Montag, 29. Februar 2016

Wiederentdeckte Musik, geniale Fantasy Reihe und vieles mehr - Mein Februar 2016

Auf den letzten Drücker gibt's heute auch meinen Monatsrückblick. Dann legen wir mal los...


Gelesen im Februar 2016 

Bild von HörbuchHamburg
Name: Artemis Fowl (Band 1)
Autor: Eoin Colfer
Gelesen oder gehört: gehört in gekürzter Fassung
Lieblings:
Hauptcharakter: Holly, weil sie eine coole Elfe ist und ich noch nicht viel Gefallen an Artemis gefunden habe
Nebencharakter: Butler, weil er mich irgendwie an Hagrid erinnert
Bewertung: 3,5 von 5 Punkte
Link zur Rezension --> HIER ENTLANG

Bild von
Hamburger Leseheft

Name: Dantons Tod
Autor: Georg Büchner
Gelesen oder gehört: gelesen
Lieblings: 
Hauptcharakter: Danton, weil er auf mich einen ruhelosen Eindruck macht
Nebencharakter: Irgendwie ist mir da niemand im Gedächtnis geblieben
Bewertung: 3 von 5 Punkten
Link zur Rezension --> HIER ENTLANG


Bild von der hörverlag
Name: Shadowmarch Band 2: Das Spiel
Autor: Tad Williams
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Lieblings: 
Hauptcharakter(e): Chert Blauquarz, Gerras Vansen,
Nebencharakter: die Dachlinge
Bewertung: 5 von 5 Punkten
Link zur Rezension --> HIER ENTLANG


Ausstehende Rezension: 
Der Tag an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg 


Gefunden im Netz im Februar 2016 

Daniela Brösel verabschiedet sich auf unbestimmte Zeit. Irgendwie ist das ziemlich deprimierend, weil sie eine der Bloggerinnen ist, die für mich ein fester Bestandteil der Bloggerszene sind. Ich hoffe sie kehrt bald zurück.
Zum Artikel - HIER ENTLANG

Melie ist zurück. Und zwar nicht mit einer Rezension, sondern mit einem kleinen Artikel über ihr Hobby. Um was es sich handelt, könnt ihr HIER nachlesen.

Meine liebe Bloggerkolleginn Jess stellt sich der Frage "Bloggen vs. Realität". In ihrem Artikel, der im Rahmen einer Bloggerparade stattfand, erzählt sie uns ihre Einstellung zum Thema "bloggen".
Zum Artikel: HIER ENTLANG

Im Käsekuchenland der Blogger wurde schon ein paar Mal das Thema "Reaktion auf Kritik" angesprochen. Blogger bekamen hier unfreundliche Rückmeldungen von Autoren bezüglich Rezensionen. Nun habe ich beim Literaturcafe.de den Artikel "Autor, du Opfer" entdeckt. Hier geht es darum, wie Autoren mit schlechten Kritiken umgehen.
Zum Artikel - HIER ENTLANG

Anka durfte im Februar die Buchpremiere zu "Der Ruf des Henkers" moderieren. Und sie hat auch ein paar Eindrücke mitgebracht. In dem Video sind wir fast live bei dem Interview dabei, dass sie mit dem Autor Björn Springorum führen durfte. Wer sich also für den Roman interessiert, oder mehr über Björn Springorums Lese- und Schreibgewohnheiten erfahren möchte, darf sich das Video nicht entgehen lassen.
Ich habe den Autor vorher noch nicht gekannt, fand das Interview aber trotzdem sehr sehenswert. Ich glaube meine Wunschliste ist jetzt um ein Buch reicher...
Zum Artikel / Video - HIER ENTLANG


Momente Februar 2016 

1. Bloggerfreuden :-) 
Einige von euch kennen das sicher: Ihr arbeitet an ganz besonderen ARtikeln und hofft, dass diese möglichst viele Klicks erreichen. Nicht, weil es euch um die Reichweite geht, sondern weil ihr beispielsweise einen tollen Film, oder ein schönes Buch weiterempfehlen wollt, oder einfach über ein Thema aufklären möchtet, dem wenig Beachtung geschenkt wird.
Und dann gibt es diese Beiträge, die ihr einfach so veröffentlicht, ohne euch große Gedanken darüber zu machen. Und promt fließen die Kommentare...

2. Februar ist Prüfungszeit 
Anfang Februar war meine berühmt berüchtigte Prüfungswoche. Im Gegensatz zu den Unis gibt's bei uns innerhalb von einer Woche alle zu absolvierenden Prüfungen. Und zufälligerweise gab es an meinem Geburtstag auch gleich das erste positive Ergebnis. Wenn ich euch jetzt noch erzähle, in welchem Fach ich ein 1,3 bekommen habe, haltet ihr mich womöglich noch für einen Streber. Fakt ist: Das Ergebnis war so gut, das ich dem Thema indirekt bald einen Blogbeitrag widmen werde.

3. Zweimal ist besser als kein mal 
Ja... Ich mag nicht nur Fische (essen), sondern ich BIN auch einer. (Da fällt mir übrigens gerade ein, dass ich damals zum 18. Geburtstag einen Kuscheltier Clownfisch bekommen habe). Aber zurück zum Thema: Innerhalb einer Woche habe ich gleich zweimal Geburtstag feiern dürfen. Einmal mit der Familie und emion, die ja schon zur Familie gehört. Und dann natürlich noch mit tollen Menschen! Auch wenn es hier und da etwas chaotisch lief, war es ein echt genialer Tag und ich starte jetzt mit positiver Energie ins Praxissemester.

4. Singverwandte gefunden! 
Jeder, der mehr als einmal Singstar gespielt hat, weiß, dass es Lieblings- und verhasste CDs gibt. Nach ungefähr 6 Jahren SingStar habe ich ENDLICH eine Sängerin gefunden, die FREIWILLIG mit mir High School Musical singt. Da ist das Fieber gerade wieder ausgebrochen :-).

5. Literarische Geschenke 
Was schenkt man einer Leseratte? Natürlich Essen. Und Bücher :-). Ich habe folgende Werke bekommen:
"Handbuch für Autorinnen und Autoren" aus dem Uschtrin Verlag.
"Apfeldiebe" von Michael Tietz.
"Ein Sommer und vier Tage" von Adriana Popescu (endlich!!!)
"Girl on the train" von Paula Hawkins.
Das passt sehr gut, weil meine anderen zu lesenden Bücher gerade alle verliehen sind.


Neues auf den Ge(h)Schichten 

1. Neue Sortierung 
Ich habe meine gelesenen und gehörten Bücher jetzt nach:
- Autor
- Hörbuchsprecher
- Titel
- Verlag
sortiert. Allerdings stelle ich fest, dass die neuen Listen selten bis gar nicht angeklickt werden. Daher meine Frage: Findet ihr diese neue Aufteilung überhaupt sinnvoll?

2. Neue Kategorie 
Das "Handbuch für Autorinnen und Autoren" ist ein Sachbuch. Viele der Kapitel klingen interessant. Es würde aber den Rahmen einer Rezension vollkommen sprengen, wenn ich das Buch in einen Post packe. Deswegen wird demnächst eine neue Kategorie starten. Dort werde ich jedem Kapitel des Buches einen Post widmen. Allerdings ist die Kategorie so offen gehalten, dass ich auch andere Sachbücher darin besprechen kann. Gute Idee?


Was gab's zu erzählen? 

Rezensionen aus der Konserve 
Ruhm (von Daniel Kehlmann)
Ensel und Krete (von Walter Moers)

Neues von den TAGs
Alice im Wunderland TAG 

Lange Nacht der Leseratten... 
Erste spontane Lesenacht 2016

NACHGE(H)DACHT
Hörbuch oder Buch? 


