das müsst ihr schon nachhören oder lesen.
Zum Beitrag - HIER ENTLANG

Was in den ersten drei Sätzen deines Anschreibens an einen Verlag stehen sollte 
Bernhard Salomon erzählt hier von den häufigen Fehlern unangefragter Manuskripte. Zudem gibt er wertvolle Tipps, was Autoren in ihrem Anschreiben an einen Verlag erwähnen sollten.
Zum Artikel: HIER ENTLANG

Blogger sind Freunde - kein Fressen
Hier findet ihr eine humorvolle Anleitung zur artgerechten Haltung eines Buchsuchtis. Skyara hat den Beitrag entdeckt und ich finde es cool, wie locker in dem Beitrag auch mit den kritischen Themen des Buchblogger Daseins umgegangen wird.
Link zum Beitrag - HIER ENTLANG


Momente im... (Times, kursiv, sehr groß)

Barrierefreies Vorlesungskript - nämlich in WORD!
Diese Woche begann mein neues Semester. Nun gibt es wieder jede Menge Vorlesungsskripte zu bearbeiten. Diese werden meistens als PDF hochgeladen. Problem für mich: Da ich mit einem Vergrößerungsprogramm arbeite und neben dem PDF Dokument meist auch ein Worddokument geöffnet habe, friert der Bildschirm immer für ein paar Sekunden kurz ein, wenn ich zwischen PDF und Word hin und her springe. An sich ist das ein Luxusproblem, da ich ja beide Dokumente gut lesen kann, wenn der Bildschirm wieder aufgetaut ist. Dennoch habe ich mich wie ein Honigkuchenpferd gefreut, als ich gesehen habe, dass ein Skript in Word hochgeladen wurde. Die Vorlesung war ein absoluter Genuss, weil ich dank dem tollen Skript problemlos folgen konnte.

Wiedersehen mit der Grafikerin und emion 
Anfang März haben mein Vater und ich emion und die Grafikerin wieder eingesammelt und mit ihnen ein paar Tage in Berlin bei der Verwandtschaft verbracht. Es war schon ein komisches Gefühl mit der besten Freundin bei der Verwandtschaft in Berlin zu sein. Im Übrigen haben wir auch einen Kurztrip ins Wachsfiguren Kabinett von Madame Tussaud's unternommen. Habt ihr hier Interesse an einem kleinen Bericht bzw. einem Beitrag mit ein paar Fotos?

Mail Beraterin im Einsatz 
Seit Anfang März bin ich ausgebildete Mailberterin bzw. Krisenbegleiterin. Ich habe auch schon die ersten Mails verfasst und hier positive Rückmeldungen bekommen. Das freut mich ganz besonders, weil ich so langsam das Gefühl habe "beratungstechnisch" auf dem richtigen Weg zu sein. Natürlich habe ich dank dem Studium und Praktika bereits Beratungen im Reallife durchgeführt. Allerdings ist es ja immer schwierig eine direkte Rückmeldung zu geben. Gerade bei den Mails war ich mir oft bei der ein oder anderen Formulierung unsicher und fühlte mich dann bestärkt, dass offenbar doch verstanden wurde, was ich sagen möchte :-).

Neuer Ausweis - neues Merkzeichen 
Im März hab ich auch meinen neuen Schwerbehindertenausweis bekommen. Ich gelte jetzt offiziell als gesetzlich blind. An sich ist das ja kein Grund zur Freude. Dennoch war ich glücklich über diesen Bescheid. Mein Sehrest hat sich in den letzten zwei Jahren ziemlich verschlechtert. Eine Verbesserung ist nicht mehr absehbar, aber wenn ich Glück habe, bleibt mein momentaner Sehrest erstmal eine Weile erhalten. Da ich bisher aber noch nicht als gesetzlich blind galt, hatte ich rechtlich keinen Anspruch auf Hilfsmittel oder Geldleistungen für Blinde. Das hat sich dank dem neuen Bescheid jetzt zum Glück geklärt. Demnächst erfahrt ihr, wie ihr das Merkzeichen beantragen könnt bzw. welche Vorteile es hat, als gesetzlich blind zu gelten.

Die LBM 
Skyara und ich waren im März das erste Mal auf der Leipziger Buchmesse. Die Anreise gestaltete sich zwar als kleiner Krimi - mehr dazu im Messebericht - aber als wir dann endlich auf dem Messegelände waren, konnten wir die Zeit dort richtig genießen. Mittlerweile hat mir Skyara alle Bilder geschickt. Ich hoffe, ich komme im April dazu, die Berichte zu schreiben. Es wird auch die ein oder andere Podcast Folge dazu geben. Also seid gespannt.


Was gab’s zu erzählen? (Times, kursiv, sehr groß)

Rezensionen aus der Konserve

Ausstehende Rezensionen von Februar 
Paris, Du und ich

Lesemarathon 
Fazit Februar 

5 Dinge 
KW 9 
KW 10


GE(H)FRAGT 
YouTuberin Ypsilon 

GE(H)SCHAUT 
Der ESC Vorentscheid 


Gehört im... (Times, kursiv, sehr groß)



Elif - Doppelleben 
In einem Facebook Post erzählte die Sängerin Elif, wie das Lied entstanden ist bzw. wem sie es gewidmet hat. Diese Geschichte erinnerte mich sehr an einen Bekannten und ich fand das Lied ebenfalls sehr berührend.



The Beatles - Black Birds 
Im März begann wieder The Voice Kids.
Hier hat eine Teilnehmerin das Lied gecovert und wahnsinnig schön gesungen. In ihrer Version war das Lied etwas langsamer. Aber ich dachte, ich teile lieber mal das Original mit euch. 



Aus dem Film Trolls - Can't stop this feeling 
Ja, mir ist bekannt, dass das Lied eigentlich von Justin Timberlake stammt. emion hat mit meiner Berliner Verwandtschaft aber ziemlich oft den Film Trolls geschaut. Und gerade die Trolls-Version begleitete uns ziemlich lang und vor allem hartnäckig, als Ohrwurm :-). (Ich glaube, sie hasst mich, wenn sie die Verlinkung hier sieht... :-) ).


In diesem Sinne...

entschuldigt erstmal das späte Teilen des GE(H)LEBT Beitrages. Aber der Podcast wurde quasi erst in letzter Minute fertig gestellt.

Jetzt wünsche ich euch einen guten Start in den April und hoffe, ihr werdet nicht allzu böse herein gelegt. 

Dienstag, 28. März 2017

Pinguinwetter

Bild von Bastei Lübbe
Steckbrief

Name: Pinguinwetter (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Britta Sabbag
Verlag: Bastei Luebbe
Geeignet für: Leute, die genre lustige Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 2 von 5 Punkten

Klappentext

(Klappentext von Bastei Lübbe)

"Charlotte wird auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gefeuert. Außerdem erhält sie von ihrer Mutter äußerst fragwürdige SMS aus der U-Haft in Grönland. Dann entscheidet sich ihr Immer-mal-wieder-Mann Marc auch noch, endlich in den Hafen der Ehe einzuschiffen - allerdings nicht mit ihr. Und nun? Rein in die rosa Babyelefantenhose und rauf aufs Sofa! Um Charlotte auf andere Gedanken zu bringen, drückt Freundin Trine ihr Sohnemann Finn aufs Auge. Als es bei einem Zoobesuch zu einem Beinahe-Unfall kommt, steht Charlotte der alleinerziehende Eric als Retter in der Not zur Seite. Weil der jedoch glaubt, Charlotte sei Finns Mutter, geht der Schlamassel erst richtig los "
 .



Wie ich zum Buch kam

Auf der Suche nach lustigen Büchern, wurde mir dieses Exemplar empfohlen. Leider erkannte ich zu spät, dass es sich im Haupthandlungsstrang der Geschichte wahrscheinlich auch um Liebe drehen sollte...

Meine Meinung

An sich finde ich die Geschichte um die arbeitslose Charlotte, die erstmal in eine "Lebenskrise" gerät, als sie ihren Job verliert, wirklich nett und unterhaltsam. Der Schreibstil der Geschichte ist lebendig, was dafür sorgt, dass das Buch leicht zu lesen ist.

Allerdings muss ich sagen, dass mir die Geschichte zu einfach gestrickt war. Charlotte wird gekündigt, ihre langjährige Affäre gibt ihr zu verstehen, dass es jetzt vorbei ist und dann trifft sie auch noch den alleinerziehenden Vater Eric, der sie, obwohl sie nur mit Finn, dem Kind ihrer Freundin unterwegs ist, ebenfalls für eine alleinerziehende Mutter hält. Hier beginnt eine kuriose Liebesgeschichte, die auf einer Reihe Missverständnissen, Charlottes Unsicherheiten und ihrem Stolz aufbaut.

Schade fand ich, dass Finn, Charlottes Patenkind, als klein und nervig dargestellt wird. Ich hatte den Eindruck, dass er allen ein Klotz am Bein war und möglichst keinen Mucks von sich geben sollte. Meist wurde beschrieben, wie Finn damit beschäftigt ist, Essen in sämtliche Möbel "einzuarbeiten". Mir hätte es besser gefallen, wenn auch noch ein anderer Charakterzug des Kindes beschrieben worden wäre. Schließlich entwickeln sich Kinder am Anfang ja relativ schnell.

Außerdem konnte ich Charlottes Reaktionen auf bestimmte Situationen nicht nachvollziehen. Sie machte manche Sachen letztendlich komplizierter, als sie eigentlich waren. Sie traute sich nicht Dinge klarzustellen, ging anderen Themen aus dem Weg und verbrachte viel Zeit damit, sich selbst zu bemitleiden. Dadurch das der Haupthandlungsstrang der Geschichte, die Sache mit der Liebe war, wurde es mir zeitweise zu einseitig. Zwar wurde ein Nebenstrang, indem Charlottes Mutter eine Rolle spielte, eingeleitet, aber meiner Meinung nach nur angeschnitten.

