Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahresrückblick 2017

Hallo Buchlinge,

2017 ist nun schon fast vorbei und ich habe selten ein Jahr erlebt, das so schnell vorüber gegangen ist. Geht es euch ähnlich? Nun wird es für mich Zeit zurückzublicken.


Gelesen 2017 

2017 war mein absolutes Lesejahr. Ich schreibe mir seit 2014 auf, wie viele Bücher ich innerhalb eines Jahres beende. Und was soll ich sagen? 2017 war wohl mein kleiner Leserekord.

Insgesamt beendet: 43 Hörbücher bzw. Bücher
Davon: 35 Hörbücher
Davon: 8 Bücher

Da ich in so viele Geschichten eintauchen durfte, kann ich mich kaum entscheiden, welche Abenteuer zu meinen Highlights gehören. Daher habe ich an dieser Stelle etwas geschummelt.
In einer Podcast Folge stelle ich bereits ein paar meiner Highlights vor. Allerdings bekommt ihr hier nur die Hörproben präsentiert. Denn euch erwartet ein kleines Gewinnspiel in der Podcast Folge. Und zwar verlose ich ein Exemplar von Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von J.K. Rowling. Ihr könnt euch bis zum Freitag den 05. Januar um ein Exemplar bewerben. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr in der Podcast Folge.

In der Podcast Folge erwähne ich folgende Hörbücher: Was wir dachten, was wir taten, der Debütroman von Lea-Lina Oppermann, welches einer meiner absoluten Jahreshighlights ist.
Elena Ferrantes neapolitanische Saga, wobei mir der dritte Band bisher am besten gefallen hat, Die Moortochter von Karen Dionne, ein sehr starker Thriller.
Infernale von Sophie Jordan, was eigentlich der Auftakt einer Reihe werden sollte, mich aber auch als Einteiler überzeugen konnte und schließlich Ein Mann namens Ove von Fredrik Backmann.

Kommen wir also zu den sechs Highlights, die ich euch noch nicht vorgestellt habe:

Bild von
cbj Verlag
Paris Du und Ich von Adriana Popescu
Die sechzehnjährige Emma möchte ihren Freund Alain in Paris überraschen. Kurzerhand beschließt sie, ihre Herbstferien in Frankreichs Hauptstadt zu verbringen. Doch Alains Herz gehört mittlerweile einer Anderen und Emmas Herz ist nun gebrochen. Da lernt sie Vincent kennen, dem es nicht anders erging. Die beiden schließen einen Pakt: Sie wollen sich die Zeit in Paris nicht von gebrochenen Herzen vermiesen lassen und die Zeit gemeinsam genießen.
Obwohl die Geschichte in der Stadt der Liebe spielt, steht Liebe nicht nonstop im Vordergrund. Ich durfte hier zwei sympathische Protagonisten kennenlernen: Emma, die davon träumt, Schriftstellerin zu werden und Vincent, der vielleicht ein bisschen verrückt, aber auch treu und zuverlässig ist. Und nicht zu vergessen einige treffende Zitate liefert. Zudem finde ich, dass die Autorin bei ihrem zweiten Jugendbuch einen Schritt weitergegangen ist: Wir werden nämlich mit den Reallife Konflikten der beiden Charaktere konfrontiert und genießen nicht ausschließlich den Städtetrip mit ihnen. Meine Rezension findet ihr HIER.

Bild von heyne fliegt
Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler
Ben und Hanna sind beste Freunde. Sie haben gerade das Abi bestanden und verbringen den letzten gemeinsamen Sommer an einem Strand. Dort entstand eine merkwürdige Legende, die nicht aktueller sein könnte. Jedes Jahr stirbt ein Junge an diesem Strand...
Ulla Schelers Schreibstil hat es mir angetan: Sie beschreibt die Seelenverwandtschaft von Ben und Hanna gekonnt. Das Schöne ist, dass auch hier die Freundschaft und nicht etwa eine Partnerschaft eine Rolle spielt. Zudem bietet gerade das Ende für ordentlichen Diskussionsstoff. Meine Rezension gibt es HIER.


Bild von Argon Verlag
Der Glasmurmelsammler von Cecilia Ahern
Als Sabrinas Vater Fergus einen Schlaganfall erleidet, verliert er einige Erinnerungen. Seine Tochter erhält eine große Sammlung von Glasmurmeln, die wohl ihrem Vater gehören muss. Doch hat er ihr nie davon erzählt. So begibt sie sich auf eine Reise in seine Vergangenheit und lernt dabei nicht nur ihren Vater neu kennen.
Besonders gut hat mir hier gefallen, dass beide Handlungsstränge so gut miteinander harmoniert haben. Jedes Kapitel, das Fergus Geschichte aus der Vergangenheit aufrollte, hatte einen Bezug zur Gegenwart und zu Sabrina. Und zum Schluss führte alles irgendwie zusammen und es fühlte sich magisch an. Und das obwohl diese Geschichte kein bisschen Fantasy enthält. Meine Rezension gibt es HIER.

Bild von Lübbe Audio
AchtNacht von Sebastian Fitzek
Am 08.08. wird ein Name aus dem Lostopf der Todeslotterie gezogen. Ein Kandidat ist für eine Nacht vogelfrei: Es ist ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Und Bens Name wurde gezogen. Schafft er es, die Nacht zu überleben?
Als ich hörte, dass Sebastian Fitzek hier von einem Horrorfilm inspiriert wurde, war ich mir nicht sicher, ob AchtNacht wirklich etwas für mich war. Dann wurde ich positiv überrascht. Denn die einzigen Horrorelemente, die in diesem Hörbuch zu finden sind, beziehen sich auf die Psyche. Ein sehr packender Thriller, der wie immer von Simon Jäger vertont wurde. Meine Rezension findet ihr HIER.


Bild von der hörverlag
Der verbotene Liebesbrief von Lucinda Riley
Der Journalistin Joana wird ein geheimnisvoller Liebesbrief zugespielt. Sie wittert eine spannende Geschichte. Doch als sie mit ihrer Recherche beginnt, wird ihre Wohnung verwüstet. Bald muss sie sich fragen, wer Freund und wer Feind ist.
Mit diesem Liebesroman, der einige Spannungselemente enthält, hat mich Lucinda Riley positiv überrascht. Sie hat alles, was ich über das Genre Liebesroman wusste, einfach mal über den Haufen geworfen und mich beeindruckt. Meine Rezension gibt es am 23.01.18.


Bild von der hörverlag
Leere Herzen von Juli Zeh
Britta und ihr bester Freund Babak betreiben eine Agentur, die beide reich gemacht hat. Sie verhelfen ihren Kunden zum Tod. Und das für eine gute Sache. Doch eines Tages bekommt ihr Unternehmen bedrohliche Konkurrenz und beide müssen sich überlegen, wie sie ihre Position auf dem Markt behaupten.
Selten hatte ich nach dem Beenden eines Hörbuchs so einen hohen Redebedarf. Der Titel der Geschichte ist passend gewählt. Und das Ende lässt mich ratlos zurück. Dennoch strahlt das Hörbuch für mich auch nach ein paar Wochen eine Art Faszination aus. Und glaubt mir, ich hätte Anfang Dezember nicht gedacht, dass ich die Geschichte an dieser Stelle erwähne. Meine Rezension findet ihr HIER.

Natürlich gab es auch zwei Bücher, die mir dieses Jahr überhaupt nicht gefallen haben. Aber da dieser Abschnitt schon so lang ist, möchte ich ungern noch auf die negativen Aspekte eingehen. Ich hoffe, ihr versteht das.


2017 war ein durchwachsenes Jahr 

Buchlinge, 2017 war wahrhaftig nicht mein Jahr. Gerade zum Jahreswechsel war es sehr schwierig. Im März beruhigte es sich dann etwas, bevor die Ereignisse ab Ende März / Anfang April ordentlich an Fahrt aufnahmen und mir sehr stressige Monate bescherten. Erst gegen September kehrte langsam Ruhe ein, wofür ich unglaublich dankbar bin. Und ich wünsche mir für 2018 ganz eindeutig ein ruhigeres und emotional hoffentlich nicht ganz so anstrengendes Jahr.
Aber dennoch gab es in den anstrengenden Monaten Dinge, die mir Kraft gegeben haben. Und auf die möchte ich jetzt mit euch zurückblicken:


Foto: A. Mack
Schreibwerkstatt 
Gemeinsam mit einem Kommilitonen habe ich während eines Projektseminars eine Schreibwerkstatt durchgeführt. Und das obwohl mein Studiengang durch und durch unliterarisch ist. (Okay, bis auf zwei Seminare...). Wir haben uns Teilnehmer gesucht, die Termine geplant, Übungen angeleitet und zum Schluss das kleine Büchlein, das um die 70 Seiten hat, zusammengetragen. Und es war eine ziemliche Arbeit die Texte zu verschriftlichen und dem Buch ein Layout zu verpassen. Aber es hat unglaublichen Spaß gemacht. Und ich habe fest vor, nach meinem Studium eine Weiterbildung zur Schreibpädagogin zu machen, um noch weitere Techniken an die Hand zu bekommen, damit ich Gruppen noch besser anleiten kann.

Foto: A. Mack

Auch unsere kleine Büchergruppe motivierte mich 2017. Wir bekamen nicht nur ein paar neue Mitglieder, sondern entwickeln uns auch stetig weiter. Obwohl es bei uns immer noch etwas chaotisch zugeht, habe ich dennoch das Gefühl, dass wir langsam aber sicher voran kommen und die Gruppe Gestalt annimmt. Nach wie vor freuen wir uns natürlich über neue Mitglieder.

2017 konnte ich meine Akkus bei einigen Veranstaltungen emotional etwas aufladen. Anfang des Jahres besuchte ich ein Konzert von Max Giesinger in Freiburg. Der Künstler hat ein cooles Programm im Gepäck und plaudert außerdem gerne aus dem Nähkästchen. Mit Isona trotzte ich im Emmendinger Schlosplatz dem Regen: Der Grund, Andreas Bourani.

Dann hatte ich Ge(h)folge Mitglied Skyara mit dem Buchmesse Fieber infiziert. In diesem Jahr machten wir nicht nur die Frankfurter Buchmesse, sondern auch das Gelände in Leipzig unsicher. Hier führten wir übrigens unser erstes Messe Interview (Achtung: Podcast Folge!).