Jahresschreibmarathon Febraur Fazit

Foto A. Mack
Geschriebene Wörter: 7.192 Wörter
Monatsziel: 2.510 Wörter
Fehlende Wörter bis zum Ziel: 68.298 Wörter

Erkenntnis des Monats: Mein Start in den Jahresschreibmarathon war ja worttechnisch schon ziemlich gut. Allerdings war ich auch etwas unzufrieden, da es sich im Januar hauptsächlich um geschriebene Blogbeiträge gehandelt hat. An sich ist das ja nicht schlecht, jedoch kam ich damit meinem Nebenziel, meinen angefangenen Roman zu beenden, keinen Schritt näher. Umso schöner war es, dass ich im Februar wieder in die Geschichte eintauchen durfte, die ich vor zwei Jahren begonnen habe. Damals habe ich um die 45 Wordseiten geschrieben, bin dann aber in eine Schreibblockade gerutscht. Ich hatte erst große Bedenken, ob ich die Geschichte überhaupt bearbeiten sollte. Zudem graute es mir auch davor, zu lesen, was ich damals so herunter geschrieben hatte. Umso überraschter war ich, dass die geschriebenen Seiten überhaupt nicht so schlimm waren, wie ich dachte. Sofort wurde meine kreative Mühle wieder angeworfen und ich bekam Ideen, wie es mit dem Projekt weitergehen könnte. Außerdem habe ich bereits ein paar meiner Adventskalender Testleser damit beauftragt die Anfänge Probe zu lesen.
Am Ende der Korrekturen angelangt, wusste ich wieder, warum es zur Schreibblockade kam. Allerdings konnte ich diesmal zwei Lösungen dafür finden. Ich freue mich daher im März wahnsinnig auf das weiterschreiben. Sofern ich natürlich alle Korrekturen eingebaut habe.

Geschriebene bzw. gezählte Projekte: 
Rezensionen: Artemis Fowl, An dem Tag als Lotto-Klara in mein Taxi stieg, Dantons Tod, Shadowmarch Band 2,
NACHGE(H)DACHT: Hörbuch oder Buch?
Little Britain Fanfiction: Kapitel 12: Andy und Lou in der Vorlesung 
Das eigene Projekt

Gehört im Februar 2016 



Phrasenmäher - Der Basilikum
Neulich habe ich wieder einmal meine Lieblingradiosendung am Sonntag Abend gehört. Da wurde ich auf dieses Lied aufmerksam. Hier gibt es nicht nur einen schönen Text mit toller Stimme, sondern auch eine gut abgestimmte musikalische Inszenierung. 



Farin Urlaub - Glücklich 
Seit emion und ich vor einigen Jahren mal fleißig Musik getauscht haben, gehört "Glücklich" zu der Stammbesetzung meiner Playlist. Als ich das Lied dann im Februar im Radio (SWR3) gehört habe, hab ich nicht nur laut aufgedreht, sondern mir auch gedacht, dass es gerade wie die Faust aufs Auge passt. 




I want it all (aus "High School Musical - Senior Year")
Wenn ich etwas gehyped habe, dann war es wohl High School Musical. Wobei "hypen" da auch wieder übertrieben ist.
Aber gerade der letzte Teil hat mir richtig gut gefallen.
Hier also eines meiner Lieblingslieder :-). 


Zitate des Monats 

Eigentlich möchte ich euch in dieser Kategorie lustige Sprüche oder Zitate präsentieren, die mir im Laufe des Monats in der Medienwelt begegnet sind. Die folgenden Zitate sind zwar schon im Januar gefallen, sind mir aber im Februar erst so richtig aufgefallen:

"Pflanzen sind introvertiert."
(David Ortega)

Am Lagerfeuer im Camp
erklärt David den anderen Kandidaten die Welt.
Jemand fragt: "David wofür ist Milch da?"
David: "Für Cornflakes."

In diesem Sinne... 

wünsche ich euch einen guten Start in den März.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Ensel und Krete

Bild von
 
amazon
Steckbrief

Name: Ensel und Krete (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Walter Moers
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: ab 13 Jahre, oder für Menschen, die gerne fantasievolle Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Dirk Bach
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von "Ensel und Krete" von Walter Moers, erschienen im Eichhorn Verlag)

"Seitdem die Buntbären den Großen Wald bevölkert haben, gilt die idyllische Gemeinde namens Bauming als eine der anziehendsten Touristenattraktion Zamoniens. Aber seltsame Dinge gehen vor im dunklen Forst. Des Nachts hört man das Stöhnen der Druidenbirken und der Sternenstauner, man munkelt von der Waldspinnenhexe, die noch immer im unbewohnten Teil des Waldes ihr Unwesen treiben soll. Eines Tages verschlägt es Ensel und Krete, ein junges Geschwisterpaar von Fhernhachenzwergen, in den wilden, von Verbotsschildern umstandenen Teil der Baumwelt, und was sie dort erleben, übersteigt all ihre Erwartungen."


Meine Meinung

Nachdem ich "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" gelesen hatte, waren meine Erwartungen an "Ensel und Krete" ehrlich gesagt ziemlich hoch. Ich dachte, dass dieses Buch mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser sein muss, als das vorherige. Und genau da war auch das Problem. Ich glaube letztendlich habe ich zu viel von dem Buch erwartet. Einerseits fand ich es anfangs zwar gut, weil hier Walter Moers Fantasie zum Vorschein kommt. Von dem Laubwolf bis zum hochgiftigen Waldspinnenhexensekret war alles dabei. Andererseits fand ich es gegen Schluss etwas zu langezogen. (Wobei dazu sicher auch die neue literarische Form der "Mythenmeztschen Abschweifung" beigetragen hat, die man aber unbedingt kennen lernen sollte).

Dennoch fand ich das Buch im Groß und Ganzen ganz gut, was auch dem Leser Dirk Bach zu verdanken ist.

Also, falls ihr einen weiteren Bereich von Zamonien kennen lernen wollt, kann ich euch das Buch weiterempfehlen.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Dienstag, 23. Februar 2016

Shadowmarch - Das Spiel (Band 2)

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der hörverlag
Steckbrief 

Name: Shadowmarch Band 2: Das Spiel (auch als Buch erhältlich)
Autor: Tad Williams
Verlag: Der Hörverlag
Geeignet für: Fantasy-, Tad Williams-, und David Nathan Fans
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: David Nathan
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag)

"Dunkelheit senkt sich auf die Südmark, als ein riesiges Elbenheer von jenseits der Schattengrenze auf die Burg zuschreitet. Den königlichen Zwillingen Barrick und Briony bleibt nur noch die Flucht in entgegengesetzte Richtungen. Während Barrick und Hauptmann Gerras hinter die Schattengrenze der grausamen Elben fliehen, schmiedet Briony mit ihrem Gefolgsmann Shaso Pläne, den Thron zurückzuerobern. Doch da rüstet auch der wahnsinnige Autarch des südlichen Kontinents zum Krieg und will die Südmarkfeste erobern. Wird es Prinzessin Briony gelingen, ihr Volk und ihren Bruder zu retten, um nicht zwischen den Mächten zerrieben zu werden?"


Meine Meinung 

Nachdem ich "Die Grenze", den ersten Band der Shadowmarch Reihe, gelesen hatte, wollte ich auch wissen, wie es mit unseren Protagonisten Briony und Barrick weitergeht. Die Geschichte hatte mich zwar gut unterhalten, doch so richtig packen konnte sie mich noch nicht. Das sollte sich hier aber schleunigst ändern. 