Ein großer Pluspunkt, der dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht doch irgendwann abgebrochen habe, war der Schreibstil. Die Geschichte war nicht nur leicht zu lesen, sondern wurde durch die "Ich Erzählerin" Charlotte auch sehr unterhaltsam verpackt. Ab und an huschte mir auch schon mal ein Schmunzeln übers Gesicht, wenn Frau Sander den ein oder anderen Spruch riss.

An sich kann ich sagen, dass das Thema der Geschichte getroffen ist. Im Grunde fängt es mit Pinguinen an und endet auch mit ihnen. (Hier finde ich es wieder wunderbar, wie sich ein Kreis schließt!) Die Geschichte konnte ich mir stellenweise auch wunderbar bildlich vorstellen. (Es sollte über eine Verfilmung nachgedacht werden :-)

Auch wird einem auf dem Klappentext kein "falscher" Inhalt versprochen. Ich habe eben nur nicht genau gelesen. Da die Geschichte eben nur einfach gestrickt ist, hat sie mich nicht wirklich angesprochen. Mir gefällt es besser, wenn ich als Leser zum Mitdenken angeregt werde und nicht schon zu Beginn der Geschichte erahnen kann, wie sie endet.

Wer aber eine Geschichte sucht, die einen aus dem langweiligen, tristen Alltag entführt, ist bei Charlotte Sander definitiv an der richtigen Stelle.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Freitag, 24. März 2017

Ugly - Verlier nicht dein Gesicht

Bild von Carlsen Verlag
Steckbrief

Name: Ugly - Verlier nicht dein Gesicht
Autor: Scott Westerfeld
Verlag: Carlsen Verlag
Geeignet für: Jugendliche zwischen 14 - 16 Jahren, oder Menschen, die sich für Dystopien interessieren
Gelesen in folgender Sprache: Deutsch
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von: "Ugly - Verlier nicht dein Gesicht" von Scott Westerfeld, erschienen im Carlsen Verlag)

"Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die für alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und keine Sorgen mehr haben. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere über sie bestimmen. Als Shay flüchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl..."


Meine Meinung

Selbst die Welt der Schönen, Reichen und Beliebten ist vielleicht von außen betrachtet perfekt, doch wenn man in dieser Welt steckt, sieht es mit Sicherheit ganz anders aus. Unter anderem habe ich mich aus diesem Grund dafür entschieden, das Buch zu lesen. Warum sollte sich Tally gegen die OP entscheiden, wenn doch all ihre Probleme gelöst werden? Nach der OP wird man anerkannt und ist unter den Menschen, die genau das Gleiche wollen, wie man selbst. Spaß haben und das Leben genießen.

Hier wird das scheinbar perfekte Leben geschildert, dass sich viele Menschen wünschen. Welchen Grund sollte es also geben, dieses Leben abzulehnen?
Der andere Grund, warum ich mich für das Buch interessiert habe war folgender Gedanke: "Wie kann man nur so bekloppt sein und eine Schönheits-OP über sich ergehen lassen, nur um danach perfekt zu sein?".

Der erste Band der "Ugly"- Reihe hat mir sehr gut gefallen. Der versprochene Eindruck, den ich von dem Buch hatte, dass es um etwas "tiefgründigeres" geht hatte sich fast gehalten. Es wurden wichtige Fragen angeschnitten wie: Was ist mehr wert im Leben? Der perfekte Körper oder ein eigener Charakter? Wo bzw. wie möchte man eher leben? In einer Stadt in der alles über Technik läuft und man deshalb nicht mehr arbeiten muss, oder in der Natur, in der alles "echt" ist und man etwas zu tun hat.

Mir hat der Schreibstil der Geschichte gut gefallen. Auch die Charaktere waren gut dargestellt. Keiner war, wie der andere und jeder hatte sein eigenes Charaktermerkmal. Tally war ihre Hin- und Hergerissenheit wirklich anzumerken. An manchen Stellen tat sie mir echt leid.

Was mich an dem Buch gestört hat, war dass es einfach nicht aufhört. Inzwischen gibt es vier Teile und ich habe den Eindruck, dass einer, wie der andere ist. Im ersten Band wird das Thema "Anpassung" eigentlich von allen Seiten beleuchtet. In den weiteren Bänden, wie "Pretty - Erkenne dein wahres Gesicht" oder "Special - Zeige dein Gesicht" (oder so ähnlich) wird die Geschichte nur unnötig in die Länge gezogen. In dem vierten Band wird wieder ein völlig neuer Charakter - Aya - eingebracht, die sich in der veränderten Welt zurechtfinden muss.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich die Bücherreihe nur empfehlen kann, wenn man bereit ist, sie jederzeit abzubrechen, wenn sie einem zu lang geht. (Ich hatte damit meine Probleme und habe den vierten Band immer noch ungelesen bei mir zu Hause herumstehen).


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Mittwoch, 22. März 2017

Mieses Karma

Bild von
rowohlt Verlag

Steckbrief

Name: Mieses Karma (auch als Hörbuch erhältlich
Autor: David Safier
Verlag: Rowohlt Verlag

Geeignet für: ab 15, für Menschen, die gerne lustige Bücher lesen
vGelesen oder gehört: Deutsch
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten



Klappentext

(Klappentext von Rowohlt Verlag)


"Nichts hat sich Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht als den deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben viel mieses Karma gesammelt hat. Die Rechnung folgt prompt. Kim wird als Ameise wiedergeboren. Gutes Karma muss also her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!" 


Meine Meinung

"Mieses Karma" ist das erste Buch, dass ich von David Safier gelesen habe und es hat mir wirklicht gut gefallen. Die Geschichte ist witzig und lebendig geschrieben. Außerdem ist sie nicht zu kompliziert erzählt, man verliert also nicht irgendwann den Faden.
Interessant bei Safiers Büchern ist, dass sie oberflächlich gesehen, oft von demselben handeln. Es gibt immer eine Frau, die zu Beginn der Geschichte unglücklich ist, oder im Laufe der Geschichte unglücklich wird. Dennoch ist jede Geschichte völlig einzigartig und auf jeden Fall lesenswert.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Dienstag, 21. März 2017

Das Paket

Bild von Lübbe Verlag
Steckbrief 

Name: Das Paket (auch als Buch erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Lübbe Audio / Audible
Geeignet für: Fitzek Fans, oder Lesern, die Psychothriller lieben
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Simon Jäger
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Lübbe Audio

"VORSICHT - dieses Paket öffnen Sie auf eigene Gefahr! 

Ihr Postbote bittet Sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Einen Nachbarn, dessen Namen Sie noch nie gehört haben. Obwohl Sie schon seit Jahren in Ihrer kleinen Straße wohnen.
„Was kann schon passieren?“, denken Sie sich.
Und lassen damit den Albtraum in Ihr Haus ..." 


Meine Meinung 

Lange war ich mir unsicher, ob ich Das Paket wirklich lesen sollte. Die letzten Bücher von Sebastian Fitzek hatten mich eher enttäuscht. Dennoch schaute ich mir bei der Frankfurter Buchmesse 2016 die Buchvorstellung zu Das Paket an und merkte, dass ich wirklich neugierig auf die Geschichte wurde. Als Sebastian Fitzek dann noch erwähnte, dass es sich wieder um einen Psychothriller handelte... (Den Rest könnt ihr euch ja wahrscheinlich denken, weil ich sonst wohl kaum eine Rezension über ein ungelesenes Buch verfassen würde :-) ).

Gestaltung 
Simon Jäger ist die Stimme der Fitzek-Romane. Schon nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, in einer vertrauten Welt angekommen zu sein, obwohl ich die Geschichte und die Charaktere noch nicht wirklich kannte.
Simon Jäger schafft es Spannung aufzubauen und die Stilmittel der Geschichte in Sprache umzusetzen. Wenn die Handlung ruhiger wird, liest er leiser. Wenn es Schlag auf Schlag kommt, wird er schneller und schneller und nimmt den Leser so wunderbar mit ins Geschehen. Zudem sorgt er dafür, dass ich mir die Szenerie bildlich vorstellen konnte.
Wer die Wahl zwischen einem Buch und einer ungekürzten Hörbuch Ausgabe eines Fitzek-Romanes hat, sollte sich definitiv für die Hörbuch Variante entscheiden.
Gestaltung ein absolutes Top.

Inhalt / Spannung 
Emma ist eine erfolgreiche Psychiaterin. Doch dann passiert etwas, das dafür sorgt, das ihr Leben aus dem Gleichgewicht gerät. Sie vernachlässigt ihre Praxis und verlässt das Haus kaum noch. Als ihr Postbote sie bittet, ein Paket für den Nachbarn anzunehmen, ist sie erst misstrauisch. Was hat es mit diesem Nachbarn auf sich? Innerhalb kurzer Zeit gerät das Ganze außer Kontrolle.

Wie bei Psychothrillern von Sebastian Fitzek üblich, lernen wir unsere Protagonistin Emma in verschiedenen Zeiten kennen. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die dafür sorgen, dass der Leser Stück für Stück in Emmas Geschichte hineingezogen wird und sich langsam fragt, wie sie aus diesem Albtraum wieder auftauchen soll.

Besonders gut haben mir zwei Dinge an Das Paket gefallen: Zum einen finde ich es toll, dass Sebastian Fitzek nicht viele Charaktere braucht, um eine spannende Geschichte zu spinnen. Während in anderen Büchern tausende Charaktere eingeführt werden, beschränkt sich Fitzek hier auf einen kleinen Kreis, wobei kein Charakter zu kurz kommt. Selbst der Nebencharakter, der noch so unwichtig erscheint, wird zum Schluss ein wichtiges Puzzleteil zur Lösung der Geschichte.

Zum anderen finde ich es immer wieder faszinierend, wie Sebastian Fitzek Handlungsstränge aufbaut und miteinander verstrickt ohne, dass eine Szene unlogisch wirkt. Wenn eine fragwürdige Szene beschrieben wird, gibt es innerhalb kurzer Zeit eine logische Erklärung für das Handeln der Charaktere. Zudem finde ich es beeindruckend, dass der Autor auf dem Weg der Geschichte kein Puzzleteil verliert, sondern alles perfekt zusammenpasst.