Ich hatte aber noch nicht genug von den literarischen Veranstaltungen. So besuchte ich gemeinsam mit einem Bücherstammtisch Mitglied kurzerhand eine Lesung von Kai Meyer in Freiburg und fuhr gemeinsam mit einer Kommilitonin zur lit.Love nach München.

Und auch 2018 stehen bereits die ersten Veranstaltungen fest. Aber dazu weiter unten mehr.


Gehört 2017 

Neulich unterhielt ich mich mit zwei Freunden über Musik. Sie entdeckten den Jahresrückblick des letzten Jahres und fragten mich, ob ich wieder eine kleine Playlist zusammenstellen würde. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich in diesem Jahr so gut wie keine aktuelle Musik gehört habe. In meinem 2017er Ordner befinden sich gerade mal drei Tracks. Auch das Radio blieb meist stumm oder ich hörte einen Sender, der überwiegend Musik aus den 80ern den 90ern oder Anfang der 2000er spielte. Die meisten der Lieder, die ich euch nun vorstelle, habe ich noch nicht in der Vollversion gehört. Dennoch finde ich sie erwähnenswert:

Wieder mal durften ein paar der diesjährigen ESC Finalisten auf meiner Playlist nicht fehlen.
Da war zum Beispiel der österreichische Teilnehmer Nathan Trent mit seinem Lied Running on Air, das erfrischend wirkte. Übrigens nahm Trent auch am deutschen Vorentscheid teil, blies diesen aber ab, da der österreichische Wettbewerb früher beendet war. Dann gab es da noch Blanche, die mit ihrem Lied City Lights etwas DJ Feeling mitbrachte. Das Lied kam zwar etwas düster daher, gefällt mir aber dennoch ziemlich gut.
Der australische Finalist Isaiah brachte mit seinem Lied Don't come easy einiges an Kraft mit. Ich bin wirklich froh, dass das Land nun regelmäßig an der Veranstaltung teilnehmen darf. Bisher haben es mir die australischen Beiträge wirklich angetan.

Anfang des Jahres teilte Sunrise Avenue den Hit Summertime bitches von My First Band. Die beiden Gruppen haben dasselbe Management und ich glaube, My First Band unterstütze Sunrise Avenue auch schon mal als Support Act. Ich hoffte ja darauf, dass es das Lied zum Sommerhit bringen würde. Aber andere Lieder kamen dem wohl zuvor. 

Ganz am Rande bekam ich die Künstlerin Alice Merton mit. Ihre Stimme faszinierte mich und ihre Lieder Hit the road running und vor allem No Roots klingen vielversprechend.
Und auf den letzten Metern des Jahres bemerkte ich, wie toll es war, im Moment kein Radio zu hören. So lernte ich Justin Biebers Nr.1-Hit Friends nämlich erst durch einen Werbespot kennen. Hätte ich regelmäßig Radio gehört, wäre mir das Lied wahrscheinlich furchtbar auf die Nerven gegangen, weil es mit Sicherheit gefühlt nonstop gespielt worden wäre. So feierten die Grafikerin und ich immer die kleine "Can we still be frieeeeends"-Party, wenn das Lied im Werbespot zu hören war. Eine ähnliche Party feiern wir übrigens bei I crushed my car into the bridge, i don't caaaare, I love it!.


Hinter den Kulissen - Was geschah 2017? 

Ich bin unter die Podcaster gegangen 
Im März habe ich meinem YouTube Konto auch einen Kanal geschenkt, auf dem ich regelmäßig Podcast Folgen und hin und wieder auch mal ein richtiges Video hochlade. Keine Angst, die Podcast Folgen verlinke ich natürlich auch hier auf dem Blog. Allerdings kann es vorkommen, dass dies aus Zeitmanagementgründen nicht immer zeitgleich geschieht. Wenn ihr also immer up to date sein wollt, schaut doch gerne mal HIER vorbei.

Aus der Crowd wird das Ge(h)folge
Die Crowd möchte sich ab sofort Ge(h)folge nennen. Und weil mir das Wortspiel gefällt, habe ich den Namen übernommen. Ich muss aber gestehen, dass ich mich noch nicht auf das Führen einer Gruppe verstehe. Das kommt wohl alles noch mit der Zeit. Und vielleicht schreiben sie ja etwas mehr Beiträge, wenn ich das volle Potential meiner Macht über ihnen ausübe. (Das ist nun der ultimative Test, wer von ihnen mitliest :-) ).

Weihnachtstreffen 
Da es in diesem Jahr keinen Termin gab, bei dem wir alle vertreten waren, hatte Skyara die tolle Idee, ein kleines Weihnachtstreffen zu veranstalten. Der Einfachheit halber luden wir uns bei emion und Isona ein und redeten über ein paar kleine Veränderungen.

Neue Namen und Rubriken 
Die Übersicht der Ge(h)-Rubriken findet ihr ab sofort auch in der Menüansicht. Damit auch die mobilen Leser des Blogs nun alle Inhalte angezeigt bekommen. Und ein paar Rubriken haben neue Namen bekommen. Mehr Infos dazu findet ihr aber HIER.


Ausblick auf 2018 

Als ich einen Blick in den letzten Jahresrückblick geworfen habe, musste ich feststellen, dass zwei Beiträge nie online gegangen sind. Deswegen möchte ich an dieser Stelle möglichst wenig versprechen, da ich es immer blöd finde, wenn man sich auf Beiträge freut, die dann nie veröffentlicht werden.

Rezensionen aus 2017  
Im Januar erscheinen einige Rezensionen aus dem Dezember 2017. Ihr dürft euch auf folgende Rezensionen freuen: Selection Band 2 und 3, den Reisebericht von Hape Kerkeling unter dem Motto Ich bin dann mal weg, Lucinda Rileys verbotenen Liebesbrief und eine Rezension von Isona (die möchte, dass emion auch erwähnt wird, obwohl sie die Rezension alleine geschrieben hat).

Messe- und Konzertberichte 
Sehr wahrscheinlich bin ich auch nächstes Jahr wieder auf der Leipziger Buchmesse zu finden. Skyara und ich machen zudem die Love Letter Convention in Berlin unsicher. Und natürlich darf auch die Frankfurter Buchmesse nicht fehlen. Hier habe ich zwar gute Kontakte, bei denen ich in der Zeit unterkommen könnte. Allerdings bin ich im Oktober wahrscheinlich mit meiner Bachelorarbeit fertig und kann daher noch nicht hundertprozentig sagen, ob es mit Frankfurt klappt. (Ich werde aber alle Hebel in Bewegung setzen!).
An Konzerten ist bereits ein Doppekonzert mit Max Giesinger und Sunrise Avenue in Freiburg gebucht. Ich hoffe aber, dass noch ein paar Konzerte folgen werden.

Neue Gestaltung der Monatsrückblicke 
Ich möchte die schriftlichen Monatsrückblicke etwas anders anordnen. Hier soll es ab sofort eine Art Monats-Best Of geben, das inhaltlich an die Lesemarathon Beiträge anlehnt. Ich werde dann nur noch in den Podcast Folgen etwas ausführlicher über die Hörbücher und Bücher sprechen. Da ich doch recht viele Bücher pro Monat beende, wird es dann wahrscheinlich eine Podcast Folge Mitte und eine Ende des Monats geben. Außerdem stehen noch ein paar vorbereitete Podcast Folgen aus.


In diesem Sinne 

... interessiert mich natürlich was eure buchigen Highlights des Jahres waren und vor welchen Büchern ihr die Menschheit gerne warnen wollt.
Welche Lieder befanden sich auf eurer Playlist? Was habt ihr 2017 so erlebt?

Und nun wünsche ich euch natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe ihr kommt gut in 2018 an. 

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Bäume reisen nachts

Bild von
Insel Verlag
Steckbrief

Name: Bäume reisen nachts
Autor: Aude Le Corff
Verlag: Insel Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne zarte Roadtrips mögen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten



Klappentext 

(von Insel Verlag

"Seit Monaten verbringt die achtjährige Manon ihre Nachmittage allein, unter einer riesigen Birke im Garten. Sie verschlingt ein Buch nach dem anderen und spricht mit Ameisen und Katzen, nur um an eines nicht denken zu müssen: das spurlose Verschwinden ihrer Mutter. Mit dem eigenen Kummer beschäftigt, vermögen Manons Vater Pierre und ihre Tante Sophie das stille Mädchen nicht zu trösten. Doch Manons Einsamkeit erweicht das Herz des mürrischen Nachbarn Anatole, der, seitdem er nicht mehr unterrichtet, sich von Kindern möglichst fernhält. Sie beginnen, gemeinsam den Kleinen Prinzen zu lesen, und es erwächst eine außergewöhnliche Freundschaft. Als eines Tages überraschend Briefe der Mutter eintreffen, schmieden das Mädchen und der alte Mann einen kühnen Plan, der sie gemeinsam mit Pierre und Sophie auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa führt …"


Meine Meinung 

Ich glaube, Bäume reisen nachts wurde mir mal in einer Facebook Büchergruppe empfohlen. Leider habe ich überhaupt keine Ahnung, in welchem Zusammenhang das war. Der Titel und der Klappentext der Geschichte machten mich neugierig, wobei ich jetzt beim Schreiben der Rezension bemerkt habe, dass ich den Klappentext mal wieder nicht genau gelesen habe. Aber fangen wir wie immer erstmal bei der Gestaltung an.

Gestaltung
Das Cover des Buches ist ansprechend gestaltet. Wir sehen drei Gestalten, einen Mann, eine Frau und vermutlich ein Kind, welches im Gegensatz zu den anderen beiden Personen auf den Boden kniet. Der Titel des Romanes wird von Blättern umrahmt. Die Farben sind schlicht gehalten, was mir besonders gut gefällt, weil sie das Cover so nicht überladen. Mir gehen nämlich diese Buchcover auf die Nerven, die so kontrastarm gestaltet sind, dass ich weder Buchtitel noch Klappentext lesen kann.
Allerdings sind wir hier schon beim Problem des Buches: Mir war die Schriftgröße zu klein. Das Lesen gestaltete sich daher als etwas anstrengend, obwohl der Inhalt an sich verständlich dargestellt wird und auch recht spannend war.

