Mittwoch, 18. Mai 2016

Mein bester letzter Sommer

Bild von
Heyne fliegt
Steckbrief 

Name: Mein bester letzter Sommer
Autor: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Geeignet für: Menschen, die gerne Jugendbücher und bewegende Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: gelesen als Hardcover
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Heyne fliegt

"Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen

Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …"


Meine Meinung 

Vor einer Weile habe ich "Ein Sommer und vier Tage" von Adriana Popescu gelesen. Wer ihren YouTube Kanal verfolgt, hat mit Sicherheit auch schon was von Anne Freytag gehört. Als ich via Lovelybooks von ihrem Jugendbuch Debüt "Mein bester letzter Sommer" erfuhr, zog das Buch kurzerhand bei mir ein.

Gestaltung
"Mein bester letzter Sommer" ist wunderbar gestaltet. Mir fiel das Buch schon aufgrund seines Covers auf. Auf dem Hardcover ist eine große Weltkugel abgebildet. Oberhalb der Weltkugel steht ein Auto, auf dessen Dach unsere Protagonisten Tessa und Oskar platziert sind. Der Titel des Romanes ist auf der Weltkugel zu lesen. Hier lässt sich also schon erahnen, dass es sich um einen kleinen Roadtrip handelt. Dazu aber später mehr.
Nicht nur das Cover, sondern auch die kleinen Details im Roman selbst, gefallen mir sehr gut. So werden beispielsweise die Kapitelnamen in einer zur Geschichte passenden Schriftart dargestellt. Auch Briefe, die in "Mein bester letzter Sommer" eine große Rolle spielen, sehen beinahe aus, wie von Hand geschrieben.

Inhalt 
Anne Freytag versteht sich gut darauf, die Handlungsstränge der des Romanes zu verstricken. Anfangs glaubt der Leser noch, dass Tessa die Liebe ihres Lebens zufällig in einer U-Bahn traf und ziehen lassen musste. Doch dann nimmt die Geschichte ihren Lauf und beide treffen sich in einem völlig anderen Setting wieder.
Zudem spricht die Autorin die verschiedenen Aspekte der Themen Krankheit und sterben an. Sie berichtet darüber, wie Protagonistin Tessa mit der Tatsache umgeht, dass sie bald sterben muss und wie das Thema Tod innerhalb der Familie thematisiert wird.
Zu Beginn von "Mein bester letzter Sommer" habe ich kurz befürchtet, dass der Roman von der Liebesgeschichte dominiert wird, was eher nicht mein Fall gewesen wäre. Allerdings gehen beide Handlungsstränge - die Liebesgeschichte und das Thema tödliche Krankheit - sehr fließend ineinander über.

Auch die beiden Protagonisten Tessa und Oskar habe ich sehr ins Herz geschlossen. Richtig schön bei Tessa finde ich, dass sie, obwohl sie sterben wird, nicht als Heilige dargestellt wird und auch durchaus Schwächen hat. So hat sie im Laufe der Geschichte einen Streit mit ihrer Schwester und ich muss sagen: Ich kann Tessas Schwester Larissa hier voll verstehen. Leider kann ich nicht mehr ins Detail gehen wegen der Spoiler Sache :-).
Zudem legt Tessa in "Mein bester letzter Sommer" auch eine schöne Entwicklung hin. Dies wäre ohne Oskar aber nicht passiert. Was ich an Oskar schätze: Er nimmt die Situation, wie sie ist und versucht Tessa nicht zu ändern. Er wird ihr Freund zum sterben und versucht ihre letzten Wochen mit schönen Erinnerungen zu füllen. Außerdem denkt er lösungsorientiert. Als Tessa beispielsweise einen Schwächeanfall hat, improvisiert er kurzerhand einen Wagen, damit die Städtetour trotzdem weitergehen kann.

Spannungsbogen
Obwohl ich durch eine Aktion bei LovelyBooks grob wusste, wie die Geschichte ausgeht, wurde der Spannungsbogen ziemlich gut gehalten. Ich habe mich gefragt, welche Abenteuer Tessa und Oskar miteinander erleben und ob sie sich ihrer Familie wieder annähert.
Schön fand ich besonders, dass Anne Freytag keine offenen Fragen zurücklässt.