Bei Das Paket war ich besonders auf die Auflösung der Geschichte gespannt. Konnte sie mich überzeugen? Oder waren meine Erwartungen ebenfalls zu hoch.
Und was soll ich sagen? Ich fand sie genial. Besonders schön fand ich, dass auch ein Erlebnis aus Emmas Kindheit wieder aufgegriffen wird und sie so Gewissheit bekommt, dass sie zu keinem Zeitpunkt verrückt war.
Über den Spannungsbogen muss ich hier nicht viel erzählen. Ich habe das Hörbuch innerhalb kurzer Zeit durchgehört, weil ich mich kaum davon losreißen konnte.

Schreibstil 
Ich mag Sebastian Fitzeks Schreibstil. Angefangen bei den Situationsbeschreibungen bis hin zu den Dialogen oder Gedankengängen von Emma, die mich das ein oder andere Mal zum schmunzeln brachten.
Sebastian Fitzek macht es seinen Lesern einfach, sich in seinen Geschichten zurechtzufinden, ohne dafür zu sorgen, dass sie zu früh auf des Rätsels Lösung kommen.

Gesamteindruck 
Schon nach wenigen Minuten konnte mich Das Paket begeistern. Genauso stellte ich mir einen guten Psychothriller vor. Es waren einfach alle Elemente vorhanden, die mir bei den letzten Büchern des Autors gefehlt haben.
Gut verwobene Handlungsstränge, tolle Charaktere und viele Thriller Effekte, die aber keinesfalls blutige Bilder enthalten. Ich bin wirklich positiv überrascht, dass mich Das Paket wieder überzeugen konnte.

Der einzige - und das ist wirklich nichts Großes - Kritikpunkt gilt der Sache mit der Produktion: Mit ein Grund warum ich mich für die ungekürzte Version von Audible entschieden habe, war, dass ich hoffte, dass auch das Nachwort auf dem Hörbuch enthalten sei. Passagier 23 beispielsweise habe ich auch über audible erworben inklusive Nachwort. Da Das Paket unter dem Motto 10 Jahre Fitzek veröffentlicht wurde, enthielt das Buch auch eine Hand voll Leserbriefe, die mich natürlich sehr interessierten. Dennoch wollte ich deswegen keine Punkte bei der Bewertung abziehen.

Ich kann Das Paket allen empfehlen, die auf der Suche nach packenden Psychothrillern sind, in denen man sich auf das Wesentliche konzentriert. 

Montag, 20. März 2017

Wo wir auf der #LBM17 zu finden sind...

Bild von Leipziger Buchmesse

Wie bereits angekündigt werden Skyara und ich kommende Woche die Leipziger Buchmesse das erste Mal unsicher machen.
Skyara ist schon ganz hibbelig und freut sich auf ein erneutes Treffen mit Autorin Fanny Bechert und die erste persönliche Begegnung mit Angela Aiden.
Ich bin schon sehr gespannt auf die LBM, da ich bisher viel von der Messe gehört habe. Außerdem freue ich mich auf bekannte Bloggerkollegen und neue Begegnungen.

Nun stellt sich die Frage: Wo könnt ihr uns treffen?


Donnerstag 23.03.17 

Am Donnerstag ist unser Anreisetag. Wenn alles planmäßig läuft, sind wir um 13:30 Uhr in Leipzig. Allerdings müssen wir dann erst einmal zu unserer Ferienwohnung kommen und unser Gepäck abliefern. Deswegen haben wir uns für den Donnerstag nur einen Termin vorgenommen.

Was: Gänsehaut Lesung mit: Litt Leweir, Silke Andrea Schuemmer; Zwischen Alptraum und Alltag. Spannung, Nervenkitzel und Verbrechen
Wann: 16:30 - 17:00 Uhr
Wo: Forum Literatur Halle 5, Stand K600

Ever von Welt in Buchstaben hat uns inspiriert. Kurzfristig ist dieser Termin noch auf unsere Liste gewandert.

Was: Phantastische Literatur mit Alana Falk, Markus Heitz und Kai Meyer
Wann: 19:30 - 22:00 Uhr
Wo: Dchille Theaterhaus, Otto-Schill-Str. 7, 04109 Leipzig


Freitag 24.03.17 

Ich glaube, der Freitag könnte ziemlich genial werden. Warum? Lest selbst!

Was: Pressetermin mit Frau Korte (der Hörverlag) und Frau Arnold (RandomHouse Audio)
Wann: 10:45 - ca. 11:30 Uhr
Wo: Halle 3, Stand D300

Was: Signierstunde mit Fanny Bechert
Wann: 12:00 - 12:30 Uhr
Wo: Halle 2, Stand J312

Was: Wie Self-Publishing Leser, Autoren und Verlage verändert hat. Ein Vortrag von Wolfgang Tischer Betreiber von literaturcafe.de
Wann: 13:30 - 14:00 Uhr
Wo: Halle 5, Stand D430

Was: Literaturagenturen und Self-Publisher: Was Literaturagenturen für Self-Publisher leisten können. Eine Veranstaltung mit Roman Hocke.
Wann: 15:30 - 16:00 Uhr
Wo: Forum autoren@leipzig, Halle 5, Stand D600

Was: Blog'n Talk - Das Bloggertreffen der Verlagsgruppe RandomHouse
Wann: ab 17:00 Uhr
Wo: Halle 3, Stand C101

Und falls es uns noch zeitlich reicht:

Was: Konflikte erkennen und besser managen - Wie geht man als Führungskraft mit Konflikten professionell und effektiv um?
Wann: 17:30 - 18:00 Uhr
Wo: Halle 3, Stand H300


Samstag 25.03.17 

Der Samstag war echt etwas knifflig, weil einige gute Termine zur selben Zeit stattfinden. Aber auch hier sind wir uns recht schnell einig geworden.

Was: Seraph 2017 - Preisverleihung
Wann: 10:30 - 11:00 Uhr
Wo: Halle 2, H410

(Falls wir es am Vortag nicht geschafft haben).
Was: Signierstunde mit Fanny Bechert
Wann: 10:30 - 11:00 Uhr
Wo: Halle 2, Stand J312

Was: Das hat mir keiner gesagt - Teure Fehler beim Selbstverlegen
Wann: 11:00 - 11:30 Uhr
Wo: Halle 5, Stand D600 autoren@leipzig

Was: Hier erscheint was neu erscheint - VLB-TIX für Blogger und Journalisten
Wann: 11:00 - 12:00 Uhr
Wo: Fachforum 1, Halle 5, Stand F600

Was: Der Traum vom eigenen Buch - Wie Selfpublishing funktioniert mit BoD
Wann: 12:00 - 12:30 Uhr
Wo: Halle 5, Stand D300

Was: Hilfe! Ein Verlag will was von mir!
Wann: 13:30 - 14:00 Uhr
Wo: Halle 5, Stand D430

Was: Kampf der Wortgiganten Der Poetry Slam auf der Leipziger Buchmesse. Freut euch auf talentierte Slammer aus ganz Deutschland!
Wann: 14:00 - 15:00 Uhr 
Wo: Halle 5, Stand D600 

Was: Wild Thing - Ein Mix aus Fantasy, Romance und Erotik
Wann: 16:00 - 16:30 Uhr 
Wo: Leseinsel Fantasy, Halle 2, Stand H410 

Was: Lesung und Gespräch mit Sebastian Fitzek, Moderation Wolfgang Tischer
Wann: 17:00 - 17:30 Uhr
Wo: Halle 5, Stand D600, Bühne Forum autoren@leipzig

Was: MDR Kultur Live - Radio Livesendung 
Wann: ganztags
Wo: MDR Glashalle, Stand 17 

Was: Lesung von Autoren des Sternensand Verlags
Wann: 19:30 - 22:00 Uhr
Wo: Studio 3, Friedrich-List-Platz 1, 04103 Leipzig
Sonntag früh fahren wir dann wieder zurück.

Außerdem sind wir an folgenden Ständen zu finden:
Sternensand Verlag: Halle 2, Stand J312 
Gemeinschaftsstand der Hörbuch Verlage: Halle 3, Stand D300 
LYX in der Bastei Lübbe AG, Halle 4, Stand C101 
Papyrus Autoren Club: Halle 5, Stand D501 
LovelyBooks: Halle 5, Stand D410 
GoyaLit: Halle 5, Stand K101 
Bloggerlounge: Halle 5, Stand C600 

Woran ihr uns erkennt? 
Schaut auch die Bilder der FBM Berichte GENAU an... 
Spaß beiseite :-). 
Wie auch in Frankfurt habe ich wieder meinen Blog Rucksack dabei. Außerdem gibt's wahrscheinlich ein paar Schnappschüsse auf Twitter. Wenn ihr uns also erkennt freuen wir uns natürlich, wenn ihr uns ansprecht. 


Und Du? 

Bist du auch in Leipzig zu finden? 
Was sind deine Pläne für die Messe? 

Sonntag, 19. März 2017

5 Dinge Nummer 5 KW 11

Heute ist wieder "5 Dinge"-Sonntag. Und diesmal ohne großes Vorwort...
Was hat es mit der Aktion auf sich? - HIER KLICKEN

1) Ich darf zum Blog'n Talk dem Bloggertreffen der RandomHouse Verlagsgruppe
Auch in Leipzig wird es ein Bloggertreffen der RandomHOuse Verlagsgruppe geben. Wieder einmal wurde ein Anmeldeformular verschickt. An sich hatte ich natürlich großes Interesse an der Veranstaltung, rechnete aber absolut nicht damit, dass der Lostopf ausgerechnet mich ziehen würde. Immerhin gibt es so viele (und auch bekanntere) Blogger. Ich freue mich jedenfalls wahnsinnig und bin sehr gespannt, was ich euch von dem Treffen berichten darf.

2) Ich gelte jetzt offiziell als gesetzlich blind
Warum ich das gesetzlich so hervorhebe? Weil man nicht nur als blind gilt, wenn man gar nichts sieht.
Das ist so witzig, dass ich mich über diesen Grund freue :-). Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich mein Sehrest inklusive Gesichtsfeld etwas verschlechtert. Glücklicherweise reicht es aber weiterhin aus um Bücher zu lesen.
Durch die neue Einstufung bzw. das neue Kürzel in meinem Schwerbehindertenausweis hab ich jetzt Anrecht auf weitere Leistungen, die mir vorher nicht zustanden. Mehr dazu aber bei Interesse in einem separaten Beitrag...