Gleich zu Beginn durfte ich feststellen, das mir der Einstieg in Band 2, "Das Spiel", deutlich leichter fiel. Während ich bei "der Grenze" etwas gebraucht habe, um in die Geschichte rein zu kommen, wusste ich, was mich hier erwartete. Und natürlich freute ich mich auf altbekannte Charaktere. David Nathan konnte mich mit diesem Band vollends für die Fantasy Reihe begeistern und mir beweisen, dass er nicht ausschließlich für Thriller geeignet ist. Diesmal vermisste ich kein einziges Mal die sonst verknüpften Thriller Effekte.
Nathan hat es mir leicht gemacht, mich wieder in Tad Williams fantasievolle Welt einzufinden. Außerdem musste ich über seine Interpretation verschiedener Charaktere schmunzeln und habe mich gefreut, auch zu Band 2 gegriffen zu haben. Zudem gibt es diesmal ein paar Monologe, die David Nathan richtig gut transportiert. Hier hatte ich das erste Mal das Gefühl, mitten drin zu sein. So als würde mir die Geschichte direkt auf einer Bühne präsentiert. 
An dieser Stelle möchte ich auch kurz auf das Preis- Leistungsverhältnis eingehen. Einige von euch werden sich wahrscheinlich denken: "25 Euro für ein Hörbuch? Ist mir ne Nummer zu teuer." Allerdings kostet die Hardcover Ausgabe von Shadowmarch beinahe genauso viel. Selbst die Taschenbuch Version ist nur 10 Euro günstiger. Für einige mag das ausschlaggebend sein. Ich finde es schön, dass hier ein ungekürztes Hörbuch produziert wird, dass möglichst zum selben Preis erhältlich ist.
Inhaltlich überrascht mich Tad Williams wieder einmal. Viele kennen den Fantasy Autor bereits von anderen Geschichten. Für mich ist es die erste "Williams"- Reihe. Und ich bin hin- und weg von seinen Charakteren. Während im ersten Band die wichtigen Personen vorgestellt und bereits sehr gut charakterisiert werden, habe ich den Eindruck, dass wir unsere Protagonisten hier nochmal bei einer anderen Entwicklung begleiten.
Prinzessin Briony ist kein typisches Mädchen. Sie macht sich nicht viel aus Frauenkleidern, sondern würde viel lieber, wie ihre Brüder in Hosen herumlaufen und die Kunst des Schwertkampfes erlernen. Als sie Hals über Kopf mit Shaso ihre Heimat verlassen muss, wird sie vor lebenswichtige Fragen gestellt: Wem darf sie vertrauen? Wie kann sie es schaffen Südmark zurückzugewinnen? Und wird sie ihren Bruder Barrick jemals wiedersehen?
Barrick hingegen ist mit Hauptmann Ferras Vansen, auf der anderen Seite der Schattengrenze. Während Vansen alles daran setzt, den Prinzen zu schützen, ist dieser in ganz eigener Mission unterwegs.
Auch meine Lieblinge, die Funderlinge Chert und Opalia Blauquarz haben es nicht leicht. Ihr Pflegesohn Flint bereitet ihnen große Sorgen. Und als wäre das nicht genug, wird Chert von seinem Freund dem Hofarzt Chaven um Hilfe gebeten.

Williams schafft hier vielseitige Charaktere. Jeder macht auf seine eigene Weise schwierige Zeiten durch. Denn die Welt befindet sich im Krieg, den jeder auf eine andere Art zu spüren bekommt.
Mir gefällt nicht nur, dass die Charaktere in der Shadowmarch Reihe unterschiedlicher nicht sein könnten, sondern das auch beinahe alltägliche Konflikte beschrieben werden: Wir treffen hier auf einen unglücklich verliebten Dichter oder auf einen Jungen, der glaubt verrückt zu werden. Nicht zu vergessen, werden verschiedene Beziehungskonstellationen auf harte Proben gestellt: Hauptmann Vansen wurde beauftragt Prinz Barrick zu beschützen. Doch denkt dieser gar nicht daran, sich von Vansen irgendetwas sagen zu lassen.
Zudem schafft es Tad Williams die Emotionen, wie Wut, Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit seiner Charaktere wunderbar zu transportieren. 

Wer gedacht hat, dass das Netz aus Handlungssträngen in Band 1 erfolgreich gesponnen wurde, hat sich getäuscht. Tad Williams beweist in "Das Spiel", dass es immer noch eine Spur verstrickter geht. Während ich mich in Band 1 gefragt habe, ob einige Charaktere überhaupt jemals aufeinander treffen, kann ich im zweiten Teil hier und da Berührungspunkte erkennen. Allerdings müssen manche Protagonisten auch in entgegengesetzte Richtungen aufbrechen, sodass ich hibbelig auf meinem Stuhl sitze und gespannt bin, wie sie wieder zueinander finden.
In "Das Spiel" glaubte ich, ganz langsam einen roten Faden in der Geschichte zu entdecken. Und das was ich da so höre, löst in mir eine Gier aus: Ich will meeehr! Und zwar am liebsten jetzt sofort!
Allerdings möchte ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass die Geschichte ein offenes Ende hat. Ob das jetzt unter die Kategorie Cliffhänger fällt, bleibt jedem selbst überlassen. Mir wurde gegen Ende klar, dass die meisten Handlungsstränge verhältnismäßig offen bleiben. Denn es sollen ja noch zwei weitere Bände erscheinen.

Obwohl die Handlung im zweiten Band der Shadowmarch Reihe wirklich düster ist, schafft es Tad Williams mich mit seinen Dialogen zum schmunzeln zu bringen. Gerade die Gespräche zwischen den Funderlingen Chert und Opalia, oder den Dialogen mit den Dachlingen brachten mein(e) Auge(n) zum leuchten.

Zusammenfassend möchte ich jedem, der Hörbücher und Fantasy Schinken liebt, diese wunderbare Reihe empfehlen. Der dritte Band erscheint wieder in ungekürzter Fassung, interpretiert von David Nathan am 13.06.16.
Ich hoffe, ich konnte meine Begeisterung etwas auf euch übertragen :-).


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Die Rezensionen im Überblick:
Die Grenze (Band 1)
Die Dämmerung (Band 3)
Das Herz (Band 4)


* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 21. Februar 2016

Ge(h)dacht - Hörbuch oder Buch?

Die Leser, die meine Bloggerlaufbahn schon von Anfang an verfolgen, werden festgestellt haben, dass hier gefühlt mehr Hörbücher als Bücher besprochen werden. In diesem kleinen Artikel möchte ich euch erzählen, wie es dazu kam und wann ich mich für welches Exemplar entscheide. 


Das Buch - Egal ob Taschenbuch oder gebundene Ausgabe 

Meine Karriere als Leseratte begann interessanterweise mit den gebundenen Büchern. (Das lag wahrscheinlich einfach an der "Harry Potter"- Reihe...). Obwohl diese oft dicke Wälzer waren (meistens so um die 400 - 700 Seiten) fand ich sie bequem in der Handhabung. Natürlich bringen sie einiges an Gewicht mit sich, sind aber auch robust. 

Da ich früher sehr viele Fantasyromane gelesen habe, sprachen mich die meisten Cover auch auf Anhieb an. Außerdem sind sie meistens auch taktil wie z.B. bei "Nijura - Das Erbe der Elfenkrone" von Jenny May Nuyen oder "Isola" von Isabel Abedi. Das war zudem ein netter Bonus. 
Allerdings war mir früher noch nicht klar, dass Hardcover auch eine teure Angelegenheit sind. Als ich dann so alt wurde, dass ich in Besitz von "Taschengeld" kam, wurde mir das Vergnügen bald zu teuer. 

