Donnerstag, 31. Dezember 2015

Mein Jahr 2015 - Buchige Highlights, Musik des Jahres und meine schönsten Erlebnisse

Wie schnell die Zeit vergeht. Nun lest ihr schon meinen zweiten Jahresrückblick. Ich wünsche euch viel Spaß und hoffe ihr fühlt euch gut unterhalten...

Gelesen 2015 - Die Statistik 

Gelesen 2014: 36 Bücher
Gelesen 2015: 38 Bücher
Mitgenommen ins neue Jahr:
In ein fernes Land von Elizabeth von Arnim


Meine Lieblingsbücher 2015 

Die im Dunkeln sieht man doch von Barbara Vine
Vielleicht morgen von Guillaume Musso
Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel
Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith
Der Seidenspinner von Robert Galbraith
Der Engelsbaum von Lucinda Riley
Das Schweigen in meinem Kopf von Kim Hood
Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims von Annabel Pitcher
Das Lied der Freiheit von Ildelfonso Falcones
Das finstere Tal von Thomas Willmann
Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um seine große Liebe wiederzufinden von Per Andersson
Das Mädchen, das den Himmel berührte von Luca di Fulvio
Wir können alles sein, Baby von Julia Engelmann


Momente 2015 

Einjährigen Blog Geburtstag 
Gerade in den letzten Jahren gab es bei mir was das Bloggen betrifft ein großes Hin- und her. Ich war unzufrieden, wusste aber auch nicht, was ich wollte. Jetzt habe ich das Gefühl bloggertechnisch angekommen zu sein. Obwohl das Hauptaugenmerk des Blogs auf Bücher und der Literatur liegt, bleibt trotzdem noch genügend Raum für andere nicht literarische Beiträge.

Konzertjahr 2015 
Wenn ich so vergleiche, fällt mir auf Anhieb nur ein (!) Konzert ein, dass ich 2014 besucht habe. Dafür war 2015 schon um einiges mehr los.
Dieses Jahr fällt wohl unter das Motto: "Alle guten Dinge sind 3". Begonnen hat das Konzertjahr für mich mit Sunrise Avenue, ist dann nur wenige Wochen später mit AnnenMayKantereit weitergegangen, nur um kurz darauf mit Max Mutzke zu enden. Ich fange jetzt schon an für 2016 zu sparen :-)

Tolle Begegnungen 2015 
Auch in diesem Jahr durfte ich viele wunderbare Menschen kennenlernen, die ich entweder gezielt oder rein zufällig getroffen habe. Mehr muss ich dazu hoffentlich nicht sagen? :-)


Gehörtes 2015 

Hier orientiere ich mich - wie bei den Büchern auch - nicht ausschließlich an dem, was 2015 erschienen ist, sondern an der Musik, die ich 2015 entdeckt habe.


Mans Zelmerlow - Heroes 
Ich habe gerade erstaunt festgestellt, dass 
er beim ESC live gar nicht sooo gut gesungen hat. 
Verglichen habe ich den Auftritt mit dem offiziellen Musikvideo. 
Da die meisten "Heroes" aber mit der tollen Bühnenshow verbinden, wollte ich euch den Auftritt trotzdem teilen. 
Ich hätte auch nicht gedacht, dass mich das Lied ohne Video so fesseln kann. Ich höre es immer wieder gerne. 


Ann Sophie - Black Smoke 
Nach der ESC Niederlage ist es leider etwas ruhig um Ann Sophie geworden. Mittlerweile ist auch ihr in New York produziertes Album erschienen. Mein Favorit: 



Roger Cicero - Alles kommt zurück 
Vor einer Weile habe ich mir ein eigenes Roger Cicero Best Of zusammengestellt und da durfte dieses Lied definitiv nicht fehlen. 


KT Tunstall - Suddelny I see 
Das ist eines der Lieder, die ich durch Singstar entdeckt habe. 
Mittlerweile ist es ein gern gehörter Track auf meinem MP3 Player. 

Natürlich möchte ich euch auch an dieser Stelle die Musik von AnnenMayKantereit nicht vorenthalten. Allerdings macht es mir Google schwerer, die richtigen Videos hier direkt einzubinden. Deswegen gibt's das Ganze jetzt etwas komplizierter: 
Oft gefragt - ZUM VIDEO 
Jeden Morgen - ZUM VIDEO 

In diesem Sinne... 

hoffe ich ihr kommt gut ins neue Jahr und wir lesen uns auch 2016 wieder. 

Montag, 28. Dezember 2015

Shadowmarch - Die Grenze (Band 1)

Bild von 
der hörverlag 
Steckbrief 

Name: Shadowmarch Band 1: Die Grenze (auch als Buch erhältlich)
Autor: Tad Williams
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Fantasy lesen und Fans des Sprechers David Nathan
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: David Nathan
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 


"Krieg und Frieden als großes Fantasy-Epos

Krieg zieht herauf. Die Elben, einst hinter der Schattengrenze im Norden zurückgezogen, treten aus dem Nebel heraus und wollen verlorene Gebiete zurückerobern. Aber auch der machtbesessene Autarch im Süden stellt Heere bereit und beide haben die Südmarkfeste zum Ziel. Dort müssen die königlichen Zwillinge Barrick und Briony die Regierungsgeschäfte übernehmen. Dort hütet Chaven, der über geheimes Wissen aus den Alten Tagen verfügt, einen magischen Spiegel. Dort verzehrt sich Ferras Vansen, Hauptmann der Königlichen Garde, in einer Leidenschaft, von der niemand ahnt. Und dort findet der Funderling Chert ein Kind, dessen Schicksal ihn ins tiefste Herz des Schattenreiches führen soll …"


Meine Meinung 

Als mir Frau Korte bei der Frankfurter Buchmesse von der Fantasy Reihe "Shadowmarch" erzählte, wurde ich hellhörig. Zwar muss ich gestehen, dass mir der Autor Tad Williams überhaupt nichts sagte, aber der Hörbuchsprecher David Nathan war mir ein Begriff. Außerdem war ich auf der Suche nach einer guten Bücherreihe... 

Der Klappentext von "Shadowmarch" fasst den Inhalt ziemlich gut zusammen. Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen, da einem eine Fülle von Namen und Informationen entgegenkommen, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Ich hatte am Anfang Mühe Charaktere einordnen zu können, bzw. zu filtern, ob sie jetzt wichtig, oder nur einmalig platziert waren. 

Nach und nach lichtete sich aber der Nebel und ich begann mich in dem Roman zurechtzufinden. Tad Williams versteht sich sehr gut darauf Handlungsstränge zu verstricken. Man merkt bei Band 1 sofort, dass es sich hier um eine Reihe handelt, weil die Handlungsstränge offen gehalten werden und dem Leser bald klar wird, dass die Geschichte hier erst richtig los geht und offene Fragen keine einfache Antwort haben werden. 

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Zum einen begleiten wir Verra Vansen, der von den Zwillingen Barrick und Briony losgeschickt wird, um den mysteriösen Veränderungen rund um die Schattengrenze auf den Grund zu gehen. 
Außerdem erleben wir die Zwillinge in ihrer Rolle als Regenten von Südmark. Briony hat Mühe sich als beinahe einzige Frau der Familie in einer Schar von Männern durchzusetzen. Sie verflucht ihre weibliche Rolle und wünscht sich sehnlichst als Führungskraft anerkannt und akzeptiert zu werden. 
Ihr Zwillingsbruder Prinz Barrick hingegen hat ganz andere Sorgen. Er wird von merkwürdigen Träumen heimgesucht, die ihm ungute Dinge zuflüstern. 
Auch Funderling Chert weiß nicht so recht, wie ihm geschieht, als ihm plötzlich ein Kind in die Hände fällt. Schnell muss er feststellen, dass es sich hier um einen Großwüchsigen handelt. Als wäre das nicht genug, macht er auch noch eine merkwürdige Entdeckung... 

Ich liebe Tad Williams Charaktere! Gerade der Funderling Chert hat es mir besonders angetan. Williams schafft es jeden seiner Charaktere eine eigene Note zu verpassen und sie sehr tiefgründig darzustellen. Ich hatte keine Mühe mich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen und konnte sie zum Schluss gut auseinander halten. Williams macht mich wirklich neugierig, wie es mit den Charakteren weitergeht und ob sie ihre Probleme und Fragestellungen in den weiteren Bänden lösen können. 

Als die Geschichte erstmal in Fahrt kam, entwickelte sich der Spannungsbogen ziemlich gut. Jedoch hat es mir beinahe etwas zu lang gedauert, bis endlich etwas passiert und alle Charaktere soweit vorgestellt waren. Deswegen gibt es hierfür einen halben Punkt Abzug. 

Williams hat genau den richtigen Schreibstil für eine Fantasy Reihe. Er schafft tolle sprachliche Bilder, brachte mich mit seinen Dialogen hier und da zum schmunzeln und hat es geschafft mich in eine Fantasywelt zu entführen, was gar nicht mal so einfach ist. 
Allerdings muss ich sagen, dass der Schreibstil für die Hörbuch Form etwas schwierig ist. Er ist zwar notwendig für das Fantasy Feeling, ist inhaltlich auf seine Art aber auch anspruchsvoll. Hier fehlen mir noch die richtigen Worte um diese Art des Schreibstils besser beschreiben zu können. 

Auch Sprecher David Nathan, der unter anderem Johnny Depp seine Stimme leiht und sonst überwiegend in (Psycho)Thrillern zu hören ist, hat das Gesamtbild gelungen untermalt. Anfangs habe ich bei seiner Lesung auf den Thriller Effekt gewartet und musste mir dann immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es hier ja um Fantasy geht :-). Ich hoffe die weiteren Bände werden ebenfalls von ihm gelesen. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir der Auftakt der Shadowmarch Reihe sehr gut gefallen hat und ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. 
Allerdings kann ich das Hörbuch trotzdem nur eingeschränkt weiterempfehlen: Aufgrund des Schreibstils empfehle ich es erfahrenen Hörern, die sich bereits mit vielen Hörbüchern auseinandergesetzt haben. David Nathan fängt den, auf den "ersten Hörer" schwierigen Schreibstil zwar gut auf, jedoch braucht man eine Weile um sich in die Geschichte einzufinden. 


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Die Rezensionen im Überblick:
Das Spiel (Band 2)
Die Dämmerung (Band 3)
Das Herz (Band 4)


* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Samstag, 26. Dezember 2015

Neujahrsschreiberei am 01.01.16



WORUM GEHT'S 

Am 01.01. startet der Jahresschreibmarathon 2016. Um was es geht, wie es mit der Zielsetzung aussieht und welche Beiträge oder Projekte gezählt werden dürfen, könnt ihr HIER nachlesen.
Bei Interesse kann in diesem Beitrag auch eine Teilnehmerliste angelegt werden :-).


NEUJAHRSSCHREIBEREI - DIE IDEE

Zu Beginn des Marathons sind wir alle voller Euphorie. Die Motivation ist - mit viel Glück :-) - da, die ersten Ziele sind gesteckt. Fehlt nur noch der passende Anlass um zu schreiben. Ich lade euch daher herzlich zum Neujahrsschreibnachmittag 2016 ein.

Wann: von 15:00 - 19:00 Uhr


WIE KÖNNT IHR DABEI SEIN? 