3) Schreibwerkstatt läuft sehr gut
Gestern hatten wir Bergfest bei unserer Schreibwerkstatt. Während das erste Treffen noch gut besucht war, stellte sich beim zweiten Treffen schnell heraus, wem das Angebot wirklich lag. Gerade beim gestrigen Treffen mussten wir etwas improvisieren. Allerdings hat alles sehr gut geklappt, sodass ich langsam das Gefühl habe, gemeinsam mit meinem Kommilitonen eine Schreibgruppe zu leiten.

4) Leipzig ist geplant - Vorfreude ist da
Eigentlich wollte mich Skyara letzte Woche zum Planungsdate besuchen. Dann gab es einen kleineren Autounfall - ihr ist zum Glück nichts passiert und auch das Auto ist bereits wieder repariert - sodass wir das Treffen auf ein Telefondate verschoben haben. Geplant wurde also am Dienstag. Wo wir überall zu finden sind? Diesen Beitrag findet ihr morgen hier auf dem Blog. Und natürlich freuen wir uns viele von euch persönlich kennenzulernen.

5) Am Mittwoch das erste Mal im Hellen von einer Abendveranstaltung heim gelaufen 
Alle zwei Wochen habe ich Mittwochs bis 18:30 Uhr Supervision der Mailberatung, in der ich ehrenamtlich mitarbeite. Da wir schon eine halbe Stunde früher fertig waren, konnten wir das Feld bereits räumen. Glücklicherweise war es ein sehr sonniger Tag, sodass ich noch im Hellen nach Hause gekommen bin. (Im Übrigen war es auch der erste Tag in dem ich "Winterjacken-Frei" feierte). Jedenfalls bekam ich langsam das Gefühl, dass sich der Frühling nähert.

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Wie war eure Woche?
Was habt ihr unternommen?
Was steht kommende Woche bei euch an?


Samstag, 18. März 2017

Ge(h)schaut - Der ESC Vorentscheid - Unser Song 2017

Wie jedes Jahr fand auch 2017 im Februar der Vorentscheid zum diesjährigen Eurovision Song Contest statt. Allerdings fand ich die Sendung ziemlich schlecht beworben. Ich erfuhr mehr zufällig in einem Interview davon und trug mir den Termin natürlich gleich in den Kalender ein. Mir wurde zwar erzählt, dass während eines Fußballspiels darauf aufmerksam gemacht wurde, ich fragte mich aber ernsthaft, ob die Fußballfan Zielgruppe auch wirklich Interesse daran habe, den Eurovision Song Contest zu schauen. Ihr seht: Schon im Vorwort wird's kritisch :-).


Worum geht's? 

Nachdem Deutschland die letzten Jahre das ESC Feld ja eher von hinten aufrollte, hatten die Veranstalter dieses Jahr das Bedürfnis den deutschen Vorentscheid nochmal etwas zu überarbeiten.
Die letzten Jahre traf der NDR meist eine Vorauswahl zwischen der sich die Zuschauer dann entscheiden durften. 2016 sollte eigentlich Xavier Naidoo zum ESC fahren und wir sollten uns nur noch für den Song entscheiden. Nach lauten Protesten wurde das aber gecancelt. Es gab eine Reihe deutscher Musiker, die mit einem gesetzten Lied antraten. In diesem Jahr lief das Ganze etwas anders ab.

Der NDR lud zu einem deutschlandweiten Casting ein und suchte junge, neue Talente. In der Sendung am 9. Februar wurden uns fünf Künstler vorgestellt. Diese sangen erst ein selbst gewähltes Cover. Nach dem überstandenen Auftritt stellten sie sich der Jury, bestehend aus Tim Bendzko, Lena und Florian Silbereisen. Die Jury durfte nur eine Meinung abgeben, hatte aber keine Entscheidungsgewalt. Moderiert wurde die Veranstaltung wie in den Jahren zuvor von Barbara Schöneberger, die wunderbar durch den Abend führte.

Nachdem alle fünf Sänger und Sängerinnen ihr Cover präsentierten, kam es zur ersten Abstimmung. Hier sollten drei Sänger weitergewählt werden. Danach wurde dem Publikum der erste potentielle ESC Song präsentiert, den es in drei Versionen zu hören gab. Danach mussten wir uns wieder von einem Künstler verabschieden und es kam zur zweiten Songvorstellung, die es nun nur noch in zwei Versionen gab.
Zum Schluss mussten sich die Zuschauer sowohl für ihren Kandidaten als auch ihre Songversion entscheiden. Meine Favoriten sowie die Musik findet ihr im Laufe des Beitrages.

Programmchef Thomas Schreiber begründete die Aufmachung der Sendung damit, dass man nur wenige Auftritte brauche, um ein Gefühl für den Künstler zu entwickeln und zu wissen: DER ist es. Daher wurde darauf verzichtet, ein größeres Casting, welches über mehrere Wochen gehen sollte, auszustrahlen.
Damit wir uns dieses Jahr etwas an den europäischen Geschmack anpassen konnten, wurde der deutsche Vorentscheid in die Eurovision-App integriert, sodass auch internationales Publikum zuschauen und seine Meinung abgeben konnte. Jedoch durften die Europäer nicht mitvoten, sondern wie die Jury ausschließlich ein Statement abgeben.


Meine Meinung 

Marketing - Öffentlichkeitsarbeit - Vorab
Die letzten Jahre sah es ESC mäßig wirklich nicht rosig für uns aus. Vor allem nach letztem Jahr an dem der NDR Xavier Naidoo groß ankündigte und seine Entscheidung dann kleinlaut zurücknehmen musste.
Auf was ich eigentlich hinaus will: Ich hatte den Eindruck, dass 2017 nicht wirklich viel Geld, Zeit oder Motivation in Öffentlichkeitsarbeit investiert wurde. Nach den ESC Platzierungen der letzten Jahre kann ich das einerseits verstehen. Es macht ja keinen Spaß Energie in etwas zu stecken, nur um dann die letzten Plätze zu belegen. Dennoch ging mir diese Sendung etwas zu schnell. Ich bekam kein wirkliches Gefühl für die Künstler. Ich hätte mir gewünscht, dass man entweder mehr Kandidaten zur Auswahl hat (mehr dazu weiter unten) oder die einzelnen Finalisten in Videos oder Vorabsendungen vorgestellt bekommt. Zum einen hätte man so Werbung für den Vorentscheid machen können. Zum anderen hätte das Publikum so die Möglichkeit gehabt, den Künstler besser kennenzulernen und sich so leichter entscheiden zu können, wer Deutschland denn in Europa vertreten solle.
Aber im Grunde habe ich die naive Vorstellung, dass es nicht nur darum geht, einen Künstler zu finden, der einen Abend füllt, sondern ein nachhaltiges Produkt aufzubauen.

Das Konzept der Sendung 
Das Konzept der Sendung, dass die Zuschauer den Künstler und den Song getrennt voneinander wählten, gefiel mir wirklich gut. Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich mich zwar gefreut, dass wir von Jamie-Lee vertreten wurden. Jedoch fand ich Ghost als Lied denkbar ungeeignet. Ich erhoffte mir von dem diesjährigen Vorentscheid eine breitere Auswahl an Künstlern und Liedern.
Dennoch war ich etwas enttäuscht, als man uns nur fünf Künstler präsentierte.

Raab Feeling 
Nicht nur der Titel der Sendung - Unser Song - erinnert an Raabs Konzept. Lena bestätigte, das fast dieselbe Band an dem Abend anwesend war, wie damals bei ihrem Sieg 2010. Auch das Intro und das Outtro erinnerten sehr an Stefan Raab. Als Barbara Schöneberger dann noch einen Künstler ankündigte, hielt ich kurz den Atem an und dachte: Aaaah, jetzt kommt er. Und dann war es "nur" der Schweighöfer. Ach, Mann! :-)

Die Auswahl der Musiker 
Den Anfang machte Helene Nissen, die einen Hit von Johnny Cash performte (Musik siehe unten). Während sie meinen Mitschauern sofort gefiel, konnte mich das Cover nicht wirklich überzeugen. Mir war es etwas zu viel Enthusiasmus. Aber ich fand die Tatsache lustig, dass Florian Silbereisen eine Helene bewerten darf :-).

Yosefin Buohler war die zweite Kandidatin des Abends. Sie rückte in das Finale nach, da ein anderer Kandidat das Feld räumte. Dies erfuhr ich zum einen durch die Videotext Recherchen meines Mitschauers, sowie meine Recherchen für diesen Beitrag. In der Sendung wurde das nicht hervorgehoben. Die Sängerin, welche im Ausland lebt, sang Love on Top von Beyonce und auch das konnte mich nicht überzeugen. Ich saß da und fragte mich verzweifelt, was da wohl noch kommen mag. Yosefin sang keinesfalls schlecht. Jedoch wartete ich gerade bei einem Hit von Beyonce auf den Gas-geben Effekt, der bei ihr leider nicht kam. Allerdings blieb ihr wahrscheinlich auch nicht viel Zeit, sich auf die Sendung vorzubereiten.
Dann betrat Felicia Lu Kürbiß die Bühne. Sie war die erste Kandidatin, die eine Stimme mit Wiedererkennungswert mitbrachte. Ihr Einstieg in Robyns Hit Dancing on my own war sehr stark. Jedoch fehlte ihrer Stimme die Kraft und ich vermutete, dass es stark von dem Song abhinge, ob sie international bestehen könne. Vorerst hatte ich meine Favoritin des Abends gefunden. 
Und dann kam Axel Feige und brachte Festival Feeling in mein Wohnzimmer. Ich wollte diesen Künstler unbedingt live sehen und brannte geradezu darauf, mehr Musik von ihm zu hören. Zum Schluss kam dann Levina. Als ich hörte, dass sie When we were young von Adele zum Besten geben wollte, dachte ich, dass es ein spannender Auftritt werden könnte. Innerhalb weniger Sekunden hatte sie nicht nur das Publikum im Saal, sondern auch mich begeistert. 