Wenn ich einen Blick in mein Bücherregal werfe, stelle ich auch fest, dass die meisten Exemplare Taschenbücher sind. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich viele Bücher aus Kindertagen weggegeben habe. Allerdings finde ich mittlerweile, dass sich Buchreihen in Hardcover Form ziemlich schön im Regal machen :-). 

Was ich am eigenen Lesen liebe, ist das ich mich an meinem Lesetempo orientieren kann. Wenn es spannend wird, fliegen die Wörter nur so vor mir her und ich verschlinge die gelesenen Seiten geradezu. Hingegen lasse ich es gemütlich angehen, wenn sich die Geschichte inhaltlich wieder etwas beruhigt. Gerade das Verschlingen gelingt mir nur bei gedruckten Büchern. 

Mittlerweile ist es mir eigentlich egal, ob ich Taschen- oder gebundene Bücher lese. Buch ist Buch und Hauptsache die Geschichte kann mich packen. 


Das Hörbuch - Ein Film nur ohne Bild 

Neben vielen Kindergeschichten war meine erste gehörte Hörbuchreihe Cornelia Funkes "Die Wilden Hühner"
Die Lesung hat mir damals sehr gut gefallen und konnte mich packen. Gelesen wird die Reihe von der Autorin selbst. Untermalt wird das Ganze von ein bisschen Musik, was oft ein gern gehörtes Stilmittel ist. 
Wichtig: Nur wenn Musik vorhanden ist, heißt es nicht, dass es sich zwangsläufig um ein Hörspiel handeln muss. Ein Hörspiel wird es erst, wenn es verschiedene Sprecher und Geräusche in der Geschichte gibt, Typische Beispiele sind hier "Die drei ???" oder "John Sinclair". 

Dann hatte ich sehr lange gar nichts mehr für Hörbücher übrig. Zum einen fühlte ich mich zu alt dafür. Schließlich verband ich Hörbücher oder Hörspiele ja mit Kindergeschichten. Und aus dem Alter war ich definitiv raus. Außerdem fand ich das eigene Lesen interessanter. Erst durch einen Schulwechsel lernte ich, dass es nicht nur Hörspiele über "Bibi Blocksberg" oder Krimigeschichten wie "TKKG" geben sollte. Hier legte ich mir erstmals einen Hörbuch SuB an, den ich bis heute noch nicht ganz abgearbeitet habe, was auch einfach daran liegt, dass immer neue Exemplare dazukommen. 

Ausschlaggebend für ein Hörbuch ist natürlich die Rolle des Interpreten. Hier gibt es zum einen Schauspieler, die viele Geschichten einlesen. Für richtige Hörbuch Wälzer werden aber professionelle Hörbuchsprecher, wie beispielsweise David Nathan engagiert. Mittlerweile habe ich eine Hand voll Sprechern, die ich gerne höre. Daher schaue ich mir Hörbücher, die von ihnen interpretiert werden auch schon mal genauer an. Ich behaupte auch, und lehne mich damit mal etwas aus dem virtuellen Fenster, dass für mich die Hörbuchsprecher auch den Autor einer Geschichte ersetzen und es mir somit fast wichtiger ist, wer eine Geschichte interpretiert, als die Frage, ob ich den Autor des Romanes kenne. 

Neben dem Hörbuchsprecher steht für mich der Titel des Romanes auch viel mehr im Vordergrund. Ich habe mir schon viele Exemplare ausgeliehen, deren Titel mich packen konnte, ohne, dass ich ahnte, um was es in der Geschichte geht. So hielt ich beispielsweise Marya Hornbachers Biografie "Alice im Hungerland" zuerst für einen weiteren Roman von Walter Moers und wunderte mich, warum dieser nicht von Andreas Fröhlich oder Dirk Bach gelesen wurde. 

Ein großer Nachteil des Hörbuchs ist aber die Tatsache, dass viele Romane nur in gekürzter Form vorhanden sind. Das bedeutet, dass entweder ganze Textpassagen, oder Formulierungen wie "sagte er" gestrichen werden. Einigen Geschichten, wie beispielsweise der "Erdbeerpflücker"- Reihe von Monika Feth, merke ich die Kürzungen auch an, weil ich das Gefühl habe, dass die Protagonisten nicht zur Ruhe kommen und immer etwas passiert. 
In Romanen gibt es ja oft die Phasen, in denen wir Protagonisten beim Nachdenken und Verdauen des Erlebten begleiten dürfen. Dieser Effekt fällt beim gekürzten Hörbuch total weg. Außerdem sind die Angaben, ob es sich um eine gekürzte Fassung handelt, oft etwas versteckt. Nicht zu vergessen gibt es hier auch die Formulierung "autorisierte Fassung". Hier handelt es sich ebenfalls um eine gekürzte Version, die aber mit dem Autor des Buches abgesprochen wurde. 
Allerdings habe ich das Gefühl, dass einige Hörverlage mittlerweile auf mp3 CDs setzen, was dafür sorgt, dass mehr ungekürzte Geschichten produziert werden. Ob das wirklich statistisch bewiesen ist? Keine Ahnung... :-) 

Meine Ansprechpartnerin des Hörverlages erzählte mir zudem, dass man bei der Produktion von Hörbüchern auch darauf achte, ob sich die Geschichte überhaupt vertonen lasse. Mir war bis dahin überhaupt nicht klar, dass es Romane gibt, die sich überhaupt nicht als Hörbuch eignen. 


Wann entscheide ich mich für was? 

Mittlerweile entscheide ich mich für ein Hörbuch wenn es sich nicht um eine gekürzte oder autorisierte Fassung handelt und mir der Sprecher des Hörbuches etwas sagt. Allerdings mache ich hier auch durchaus Ausnahmen wie beispielsweise bei "28 Tage lang" von David Safier. Das lag mitunter daran, dass mich die Geschichte einfach total angesprochen hat. Und hier fand ich die Kürzungen auch nicht so auffällig, oder störend, wie bei anderen Exemplaren. 

Allerdings habe ich gerade in den letzten Monaten gemerkt, wie wichtig mir das Lesen eines Buches ist, weil ich hier, wie oben schon beschrieben, mein Lesetempo selbst gestalten kann und es auch ein völlig anderes Erleben ist eine Geschichte selbst verschlingen zu können, oder sie dargeboten zu bekommen. Hinzu kommt auch, dass ich problemlos im Buch umherblättern kann, wenn mir gerade eine wichtige Information entfallen ist. Allerdings glaube ich, dass das von der "Hörerfahrung" abhängt und jemand, der ausschließlich Hörbücher hört, keine Schwierigkeiten damit hat. 

Fazit: Von daher gibt es für mich kein klassisches Entweder / Oder. Jedes Medium hat was für sich und ich möchte auf keines von beiden verzichten. 


Und ihr? 

Lest oder hört ihr Hörbücher?
Wonach entscheidet ihr, ob es die Print- oder Audioversion in euer Regal schafft?
Habt ihr Favoriten unter den Hörbuchsprechern?

Freitag, 19. Februar 2016

Spontane Lesenacht 2016

Foto: A. Mack

Einladung zur ersten spontanen Lesenacht 2016 

Hallo ihr Lieben,
gerade eben bekam ich irgendwie richtig Lust auf eine Lesenacht. Woran das liegt? Ich sollte dringend noch ein Buch beenden. Und da alleine lesen zwar schön, manchmal aber auch ziemlich langweilig ist, dachte ich mir, ich versuche eine spontane Lesenacht auf die Beine zu stellen.

Es läuft alles wie bisher auch: Los geht's um 20:00 Uhr. Natürlich ist auch ein späterer Einstieg möglich. Gelesen wird bis uns die Augen zufallen. Stündlich gibt es dann eine Aufgabe oder eine Frage, die entweder in der Facebook Veranstaltung, auf der Facebook Seite oder auf dem eigenen Blog beantwortet werden darf.

