Sonntag, 22. Oktober 2017

Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung - Tipp 4: Bezieh nicht alles auf dich!

Hallo in die Runde,

nun sind wir auch schon beim letzten Beitrag in dieser kleinen Reihe angekommen. Für alle, die die Beiträge jetzt erst entdecken, nochmal eine kurze Zusammenfassung: Ich, selbst Studentin mit Sehbehinderung, dachte mir, dass es eine clevere Geschichte wäre, anderen Studenten mit Behinderungen Anregungen für den Studienalltag zu geben.

Im ersten Tipp ging es um das Thema Orientierung. Hier spielt hauptsächlich die räumliche Orientierung eine Rolle. Ich verrate euch, wie ich mich zu Beginn auf dem Hochschulgelände orientiert habe und erkläre auch, was Mobilitätstraining ist und wie ihr das beantragen könnt.

Im zweiten Tipp geht es um das Thema Organisation. Und glaubt mir, da können sich auch nicht behinderte Studenten wahrscheinlich ein paar tolle Inspirationen holen. Die behandelten Themen sind hier u.a.: Nachteilsausgleich im Studium, Beschaffung von Fachliteratur.

Im dritten Tipp geht es dann ans Eingemachte: Umgang mit der eigenen Behinderung. Natürlich möchte niemand auf seine Behinderung reduziert werden. Dennoch gibt es, meiner Meinung nach, wichtige Dinge, die andere vielleicht wissen sollten, damit Unsicherheiten und Irritationen abgebaut werden können.

Wie immer gilt: Die in den Beiträgen angesprochenen Anregungen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie können euch weiterhelfen oder ihr könnt sie verfluchen und mich zum Teufel jagen. Schön finde ich es, wenn wir in den Kommentaren darüber ins Gespräch kommen.

Wie es der Titel schon sagt, soll es heute um das Thema Bezieh nicht alles auf dich! gehen. Und das ist wirklich eine knifflige Sache. Dieser Punkt hängt ziemlich eng mit dem vorangegangen Tipp, dem Umgang mit der eigenen Behinderung, zusammen. Dennoch gibt es hier genügend Stoff für einen eigenen Beitrag. Also, auf geht's:


4. Bezieht nicht alles auf euch persönlich

Gerade in der Anfangszeit oder im Laufe eures Studiums kann es immer wieder irritierende Situationen geben. Um besser verdeutlichen zu können, was ich meine, führe ich mal die beiden folgenden Beispiele an:

Betriebsblinde Dozenten 
Das kann schon bei einfachen Schaut-euch-um-und-bildet-eine-Gruppe Situationen losgehen. Kurz zu Erklärung: Wer hier eine räumliche Übersicht hat und zusätzlich noch Blickkontakte aufnehmen kann, findet so die perfekten Gruppenmitglieder.

Ich habe aber ein anderes Beispiel für euch: Im Rahmen meines Studiums mussten wir auch ein einjähriges Seminar in Gesprächsführung belegen. Hier ging es nicht nur darum, sich Theorie anzueignen. In der Anfangszeit war es wichtig, dass wir uns untereinander kennenlernten und Vertrauen zueinander aufbauen konnten. Später sollten dann nicht nur anhand von Fallbeispielen Gesprächssituationen nachgestellt werden, sondern auch eigene Themen auf den Tisch kommen.

Zu Beginn des Seminars fand also ein Kennlernspiel statt. Hier wurde jedem von uns ein Zettel auf den Rücken geklebt. Wir sollten uns dann positive Dinge auf den Rücken schreiben. Mir war klar, dass das bei mir aufgrund des Sehrests nicht funktionierte. Ich thematisierte es und so wurden mir Sachen auf den Rücken geschrieben, aber selbst musste ich nichts schreiben. Ich ging also davon aus, dass klar ist, dass ich bei solchen Übungen nicht mitmachen kann.

Zum Seminarabschluss haben wir dann eine Reihe solcher Spiele gemacht. Erst sollten wir in Partnerarbeit ein Bilderrätsel zusammensetzen. Ein Dialog zwischen meinem Partner und mir:
Er: "Siehst du es?"
Ich: "Nein!"
Und so durfte er das Rätsel dann alleine machen. Zum Abschluss hat jeder von uns einen Zettel in der Form eines kleinen Herzens bekommen. Wir sollten wieder unseren Namen darauf schreiben und die Zettel gingen reihum. Jeder durfte wieder eine Bemerkung über jemand anderen auf dem neuen Zettel notieren. Wieder war ich außen vor. Die Zettel hatten unterschiedliche Farben, sodass ich nicht lesen konnte, was auf den einzelnen Zetteln stand. Der Kontrast war für mich nicht ausreichend. (Beispiel: dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund). Jemanden zu bitten, etwas für mich aufzuschreiben, hätte ich in dem Moment ziemlich unpassend gefunden, zumal so jemand anderes von der Arbeit abgehalten worden wäre und man mehr Zeit hätte einplanen müssen.

Jetzt denkt ihr euch vielleicht: Immer diese bösen, bösen Dozenten. Das ist mir aber zu einfach gedacht.
Hier finde ich es sehr wichtig, sich immer wieder klarzumachen, dass Personen in den seltensten Fällen mit Absicht ausgeschlossen werden. Es ist kein persönlicher Angriff gegen euch oder eine bewusste Ignoranz eurer Behinderung. Um mal beim obigen Beispiel zu bleiben: Ich studiere Soziale Arbeit, da geht es mitunter darum, Klienten in schwierigen Lebenslagen zu helfen. Der/die DozentIn hätte den Beruf also ziemlich verfehlt, wenn sie sich einen Spaß daraus macht, Kursteilnehmer aus der Übung auszuschließen.

Dennoch sorgen solche Situationen für Frustration. Wäre es nicht der letzte Kurstermin gewesen, hätte ich wahrscheinlich etwas gesagt, in der Hoffnung, dass bei anderen Terminen auf visuelle Spiele verzichtet wird. So habe ich es über mich ergehen lassen, mich im Nachhinein bei Freunden ziemlich darüber aufgeregt, aber am eigentlichen Problem hat es nicht wirklich etwas geändert. (Also, merkt euch: Genauso macht ihr es bitte nicht :-) ).
Auch wenn es absolut nervig ist: Bei einigen Dozenten muss man wirklich hinterher sein. Das oben genannte Beispiel war das einzige, in dem es so massive Probleme gab. In anderen Kursen fragten mich die Dozenten zum Teil, was ich bräuchte bzw. reagierten verständnisvoll wenn ich beispielsweise darum bat, dass Unterlagen bitte vorab hochgeladen werden sollten. Wichtig ist hier natürlich, dass ihr nicht von vorne herein fordernd daherkommt. Ich schweife ab...

Kurzum: Ihr könnt eure ganze Energie jetzt in die Keiner-beachtet-mich-Nummer stecken. Aber das ist es echt nicht wert. Denn so bleibt nichts mehr übrig, um Lösungsansätze zu finden, damit ihr auch etwas von der Lehrveranstaltung habt.

Kommunikation unter Studierenden
Ihr kennt es sicher: In der Anfangszeit lernt ihr einen Haufen netter Leute kennen und führt gute Gespräche. Und dann sitzt ihr in einem Vorlesungssaal mit hundert anderen Studierenden. Wer da diejenigen wiederfindet, mit denen er reden möchte, der kann mir mal SOFORT sein Geheimrezept verraten.

Im vorherigen Bericht habe ich bereits erzählt, dass ich zu Beginn von Seminaren kommuniziert habe, dass ich die Leute in einer großen Gruppe weder erkennen noch wiederfinden werde. Wenn es also Pausen während der Vorlesungen gab, bin ich meist auf meinem Platz sitzen geblieben, weil herumlaufen und Leute suchen mit denen ich vielleicht reden möchte, für mich keinen Sinn ergab.

Immer wieder kam es vor, dass ich irgendwo in meiner Nähe bekannte Personen hören konnte, aber nicht genau wusste, wo sie sich befinden. Rufen hätte bei der Lautstärke im Raum absolut nicht funktioniert. Zu Beginn war ich dann sehr irritiert, weil ich hörte, dass sie in meiner Nähe waren, sie aber nicht vorbeikamen, um kurz Hallo zu sagen. Ich hatte damals die Idee, dass wir uns doch ganz gut verstanden hatten und war daher verwundert, dass offenbar kein Interesse bestand, sich mit mir in der Pause zu unterhalten.

Und hier ist schon das erste Problem: Ich bin hier in einer Warteposition, in der ich eigentlich nicht sein will. Wenn ich mich daher wirklich mit Leuten in der Pause treffen möchte, könnte ich ihnen beispielsweise schreiben und die Situation erklären und schauen, was passiert. Dieses Gedankenspiel spinne ich an dieser Stelle mal in zwei Richtungen weiter:

Situation 1: Nach verschickter Nachricht, hat sich das Problem in Luft aufgelöst. Menschen sind nicht perfekt. Da ich mich beispielsweise sicher im Hochschulgebäude bewege, haben sie einfach vergessen, dass ich sie nicht sehen kann. Und ja, dass kann wirklich passieren, weil ich mich ja nicht unsicher in den Räumen bewege. (Selbst meine Eltern haben früher daheim ab und an vergessen, dass ich schlecht sehe, weil ich mich in gewohnter Umgebung eben schnell bewege).

Situation 2: Wenn sich dann immer noch nichts ändert, neigen viele von euch sicher dazu, entweder den Fehler bei euch zu suchen oder die Studenten zu verteufeln. So nach dem Motto: Die schließen mich ja alle aus und wollen nichts mit mir zu tun haben. Und ich vermute, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Es geht also zum einen darum, die Kommunikation unter Sehenden (ich mag das Wort nicht, aber mir fällt momentan noch kein anderes Synonym ein, deswegen: verzeiht!) zu verstehen und vielleicht auch zu schauen, was mein Anteil an der fehlenden Kommunikation ist.

Jemand, der keine Sehbehinderung hat, schafft es ebenfalls nicht mit allen bekannten Personen in einem Hundert-Leute-Vorlesungsraum zu reden. Das ist einfach so. Allerdings haben es Sehende einfacher, mit anderen Menschen in Dialog zu treten. Man winkt sich im Vorbeigehen zu, nimmt Blickkontakt auf und so sind oft schon die ersten Weichen für ein Gespräch oder ein Hey-ich-hab-dich-gesehen-Moment gestellt. Das Gegenüber fühlt sich beachtet und beide gehen wieder ihrer Wege.

An dieser Stelle noch eine kleine, lustige Situation: In der Anfangszeit meinte eine Kommilitonin mal zu mir: "Hey, ich hab dir vorhin gewunken und dann ist mir eingefallen, dass du das ja gar nicht siehst." Das fand ich dann irgendwie witzig und nett zugleich.