In der offiziellen Jahresschreibmarathon Facebook Gruppe ist eine gruppeninterne Veranstaltung erstellt. So könnt ihr euch mit anderen Schreiberlingen austauschen, ohne dabei eure gesamte Freundesliste in den Wahnsinn zu treiben :-).

Zur Facebook Gruppe geht's - HIER ENTLANG

Natürlich darf auch unter dem Hashtag #Jahresschreibmarathon2016 gepostet werden.

IN DIESEM SINNE... 

zückt die Notizblöcke, spitzt die Bleistifte und säubert die Tastaturen! :-)
Bis dahin
eure Emma

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit

Kleines Vorwort und Erklärung 

Hallöchen ihr Lieben,
ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und genießt die beiden Feiertage.
Wie bereits bei Ankas Geblubber zu lesen ist, nehme auch ich an der weihnachtlichen Aktion "Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit" teil. Ja, mir ist durchaus bewusst, dass es eigentlich Teil der ersten Aufgabe gewesen wäre, diesen Post rechtzeitig online zu stellen.
Da mein Adventskalender aber bis gestern gelaufen ist, wollte ich euch nicht mit Reizen überfluten. Hier könnt ihr nachlesen, wie ich in die Aktion gestartet bin und was ich bisher erlebt habe. Der Post wird übrigens stetig aktualisiert...


21.12.15 - Tag 1 - Überraschung 

Da nehme ich doch an einer Aktion teil und hätte fast den Startschuss verpasst. Irgendwie - ich habe keine Ahnung, wie mir das passieren konnte - bin ich davon ausgegangen, die Aktion startet am 23.12. Naja zum Glück habe ich meinen Fehler noch rechtzeitig bemerkt.

Eine Stunde Lesezeit mit "Abby Lynn" und dem Hörbuch "Shadow March" 
Den Tag habe ich bereits mit einem Buch begonnen. Und zwar mit "Abby Lynn - Verbannt bis ans Ende der Welt" von Rainer Maria Schröder. (Den Namen des Autors finde ich lustig :-) ).
Mir fehlen noch drei Bücher, dann habe ich dieses Jahr 40 Bücher gelesen. Mein Ehrgeiz ist also geweckt.
"Abby Lynn - Verbannt bis ans Ende der Welt" ist der Auftakt einer Bücherreihe, die mir von Gastschreiberin emion empfohlen wurde. Ich möchte gar nicht so viel über das Buch verraten, da ich mir die Hauptkritikpunkte für die Rezension aufheben möchte. Nur so viel: Inhalt gut - Schreibstil nicht ganz mein Fall.

Außerdem werde ich mich gleich noch Tad Williams erstem Band der "Shadowmarch" Reihe widmen, das kurz nach der Buchmesse als Hörbuch erschienen ist. Gelesen wird das gute Stück von niemand geringerem als David Nathan, der nicht nur Johnny Depp seine Stimme leiht, sondern auch überwiegend Thriller liest. Es ist komisch den Sprecher mal in einem anderen Kontext zu hören...

Vorbeigeschaut bei
... Ankas Geblubber
... Astis Hexenwerk
... Buchwellenreiter
... Girl behind books
... Kumos Buchwolke
... Licentia Poetica
... Mausis Leselust
... The Nerds Heart

Gerade wollte ich noch bei Melie von Melies Buchlounge vorbeischauen. Aber ihr Blog wirkt wie ausgestorben. Da spielt mir Google heute einen bösen Streich. Ich hoffe das Problem hat sich bis zum nächsten Tag behoben.


22.12.15 - Tag 2 

Lies mindestens 100 Seiten aus deinem aktuellen Buch 
100 Seiten habe ich heute nicht geschafft. Aber ich höre fleißig Hörbuch und setze mir als Ziel die aktuelle CD heute noch zu beenden. Mir fehlen noch 16 Tracks. Ich nehme mal an, dass es einer zwei wenn nicht sogar dreistelligen Seitenzahl gleichkommen müsste. Aber wie ihr ja wisst: Ich hab's nicht so mit Zahlen :-)

Vorbeigeschaut bei:
... Anis Allerlei
... Licentia poetica
... Mimi liest 
... Tanis Bücherwelt

Der Blog-Steckbrief 
Blogname: Tanis Bücherwelt

Name der Bloggerin / Name des Bloggers: Tanita

Ich habe mich für diesen Blog entschieden, weil...: ich nach purer Intuition gehandelt habe und mich der Blogtitel angesprochen hat.

3 Infos, die ich über den/die Blogger/in herausgefunden habe:
- Tani veröffentlicht nicht nur Rezensionen, sondern auch Reiseberichte.
- ihre "Über"- Seite ist leider leer.
- ich bin verwirrt...

3 Bücher, die der/die Blogger/in gelesen hat (du darfst gern die jeweiligen Rezis verlinken):
Seiten der Welt - Kai Meyer
Die sieben Schwestern - Lucinda Riley
Der Junge im gestreiften Pyjama - John Boyne

Das gefällt mir besonders gut auf dem Blog: Tani hat einen schönen Schreibstil, der mich zum weiterlesen anregt und es mir leicht macht, in ihre Artikel / Rezensionen einzusteigen.

Eine Gemeinsamkeit mit dem/der Blogger/in: Das "normalerweise" nicht Lesen von Fantasybüchern :-)

Ideen/Anregungen/Vorschläge/Wünsche: Ich bin irgendwie mit dem Aufbau des Blogs nicht ganz zurecht gekommen. Beim Klick auf "Über" und beim Aufrufen der "Rezensionen" Seite kamen mir leere Seiten entgegen. Zuerst dachte ich Google spielt mir mal wieder einen Streich. Über die Kategorien Suche, habe ich dann doch noch ein paar Rezensionen gefunden.
Schade finde ich es auch, dass Rezensionen nicht nachträglich kommentiert werden können. Da ich bei den oben verlinkten Büchern entweder das Buch oder den Autor kenne, hätte ich gerne ein paar Sätze dazu da gelassen.


23.12.15 - Tag 3 

Noch ein Tag bis Weihnachten. Wenn meine Verhandlungen mit meinem Bruder heute gut laufen, werden  die restlichen Geschenke verpacken. Sonst kommt das alles morgen dran :-).
Das Tolle ist: Noch einmal schlafen und dann hat das Versteckspiel ein Ende.

Persönliches Leseziel: 
Da ich heute schon gelesen habe, sieht mein Ziel wie folgt aus:
- 20 Tracks des Hörbuchs "Shadowmarch: Die Grenze" hören. Ich bin fast auf der Zielgerade.
- nochmal zwei Kapitel von "Abby Lynn" lesen. Ich schätze mir fehlen noch 80 Seiten, aber das Ziel, das Buch heute noch zu beenden, ist mir dann doch eine Nummer zu groß.

Vorbeigeschaut bei
... ausz3it
... Geschichtentänzer 
... Licentia Poetica

Letztes Update - 21:45 Uhr 
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mein Leseziel heute wirklich erreiche. Das Hörbuch hat mich heute nicht ganz packen können. Wir beide haben wirklich Höhen und Tiefen. Aber während ich diese Zeilen hier schreibe, laufen die letzten "zu hörenden" Tracks für heute.
Auch mit "Abby Lynn" komme ich sehr gut voran. Und ich befürchte Band 1 hat einen echten Cliffhänger.


24.12.15 - Tag 4 - Weihnachten 

Frohe Weihnachten euch allen!
Heute bin ich ausnahmsweise unbuchig in den Tag gestartet und habe stattdessen erstmal das letzte Türchen meines Adventskalenders geteilt. Es ist schon komisch ein halbes Jahr an einer Geschichte zu arbeiten und sie dann innerhalb 24 Tagen "rauszuhauen"
Aber nun zurück zur Aktion

Unser improvisierter
Weihnachtsbaum
Foto: A. Mack
Wie ich Weihnachten feier
Wir feiern Weihnachten seit ein paar Jahren im kleinsten Kreis. Früher waren Weihnachten und Ostern die Feste, bei denen klar war, dass die Verwandten nicht fehlen durften. Mittlerweile sind die Cousins erwachsen und feiern Weihnachten auch lieber zu Hause :-)

Unser Weihnachtsfest wird relativ entspannt. Gerade eben habe ich mit meinem Bruder noch die Geschenke beschriftet. Ich habe verpackt, er hat die Karte mit Worten gefüllt. Ich finde, dass ist ein guter Deal.

Traditionell findet die Bescherung bei uns nach dem Essen statt. Allerdings gibt es nicht das "Jeder kriegt sein Geschenk und reißt es auf"- Prozedere. Wir zelebrieren das immer mit einem typischen Würfelspiel. Derjenige, der eine 6 würfelt, holt ein Geschenk und übergibt es dem "Beschenkten". Das machen wir so lange bis alle Geschenke verteilt sind, oder es uns zu langatmig wird, was aber selten der Fall ist.

Einziges Problem: Wir haben kein Geschenk für die Katze... Allerdings wird es für sie in den nächsten Tagen einen "Fleischreste"- Segen geben. Ich denke, dass ist ganz in ihrem Sinne.


25.12.15 - Tag 5 - 1. Weihnachtsfeiertag 

Buchige Weihnachtsgeschenke 
Ich habe euch noch nicht erzählt, welche Bücher ich beim Buchwichteln erwürfelt habe. Es handelt sich hier um die dystopische Dilogie "Starters" und "Enders". Die Geschichte ist bereits auf mehreren Buchblogs besprochen worden. Ich bin sehr neugierig, was mich erwartet.

Ich habe mir dieses Jahr ein paar Bücher gewünscht. Zwei Neuzugänge schaffen es in mein Regal.
Zum einen handelt es sich um Kira Gembris Roman "Wenn du dich traust". Ich hatte ganz verdrängt, dass es sich hierbei um ein gebundenes Buch handelt. Ich hab schon lang keine gebundenen Bücher mehr gelesen.
Außerdem habe ich mir "Der Tag an dem die Lotto-Klara in mein Taxi stieg" von Florian Herb gewünscht.

Auf beide Bücher bin ich dank Ankas Wochengeblubber aufmerksam geworden. Die Lotto Klara verspricht eine lustige Geschichte. Deswegen freue ich mich ebenfalls total auf diesen Roman.

Lesezeit 
OK ich geb zu: Hier werde ich etwas schummeln. Mein Tagesziel besteht darin, "Shadowmarch" zu beenden. Mir fehlen noch etwa 20 Tracks, das heißt es ist gut machbar.

Vorbeigeschaut bei
Anjas Insel
Ankas Geblubber
books'n stories
Mein kleines Bücherwohnzimmer 
Meine Lesezeit (wobei ich hier leider keinen Kommentar hinterlassen konnte)
Wint3rkind 

Update um 18:45 Uhr 
Ich habe "Shadowmarch: Band 1 die Grenze" heute beendet. Ein wirklich vielseitiges Fantasy Buch. Jetzt werde ich die Notizen zur Rezension machen, damit diese so bald wie möglich online gehen kann.

Noch zwei Bücher... Dann ist meine inoffizielle 40er Marke geknackt. Oder so ähnlich... :-)

PS: Was sagt ihr zu unserem improvisierten Weihnachtsbaum?
Meine Eltern: "Das sieht eher aus wie Weihnachtspalmen"
Ich: "Es ist 'hoch' und leuchtet. Das geht als Baum durch."