Die Lieder 
Während ich oben das Konzept der Sendung noch lobte, merkte ich schnell, wie schwierig es werden könne. Dem Publikum wurden zwei Songs in verschiedenen Versionen präsentiert. Zum einen Wildfire den unter anderem Marit Larsen mitgeschrieben hat. Dieses Lied sagte mir vom Refrain her eher zu. 
Während Helenes Version für eine lebendige Stimmung sorgte, wirkten Axel und Levina auf der Bühne eher etwas verloren oder desinteressiert. Gerade Levinas Version langweilte mich etwas, war jedoch gut gesungen. 
Helene reichte hingegen stimmlich nicht an Axel oder Levina heran. Dennoch stellte sich die Frage: Performing oder guter Gesang? Ich war eindeutig für letzteres. Das Publikum wohl auch und sorgte dafür, dass uns Axel und Levina Perfect Life geschrieben von den Autoren Lindsey Ray, Lindy Robbins und Dave Basset präsentierten. 
Was soll ich sagen? Perfect Life war langweilig. Eine 0815 Nummer und ich ärgerte mich, dass wir uns wieder einmal zwischen Pest und Cholera entscheiden mussten. Allerdings schließe ich auch hier nicht aus, dass es vielleicht davon abhinge, wie oft ich das Lied höre. Vielleicht wird es bis zum ESC so oft gespielt, dass ich bis Mai ganz gut damit leben kann. 

Die Nummer mit Europa 
Nach den Auftritten blendete man immer wieder eine Europa Karte ein und versuchte uns klarzumachen, dass diese die Meinung Europas wiederspiegelte. Ein Mitleser dieses Blogs bemerkte scherzhaft, dass man die Länder Europas wohl unter der ARD Redaktion aufgeteilt habe. 
Spaß beiseite: An sich war das eine nette Idee. Ich denke mir aber, dass es überhaupt nichts über unseren Beitrag bzw. das Endvoting im Mai aussagt. Ich schicke lieber einen Künstler ins Rennen hinter dem ich stehe, als vorab die anderen Teilnehmer nach ihrer Meinung zu fragen. Selbst wenn ich dann den letzten Platz mache, kann ich sagen: Hey, den Künstler und oder das Lied finde ich genial. Wenn andere Menschen anderer Meinung sind, ist es schade, aber ich kann zu meiner Entscheidung stehen. 
Die zweite Option bestünde darin, dass ich mich nach den anderen Teilnehmern richte, im Wettbewerb dann aber doch keiner für mich abstimmt. Dann habe ich doppelt gelitten: Zum einen weil ich mit einem Künstler angetreten bin, von dem ich ausginge, dass man ihn sehen wolle. Und zum anderen, weil ich trotzdem schlecht abgeschnitten habe. 

Unsere Entscheidung - Levina 
Ich bin wahnsinnig froh, dass Levina den Vorentscheid gewonnen hat, da sie mit Axel zu den besten Kandidaten des Abends gehörte. Das Lied gefällt mir leider nicht wirklich. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es ihr mehr lag, als Wildfire und sie sich mehr damit identifizieren konnte. 


Die Lieder - jetzt geht's an die Musik 

Damit ihr jetzt endlich den musikalischen Eindruck bekommt, stelle ich euch hier mal die Lieder vor. 



Axel Feige - You know my Name von Chris Cornell 
Leider handelt es sich hierbei nicht um den Liveauftritt, der noch etwas rockiger daher kam. Dennoch könnt ihr hier vielleicht erahnen, was ich mit Festival Feeling meine. Übrigens hat Axel mit seiner Band kürzlich sein Album veröffentlicht. 



Helene Nissen - Folsom Prison Blues von Johnny Cash 
Ich kenne das Original nicht, dennoch war es mir hier schon zu viel Volumen. Jedoch meinten meine Mitschauer, dass Helenes Art mitreiße und sie international wohl noch am ehesten Chancen hätte. 



Levina - When we were young von Adele 
Auch Levina konnte mich in der Livesendung noch viel mehr begeistern als in diesem Video. Hier träumte ich ebenfalls gleich von einem Album und hoffe, dass bis Mai noch eins mit ihr erarbeitet wird. 

Leider sind die Wildfire Versionen von Axel und Helen mittlerweile offline gestellt. Daher kann ich euch hier nur Levinas Version präsentieren.



Levina - Wildfire 
Auf mich wirkte das Lied etwas traurig, 
obwohl mir der Refrain doch besser gefiel, als Perfect Life



Levina - Perfect Life 
Den Anfang des Liedes finde ich stark. 
Allerdings fehlt mir hier die Steigerung. 
Dennoch bin ich gespannt, wie sie im Finale im Mai abschneidet. 



Mein Fazit 

2017 gab der NDR zwar ein interessantes Konzept vor, dennoch hatte ich das Gefühl, das den Veranstaltern stellenweise die Luft ausging. Für den Vorentscheid im nächsten Jahr wünsche ich mir, dass die Vorauswahl der Künstler etwas interaktiver gestaltet wird. Das könnte zum einen durch das Einbinden von Social Media Kanälen oder auch Portalen wie YouTube passieren. Zudem würde ich da die Radiosender der ARD miteinbinden und vielleicht ein ähnliches Verfahren wie bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest entwickeln. Ihr seht: Ich werde kreativ. Auch die Twitter Gemeinde wünschte sich am 9. Februar den Raabinator zurück. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch mit Raab hinter den Kulissen funktioniert, wenn sich der NDR für Neues öffnet. 


Freitag, 17. März 2017

Jetzt, Baby

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Jetzt, Baby (auch als Buch erhältlich)
Autor: Julia Engelmann
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Poetry Slam Fans, Julia Engelmann Fans,
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecherin: Julia Engelmann
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Lass uns das Leben leben!
So zauberhaft und schwungvoll wie ein bunter Konfettiregen


Sie findet Worte für das Lebensgefühl einer ganzen Generation: Julia Engelmann. Ihr Text One Day wurde ein sensationeller Poetry-Slam-Erfolg im Internet, ihre Tourabende sind ausverkauft, ihr Sound und ihre Sprache sind so einzigartig wie berühmt. In diesen neuen Texten geht es darum, wie wir unser Glück in die Hand nehmen, Träume wahr machen und uns dabei selbst treu bleiben. So berührend wie ehrlich slamt Julia im Studio, mal stimmen ihre Worte nachdenklich, mal reißen sie den Hörer einfach mit: Lass uns Glücksmomente feiern, im bunten Konfettiregen tanzen und das Leben leben – jetzt, Baby!" 


Meine Meinung 

Jedes Mal wenn ich ein Hörbuch von Julia Engelmann beendet habe, frage ich mich, wie ich das jetzt rezensieren soll. Es ist kein klassisches Buch, erzählt aber dennoch eine Geschichte. Eine Geschichte, die man eigentlich selbst hören muss, um sie ganz erfassen zu können. Aber beginnen wir von vorn...

Wie immer liest Julia Engelmann ihre Texte selbst. Ich mag ihre vielfältige Art der Interpretation. Manchmal glaube ich, sie sitzt mir gegenüber und ist auf der Suche nach den richtigen Worten. Dann nimmt sie mich wieder mit auf eine Karussellfahrt. Wir beginnen mit der Umrundung, drehen uns immer schneller und schneller, bis wir schließlich wieder am Anfang ankommen aber trotzdem mehr wissen, als zu Beginn.

In Jetzt, Baby bekommen wir wieder eine Vielzahl unterschiedlicher Texte geboten. In manchen Texten wie beispielsweise in Fiktive Romanze spricht sie das Gegenüber direkt an. Man weiß genau, wie sie sich als Erzählerin fühlt, kann sich den Angesprochenen aber auch bildhaft vorstellen.

Dann gibt es aber auch die nachdenklichen Texte, in denen sie auf sprachliche Bilder zurückgreift. Wie in der Ballade vom König. Sie berichtet von Einsamkeit, dem Wohlfühlen im leeren Schloss aber auch dem Wunsch nach Gesellschaft und der Freiheit. Während es in manchen Texten die Anrede des Gegenübers braucht, wird hier die Problematik allein durch das sprachliche Bild, das Ausschmücken der Situation, überdeutlich. Das sorgt wiederum bei mir dafür, dass ich mich in Julia Engelmanns Texten wiederfinde. Selten schreibe ich mir so viele Zitate heraus :-).

Im Übrigen hat sie für Jetzt, Baby ihre erste Ouvertüre komponiert. Da ich leider rein gar nichts von Musik verstehe, kann ich überhaupt nicht beurteilen, wie viel Arbeit dahinter steckt. Allerdings wären ein paar musikalische Kompositionen zwischen den Texten vielleicht nicht schlecht gewesen. So wäre ich etwas zur Ruhe gekommen und hätte die Texte auf mich wirken lassen können.

Obwohl Julia Engelmann ja keine klassischen Romane schreibt, in denen es darum geht Handlungsstränge aufzubauen, zu verstricken nur um sie am Schluss wieder auflösen zu können, habe ich dennoch das Gefühl, dass sie auch hier wieder eine Geschichte erzählt. Zu Beginn begeben wir uns auf eine Reise und am Ende jeden Hörbuchs kommt sie nochmal auf den Anfang zurück und uns wird die Route unseres Trips klar. Diese Kunst, eine Geschichte ohne Charaktere, sondern ausschließlich anhand von Texten zu erzählen, finde ich genial.