Kommen wir abschließend nochmal zu der Frage nach der Kommunikation: Wie bereits angekündigt, würde ich erst einmal versuchen, mich gezielt zu verabreden. Wenn das Gegenüber hier aber bei ausweichenden Ja-mal-schauen-Sätzen bleibt, würde ich den Personen ehrlich gesagt nicht mehr hinterher rennen. Diese Ich-will-mich-nicht-festlegen-Sätze haben unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen könnt ihr hier verplanten Menschen begegnen, die sich noch nie festlegen mussten und ihr Leben daher weiterhin spontan gestalten wollen.
Oder es ist einfach die freundliche Sorry-eigentlich-bist-du-nicht-mein-Fall-Antwort. Und auch das kann tausend Gründe haben und muss nicht zwingend mit eurer Behinderung zusammenhängen. Schließlich habt ihr im Laufe eures Lebens sicher ebenfalls Menschen kennen gelernt, die euch einfach nicht liegen. Punkt. Aus.


Was tun gegen Einsamkeit? 

In der Theorie klingt das natürlich alles so einfach und logisch. Aber in der Praxis ist das oft alles um einiges komplizierter. Gerade in den ersten Wochen meines Studiums bin ich morgens an die Hochschule gefahren, habe im Laufe des Tages kein einziges Gespräch geführt und bin dann wieder nach Hause gekommen. Wäre ich in einer fremden Stadt gewesen, hätte ich mein Studium wahrscheinlich abgebrochen, weil Einsamkeit schon ziemlich nervig sein kann.

Daher die Frage: Was tun? Wenn ihr merkt, dass euch euer Semester einfach nicht liegt, bleibt immer noch die Option, euch Kontakte außerhalb des Semesters oder der Hochschule zu suchen. Vielleicht habt ihr ein Hobby, das ihr auch trotz Studium weitermachen könnt.

Mir hat besonders geholfen, meine innere Einstellung zu Kommunikation und Dialogen zu überdenken. Früher bin ich mit dieser Hey-ihr-müsst-doch-mit-mir-reden-Mentalität an die Hochschule gefahren. Ich wollte unbedingt Kontakte. Und genau das strahlte ich auch aus. Es war in unsichtbaren Lettern auf meine Stirn gedruckt. Nachdem ich diese Haltung dann über Bord geworfen und sie gegen einen Entweder-es-läuft-was-oder-halt-nicht-Satz eingetauscht habe, erlebte ich Tage mit ungeahnten Begegnungen. So ist es mir beispielsweise noch im vorletzten Semester passiert, dass ich neue Leute kennengelernt habe. Und damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.
Dennoch ist es natürlich wichtig, Menschen um sich herum zu haben, die einem liegen. Egal, ob das jetzt im eigenen Studiengang oder außerhalb des Hochschullebens ist.


Und du? 

Hast du selbst eine Behinderung und befindest dich in einer Ausbildung oder einem Studium? Wie erlebst du deinen Alltag?

Bist du ein Student oder Azubi ohne Behinderung, der diese Beiträge neugierig verschlungen hat? Was denkst du über die angesprochenen Themen? Hast du in deinem Jahrgang selbst jemanden mit Behinderung?


In dieser Rubrik bereits erschienen:  

Bewerben für die Ausbildung / das Studium - HIER KLICKEN
Wo und wie beantrage ich Hilfsmittel - HIER KLICKEN
Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum? - HIER KLICKEN
Wie beschaffe ich mir Fachliteratur? - HIER KLICKEN
Was muss ich für Prüfungen beachten? - HIER KLICKEN
Umgang mit der Sehbehinderung eigene Erfahrungen - HIER KLICKEN
Wie arbeite ich mit einer Gesetzessammlung? HIER KLICKEN
Wichtige Tastaturbefehle (Shortcuts) im Überblick HIER KLICKEN
Blind heißt nicht gleich nichts sehen - HIER KLICKEN
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 1: Orientierung ist alles HIER KLICKEN 


Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 2: Organisation ist alles HIER KLICKEN 
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 3: Umgang mit der eigenen Behinderung HIER KLICKEN 


Samstag, 21. Oktober 2017

Graffiti Moon

Bild von HörbuchHamburg
Steckbrief

Name: Graffiti Moon (auch als Buch erhältlich)
Autor: Cath Crowley
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher: Mirco Kreibich, Birte Schnöink, Hans Löw,
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von HörbuchHamburg

"Lucys Herz gehört Shadow, dem geheimnisvollen Graffiti-Künstler, dessen Werke über die ganze Stadt verteilt sind – dabei hat sie ihn noch nie gesehen! Irgendwo da draußen streicht er herum und sprüht Leben an die grauen Wände. Als der seltsame Ed ihr verspricht, sie Shadow vorzustellen, folgt Lucy ihm durch die Nacht. Und in dieser einen Nacht, in der die tiefsten Geheimnisse von der Dunkelheit umgeben sind, finden Lucy und Ed doch Licht im Dunkeln?"


Meine Meinung 

Gestaltung 
In Graffiti Moon begegnen wir drei Handlungssträngen. Daher kommen hier auch wieder drei Sprecher zum Einsatz. Zu Beginn war ich etwas verwirrt, wer von den Männern jetzt wer ist, aber Wikipedia hat mich dann aufgeklärt.
Birte Schnöink gehört langsam aber sicher wirklich zu meinen Lieblingssprecherinnen. Ich finde es immer noch total faszinierend, dass sie so jung klingt. Sie hat den Charakter von Lucy, die sehr verträumt wirkt, gut erfasst. Ich konnte mir das Mädchen, das auf der Suche nach Shadow ist, praktisch bildlich vorstellen.
Mirco Kreibich schlüpft hier in die Rolle von Ed, einem Jungen, dem Lucy schon lange nicht mehr egal ist. Doch Ed hat ein Geheimnis. Und er glaubt, wenn er es verrät, ist alles verloren. Doch ist es das nach dieser Nacht nicht sowieso schon? Er steht vor einer Zerreißprobe. Und diese Gefühle hat Mirco Kreibich ziemlich gut übersetzt. Er und Birte Schnöink haben gut miteinander harmoniert. Während Birte Schnöink jung klingt, gibt Mirco Kreibich Ed einen Hauch mehr Lebenserfahrung. Doch wenn man hier genau hinsieht, wirkt Ed gar nicht so sicher, wie gedacht.
Und dann gibt es da noch den dritten Strang, den ich irgendwie nicht ganz verstanden habe. Hans Löw erzählt hier die Geschichte eines Mannes und seiner großen Liebe. Hier und da gibt es Parallelen zu unseren Protagonisten. Manchmal fragte ich mich, ob dieser Handlungsstrang den beiden näher war, als gedacht.

Inhalt
Cath Crowley nimmt uns hier mit auf eine Reise durch die Nacht. Sie hat hier eine schöne Geschichte geschaffen, die von zwei Jugendlichen erzählt, die nicht nur auf der Suche nach sich selbst sind. Sie suchen Menschen, die sie verstehen und glauben, ihnen ganz nah zu sein.

Lucy und ihre Freundinnen haben gerade das zwölfte Schuljahr beendet. Der Abend will gefeiert werden. Als Lucy dann noch Ed trifft, der den Graffiti Künstler Shadow kennt, schwebt sie auf Wolke sieben. Beide machen sich auf um den geheimnisvollen Shadow suchen zu gehen.

Cath Crowley greift hier die Themen auf, die Jugendliche bewegen. Die erste Liebe, die Suche nach den eigenen Wurzeln und die Vorstellungen, wie das eigene Leben gestaltet werden kann. Und das Schöne ist, dass ich mich in der Geschichte wirklich wiederfinden konnte. Zu Beginn von Graffiti Moon glaubte ich, dass unsere Protagonisten jünger sind, als gedacht. Doch dann verwirrte mich die Tatsache, dass Lucy bald aufs College gehen würde. Trotz des Chaos in meinem Kopf wirkten die Charaktere keinesfalls unglaubwürdig. Gedanken und Handlungen passten zueinander und waren für mich verständlich dargestellt.

Spannung
Neben der Frage, ob Lucy Shadow finden wird, bahnt sich noch ein anderer Spannungsbogen an. Diesen hat Cath Crowley geschickt eingefädelt und auch wieder aufgelöst, ohne dabei ein Feld der Verwüstung zu hinterlassen. (Dieser Satz klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich dramatisch :) ). Der Spannungsbogen hat mich wirklich überzeugt.

Schreibstil 
Cath Crowley hat einen angenehmen, lebendigen aber auch tiefgründigen Schreibstil. Sie kehrt die Innenwelt unserer Hauptcharaktere gut nach außen. Außerdem hat sie eine Reihe wirklich lustiger, humorvoller Dialoge geschaffen. Da habe ich mir glatt das ein oder andere Zitat herausgeschrieben.

Gesamteindruck 
Bei Graffiti Moon handelt es sich um ein wunderbares Jugendbuch, das den Leser auf eine schöne Reise mitnimmt. Selbst wenn man nicht mehr im High School Alter ist, kann man trotzdem etwas aus der Geschichte mitnehmen. Und das hat mir besonders gut gefallen.


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Darm mit Charme

Bild von
Ullstein Verlag
Steckbrief 

Name: Darm mit Charme (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Giulia Enders
Verlag: Ullstein Verlag
Geeignet für: alle, die sich mit dem Thema Darm beschäftigen wollen und verständlich geschriebene Lektüre suchen
Gelesen oder gehört: gelesen, als Paperback
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Klappentext 

(von Ullstein Verlag

"Unser Darm ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft. Wenn man ihn gut behandelt, bedankt er sich dafür. Das tut jedem gut: Der Darm trainiert zwei Drittel unseres Immunsystems. Aus Brötchen oder Tofu-Wurst beschafft er unserem Körper die Energie zum Leben. Und er hat das größte Nervensystem nach dem Gehirn. Allergien, unser Gewicht und eben auch unsere Gefühlswelt sind eng mit unserm Bauch verknüpft. In diesem Buch erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders, was die medizinische Forschung Neues bietet und wie wir mit diesem Wissen unseren Alltag besser machen können. Die dazu gehörigen Illustrationen stammen aus der Feder ihrer Schwester Jill. Die aktualisierte Neuauflage wird um ein Kapitel ergänzt: Die Schwestern Enders geben hier ein Update zu neuen Forschungsergebnissen und der Welt der Mikroben.


Meine Meinung 

Dieses Buch ist mir so unfassbar oft im Buchladen begegnet. Das mag wahrscheinlich einfach daran liegen, dass es ziemlich lange auf der Bestsellerliste stand. Am Anfang hab ich den Hype um Darm mit Charme nicht so recht verstanden. Was sollte an diesem Thema bitte charmant sein? Dennoch siegte irgendwann die Neugier und das Buch zog bei mir ein. 

Darm mit Charme hat eine angenehme Schriftgröße und ist zudem sehr ansprechend gestaltet. Immer wieder tauchen Abbildungen in der Lektüre auf, die den Inhalt zum einen auflockern und zum anderen auch gut untermalen. Sehr toll fand ich, dass die Abbildung als Unterstützung dienten, aber nicht Voraussetzung dafür waren, den Inhalt verstehen zu können. 