Zur Veranstaltung - HIER ENTLANG

Bitte habt Gnade was meine äußert amateurhafte Bildbearbeitung betrifft. Obwohl das Mond Bild ziemlich verpixelt ist, mag ich es irgendwie... :-)

Bis hoffentlich später
Emma (die sich jetzt erstmal auf ihre Soap vorbereitet...).


1. Etappe: 20:00 - 21:00 Uhr 

Wow... Ich habe mich gerade für eine Stunde verabschiedet und schwupps gibt es acht Zusagen und 117 (!!!) eingeladene Gäste. Ihr seid toll...
Da einige von euch in der Veranstaltung bereits gepostet haben, welches Buch sie durch den Abend begleitet, ist meine Einstiegsfrage eine andere:

Frage: Trotz spontaner Lesenacht Zusage: Konntest du dir ordentliche Verpflegung organisieren? Wenn ja: Was gibt es zu speisen? 

Ich habe mir eine Tüte Chips ("Kartoffel Chips würzig und crossig" von Aldi, das sind die "blauen") genehmigt. Meine Katze (Bild kommt später oder morgen) ist eine fleißige Mitesserin. Die Flasche Cola werde ich aber nicht mit ihr teilen. Da muss sie schon selbst schauen, wie sie sich wach hält.

Als Lektüre höre ich "Shadowmarch Band 2: Das Spiel", das im Hörverlag produziert wurde. Gelesen wird die ungekürzte Hörbuch Version von David Nathan, den viele von euch als Synchronstimme von Johnny Depp (abgesehen von den ersten drei Fluch der Karibik Filmen) kennen.


Etappe 2: 21:00 - 22:00 Uhr 

Der Speiseplan der meisten Teilnehmer ist deutlich gesünder gestaltet als mein eigener... Ich glaube, da kann ich mir noch ein paar Scheiben davon abschneiden.
Aber nun zur nächsten Frage...

Frage Wer ist euer Lieblingscharater? Wer geht euch auf die Nerven? 

Warum denke ich mir eigentlich so blöde Fragen aus? Es gibt echt viele Charaktere in "Shadowmarch" die ich mag. Aber einer meiner absoluten Lieblinge ist Chert Blauquarz ein Funderling. Er gehört zu den Wesen, die unter der Erde leben und sich sehr gut mit Steinen auskennen. Chert ist ein gutmütiger und treuer - jetzt hätte ich doch fast Mensch geschrieben - Charakter, der versucht denjenigen zu helfen, die seine Hilfe benötigen.

Wer mir hingegen etwas auf die Nerven geht, ist ein Hofdichter. Ich habe noch nicht durchschaut, wie er in die Geschichte verstrickt ist. Und wohlbemerkt sind wir schon bei Band 2.


Etappe 3: 22:00 - 23:00 Uhr 

Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden. Ich hoffe einfach mal ,dass alle Teilnehmer fleißig am lesen sind :-). Ich bin bisher wirklich zufrieden. Wenn alles gut läuft, beende ich heute sogar noch die vorletzte CD.
Kommen wir also zur nächsten Frage:

Frage: Was ist der Lieblingsschauplatz eurer Geschichte? 

Das ist schwer zu sagen. Zum einen mag ich die Burg der Herrscher von Südmark. Da es dort aber ziemlich drunter und drüber geht und eine Familie die Herrschaft durch einen Putsch an sich gerissen hat, ist es dort mit Sicherheit nicht sehr angenehm.
Daher ist es weiterhin die Funderlingsstadt.


Etappe 3: 23:00 - 00:00 Uhr 

Ich habe zwei tolle Rezensionen zu der Hörbuch Version des ersten Shadowmarch Bandes gefunden. Aber nun zur offiziell letzten Frage:

Frage: Der offizielle Teil ist fast vorbei: Was nimmst du dir für heute Abend noch vor? Hast du dein vorab gesetztes Ziel erreicht? 

Ich bin ohne Ziel in den Abend gestartet und habe gehofft, so weit wie möglich voran zu kommen. Nun ist mein neues Ziel die dritte CD zu beenden. Obwohl ich dann zielstrebig auf das Ende zusteuere und vorhin herausgefunden habe, dass der dritte BAnd der Shadowmarch Reihe noch gar nicht erschienen ist.


Etappe 4: 00:00 - open End? oder: Die After-Read Party 

Der offizielle Teil ist nun vorbei. Und ich hatte im letzten Update ganz vergessen zu erwähnen, dass ich auf die falsche Teilnehmerzahl geschaut habe. Acht oder besser gesagt neun Leute haben sich für die Veranstaltung interessiert und ganze 22 Leute haben spontan zugesagt. Damit hätte ich definitiv nicht gerechnet. Super, das ihr alle dabei wart! Das nächste Mal gebe ich auch etwas früher Bescheid :-).

Nun zur ersten inoffiziellen Frage:

Frage: Wer von euch ist noch dabei? Auf einer Skala von 1 bis 10 (1 - ich schlafwandle; 10 - ich bin hellwach) wie fit bist du? 

Dank einer ordentlichen Portion Cola bin ich noch relativ fit. Ich würde mal eine 8 tippen. Ich bin also optimistisch mein Ziel noch zu erreichen.
Allerdings habe ich es auch schon erlebt, dass ich pünktlich um 99:00 Uhr anfange abzubauen. Also mal schauen was die Nacht so bringt...


01:00 Uhr ... 

Ich bin jetzt auf der Zielgerade. Und ich werde müde. Das heißt... Mir fällt jetzt keine Frage oder Aufgabe ein. Ich beginne mich auf mein Bett zu freuen und habe heute Abend ein paar inspirierende Ideen gehabt. Ich setze mich also morgen gleich mal an einen Blogartikel.

Jetzt verabschiede ich mich aber erst einmal und höre die letzten Tracks von CD 3 in Ruhe zu Ende.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und hoffe wir lesen uns bald wieder.
Emma

Dantons Tod

Bild von Hamburger
Lesehefte
Verlag
Steckbrief 

Name: Dantons Tod (auch als Hörbuch, Hörspiel, und Film erhältlich)
Autor: Georg Büchner
Verlag: Hamburger Lesehefte Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Dramen, oder Theaterstücke lesen,
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3 von 5 Punkten



Produktbeschreibung des Verlages 


"Ich fühle mich wie vernichtet unter dem Fatalismus der Geschichte." Dieser Satz Büchners könnte als Motto über dem Drama stehen. Die Beschäftigung mit der französischen Revolution gab Büchner die Anregung zu dem Drama, dessen Tendenz eher antirevolutionär ist, obwohl Büchner sich selbst revolutionär eingesetzt hat.
Büchners Danton gelangt endlich zu dem Schluß, daß die Revolution weder ethische noch materielle Fragen lösen kann. Voller Pessimismus sieht er seinem Ende passiv entgegen.
"Dantons Tod" enthält schon das später aufkommende Grundgefühl des Existentialismus, das "Geworfensein ins Nichts". Das Nachwort enthält eine kurze Biographie sowie Briefe Büchners zu "Dantons Tod". Anmerkungen für den Schüler vervollständigen das Heft.


Meine Meinung 

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass diese Rezension definitiv keine Zusammenfassung des gesamten Stückes bietet, oder mit einer ausführlichen Auseinandersetzung des Textes gleichzusetzen ist. Alle, die sich hier auf eine schnelle Antwort gefreut haben, muss ich leider enttäuschen.

Schon zu Schulzeiten war ich ein Fan von Theaterstücken. Hier standen einfach die Dialoge im Vordergrund. Theaterstücke boten außerdem eine Menge Stoff zum interpretieren. Beinahe hätten wir Büchners "Dantons Tod" in der Schule gelesen. Dann kam alles anders und ich bekam das Theaterstück erst später in die Hände.