Meine Zitate Sammlung 

"Beinahe zufällig jetzt endlich, falle ich mir wieder ein."
(Mein Kosmos, Julia Engelmann)

"Habe ich mein Zuhause in mir selber grad erkannt."
(Mein Kosmos, Julia Engelmann)

"Wenn jeder auf sich aufpasst, ist für jeden einer da."
(Meine Stimme, Julia Engelmann)

"So ist es relativ fantastisch, das ich Einfluss auf mich hab."
(Meine Stimme, Julia Engelmann)

„Erkenne dich selbst aka mach ein Selfie.“
(Selfie von Julia Engelmann)

„Ich sage das ich glücklich bin. Das ist halt mein Gesicht.“
(Angst vor Gefühlen – Julia Engelmann)

„Ich bring das Internet zum Nachbarn. Zur Pflege denn ich brauch es nicht.“
(Um drei am Eck, Julia Engelmann)

„Wie Barbie und Ken. Nur besser nicht aus Plastik.“
(Um drei am Eck Julia Engelmann)

„Niemand kann hinein. Und ich kann niemals raus.“
(Die Ballade vom König Julia Engelmann)

„Du musst nicht in jeden Abgrund springen, um Tiefgang zu haben.“
(Für meinen Bruder, Julia Engelmann)

„Ich bin zwar noch wie früher. Ich mache nur andere Sachen.“
(Erwachsen sein von Julia Engelmann)

„Ich war wirklich eins mit mir. Und dann beim nach Hause geh’n, stand ich unverhofft vor dir.“
(Fiktive Romanze, Julia Engelmann)

„Ich hatte schon fast vergessen, dass du immer noch hier lebst. Kann ja keiner damit rechnen, dass du plötzlich vor mir stehst.“
(Fiktive Romanze, Julia Engelmann)

„Du denkst, wir haben nur kurz gequatscht? Falsch du hast dabei ganz lässig, meine Ruh kaputt gemacht.“
(Fiktive Romanze, Julia Engelmann)


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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Mittwoch, 15. März 2017

Sehen wir uns morgen?

Bild von Argon Verlag
Steckbrief 

Name: Sehen wir uns morgen? (Auch als Buch erhältlich)
Autor: Alice Kuipera
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Bücher in Briefform lesen oder sich für traurige Geschichten interessieren
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Josefine Preuß und Anna Stieblich
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Argon Verlag

"Claire und ihre Mutter verpassen sich ständig. Dann hinterlassen sie sich Nachrichten an der Kühlschranktür – mit Einkaufslisten, Verabredungen, kleinen Geschichten aus ihrem Leben. Bis die Mutter eines Tages eine Entdeckung macht, nach der nichts mehr ist wie zuvor. Und Mutter und Tochter auf den kleinen Zetteln so viel mehr unterbringen müssen als bisher ..."


Meine Meinung 

Gestaltung 
Mit ein Grund, warum ich zu Sehen wir uns morgen? gegriffen habe, war die Auswahl der Sprecherinnen: 
Josefine Preuß ist nicht nur eine bekannte Schauspielerin, sondern auch in einigen Hörbuch Produktionen wie beispielsweise der Edelstein-Trilogie zu finden. 
Anna Stieblich kam mir auch irgendwie bekannt vor. Allerdings konnte ich sie nicht auf Anhieb zuordnen. 
Beide Frauen haben die Geschichte von Claire und ihrer Mutter sehr gut dargestellt. Während Josefine Preuß in die Rolle der pubertierenden Tochter schlüpft, transportiert Anna Stieblich die Ängste und Wünsche der Mutter gekonnt. Zudem haben die beiden Stimmen gut miteinander harmoniert, sodass beide Erzählperspektiven gut zueinander passten. 
Die einzelnen Kapitel wurden durch ein kurzes Musikstück eingeleitet, was aufgrund der Geschichte ein ebenfalls schönes Stilmittel ist. 

Da der Klappentext ja auch Teil der Gestaltung ist, möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich es sehr schön finde, dass es sich hierbei um einen spoilerfreien Text handelt. Natürlich erfährt der Leser schnell, um was es sich bei der Entdeckung handelt. Jedoch hätte ich wahrscheinlich nicht zu dem Buch gegriffen, wenn ich es vorab gewusst hätte. 

Inhalt / Spannung 
Die Geschichte von Claire und ihrer Mutter wird in knapp einer Stunde erzählt. Zu Beginn geht es um alltägliche Situationen: Claires Mutter arbeitet als Ärztin und ist daher froh, wenn ihre Tochter im Haushalt mithilft, einkaufen geht oder kocht. Claire ist hin und her gerissen. Einerseits ist sie froh selbstständig sein zu können, andererseits wünscht sie sich manchmal auch ein bisschen mehr Kind sein zu dürfen und nicht das Gefühl zu haben für ihre Mutter sorgen zu müssen. Während es zu Beginn der Geschichte noch um belanglose fast alltägliche Situationen geht, wird das Leben der beiden durch die Entdeckung auf den Kopf gestellt. 

Der Spannungsbogen der Geschichte hat mich jetzt nicht ganz überzeugt, da einfach absehbar war in welche Richtung sich der Inhalt entwickeln wird. Während die Handlung zu Beginn langsam aufgebaut wurde, steuerte mir die Geschichte zu sehr auf den Höhepunkt zu bzw. kam das Ende für mich etwas abrupt. Hier hätte ich mir einen abgerundeten Schluss gewünscht. 

Schreibstil 
Schon im Klappentext wird angedeutet, dass sich Mutter und Tochter Zettel schreiben. Allerdings bin ich davon ausgegangen, dass die Zettel ein Teil der Geschichte, aber nicht Grundlage des Schreibstils sind. Die Idee hat mir aber sehr gut gefallen. Toll war auch, dass so die beiden Charaktere - Claire und ihre Mutter - gut dargestellt werden konnten, weil beide unterschiedliche Sichtweisen auf ihr Leben und ihren Alltag haben. Die Kommunikation fand zwar häufig über die Zettel statt, dennoch haben sich beide auf zuletzt geführte persönliche Gespräche bezogen, was auch gezeigt hat, dass es sehr wohl Momente gibt, in denen sich Mutter und Tochter auch persönlich begegnen. 

Gesamteindruck 
Das Tolle an Sehen wir uns morgen? ist, dass der Klappentext sehr offen gehalten ist und somit überhaupt nicht verrät, um was es in der Geschichte eigentlich geht. Ich habe während des Hörens festgestellt, dass ich inhaltlich einen verdammt guten Riecher hatte, weil das Hörbuch momentan ganz gut gepasst hat und ich etwas schmunzeln musste, dass der Zufall dafür sorgte, dass ich zu Sehen wir uns morgen? gegriffen habe. 

Ich habe mich gefragt, ob ich etwas anderes von dem Roman erwartet habe. Diese Frage kann ich nicht ganz klar beantworten, da die Entdeckung ja quasi alles sein könnte und die Auflösung in dem Hörbuch schlüssig war, bzw. genug Konfliktpotential geboten hat. 
Dennoch kam mir, wie oben schon erwähnt, das Ende etwas zu schnell. 

Zu guter letzt stellt sich die Frage: WEm kann ich das Buch empfehlen? Ich würde sagen, Menschen, die sich für tiefgründige Geschichten interessieren und kein Problem damit haben, in einen anderen Schreibstil einzutauchen. 

Sonntag, 12. März 2017

5 Dinge Nummer 4 KW 10

Ein sonntägliches Hallo in die Runde,
ich hoffe, ihr hattet eine einigermaßen gute und nicht allzu stressige Woche. Obwohl ich erst gestern Abend von meinem Kurztrip zurückgekommen bin, darf natürlich der heutige "5 Dinge"-Post nicht fehlen...


1) Grafikerin und emion in Berlin eingesammelt
Am Dienstag hieß es für meinen Vater und mich: Ab nach Berlin! emion und die Grafikerin wollten eingesammelt werden. Außerdem stand ein Besuch bei der Verwandtschaft an. Leider mit etwas traurigem Touch - mehr dazu vielleicht im Monatsrückblick -. Aber es war toll die Grafikerin nach fast einem Monat Abwesenheit wiederzusehen und zu wissen, dass sie mit nach Hause fahren wird.
Natürlich war es auch ein echt cooles und auch irgendwie komisches Gefühl mit emion bei der Berliner Verwandtschaft zu sein.

2) Die Guys gesehen und festgestellt, wie viel sich in einem halben Jahr verändern kann
Ja, ja nach und nach werdet ihr wohl echt in die "Familienfachsprache" eingeweiht. In Berlin warteten auch drei Cousinen und zwei Cousins auf mich, wobei einer schon erwachsen ist. Es war faszinierend zu sehen, wie sich die Kinder entwickelt haben. Das letzte Mal hab ich sie vor ungefähr einem halben Jahr gesehen und seither hat sich wirklich viel getan.

3) einen tollen Trip im Wachsfiguren Kabinett mit emion gehabt
Eigentlich ist emion nach Berlin gefahren um die Grafikerin mit den Guys zu unterstützen. Vier Kinder können einen ziemlich auf Trab halten. Allerdings hat sie am Donnerstag quasi frei bekommen und wir - emion, mein Bruder, mein Vater und ich - konnten Berlin etwas unsicher machen. Schließlich sind wir bei Madame Tussauds gelandet und haben eine Menge lustiger Bilder gemacht. Vielleicht gibt es hier von noch ein paar Eindrücke... :-).

4) einen absolut genialen Schreibwerkstatt Projekt Auftakt gehabt
Am Montag hatten mein Kommilitone und ich den Auftakt unserer Schreibwerkstatt. Beinahe wäre ich zu spät gekommen weil es einen Unfall in der Stadt gegeben hat und ich erstmal austüfteln musste, wie ich mein Ziel schnellstmöglich erreiche. Glücklicherweise hat mit meiner Anfahrt dann alles gut geklappt. Am Ende des Termins stellten wir fest, dass alles verdammt gut funktioniert hat. Wir hatten genug Übungen vorbereitet und mit der Anleitung lief auch alles glatt.
Es waren nicht nur erstaunlich viele Teilnehmer erschienen, sondern es kamen auch wirklich schöne Texte zum Vorschein.