26.12.15 - Tag 6 - 2. Weihnachtsfeiertag 

Erstes Lese Update 
Heute morgen habe ich "Abby Lynn" beendet. Das heißt ich kann gleich eine zweite Rezension vorbereiten. Allerdings glaube ich, dass ihr die Abby Lynn Rezension erst Anfang Januar zu lesen bekommt.

Lesenswertes bei den Ge(h)Schichten 
Es ist wirklich schön, geplant Schleichwerbung machen zu dürfen. Um ehrlich zu sein, ist nach dem Adventskalender mein Vorrat an geplanten Beiträgen ziemlich geschrumpft. Bisher sind nur "Konserven"- Rezensionen und das ein oder andere gelesene Buch von Skyara geplant. (Aber bei letzterem muss ich ja "nur" hochladen und nichts selbst schreiben :-) ).

Dennoch möchte ich euch eine Aktion vorstellen, die mir am Herzen liegt und hoffentlich den ein oder anderen von euch anspricht. Am 01.01.16 geht mein Jahresschreibmarathon in die nächste Runde. Ziel ist es wieder innerhalb eines Jahres eine bestimmte Wortanzahl zu schreiben. Und zwar genauso viele Wörter wie der erste Harry Potter Band enthält. HIER geht's zum offiziellen Beitrag.
UPDATE: Nun ist die offizielle Einladung zur Neujahrsschreiberei online gegangen. Zu finden ist der Beitrag HIER

Erwähnenswert ist auch, dass am 31.12. mein Jahresrückblick online geht. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es zu einem zweiten Jahresrückblick kommen wird, weil ja immer eine Menge Zeit vergeht und man nicht weiß, was kommt.

Weitere im Kopf geplante aber noch ungeschriebene Beiträge: 
Rezensionen: Shadowmarch Band 1: Die Grenze; Abby Lynn - Verbannt ans Ende der Welt
GE(H)SCHAUT: Systemfehler - Wenn Inge tanzt; Der Club der roten Bänder,
Studieren mit Sehbehinderung: Umgang mit der Behinderung im Studium

Vorbeigeschaut bei bekannten Blogs
... Anka
... Licentia Poetica 
... Mimi liest

Neu entdeckt (wird im Laufe des Tages aufgefüllt)
... Annas Bücher
... Booklove4
... Chias Bücherecke
... Danis Tagebuch 
... Tapsis Buchblog 


Lesenacht Updates

Countdown 20:58 
Noch zwei Minuten. Die Wahl des Buches ist gefallen. Optimistisch, dass ich heute Abend noch damit fertig werde ... :-)

Startschuss 21:00 Uhr 
Ich starte mit "In ein fernes Land" von Elizabeth von Arnim, wobei hier meine Bibliothek und das Internet unterschiedlicher Meinung sind, wie Buch oder Autorin heißen. Ich verwende jetzt den Namen unter dem das Buch auch im Internet zu finden ist. Ich habe es im Rahmen einer Lesenacht bereits schon mal begonnen, fange aber nochmal von vorne an, da es eine WEile her ist, dass ich den Roman begonnen habe.

Update um: 22:00 Uhr
So langsam bin ich wieder an der Stelle angelangt, an der ich aufgehört habe. Ich mag den Schreibstil des Romanes. Und auch die Sprecherin ist für die Tatsache, dass es sich hier um keine professionelle Lesung handelt, wirklich gut. Aber ich merke, dass ich langsam etwas müde werde...

Frage: Stell dir vor, der/die Protagonist/in aus deinem aktuellen Buch hätte an Heiligabend an deiner Tür geklingelt. Wie hättet ihr Weihnachten verbracht? Gemeinsam? Oder hättest du ihn/sie gar nicht reingelassen?

Meine Protagonistinnen sind die Waisen Anna Felicitas und Anna Rose. Sie sind Halb Engländer und Halb Deutsche. Eigentlich überhaupt kein Problem. Würde die Geschichte nicht während des zweiten Weltkriegs spielen.
Hätten beide Protagonistinnen am Heiligabend an meine Tür geklopft, wäre es ein anderes aber auch schönes Weihnachtsfest geworden, weil ich die Möglichkeit gehabt hätte, beide auf andere Gedanken zu bringen.

Leseziel für die nächste Stunde
Anka setzt die Herausforderung, die bereits gelesenen Seiten zu toppen. Mein Ehrgeiz ist geweckt. Das hieße ich müsse mehr als 7 Tracks hören, was eigentlich kein Problem darstellen sollte.


Update um 23:00 Uhr 
Jaja... Doppelt so viele Tracks hören... Ist klar. Ziel nicht erreicht. In der Rezension verrate ich euch mehr über die Aufmachung des Hörbuchs. Fakt ist: Es hat nur 39 Tracks. Und jetzt weiß ich auch warum. Ich habe in dieser Stunde gerade mal 3 Tracks geschafft.

Nun zur Aufgabe: Wir dürfen unsere Schauplätze zeigen.

Foto: A. Mack 

Zu eurer Linken - oder so ähnlich - seht ihr mein Lesegerät, das heute Abend aber nicht benutzt wird. Darunter liegt übrigens das zweite Buch, das mir emion ausgeliehen hat. Das möchte ich gerne noch 2015 beenden. Zwischen dem Lesegerät und der Laptop Ecke seht ihr mein unordentliches Sammelsurium an Weihnachtsgeschenken und wichtigen Ordnern. Hier seht ihr übrigens auch meine Neuzugänge. (Da fällt mir gerade auf: Die hätte ich für das Bild auch hinstellen können... Ihr seht ich hab's echt nicht so mit Fotos). Dann kommen wir zu meinem Laptop. Hier höre ich mein Hörbuch und schreibe nebenher mit Freunden, oder stöbere in der Facebook Veranstaltung.

Ich muss aber gestehen, dass ich der Geschichte nur so halb lausche, obwohl sie wirklich schön ist. Ich bleibe aber trotzdem dran.

Update um 00:00 Uhr 

Ich schmiede gerade tolle Pläne mit Gastschreiberin emion.

Aufgabe: Lesehighlight für 2015?

Das ist gemein... Eine kleine Auswahl meiner Highlights gibt's im Jahresrückblick. Heute beschränke ich mich wirklich auf ein Buch. Und zwar auf ... ARGH ICH KANN MICH NICHT ENTSCHEIDEN ...

"Das Lied der Freiheit" von Idelfonso Falcones. Ein Hörbuch, das beim Hörverlag produziert wurde. Die Geschichte erzählt das Schicksal der Sklavin Caridad, der die Freiheit geschenkt wird. Da diese aber schon von Klein auf in Gefangenschaft aufgewachsen ist, hatte sie Mühe sich mit dieser zurechtzufinden. So schließt sie sich einer Zigeunerfamilie an und findet so ihre erste Freundin. Nämlich die Tochter eines wichtigen Oberhauptes...

Was ich an dieser Geschichte mag: Der historische Roman wird nicht nur total schön gelesen, sondern nimmt den Leser auch mit in eine völlig neue Welt. Wir erfahren nicht nur, wie sich Caridad entwickelt, sondern lernen auch etwas über das Schicksal der Zigeuner. Und diese Passagen fand ich wirklich sehr bedrückend, weil es sich hier ja um einen historischen Roman handelt, also ein großer Kern Wahrheit an der Geschichte ist.

Warum ich dieses Buch empfehle? Weil es mich positiv überrascht hat. Eigentlich sollte ich es für ein Literaturseminar - jaja sowas haben auch Sozialarbeiter :D - lesen. Nie hätte ich gedacht, dass mich die Geschichte so fesseln könnte.

Letztes Update: 00:50 Uhr 
Ich hatte einen wirklich schönen Abend und habe mich gut virtuell mit emion und dem Anonymen (siehe Kalender Posts. Ich wünsche viel Spaß beim raten) unterhalten. Ihr seht: Zum lesen / hören, bin ich nicht wirklich gekommen. Ich habe der Geschichte zwar mit halbem Ohr gelauscht, bin aber ständig abgeschweift und fand die anderen Dinge interessanter. Neeein: Hier handelt es sich nicht um eine Leseflaute. Dennoch werde ich dieses Buch abbrechen.
Aber mein Ziel für 2015 steht: Ich brauche noch zwei Bücher. Und mein Ehrgeiz ist geweckt.


27.12.15 - Tag 7 - Finale 

Die offizielle Weihnachtszeit ist jetzt wohl vorbei. Und auch diese coole Aktion geht somit zu Ende. Heute morgen habe ich festgestellt, dass mir noch 1 Leser bis zur 60er Marke fehlt. Ich hätte mit allem gerechnet. Aber nie im Leben DAMIT!!!
Und an dieser Stelle wird einmal Brigitte Nielsen zitiert: "WAs geht los da rein?"
Ich hoffe, ich kann heute noch fleißig durch die Teilnehmerliste stöbern. Gerne möchte ich weitere Blogs besuchen :-).

Nun aber zu den letzten Aufgaben:

Neu entdeckt Teil 1 
... Booklove bloggt
... BuchBria
... Die Welt der Gedanken
... Little Dragon Library
... Dunas Leseecke
... Elas Leselounge (habe leider kein aktuelles Update gefunden)
... Lenas Welt der Bücher
... Lielan reads
... Lillys Corner
... Lovelymix
... Mitten im Leben auf dem Lesesofa
... Jades Bücherstube
... Zauberhafte Bücherwelt 


Die Aktion - Das Fazit 
Die Aktion hat mir wirklich gut gefallen. Besonders toll fand ich die Teilnehmerliste, weil sie einen guten Überblick gegeben hat, wer dabei ist. Mein Internetbrowser war auch so freundlich mir die bereits besuchten Blogs anzuzeigen, was meine Organisation sehr unterstützt hat :-).
Ich habe viele schöne Blogs gefunden und Blogger kennen gelernt. Allerdings ist mein bisheriges Hauptproblem, dass mein Lesegeschmack leider nicht bei vielen übereinstimmt. Da bin ich dann lieber sparsam mit dem Abonnieren, weil es mich z.B. auch frustrieren würde, wenn meine Follower Zahl zwar hoch ist, ich aber doch keinen Austausch habe. Aber es gibt ja noch diesen Tag. Vielleicht mache ich hier ja eine tolle Entdeckung...?

Ich habe innerhalb der Aktion zwei Bücher beendet. Das beruhigt mich sehr, da ich diese Exemplare unbedingt noch fertig lesen wollte. Immerhin handelt es sich bei dem einen Buch um ein Rezensionsexemplar. (Notiz an mich selbst: SCHREIB ENDLICH DIE REZENSION!)

Leseziel - Ablenkung - 
Während ich mein heutiges Update verfasst habe, wurde ich mit einer Spaziergangsfrage abgelenkt... Zurück aus der Natur kann ich verkünden, das ich heute morgen schon eine Stunde gelesen habe. Ob ich das Buch "Da helfen nur noch Pistazien" von Paula Danzinger heute noch beende, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Erstmal werde ich mich wohl auf die Stöberrunde (Ergebnisse siehe oben) begeben.

Kleine Pause um 20:20 Uhr
Nachdem ich mit dem WLAN gekämpft und mich auf 12 Blogs umgeschaut habe, lege ich nun eine kleine Pause ein. Mein heutiges Ziel besteht wie gesagt darin, die Teilnehmerliste abzuarbeiten. Und ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das noch schaffen werde. Aber... Der Abend ist lang und ich habe Semester-Weihnachtsferien.
Jetzt werde ich aber erstmal eine Freundin anrufen, mit der ich übermorgen ins Kino möchte.