Ich finde die Einbände bei Klassikern sind nie besonders ansprechend gestaltet. Zudem fehlt hier der klassische Klappentext. Das finde ich sehr schade, weil es sicher viele potentielle Leser abschreckt, sich einem Klassiker zu nähern, weil es zum einen eben nicht "gut aussieht", aber auch keine Möglichkeit gibt, einen kurzen Einblick in die Geschichte zu bekommen. Der Vorteil: Die meisten Dramen sind nicht besonders dick, sodass sie, wenn man sie außerhalb des Schulunterrichtes lesen sollte, schnell durch hat.

Inhaltlich waren mir die Fronten lange nicht ganz klar. Ich nahm wahr, dass Protagonist Danton mit seiner Lage unzufrieden ist und das er offenbar Feinde zu haben scheint. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass Danton sehr pessimistisch, wenn nicht sogar etwas depressiv angehaucht ist. Ihm fehlt die Freude am Leben und er wünscht sich endlich Ruhe. Auch wenn diese den sicheren Tod bedeutet.

Schön beschrieben finde ich hier die verschiedenen Lebensverhältnisse der Charaktere. Als die Geschichte einsetzt, ist die Revolution in Frankreich schon im vollem Gange. Es finden Massenverhaftungen und jede Menge Hinrichtungen statt. Doch für das einfache Volk hat sich nicht viel verbessert. Es hungert weiterhin und ist unzufrieden. Danton ist dank der Revolution an Geld und Wohlstand gekommen. Glücklich macht es ihn aber nicht. Denn: Er sieht nicht, wo die Revolution hinführen soll. Für ihn ist es nur noch ein sinnloses Massenschlachten.

Dantons Gegenspieler hingegen verfolgen ein klares Ziel: Sie wollen einen besseren, gerechteren Staat ohne Prostitution und "Unordnung". Da ist ihnen Danton, der sich nicht binden möchte und das Volk zudem durch gute Rhetorik schnell auf seiner Seite hat, ein Dorn im Auge.

Bei Theaterstücken wird das Wesentliche oft zwischen den Zeilen erzählt. Und so ist es auch hier. Es gibt daher sehr viele Ansätze um "Dantons Tod" zu interpretieren. Da habe ich mich schon ein bisschen geärgert, dass wir das Theaterstück in der Schule nicht gelesen haben.

Einen klassischen Spannungsbogen wie bei Romanen gibt es hier nur bedingt. Natürlich stellt sich die Frage, wie sich "Dantons Tod" gestaltet. Immerhin steckt das Ende der Geschichte ja schon im Namen des Theaterstückes. Ich denke, dass der Spannungsbogen in einer Aufführung des Theaterstückes deutlich besser zur Geltung kommt, weil hier die "trockene" Lektüre in eine lebhafte Geschichte umgesetzt wird.

Was Büchners Schreibstil betrifft, finde ich ihn bei "Dantons Tod" etwas schwieriger gehalten als beispielsweise bei "Woyzeck". Hier gibt es einige Fachbegriffe, die erst einmal nachgeschlagen werden müssen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es schön war, mal wieder ein Drama zu lesen und nochmal etwas in eine andere Art der Lektüre einzutauchen. Wer sich für Theaterstücke interessiert und sich gerne mit schwierigeren Schreibstilen auseinandersetzen möchte, sollte mal einen genaueren Blick auf "Dantons Tod" werfen.

Sonntag, 14. Februar 2016

Alice im Wunderland TAG

Bild von Buchwellenreiter 


Der Vorspann... 

Das TAG Fieber ist ausgebrochen. Martin von Buchwellenreiter hat mich getaggt. Sehr gerne beantworte ich seine Fragen...


Die Fragen 

Der verrückte Hutmacher: Hat dich ein Buch total verwirrt oder mit einem unbefriedigend offenem Ende zurückgelassen?

Oh ja da gab es durchaus schon ein paar Exemplare. Natürlich fallen mir diese gerade nicht ein. Einzig und allein "Der Schneewittchen Club" von Lily Archer kommt mir auf Anhieb in den Sinn. Die Geschichte war zwar schön, hat aber fast 3/4 des Buches gebraucht, um endlich in Fahrt zu kommen. Allerdings glaube ich auch, dass es sich hier um eine Reihe handelt, was mir damals nicht wirklich klar war.


Das weiße Kaninchen: Lesestil: Lieber schnell und viel oder langsam mit Genuss?

Ich kann ehrlich gesagt gar nicht genau sagen, ob ich wirklich schnell, oder langsam lese. Das hängt bei mir wohl vor allem von dem Buch bzw. dem Genre ab. Wenn Sebastian Fitzek in seinen Romanen den Spannungsbogen anzieht, kann es schon mal sein, dass ich 100 Seiten am Tag verschlinge, einfach, weil ich wissen will, wie es weitergeht. In der Prüfungszeit hingegen kann es auch schon mal vorkommen, dass ich einen Monat für ein Buch brauche. 


Die Grinsekatze: Ein Buch in dem man sich total geirrt hat?

Geirrt würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Hier fällt mir spontan "Vielleicht morgen" von Guillaume Musso ein. Da dachte ich irgendwann ebenfalls, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt und wurde dann positiv überrascht. Ich hätte zudem bei "Passagier 23" oder bei "Das Kind" von Sebastian Fitzek mit mysteriöseren Auflösungen gerechnet. Da war ich dann etwas enttäuscht. 


Iss mich, trink mich: Lieber dicke oder dünne Bücher?

Hier kommt es auch auf die Geschichte an. Beispielsweise habe ich zwei Bände von Ken Folletts Jahrhundert Saga ("Sturz der Titanen" und "Die Winter der Welt" bei mir im Regal stehen. "Sturz der Titanen" hat mir richtig gut gefallen. Da kamen mir die über 1.000 Seiten gar nicht so lange vor. Auch bei den "Harry Potter"- Bänden hätte es definitiv nicht weniger Seitenzahlen geben dürfen. 

Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich fast nur Bücher im Regal stehen, die über 200 Seiten haben. Bei "Wenn du dich traust" von Kira Gembri habe ich mich beispielsweise auch irgendwann gefragt, wie die Autorin zu einem guten Ende kommen sollte, ohne keinen wichtigen Handlungsstrang außer Acht zu lassen. 


Die Herzkönigin: Lieber Helden oder Antihelden?

ARGH ich wollte schon wieder schreiben, dass es auf die Geschichte ankommt. Der erste Roman in dem ich auch Sympathie für den Antihelden bekommen habe, war "Sommerfalle" von Debra Chapoton, weil hier nicht nur eine verdammt gute Atmosphäre aufgebaut wird, sondern der Leser auch die Möglichkeit hat, die Sichtweise des Antihelden zu verstehen. 
Ich glaube ein Antiheld anderer Art ist wahrscheinlich Danton aus Büchners Theaterstück "Dantons Tod". Er kommt mir etwas verloren vor. 

Ihr seht: Ich finde auch Geschichten mit Anithelden spannend. 


Wunderland: Fantasiewelten oder lieber die reale Welt? 

Jaja, ich habe immer große Töne gespuckt, dass ich definitiv kein Fantasy lese. Aber wer hier schon länger dabei ist, wird bemerkt haben, dass sich immer wieder das ein oder andere dystopische oder fantasymäßige Buch hier rein schleicht. Fantasy war einfach das Genre meiner Kindheit. Angefangen bei "Harry Potter" bis hin zu Cornelia Funkes "Tintenwelt"- Trilogie habe ich ziemlich viel verschlungen. 