5) Tim Oliver Schultz liked meine Tweets 
Ja, das ist jetzt wahrscheinlich so ein "Unnützes Wissen"-Beitrag. Aber als ich die Tage etwas via Twitter über den Film "Systemfehler - Wenn Inge tanzt" von mir gab, war ich schon etwas erstaunt, als er einen Tweet von mir geliked hat. Ich denke mir immer, Künstler - egal ob Autoren, Schauspieler oder Musiker - haben ja genug mit ihrer Kunst zu tun. Dass sie da noch Zeit und Lust finden, die Social Media Kanäle nach ihren Werken zu durchstöbern und dann nebenbei noch auf meine Beiträge stoßen, finde ich irgendwie schon ziemlich cool.


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Ge(h)fragt - Ypsilon (YouTuberin)

Über Ypsilon 

Vor einer Weile bin ich zufällig über Ypsilons YouTube Kanal gestolpert und konnte meinen Ohren kaum trauen. Irgendwie kam sie mir verdächtig bekannt vor. Und tatsächlich: Die Wahlkölnerin gehörte zu meinem Abijahrgang. Dieses Erlebnis fällt wohl wieder unter die Kategorie: So klein ist die Welt!

Auf ihrem YouTube Kanal berichtet sie über ihr Leben mit Sehbehinderung, stellt sich euren Fragen und hat es sich zur Aufgabe gemacht Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen und gerade über die Themen Blindheit und Sehbehinderung aufzuklären. 
Neugierig? Dann lest das Interview... 

Ypsilon bei
... YouTube 
... Facebook 


GE(H)FRAGT - Ypsilon 

Vorstellung des YouTube Kanals

Ypsilon, Du bist YouTuberin. Stell dich meinen Lesern doch mal vor.

Sehr gerne doch! Hey ihr Lieben, erstmal freue ich mich sehr, dass ihr euch für dieses Interview interessiert! ;) Auf YouTube findet ihr mich unter dem Namen „Ypsilon“. Ich bin 22 Jahre alt und studiere in Köln, meiner Wahlheimat. Interessant zu wissen ist denke ich noch, dass ich die Besonderheit einer hochgradigen Sehbehinderung mitbringe, was ich auf meinem Kanal zum Thema gemacht habe und auch immer noch sehr gerne wöchentlich tue!


In welchen Bereichen bist du auf YouTube zu finden?

Wie gerade schon angeschnitten, befasst sich mein Kanal mit der Thematik der Sehbehinderung. Der Slogan dabei lautet „Alles rund um den Alltag mit Sehbehinderung“. Dabei sind die Grenzen zwischen Blindheit und Sehbehinderung teilweise fließend, weshalb manches Video etwa den Titel „Blind fliegen“ ziert. Wenn ihr also in der YouTube-Suche die Schlagwörter „Sehbehinderung“, „Blindheit“ oder „Seheinschränkung“ (diese Bezeichnung präferiere ich grundsätzlich) eingebt, solltet ihr früher oder später auf eines meiner bald 40 Videos stoßen. Die Art der Videos variiert dabei sehr, sowohl von der Dauer als auch dem Inhalt. Die Länge reicht dabei von circa 3 bis hin zu knapp 15 Minuten, je nach Thema und Umfang. Ich greife dabei Dinge auf, die mich entweder persönlich sehr beschäftigen, beeindrucken, die ich immer schon mal loswerden wollte oder die ich einfach mit meiner grandiosen Community teilen möchte. Manches verpacke ich gern in humorvollen Varianten, gerade Themen, die eine grundsätzliche Schwere besitzen. Humor lockert das Ganze dabei doch auf eine sehr positive Art und Weise auf, so sind auch die an mich herangetragenen Rückmeldungen. Um mal ein Beispiel zu nennen fällt mir in diesem Kontext insbesondere meine Playlist „Arten von …“ ein, hinter der sich mein persönliches Verständnis und auch meine Interpretation von Vorurteilen verbergen, wie etwa Reaktionen auf Sehbehinderung und Blindenstock. Sehr gerne rege ich auch „einfach nur“ zum Nachdenken an und hoffe, meine ZuschauerInnen mit dem ein oder anderen Gedanken zu fassen und zu inspirieren (z.B. im Video „Wie wolltest du behandelt werden“). Absolut wichtig ist es mir dabei, nicht nur zu quatschen, sondern genauso Inhalt und Informationen weiterzureichen. Und in manchen Videos rege ich mich auch einfach nur auf :D (wie z.B. in „Ich bin hilflos?!“). Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Videos, in denen ich Geräusche zum Inhalt mache, die von denjenigen vor dem Bildschirm erraten werden können. Das baue ich hin und wieder mit ein, um ein Stück weit zu sensibilisieren und auch zu zeigen, dass man durchaus auch mit den Ohren sehen kann (siehe Video „Aus den Augen, aus dem Sinn?“, „Hear My Morning“). 

In wiederum anderen Videos mache ich Alltagssituationen zum Thema; ich zeige wie ich mich blind schminke oder koche. Dabei fordere ich auch sehr gerne meine Freundin Dilara heraus, die ganz tapfer in den Go-Blind-Challenges mitmacht! („Geld fühlen"„Go-Blind-Challenge Halloween“)


Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen?

Hach, du bist lustigerweise die Erste, die mich das in einem Interview fragt! Es ist eine ganz witzige Geschichte, zum Teil etwas verworren. Also wenn ich mich für die kurze Variante entscheide, dann steckt für mich hinter dem Buchstaben Y, den ich nun als Namen aber ganz ausschreibe, die sogenannte „Generation Y“. Why als Warum aus dem Englischen, wir werden nicht zuletzt als diese Generation bezeichnet, weil vieles hinterfragt wird. Und dieses Warum ist etwas, was mir tagtäglich in Bezug auf meine Sehbehinderung von meinen Mitmenschen in vielerlei Hinsicht begegnet und mich ebenso selbst als Fragende durch den Tag begleitet. All diese „Warum’s“ möchte ich im Rahmen meines Kanals gerne bestmöglich und weitreichend aufgreifen.


Wieso hast du dich für das Thema „Sehbehinderung“ entschieden?

Redebedarf, Schockierung, Wut, Amüsement und Kontaktfreudigkeit. Ich könnte sicherlich noch weitere Attribute auflisten, die sich – vermute ich – auch konkret in meinen Videos wiederspiegeln. Es waren letztendlich immer und immer wieder dieselben gestellten Fragen, die mir Tag ein, Tag aus über den Weg laufen. Irgendwann hatte ich mal die naive Fantasie, beim gefühlt 2.000 Mal „Wohnst du denn alleine?“ einfach auf ein Video von mir verweisen zu können. :D Inzwischen ist diese Fantasie fast schon zu einer Realität entsprossen, wobei ich niemandem meinen Kanal aufs Auge drücke. ;) Ich sehe einen RIESIGEN Aufklärungsbedarf im Bereich der Behinderung und viel zu wenig Selbstverständlichkeit. Vorurteile und Stereotype begegnen einem jeden Betroffenen in einer hohen Regelmäßigkeit, was ich für unsere heutige, als so modern und fortgeschritten bezeichnete, Ära wirklich fatal finde. Ich finde nicht, dass dafür andere Themen in den Hintergrund gerückt werden sollen, aber dass im 21. Jahrhundert doch bitte nicht erst die Behinderung und dann der Mensch gesehen wird. Warum ich MICH nun dafür entschieden habe, dieses Thema auf YouTube aufzugreifen ist, dass mich die folgende Frage nicht mehr in Ruhe gelassen hat: wenn nicht wir selbst als Betroffene aufklären, wer denn dann?!


Wie organisierst du deinen YouTube Kanal? Vom Video drehen bis hin zum Video schneiden? Gibt es da irgendwelche Hilfsmittel?

Das ist eigentlich gar nicht so spektakulär, wie man es sich vielleicht vorstellen mag. Wichtig ist mir bei all meinen Videos, dass ich sie authentisch und eigenständig gestalte. Das bedeutet, dass ich selbst die Ideen entwickle, filme und schneide. Wobei ich ab und an auch meine lieben Freunde als Kamerafrau- oder Mann umfunktioniere. ;) Manchmal entstehen durch deren Kreativität dann sogar noch viel schönere oder einfach andere Ideen! Zurzeit habe ich noch kein professionelles Equipment, ich mache das alles mit iPad oder iPhone. Der Grund dafür ist, dass ich auf das Apple-Filmbearbeitungsprogramm iMovie angewiesen bin, dass ich mit den Hilfsmitteln Zoom und VoiceOver auf meinem Smartphone und Tablet prima bedienen kann. Insgeheim wünsche ich mir aber eine „richtige“ Kamera! ;) Dafür muss ich nur erstmal ein sehbehindertentaugliches Schnittprogramm auftreiben – gar nicht so einfach, sag ich euch!


Gibt es in Köln auch YouTuber Treffen bzw. warst du schon mal bei einem dabei?

Die gibt es auf jeden Fall! Bisher allerdings ohne mich. :D Inzwischen habe ich Kontakt zu anderen YouTubern, aus Köln ist da bislang allerdings noch niemand dabei. Auf einem typischen YouTuber-Treffen war ich bislang nicht, das liegt sicher auch an der bisherigen Größe meines Kanals. Ihr könnt euch aber auf jeden Fall schon jetzt auf bevorstehende Kooperationen mit einzelnen YouTubern freuen!


Schaust du selbst YouTube Videos? Welche Kanäle kannst du empfehlen?

Ja, super gerne! Über andere Kanäle kam ich erst nach und nach auf die Idee, mich dieser Plattform selbst zu widmen. Ich bin ein Fan von sehr vielen verschiedenen Kanälen. 
Der erste Kanal, den ich für mich entdecken konnte und auf dem ich bis heute jedes Video gesehen habe, ist der von Nela Lee. Ich finde sie und ihre Videos einfach grandios, das macht total Spaß!! 
Abends oder auch mal am Tag nutze ich YouTube gerne einfach als Auszeit und bin auch sehr gerne auf Kanälen unterwegs, auf denen es nicht um Weltbewegendes geht, wie etwa DailyMandT
Auch Lifestyle fesselt mich hin und wieder, vor allem Niomi Smart und was das Kochen angeht schaue ich auch gerne bei yummtamtam vorbei. Wo ihr auf jeden Fall mal vorbeischauen solltet, ist Molly Burke – sie kommt aus Kanada und erzählt von ihrem Leben mit ihrer Erblindung, sehr inspirierend und offen! 