Inhalt / Spannung 
Aude Le Corff erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven: Wir beginnen mit Manon, deren Einsamkeit mehr als deutlich spürbar ist. Sie vermisst ihre Mutter und hat zudem das Gefühl, dass ihr auch der Vater entgleitet.
Manon wird von einem älteren Herrn, Anatole, beobachtet. An sich hat Anatole genug mit seinen eigenen Problemen zu schaffen. Seine Gesundheit hält ihn nämlich ganz schön auf Trab oder sorgt besser gesagt dafür, dass er nicht mehr unter die Leute geht und sich am sichersten in seinen eigenen vier Wänden fühlt.
Dann gibt es da noch Manons Tante Sophie, die im selben Haus wie Anatole und Manons Familie wohnt. Auch an ihr geht Manons Kummer nicht spurlos vorbei. Doch das Mädchen möchte sich nicht von ihr helfen lassen. Schließlich glaubt Manon, dass Sophie in die Pläne ihrer Mutter eingeweiht war.

Wieder einmal musste ich feststellen, dass ich den Klappentext nicht ganz richtig gelesen habe. So war ich beispielsweise überrascht, als die Briefe von Manons Mutter eintrafen und man beschließt, sie suchen zu gehen. Außerdem finde ich, dass der Klappentext schon ziemlich viel von der Rahmenhandlung vorwegnimmt.

Aber kommen wir zurück zum Inhalt: Aude Le Corff erzählt die Geschichte von Manon und ihrer Familie sehr zart. An sich hat das Buch eine schöne Atmosphäre. Mir war es hin und wieder aber fast zu seicht und ich hätte mir etwas mehr Kraft gewünscht.

Der Spannungsbogen wird an sich gut aufgebaut. Aude Le Corff fährt eine klare Linie und verzettelt sich hier auch nicht in tausend Geschichten. Hier und da gab es Stellen, die ich etwas unrealistisch fand und die zu schnell aufgelöst wurden. Aber andererseits hat das auch irgendwie den Zauber der Geschichte ausgemacht.

Schreibstil 
Aude Le Corff nimmt hier die Rolle der allwissenden Erzählerin ein. Sie beschreibt eine Szene aus der Sicht der anwesenden Personen. Außerdem schreibt sie viel in indirekter Rede. Bäume reisen nachts enthält wenige Dialoge. Diese Art eine Geschichte zu erzählen, mag ich hin und wieder richtig gern. Aude Le Corff hat hier eine tolle Mischung aus indirekter Rede und Dialogen hinbekommen. Das Wesentliche erzählte sie zwischen den Zeilen, baute aber durch die Dialoge auch eine Bekräftigung der Aussage ein.

Gesamteindruck
Um einen ordentlichen Gesamteindruck haben zu können, müsste ich erstmal herausarbeiten, was ich erwartet habe. Nach Ein Mann namens Ove bin ich davon ausgegangen, dass die Beziehung zwischen Manon und Anatole in Bäume reisen nachts im Vordergrund steht. Das war aber nicht so. Es wurde mehr die Gesamtsituation thematisiert. Das Tolle daran war, dass wir so alle Charaktere etwas kennenlernten und jeder seine Rolle in dem Buch fand.

Ich wusste nicht, wohin sich die Geschichte entwickelt. Allerdings kann ich die ein oder andere Entscheidung unserer Hauptfiguren nicht ganz nachvollziehen, glaube aber, dass die Botschaft des Buches etwas damit zu tun hat.

Wer eine zarte Geschichte für Zwischendurch braucht, und sch nicht von kleinen Schriftarten abschrecken lässt, sollte unbedingt mal zu Bäume reisen nachts greifen.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit - Das Finale

Bild von
Ankas Geblubber

Hallo Buchlinge,

heute bricht also der letzte Tag von Ankas Aktion an. Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Ich durfte tolle Blogs besuchen und habe sogar eine Bloggerin kennengelernt, die einen ähnlichen Lesegeschmack hat, wie ich.

Widmen wir uns also ein letztes Mal den heutigen Aufgaben:

Versuche deinen Leserekord zu brechen. Schaffst du es, dein aktuelles Buch zu beenden? 
Tatsächlich bin ich bei der letzten CD von Ein Junge namens Weihnacht angebrochen. Ich möchte das Hörbuch heute sehr gerne beenden, weil gestern ja der letzte Feiertag war. Ich denke, es wird mir gelingen. Und ich nehme mir vor, wieder ein paar Seiten in Und wenn die Welt verbrennt von Ulla Scheler zu lesen.

Besuche mindestens vier Blogs und hinterlasse einen Kommentar außerhalb des blubberxmas Posts 
Diese Aufgabe gefällt mir besonders gut, da sie zum Stöbern einlädt. Ich finde die blubberxmas Posts zwar einen tollen Einstieg für die Stöberrunde auf dem Blog, aber andere Beiträge verraten natürlich auch etwas über den Betreiber des Blogs. Die Stöberrunde werde ich wahrscheinlich erst später machen, da wir heute noch Besuch bekommen.

Dein Fazit: Wie hat dir blubberxmas gefallen? 
Wie oben bereits angedeutet, hat es ein Blog in meine Blogroll geschafft. Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie andere Blogger ihre Plattform aufgebaut haben. Das zeigt mir, dass jeder ein anderes Verständnis von Struktur oder Design hat und jedem eben etwas anderes gut gefällt.
Besonders gut gefällt mir die Teilnehmerliste, da wir uns so nicht durch Kommentare wühlen und Blogs heraussuchen müssen. Außerdem finde ich den gemeinsamen Einstieg bei einem gemütlichen Leseabend sehr schön.

Neulich tauchte die Frage auf, ob blubberxmas 2017 überhaupt stattfinden sollte. Schließlich geht es an Weihnachten auch immer stressig zu. Deswegen hätte ich - wenn es wirklich eine Änderung geben sollte - vorgeschlagen, dass wir im nächsten Jahr den Zeitraum zwischen den Jahren nehmen. Also den Zeitraum zwischen dem 27.12.-31.12. oder wahlweise auch schon ab dem 26.12. So wären die Feiertage bereits überstanden. Allerdings gibt es dann das Problem, dass viele zwischen den Jahren wieder arbeiten müssen.

Aber vielleicht fallen mir im Laufe meiner Updates ja noch ein paar Ideen ein...?


Updates 

Kurz vor 19:00 Uhr: 
Tatsächlich habe ich gerade Ein Junge namens Weihnacht beendet. Matt Haigs Geschichte hat schöne, aber auch gruselige Elemente. Im Groß und Ganzen hat sie mir ganz gut gefallen, jedoch hätte es ein paar Sachen für mich echt nicht gebraucht. Aber mehr Infos gibt es in meiner Rezension, die aber erst nächstes Jahr um die Weihnachtszeit erscheinen wird. Ich finde nämlich, dass das Buch eher in die Vorweihnachtszeit passt und es irgendwie blöd wäre, wenn ich das jetzt so zwischen den Jahren rein quetsche.
Im Januar gibt es übrigens jede Menge Rezensionen von Hörbüchern, die ich im Dezember beendet habe.
Aber kommen wir nun zur letzten Stöberrunde im Rahmen dieser Aktion:

Mein Weg führte mich zuerst zur Geschichtentänzerin Julia. Und hier stellte ich ebenfalls begeistert fest, dass wir einen ähnlichen Buchgeschmack haben. So fand ich einige bekannte Exemplare in ihrem Rezensionsindex wieder.

In ihrem letzten Update wies Julia dann auf Barbaras Blog hin. Und da Barbara bereits ein paar meiner blubberxmas Tweets gekliked hat, habe ich gleich mal bei ihr vorbeigeschaut. Besonders gut gefallen hat mir ihre "Über mich"-Seite. HIer erzählt sie unter anderem von den ersten Besuchen in der Bibliothek.

Anka hat bereits von Meike und Anja erzählt, die den Booktube Kanal bookfriends4ever betreiben. Hier schalte ich auch regelmäßig ein und habe auch schon das ein oder andere bekannte Buch entdeckt. Ich finde es besonders schön, dass die beiden Freundinnen ihre Liebe zu den Büchern teilen und gemeinsam vor der Kamera zu sehen sind.

Das Schlusslicht bildet Meike von The Loyal Me. Sie hat bereits vor ein paar Tagen bei mir vorbeigeschaut. Auch bei ihr entdecke ich einige bekannte Bücher.

Nun ist es doch tatsächlich schon wieder kurz nach 20:00 Uhr und ich werde mich jetzt wieder zu meiner Familie gesellen, da mein Bruder das Camp morgen wieder verlässt. Deswegen schließe ich dieen Post jetzt mit einem kleinen...


Fazit 


Mich juckt es nochmal in den Fingern, doch noch ein kleines Fazit zu schreiben, weil ich eine überraschende Entdeckung gemacht habe:

Ich fühle mich in der Buchblogger Szene sehr wohl. Ich durfte bisher viele tolle Menschen kennenlernen mit denen ich auch außerhalb der Buchmessen regelmäßig Kontakt habe. Allerdings muss ich gestehen, dass nur wenige der Blogger meinen Lesegeschmack teilen. Schlimm finde ich das nicht, weil wir uns auch so genug zu sagen haben und uns definitiv nicht langweilig wird. Außerdem lerne ich so auch neue Bücher kennen, was im Prinzip ja auch nicht schlecht ist. Dennoch ist bei mir hin und wieder der Wunsch da, sich über gemeinsame Bücher austauschen zu wollen.

Umso glücklicher bin ich jetzt, dass ich ein paar Blogs entdecken durfte, die einen ähnlichen Lesegeschmack haben. Diese Kanäle hätte ich ohne Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit wahrscheinlich nicht entdeckt. Und genau deswegen liebe ich diese Aktion: Wir können uns gegenseitig besuchen und kennenlernen, müssen das aber nicht. Diese Aktion empfinde ich sehr ungezwungen und mir macht es beispielsweise Spaß andere Kanäle zu entdecken und Kommentare dazulassen.

Mir hat die diesjährige Aktion jedenfalls sehr gut gefallen. Und ich hoffe, ein paar von euch weiterhin auf diesem Blog begrüßen zu dürfen.

Dienstag, 26. Dezember 2017

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit Tag 4

Bild von Ankas Geblubber

Guten Morgen Buchlinge,

ich bin gerade noch etwas gerädert und hoffe daher, dass ich nicht allzu peinliche, falsche, grammatikalische Konstrukte in diesen Beitrag setzen werde.

Anka verkündet, dass sie heute wahrscheinlich zum Lesen kommen werde. Bei mir steht auf jeden Fall eine Stunde Lesezeit an, da ich wieder Sport machen werde. Vielleicht greife ich dann auch nochmal zu Und wenn die Welt verbrennt von Ulla Scheler, da ich die Geschichte gestern an einer recht spannenden Stelle zur Seite legen musste.