Bis später...

Neu entdeckt Teil 2 
... wabuwabui
... Loraliest
... Kunterbunte Flaschenpost 
... Glutton for books
... Mara Ladystyle
... The Loyal me
... Myna liest und schreibt
... Bookwormdreamers
... Lese Leidenschaft
.... Fantasie und Träumerei

Besuch bei alt bekannten Gesichtern
... Buchwellenreiter
... Licentia Poetica
... Mimi liest

Update um 22:40 Uhr 
Ich will nicht mehr!!! Mein Kopf raucht!!! Und ich brauche endlich was zu essen.
Die beste Entdeckung in den letzten Stunden: Tatsächlich habe ich 1-2 Buchblogs entdeckt, die ich jetzt regelmäßig verfolgen werde. Außerdem habe ich eine Internetradio App auf meinem iPhone installiert und kann so mein störrisches WLAN überlisten, dass keine Lust auf hr3s Radiosendung "100pro deutsch" hat, aber auf Buchblogs gut zu sprechen ist.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mein Ziel, alle Teilnehmer der Aktion zu besuchen, heute noch schaffen werde.
Erstmal hab ich wirklich genug und brauche eine Pause. Aber das hatte ich ja schon erwähnt oder? Mittlerweile habe ich übrigens jede Menge Respekt vor den Leseratten, die sich durch meinen monster langen Post quälen. Ich hoffe es sind nicht so viele Tipp- oder Kommafehler zu finden und ihr habt etwas Freude bei den geschriebenen Zeilen...

Emma

Update 22:55 Uhr
Gerade habe ich einen Blick auf die Teilnehmerliste geworfen. Ich zitiere nicht Angela Merkel, sondern diesen Bagger aus Bob der Baumeister: "Können wir das schaffen? Ja wir schaffen das."

Neu entdeckt Teil 3 
... Lilstar
... Büchermikado 
... Goldkindchen
...

Zwischenstopp 23:15 Uhr 
Mein Wunsch hat es ins Radio geschafft :-). Jetzt bin ich glücklich. Weiter geht's mit der Stöberrunde...

Neu entdeckt Teil 4 
... Book walk (ich hoffe mein Kommentar ist abgeschickt worden...)
... Lesemaus87
... Buchmomente
... Buchmagie
... Eine kleine Bücherwelt
... Somayas Bücherwelt
... Angeltearz liest (auch hier hab ich leider nichts zur Aktion gefunden)
... Tianas Bücherfeder
... Tinka Beere
... Uwes Leselounge

Bekannte Gesichter
... Papier und Tintenwelten (leider keinen Post zur Aktion gefunden)
... Sasijas Tardis


28.12.15 - Inoffizieller Tag 8 - 00:40 Uhr 

Die Teilnehmer
Ich hab's geschafft!
Alle teilnehmenden Blogs habe ich besucht und hier und da sogar einen Kommentar da gelassen. Überrascht hat mich, dass so viele junge oder werdende Familien mit an Bord waren. Ich bewundere die Eltern bzw. werdenden Eltern wirklich, dass sie während des Familien- und Alltagsstresses noch Zeit zum Bücher lesen, Blogs stöbern und kommentieren finden.
Außerdem hat mich überrascht, wie früh manche Teilnehmer gepostet haben. Ich selbst bin entweder bis spät in die Nacht am PC - aber nur wenn ich Ferien habe - oder setze mich erst am späten Vormittag dran, um an Blogposts zu feilen.

Leseziel im Rahmen der Aktion
Ich bin froh, die zwei Bücher, die ich mit in die Aktion gebracht habe, beendet zu haben. Die Rezensionen werde ich hoffentlich morgen vorbereiten und zumindest die zu "Shadowmarch" auch endlich posten. Asche auf mein Haupt!

Positives Feedback zur Aktion
Die Aktion war toll! Ich habe auf den letzten Metern wirklich noch ein paar neue Blogs gefunden und freue mich auf die geplanten Beiträge.
Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass sich während der Aktion noch ein paar Leser dazu gesellen. An dieser Stelle nochmal: Herzlich willkommen! Ich hoffe wir lesen noch viel voneinander.

Der Monster Beitrag 
Im Rahmen meiner Stöber Aktion, habe ich bemerkt, wie lästig es sein kann, einen Monsterbeitrag vor sich zu haben.
Deswegen ein DICKES DANKESCHÖN an diejenigen von euch, die sich bis zum Schluss durchgekämpft haben. Ich hoffe es war nicht zu viel unnützes Wissen dabei.

In diesem Sinne... 

schwinge ich mich jetzt unter die Kommentare und hoffe wir lesen / schreiben uns bald wieder

24. Türchen: Ende gut alles gut



Der Tag neigte sich dem Ende zu. Viele Kinderträume waren an diesem Weihnachtstag erfüllt worden. Selbst wenn nicht alle passenden Geschenke unter dem Baum gefunden wurden, waren es dieses Jahr nicht nur weiße, sondern auch harmonische Weihnachten geworden.

Ein Jahr später, nachdem das Gemeindehaus beinahe vollständig abgebrannt war, fand trotz, oder gerade deswegen, der alljährliche Weihnachtsgottesdienst in der Kirche auf dem Gelände statt. Allerdings gab es dieses Jahr eine Planänderung. Der Gottesdienst hatte bereits um 23:00 Uhr begonnen, sodass sich die Besucher pünktlich um 00:00 Uhr auf dem Vorplatz einfinden konnten. Dort sollte, nicht wie von jüngeren Gemeindemitgliedern gefordert, ein Feuerwerk steigen, sondern das Weihnachtsfest mit Musik und einem leuchtenden Baum verabschiedet werden. Aber dazu später mehr.

Während Bernhard und Clara den Nachmittag gemeinsam verbracht hatten, mussten sie feststellen, dass es doch mehr Gemeinsamkeiten zwischen ihnen gab, als die Tatsache, von den jeweiligen Ehepartnern im Stich gelassen worden zu sein. Kurzerhand wurden weihnachtliche Pläne geändert und das Fest gemeinsam in Bernhards Haus, zusammen gefeiert. Immerhin hätte Claras 4-Zimmer Wohnung wohl kaum genügend Platz für einen großen Baum, inklusive lebendiger Kinder und einer griesgrämigen Großmutter geboten, die man wohl kaum ausladen konnte. „Aber eins sage ich dir! Ich habe mir kaum die Feiertage frei genommen, wenn man einmal davon ausgeht, dass ich eigentlich immer frei habe, um untätig hier herumzusitzen. Das hätte ich genauso gut zu Hause machen können. Meinetwegen feiern wir ein gemeinsames Weihnachtsfest. Aber in den Gottesdienst kommt ihr mit. Und zwar alle“, hatte die Alte sich beschwert. Sehr zu Freuden der Kinder, war Bernhard erfolgreich aus einer Verhandlung gekommen. So musste die Familie erst um kurz vor 00:00 Uhr auf dem großen Platz zu finden sein. Schließlich ging es hier um eine Angelegenheit, die das ganze Dorf betraf. Die könne man nicht einfach so ausfallen lassen. Was den Gottesdienst betraf... Das war eben anders.

23:30 Uhr:
„Papa beeil dich! Sonst wird Oma noch richtig sauer“, rief Sandy quer durch das ganze Haus. Sie stand bereits angezogen im Flur, während die anderen – nicht nur – Familienmitglieder, das Haus belagerten. Bernhard lächelte Clara zu. „Die Kleine hat den Laden im Griff.“

„Nee jetzt? Du verlangst allen Ernstes von mir, dass ich mich Nachts in die Eiseskälte bewege?“, fragte Steffen mit gespielter Entrüstung. „Du bewegst dich ja noch nicht mal. Aber damit dir nicht kalt wird, nehmen wir auch ne Decke mit“, stellte Olli fest und zog sich die Schuhe an. „Na toll. Ich meine, ich hab das Theater letztes Jahr noch nicht mal mitbekommen“, murrte Steffen. „Dann wird’s Zeit, dass du deine Wissenslücke auffrischst. Glaub mir: Nach dem Abend bist du vollstens im Bilde“, erklärte Olli und schob seinen Freund nach draußen.

„Mama, was machst du da?“.
„Geh ins Bett, Timmy. Es ist schon spät.“
„Aber ich bin noch gar nicht müde.“
Ich hasste es, wenn sie seufzte und mich so böse anstarrte. „Mami muss jetzt ein paar wichtige Sachen beobachten. Also stör mich nicht und geh mit deinen neuen Spielsachen spielen.“

„Und ich dachte du magst keine Menschen. Willst du wirklich auf den überfüllten Platz gehen?“, fragte Rosie amüsiert. In den letzten Tagen hatte ihr Freund Rupert eine buchstäbliche Verwandlung vollzogen. Auch seine Freundin Nan schien ihm ziemlich gut zu tun. Allerdings redeten sie noch nicht darüber. „Ich habe es Nan versprochen. Sie muss heute ja arbeiten“, strahlte er. „Na dann müssen wir uns aber ran halten. Dann bekommen wir einen guten Platz und du kannst ihr Bilder von dem Weihnachtsbaum zeigen.“

„Jetzt geh schon! Oder willst du doch, das ich mitkomme?“, Gerda war sich schon den ganzen Tag uneinig darüber, was sie mit sich, oder gar dem Jungen anfangen sollte. Alles kam heute zusammen. Zuerst die Weinflasche, die sie nun doch nicht gemeinsam genießen würden, dann dieser verdammte Jahrestag. Sie konnte ihn doch nicht alleine lassen. Andererseits wurde es auch Zeit, dass er sich seinen Ängsten stellte. Wobei... Waren das überhaupt seine Ängste? „Was soll ich denn da? Damit ich die Menschen daran erinner, was vor einem Jahr passiert ist? Ich glaube da hat keiner wirklich Lust drauf“, meinte er und blickte auf den Fernseher. „Jetzt komm schon! Immerhin hast du uns um den Wein gebracht, also bist du mir einen Gefallen schuldig.“

Verdammt! Mit alten Leuten konnte man einfach nicht diskutieren. John hatte keine Lust der Frau zu erklären, dass das etwas ganz anderes war. Stattdessen stand er schmunzelnd auf und zog seine Schuhe an.

23:50 Uhr
„Schneeelller!“, brüllte Moritz.
„Nicht so laut!“, brüllten Sandy und Claras Tochter, deren Namen er schon wieder vergessen hatte. Jedenfalls war ihr beim Abendessen herausgerutscht, dass sie die letzte Flasche weitergeschenkt hatte. Bernhard und Clara mussten daraufhin schmunzeln, was schließlich in ein lautes Lachen ausgebrochen war. Immerhin war sie wieder zu ihnen zurückgekehrt.
„Wie lange hast du eigentlich Urlaub?“, fragte Clara.
„Die ganzen Ferien. Mittlerweile arbeite ich viel von Zuhause aus.“
„Das klingt... sehr gut. Was hältst du davon, wenn wir mit den Kindern in das Skigebiet in der Nähe fahren?“, traute sich Clara zu fragen.