Mittlerweile achte ich mehr auf Vielfalt und halte mich generell lieber in der "Gegenwart" oder der "Realität" auf. Dennoch können mich Fantasy oder dystopische Bücher begeistern, in denen es nicht um diese typischen "Gut / Böse"- Spielchen geht, sondern verschiedene Facetten von Charakteren beschrieben werden. Genauso ist es beispielsweise bei der "Shadowmarch"- Reihe von Tad Williams, gelesen von David Nathan, die ich gerade höre. 


Der Jabberwocky: Kannst du laut lesen oder lieber doch nur leise, für sich?

Ich kann überhaupt nicht laut lesen. Das hat mich schon immer in der Schule genervt, wenn ich vorlesen sollte. Dann habe ich mich auf das "laut lesen" konzentriert, aber den Inhalt irgendwie nicht wirklich wahrgenommen. Allerdings passiert es mir auch, dass ich - ich nenne das jetzt einfach mal - "emotional lese" also praktisch lese und buchstäblich mitleide. Da rutscht mir schon mal ein Fluch, ein Lacher, oder ein entnervter Seufzer raus. Einmal - ich weiß leider nicht mehr, was ich da gesagt habe, oder um welches Buch es sich gehandelt hat - bin ich sogar gefragt worden, was denn los sei. 
Also wie war das nochmal mit laut lesen? :-) 


Tweedle Dee und Tweedle Dum: Wenn du 2 oder mehr Bücher auf einmal liest, gibst du einem den Vorzug?

Ich lese selten mehrere Bücher auf einmal. Ich habe es einmal mit drei Büchern probiert und bin gnadenlos gescheitert, weil ich die Handlungen miteinander vermischt habe. Selbst wenn ich gleichzeitig ein Hörbuch und ein Buch beginne, schaue ich meist, dass ich mit einer Geschichte besser voran komme. Da entscheide ich dann immer nach Gefühl und ebenfalls nach der Tatsache, ob es sich um ein Rezensionsexemplar handelt. Bei meinen Hörbuch Rezensionsexemplaren habe ich zwar etwas mehr Spielraum, finde es aber trotzdem blöd, wenn das Buch dann drei Monate unbeachtet bei mir liegen bleibt. 


Pool of Tears: Ein Buch, dass dich schockiert oder zum Weinen gebracht hat?

Da fällt mir spontan "Stadt der Diebe" von David Benioff ein. Es hat mich gerade gegen Ende wirklich zum weinen gebracht. Der andere Roman, der mir in den Sinn kommt, durfte ich letztes Jahr testlesen. Leider ist noch nicht absehbar ob, wann oder wie er veröffentlicht wird. 


Ich tagge... 

Diesmal mache ich es mir ganz einfach und tagge einfach alle, die sich angesprochen fühlen :-). 

Mittwoch, 10. Februar 2016

Ruhm

Bild von
 
Kino Zeit
Steckbrief

Name:
 Ruhm (auch als Hörbuch vorhanden)

Autor: Daniel Kehlmann
Verlag: Rowohlt Verlag

Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die gerne spannende Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: Deutsch
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von 
"Ruhm" von Daniel Kehlmann, erschienne im rowohlt Verlag)


"Ein Mann kauft ein Mobiltelefon und bekommt Anrufe, die einem anderen gelten; nach kurzem Zögern beginnt er ein Spiel mit der fremden Identität. Ein Schauspieler wird von einem Tag auf den nächsten nicht mehr angerufen, als hätte jemand sein Leben an sich gerissen. Ein Schriftsteller macht zwei Reisen in Begleitung einer Frau, deren größter Alptraum es ist, in einer seiner Geschichten vorzukommen. Ein verwirrter Internetblogger wiederum wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal Romanfigur zu sein. Eine Krimiautorin geht auf einer abenteuerlichen Reise in Zentralasien verloren, eine alte Dame auf dem Weg in den Tod hadert mit dem Schriftsteller, der sie erfunden hat, und ein Abteilungsleiter in einem Mobiltelefonkonzern verliert über seinem Doppelleben zwischen zwei Frauen den Verstand. Neun Episoden, die sich nach und nach zu einem romanhaften Gesamtbild ordnen, ein raffiniertes Spiel mit Realität und Fiktionen: ein Spiegelkabinett." 


Meine Meinung

Die Idee verschiedene Geschichten ineinander überlaufen zu lassen, finde ich echt genial. Das Problem war, dass ich das Buch zu früh in die Hände bekommen habe. Ich glaube in diesem Buch steht auch einiges zwischen den Zeilen geschrieben, was ich aber irgendwie nicht erfassen konnte.

Inhaltlich wird die Geschichte aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt, die einerseits direkt, andererseits über mehrere Ecken etwas miteinander zu tun hatten. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass es sich hier auch um verschiedene Kurzgeschichten handelte. Mit einigen davon konnte ich nichts anfangen, andere Geschichten fand ich auch etwas gruselig, wie beispielsweise eine Reisende, die von ihrer Reisegruppe vergessen wird.

Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und hatte es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Allerdings hatte ich das Gefühl den Sinn nicht richtig erfasst zu haben, was hier definitiv nicht heißt, dass das Buch schlecht ist. Wichtig ist nur, dass man es gründlich liest.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Samstag, 6. Februar 2016

Artemis Fowl Band 1 - Artemis Fowl

Bild von
 
HörbuchHamburg 
Steckbrief 

Name: Artemis Fowl (auch als Buch erhältlich)
Autor: Eoin Colfer
Verlag: Hörbuch Hamburg
Geeignet für: Fantasy Fans, Rufus Beck Fans, oder Leute, die gerne Kinder- und Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gehört in gekürzter Fassung
Sprecher: Rufus Beck
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von HörbuchHamburg

"Die Artemis-Fowl-Hörbücher als hochwertige Gesamtausgabe

Er ist jung, kriminell, hochbegabt – und zwölf Jahre alt! Tauchen Sie ein in die magische Unterwelt von Artemis Fowl. Der durchtrainierte Computerfreak, immer in Anzug und Krawatte gekleidet, ist der jüngste Spross einer alten irischen Gangsterdynastie. Bei allen Aktivitäten bedenkt er stets, das Vermögen seiner kriminell veranlagten Familie zu vermehren und schreckt dabei vor nichts zurück. Denn er kennt ein Geheimnis, von dem kein Mensch etwas ahnt: In der Unterwelt lebt das Erdvolk – Elfen, Gnome, Kobolde und Feen. Und mit ihnen ihre einzigartige Magie! Artemis Fowl wäre nicht Artemis Fowl, wenn er dieses Wissen nicht immer wieder zu seinem Vorteil nutzen würde …" 


Meine Meinung 

Vor Jahren habe ich den ersten Band der "Artemis Fowl"- Reihe als Taschenbuch geschenkt bekommen. Schon auf den ersten Seiten entdeckte der 12-jährige Junge eine Geheimschrift, die es zu entschlüsseln galt. Und an dieser Stelle verließ mich die Motivation und ich brach die Reihe entnervt ab. Wäre mir Google damals schon ein Begriff gewesen, hätte ich wohl nicht so einfach aufgegeben :-). 

Warum ich wieder auf die Reihe gekommen bin? Ich habe einen ziemlich großen teils virtuellen Stapel ungehörter Hörbücher. Und da dachte ich mir: "Haha Geheimschrift umgesetzt als Hörbuch. Wie soll das funktionieren?".
Also Versuch 2 möge beginnen. 
Und nach wenigen Sekunden erkannte ich den Sprecher der Geschichte und wusste: Diesmal bleibe ich am Ball! 