Die Aufgaben: 
1. Versuche dir eine Stunde Lesezeit zu nehmen. 
2. Besuche heute mindestens 3 Blogs und beschreibe deine Eindrücke in Tweet Länge 


Updates 

Kurz vor 11:00 Uhr 
Heute nehme ich mir vor, fünf Blogs von unserer Teilnehmerliste zu besuchen. Gestern habe ich es ja nicht mehr geschafft, alle sieben Kanäle aufzuholen und dachte mir, dass ich die fehlenden Anzahl einfach mit in den heutigen Tag nehme. Ich erinnere mich noch daran, wie ich bei meiner ersten Teilnahme eine ellenlange Teilnehmerliste durchblätterte, weil ich unbedingt auf jedem Blog vorbeischauen wollte. Das war damals ziemlich stressig. Deswegen setze ich mir dieses Jahr als Ziel, so viele Blogs zu besuchen, wie in den Aufgaben genannt werden.

Dass die Eindrücke in Tweet Länge geteilt werden sollen, finde ich eine sehr coole Sache. Zum Glück hat Twitter jetzt 280 Zeichen :-).
Bevor es für mich aber in Richtung Stöberrunde geht, möchte ich noch fix diesen (und einen anderen) Beitrag auf Facebook und Twitter teilen.

Kurz vor 12:00 Uhr 
Bis ich die aktuelle Fassung von diesem Post veröffentliche, ist es wahrscheinlich schon 12:30 Uhr oder 13:00 Uhr, wer weiß. Ich möchte mich nun der Stöberrunde widmen.

Duna hat eine sehr spannende Wunschliste. Ein Buch steht sogar bereit in meinem Bücherregal.

Verwirrt stelle ich fest, dass sich das Menü bei Jade ganz unten befindet. Sofort springen mir aber das schöne Logo und die Bilder auf der Startseite entgegen.

Isabell ist schon früh auf den Beinen und gerät in ihrer aktuellen Lektüre in eine äußerst unangenehme Szenerie.

Bei Jana stelle ich fest, dass ein gutes Blogdesign in der Farbumkehrung wirklich schön zur Geltung kommt. Bei mir ist viel Rot im Spiel.

Janina kommt mir bekannt vor. Allerdings ist sie dieses Jahr nicht mit ihrem Blog, sondern mit ihrer Instagram Seite mit dabei.

Tatsächlich war mein Zeitgefühl ziemlich gut. Wir haben jetzt nämlich gleich 12:30 Uhr und ich tauche nun wahrscheinlich in meine aktuelle Lektüre Ein Junge namens Weihnacht ab.

Kurz vor 14:00 Uhr 
Nun habe ich tatsächlich über eine Stunde Rufus Beck zugehört, wie er Ein Junge namens Weihnacht erzählt. (Und um die Frage zu beantworten: Nein, Sport habe ich natürlich noch nicht gemacht...)
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der Geschichte halten soll. Es gibt schöne Elemente, aber auch sehr gruselige Dinge, von denen ich mich wirklich frage, ob sie schon für Kinderohren geeignet sind. Es ist ein bisschen so wie Charlie und die Schokoladenfabrik. Schräg aber gut.

Nun werde ich aber meine eigenen vier Wände verlassen und mich wieder zu meiner Familie gesellen.
Wir lesen uns vielleicht später.


Der Schreibmarathon ist zurück! Eine Einladung?

Foto: A. Mack
Guten Morgen Buchlinge,

an dieser Stelle sollte ich euch wohl lieber mit Schreiberlinge anstatt mit dem üblichen Namen Buchlinge ansprechen.
Aber ich falle lieber gleich mal mit der Tür ins Haus: Wer seit Anfang an dabei ist, wird sich vielleicht noch dunkel an den Schreibmarathon 2014/2015 erinnern. Ich habe zu Beginn meines Studiums eine Motivation gesucht, um das Bloggen nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Außerdem wollte ich mich vermehrt um mein Romanprojekt kümmern. Damals hat mir die Aktion geholfen. Und nun möchte ich sie in abgewandelter Form wieder ins Leben rufen.


Um was geht's denn eigentlich genau? 

Was braucht man für einen Marathon? Richtig, Ausdauer. Während es in der ersten Ausgabe des Marathons noch darum ging, so viele Wörter wie möglich zu schreiben, soll für mich 2018 vor allem die Schreibzeit im Vordergrund stehen. Wie oft höre ich in meinem Bekanntenkreis den Satz: "Eigentlich hatte ich Lust zu schreiben, aaaber...." Entweder fehlte doch die altbekannte Muse oder die Netflix Serie war dann doch interessanter.

2017 habe ich viele Interviews mit Autoren gehört und alle sind übereinstimmend der Meinung, dass man als Autor Routine brauche und definitiv nicht auf die Muse warten sollte. Und da packte mich dann der Ehrgeiz.


Der Plan 

Schreibzeit 
Ich nehme mir für 2018 vor, mindestens eine halbe Stunde am Tag zu schreiben. Das kann beispielsweise eine Rezension sein oder eine Szene für das Romanprojekt. Wichtig ist, dass ich mich in dieser halben Stunde nicht durch irgendwelche anderen Kanäle ablenken lasse, sondern an dem Text bleibe, den ich gerade schreibe.

Vorsicht: Da einige Lesemarathon Teilnehmer davon ausgegangen sind, dass ihre Mission gescheitert ist, weil sie es zu Beginn nicht täglich schafften eine halbe Stunde zu lesen, wollte ich hier nochmal anmerken, dass die Schreibzeit auch einfach am nächsten Tag dran gehängt werden kann. Außerdem könnt ihr euch natürlich völlig andere Ziele setzen.

Monatsziele 
Zu Beginn des Monats setze ich mir ein Ziel. Natürlich ist es hier gut, darauf zu achten, das Ziel nicht möglichst hoch anzusetzen, sondern realistisch zu bleiben. Ob es mir gelingt? Wir werden sehen.

Die Sache mit den Wörtern 
Während ich 2015 und 2016 ganz wild darauf war, die Wörter zu allen möglichen Artikeln oder Szenen zu zählen, nervte mich diese ganze Zählerei 2017 nur noch. Schließlich sagt eine hohe Wortanzahl überhaupt nichts über die Qualität des Textes aus. Deswegen werde ich es mit der Wortzahl im Schreibmarathon 2018 flexibel handhaben. Wenn ich Lust habe, zähle ich die Wörter, wenn nicht dann lasse ich es bleiben.

Berichte 
Wie ich das 2018 mit den Berichten machen werde, weiß ich noch nicht genau. Im ersten Schreibmarathon Jahr hatte ich das Gefühl, dass sich die Berichte ziemlich oft wiederholen und ich entweder um den heißen Brei herumrede oder wieder in den Jammer-Trott komme. Deswegen bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob es eigene Posts zu den Schreibmarathon Zwischenergebnissen geben wird, oder ob ich den Schreibmarathon im Monatsrückblick einbaue.
Vorausgesetzt natürlich, euch interessiert, was ich während des Jahres so schreibe.


Und du? 

Du siehst, ich gehe relativ spontan und chaotisch an die Sache heran. Vielleicht wird es hier und da ein Community Event oder eine Aufgabe geben, ich weiß es noch nicht. Aber irgedwer sagte mal: Sag niemals nie! Daher wollte ich mal in die Runde fragen:

Was hältst Du von dem Projekt?
Könnte es was für Dich sein?

Bei Bedarf kann ich hier eine kleine Teilnehmerliste anlegen, sodass wir uns gegenseitig besuchen und nach unseren Fortschritten schauen können.


Montag, 25. Dezember 2017

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit Tag 3

Bild von Ankas Geblubber

Guten Morgen Buchlinge,

heute beginnt der dritte Tag unserer blubbernden Aktion und für mich der erste Tag, an dem kein Adventskalender Post mehr folgen wird. Gestern habe ich zwar viel gelesen, bin aber leider überhaupt nicht zum Stöbern gekommen. Hoffentlich lässt sich das heute ändern. Jedenfalls möchte ich versuchen, die nicht geschafften Aufgaben nachzuholen.
Aber schauen wir erst einmal, was Anka am dritten Tag für uns bereit hält:

100 gelesene Seiten 
Die Challenge des heutigen Tages fordert, 100 Seiten zu lesen. Jetzt bräuchte ich so eine tolle Formel, die mir die 100 zu lesenden Seiten in Hörbuch Tracks umrechnet. Oder, es ist ein Fall für mein Ge(h)folge, was mir anlässlich des ersten Weihnachtsfeiertages aber wohl den Vogel zeigen wird. Es bleibt also spannend.

Besuche drei Blogs und suche nach bekannten Büchern 
Mit der gestern verpassten Stöberrunde hinzugerechnet, müsste ich eigentlich sieben Blogs besuchen. Ob ich das heute schaffe? Ich habe absolut keine Ahnung. Bei den Stöberrunden bin ich mir immer etwas unsicher. Soll unter dem blubberxmas Beitrag kommentiert werden? Was ist, wenn der blubberxmas Beitrag fehlt? Hat es sich der Blogger dann kurzfristig anders überlegt und nimmt doch nicht an der Aktion teil? Blubbert er vielleicht nur über Social Media mit oder bleibt einfach keine Zeit, täglich neue Blogposts zu schreiben?
Und wenn der blubberxmas Beitrag fehlt, wo soll dann kommentiert werden? Am ersten Tag habe ich ein paar spannende Blogs entdeckt, aber nicht den Beitrag zur Aktion gefunden. Deswegen kommt mir die heutige Aufgabe sehr entgegen, einfach nach bekannten Rezensionen zu suchen. Allerdings werde ich die Aufgabe auch etwas umwandeln und auch nach Büchern Ausschau halten, die mich vom Titel her ansprechen könnten.

Welche Bücher möchte ich 2017 noch lesen? 
An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich überhaupt kein Leselisten Typ bin und meist spontan zu einem Buch greife. Eigentlich möchte ich gerne Ein Junge namens Weihnacht von Matt Haig beenden. Es war zwar etwas unklug, erst gestern mit dem Hörbuch zu starten, aber ich möchte die Geschichte nun auch nicht bis zum nächsten Weihnachtsfest pausieren. (Zumal ich dann wieder von vorne beginnen müsste).


Updates 

Kurz vor 15:00 Uhr 
Jetzt widme ich mich meiner aktuellen Lektüre Ein Junge namens Weihnacht. Dank Rufus Beck habe ich tatsächlich minimales Harry Potter Feeling. Parallel zum Hörbuch werde ich mich nun auch der Stöberrunde widmen und freue mich auf die Blogs, die ich nun entdecken darf.