„Meine Herren. Es ist wirklich schweinekalt“, stellte Olli fest. „Frag mich erstmal. Übrigens: Du hast mir noch gar nicht erzählt, wer dich um die Weinflasche betrogen hat“, entgegnete sein Freund. „Ach... sagen wir so: Es war eine kleine erzieherische Notlage, die ich dank weiblicher Unterstützung erfolgreich gemeistert habe“, erklärte er ausweichend. „Wirst du diese weibliche Unterstützung demnächst öfter sehen?“
„Ich lass mich doch nicht dauerhaft übers Ohr hauen. Vergiss es.“
„Das wollte ich hören.“

„Nicht so schnell. Sonst kommen wir ja nie an. Da muss man sich ja wirklich fragen, wer von uns der ältere ist“, kicherte Gerda, die zielstrebig voran schritt. John hielt einen imaginären Sicherheitsabstand ein. In Richtung des Gemeindehauses wurde das Treiben dichter. Gerda hatte das Gefühl, dass viel mehr Menschen als nur die Dorfbewohner gekommen waren. Obwohl sie keinem einzigen Reporter in diesem Jahr über den Weg gelaufen war, konnte man bei der Presse ja nie wissen. Immerhin trugen Kommissare ja auch Tarnkleidung. „Meinst du wir können Tess holen?“, fragte er wie aus dem Nichts. „Nein!“, entgegnete sie bestimmt. Tess war alles andere als stabil. Das wussten sie beide. Außerdem konnte man bei einer Menschenmasse nie wissen. In Mittelalterfilmen verwandelte sich eine Masse auch ganz schnell in einen wütenden Mob.

„Deine Kamera ist wirklich gut. Ich wusste gar nicht, dass du so eine gute Ausrüstung hast“, Rosie musste beinahe brüllen. Der Platz war bereits gut gefüllt und sie hatten sich durch die Menge schieben müssen, um ein gutes Eckchen zu finden.

23:55 Uhr:
„Herzlich willkommen! Es freut mich wirklich, dass sich so viele Menschen an diesem Tag hier versammelt haben. Eigentlich sollte es ein fröhliches Weihnachtsfest sein. Und für viele ist es das sicher auch. Doch wir wollen uns auch daran erinnern, was im vorherigen Jahr in dieser Nacht über uns hereingebrochen ist...“.

Während der Geistliche seine Worte sorgfältig wählte, streiften unsere Charaktere ihren ganz eigenen Gedanken nach. Natürlich wusste jeder, was der Herr sagen wollte. Wichtig war nur, dass sie sich an diesem Ort befanden und den Moment gemeinsam entgegentraten.

Johns Blick ging unruhig durch die Menge. Viele der Anwesenden kannte er nicht einmal. Auch sie schienen ihn nicht wirklich wahrzunehmen, was ihn einerseits glücklich machte, aber auch andererseits dafür sorgte, dass er sich noch unsicherer fühlte. Würden die Blicke kommen? Oder hatte man ihm insgeheim verziehen?

„... Und um das schreckliche Unglück nun endlich abschließen zu können und ein Zeichen zu setzen, möchten wir Ihnen das goldene Licht schenken. Es soll Kraft und Trost in den schweren Stunden spenden, aber auch hoffnungsvoll in die Zukunft weisen. Denn wo ein Ende ist, ist auch ein Anfang.“

Und nun ging ein Raunen durch die Menge. Der große Weihnachtsbaum, der erst heute Morgen aufgestellt worden war, begann zu zittern. Es fing unmerklich an und ging in eine schwingende Bewegung über. Langsam begann er zu schimmern. Erst bemerkte es niemand. Doch Rosie deutete aufgeregt auf die untere Lichterkettenreihe. „Hast du es gesehen? Es hat geblinkt!“. Und tatsächlich! Kaum waren die Worte ausgesprochen, erhellten die unteren Reihen. So schnell wie die ersten Kugeln erstrahlten, breitete sich das Licht auf den ganzen Baum aus. Und zum Schluss glänzte die Spitze. Diese war nicht, wie bei typischen Weihnachtsbäumen mit einem Stern ausgestattet. Nein: Hier prangte ein Herz. Dieses Symbol sollte nicht nur, wie bereits bekannt, für das Zeichen der Liebe stehen. Es stand in diesem Jahr auch für Zusammengehörigkeit und Freundschaft.

Während die meisten Blicke immer noch an dem leuchtenden Baum hingen, versteifte sich Johns Körper. Da waren sie: Seine Mutter und sein Bruder. Lange hatte er sie nicht gesehen. Doch nun war es wohl soweit. Die Menschenmenge teilte sich. Er wusste, dass sie ihn gesehen hatten. Wahrscheinlich beobachteten sie ihn schon den ganzen Abend. Vorsichtig warf er einen Seitenblick auf Gerda. „Geh schon!“, ermunterte sie ihn erneut. Und diesmal brauchte er keine weitere Aufforderung.

„Da kriege ich ja fast Pipi in die Augen.“
„Jetzt mach nicht so blöd rum. Die sensible Seite solltest du dir dringend aneignen. Falls du doch noch irgendwann zu einer Freundin kommst“, grinste Olli, nahm beide Griffe in die Hand und schob den Stuhl davon.

„Tja, sowas Schönes sollten sie jedes Jahr hier aufstellen“, meinte Rupert. Rosies Mund war geöffnet. Ihr Blick heftete immer noch an dem Weihnachtsbaum. „Wie wär’s wenn wir uns wieder in unser warmes Heim bewegen? Oder bist du von dem Farbenspiel hypnotisiert worden?“, grinste er. Diese Momente, in denen er gesprächiger war, als seine Freundin, würden sich in nächster Zeit wohl häufen.

„Also dann...“, nun war wohl die Zeit des Abschieds gekommen. Doch es würde kein endgültiger sein, da waren sich beide wohl einig.
„Danke für den schönen Abend. Ich habe seit einem Jahr nicht mehr so gelacht“, schmunzelte Clara.
„Bis morgen. Das Angebot mit dem Skigebiet steht doch noch, oder?“, fragte Bernhard.
„Du hast das Auto“, stellte sie fest.
„Okay, morgen früh um 10 Uhr. Und wehe ihr kommt zu spät.“
„Also bis 11“, grinste sie.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

23. Türchen: Unerwarteter Besuch



„Papa! Wann stellst du den Baum auf?“,
„Wann kommt Oma?“
„Moritz, jetzt geh endlich aus meinem Zimmer.“

Waren Kinder nicht etwas Schönes? Ganz besonders am Weihnachtstag. Schnell las ich den Kommentar zu Ende und beschloss mir die restlichen Blogbeiträge heute Abend durchzulesen. Wenn die Kinder irgendwo mit ihren Geschenken beschäftigt im Haus herumtollten, oder zufrieden in ihren Bettchen schliefen. Glücklicherweise gehörte meine Mutter zu der Generation, die für Ordnung sorgte. Also musste ich mir keine Gedanken darüber machen, wie der Abend ablaufen würde. Sie verteilte die Aufgaben und wir alle packten an. Ich war ihr gerade im letzten Jahr wirklich sehr dankbar für die Hilfe. Als meine Frau endlich ausgezogen war, hatte die Arbeit schließlich nicht aufgehört.

Als ich mich auf den Weg hinunter ins Wohnzimmer machte, um mich nun endlich dem Baum widmen zu wollen, klingelte es an der Haustür. Oben hörte ich Sandy stöhnen. Sie ahnte, dass der Baum wohl noch eine Weile warten musste. Ich blieb kurz unschlüssig stehen. Immerhin wusste ich, dass meine Frau uns mit Sicherheit keinen Besuch abstatten würde. Sie war mit ihrem neuen potentiellen Göttergatten irgendwo am Strand und genoss die Hitze. Die Kinder hatte sie das letzte Mal vor drei oder vier Monaten gesehen. Aber auch nur, weil wir zufällig zur gleichen Zeit einen Supermarkt betreten hatten. Sandy und Moritz waren ihr mit bösen Blicken begegnet und straight an ihr vorbei marschiert. Ich warf ihr ein Schulterzucken und ein Hallo entgegen, bevor ich meinen Kindern folgte. Die meisten Freunde waren an diesem Tag selbst mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt. Und meine Mutter...? Die wollte bei dem Wetter abgeholt werden. Das stand definitiv fest.

Wer auch immer vor unserer Haustür darauf wartete, hineingelassen zu werden, war sich seiner Sache ziemlich sicher. Er oder sie klingelte nun Sturm. Ich marschierte gemütlich den Flur entlang. Natürlich: Es war Weihnachten. Jeder wollte bei seiner Familie sein. Doch wenn es wirklich nur darum ging, ein Geschenk oder eine frohe Botschaft zu überbringen, hätte das ja auch früher oder später geschehen müssen. Ich holte noch einmal tief Luft, bevor ich die Haustür öffnete.

Beinahe wäre ich von einer Glasflasche erschlagen worden. „SAGEN SIE IHRER VERDAMMTEN GÖTTERGATTIN, DASS SIE SICH DIE HIER SONSTWOHIN STECKEN KANN.“
Mir blieb erst einmal der Mund offen stehen. Genauso wie der Person, die mir mit schweißnassem Gesicht gegenüberstand. Es war die Frau, der ich bis zum letzten Jahr nur zweimal jährlich begegnet war.

Nachdem meine Ehe zu den Akten gelegt worden war, hatte ich mir keine Gedanken um die Frau gemacht. Meine Kinder hatten mir beteuert, dass die Elternabende nicht mehr so wichtig seien. Da ich mich nicht schulpolitisch engagieren wollte, war ich dort auch nicht mehr aufgetaucht. So hatten wir uns zwangsläufig aus den Augen verloren, was mir aber auch nicht großartig leidtat. Vielleicht war es besser so.

Doch nun stand mir diese Frau gegenüber, die keinesfalls glücklich wirkte. Ihr eben noch wütender Blick wich nun einem schüchternen verlegenen Ausdruck. Ihre Augen, die mich gerade noch wütend angefunkelt hatten, fanden den Boden vor mir nun wohl sehr interessant. „Meine Frau, äh ich meine sie ist nicht da. Wir leben seit etwa einem Jahr getrennt“, brachte ich schließlich hervor. Allerdings trug diese Aussage nur dazu bei, dass unsere peinliche Pause in die Verlängerung ging. Nun war es an ihr den rettenden Ausgleich zu machen. „Oh...“, ich zuckte zusammen, als das gemurmelte Wort bei mir ankam. „Dann war ... das hier ... also umsonst?“, fragte sie verunsichert. Was bitte sollte ich darauf antworten? Das wir zwei verlassene Menschen waren? Die nun irgendwie die Kinder über die Runden bringen mussten? Wahrscheinlich war das bei mir einfacher, als bei ihr. Immerhin hatte ich einen Job... „Dann gehe ich mal lieber. Es ist ja Weihnachten“, sie drehte sich um und war schon die drei Treppenstufen vor unserem Haus hinuntergelaufen, als ich ihr, wahrscheinlich etwas zu laut, hinterherrief: „Naja... wir haben ja noch die hier!“, demonstrativ hielt ich die Flasche in die Höhe. Sie blickte mich an und ich konnte erkennen, dass sie noch nicht ganz wusste, wie sie diese Information einordnen konnte. Wir hatten uns unabhängig voneinander insgeheim geschworen, dieser Flasche nie großartige Beachtung zu schenken, geschweige denn sie irgendwann einmal genießen zu können. Unschlüssig verharrte sie auf der Stelle. „Also was ist...? Ich finde, es ist an der Zeit, dass wir endlich von dem guten Stück kosten dürfen“, versuchte ich das Eis zu brechen.