Schreibstil
Ich bin ein richtiger Fan von ihrem Schreibstil. Die sprachlichen Bilder und die tollen Dialoge haben mich einerseits gut unterhalten, mir aber auch das ein oder andere Tränchen in die Augen getrieben. Aber genau das macht eine gute Geschichte aus. Es wäre ja schon ziemlich deprimierend, wenn die Leser hier nicht mitschwingen.

Gesamteindruck 
"Mein bester letzter Sommer" ist eine sehr bewegende Geschichte über die 17-jährige Tessa, die in ständiger Angst und Gewissheit lebt, bald sterben zu müssen. Dieser Roman geht unter die Haut, konnte mich berühren und hat einen festen Platz in meinem Bücherregal.
Allerdings empfehle ich "Mein bester letzter Sommer" auch nur denjenigen weiter, die sich für tiefgründige Geschichten interessieren und offen für die Themen Tod / Krankheit und allen damit verbundenen Fragestellungen sind.

Kommentare:

  1. Hallo Emma :)

    eine sehr schöne, ausführliche Rezi. Wenn ich das Buch nicht gerade lesen würde, hätte ich spätestens JETZT noch mehr Lust darauf :)

    Wie ich dir ja schon öfter geschrieben habe, bin ich nicht so der Typ, der bei Büchern weint. Aber sehr nachdenklich macht es auf alle Fälle. Es ist mir mehr als einmal passiert, dass ich beim Lesen nach einem Kapitel gedankenversunken in die Luft schaue und vor meinem inneren Auge mir vorstelle, wie ich in der einen oder anderen Situtation reagieren würde.

    Für mich persönlich würde ich mir aber weder wünschen, an Tessas, noch an Oskars Stelle zu stehen.

    Liebe Grüße
    Martin

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    1. Hallo Martin,
      vielen Dank für deine positive Rückmeldung und das retweeden (?) bei Twitter :-).
      Es freut mich sehr, dass dir die Rezension gefallen hat. Ich finde es immer schwierig, Bücher zu rezensieren, die mir besonders am Herzen liegen. Ich hab dann immer das Gefühl, dass ich doch die Hälfte vergesse und meine Begeisterung für das Buch nicht bis zu den Lesern durchdringt.

      Wahrscheinlich beschäftigt mich die Geschichte auch nur so sehr, weil ich selbst Menschen kenne, die es ähnlich wie Tessa, nicht gerade leicht im Leben haben. Deswegen finde ich einige Aspekte der Geschichte wirklich gut beschrieben und dachte mir beim lesen oft: "Ja! Genau das ist es."

      Ich freue mich schon auf deinen Blogbeitrag zum Buch.
      viele Grüße
      Emma

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    2. Hi Emma :)

      also ich habe deine Begeisterung gespürt. Und ich finde es am Bloggen gerade gut, dass wir über Bücher, die uns am Herzen liegen, tolle Sachen schreiben können.
      Manche Leser schreiben dann, dass man ja jedes Buch gut bewertet und kaum mal negative Dinge anmerkt. Dabei finde ich nicht, dass es unser Auftrag ist, negative Seiten zu suchen. Ich les doch kein Buch (z. B. von Anne Freytag), wenn ich sie gar nicht leiden kann und schon weiß, dass es mir eh nicht gefällt. Klar, Enttäuschungen kann man trotzdem mal erleben, aber ein großer Teil ist eben Freude und Begeisterung. Und bei diesem Buch ohnehin :)

      LG
      Martin

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    3. Hallo Martin,
      ja über die Themen "Kritik an Büchern" oder allgemein "Rezensionsexemplare" ist schon viel diskutiert worden. Da könnte man Bücher drüber schreiben :-). Ich denke mir, dass Kritik eine wichtige Sache ist. Es ist nur eine Frage, wie man sie transporitert. Aber das wär jetzt echt genügend Diskussionsstoff für einen neuen Beitrag :-)
      viele Grüße
      Emma

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