Mir fällt es sehr schwer den Inhalt in Kürze zusammenzufassen, weil Giulia Enders das Thema Darm aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und ich das Buch nur gelesen aber nicht wirklich damit gearbeitet habe. Toll finde ich, dass sie umfassend über den Darm informiert. Sie beginnt beim richtigen Sitze nauf der Toilette, erklärt, was bei der Verdauung wirklich passiert und das anhand eines tollen Beispiels und erzählt zudem ausführlich wie der Darm und das Nervensystem zusammenhängt. In einer Talkshow erzählte sie, dass sie von den Medien gebeten wurde, den Darm-Nerven-Teil möglichst unerwähnt zu lassen, mit dem - meiner Meinung absolut dummen - Argument, dass die Menschen das ja gar nicht hören wollen. Und genau das stimmt einfach nicht. In unserer heutigen Gesellschaft leiden immer mehr Menschen an Stress, Depressionen oder Burnout. Da ist es doch interessant zu erfahren, ob und wie das mit dem Darm zusammenhängt. 

Giuila Enders hat einen angenehmen Schreibstil. Sie baut einiges an sprachlichen Bildern ein, was aber auch dafür gesorgt hat, dass ich Mühe hatte in das Buch hineinzukommen. Manchmal bin ich ihrem sprachlichen Bild so weit gefolgt, dass mir der Weg zurück zum Abstrakten oft etwas zu schnell ging und ich mich fragte, wie wir von der einen Stelle plötzlich bei der nächsten gelandet sind. Dennoch sind mir einige Bilder sehr präsent geblieben. Beispielsweise erzählt sie, dass der Darm wie ein Wald sei. Man könne neue Pflanzen oder Blumen setzen - übertragen auf den Darm wären das Bakterien - müssten aber auch Geduld haben, ob diese wirklich wachsen und das Bild des Waldes verändern. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Darm mit Charme sehr gut gefallen hat. Besonders schön fand ich, dass die Thematik so erklärt wurde, dass vor allem Nicht-Mediziner die Möglichkeit hatten, inhaltlich mitzukommen und etwas zu lernen. 

Montag, 16. Oktober 2017

SuB Geheimnisse Part 2: (Auto)Biografien

Hallo Buchlinge,

vor einer Weile habe ich euch ja in meinen Stapel ungelesener bzw. ungehörter Hörbücher eingeführt. Und die Podcast Folge ist - um es mit emions Worten zu sagen - etwas eskaliert.
Deswegen hab ich mir vorgenommen, die ganze Aktion etwas zu kürzen, weil sonst nicht nur euer Gehirn, sondern wahrscheinlich auch meines explodiert.

Kurz zu der Idee: Ich stelle euch nicht mehr alle Hörbücher oder Bücher eines Genres vor, sondern suche mir die heraus, die ich am langweiligsten oder am spannendsten finde. Es kann aber auch vorkommen, dass es Rubriken gibt, in denen nur spannende Bücher zu finden sind. Dann gibt es halt kein langweiliges Buch. Aber ich denke, ihr könnt es verkraften.

Wie der Titel schon sagt, soll es in diesem Post um die Hörbücher aus dem Genre (Auto)biografie gehen. Vielleicht mache ich an dieser Stelle nochmal auf den Unterschied aufmerksam: Eine Autobiografie wurde von dem Autor selbst geschrieben. Biografien werden meist von anderen Personen verfasst. Aber natürlich wird hier eng mit demjenigen zusammengearbeitet, von dem die Biografie handelt.

Aber fangen wir jetzt mit meinen Büchern an.


Langweiligstes Hörbuch 

Mr. Nice von Howard Marks 
Der Klappentext (von Goldmann Verlag)
"Mr Nice alias Howard Marks war der berühmteste Drogendealer der Welt. Nach einem Studium in Oxford vernebelte er in den Siebzigerjahren das Bermuda-Dreieck zwischen Irland, Großbritannien und Spanien mit Stoff aus Pakistan. In den Achtzigern besaß er 43 Decknamen, 89 Telefonanschlüsse und 25 Firmen. Nach seiner Verhaftung 1988 saß er sieben Jahre in Amerikas härtestem Knast ein. Seine Biographie klingt unglaublich und ist doch wahr."

Warum mich das Hörbuch erstmal nicht anspricht
Ich muss dazu sagen, dass das Hörbuch so alt ist, dass es beim Verlag nicht mehr vertrieben wird. Ich finde das schon echt krass, weil ich dachte, dass Hörbücher auch zeitlos sind und quasi immer erhältlich sind.

Nun aber zum Inhalt: An sich ist es spannend zu erfahren, wie ein Mann sich so viele Identitäten und Firmen aufbauen konnte ohne erst einmal aufzufliegen. Ein bisschen erinnert mich das Setting an den Film Catch me if you can. Hier schleicht sich unser Protagonist ebenfalls durchs Leben und gibt vor etwas zu sein, was er nicht ist.
Allerdings merke ich auch, dass ich schon eine Abneigung gegen Mr. Nice hege. Natürlich hat er sicher seine Gründe gehabt, Drogendealer zu werden und mehrere Identitäten anzunehmen. (Der Satz klingt schon verrückt, oder?)
Aber wenn ich seine Biografie höre, muss ich mich ja auch auf seine Ansichten einlassen können. Und das kann und will ich im Moment noch nicht. 


Spannendste Hörbücher  

Warum soll ich mich eigentlich entscheiden, wenn ich auch einfach zwei Hörbücher vorstellen kann? Also legen wir doch gleich mal los. 

Mein Leben von Marcel Reich-Ranicki
Klappentext von der hörverlag
"Heute kennt man Marcel Reich-Ranicki vor allem als wortgewaltigen Kritiker, der über viele Jahre mit der ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" Literatur einem breiten Publikum nahe brachte. In seinen Memoiren lernt man ihn als einen Menschen kennen, dessen Schicksal eng mit dem bedrückendsten Teil der Geschichte dieses Jahrhunderts verknüpft ist. Wie Reich-Ranicki seine Kindheit in Polen schildert, seine Jugend im Berlin der Weimarer Zeit, die Erlebnisse seiner Deportation nach Polen, die Begegnung mit seiner Frau Tosia am Anfang des Krieges, das Warschauer Ghetto, die Rückkehr nach Deutschland, das alles lässt nicht wieder los." 

Warum mich die Biografie interessiert 
Die Biografie verbindet historische Elemente mit der Liebe zur Literatur. Als es Das literarische Quartett mit Marcel Reich-Ranicki noch gab, war ich zu klein, um mich dafür zu interessieren.
Aber ich kann mich noch gut an seinen Ich nehme diesen Preis nicht an-Auftritt erinnern und fand es damals irgendwie witzig, dass jemand zu einer Preisverleihung geht, nur um diese eigentlich zu boykottieren. Er hätte ja auch einfach zu Hause bleiben können.

Vor Jahren hab ich dann mal ein paar Ausschnitte aus der Verfilmung seiner Biografie gesehen und fand diese ebenfalls interessant, war aber auch noch zu jung um die Geschichte richtig verstehen zu können. 
Leider ist der Literaturkritiker mittlerweile verstorben. Dennoch möchte ich mich gerne mit seiner Biografie auseinandersetzen. 

Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling 
Hape Kerkeling kennen wahrscheinlich noch viele von euch als einen lustigen Menschen, der sich auf ziemlich gute Wortwitze versteht. Eine Zeit lang war er aus dem Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Und seine Kult-Figur Horst Schlämmer stellte sich sogar mal zur Bundestagswahl auf. Kerkeling begab sich schließlich auf eine Reise und wanderte den Jakobsweg entlang. Was er dort erlebt hat, berichtet er in seiner Biografie. 

Warum mich das Buch interessiert 
Eigentlich gehört das Hörbuch gar nicht mir. Es gehört zu den Büchern, die einem anderen Familienmitglied - in diesem Falle der Grafikerin - geschenkt wurden und die alle früher oder später bei mir landen. Dennoch interessiert mich die Biografie sehr: Ich möchte wissen, wie Hape Kerkeling aufgewachsen ist, wie er dazu kam, auf der Bühne stehen zu wollen und was er bei seiner Wanderung erlebt hat. In Interviews hatte der Autor nämlich erzählt, dass er keine leichte Kindheit hatte. Und da frage ich mich, wie man trotz der Schwere, die man schon früh mitbekommen hat, trotzdem immer wieder Witze produzieren kann. Außerdem wir das Hörbuch von Hape Kerkeling selbst gelesen. Und auf dieses Hörerlebnis bin ich natürlich besonders gespannt. 


Und ihr? 

Kennt ihr eines der vorgestellten Bücher? 
Welche Biografien schlummern auf eurem Stapel ungelesener Bücher? 


Samstag, 14. Oktober 2017

Der Flügelschlag des Glücks

Bild von
blanvalet Verlag
Steckbrief

Name: Der Flügelschlag des Glücks (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Lisa Jewell
Verlag: blanvalet
Geeignet für: Menschen, die gerne Familiengeschichten mögen
Gelesen oder gehört: gelesen als Taschenbuch
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Klappentext 

(von blanvalet

"Ein Haus. Eine Familie. Und das tragische Geheimnis, das zwischen ihnen steht ...

In einem gemütlichen Cottage in England verbringen die vier Bird-Geschwister eine idyllische Kindheit voller Wärme und Harmonie. Bis zu jenem schrecklichen Osterwochenende, nach dem nichts mehr ist wie zuvor. Die Jahre vergehen, und bald schon scheint es, als wären sie nie eine Familie gewesen ... Doch dann erreicht die in alle Himmelsrichtungen zerstreuten Birds eine Nachricht, die sie in das Haus zurückkehren lässt, in dem sie aufgewachsen sind. Endlich sollen sie die Wahrheit über das erfahren, was an jenem Osterfest vor vielen Jahren wirklich geschah ..."


Meine Meinung 

Gestaltung 
Mich machte der Klappentext von Der Flügelschlag des Glücks neugierig. Mich interessierte nicht nur, welches Ereignis die Familie auseinander trieb, sondern ob oder wie sie wieder zueinander finden. 
Das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet. Es ist ein Baum darauf abgebildet. Der Titel ist in der Baumkrone platziert. Durch die farbliche Gestaltung des Covers wird auch die Atmosphäre der Geschichte transportiert, die teilweise sehr bunt und farbenfroh ist. 
Allerdings war mir die Schriftart eindeutig zu klein. Jetzt werdet ihr sagen: Ja, dann hättest du das Hörbuch hören können! Und ich gestehe: Das Buch war schon sehr lange auf meiner Wunschliste und ich habe es absolut verplant, dass es eigentlich eine Hörbuch Fassung der Geschichte gibt. Tja, Buchlinge, man lernt nie aus. 

Inhalt 
Zu Beginn des Romanes lernen wir eine wunderbare Familie kennen. Mutter Lorelei und Vater Collin sind absolut liebenswürdig und versuchen das Leben ihrer Kinder so schön wie möglich zu gestalten .Zentraler Handlungsort der Geschichte ist das alljährliche Osterfest, welches die Birds bei sich zu Hause feiern. Hier werden auch regelmäßig Freunde und Familie eingeladen. Ostern stellt für die Birds wohl das zweite Weihnachtsfest dar. Ganz besonders die alljährliche Eiersuche hat es nicht nur den Kindern, sondern auch Mutter Lorelei angetan.