Fünf Minuten später saßen wir in unserer Küche. In der Spüle stapelte sich das Geschirr, das noch vom Frühstück übrig war. Während ich in unseren Schränken nach den guten Weingläsern suchte, setzte ich eine imaginäre Notiz auf, die beinhaltete, dass das Geschirr unbedingt entsorgt werden musste, bevor meine Mutter diese heiligen Hallen betrat.

„Schön haben Sie es hier“, meinte sie und setzte ein unsicheres Lächeln auf. Im Wohnzimmer standen die Kisten mit den Weihnachtssachen herum, die noch aufgestellt werden wollten. „Naja... so sieht es halt aus, wenn man alleinerziehender Vater ist. Mehr schlecht als recht, aber die Kinder sind zufrieden“, erklärte ich und hielt ihr eines der Gläser hin. „Kinder können auch ziemlich anstrengend sein. Warten Sie mal bis die Pubertät ausbricht.“

Nach wenigen Minuten hielt ich den Korkenzieher in den Händen. Die Frau, die ich vor einem Jahr noch bemitleidet hatte, hielt mir die Flasche entgegen. „Ich bin übrigens Clara.“

Ich öffnete das gute Stück und ein kleiner Spritzer der kostbaren Flüssigkeit ergoss sich auf dem Küchenboden. „Bernhard. Frohe Weihnachten“, meinte ich, nahm ihr das Glas aus der Hand und füllte es mit der rot leuchtenden Flüssigkeit.

Dienstag, 22. Dezember 2015

22. Türchen: Hin- und hergerissen



„Warum um alles in der Welt willst du in dieses verdammte Dorf zurückfahren? Ich denk jedenfalls gar nicht dran, ihm frohe Weihnachten zu wünschen.“
„Er ist immer noch dein Vater. Außerdem macht man das halt so. Wir müssen ja auch nicht lange bleiben“, versuchte ich meine Tochter zu überreden. Das letzte Jahr war für keinen von uns wirklich einfach gewesen. Die Scheidung war immer noch nicht durch, aber wir arbeiteten an einer friedlichen Lösung. Zumindest ich... Meine Kinder waren stattdessen auf Kriegsfuß und mieden ihren Vater. Er schien sie aber auch wohl nicht großartig zu vermissen. Immerhin flossen die Unterhaltszahlungen dahin, wo sie sollten. Ach, was redete ich da? Langsam eignete ich mir wohl doch noch die Sprache meiner pubertären Tochter an. „Dann eben nicht!“, rief ich ihr durch die geschlossene Zimmertür entgegen, schlich mich in den kleinen Flur, zog meine Schuhe an und machte mich auf den Weg.

Obwohl meine Ehe wohl offiziell als gescheitert gelten sollte, besuchte ich unser früheres Heimatdorf immer noch gerne. Schließlich hatten wir hier auch schöne Stunden verbracht. Und weder Dorf noch Leute konnten etwas dafür, dass meine Ehe gestorben war. Außerdem wollte ich ein paar Weihnachtsgeschenke verteilen. So wie jedes Jahr.

Im Gegensatz zum letzten Jahr war die Vorweihnachtszeit von Schneestürmen und wahr gewordenen Unwetterwarnungen geprägt worden. Normalerweise fuhr ich nicht gern im Winter mit dem Wagen. Aber was sein musste, musste sein. Als ich in die Straße einbog, in der unser altes Haus stand, wurde mir es doch etwas schwer ums Herz. Ob er dort mit seiner neuen Freundin lebte? Sicher war ich mir nicht. Genau wissen wollte ich es definitiv nicht. Schließlich konnte er machen, was er wollte. Dennoch blieb ich gefühlte fünf Minuten im Auto sitzen, bevor ich mich hinaus in die Eiseskälte wagte. Die Geschenktüte, in der sich eine kleine Schüssel Kartoffelsalat und eine große Tüte Weihnachtsplätzchen befanden, behielt ich fest in der Hand.

Das Haus lag im Dunkeln. War er über die Feiertage weggefahren? Ich seufzte. Was ging es mich an...? Schließlich gehörte ich der Vergangenheit an. Unsere Beziehung war Geschichte und das Einzige, was uns verband waren die gemeinsamen Kinder. Doch nicht mal das schien ihn zu interessieren. Es fiel mir aber schwer, ihn einfach so gehen zu lassen. Mittlerweile trieb mich aber nicht mehr die Sehnsucht zurück vor dieses Haus. Es war mehr Besorgnis. Kam er alleine zurecht? Wie ging es ihm ohne uns? Dachte er auch manchmal an alte Zeiten zurück? Wäre meine Tochter dabei gewesen, hätte sie mich wahrscheinlich wieder mit bösen pubertären Blicken gestraft, die sagten: „Warum rennst du ihm hinterher? Du hast den ersten Schritt gemacht, er interessiert sich nicht die Bohne für dich. Also mach dir ein schönes Leben!“

Vorsichtig öffnete ich das Gartentor. Bei dem quietschenden Geräusch zuckte ich zusammen und blickte mich nach allen Seiten um. Hatte mich jemand gehört? Natürlich ahnte ich, dass sich die Nachbarn über uns unterhalten hatten. Immerhin waren wir letztes Jahr um diese Zeit eine perfekte Familie gewesen. „Reiß dich zusammen! Deine Kinder warten“, rief ich mir ins Gedächtnis und steuerte zielstrebig auf die Haustür zu. Dort wäre ich beinahe gestolpert. Ich klammerte mich an das Geländer und blickte wie erstarrt auf das Bild, das sich dort bot.

Wie konnte sie es wagen?! War es nicht schon genug, dass sie eine Familie zerstört hatte? Musste sie ihm ausgerechnet in diesem Jahr diese bescheuerte Flasche schenken? War es denn immer noch nicht genug? Ich war ein sehr geduldiger Mensch. Niemand hatte mir je vorgeworfen, dass ich ihn unter Druck gesetzt, oder zu viel von ihm verlangt hatte. Doch das Maß war voll. Diese Flasche, die so viel Unglück über unsere Familie gebracht hatte, stand hier seelenruhig herum und wartete geradezu darauf, dass sie genossen wurde. Nein! Das konnte ich nicht zulassen. Ohne zu überlegen, griff ich zu! Diese Frau konnte was erleben!

Montag, 21. Dezember 2015

21. Türchen: Gerdas Weihnachtsgeschenk



Langsam machte ich mich auf den Heimweg. Heute war wieder mein wöchentlicher Besuch bei Tess angefallen. Wir beide hatten das große Feuer überlebt. Allerdings war ich in deutlich besserer Verfassung als meine ehemalige Freundin. Jedoch schaffte ich es einfach nicht, sie hängen zu lassen. Immerhin war es für uns beide damals nicht einfach gewesen und im Gegensatz zu mir war sie jetzt ganz alleine. Da packte mich doch etwas das Mitleid.

Der Medienrummel war riesig. So mussten wir nicht nur mit unseren körperlichen und psychischen Schäden klar kommen, sondern uns auch noch mit der breiten Öffentlichkeit auseinandersetzen. Mich hatte es stärker gemacht. Tess hingegen... Nun ja... Das war wohl ein Fall für sich.

Ich gähnte. Die Besuche bei Tess waren ermüdend. Ich wusste, dass ich langsam damit aufhören musste, sie zu sehen. Wir taten uns beide nicht gut. Gerda bemerkte es ebenfalls. „Du siehst so verzweifelt aus, wenn du von ihr zurückkommst. Ihr kann es doch kein Haar besser gehen“, tadelte sie mich dann jedes Mal. Ich schmunzelte. Dieser Frau hatte ich mein neues Leben zu verdanken. Während meine Herkunftsfamilie aus guten Gründen wegezogen war, hatte Gerda keine Sekunde gezögert, mich bei sich aufzunehmen. Nun lebte ich fast ein Jahr bei ihr.

„Ich bin wieder da!“, rief ich und betrat den schmalen Hausflur. Im Wohnzimmer brannte Licht. Ich blieb irritiert stehen. Normalerweise ließ Gerda das Licht im Wohnzimmer nicht einfach brennen, wenn sie nicht zu Hause war. Sie gehörte zu einer sparsamen Generation. Zudem kam sie mir sofort entgegen, wenn sie hörte, dass ich nach Hause kam. Obwohl sie der Meinung war, dass Tess und ich Abstand voneinander gewinnen sollten, gehörte sie doch zur neugierigen Natur und interessierte sich für die neusten Geschichten. Ich lauschte. Es waren weder Radio noch irgendwelche anderen Nebengeräusche zu hören. Also konnte ich einen Einbrecher schon mal ausschließen. Außerdem wäre der sicher nicht so blöd gewesen, das Licht im Wohnzimmer anzuschalten, oder sich häuslich einzurichten, indem er Musik hörte. Vorsichtig näherte ich mich dem erleuchteten Raum und staunte nicht schlecht.

Auf dem Wohnzimmertisch waren zwei Weingläser und eine mir allzu bekannte Flasche platziert. Ich lächelte. Obwohl ich den Keller neulich ausgemistet hatte, war mir die Flasche gar nicht aufgefallen. Gerda hatte sie auch nie wieder zur Sprache gebracht und ich vermied es, so gut es ging den besagten Abend zu thematisieren. Wahrscheinlich war das ihre Art von Weihnachtsgeschenk. Der Gegenstand, der uns wieder zusammengebracht hatte, sollte nun endlich geöffnet werden. Ich nahm Platz und wurde von Erinnerungen überrannt.

Dieser Abend war nicht nur mir, Tess oder Gerda gewidmet. Natürlich hatte ich die Minuten mit Tess geteilt, die unser ganzes Leben veränderten. Auch Gerda war ich an diesem Abend, wenn auch indirekt, begegnet. Vor meinem geistigen Auge tauchte aber eine andere Gestalt auf. Ich befand mich plötzlich wieder an der Bushaltestelle. Mir gegenüber stand ein Mädchen, in dessen Blick abgrundtiefe Liebe zu finden war.

Schmerzlich wurde mir bewusst, dass mir diese Flasche eigentlich gar nicht gehörte. Es war nicht mein Recht, sie gemeinsam mit Gerda zu genießen. Sie sollte zurück zu der Person, die sie mir voller Liebe geschenkt hatte. Obwohl sie mit Sicherheit wusste, dass ich das Feuer überlebt hatte, wollte sie wohl nichts mehr von mir wissen. Verübeln konnte ich ihr das nicht. Immerhin war mein Brief wohl ziemlich eindeutig. Wahrscheinlich fühlte sie sich in ihrer Ehre verletzt und mit Füßen getreten. Mir wurde klar, dass ich es womöglich nicht mehr gutmachen, ihr aber zeigen konnte, dass ich weiterhin an sie dachte.

Sonntag, 20. Dezember 2015

20. Türchen: Was mir gehört



Auch im Alter beging man noch Sünden. Hier rede ich nicht von einer harmlosen Tafel Schokolade, oder einem Stück Sahnetorte. Nein, manchmal gehörte auch ich zu den Menschen, die sich nicht damit aufhielten Gutes zu tun. So holte ich mir ein Jahr später zurück, was mir genommen wurde. Und mein schlechtes Gewissen war in diesem Moment nicht vorhanden.