Die "Artemis Fowl"- Reihe wird von niemand Geringerem als Rufus Beck gelesen. Freudestrahlend tauchte ich in die Geschichte ein und dachte mir: "Das ist ja wie Harry Potter nur ohne Harry und Potter" :-). Rufus Beck führt hier wunderbar durch das Abenteuer und unterhielt mich sehr gut. Manchmal passiert es mir bei Hörbüchern, dass mich die Geschichte zwar überzeugt, der Sprecher aber nicht fesseln kann. Hier war es genau umgekehrt. Aber dazu später mehr. 

Die Geschichte startet gleich zu Beginn mit einem Deal. Und schnell wird klar, dass unser 12-jähriger Protagonist Artemis viel weiß, aber auch vor nichts zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen. Inhaltlich muss ich aber gestehen, dass ich nicht immer ganz mitgekommen bin. Zu Beginn habe ich mich gefragt, warum Artemis so neunmalklug daherkommt. Dann gab es im ersten Band den von mir bezeichneten "Star Trek"- Effekt: Es wurden eine Menge magischer Handlungen vollführt, deren Bedeutungen mir nicht immer klar waren. Jedoch klangen sie überlebenswichtig und vor allem hoch gefährlich.

Eoin Colfer überzeugt mich aber hier wieder mit seinen eigenartigen aber liebenswerten Charakteren. So hat Artemis beispielsweise eine treue Dienerschaft, die ihn bei seinen kriminellen Plänen unterstützt. Nicht zu vergessen dürfen auch hier die Gegenspieler, alias Elfe Holly mit einer treuen Crew an ihrer Seite, nicht fehlen. 

Der Spannungsbogen konnte mich nicht ganz packen. Zwar passiert in dem ersten Band der Reihe sehr viel, mir haben aber die Momente zum inne halten und zum verdauen der gerade erlebten Handlung gefehlt. 

Ich mag den Schreibstil von Eoin Colfer. Er macht eine Geschichte lebendig, schafft unterhaltsame Dialoge mit einer richtigen Portion Verrücktheit.

Nachdem ich beim ersten Anlauf so enttäuscht von der Geschichte war, waren meine Erwartungen sehr gering. Und so konnte ich beinahe gar nicht enttäuscht werden. Da die Geschichte auf drei CDs erzählt wird, habe ich den Eindruck, dass es hier zu ziemlich vielen Kürzungen gekommen ist. Dennoch werde ich die Reihe fortsetzen, schon allein um wieder eine siebenteilige Geschichte mit Rufus Beck zu hören. 

Ich empfehle dieses Hörbuch aber eher jüngeren Lesern / Hörern ab 10 oder 11 Jahren. 

Donnerstag, 4. Februar 2016

Der Tag an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg

Bild von Ullstein 
Steckbrief 

Name: Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg
Autor: Florian Herb
Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne tiefgründig "komische" Bücher lesen
Gelesen oder gehört: gelesen als Taschenbuch
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 


"Eigentlich sieht die ältere Dame ganz normal aus, die morgens in Alvaros Taxi steigt. Auch dass sie sich erst zum Hauptbahnhof und dann doch zum Flughafen fahren lässt, macht ihn nicht stutzig. Aber warum lässt sie ihren geblümten Rollkoffer nicht los? Bevor Alvaro sich versieht, ist er mit Klara Lüdtke und einer Million in bar auf dem Weg von Berlin nach Andalusien — verfolgt von Klaras Verwandtschaft und von Alvaros Chef, der sein Taxi zurück will ..." 


Meine Meinung 

Immer wieder bin ich auf der Suche nach humorvollen Geschichten, die aber nicht irgendeine platte, oberflächliche Handlung haben. Ihr lest: Meine Ansprüche sind da ziemlich hoch und nicht so leicht zufrieden zu stellen. Wieder mal bin ich einer Buchempfehlung von Anka gefolgt. Und zwar stellte sie in einem ihrer Wochenrückblicke "die Lotto-Klara" vor. Mein Interesse für die Geschichte war geweckt und an Weihnachten 2015 durfte der Roman auch bei mir einziehen. 

Bei einigen Bloggern kam das Cover nicht so gut an. Ich verstand erst gar nicht warum. Doch jetzt, wo ich "Der Tag an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg" beendet habe, kann ich die Kritik nachvollziehen. Für die Gestaltung kann ich diesmal leider keinen Punkt vergeben. Der Klappentext, den ich oben zitiere, passt zwar besser zu der Geschichte als der Text, der auf dem Buch abgedruckt ist. Allerdings untermalen weder Klappentext noch Cover den Roman, die von zwei Menschen handeln, die auf der Suche nach sich selbst sind. Und genau das, nämlich eine Geschichte untermalen, oder zumindest neugierig auf das neue Abenteuer machen, ist ja Ziel der Gestaltung oder? 

Inhaltlich präsentiert uns Florian Herb eine sehr feine, beinahe leise Geschichte. Taxifahrer Alvaro ist unglücklich. Als Studienabbrecher geht er von Party zu Party. Doch eines Tages merkt er, dass ihn dieses Leben nicht mehr erfüllt. Doch was möchte er wirklich? Oder besser gesagt: Was macht ihn, Alvaro, überhaupt aus? 

Die ältere Dame Klara, weiß gar nicht, wie ihr geschieht, als sie dank dem Geburtstagsgeschenks ihres Sohnes - ein Rubbellos wohlbemerkt - zur Millionärin wird. Die Freude der Familie ist groß. Sohn Rüdiger kann seine Schulden begleichen, Klaras Ehemann möchte sich das lang erträumte Ferienhaus in Rügen kaufen. Und Angelika, die eigentlich materielle Gegenstände verachtet, kann also endlich nach Indien fahren. Doch wer fragt Klara, was sie möchte? 

Florian Herb schafft es, die Emotionen unserer beiden Protagonisten glaubhaft zu transportieren. Die Zerrissenheit, der Wunsch nach Liebe und dem Gefühl eine Heimat zu haben, kam bei mir als Leser definitiv an. Zudem kommt Florian Herb ohne viele Worte aus, sondern beschränkt sich auf sprachliche Bilder. Gerade seine Situationsbeschreibungen haben mir gefallen. Beispielsweise beweist er, einen guten Blick fürs Detail als er uns einen Chefportier eines Hotels vorstellt. Auch Herbs Dialoge haben es mir angetan. Besonders die Gespräche zwischen Cemal und anderen Personen haben mich gut unterhalten. 

Florian Herb hat in "Der Tag an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg" vielseitige Charaktere erschaffen. Von dem leicht pessimistisch angehauchten Alvaro, bis hin zu dem alt eingesessenen Berliner Cemal, der seine Heimatstadt nun das erste Mal verlassen muss, ist alles vorhanden. 

Allerdings konnte mich der Spannungsbogen der Geschichte nicht ganz packen. Deswegen muss ich auch hier nochmal einen halben Punkt abziehen. Als die ersten Prioritäten geklärt waren, wusste ich nicht ganz, worauf die Geschichte nun hinaus möchte. Jedoch nahm der Roman schnell wieder an Fahrt auf. 

Was den Gesamteindruck betrifft, bin ich positiv überrascht von den Abenteuern der Lotto-Klara und ihrem andalusischen Begleiter. Ich hatte eigentlich mit einer humorvollen Geschichte im Tommy Jaud Stil gerechnet. Damit bin ich aber weit gefehlt. Sehr gerne würde ich eine Verfilmung von "An dem Tag als Lotto-Klara in mein Taxi stieg" sehen. Einfach aus dem Grund, weil ich glaube, dass die nonverbalen Parts hier sehr gut zur Geltung kommen würden. 

Wer Geschichten mit der richtigen Portion Tiefgründigkeit und dem perfekten Spritzer Witz mag, sollte unbedingt mal zu "An dem Tag, als Lotto-Klara in mein Taxi stieg" greifen.