Lisa Jewell beschreibt die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Zuerst blickt sie von außen auf die Familie und beschreibt die Idylle, in der sie leben. Und dann nimmt sie nach und nach die verschiedenen Perspektiven der Familienmitglieder ein: Angefangen bei der ältesten Tochter Meg, der nach und nach auffällt, dass mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt. Weiter geht es mit ihrer jüngeren Schwester Bethan, von allen Beth genannt, die auf der Suche nach sich selbst ist. Und auch die Brüder Rhys und Rory haben eine eigene Sichtweise auf das Familienleben. 

Nach dem Ereignis, das die Familie auf eine harte Probe stellt, gehen die Wege der Familienmitglieder auseinander. Lisa Jewell lässt uns teilhaben, wie es dazu kam und wie sich die unterschiedlichen Familienmitglieder mit sich auseinandersetzen. 

Ich kam mit dem Aufbau des Romanes nicht wirklich zurecht. Die Kapitel werden immer mit einer Mail von Mutter Lorelei an ihren Brieffreund Jim eingeleitet. Das ist zwar gut gelungen, weil wir Lorelei sonst nur aus den Perspektiven Anderer erlebten, aber gerade auf den letzten Seiten waren mir die Mails etwas zu banal. Die Idee die Geschichte aus den verschiedenen Blickwinkeln der Kinder zu erzählen, hat mir an sich auch gefallen. Allerdings waren mir die Charaktere etwas zu einseitig bzw. wurde ihre Veränderung nicht wirklich thematisiert. Wir lernten zwar hier und da ein paar Krisen kennen, ich konnte aber nicht wirklich nachvollziehen, wie es dazu kam. Alles auf das Ereignis zu schieben, klang einerseits logisch, andererseits war es mir auch irgendwo etwas zu weit hergeholt. Zudem wurden mir die wesentlichen Veränderungen eines Geschwisterteils immer im Gespräch zwischen anderen Geschwistern herausgearbeitet. Das war mir tendenziell auch etwas zu einfach gedacht.
Hier und da schienen mir die Charaktere manchmal etwas unberechenbar, was einfach daran lag, dass ich sie nicht richtig greifen konnte. So gibt es beispielsweise eine Nachbarin, die eine wichtige Rolle in dem Roman einnimmt. Wir erleben ein Kapitel aus ihrer Sicht. Hier schien sie mir wirklich unsympathisch. Sie versucht sich in die Familie zu drängen und lässt auch kein gutes Haar an den Bird-Kindern aus. Und auch die anderen Familienmitglieder schienen sie höchstens zu dulden. Dann - Jahre später - ist sie plötzlich vollkommen akzeptiert worden. Auch ich schien sie nun sympathischer zu finden und hatte das Gefühl, dass der Charakter eine vollkommene gegensätzliche Entwicklung gemacht hat, von der ich aber überhaupt nichts mitbekommen habe. Und das schien mir dann doch etwas weit hergeholt.

Zudem erzählt der Klappentext davon, dass ein Ereignis die Familienmitglieder wieder zusammenbringt. Und dieses Wieder- zueinander-Finden-Thema spielte sich etwa auf den letzten 80 Seiten des Buches ab. Über die Hälfte des Buches handelte von dem Auseinanderdriften der Familie. Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Handlungsstränge gleichmäßig verteilt worden wären. 

Spannung 
Zu Beginn von Der Flügelschlag des Glücks war der Spannungsbogen gut aufgebaut. Wir erlebten die Idylle und wie das ganze Gebilde zu bröckeln beginnt, als die älteste Tochter Megan in die Pubertät kommt. Dann bleibt der Spannungsbogen ziemlich lange auf einer Ebene. Natürlich ist es interessant zu lesen, was mit der Bird-Familie so passiert, aber mir fehlte der Kick. Ich fragte mich, wie lange es noch dauern würde, bis endlich alle zusammenkamen. 
Gegen Ende nimmt das Buch dann aber eine schöne Wendung. Obwohl viel Zeit vergangen ist, wirkt es trotzdem nicht unrealistisch, wie die Familie aufeinander reagiert. 

Schreibstil 
Lisa Jewell hat dem Roman einen allwissenden Erzähler verpasst. Sie erzählt nicht nur Kapitel aus verschiedenen Perspektiven, sondern wechselt hier und da auch schon mal innerhalb einer Szene die Perspektive. An sich mochte ich ihren Schreibstil. Sie schafft es schwierige Situationen bildhaft zu beschreiben, ohne, dass man als Leser gleich eine Diagnose hingeklatscht bekommt. Wir können mit ihr gemeinsam verfolgen, wie sich der Zustand entwickelt. Jedoch haben mir hier und da etwas die Dialoge gefehlt.

Gesamteindruck 
Wenn ihr meine Rezension jetzt so lest, fragt ihr euch wahrscheinlich, warum das Buch denn so viele Punkte bekommen hat, wenn ich bisher nur die negativen Seiten hervorhebe. An sich hat Der Flügelschlag des Glücks irgendwo auch eine schöne Atmosphäre und die Grundidee finde ich echt gut. Es war also keine absolute Leseenttäuschung, sondern warf für mich nur an einigen Stellen Fragen auf. 

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Rundum kulinarisch - Der Freiburger Bücherstammtisch im Oktober

Foto: A. Mack

Hallo Buchlinge,

im Oktober standen zwei Themen auf der Tagesordnung des Freiburger Bücherstammtisches. Zum einen wollten wir uns das letzte Mal mit dem satanarchäolügenialkohöllisch (alle anwesenden Stammtisch Mitglieder können das Wort einwandfrei aussprechen) Wunschpunsch beschäftigen. Die perfekte Überleitung dazu, bot dann unser zweites Thema: Essen in Büchern. 


Der Wunschpunsch - Das Fazit 

Bild von HörbuchHamburg


Alle Stammtisch Mitglieder hatten die Lektüre mittlerweile beendet. Nun wollten wir diskutieren, wie sich die Geschichte und die Charaktere verändert hatten. Gab es eine positive oder negative Veränderung? Was war die Moral von der Geschichte? Gab es überhaupt eine? 

Und schon bei der ersten Frage, nämlich der Charakterentwicklung gab es gegensätzliche Meinungen. Denn im Grunde blieb sich jeder auf seine Art ja irgendwie treu, oder? Und wo fängt das mit der Charakterentwicklung überhaupt an? 

Ihr merkt: Fragen über Fragen. Und eigentlich möchte ich diese aus Spoiler Gründen an dieser Stelle gar nicht beantworten. Das Buch hat uns allen recht gut gefallen. Der Inhalt war überschaubar, was aber auch einfach daran lag, dass es sich um ein Kinderbuch handelte. Dennoch kann jede Altersgruppe etwas aus der Geschichte mitnehmen. 

Wer sich für eine ausführliche Rezension interessiert, kann mal einen Blick HIER HER werfen.



Essen in Büchern 

Jetzt haben wir schon mal so ein Thema und ich habe es völlig vergessen unsere Ergebnisse anhand von Beweisfotos festzuhalten. Nun erfahrt ihr also nie, wie Isonas Schoko-Haselnuss Waffeln ausgesehen haben oder werdet nie herausfinden, dass mein Waffelteig fast davon geschwommen wäre. Schade... wirklich schade :-) 

Es stellte sich heraus, dass das Thema Essen in Büchern gar nicht so einfach zu beantworten ist, da Charaktere in Geschichten eben nicht oft essen. Natürlich kamen wir wieder auf Harry Potter zu sprechen. Denn dort gibt es eine Reihe fabelhafter Gerichte wie Kesselkuchen, Fred und Georges Süßigkeiten oder das Sortiment des Honigtopfs. Und nicht zu vergessen: das Butterbier. Selten werden Gerichte erwähnt, die unseren Charakteren nicht schmecken. Isona und emion stellten zudem fest, dass Harry, Ron und Hermine nie selbst kochen. Also stellt sich die Frage: Lernen das Zauberer überhaupt? 

Bücherstammtisch Mitglied Isabelle hielt eine Überraschung bereit: Sie brachte Roald Dahls Matilda mit. In der Geschichte geht es um ein hochbegabtes Mädchen, das von ihren Eltern nicht beachtet wird. Auch in der Schule werden sie und die anderen Mitschüler von einer ziemlich schrägen Schulleiterin terrorisiert. ACHTUNG SZENEN SPOILER Als ein Schüler auf die Idee kommt ein Stück Schokoladentorte zu stehlen, bekommt er eine böse Aufgabe. Er muss eine ganze, große Torte alleine aufessen. Und bevor das nicht passiert ist, darf keines der zusammengetrommelten Kinder die Aula der Schule verlassen. SPOILER ENDE 

Das Interessante an dieser Szene war, dass es nicht etwa um ein ekliges Gericht ging. Der Junge durfte etwas Leckeres verspeisen. Allerdings war jedem klar, dass das Leckere in so einer großen Menge nur Übelkeit hervorrufen könnte. Dieses Stilmittel fand ich besonders spannend. 

Meine mitgebrachten Bücher hingegen, waren da schon etwas banal. Zum einen stellte ich Mordshunger von Frank Schätzing vor. Allerdings konnte ich nicht mehr viel über den Inhalt erzählen. Warum ich das Buch dennoch mitbrachte? Auf dem Cover ist ein offenes Maul zu erkennen. Vermutlich blicken wir hier in das Gebiss eines Tieres. Gepaart mit dem Titel und dem Trailer zum Film, der damit endet, dass wir eine Pfanne sehen, in der Fleisch angebrutzelt wird, bekam ich das Gefühl, dass es sich vielleicht um Kannibalismus handeln könnte. Daher wollte ich zuerst das Buch lesen und kann an dieser Stelle eine Entwarnung aussprechen. Es gibt einen spannenden Thriller aber ohne gegessene Menschen. 

Buch Nummer zwei auf meiner Liste war die Reihe Pinkmufin@BerryBlue von Hortense Ulrich und Joachim Friedrich. Ja, Buchlinge, ich weiß, dass das Essen bereits im Titel steckt. Allerdings geht es mir hier nicht um Muffins oder Beeren. Die Eltern von Protagonist Berry haben eine Konditorei zu der auch ein Cafe gehört. Hier muss der Sohn oft aushelfen. Er erzählt Pinkmuffin in seinen Mails von den verschiedenen Gästen, die hier so ein- und ausgehen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Gruppe älterer Damen, die gerne die Spezialität des Hauses, nämlich so genannte Walkürenbällchen bestellen. Und ich wollte diese Bällchen immer einmal probieren. Allerdings scheinen sie wohl aus der Fantasie von Joachim Friedrich zu entsprechen. 

Isona fand das Thema Essen so spannend - wer unsere Messeberichte kennt: Nein, nicht lachen! :-) - dass sie es gern nochmal auf die Tagesordnung für ein Frühjahrstreffen setzen möchte. So bleibt uns länger Zeit in unseren aktuellen Lektüren zu beobachten, wie mit dem Thema Essen umgegangen wird. Außerdem können wir nochmal ausführlicher im eigenen Bücherregal stöbern. 