Ich näherte mich gerade dem Parkplatz unseres Einkaufsladens, als mir ein Fahrrad auffiel. Ich hätte es nicht bemerkt, wäre dort nicht eine Tüte befestigt worden, die jeden Moment von dem Fahrradkorb fallen könnte. Erst da fiel mir auf, dass ein Flaschenhals aus der Tüte lugte. Diese Flasche kam mir verdächtig bekannt vor. Und zwar hatte ich sie beinahe vor einem Jahr geschenkt bekommen. Von einem Jungen, der mittlerweile bei mir lebte. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich war der festen Überzeugung gewesen, dass mir die Flasche entwendet wurde. Natürlich hatte ich es nicht beweisen können. Schließlich hielt ich nicht besonders viel von Überwachungskameras im eigenen Haus. Aber nun stellte ich fest, dass sich mein damaliger Verdacht bestätigte. Dieses Fahrrad hätte ich auf tausend Metern Entfernung erkennen und zuordnen können. Kelly hielt nicht viel von Ordnung. Aber sie hatte ein großes Interesse an wertvollen Gegenständen.

Vorsichtig blickte ich mich nach allen Seiten um. Obwohl der Parkplatz mit Autos vollgestellt war, beugten sich die meisten Menschen entweder über ihre Kofferräume, waren gerade auf dem Weg in den Einkaufsladen, oder schoben vollgepackte Wägen in Richtung Ausgang. Also griff ich schnell in die Tüte, nahm mir das, was mir gehörte und machte mich auf den Heimweg. Erstmal die Errungenschaft sicher nach Hause schaffen. Die Einkäufe konnten warten.

Samstag, 19. Dezember 2015

19. Türchen: Kellys Einsatz



„Wer stört?“, Kelly hatte eine verdammt knifflige Konstruktion zwischen Fahrrad, Handy und Einkaufstaschen gebastelt, um den Anrufer möglichst schnell entgegenzunehmen. Obwohl die Nummer nicht in ihren Kontakten vorhanden war. Allerdings hatte sie keine Ahnung, wie lange die Konstruktion bestehen bleiben könnte. „Ähm ist hier nicht ... Timmys Mutter?“, fragte eine erstaunte Männerstimme am anderen Ende. Timmy? Wer zum Henker war...? Ach natürlich! Wie konnte sie den Knirps, den sie bis Anfang des Jahres betreut hatte, nur vergessen? Sie war wirklich erleichtert gewesen, als sich ein anderer, attraktiverer Job gefunden hatte und sie seiner emotional armen, aber materiell reichen Mutter leider beibringen musste, dass ihre gemeinsame Zeit nun ein Ende fand. „Nö, hier ist Kelly“, antwortete sie daher ausweichend. „Naja... verdammt... dann hab ich mich wohl verwählt“, stellte er fest. „Mit wem spreche ich überhaupt?“, obwohl die Tüten in der einen Hand schwer wurden und das Fahrrad verdächtig wackelte, war sie doch irgendwie neugierig. Immerhin war ihre letzte Beziehung auch schon eine Weile her... „Kelly, reiß dich zusammen“, murmelte sie. „Wie bitte?“, fragte es am anderen Ende. „Ähm... ach nichts“, entgegnete sie schnell. „Naja ich bin Olli. Also Timmys Babysitter. Seine Mutter hat mir diese Nummer für Notfälle da gelassen. Timmy hat sich in seinem Zimmer eingeschlossen und ich bin davon ausgegangen, dass mir seine Mutter auch ihre Handynummer da lässt. Alles andere würde ja keinen Sinn ergeben oder?“, redete er drauf los. Kelly seufzte. Eine wahre Labertasche. Aber er schien wohl auf Hilfe angewiesen zu sein. Normalerweise waren Männer ja viel zu eitel für sowas. „Warten Sie fünf Minuten, ich bin gleich da“, platzte es aus ihr heraus. Vor einem Jahr hätte sie sich nicht zu so einer voreiligen Antwort hinreißen lassen. Aber immerhin war bald Weihnachten.

„Ach du bist Kelly, oder? Meine Vorgängerin“, wurde sie von einem Jungen begrüßt, der wirklich verdammt gut aussah. „Kelly, konzentrier dich auf das Wesentliche. Was springt für dich heraus“, versuchte sie zumindest gedanklich die Oberhand zu behalten. „Seine Mutter hinterlässt nie im Leben ihre eigene Telefonnummer. Da würde sie noch eher die Nummern der Nachbarschaft aufzählen. Wenn sie frei hat, will sie auch nicht gestört werden. Das ist eine der wichtigsten Lektionen“, redete Kelly drauf los. Normalerweise war sie nicht wirklich gesprächig. „Dann komm mal rein“, der Typ machte Platz und Kelly marschierte direkt auf die Treppe zu. „Timmy!“, sie klopfte vorsichtig an seiner Tür, vernahm aber keine Antwort. „Ich bin’s Kelly. Weißt du noch, wer ich bin?“, fragte sie zaghaft. „Das hast du gerade gesagt. Und ja ich weiß noch wer du bist. Ich bin ja nicht blöd“, antwortete der Kleine patzig. Immerhin lebte er noch. „Hat er irgendwelche Waffen da drin?“, fragte Kelly an den Typen gewandt, der sich immer noch nicht vorgestellt hatte. „Was weiß denn ich?“, fragte er abwehrend. Kelly rollte mit den Augen und wandte sich wieder der geschlossenen Zimmertür zu. „Timmy, was ist passiert?“, fragte sie. „Olli ist ein gemeiner Lüger. Er hat mir gar keinen Alkohol gegeben. Er hat mir irgendwas total ekliges eingeschenkt. Da hatte ich total lange Bauchweh.“ „Du hast dem Jungen Alkohol gegeben?“, fuhr sie Olli an. „Nein, das hast du ja gerade gehört“, er bastelte nun an einer Tüte herum. „Kannst du den Scheiß nicht später“- ehe sie zu Ende gesprochen hatte, war die Tüte inklusive Flasche in ihrem Besitz und ihr stockte der Atem. Diese Flasche, ja genau dieses Stück hatte sie letztes Jahr in diesem Haus zurückgelassen. Und sie war sich sicher: Dieses Jahr würde sie das Haus mit der Flasche verlassen.

Freitag, 18. Dezember 2015

18. Türchen: Der Verrat



„Timmy! Wenn du dein Zimmer nicht aufgeräumt hast, kommt Olli nicht zum spielen vorbei“, hörte ich meine Mutter rufen. Ich schob gerade die letzten Spielsachen unter mein Bett. Natürlich wusste ich, dass sie mich anlog. Olli würde kommen. Und zwar weil Mummy meine Weihnachtsgeschenke einkaufen musste. Und das konnte sie eben nicht machen, wenn ich dabei war.

Eine Stunde später klingelte es an der Haustür. „Hallo Sportsfreund!“, Olli grinste mich an. Diesmal beugte er sich nicht zu mir herunter. „Hi“, ich ging langsam auf ihn zu. Ich hatte ihn fast das ganze Jahr nicht gesehen. Außerdem war mir von dem Getränk, das er mir gegeben hatte, tagelang schlecht gewesen. Wahrscheinlich hatte er mich absichtlich nicht mehr besucht. Weil er genau wusste, wie eklig das Zeug schmeckte. „Was ist denn los?“, fragte er. „Nix“, antwortete ich und guckte weg. Meine Mutter brüllte von unten: „Ich lass euch dann mal alleine.“ Olli rief irgendetwas zurück. Ich starrte stattdessen aus dem Fenster und beobachtete den Schnee im Garten. Mummy wollte noch nicht mit mir Schlitten fahren gehen. Sie hatte mir beim Abendessen erklärt, dass ihre Hände so schnell kalt würden. Ich hab ihr dann gesagt, sie soll doch einfach Handschuhe anziehen. Da hatte sie nur gelacht und gesagt, ich soll doch mal Olli fragen.

„Und was machen wir beide heute?“, fragte Olli.
„Weiß nicht“, antwortete ich. Mummy mochte es auch nicht, wenn ich mich dreckig machte. Da wäre Schlitten fahren wohl keine gute Idee. Ich drehte mich zu meinem Aufpasser. „Was hast du da in der Tüte?“, fragte ich. „Ach das...“, sein Grinsen wurde stärker. Doch irgendetwas störte mich daran. Lachte er mich etwa aus? Er packte eine Flasche aus und mir klappte die Kinnlade herunter. Die Flasche war noch zu. Dabei hatte er mir doch letztes Jahr daraus etwas zu trinken gegeben. Irgendetwas war hier faul. „Was guckst du denn so?“, fragte Olli erstaunt. Jetzt schaute er eher so, wie die Kindergärtnerin, wenn sich mein Freund wieder mal mit dem Blödmann aus der anderen Gruppe gestritten hatte. Seine Augen rollten von links nach rechts. Das hatte nichts Gutes zu bedeuten. Jetzt war ich mir ganz sicher: Olli hatte mir irgendetwas Gemeines zu trinken gegeben. In Wahrheit wollte er die Flasche allein für sich haben. „Du Lüger! Raus!“. Ich stellte mich vor ihn und zeigte auf die Tür. Olli blieb stehen. „Timmy hör mal ich weiß ja echt nicht“- doch ich brüllte: „Du Lüger! Du hast mich angelogen und mir irgendwas ekliges zu trinken letztes Jahr gegeben. Ich weiß es genau. Die Flasche hast du letztes Jahr auch schon mitgebracht. Und jetzt raus! Ich hasse dich!“. Olli packte seine Tüte. „Also ich warte unten auf dich.“
„Da kannst du lang warten“, rief ich ihm hinterher und knallte die Zimmertür zu.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

17. Türchen: Wahre Freundschaft Part II



„Schneller! Immerhin hast du letztens den Führerschein gemacht. Da wirst du doch wohl so einen läppischen Zweirädler fahren können“, feuerte mich Steffen an. „Schweig still! Kumpane! Sonst kannst du dir deine Akte gleich selber abholen“, lächelte ich zufrieden. Vor einem Jahr hatte die Welt noch ganz anders ausgesehen. Natürlich war ich bekennender Optimist. Zumindest an einem Tag der Woche. Nämlich am Freitag. Der Tag läutete das Wochenende und somit die besseren Zeiten ein. Aber bei Steffens Zustand hätte wirklich niemand sagen können, in welche Richtung sich das Ganze entwickelte. Mittlerweile stand Steffen gelegentlich wieder mit beiden Beinen auf dem Boden. Allerdings nur für kurze Strecken. Da regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Klinik viele Wegstrecken beinhalteten, nutzten wir seinen tollen fahrbaren zweirädigen Untersatz.

„Hey ihr beiden! Seid ihr etwa schon wieder da?“, wurden wir von einer Krankenschwester begrüßt. Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte sie sich ab und suchte Steffens Akte. „Ist Nan heute denn nicht da?“, fragte Steffen enttäuscht. Ich grinste. Nie hätte ich damit gerechnet, dass ihm die junge Krankenschwester genauso gut gefiel. Steffens Kontrolluntersuchungen fanden monatlich statt. Es war bisher kein Termin vergangen, an dem uns Nan nicht begegnet war. Sie gehörte für uns schon zum Inventar. Insgeheim vermutete ich, dass sie dafür sorgte, Steffens Untersuchungen durchführen zu können. „Die wartet unten auf euch. Tut mir leid Jungs. Ich glaube sie hat eure Akte schon mitgehen lassen. Ihr fahrt jetzt“- ich unterbrach die freundliche Schwester „mit dem Aufzug in den ersten Stock zurück und bewegen uns dann nach links zu den Krankengymnasten.“ Sie nickte uns bestätigend zu und ich setzte den Rollstuhl in Bewegung, während sich Steffen zufrieden zurücklehnte.