Sieben auf einen Streich - meine Stöberrunde 
Christine von unsere zauberhafte Bücherwelten betreibt ihren Buchblog gemeinsam mit ihren zwei Kindern. Ihre Liebe zu den Büchern hat sie nämlich erfolgreich auf den Nachwuchs übertragen können. Ich habe mir ihre Rezension von Zwanzig Zeilen Liebe durchgelesen. Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen, allerdings fehlte mir das gewisse Etwas. Christine hatte ebenfalls etwas anderes von der Geschichte erwartet, fand sich nach anfänglichen Schwierigkeiten aber gut zurecht.

Und nun habe ich ein bisschen geschummelt. Seit ein paar Wochen - oder Monaten? - folge ich Cindy von Kumos Bücherwolke. Sie ist dieses Jahr ebenfalls wieder bei der Aktion mit dabei. Bevor ich mich ihren Rezensionen gewidmet habe, bin ich erst einmal an ihrem Bericht des gestrigen Weihnachtsfestes hängen geblieben. Cindy hat ein eigenes Verzeichnis für ihre Hörbuch Rezensionen. Und hier bin ich bei der Rezension zu dem Roman Der Gesang des Blutes hängen geblieben.

Blog Nummer 3 ist Tapsis Buchblog. Sie berichtet in ihrem heutigen Post zur Aktion, dass es Ende Dezember einen Jahresrückblick bei ihr geben wird. Da bin ich natürlich sehr gespannt, welche Bücher sie uns dort vorstellen möchte. Bei Tapsis Rezensionen bin ich ganz aus dem Häuschen. Ich habe nämlich gleich sechs bekannte Bücher entdeckt. Es kommt wirklich selten vor, dass ich bei einer Rezensionsübersicht so viele Bücher entdecke, die ich ebenfalls gelesen habe.

Auch Anjas Insel ist mir ein Begriff. Ich kenne die Bloggerin vom hören sagen und musste gerade eben von ihrer Blogpause erfahren. Daher wollte ich gleich mal ein paar liebe Worte da lassen.

Unbedingt wollte ich bei Anjas Bücherzimmer vorbeischauen. Ana hat großen Gefallen an meinen Adventskalendern gefunden und da dachte ich mir, ich schaue mir mal an, wie ihr Bücherzimmer aufgebaut ist. Ihre Rezensionen sind nach Genre sortiert, was ich sehr beeindruckend finde. Obwohl bei einigen Büchern das Genre dick und fett auf dem Buch steht, fällt es mir trotzdem schwer, Bücher in eine Schublade zu stecken.

Kurz vor 17:00 Uhr 
Ja, Buchlinge, wer oben nachzählt, findet schnell heraus, dass ich es nicht geschafft habe, die sieben Blogs heute zu besuchen. Ich habe mich jetzt fast zwei Stunden auf Buchblogs getummelt und merke, dass mir jetzt der Schädel brummt. Ich möchte die Blogliste nicht einfach so herunterarbeiten, sondern mir Zeit für die Kanäle nehmen. Deswegen ist für mich an dieser Stelle Schluss.

Später werde ich wahrscheinlich nochmal zu Ein Junge namens Weihnacht greifen oder vielleicht wirklich mit meinem Neuzugang beginnen, der gestern bei mir eingezogen ist. Es bleibt also spannend...

Kurz vor 20:30 Uhr 
Buchlinge, ich glaube es nicht! Ich habe heute tatsächlich die 50 Seiten Marke in meiner aktuellen Lektüre geschafft. Und zwar lese ich Und wenn die Welt verbrennt von Ulla Scheler. Das Buch habe ich gestern zu Weihnachten bekommen. Im Übrigen war es auch das einzige Buch, das ich mir gewünscht habe. Sonst waren nur Hörbücher auf meinem Wunschzettel. Warum? Das erfahrt ihr leider erst Mitte / Ende Januar. Aber ich muss euch ja schon mal ein bisschen anteasern.

Das Buch gefällt mir bisher sehr gut. Es geht um Felix und Alisa. Felix ist Künstler und malt Bilder aus Kreide auf die Münchner Straßen. So entdeckt ihn Alisa eines Tages. Die beiden kommen ins Gespräch und nähern sich an. Ja, der Klappentext ist mit Sicherheit epischer, aber ich habe ihn absichtlich nicht mehr vorab gelesen. Genauso wenig wie die ausführlichere Info, die bei Paperbacks immer zu Beginn des Buches steht. Was mir besonders gut gefällt ist, dass Ulla Scheler beschreibt, wie sich die beiden Charaktere gegenseitig wahrnehmen. Gerade ihre Unsicherheit stellt Ulla Scheler wirklich gut dar.

Nun werde ich mich aber für heute von #blubberxmas verabschieden. Bald kommt mein Vater von der Arbeit und dann wollen wir tatsächlich mal einen Film schauen. Drückt uns die Daumen, dass uns die Playstation 2 heute noch treu ist. Der DVD Player ist nämlich noch nicht angeschafft...


Sonntag, 24. Dezember 2017

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit - Tag 2

Bild von
Ankas Geblubber
Hallo Buchlinge,

erst einmal wünsche ich euch frohe Weihnachten. Ich hoffe, ihr habt ein paar schöne, besinnliche Feiertage mit euren Lieben.
Für den heutigen Post zur Aktion Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit bin ich etwas spät dran. Aber ich habe ein paar passende Ausreden: Ich habe heute morgen ein Hörbuch beendet und ein last Minute Geschenk fertig gemacht. Aber widmen wir uns nund ein heutigen Aufgaben.


Update um kurz nach 16:00 Uhr 

Mein Leseziel
Eigentlich hatte ich heute nur ein indirektes Leseziel. Ich wollte mit meiner weihnachtlichen Lektüre Ein Junge namens Weihncht beginnen. Und das Tolle ist: Das Hörbuch wird von Rufus Beck gelesen. Eine Freundin von mir meinte neulich: "Egal was Rufus Beck liest, hauptsache er liest!" Und dem kann ich nur zustimmen.
Außerdem habe ich heute Der verbotene Liebesbrief von Lucinda Riley beendet. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich die Geschichte so überraschen kann. Lucinda Riley hat es wahrscheinlich auf die Liste meiner Jahreshighlights geschafft. Aber mehr dazu am Ende des Monats im Jahresrückblick.

Weihnachtliche Traditionen 
Dieses Jahr wurde ich erstaunlich oft nach Traditionen gefragt. Und ich muss gestehen, dass es keine gibt. Die einzige Tradition, die aber im letzten Jahr unterbrochen wurde, ist unser Würfelspiel, das wir mit der Geschenkeübergabe verknüpft haben. Wer eine sechs würfelt, holt sich ein Geschenk und übergibt es demjenigen, dem es gehört. Natürlich ergibt das Würfelspiel nur Sinn, wenn auch genug Personen anwesend sind, mit denen man das Spiel spielen kann.

Vor der Bescherung - entschuldigt, ich springe überhaupt nicht chronologisch umher - gibt es gegen Abend Essen. Ein festes Gericht haben wir aber auch nicht. Heute wird es Fisch, Salzkartoffeln und Salate geben.

Stöberrunde 
Ich befürchte, die Stöberrunde werde ich heute nicht schaffen, versuche die fehlenden Blogs aber morgen oder spätestens übermorgen nachzuholen.


Ein Weihnachtsgruß - Die Szenerie von oben



Und nun betrachten wir diese Szenerie von oben. Wer ich bin? Ein allwissender Erzähler? Ein Vogel? Ein Narr? Das wüsste ich manchmal auch ganz gern. Vielleicht findet ihr es ja heraus und schreibt es mir in die Kommentare.

Kommen wir also zu unserem Ausgangspunkt. Ein See, in der Nähe einer Stadt. Fragt mich nicht, wie groß diese Stadt ist oder nach irgendwelchen Einwohnerzahlen. Ich hab Mathe noch nie wirklich gemocht. Und ich glaube auch, dass diese Informationen für die Fortsetzung der Geschichte nicht wirklich relevant sind. Aber ich schweife schon wieder ab. All unsere Charaktere kommen an diesem Ort zusammen. Und das obwohl sich nur einer von ihnen – oder vielleicht zwei? – bewusst für diesen Ort entschieden haben.

Norbert unser Würstchenbudenbesitzer ist die Rettung des Abends. Er gibt dem Rumtreiber, Nele und Rumtreibers Freund nicht nur etwas zu essen, sondern erreicht auch das Herz einer Frau, die für einen Moment glaubte an diesem Abend in Traurigkeit zu ertrinken. Während ihre Familie wahrscheinlich verbal auf sie einprügeln würde, legte Norbert trotz der bedrückenden Situation eine Ruhe an den Tag. Oder besser gesagt, an den Abend. Dass er selbst unsicher war und zu Beginn nicht so recht wusste, wie er am besten aus dieser Szenerie herauskommen sollte, tut an dieser Stelle nichts zur Sache.
Maria geriet von einer fröhlichen aber stinklangweiligen Weihnachtsparty in ein regelrechtes Abenteuer. Krisenmanagement war schon immer ihre Stärke. Und das kam hier definitiv zum Einsatz. Schnell waren Aufgaben verteilt und Orte gewechselt. Von dem See ging es schließlich auf zur Würstchenbude. Immerhin war es hier wärmer als am Wasser. Niemand schien Maria die Aufgabe als Moderatorin abnehmen zu wollen oder gar zu können. Deswegen blieb sie sich treu und kam mit jedem der Anwesenden ins Gespräch. Und davon gab es einige an diesem Abend.
Der Freund des Rumtreibers und der Taxifahrer gerieten erst zur Gruppe als diese schon mitten in ein lebhaftes Gespräch vertieft war. Wobei von Gespräch konnte keine Rede sein. Schließlich lauschten sie einem Monolog. Einem eintönigen Erlebnis. Doch heute ist Weihnachten. Da sollte man niemanden mehr als nötig verärgern. Alle hofften, dass das Gerede schnellstmöglich an ihnen vorüberging. Der Förster, Nele und der Rumtreiber standen glücklicherweise etwas entfernt von der Bude. Das Gerede des Störers war nur leider kaum zu überhören.
«Wer hat diesen Typen verdammt nochmal eingeladen?», hörte man den Förster leise knurren.
Nele und der Rumtreiber bleiben unbeeindruckt. Obwohl der Förster für Außenstehende unfreundlich wirkte, hatten ihn die beiden auf ihre Art in ihr Herz geschlossen. Allerdings waren sie abgelenkt von seinem Hund. Dieser hatte nämlich besonderen Gefallen am Rumtreiber gefunden. SauBär konnte sich also entspannt zurücklehnen. Er sollte heute Abend nicht im Maule eines Tieres enden.

Nun ja, ich möchte ehrlich mit euch sein. Ob sich das Leben unserer Charaktere von heute auf morgen ändert, kann ich nicht sagen. Ich wage das aber zu bezweifeln. Jeder hat etwas aus der heutigen Nacht mitnehmen können. Der Rumtreiber findet ein neues Zuhause bei dem Förster. Schon allein des Hundes wegen. Und sein Freund? Dieser scheint ein erstaunliches Interesse für Fast Food zu entwickeln. Eine Ausbildung bei einer bekannten Kette möchte er aber lieber nicht absolvieren. So nimmt ihn Norbert also unter seine Fittiche. Der alt bekannte Stammgast wechselt seine Gestalt. Aus einem nervigen Gast, wird eine ruhige Frau, die hin und wieder ihre Töchter mitbringt. Sie essen zwar bei weitem nicht so viel Currywurst mit Pommes wie der vorherige Stammgast, sind aber dennoch gern gesehene Gäste am Würstchenbudenstand.
Was passiert mit unserer Assistentin Maria und dem Taxifahrer? Sie tun sich zusammen. Was sie machen wollen? Das wissen sie selbst noch nicht so genau. Maria bietet die Orientierung, der Taxifahrer die nötige Leidenschaft. Und in einem sind sie sich schon mal einig: Etwas mit Menschen soll es sein. Und es geht keinesfalls um Gewinne. Das eigene Leben soll durch einen anderen Blickwinkel gesehen werden. Das ist ihr einziges Ziel.
Und der Proll? Nun ja, ihn konnten sie nicht einfach so zurücklassen. Bevor die Gruppe beschloss, endgültig in die nahegelegene Hütte des Försters aufzubrechen, machte sich der Taxifahrer auf die Suche nach ihm, um ihm dann ein weiteres Taxi rufen zu können, welches ihn dann nach Hause fahren sollte. Nebenbei traf er noch eine Frau, die ihre Tochter suchte. Da Nele das einzige Kind weit und breit war, schienen die beiden wohl zusammenzugehören.

Ich mache es nun also kurz und schmerzlos: Die Reise geht an dieser Stelle zu Ende. Ob sie unterhaltsam war? Das müsst ihr nun selbst entscheiden. Ich hoffe jedenfalls, dass eure Antwort positiv ausfällt und wir uns bald in irgendeiner Form wiedersehen.

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Vielen Dank fürs vorbeischauen, kommentieren und mitfiebern. 
Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und hoffe, wir lesen uns auch 2018 allerspätestens zum Adventskalender wieder. 

Für alle, die bei diesen Currywurst Anspielungen schon mit den Augen rollen und keine Ahnung haben, von was die Grafikerin da schreibt. Die können mal HIER rein hören.
Das Lied gehörte tatsächlich nicht zu meinem Soundtrack, als ich den Kalender geschrieben habe.

Und ein letztes Mal... die ÜBERSICHT

Samstag, 23. Dezember 2017

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit Tag 1

Bild von
Ankas Geblubber
Hallo Buchlinge,

heute beginnt also der erste richtige Tag der blubberxmas Aktion. Heute muss nur noch ein Geschenk fertig gemacht werden. Die Einzeiteile dafür wurden aber gestern gekauft. Und jetzt fehlt nur noch der kreative Anteil. Aufgrund von Spoilern - ich bin mir nicht sicher, ob betreffende Personen auch zu diesem Beitrag finden - erwähne ich noch nicht, um was es sich handelt.

Nachdem ich kurz bei Ankas Tagesaufgaben vorbeigeschaut habe - der Beitrag ist unter "blubberxmas" oben verlinkt - mache ich mich sogleich mal an meine Lektüre.


Die Pausen zum Lesen nutzen 
2017 hatten das Ge(h)folge und ich ja einen kleinen Lesemarathon organisiert. Daher fällt es mir nicht schwer, zum Hörbuch zu greifen. Gleich, wenn der Beitrag fertig getippt ist, werde ich einen Blick in die aktuelle Lektüre werfen. Eigentlich musste ich Der verbotene Liebesbrief gestern ain einer recht spannenden Stelle abbrechen.

Stöberrunde: Besuche mindestens drei Teilnehmer auf ihren Kanälen und verrate uns etwas über ihre Plattform 

Der ausführliche Bericht folgt später, da ich mir hierfür auch etwas Zeit nehmen möchte. Also, ihr findet mich jetzt erstmal in England...


Update um 13:15 Uhr 

So, Buchlinge, ich habe jetzt etwas über eine Stunde mit der Journalistin Joana in England verbracht. Sie ist gerade dabei, eine ziemlich große und geheime Liebesgeschichte aufzudecken. Ich bin mal vorsichtig optimistisch und glaube, das Hörbuch heute vielleicht noch beenden zu können. Eine Stunde Lesezeit gönne ich mir heute nämlich noch. Aber dazu später vielleicht mehr.

Nun muss ich aber erst einmal eine PowerPoint zum Thema Altersarmut durcharbeiten, da mich Anfang Januar nämlich eine Klausur erwartet, in der das Thema vielleicht dran kommen könnte. Und wie heißt es so schön? Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Die Stöberrunde muss also wieder etwas verschoben werden.


Update um kurz vor 17:00 Uhr 

Buchlinge, ich bin wieder da. Ich habe tatsächlich ein bisschen was für die Hochschule gemacht und mich zum Thema Altersarmut informiert. Außerdem gab es einen netten Plausch mit der Familie. Jetzt möchte ich mich aber der Stöberrunde widmen.

Den ersten Blog, den ich dieses Jahr besucht habe, ist das virtuelle Zuhause von Ally. Sie berichtet von beruflichen Veränderungen, die in letzter Zeit für einige Erschöpfung gesorgt haben. Nun bricht aber auch bei ihr die ruhige Zeit des Jahres an. Heute Abend gibt es im Hause Ally übrigens Pizza Vorbeischauen lohnt sich :-)

Blog Nummer 2 auf meiner Liste ist Mausis Leswelt. Bloggerin Backmausi81 berichtet, dass sie heute noch arbeiten muss. Und das wird sich wohl als richtige Challenge gestalten: Sie arbeitet nämlich im Lebensmittel Einzelhandel. Ihre Stöberrunde beginnt erst heute Abend. Allerdings hat sie sich heute Vormittag schon Zeit für ihre aktuelle Lektüre Das Reich der sieben Höfe - Flammen und Finsternis von Sarah J. Maas genommen.

Der dritte und letzte Blog gehört Bini. Und zwar handelt es sich hier um ihre Plattform Literatwo. Bini ist schon seit ein paar Jahren bei Ankas weihnachtlicher Aktion mit dabei. Sie fasst ihre Updates in einem Post zusammen. So erfahren wir beispielsweise, dass sie gestern bei der Lesenacht auch schon mit am Start war und heute ein letztes Mal über den Dresdner Weihnachtsmarkt laufen möchte.

Vielleicht verschwinde ich jetzt gleich wieder zu Joana nach England. Eigentlich wollte ich das Hörbuch heute beenden, bin mir aber gerade nicht ganz sicher ob ich es schaffe. Ihr dürft also gespannt sein!

12. Türchen - Ratlos




«Es ist Weihnachten, verdammt nochmal. Da kann es doch nicht so schwer sein, ein Mädchen wieder nach Hause zu bringen.»
Er tobte.
Und sie fühlte sich schuldig. Obwohl er sie ja in dem Spielzeugladen abgelenkt hatte. Nie wäre sie auf die Idee gekommen, dass sich Nele heimlich aus dem Staub machen könnte. Sie traute sich kaum irgendwo alleine hin. Warum sollte sie den Laden also alleine verlassen? Doch auf den Überwachungskameras hatte man sehen können, wie sie den Bären genommen und auf den Ausgang zugelaufen war. Es hatte ihre ganze Überzeugungskraft gekostet, dem Ladenbesitzer klarzumachen, dass ihre Tochter keine Diebin war. Und nun saß sie hier, in der Hoffnung, dass jeden Moment ein Polizist mit ihrem Kind hereinstürmte.

«Entschuldigen Sie bitte, aber wir können nicht mehr Leute abziehen. Silvester steht vor der Tür und wie Sie wissen, gab das schon im letzten Jahr ein ziemliches Geraffel. Da brauchen wir jeden Mann», entgegnete ein junger Polizist.
«Und was genau hat das mit meiner Tochter zu tun?»
«Es ist gut jetzt. Sie werden uns schon Bescheid geben, wenn etwas ist. Ich brauche frische Luft», erklärte sie seufzend und stand auf.
Sie mochte es nicht, wenn er laut wurde. Nele jagte es Angst ein. Wenn er toben wollte, sollte er das tun. Aber bitte ohne sie.
«Wo willst du denn hin?», fragte er, als sie schon fast bei der Tür angekommen war.
«Ich muss nachdenken.»

Was hatte sie falsch gemacht? Sie hätte sich nicht von ihrem Telefon ablenken lassen sollen. Natürlich war ihr das bewusst. Aber es musste noch etwas anderes schief gelaufen sein. Nele würde nie so einfach davon laufen. Ihr ging es doch gut, oder? In der Schule hatte es nie Auffälligkeiten gegeben. Vielleicht arbeitete sie auch einfach zu viel. Immerhin war ihre Weihnachtsplanung dieses Jahr ein ziemliches Desaster. Wer ging schon mit seinem Kind einen Tag vor Weihnachten einkaufen? Richtige Eltern wussten schon mindestens einen Monat im Voraus, welche Gaben ihr Kind am Fest auspacken wollten. Doch Nele war anders. Bescheidenheit gehörte zu ihren Stärken. Oder wollte sie einfach nur nicht auffallen?

Zu ihrer Schande musste sie gestehen, dass sie es nicht wusste. Doch sollte nicht gerade eine Mutter ihr eigenes Kind kennen?
Sie hatte keine Ahnung, an welchen Orten sich Nele am liebsten aufhielt. Nele war ja kaum draußen. Und sie selbst war eben oft bei der Arbeit. Der Spielzeugladen war ein gutes Stück von ihrer Siedlung entfernt. Und Nele war nie groß über diese hinaus gekommen.

Sie hatte den Parkplatz bereits überquert und das Auto aufgeschlossen. Als sie in den Wagen stieg, hätte sie die Fahrertür beinahe in den eng an ihrem Auto geparkten Polizeiwagen geschlagen.
Nicht noch randalieren, dachte sie erschöpft.
So hatte sie sich ihr Weihnachtsfest ganz bestimmt nicht vorgestellt. Eigentlich hatte sie den Abend mit ihrer Tochter auf der Couch bei einem Film verbringen wollen.

Stattdessen lenkte sie den Wagen nun an einen Ort, der ihr Ruhe versprach. Hier hatten sie sich das erste Mal kennengelernt. Seither teilten sie besondere Momente an diesem Ort. So hatte sie ihm hier die Schwangerschaft gestanden.
Und danach... Ja, danach war alles etwas kompliziert geworden. Aber dennoch gab es viele schöne Zeiten, an die sie sich gerne erinnerte.
Sie stellte den Wagen neben einem Taxi ab, das den Parkplatz schmückte. Wäre sie nicht so mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt gewesen, hätte sie sich womöglich gefragt, was das Auto hier verloren hatte und wo sein Besitzer war. Anstatt den direkten Weg am See entlang zu laufen, wollte sie eine zweite Route wählen, die sie auch ein Stück am Wald entlang führen sollte.
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Zum LETZTEN Türchen 
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Freitag, 22. Dezember 2017

Lesenacht im Rahmen von #blubberxmas

Bild von Ankas Geblubber
Hallo Buchlinge,

heute Abend fällt der Startschuss für die alljährliche Aktion "Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit" oder in der Kurzfassung #blubberxmas.

Ich habe in den letzten beiden Jahren dazu gelernt: In diesem Jahr werde ich nicht alle Infos in einem Post sammeln, sondern einzelne Tages Updates zur Aktion veröffentlichen. Um was es eigentlich genau geht, könnt ihr am besten HIER nachlesen.

Der Startschuss fällt um 20:00 Uhr mit einer gemeinsamen Lesenacht. Ich werde zwar mit meinem aktuellen Hörbuch einsteigen, beginne aber erst später mit dem Geblubber.

Wir schreiben uns also heute noch im Laufe des Abends. Hoffe ich natürlich.


Kurz nach 21:00 Uhr 

Mittlerweile habe ich das Rad fahren beendet. Der Twitter Sound läuft gerade ununterbrochen und ich habe schon überlegt, diesen Blog Post klammheimlich wieder zu löschen und nur auf Twitter aktiv zu sein. Und jetzt sehe ich, dass hier einfach mal so fünf Kommentare rein gekommen sind. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Ob es Aufgaben bei der Lesenacht gibt, weiß ich im Moment noch gar nicht. Ich werde es aber herausfinden. Erst einmal sollte ich euch vielleicht erzählen, welche Lektüre mich heute Abend begleitet. Es handelt sich hierbei um Lucinda Rileys Der verbotene Liebesbrief. Hier verknüpft die Autorin eine packende Familiengeschichte mit Spannungselementen. Das ist mal was anderes und ich mag die Geschichte.

Bevor ich wieder bei Twitter rein schaue, widme ich mich jetzt erst einmal den Kommentaren unter diesem Post.


Kein gutes Timing

Buchlinge, Asche auf mein Haupt!
Eigentlich wollte ich um kurz nach 22:00 Uhr nur kurz runter ins Wohnzimmer, um der Grafikerin die glückliche Nachricht zu überbringen, dass Isona ihrem Aufruf gefolgt ist und die Türchen des Adventskalenders kommentiert hat.

Nun ja, wie das halt so ist, sitzen wir gerade - ich habe mich nur kurz abgeseilt um mich offziell abzumelden - im Wohnzimmer und reden über Gott und die Welt.
Ich hoffe, ihr versteht das.

Beim nächsten Mal bin ich hoffentlich wieder aktiver mit dabei.

Bis morgen :)
Oder sollte ich lieber sagen: Später?

Donnerstag, 21. Dezember 2017

11. Türchen - Die Jagd


Ein Kaninchen! Ich war mir sicher. Irgendwo hier ganz in der Nähe. Zum Glück waren die dringenden Bedürfnisse des Abends bereits erledigt. So konnte ich mich in Ruhe um den Nachtisch kümmern. Natürlich war das Mahl heute keinesfalls schlecht. Aber so ein Kaninchen? Seien wir doch mal ehrlich: Wer kann da schon widerstehen?

Ich rannte durch den Wald. Irgendwo musste das gute Stück doch zu finden sein, oder?
«GONZO! KOMM SOFORT ZURÜCK!»
Ja, ich hab’s ja gleich. Aber leider verstand er mich nicht wirklich. Ich hatte es ein paar Mal probiert, aber er funkelte mich nur böse an und meinte, ich solle still sein. Er mag halt keine gesprächigen Hunde, dachte ich mir dann. Aber das machte mir nichts aus. Ich konnte auch schweigen. Er war jedenfalls sehr gut zu mir. Und dank ihm hatte ich nicht nur ein Zuhause, sondern auch ein sicheres Jagdrevier. Was wollte ich also mehr?

Wie weit war es noch?
Immer der Nase nach, hatte ich irgendwo einmal gehört. Aber was war, wenn die Nase täuschte? Wenn das Kaninchen doch kein Kaninchen, sondern in Wahrheit etwas völlig anderes war? Unsicherheit überkam mich. Aber der Drang den Nachtisch zu finden, war zu groß. Ich konnte nicht umkehren. Nicht so kurz, vor dem Ziel. Doch woher wollte ich wissen, wann ich das Ziel erreichen würde? Außerdem müsste ich dann den ganzen Weg wieder zurücklaufen. Und dabei waren wir heute schon mal draußen gewesen. Wie sollte ich mich nur entscheiden? Erstmal trugen mich meine Pfoten weiter.

Da mischte sich noch etwas anderes unter den Kaninchengeruch. Etwas, das meinen Geruchssinn ziemlich penetrant belagerte. Es war köstlich. So etwas Gutes gab es nur an bestimmten Orten oder Anlässen. Und er hasste es, wenn ich hier zuschlug und mein Gebettel nicht mehr unterdrücken konnte. Nie hätte ich damit gerechnet, diesen Geruch hier ausmachen zu können. Ich musste der Sache nach. Adieu, Kaninchen.

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Zum NÄCHSTEN Türchen 
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Mittwoch, 20. Dezember 2017

Kleine Veränderungen im Dezember

Guten Morgen Buchlinge,

kurz bevor die diesjährige Ausgabe von lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit beginnt, habe ich etwas aufgeräumt und ein paar Einrichtungsgegenstände zurecht gerückt. In diesem Beitrag möchte ich euch kurz darüber informieren, was sich nun geändert hat. Keine Angst, es ist im Grunde nicht viel.


Die Crowd will einen neuen Namen! 

Die Crowd wird erwachsen und besteht daher auf einen neuen Namen. Und clever, wie die Gruppe eben ist, haben sie ein Wortspiel vorgeschlagen, das perfekt zum Blognamen passt. Ab sofort sind sie nämlich mein Ge(h)folge. Für mich ist der Name noch etwas ungewohnt, weil ich absolut nicht dominant genug bin, um ein Ge(h)folge um mich zu scharen. Aber ich finde das Wortspiel so genial, dass ich dem Vorschlag einfach zustimmen musste.


Neue Namen für ein paar Rubriken

Auch einige Rubriken haben einen neuen Namen gefunden oder werden ab sofort anders zugeordnet. So werden alle Beiträge rund um das Thema Sehbehinderung nun den Titel Ge(h)brechen tragen. Dieser Vorschlag stammt ebenfalls von meinem Ge(h)folge.

Die Rubrik Literatur / Kultur hautnah wird abgeschafft. Alle Berichte von Lesungen, Buchmessen, Konzerten oder anderen spannenden Veranstaltungen gehören ab sofort zur Rubrik Ge(h)lebt. In dem Post Titel wird natürlich weiterhin darauf hingewiesen, ob es sich um einen Monatsrückblick oder um den Bericht einer anderen Veranstaltung handelt.

Außerdem hat Skyara angemerkt, dass die Labels, also die Rubriken über die mobile Ansicht nicht aufrufbar sind. (Wie im Übrigen die ganze rechte Seite, die inur in der Webansicht sichtbar ist).
Deswegen findet ihr jetzt HIER eine Übersicht mit allen Rubriken, die es auf diesem Blog so gibt. Das Ge(h)folge hat auch schon eine Idee für eine neue Rubrik, die 2018 eingeweiht werden soll.

Keine Angst, die Themenübersicht ist auch über das Menü aufrufbar. Ihr müsst also nicht jedes Mal diesen Beitrag heraussuchen.


In diesem Sinne... 

hoffe ich, euch gefallen die Wortspiele ebenfalls und ihr verliert bei den ganzen Ge(h) Rubriken nicht den Überblick.

Dienstag, 19. Dezember 2017

10. Türchen - Der Proll

Es tut mir leid.
Ich gehe nach Australien.
Für immer.
Ich habe da jemanden kennengelernt.
Er heißt Steve.
Ich wünsche dir alles Gute.