Stöbern im Veranstaltungskalender des Literaturhauses 

Buchlinge, die Wintermonate werden absolut literarisch. Ihr könnt euch auf einige Berichte freuen. Vor ein paar Monaten bin ich dem Literaturforum Südwest e.V. beigetreten. Wie der Titel schon sagt, geht es hier um Literatur und Bücher. Ich glaube, also ich bin am richtigen Platz. Aber was ich eigentlich erzählen wollte:

Freiburg bekommt ENDLICH ein Literaturhaus. Am Sonntag den 22. Oktober und ein Teil des Bücherstammtisches wird live dabei sein. Beinahe pünktlich zum Bücherstammtisch Treffen wurde mir das Programm zugeschickt, sodass wir ordentlich darin stöbern konnten. 

Am Samstag den 28.10. ab 13:00 Uhr wird übrigens zum Lesemarathon geladen. Klingt gut, oder? 


Sonntag, 8. Oktober 2017

Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung Tipp 3: Umgang mit der eigenen Behinderung

Hallo in die Runde,

heute kommen wir also zum vorletzten Tipp in dieser kleinen Reihe. Falls ihr gerade zufällig über diese Artikel stolpert und euch fragt, was es damit auf sich hat: Ich, selbst Studentin mit Sehbehinderung und kurz vor Ende des Studiums, möchte anderen Studierenden mit Behinderungen Anregungen an die Hand geben, die den Studienalltag hoffentlich etwas leichter gestalten zu können.

Im ersten Beitrag ging es um das Thema räumliche Orientierung auf dem Hochschul- bzw. Uni Gelände. Im zweiten Teil gibt es etwas zum Thema Organisation im Studium zu lesen. So erzähle ich beispielsweise, welche Möglichkeiten es gibt an barrierefrei Fachliteratur zu kommen.

Die Tipps sind nicht in Stein gemeißelt. Es kann sein, dass sie dem ein oder anderen von euch helfen. Es kann aber genauso gut vorkommen, dass ihr überhaupt nichts mit meinem Geschreibsel anfangen könnt.

Egal, wie ihr über die Reihe oder den hier vorliegenden Beitrag denkt: Haut mir alles in die Kommentare.

Am Ende des Beitrages findet ihr zudem eine weitere Übersicht, welche Artikel in der Rubrik Leben mit Sehbehinderung bereits erschienen sind.



3. Überleg dir, wie du mit deiner Behinderung im Studium umgehst 

Je nachdem, welche Behinderung ihr habt, werdet ihr mir spätestens jetzt wahrscheinlich den Vogel zeigen und brüllen: Ich stell mich doch nicht an den Pranger, ich bin doch nicht blöd! 
Ihr müsst ja auch nicht jeder wildfremden Person eure Lebensgeschichte erzählen. Dennoch ist es wichtig, dass zumindest einige Personen über eure Krankheitsgeschichte Bescheid wissen oder zumindest die Basics eurer Behinderung bekannt sind.

Nicht sichtbare Behinderungen oder Erkrankungen 
Hier fallen mir zu allererst die psychischen Erkrankungen ein. Es sind natürlich auch alle anderen Erkrankungen gemeint, die man auch nicht auf den ersten Blick ansieht, die aber wiederum dafür sorgen, dass ihr nicht regelmäßig an Lehrveranstaltungen teilnehmen könnt oder länger braucht, um Leistungsnachweise zu erbringen.
Wenn ihr hier nicht offen mit eurer Erkrankung umgehen möchtet, kann ich das absolut verstehen. Dennoch denke ich, dass ihr euch das Studentenleben erleichtern könnt, indem ihr einen Antrag auf Nachteilsausgleich beim Prüfungsamt stellt. Hier könnt ihr beispielsweise beantragen, dass ihr für Prüfungen oder Hausarbeiten mehr Zeit bekommt. So wissen zumindest die Leute Bescheid, die euch benoten müssen. Wie ihr so einen Nachteilsausgleich beantragen könnt und was es dabei zu beachten gibt, erkläre ich HIER.

Zudem ist jede Hochschule oder Universität mit einem Behindertenbeauftragen besetzt. Eine Aufgabe des Behindertenbeauftragen ist es, Studierende mit Behinderung beim Studium zu unterstützen bzw. zu beraten. Ihr könnt euch also auch gerne mit den Mitarbeitern in Verbindung setzen.

Sichtbare Behinderungen 
Auch wenn ich damit einen Shitstorm auslöse: Einige Sehbehinderungen sind sichtbar. Ihr bekommt die irritierenden Blicke vielleicht nicht mit, weil ihr sie nicht seht, aber eurem Umfeld wird schnell auffallen, dass da etwas nicht stimmt. Ich persönlich bin sogar froh, dass man mir meine Behinderung ansieht, weil ich so gar nicht au die Idee kommen würde, irgendetwas zu verheimlichen. Nun kommen wir zu meinen Ideen:

Dinge benennen 
Ich bin gerade in der Anfangszeit dazu übergegangen, bei Vorstellungsrunden meine Sehbehinderung anzusprechen und zu erklären, wie viel ich sehe. Und zwar nicht nur in Prozentzahlen, sondern auch, wie sich das in der Praxis äußert. Zudem habe ich dann erwähnt, was die Leute tun können, wenn sie mit mir ins Gespräch kommen wollen. (Mich gezielt ansprechen zum Beispiel und das idealerweise mit meinem Namen :). Allerdings habe ich das nur gemacht, wenn es im Seminar Vorstellungsrunden gab.
Bei einigen Studierenden war das der Türöffner. Ich hab gemerkt, dass sie keine Probleme im Umgang mit mir haben. Andere haben sich nach der Fragerunde wieder verabschiedet und ich hab sie buchstäblich nicht mehr gesehen. Damit müsst ihr natürlich auch rechnen. Dennoch finde ich es sehr wichtig, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und natürlich ist mir klar, dass es alles andere als einfach ist. Ich habe mich oft gefragt, ob ich das Behinderungsprogramm schon wieder abspulen soll oder nicht.

In Vorlesungen bin ich zu Beginn meist zum Dozenten gegangen und habe gefragt, ob es möglich ist die Vorlesungsfolien vorab zur Verfügung stellen zu können, damit ich in der Lehrveranstaltung auch mitlesen kann. Hier braucht ihr sehr viel Geduld und gute Argumente, da die meisten Dozenten zwar Verständnis zeigen, es aber regelmäßig vergessen oder klarstellen, dass sie sich gerne die Ich-ändere-in-letzter-Minute-einen-Inhalt-Option offen halten möchten. (Wer noch ein Thema für eine Forschungsarbeit suchen sollte: Mich würde brennend interessieren, welche Dozenten am Frühstückstisch nochmal ihre Vorlesungsfolien durchgehen :-) ).

In letzteren Fällen hatte ich dann oft Glück und die Dozenten haben ihre Materialien dann am selben Tag oder zeitnah zur Verfügung gestellt, sodass ich gezielt nacharbeiten konnte.

Sätze wie "Ich will nicht auf meine Behinderung reduziert werden",
Inhaltlich stimme ich euch hier vollkommen zu. Ihr seid mehr als nur der Mensch mit Behinderung. Allerdings kann dieser Satz je nachdem auf welche Leute man trifft, auch ein Kommunikationskiller sein. Stellt euch vor, dass die meisten aus eurem Semester noch nie etwas mit einem Menschen mit Behinderung zu tun hatten. Viele sind unsicher und wissen nicht, wie sie mit euch umgehen sollen oder haben eine Hand voll Fragen, möchten aber auch nicht hochkant ins Fettnäpfchen springen. Ich will nicht auf meine Behinderung reduziert werden, könnte auch übersetzt heißen: Sprich mich nicht darauf an. Damit habt ihr wahrscheinlich eure Ruhe vor den vielleicht lästigen immer wiederkehrenden Fragen. Die Unsicherheiten eures Gegenübers bleiben aber bestehen.

Stellt euch darauf ein, dass 
... es eine Menge Leute geben wird, die sich nicht trauen werden, offen auf euch zuzugehen, weil sie absolut noch nie etwas mit einem Menschen mit Behinderung zu tun hatten.
... gefühlt alle euch kennen, ihr aber nur wenige :-)
... am Anfang sehr viele Fragen zu eurer Behinderung kommen werden: Einige verabschieden sich nach der Fragerunde und waren nie wieder gesehen. Für Andere ist die Fragerunde zum Einstieg der Türöffner für einen zuverlässigen Kontakt.
... ein offener Umgang mit eurer Behinderung euch oft das Leben erleichtern kann: Sagt was ihr braucht, dann weiß euer Umfeld Bescheid.


Eure Erfahrungen 

An dieser Stelle interessiert mich brennend, welche Erfahrungen ihr im Studium oder in der Ausbildung gemacht habt.
Oder an die Leser, die keine Behinderung haben: Was würde euch im Umgang mit Menschen mit Behinderung helfen? Wo sind eure Unsicherheiten?

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In dieser Rubrik bereits erschienen:  

Bewerben für die Ausbildung / das Studium - HIER KLICKEN
Wo und wie beantrage ich Hilfsmittel - HIER KLICKEN
Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum? - HIER KLICKEN
Wie beschaffe ich mir Fachliteratur? - HIER KLICKEN
Was muss ich für Prüfungen beachten? - HIER KLICKEN
Umgang mit der Sehbehinderung eigene Erfahrungen - HIER KLICKEN
Wie arbeite ich mit einer Gesetzessammlung? HIER KLICKEN
Wichtige Tastaturbefehle (Shortcuts) im Überblick HIER KLICKEN
Blind heißt nicht gleich nichts sehen - HIER KLICKEN
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 1: Orientierung ist alles HIER KLICKEN 
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 2: Organisation ist alles HIER KLICKEN 

Freitag, 6. Oktober 2017

Die Sound der Bücher Hörnacht

Bild von der hörverlag
Guten Abend Buchlinge,

heute findet wieder eine Hörnacht im Rahmen der Aktion Sound der Bücher aus dem Hause LovelyBooks statt. Ich habe mich bei einem Gewinnspiel beworben und Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr durfte bei mir einziehen. Ich bin mal wieder höllisch spät dran, habe noch nicht mit dem Hörbuch angefangen und versuche wieder alle Kanäle gleichzeitig zu bedienen. Ja, ja Timing ist nicht so meine Stärke. Also Schluss mit dem Geschwafel und auf geht's zur ersten Aufgabe!


Setze dein Hörbuch in Szene 

Konkrete Aufgabenstellung: Setzt euer Hörbuch in Szene! Postet ein Bild von eurem Hörbuch und eurem Lieblingshörplatz!

Foto: A. Mack
Zuerst bin ich ja schon etwas ins schwimmen gekommen. Ich habe nämlich momentan noch nicht die Wahl, an welchen Plätzen ich gerne lesen möchte. Okay, gut, ich hätte mir das Hörbuch auf einen MP3 Player packen und mich irgendwo gemütlich hinsetzen können. Aber ich habe mich entschieden, den Abend am Schreibtisch zu verbringen und das Hörbuch am PC zu hören, damit ich parallel ordentlich mit euch plaudern kann.

Da mein Schreibtisch vollgestellt ist, empfand ich das als keinen wirklich geeigneten Leseplatz. Deswegen hab ich euch einfach mal meinen Standard Platz abfotografiert und hoffe, dass gilt dennoch. Immerhin hab ich das Hörbuch ja in Szene gesetzt :-).

Zur Bildbeschreibung: Man sieht mein Bildschirmlesegerät, das eingeschaltet ist. Darunter liegt meine aktuelle Lektüre New York Diaries und die Prinzessin Insomnia. Auf dem Bildschirm ist eine Großaufnahme des Nachtmahrs zu sehen. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass es wirklich der Nachtmahr ist.


Der erste Höreindruck 





Konkrete Aufgabe: Wie empfindet ihr euren Hörbuchsprecher? Gebt uns ein einschlägiges Feedback zur Stimme, dem Lesetempo und dem Gefühl das euch der Sprecher vermittelt!

Prinzessin Insomnia wird von Andreas Fröhlich gelesen, den viele von euch vielleicht von den Drei ??? Hörspielen kennen. Ich habe den Sprecher im Rahmen einer Lesung übrigens mal kennen gelernt. Allerdings war ich damals noch überhaupt nicht im Hörbuch Fieber. 

Nun aber zurück zum Thema: Ich bin hin- und her gerissen. Einerseits mag ich Andreas Fröhlich als Sprecher. Er hat eine angenehme Stimme, liest schlicht und gibt der Geschichte dennoch eine persönliche Note. 
Allerdings habe ich etwas Mühe, mich in der Geschichte einzufinden, weil ich Andreas Fröhlich in Gedanken immer mit Dirk Bach vergleiche, der viele Hörbücher von Walter Moers gelesen hat. 
Aber ich stelle fest, dass es langsam besser wird. 


Dein bisheriges Lieblingszitat 

Ganz langsam komme ich in die Geschichte rein. Andreas Fröhlich gefällt mir immer besser. Und ich lasse mich außerdem nicht mehr allzu sehr von den Social Media Kanälen ablenken. Die dritte Aufgabe hat es aber in sich:

Konkrete Aufgabenstellung: Wie empfindet ihr euren Hörbuchsprecher? Gebt uns ein einschlägiges Feedback zur Stimme, dem Lesetempo und dem Gefühl das euch der Sprecher vermittelt!

Ich schreibe schon fleißig Zitate mit. Meine vollständige Auswahl gibt es am zweiten November im Lesemarathon Fazit Beitrag. Am Ende der Stunde - was übrigens in 15 Minuten der Fall ist - werde ich euch hier mein bisheriges Lieblingszitat vorstellen. 

Okay Buchlinge, ich kann mich doch nicht entscheidne. Also gibt es zwei Zitate:

"Ich ängstige dich, also bin ich." 

Weisheiten am Abend. Diese "Also bin ich"-Kombination geht wirklich oft. Und wer den Nachtmahr kennt, wird diesen Satz vielleicht auch etwas amüsant finden.

"Ich bin sogar höflich zu meiner Krankheit." 
Hier lässt Walter Moers Krankheitsbewältigung mit einfließen. Und je nach Erkrankung ist es wirklich nicht einfach, höflich zu seiner Krankheit zu sein.


Kommen wir also zu meinen Ängsten... Im Ernst? 

Konkrete Aufgabenstellung: Prinzessin Dylia reißt mit dem Nachtmahr in die Stadt der Ängste. Was würde auf dich dort warten? Welche Ängste und Alpträume würden dich in den Windungen deines eigenen Gehirns empfangen?

Dann wollen wir doch mal: Meine größte Angst ist, nicht mehr kommunizieren oder mich selbstständig fortbewegen zu können. In der LovelyBooks Veranstaltung erklärte jemand, dass eine Welt ohne die Lieben auch angsterregend ist. Und dem kann ich mich ebenfalls anschließen.


Das Ende naht 

Die letzten Lesenächte konnte ich nur dank Cola gut überstehen. Heute hingegen bin ich bei einfachen Leitungswasser geblieben. Und was soll ich sagen? Ich bin beinahe wach. So langsam klopft etwas Müdigkeit an. Ich hoffe ja, dass heute Nacht kein Nachtmahr vorbeikommt.

Nun warte ich noch auf die letzte Aufgabe und dann werde ich wohl bald zu Bette gehen. Morgen steht nämlich das nächste Bücherstammtisch Treffen an und ich muss noch einen Waffelteig machen. OK, genug gespoilert.


Ein Schwank aus meinem Leben ... oder so ähnlich 

Die letzte Aufgabe gefällt mir mit am besten. Sie lautet folgendermaßen:

Konkrete Aufgabenstellung: Was ist euer Geheimtipp zum Nächte durchmachen? Kaffee? Redbull? Oder einfach nur Willensstärke? Wie habt ihr bis jetzt durchgehalten? Und vor allem: Wie habt ihr vor noch durchzuhalten?

Ich habe nur ein einziges Mal eine Nacht durchgemacht. Und ich weiß nicht, ob ich das wirklich als durchgemacht bezeichnen kann, weil ich immer wieder eingeschla... äh gedöst bin. Es war aber eine recht ereignisreiche Nacht, nämlich meine Abi Nacht. Am nächsten Tag musste das Internatszimmer geräumt werden und meine Freunde und mich zog es wieder in die verschiedensten Richtungen Deutschlands. Da wollten wir den letzten Abend in kleiner Besetzung zumindest so gut es geht nutzen. Am nächsten Tag gegen 6:00 Uhr habe ich dann den Fehler gemacht mich kurz schlafen zu legen. Die 2-3 darauffolgenden Tage hab ich irgendwie wie im Rausch erlebt :-). 

Aber kommen wir nun zur eigentlichen Geschichte: emion (tut mir leid ich bin zu aul, das Profil zu verlinken. Wenn ihr wissen wollt, wer emion ist, klickt auf den "Über"-Beitrag, aber wahrscheinlich wisst ihr es sowieso schon längst) und eine Bekannte von mir, die hier gelegentlich mitliest, haben bei einer meiner ersten Lesenächte eine teuflische Wette abgeschlossen. Sie konnten mir nicht glauben, dass ich wirklich bis 04:00 Uhr, also bis zum Ende der damaligen Lesenacht durchhalte. Leider haben die beiden nicht mit mir gewartet und so habe ich ihnen ein Foto von meinem Wecker gemacht, als die Uhr dann endlich die erlösenden Ziffern anzeigte und mich ins Bett entließ. 

Ihr lest: Ich hab also absolut keinen Geheimtipp! 


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017 - Wo wir zu finden sind!

Bild von Frankfurter Buchmesse


Hallo Buchlinge,

auch in diesem Jahr sind wir wieder in Frankfurt vertreten. Und es wird Zeit, euch endlich von unseren Plänen zu berichten. Falls ihr gerade keinen Kalender zur Hand habt, euer Gedächtnis aber vor Daten platzt und ihr nicht mehr wisst, wann die Frankfurter Buchmesse 2017 stattfindet: Die Messe öffnet von Mittwoch den 11.10 bis Sonntag den 15.10 ihre Tore. 

In DIESEM Beitrag habe ich etwas über die Barrierefreiheit der Messe erzählt. Hier also nur in aller Kürze: Wenn ihr als schwerbehindert - ja, das Wort klingt wuchtiger, als es eigentlich ist - geltet, kommt ihr sogar an Fachbesuchertagen kostenlos auf das Messegelände und dürft sogar noch eine Begleitperson mitnehmen. Außerdem kann man vor Ort Rollstühle ausleihen. Allerdings nur gegen Voranmeldung und einer Kaution.

Nun aber zu unseren Plänen: Wir sind von Mittwoch bis Freitag auf dem Messegelände zu finden. Wir, das heißt in diesem Jahr Skyara und ich.
Isona und emion hüten Haus, Hof und Hund. Aber vielleicht bekomme ich die beiden überredet, bei einer Für Daheimgebliebene Leseparty auf Twitter teilzunehmen. Es wird dieses Jahr doch wieder eine geben, oder?

Jetzt kommen wir aber wirklich zum Programm 


Mittwoch 11.10.17 

Auch diesmal sind wieder Termine dabei, die zeitgleich stattfinden. Wahrscheinlich entscheiden wir uns ziemlich spontan, welchen Termin wir dann bevorzugen. Die Termine, die definitiv zu unseren Must Haves gehören, werden auch als solche gekennzeichnet. 

Wann: 10:00 - 10:30 Uhr 
Was: Born accessible E-Books mit transpect produzieren: Wir zeigen, wie transpect standardmäßig barrierearme E-Books produziert
Wo: Halle 4.2, Stand L 72

Wann: 10:00 - 11:00 Uhr 
Was: Forum Verlagsherstellung - Panel: "Verlage zwischen Tradition und Transformation" 
Wo: Hot Spot Publishing Services Stage (Halle 4.0 J 37)

Wann: 11:30 - 12:30 Uhr 
Was: Dialog der Ideen - Die Macht der Übersetzer
Wo: Weltempfang Salon (Halle 3.1 L 25)

Wann: 12:00 - 13:00 Uhr 
Was: Verführerische Gaumenwelten- mit Verkostung!!!!
Wo: Gourmet Gallery, Showküche, (Halle 3.1 L 99)

Wann: 12:00 - 13:00 Uhr 
Was: Forum Verlagsherstellung - Panel: "Verlag der Zukunft: Weitermachen wie bisher, oder?" 
Wo: Hot Spot Publishing Services Stage, Halle 4.0 J 37

Wann: 13:00 - 14:00 Uhr 
Was: Ist Mainstream die richtige Antwort auf den Kundenschwund? 
Wo: Kids Stage, (Halle 3.0 K 139)

Emmas Must Have
Wann: 14:30 - 15:30 Uhr 
Was: How to do Social Media Referentin: Susanne Kaspar 
Wo: Self-Publishing Area Salon, (Halle 3.0 K 8)

Skyaras Must Have 
Wann: 15:00 - 15:30 Uhr 
Was: Ranga Yogeshwar - Nächste Ausfahrt Zukunft
Wo: ARD Bühne, (Forum Ebene 0)

Emmas Must Have
Wann: 15:30 - 16:30 Uhr 
Was: Wie sieht die Arbeit einer Literaturagentur aus? Referentin Astrid Poppenhusen 
Wo: Self-Publishing Area 
Stage (Halle 3.0 K 9)

Emmas Must have 
Wann: 17:00 Uhr (Do-Sa, Sonntag um 10:00 Uhr)
Was: Barrierefreiheit auf der Buchmesse. Die TU Darmstadt und die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse möchten das Angebot noch barrierefreier gestalten. Dazu sind sie auf unsere Mithilfe angewiesen. Gesucht werden Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Sehbehinderte bzw. Blinde, die sich für Führungen über das Messegelände zur Verfügung stellen, um über Barrieren zu informieren. (HIER geht es zur Anmeldung). Wer kein Interesse oder schlichtweg keine Zeit für eine Führung hat, sollte unbedingt an den oben angegebenen Zeiten im unten stehenden Ort vorbeischauen, um dem Team dennoch Anregungen dalassen zu können.
Wo: Raum 68 Halle 3 Ost (Via-Ebene)



Donnerstag 12.10.17

Wann: 10:30 - 11:30 Uhr 
Was: Selfpublishing 2.0: Rechte und Pflichten von Self-Publishern 
Wo: Self-Publishing Area, Salon (Halle 3.0 K 8)

Wann: 11:00 - 13:30 Uhr 
Was: Marc-Uwe Kling entweder am Stand oder eine Buchpräsentation, daraus wurde ich nicht so recht schlau 
Wo: Stand Ullstein-Verlag (Halle 3.0 B120123) 

Leider geschlossene Gesellschaft :-) 
Wann: 13:30 - 14:30 Uhr 
Was: Termin beim Hörverlag: Ich erfahre aktuelle News zum neuen Verlagsprogramm. (Und ich bin noch nicht mal damit fertig, euch das aktuelle Programm vorzustellen...) 
Wo: Halle 3.0 F20 

Skyaras Must have
Wann: 13:00 - 14:00 Uhr
Was: Koch Christian Henze präsentiert: So kocht man heute!
Veranstalter: Christian Verlag GmbH

Emmas Must Have 
Wann: 15:00 - 16:00 Uhr 
Was: Blogger-Relations richtig gestalten mit Ute Nöth (Carlsen Verlag), Sarah Saxx (Autorin), 
Wo: Self-Publishing Area Stage 
(Halle 3.0 K 9)

Emmas tendenzielles Must Have 
Wann: 16:00 - 17:00 Uhr 
Was: Die Lieblingsbücher der unabhängigen Buchhandlungen - Lesung und Podiumsdiskussion 
Wo: Lesezelt Agora B1 


Freitag 13.10.17

Wann: 10:00 - 11:00 Uhr
Was: Romance, Thriller, Fantasy & Co.: Wie schreibt man erfolgreiche Genre-Bücher?Wo: Self-Publishing Area
Salon (Halle 3.0 K 9)

Emmas Must Have 
Wann: 11:30 - 12:00 Uhr 
Was: Konflikte! - Wie Sie Ihre Romanfiguren so richtig in die Bredouille bringen mit Sebastian Pirling (Heyne Verlag, Lektor)
Wo: Self-Publishing Area Stage (Halle 3.0 K 9)

Wann: 12:00 Uhr 
Was: Preisverleihung des Buchblog Awards 2017 (bubla17) 
Wo: Forum Börsenverein, Halle 3.1 Stand H65

Emmas Must Have (aber ich halte wahrscheinlich nicht die ganze Zeit durch) 
Wann: 13:00 - 15:00 Uhr 
Was: Blogger Future Place 2017 - Das Blogger Barcamp mit Podiumsdiskussion 
Wo: Orbanism Space, Halle 4.1   B 91

Emmas Must have 
Wann: 14:30 - 15:00 Uhr 
Was: Sebastian Fitzek und Marco Teubner präsentieren Safehouse
Wo: Open Stage, Agora  E1


Samstag 15.10.17

Samstag sind wir leider nicht mehr auf der Messe. Dennoch möchte ich euch die beiden folgenden Veranstaltungen empfehlen. Ihr müsst mir unbedingt davon berichten. Ich zähl auf euch :)

Wann: 11:00 - 11:30 Uhr 
Was: Ganz nah dran: Zukunftsszenario oder Realität? Andreas Eschbach und Thomas Thiemeyer 
Wo: Lesezelt Agora B1

Was: 11:00 - 11:30 Uhr 
Was: Interview mit Anka von Ankas Geblubber
Wo: Halle 3.0. E94 / E96


Ihr wollt uns treffen? 

Letztes Jahr habe ich zwei Mails von Leserinnen des Blogs bekommen. Sie wollten sich mit mir bzw. uns treffen und ich hab es einfach mal total ver... masselt. An dieser Stelle: Falls ihr beiden noch mitlesen solltet: Es tut mir wirklich leid, dass es letztes Jahr nicht geklappt hat. 

Buchlinge, wenn ihr euch also mit uns treffen wollt, wisst ihr ja zum einen, wo ihr uns findet. Ich werde euch zu 99% nicht erkennen, deswegen ist es wichtig, dass ihr mich aktiv ansprecht. Falls ihr euch das nicht traut, könnt ihr immer noch die zweite Variante wählen und Skyara mit freundlichen Blicken bombardieren. (Aber bitte nicht mit bösen Blicken töten!)
In der Regel reagiert sie herauf zuverlässig. Getestet wurde die Methode in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse.  

Wenn ihr natürlich top organisiert seid *hust* schickt ihr mir vorab eine Mail an EmmaZecka@gmx.de und wir besprechen dann die Details. (Keine Angst, ihr kauft auch keine Waschmaschine. Und wahrscheinlich bin ich die Einzige, die diesen Witz lustig findet...). 


In diesem Sinne... 

steigt meine Vorfreude auf die Buchmesse gerade gewaltig! Ich freue mich auf tolle Veranstaltungen und natürlich auf eine Menge Bloggerfreunde! 

Montag, 2. Oktober 2017

Lesemarathon September

Foto: A.Mack
Guten Morgen Buchlinge,

wir marschieren langsam aber sicher auf die Zielgeraden zu. Die Nerven liegen blank. emion ist im Praktikumsstress und hat Bücher im September links liegen lassen. Bevor Isona in die Bachelorarbeit starten kann, muss sie sich noch durch Fachliteratur wühlen und Hausarbeiten schreiben. Und sie ist der Meinung, dass Fachliteratur rund um Germanistik nicht unbedingt euer Fall ist.
So bleiben also Skyara und ich, die euch auf dem Laufenden halten.

Wie läuft euer Marathon? Kommt ihr mit den selbst gesetzten Zielen voran?

PS: Buchlinge, holt die Sektgläser raus und stoßt mit uns an! Hierbei handelt es sich um den 500sten Beitrag auf diesem Blog. (Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob ich mit meinem allerersten Blog die 500er Marke überhaupt überschritten habe). Ich mag die Zahl und hoffe, dass sich dahinter einige interessante Beiträge für euch verbergen.

Nun geht's aber wirklich los:


Emmas Fazit im September 

Gelesene Seiten / gehörte Tracks: 282 Seiten und vier Hörbücher beendet

Gelesene Zeit: 46 h 39 Min, ich kann es immer noch nicht glauben, mein absoluter Rekord

Coolster Charakter des Monats: Ich kann mich nicht zwischen den Freundinnen Elena und Lila entscheiden. Und deswegen lasse ich es auch bleiben und nominiere einfach beide. Beide entwickeln sich in Die Geschichte der getrennten Wege weiter, ohne sich dabei zu verlieren.

Schönster Handlungsort: Da nehme ich das Bird-Haus aus Der Flügelschlag des Glücks. Allerdings zu dem Zeitpunkt als das Haus noch in einem bewohnbaren Zustand war. Hier ist immer etwas los. Freunde und Familie wollen gemeinsam feiern und schöne Stunden miteinander genießen. Genau das, was ich mir wünsche.

Bester Plot: Hier nominiere ich Karen Dionnes Die Moortochter. Helena wächst mit ihren Eltern einsam im Moor auf. Doch eines Tages erfährt sie, dass ihr Vater ihre Mutter entführt hat und Helena somit eigentlich in Gefangenschaft aufgewachsen ist. Ihr Vater kommt ins Gefängnis und sie kommen frei. Doch Jahre später bricht ihr Vater aus dem Hochsicherheitsgefängnis aus und Helena wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, die sie all die Jahre weit weg geschoben hatte. Wer jetzt glaubt, dass eine rasante, actionreiche Verfolgungsjagd beginnt, hat sich getäuscht. Karen Dionne erzählt ihr eine subtile Geschichte und erzeugt eine tolle Atmosphäre.

Der beste Satz des Monats: Da ich diesen Monat so viel gelesen habe, kommen hier einige Sätze zustande. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen.

Jakob: "Hast du alles gehört?"
Maurizio: "Ja."
Jakob: "Hast du auch alles verstanden?"
Maurizio: "Nein."
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
von Michael Ende

"Und es sind meine Hände, die das getan haben."
Die Moortochter von Kaen Dionne

"Waren aufmerksame Beobachter und YouTube nicht ein Widerspruch in sich?"
AchtNacht von Sebastian Fitzek

"Der Klügere gibt nie nach.
Er wartet nur, um zuzuschlagen."
AchtNacht von Sebastian Fitzek

"Nichts tat so weh, wie die Wahrheit aus dem Mund eines geliebten Menschen."
AchtNacht von Sebastian Fitzek 

"Wie kann ich dieser Frau nur erklären, überlegte ich, dass ich seit meinem siebten Lebensjahr eine Sklavin von Buchstaben und Zahlen bin."
Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante

"Die Macht des Geldes und die Macht des Wissens werden sich nun vereinigen."
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende 

"Du verstehst mich nicht, weil du nicht ich bist."
Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante 

"Jeder, der sich einen Küchenschwamm unter dem Mikroskop anguckt, möchte sich eine halbe Stunde lang auf dem Boden zusammenkrümmen und hin- und herschaukeln."
Darm mit Charme, von Giulia Enders, S. 238

"Wer bin ich, wenn du nicht gut bist? Wer bin ich dann?"
Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante 

"Immer fühlst du dich für das schuldig, was du bist, ohne, dass du es dir erarbeitet hast."
Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante 

"Wenn ihr keine kleinen Roboter wollt, fördert die Kunst." Graffiti Moon von Cath Crowley 

"Du quatschst über Bücher, während ich hier die Straße voll blute."
Graffiti Moon von Cath Crowley 

"Aber ich habe mich übergeben. Das zeigt, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte."
Graffiti Moon von Cath Crowley

"Mein Dad war auch ein Zauberer. Er stieg in sein Auto und verschwand auf Nimmerwiedersehen."
Graffiti Moon von Cath Crowley 


Deine Eindrücke: Tja, Buchlinge, ich habe deutlich weniger Hörbuch gehört, als ich noch keinen Sport gemacht habe. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber lässt sich streiten.
Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass ich im September so viele Stunden mit tollen Büchern verbringen würde. Im August habe ich den Monat gegen Ende als etwas anstrengend erlebt, weil es auch hier recht viele Hörbücher waren, die beendet wurden. Die Geschichten mussten auch irgendwie verdaut werden. Im September habe ich gefühlt nonstop gelesen und habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit verflogen ist. Ich nehme an, dass ich das ändern wird, sobald das neue Semester beginnt. Aber, wir schauen mal, wo das alles hin führt.


Skyaras Lesemonat von August und September

Da ich ja letzten Monat über den Monatswechsel in Hamburg war, habe ich mir gedacht, das es nun eine Zusammenfassung von beiden Monaten gibt, also:

Gelesene Seitenzahl / Hörbuchtracks: 448 + 433 + 441 + 442 + 113 + 124 + 119 + 121 + 143 = 2384 Seiten; Track-Anzahl: Hilfe… keine Ahnung! Das hab ich nun wirklich nicht beachtet.

Gelesene Zeit / Gehörte Zeit: ca. 4 Tage und 2 Stunden, davon gelesene Hörbuch-Stunden: ungefähr 2 Tage 3 Stunden und 8 min

Mein bester Satz des Monats: 

„Normalerweise lag das Grimoire unter Jessamys Obhut in der Bibliothek der Zuflucht, aber Naasir hatte seine Rechte als Finder geltend gemacht, um es mit auf die Reise nehmen zu dürfen. Natürlich war das nicht ohne Widerspruch abgegangen, weshalb Naasir inzwischen steif und fest behauptete, er habe das Werk letztlich stehlen müssen, anders sei es Jessamy nicht zu entreißen gewesen. Er hatte allerdings einen Zettel hinterlassen, auf dem er die umgehende Rückgabe des Buches versprach, sobald er es nicht mehr brauchte. Jessamy hatte gedroht, ihn zu erwürgen. Was Naasir wenig beeindruckt hatte.“
Aus „Gilde der Jäger – Engelsherz“, Kapitel 22

Nun ja, wer Jessamy kennt, der weiß dass diese normalerweise überhaupt nicht aus der Ruhe zu bringen ist. Und wer dann auch noch Naasir kennt, welcher verspielt ist wie eine junge Katze, der weiß das die Aktion mit dem „hinterlegen eines Zettels“ eher wie ein Kleiner-Jungen-Streich zu sehen ist und grinst sich daher beim Lesen einfach einen ab!

Meine liebste Figur war dementsprechend auch genau dieser: Naasir aus „Gilde der Jäger“. Wer ihm in den ersten Bänden begegnet kann erst einmal nicht viel mit ihm anfangen, aber in Engelsmacht geht es hauptsächlich um ihn und seine Zukünftige Andromeda. Dadurch lernt man ihn endlich richtig kennen und er ist einfach zu lustig. Auch die Szene in der er seinen Engelsfreunden, welche alle beide zwar jünger sind aber beide bestimmt gleich mächtig oder sogar mächtiger sind als er, Fleischstückchen auf den Teller schiebt. Er sieht es als seine Pflicht an seine armen „jüngeren“ Freunde (man kann wohl eher sagen er sieht sie als Familienmitglieder / Brüder) zu versorgen ;-) Wenn das die beiden wüssten, würden sie ihn jedes Mal ziemlich angep… Fragen ob er das eigentlich ernst meint.

Was ich als besten Plot bezeichnen kann ist eindeutig die „Gilde der Jäger“ Reihe. Ich war und bin absolut von der Welt fasziniert, welche Nalini Singh da geschaffen hat. Man möchte alles wissen was es in dieser zu sehen und zu erleben gibt. Es ist einfach wunderbar in diese Welt abzutauchen und in dieser einen Teil seiner freien Zeit zu verbringen.

Statt dem schönsten Handlungsort würde ich lieber eine weitere Figur erwähnen, welche mir im Kopf blieb und an die ich auch immer wieder denken muss: Aodhan. Er ist ein Engel aus der „Gilde der Jäger“ Serie, welcher mir von Anfang an gefiel. Er ist als Junger Engel entführt worden und dabei wurde er beinahe vollständig Gebrochen. Dadurch hatte er Jahrhunderte relativ isoliert gelebt. Doch die Geschichte Elenas, welche vom Menschen zum Engel wurde, und sich trotz ihrer eindeutigen Schwäche nicht aus dem Zentrum der Macht raus hält auch wenn dies starke Verletzungen bis hin zu ihrem Tod bedeuten könnte, hat ihm die Augen geöffnet sich endlich wieder in die Welt zu wagen. Seine Geschichte spricht von unglaublichem Mut. Trotz aller größten zugeführten körperlichen wie seelischen Schmerzen. Daher würde ich diese als die beeindruckendste Figur betiteln.

Insgesamt habe ich somit fertig gelesen: 
„Gilde der Jäger – Engelslied“, 
„Gilde der Jäger – Engelsseele“, 
„Gilde der Jäger – Engelsmacht“, 
„Gilde der Jäger – Engelsherz“, 
„Rausch der Sinne“, 
„Die Unbezähmbare“, 
„Secrets – Was niemand weiß“, 
„Die schöne Hira und ihr Verführer“ 
Und zu guter Letzt habe ich mit der Gestaltwandler-Serie angefangen: „Leopardenblut“ alle von Nalini Singh. Ich habe auch ab „Engelslied“ begonnen die Bücher als Hörbücher nebenher mit zu hören, damit konnte ich meine Hausarbeit erledigen und gleichzeitig an der Geschichte dran bleiben. Allerdings gibt es nur die „Gilde der Jäger“ und die „Gestaltwandler“ Serie jeweils als Hörbuch…

In meiner Vorschau: 
Aus der „Gilde der Jäger“ Serie von Nalini Singh ist seit Ende September auf Englisch der neu erschienene Band „Archangels Viper“ erschienen, den ich nach langem Suchen endlich als E-Book erhalten habe. Sowie die weiteren Bücher der „Gestaltwandler“-Serie. Aber ich halte auch Ausschau nach einem Buch, welches nichts mit Nalini Singh zu tun hat, da ich es auf Dauer nicht so gut finde ständig von derselben Autorin zu lesen, auch wenn die meisten der oben genannten Bücher Kurzgeschichten waren.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung - Tipp 2: Organisation ist alles

Hallo in die Runde,

letzten Sonntag habe ich bereits damit begonnen euch den ersten Tipp für ein hoffentlich erfolgreiches Studium mit Behinderung zu geben.

Heute kommen wir zum zweiten Teil nämlich der Sache mit der Organisation. Bevor es losgeht, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass diese Tipps nicht in Stein gemeißelt sind. Es kann sein, dass sie euch weiterhelfen, es kann aber auch genauso gut vorkommen, dass ihr euch überhaupt nicht darin wiedererkennt.

Ich würde mich jedenfals freuen, wenn wir in den Kommentaren ins Gespräch miteinander kommen und ihr von euren Erfahrungen im Studium berichtet  - oder, wenn ihr keine Behinderung habt - vielleicht erzählt, was euch im Umgang mit Studierenden mit Behinderung wichtig ist.


2. Die Sache mit der Organisation 

Organisation ist an sich eine clevere Sache. Allerdings ist das auch leichter gesagt als getan. Je nachdem, was ihr studiert, ist es wichtig, dass ihr euch schnell gut organisiert. Sonst könnte die Gefahr bestehen, dass ihr früher oder später von einem Berg überrollt werdet.

Literaturbeschaffung 
In manchen Studiengängen wird ganz viel gelesen. Blinde und Sehbehinderte können nicht mal eben so die Hochschul- oder Unibibliothek stürmen und sich die wichtigsten Bücher schnappen. Es gibt aber folgende Optionen, um Literatur zugänglich zu machen:

1. Der Service der TU Dortmund: Dieser kann deutschlandweit von allen Studierenden genutzt werden. Ihr müsst nur eine Kopie eures Schwerbehindertenausweises einreichen und einen Wisch unterschreiben. Dieser Service ist HIER zu finden. Falls ein Buch, das ihr dringend braucht, nicht vorhanden sein sollte, könnt ihr Ansprechpartner kontaktieren, die das Buch vielleicht beschaffen können. (Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen mit Büchern aus dem Kohlhammer Verlag gemacht).

2. Verlage anschreiben und um PDFs bitten: Das hab ich beispielsweise genutzt, als es darum ging, mir eine Gesetzessammlung zu beschaffen. Glaubt mir, ihr wollt euer Leben nicht damit verschwenden 3.000 Seiten einzuscannen. Mit der Formatierung der erworbenen Sammlung habt ihr so oder so noch genug zu tun. Das PDF hab ich selbstverständlich zum Ladenpreis erworben.

3. Einscannen: Blinde Studierende nutzen hierfür oft Studienassistenzen, also nette Menschen, die ihnen die Texte einscannen und dafür ein Entgelt bekommen. Ich hab mich selbst mal darin versucht, ein Buch einzuscannen und es waren die schlimmsten Tage meines Lebens. Also wenn ihr wirklich Literatur braucht, die nicht anders zu beschaffen ist: Kümmert euch um eine Assistenz! Auch hierfür gibt es Finanzierungsmöglichkeiten über die Eingliederungshilfe. (Alternativ - ich weiß aber nicht, ob das wirklich hieb- und stichfest ist - würde ich sonst das Blindengeld dafür einsetzen).

Hilfsmittel - Ohne die geht gar nichts 
Am besten ist es natürlich, ihr wisst, was ihr für das Studium braucht. Dann könnt ihr euch schon vor Studienbeginn um die nötigen Hilfsmittel kümmern. Wenn das nicht der Fall ist: Schaut auf der Website des DBSV vorbei. Wenn sich eine Geschäftsstelle in eurer Nähe findet, könnt ihr euch die Hilfsmittel vor Ort zeigen lassen.
Wenn das nicht möglich ist, könnt ihr Kontakt zu Hilfsmittelfirmen aufnehmen, die nicht nur Hausbesuche machen, sondern auch bei der Beantragung helfen und euch eine Einführung in das erworbene Gerät geben. Mehr dazu habe ich HIER beschrieben.

Mir hat das gerade für den Start ins Studium sehr geholfen. (Leider hat meine damalige Augenärztin dann dafür gesorgt, dass die Hilfsmittel nicht pünktlich an Ort und Stelle waren. Aber hey, ich hab ein Studium trotzdem gemeistert).

Wenn ihr euch den Studienalltag überhaupt nicht vorstellen könnt, helfen euch vielleicht die folgenden Eckdaten, bei der Hilfsmittel Entscheidung.

Stellt euch darauf ein, dass ihr:
... in Lehrveranstaltungen Texte und ggf. Folien, die an die Wand geworfen werden, lesen müsst.
... Anwesenheitslisten unterschreiben müsst.
... Schnell einen Raum- oder Ortswechsel bewältigen können solltet.
... Eventuell in der Mensa essen wollt und dort Unterstützung braucht.
... Referate und Gruppenarbeiten vorbereiten, durchführen bzw. halten müsst.
... Raum Pläne oder andere Aushänge lesen können solltet.

Und für all diese Dinge, gibt es Hilfsmittel, die euch das Leben extrem erleichtern. Falls ihr euch für einen Hilfsmittel Beitrag interessiert, in dem ich einige Dinge vorstelle, gebt einfach Bescheid.


Ausblick 

Ich habe völlig vergessen, euch im ersten Beitrag einen kleinen Ausblick zu geben. Deswegen hole ich das heute nach und weise darauf hin, dass es im nächsten Tipp um den Umgang mit der Behinderung gehen wird. Ich versuche diesen Beitrag dann etwas allgemeiner zu halten, damit auch Menschen, die andere Behinderungen haben, etwas davon haben.
Der Beitrag erscheint am kommenden Sonntag, ich werde ihn aber wie gewohnt in den Social Media Kanälen bewerben.

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In dieser Rubrik bereits erschienen:  

Bewerben für die Ausbildung / das Studium - HIER KLICKEN
Wo und wie beantrage ich Hilfsmittel - HIER KLICKEN
Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum? - HIER KLICKEN
Wie beschaffe ich mir Fachliteratur? - HIER KLICKEN
Was muss ich für Prüfungen beachten? - HIER KLICKEN
Umgang mit der Sehbehinderung eigene Erfahrungen - HIER KLICKEN
Wie arbeite ich mit einer Gesetzessammlung? HIER KLICKEN
Wichtige Tastaturbefehle (Shortcuts) im Überblick HIER KLICKEN
Blind heißt nicht gleich nichts sehen - HIER KLICKEN
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 1: Orientierung ist alles HIER KLICKEN 



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