„Ach ihr seid’s“, wurden wir von der Empfangsschwester, der Begriff Empfangsdame war ja höchstens in Hotels geläufig, begrüßt. Der Warteraum war für Feiertage verdächtig leer. Normalerweise war mindestens eine der Stuhlreihen belegt. Immerhin gab es jede Menge alte Leute, die auf Glatteis ausrutschten, sich einen Hexenschuss beim Schneeschippen zuzogen, oder keinen Besuch an den Feiertagen bekamen und vor dem Fest etwas Gesellschaft brauchten.

Doch die Schwester winkte uns gleich in ein offenstehendes Untersuchungszimmer. „Uii! Endlich bekomme ich als Privatpatient auch mal eine Privataudienz“, kommentierte Steffen. Doch als mein Blick auf den leergeräumten Schreibtisch fiel, blieb ich abrupt stehen. „Jetzt verarsch mich nicht! Willst du mich nicht reinfahren?“, obwohl seine Frage selbstsicher klingen sollte, schwang eine leichte Unsicherheit mit. Mein Blick klebte an der Flasche, die demonstrativ mit einem Korkenzieher und zwei Gläsern auf dem Tisch offenbar für uns bereit stand.

Ich war nie auf die Weinflasche zu sprechen gekommen, die ich ihm als Aufmunterung mitgebracht hatte. Als ich ihn am nächsten Tag wieder aufsuchte, war die Flasche verschwunden. Da er am Nachmittag aus dem Koma, oder wo auch immer er sich befunden hatte, erwacht war, interessierte mich die verschwundene Flasche nicht wirklich. Oder um genau zu sein, war sie aus meinem Bewusstsein verdrängt worden.

„Hallo? Redest du heute noch mit mir?“.
„Ähm... ja...“, murmelte ich.
„Hier ist keine heiße Schwester. Der Raum wird einzig und allein von einem interessanten alkoholischen Getränk geprägt, das wir beide wohl kaum genießen dürfen. Wetten, irgendwo springt gleich dieser Blondschopf von ‚Verstehen Sie Spaß?‘ raus? So nach dem Motto, wie diese Ü-Ei Werbung“, redete mein lebendiger Freund weiter. Da näherten sich Schritte. „Ach hier seid ihr beiden abgeblieben“, begrüßte uns eine strahlende Nan. Ihre Freundlichkeit wirkte keinesfalls aufgesetzt. „Steffen! Du kommst mit mir“, sie zwinkerte mir verschwörerisch zu. Ehe ich fragen konnte, woher die Flasche kam und was ich damit sollte, hatte sie mir den Rollstuhl bereits entrissen und mich im Flur zurückgelassen.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

16. Türchen: Die Überraschung



Nan gähnte. Ihre Nacht war kurz und von einem unruhigen Schlaf geprägt. Obwohl es in letzter Zeit keinen Lieblingspatienten gab, den es vor dem Schichtdienst zu besuchen galt, hatte sie sich innerhalb des letzten Jahres angewöhnt, eine gute Viertelstunde vor ihrem Schichtbeginn anwesend zu sein. Sie mochte es lieber, einigermaßen gemütlich in den Tag zu starten. Auf dem Dienstplan hatte sie gelesen, dass Rosie die gestrige Nachtschwester war. Meistens traf sie erst bei Dienstbeginn auf die lebendige Frau. Rosie erledigte kurz vor knapp eine Abschlussrunde, um sicherzustellen, dass es allen Patienten den Umständen entsprechend gutging. Doch heute brannte Licht im Stationszimmer.

Als sich Nan näherte, stellte sie fest, dass nicht Rosie, sondern Rupert auf sie wartete. Er war ihr innerhalb des letzten Jahres aus dem Weg gegangen. Woran es lag? Sie konnte es sich nicht genau erklären. Rupert war noch nie sehr redselig gewesen. Deswegen hatte Nan versucht, sein Verhalten nicht auf sich zu beziehen. Das war aber einfacher gesagt, als getan. Sie mochte seinen ruhigen Charakter. Irgendetwas war anders an ihm. Als sie näher kam, fiel ihr sein strahlender Blick auf. Er saß an dem aufgeräumten Tisch im Stationszimmer. Ihr fiel auf, dass er mit beiden Händen etwas umklammerte. Als er sie kommen sah, winkte er ihr begeistert zu.

„Woher zum Teufel hast du die denn?“, fragte Nan erstaunt. Sie erkannte die Flasche sofort. Ein Angehöriger ihres Lieblingspatienten hatte sie letztes Jahr auf einem Nachttisch zurückgelassen. Die Flasche war innerhalb einer Nacht spurlos verschwunden und nie wieder aufgetaucht. „Sagen wir es so. Irgendwer möchte uns ein Weihnachtsgeschenk bescheren“, lächelte er zufrieden. Rupert hatte noch nie so viele Worte an sie gerichtet. Nan sprang vor den PC und drückte ein paar Tasten. Sie hörte, wie die Rollen des Bürostuhls auf dem Boden quietschten. Rupert war hinter sie getreten. Nachdem Nan gefunden, wonach sie gesucht hatte, wuchs das Strahlen auf ihrem Gesicht, falls das überhaupt noch möglich war. „Und ich weiß auch schon, wer diese Flasche nachher bekommen wird.“

Dienstag, 15. Dezember 2015

15. Türchen: Verloren geglaubte Freundschaft



Rosies Schicht neigte sich dem Ende zu. Sie nutzte die berühmt berüchtigte Verschnaufpause für einen kleinen Abstecher in die Umkleide. Das Handy war sicher in ihrem – mittlerweile aufgeräumten – Spind verwahrt. Bei dem Gedanken an die erwartende SMS musste sie lächeln. Der morgige Abend würde einen ganz besonderen Sinn haben...
Als sie in die Umkleide stürmte, erstarrte sie. Beinahe wäre sie über eine Flasche gestolpert. Eine Flasche, deren Verschwinden dafür gesorgt hatte, dass Rupert kein Wort mehr mit ihr sprach.

Vor einem Jahr

Rupert: „Ich habe dich um eine einzige Sache gebeten. Und du hast es verkackt.“
Rosie: „Du musst mir glauben! Mein Spind wurde geknackt. Ja, du musst mir nicht erzählen, dass es völlig unrealistisch klingt. Aber die Flasche ist weg.“
Daraufhin hatte ihr Freund nichts mehr gesagt. Doch sein Blick sprach Bände. „Wenn das so ist...“, er wandte sich ab und ließ sie stehen.

Rosie fröstelte es bei dieser Erinnerung. Es war ihr letztes Gespräch mit Rupert. Am nächsten Tag hatte er ihr eine kleine Tüte mit ihren Habseligkeiten, wie unter anderem eine Zahnbürste, einen Schlafanzug und überlebenswichtige Requisiten, überreicht. Wobei das Wort die Zeremonie keinesfalls wiedergab. Rosie war gerade damit beschäftigt gewesen, ihre nächtlichen Protokolle zu schreiben, als Rupert ihr die Tüte förmlich entgegenschleuderte. Rosie wunderte es immer noch, dass die CDs nicht zerstört worden waren, oder sich der Tüteninhalt über den Tisch ergossen hatte.

Die Zeiten, in denen sie bis tief in die Nacht auf seinem Sofa gesessen, gelacht und geweint hatten, waren nun wohl endgültig vorbei.
Ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken. Als sie gerade eine weitere Entschuldigung aussprechen wollte, streifte sie sein eisiger Blick und ihr war sofort klar, dass er keine weiteren Erklärungen hören wollte. Dass er überhaupt nie mehr etwas von ihr wissen wollte. Und so waren sie seither getrennte Wege gegangen. Wäre ihr bewusst gewesen, wie viel ihm an Nan oder dem Jungen lag, hätte sie sich mehr Mühe gegeben die Flasche zu verbergen.

Rosie hatte den Dienstplan nicht mehr freudig nach seinem Namen abgesucht, sondern sorgfältig darauf geachtet, dass man sie in getrennte Schichten einteilte. Doch heute Abend war Rupert auf ihrer Station. Sie musste nicht lange überlegen, was mit der Flasche geschehen sollte.

Rupert war gerade damit beschäftigt, den Flur das dritte Mal zu wischen. Gerade eben war ein Patient auf seinem nächtlichen Streifzug auf die glorreiche Idee gekommen eine Straße aus Kaugummistreifen zu legen, die wahrscheinlich die Hänsel und Gretel Brotkrumentaktik ersetzen sollte. Irgendwie musste er sein Zimmer ja wiederfinden. Dass der ganze Boden klebte, weil zuvor wahrscheinlich jeder einzelne Kaugummistreifen gekaut worden war, störte den offensichtlich verwirrten Menschen wohl kein bisschen. Wobei Rupert mal wieder dazu neigte, zu übertreiben. Wie so oft im letzten Jahr.

Zum Glück war Rosie gerade nach unten verschwunden. Er war ihr sorgfältig aus dem Weg gegangen. Aber er musste sich auch eingestehen, dass er seine Freundin vermisste. Er seufzte. Es war eben nicht so einfach. Sie hatte ihn enttäuscht und damit musste sie leben. Dass sie mindestens genauso litt, wie er, schien hier eher zweitrangig zu sein.

Rosie schloss gerade die Tür zum Stationszimmer auf und stellte die Flasche auf den frei geräumten Tisch. Sie würde nun ihre letzte Runde beginnen und war sich sehr sicher, dass Rupert der einzige war, der diesen Raum eines Blickes würdigte. Er erledigte seine Arbeit seit je her gewissenhaft.

Nachdem der Boden wieder gesäubert war, warf er einen Blick auf die Tür des Stationszimmers. Eigentlich hätte er wütend aufknurren sollen, doch er musste schmunzeln. Rosie hatte ihre Unordnung innerhalb des letzten Jahres zwar unter Kontrolle bekommen, allerdings gab es immer noch kleinere Pannen. Die Tür stand speerangelweit offen und das Licht war eingeschaltet. Rupert stellte sein Werkzeug ab und ging in Richtung der Tür. Sein Blick blieb auf dem Schreibtisch hängen und seine Augen wurden groß.
„Du hältst mich wahrscheinlich für verrückt, aber die Flasche stand in der Umkleide. Vor meinem Spind“, Rosie war lautlos hinter ihn getreten und flüsterte die Worte beinahe. Langsam, wie in Zeitlupe, wandte er sich um. Ihm war klar, dass es genau die Flasche war. das Getränk, das ihm Rosie vor einem Jahr genommen hatte. „Rupert, ich vermisse dich“, sie wischte sich mit der Hand übers Gesicht. Er blickte zwischen ihr und der Flasche hin und her. „Jetzt sag doch auch mal was“, flehte sie. Er holte tief Luft. Doch die ersten Laute, die aus seinem Mund gestolpert kamen, waren ein Räuspern, gefolgt von einem beinahe fröhlichen Aufschrei. Dann löste er seinen Blick von der Flasche, trat auf Rosie zu und machte das, was er schon viel früher hätte tun sollen: Er nahm seine Freundin in den Arm und murmelte: „Danke, danke für alles!“.