Immer nur ich, ich, ich!
Das hatte sie ihm immer vorgeworfen.
Wenn er die «Ichs» in ihrem Abschiedsbrief zählte, kam er auf drei. Dabei hieß es doch immer «Alle guten Dinge seien drei.»
Ja, vielleicht bestand das «gute Ding» ja darin, froh sein zu können, sie endlich los zu sein. Dumm nur, dass sich das Ende ihrer innigen Beziehung bald wieder jährte. Weihnachten... Wie er dieses Fest mittlerweile hasste. Wie oft hatte er sich ausgemalt, die beiden in Australien aufzuspüren und ihnen dann ordentlich einheizen zu können. Aber leider war das Geld knapp und die nötige Ausrüstung nicht vorhanden. Und vielleicht war das auch besser so. Hier in seiner Stadt fühlte er sich immer noch am wohlsten. Er kannte jede Ecke seines Viertels. Und auf seine Rituale wollte er keinesfalls verzichten. Täglich nahm er sein Mittagessen an dieser Currywurst Bude ein.  Bei diesem einsilbigen Budenbesitzer.
Was war nur über ihn gekommen, dem armen Mann von seinen Problemen zu erzählen? Na ja, nun war es jedenfalls zu spät. Heute war der heilige Tag. Der Tag von Jesus Geburt. Dabei hatte er irgendwo einmal gelesen, dass der Typ gar nicht im Winter geboren worden war.
Horst streifte durch die Straßen.
Warum bin ich nicht einfach in meiner warmen Wohnung geblieben? Bei einem kühlen Bier?, verfluchte er sich.
Weil das Fernsehprogramm nicht überzeugte. Das war wohl die einzig ehrliche Antwort.
Immer dieselben friedlich fröhlichen Spielfilme, die von einem glücklichen Fest berichteten. Wo war das Kontrastprogramm? Ach ja, das wurde zwar geboten, allerdings mit nervigen Lachsalven im Off bestückt.
«Hör auf zu jammern und mach was aus deinem Tag. Du siehst das Leben immer so negativ.»
Nur, weil sie die Fröhlichkeit in Person war! Das Leben war für ihn nun mal schwierig. Konnte er das dann nicht auch offen zugeben?
An einer Haltestelle angekommen, stellte er fest, dass gleich die letzte Bahn abfahren würde. Wohin sie fuhr? Irgendwo in Richtung Stadt auswärts.
«Ja, es ist kalt, aber ein Spaziergang ist vielleicht gar keine schlechte Idee», murmelte er mehr zu sich selbst.

Die Bahn hatte ihn tatsächlich am Ende der Welt wieder ausgespuckt.
«Du solltest dir einen Hund zulegen. Vielleicht weißt du die Natur dann endlich zu schätzen, wenn du öfters raus musst.»
Es war so klar, dass so ein dummer Vorschlag nur von einer Frau kommen konnte. Als ob ein Tier irgendetwas an seiner Einstellung ändern würde. Außerdem hatte sie dann immer hinzugefügt, dass ihm Gesellschaft vielleicht ganz gut täte. Dabei suchte er doch gar keine Kontakte. Und ein bellendes Tier, das nebenbei mehr Arbeit machte und nicht einmal etwas auf seine Monologe erwidern konnte, trug ganz bestimmt nicht zu seinem Wohlbefinden bei. Wenn er der Welt nämlich etwas zu sagen hatte, wollte er schon, dass seine Zuhörer auch darauf reagierten. Sie mussten vor den falschen Entscheidungen des Lebens gewarnt und somit bewahrt werden. Das war seine Mission.

Er entdeckte den Parkplatz auf dem ein einsam verlassenes Taxi stand. Dann mussten hier irgendwo noch Menschen sein. Um diese Zeit. Dabei hatte er doch gehofft, irgendwo ungestört seinen Gedanken nachgehen zu können. Doch da überkam ihn eine Idee. Was schaute er sonntags gern? Den Tatort. Und dort jagte ein Verbrechen das nächste. Vielleicht könnte das der Auftakt einer spannenden Geschichte sein. Tatort im Reallife. Oder warum sollte sonst ein einsames Auto mitten in der Nähe eines Sees herum stehen?
Er ging den Weg hinunter und sah aus weiter Ferne etwas leuchten. Außerdem hörte er Stimmen. Na, die konnten wohl nicht alle mit dem Taxi gekommen sein, dachte er sich, während er einen Zahn zulegte um die Gruppe schnellstmöglich zu erreichen.

Er konnte es kaum glauben. Da war seine Bude. Mit dem Budenbesitzer. Wie hieß er doch gleich? Na ja, er hatte es noch nie so mit Namen gehabt. Das hatte seine Exfreundin nämlich auch gestört. «Ich hab dir jetzt schon mindestens fünf Mal von ihr erzählt. Wenn sie uns nächste Woche besuchen kommt, solltest du schon wissen, wie meine Schwester heißt», hatte sie ihm mit vorwurfsvollem Ton erklärt.
«Was macht ihr einsamen Kojoten denn hier an Weihnachten?», rutschte es ihm lautstark heraus, als er vor der Gruppe zum Stehen kam.
Die lebhaften Gespräche verstummten. Alle starrten ihn an.
Fünf Personen hatten sich vor der Bude platziert. Und ein Hund wuselte auch noch umher. Er stöhnte innerlich. Hoffentlich macht der Köter keinen Radau, schoss es ihm durch den Kopf.
«Das Gleiche könnten wir Sie auch fragen», antwortete ein Mann ungefähr in seinem Alter.
«Ich gehe spazieren und dachte ich schaue mal, ob jemand meine Anwesenheit gebrauchen kann.»
Er blickte zu dem Budenbesitzer.
Dieser wich seinem Blick aus.
Na danke, das hatte ihm gerade noch gefehlt.
«Möchten Sie etwas trinken?», fragte eine Frau vorsichtig. Sie trug eine Winterjacke, die nicht gerade günstig aussah. Darunter war der Rock eines Kostüms oder Kleides zu erkennen. Zu schick um alleine einfach mal so an Weihnachten spazieren zu gehen, stellte er fest.
«Wenn ihr etwas Ordentliches da habt und Sie sich den Drink mit mir teilen, gerne», antwortete er und bahnte sich einen Weg an die Theke. Die Frau stand schnell auf, verschwand in der Bude und suchte nach einer Flasche und einem Becher. Sie machte einen sicheren Eindruck. Wahrscheinlich geht sie demnächst bei ihm in die Lehre, dachte Horst anerkennend. Nie hätte er gedacht, dass der Budenbesitzer jemanden hinter seiner Theke duldete.
Ja, er musste zugeben, dass er die Frau ziemlich attraktiv fand. Diese Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen. Natürlich trauerte er seiner Exfreundin hinterher. Aber gegen eine neue Beziehung war wohl nichts einzuwenden, oder? Und welche Gelegenheit bot sich da besser an, als Weihnachten. Das Fest der Liebe.
Der Herr, der eben noch so frech gekontert hatte ,war mit seinem Gefolge aufgestanden und hatte sich ein paar Schritte von der Bude entfernt.
Sein Blick fiel nach rechts und er sah eine Frau, die in eine Decke gehüllt war. Sie zitterte.
«Na, Sie hat es wohl ziemlich kalt erwischt, was?», fragte er und lachte über seinen eigenen Witz.
Die Frau zuckte zusammen und blickte zu Boden.
«Es gab da so einen kleinen Zwischenfall, ja», murmelte der Budenbesitzer.
«Dann erzählt mal die ganze Story. Ich könnte etwas Lustiges vertragen an diesem schrecklichen Tag.»
Keiner rührte sich.
Die Frau, die ihm noch eben etwas zu trinken angeboten hatte, tauchte wieder auf und quetschte sich zwischen ihn und die Decken-Frau. Besser konnte es nicht laufen. Sie stellte einen Becher vor ihm ab. Ohne einen Blick hineinzuwerfen, nahm er einen Schluck.
«Was hat Sie denn an diesem Weihnachtstag hier her verschlagen?», versuchte die Frau ein Gespräch in Gang zu bringen.
«Ach, nur etwas die Beine vertreten. Baden gehen wollte ich jedenfalls nicht. Ich bin kein Abenteurer. Und schon gar nicht um diese Jahreszeit. Als ich jung war, gab es Idioten, die im Winter sogar...»

Ihn überkamen wieder die alt bekannten Erinnerungen seiner Jugend. Was war das doch für eine ereignisreiche Zeit gewesen. Damals als er noch jung war, Menschen um sich herum gehabt hatte. Und dann hatte sich nach und nach einiges geändert. Freunde waren Bekannte geworden. Und Bekannte irgendwann nicht mehr gern gesehen. Entweder waren sie ihm aus dem Weg gegangen oder hatten ihn mit Geschichten genervt, die er weder hören wollte noch brauchen konnte. So war er irgendwann alleine übrig geblieben. Alleine mit seiner Freundin. Die hatte es aber wie bereits erwähnt auch nicht lange mit ihm ausgehalten.
«Meine Freunde mögen dich nicht. Du redest ihnen zu viel. Ich meine, wenn es wenigstens nur harmlose Geschichten wären. Aber du hältst ihnen ständig vor, was sie alles falsch machen. Weißt du wie anstrengend das ist?»
Dabei wollte er nur vermeiden, dass es Menschen gab, die denselben Fehlern unterlagen, wie er.
«... und aus diesem Grund habe ich davon Abstand genommen überhaupt baden zu gehen. Aber Sie könnten so ein skandinavisches Bad doch sicher vertragen.»

Er nahm noch einen Schluck von dem Becher, der vor ihm abgestellt worden war. Dabei stellte er fest, dass seine Gesprächspartnerin diesen höchstens bis zur Hälfe gefüllt haben konnte. Der Becher war fast leer.
«Ich denke nicht, dass es Sie etwas angeht, was ich in meiner Freizeit unternehme.»
Aha, taff war sie also auch noch. Langsam aber sicher wurde ihm wieder einmal bewusst, dass er wohl etwas Falsches gesagt haben musste. Ihr Blick schien ernst und reserviert. Das eben noch höfliche Lächeln war aus ihrem Gesicht verschwunden.
Er nahm einen letzten Schluck aus seinem Becher. Die Frau machte keine Anstalten, ihm nachschenken zu wollen. Stattdessen nickte sie ihm zu, wandte sich ab und ging zu den anderen drei Personen, die sich zuvor entfernt hatten. Anscheinend waren Neuankömmlinge zur Gruppe gestoßen.

«Gut, dann eben nicht», stellte er achselzuckend fest. Auch der Budenbesitzer schien in ein leises Gespräch mit der Decken-Frau vertieft zu sein. Er nahm keine Notiz von Horst. Oder er ignorierte ihn absichtlich. Da war sich der Mann mittlerweile nicht mehr so sicher.
«Na, über was plaudert ihr denn?», versuchte er sich einzuschalten. Der Budenbesitzer funkelte ihn an, während die Frau zu Boden blickte.
«Ich denke, es ist an der Zeit zu gehen», sagte der sonst so schüchterne Mann ziemlich bestimmt.
«Ach, wirklich? Na dann auf!», kommentierte Horst und blickte ihm dabei in die Augen. Der Budenbesitzer hielt seinem Blick stand. Und so erkannte Horst, dass nicht etwa der Würstchenverkäufer das Feld räumen wollte. Horst erlebte es nicht oft, aber in diesem Moment nahm sein Gesicht eine leichte Farbe an.
«Also gut. Wir sehen uns.»

Bemüht, weiterhin entspannt zu wirken, nickte er den beiden zu, wandte sich ab und verschwand in die Richtung aus der er gekommen war. 

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