Leben im Internat 

Du hast früher die blista, ein Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte, in Marburg besucht und im Internat gewohnt. Wie war diese Zeit für dich?

Genau. Ich finde, dass die blista einem sehr viele Möglichkeiten bietet und Türen öffnet, die man ohne ihr Angebot womöglich gar nicht erst gefunden hätte. Wie ich meine Internatszeit konkret erlebt habe, beschreibe ich recht ausführlich in meinem Video „Mein Leben auf dem Internat“. Da jetzt nochmal komplett auszuholen würde sicher diesen Rahmen sprengen. Vielleicht daher nur noch kurz zu einem kritischen Punkt: zu meiner Schulzeit habe ich die blista als sehr abgeschottet und abgeschnitten von der Sehendenwelt erlebt. Marburg lebt mit seiner Ausrichtung auf blinde und sehbehinderte Personen vorbildhaft vor, wovon andere Städte sich mehrere Scheiben abschneiden können. Nur leider gibt es eben in fast allen anderen Städten Barrieren. Und diese sind umso schwerer individuell zu überwinden, wenn man zuvor von Marburg und der blista „verwöhnt“ wurde. Damit kritisiere ich keineswegs die Angebote, die sind wirklich super! Allerdings scheint mir auch dort die Inklusion noch nicht wirklich angekommen zu sein…


Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es ziemlich schwierig ist, den Kontakt zu Freunden in ganz Deutschland zu halten. Wie geht es dir damit?

Ich muss sagen, dass ich das gerade seit meiner Studienzeit gar nicht mehr als richtiges „Problem“ empfinde. Wir besuchen uns gegenseitig sehr viel und die Kontakte, die wirklich Hand und Fuß haben, die bleiben auch bestehen! (: Und irgendwo ist es ja auch schön, überall jemanden zu kennen. Gott sei Dank leben wir ja in einem technologischen Zeitalter mit WhatsApp, Skype und Telefon, wodurch wir alle, wann auch immer wir uns vermissen, Kontakt zueinander haben können!


Studium und Leben in Köln 

Mittlerweile studierst du in Köln. Wie war es für dich von einer vergleichsweise blinden-, und sehbehindertenfreundlichen Stadt, wie Marburg, in eine unbekannte Umgebung zu gehen?

Das war, was ich unbedingt wollte! Ich war lange auf einer (damals noch) integrativen Schule und für mich war es eher neu, mit ebenfalls Sehbehinderten oder Blinden auf eine Schule zu gehen und in dieser Hinsicht absolut keine Ausnahme mehr zu sein. Das habe ich sehr genossen, allerdings auch schnell festgestellt, dass mir der Umgang mit Sehenden genauso wichtig ist, wie mit seheingeschränkten Personen. Grundsätzlich bin ich jemand, der gern sein eigenes Ding macht und Hürden gerne als Herausforderung nimmt. Die begegnen mir im Studium zu Genüge, es ist aber ein umso schöneres Gefühl, wenn sie überwunden hinter mir liegen!


Wie hast du dich am Anfang organisiert?

Organisation war mein Wort des ersten Semesters! Nicht nur, dass mich die ganzen neuen organisatorischen Bedingungen der Uni zunächst überfordert haben, wie alle anderen Studierenden auch. Zudem kam, dass ich in eine für mich wildfremde Stadt gezogen bin, in der ich vom Einkaufen, über das Wegelernen bis hin zur Materialbeschaffung und Absprache mit den Dozierenden ALLES organisieren musste. Zum Glück organisiere ich sehr gerne, ansonsten wäre das sicherlich ordentlich schief gegangen. ;) Alles musste nach und nach erstmal zur Routine werden – und das kostet Zeit! Viel Zeit! Ich musste sehr vielen Personen hinterherrennen, habe aber auch mindestens genauso oft Verständnis und Hilfsbereitschaft erfahren! Nervenaufreibend und kräftezehrend war es dennoch und jedes Semester aufs Neue, ja – ich als Studentin rechne in Semestern ;), gibt es neue, häufig auch unerahnte Herausforderungen auf organisatorischer Ebene!


Wie gestaltet sich dein Studienalltag?

Ich würde fast sagen, wie der einer üblichen Studentin. Ich führe meinen Haushalt, gehe zur Uni, habe Hobbys, tolle Freunde und irgendwie immer etwas zu tun! Am Anfang eines Semesters kommen auf jeden Fall die immer gerade genannten organisatorischen Herausforderungen geballt auf mich zu, die sehende Studierende in der Form nicht haben. Ich übe die Wege zu den einzelnen Räumen, informiere die Dozierenden über meine Sehbehinderung, muss Anträge wie Nachteilsausgleiche stellen. Mein Unileben ist also schon mit einem gewissen Mehraufwand verbunden. Wie genau das aussieht erfahrt ihr auch in meinem Video „Studieren mit Sehbehinderung – geht das?“. ;) Das mit den Wegen bezieht sich natürlich auch auf meine Freizeit und mein sonstiges Leben, zum Glück habe ich aber eine gute Orientierung und finde fast immer jemanden, der mit mir mal einen neuen Weg abgeht oder mich auch mal zu etwas begleitet.


Hast du während deiner Schulzeit Tipps oder Anregungen bekommen, die dir im Studium weiterhelfen?

Leider nein. Unser Schulleiter hat an der Abschlussfeier eine tolle Rede gehalten, deren Inhalt ich erst im Studium so nach und nach begriffen habe. Auch er hat die „Käseglocke“ thematisiert und uns ermutigt, Steine aufzuheben und sie hinter uns zu legen. Es ist sehr wichtig zu erkennen, wo seine eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten liegen, um darauf einen Schwerpunkt zu richten. Das beziehe ich jetzt zum Beispiel auf die Alltagsbewältigung. Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei, Hilfe annehmen zu können (aufgegriffen in meinem Video „Hilfe!“). Das wurde uns in der Schulzeit tatsächlich auch nahegelegt. Ansonsten muss ich aber sagen, dass ich meine Erfahrungen alle selbst gemacht habe und immer noch mache und da wenig bis gar nicht aus irgendwelchen Ratschlägen oder Erfahrungen anderer geschöpft habe.


Mit welchen Hilfsmitteln arbeitest du speziell im Studium?

Das sind mein Laptop mit der Sprach- und Vergrößerungssoftware ZoomText und mein eben schon genanntes iPad. Ich besitze auch ein Bildschirmlesegerät (BLG), damit kann mein Sehrest inzwischen aber nicht mehr so wirklich viel anfangen. ;) Ach, und natürlich nicht zu unterschlagen: mein treuer Blindenstock. ;)


Immer wieder stehen Blinde und Sehbehinderte vor der Frage, wie sie im eigenen Studiengang mit ihrer Behinderung umgehen sollen. Wie hast du das für dich gelöst bzw. wie waren die Reaktionen in deinem Umfeld?

An der Uni bin ich erstmal auf viel Verständnis, aber einer unglaublichen Unsicherheit zugleich gestoßen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich gleich im ersten Semester Freunde gefunden habe, die einen absolut natürlichen und selbstverständlichen Umgang mit meiner Behinderung haben. Das hat mir unheimlich den Rücken gestärkt!! Ich behaupte mal, dass in der Uni genau die gleichen Reaktionen vorkommen, wie es im Alltag der Fall ist: Verständnis, Verständnislosigkeit, Selbstverständlichkeit, Berührungsängste, Hilfsbereitschaft, Vorurteile und die gerade angedeutete Unwissenheit. Mir war es von Anfang an und ist es bis heute noch ein riesiges Anliegen, auch von meiner Position aus Berührungsängste zu beseitigen. Ich gehe sehr offen mit meiner Einschränkung um, biete immer an Nachfragen stellen zu können und erkläre bei Interesse auch, inwieweit ich eingeschränkt bin. Ganz wichtig ist mir aber auch, meine Sehbehinderung nicht irgendwie in den Vordergrund zu rücken, sie dabei aber auch keinesfalls zu tabuisieren. Wenn es angebracht ist, thematisiere ich sie, wenn es für die Situation keine Relevanz hat, dann richte ich auch keinen Schwerpunkt drauf und vergesse sie auch manchmal. ;) Auch ich muss erst lernen, Hilfe anzunehmen, was mir häufig noch sehr schwer fällt. Ich habe aber gelernt, dass Menschen klare Worte benötigen und es daher von großer Wichtigkeit ist, dass ich meinen Bedarf klar äußere und genauso explizit darin bin, was ich alleine kann.


Gibt es irgendwelche Dinge, die man als sehbehinderter oder blinder Student auf keinen Fall machen sollte?

Jap! Auf gar keinen Fall unfreundlich und respektlos zu hilfsbereiten Menschen sein! Das erlebe ich immer wieder und finde es entsetzlich! Selbst wenn man zum 4. Mal an einem Tag gefragt wird, ob man zurechtkomme, sind das immerhin 4 Menschen mit Zivilcourage und einem Verständnis von Hilfsbereitschaft! Es bricht niemandem etwas ab, zu sagen „ja, vielen Dank“ oder die Hilfe, wenn sie nicht erwünscht oder benötigt ist, dankend abzulehnen.


Was wünschst du dir in Bezug auf das Thema Sehbehinderung und Blindheit für die Zukunft?

Ich befürchte leider zu vieles. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich mir einen selbstverständlichen Umgang mit diesem Thema wünsche. Denn Selbstverständlichkeit beinhaltet zwar das Wahrnehmen des Andersseins, rückt es aber nicht negativ in den Vordergrund sondern ganz im Gegenteil eher in den Hintergrund und setzt die Person an erste Stelle. Jeder wird früher oder später einmal Hilfe benötigen, nicht zuletzt im Alter. Selbstverständlichkeit wäre wirklich wunderbar!!


Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. Ich hoffe, wir sehen noch viele spannende Videos mit dir.

Sehr, sehr gerne! Ich danke dir und wünsche dir und deinen Followern noch viel Lesespaß und einen tollen gemeinsamen Austausch! (: