Freitag, 31. Juli 2015

Mein Juli 2015 - Musikalischer und literarischer Monat des Jahres,

Schwupps ist der Juli auch schon wieder rum. Pünktlich am wirklich letzten Tag des Monats bekommt ihr ... dreimal dürft ihr raten: Die aktuellen Lottozahlen natürlich!

Scherz! Viel Spaß beim Monatsrückblick im Juli. Ich hoffe es ist das ein oder andere Interessante für euch dabei...


Gelesen im Juli 

Das Lied der Freiheit 

(Bild von der hoerverlag

Klappentext 

(von der hoerverlag

"OPULENT und VIELSTIMMIG: eine Geschichte von LIEBE, VERRAT und FREIHEIT

Sevilla 1748: Die freigelassene Sklavin Caridad findet Zuflucht bei der Zigeunerfamilie Vega. Hier freundet sie sich mit der jungen, schönen Sängerin Milagros an und verliebt sich in Melchor, das stolze Oberhaupt der Familie. Milagros hingegen fühlt sich fatalerweise zu Pedro hingezogen, dessen Familie schon seit langem mit den Vegas verfeindet ist. Milagros’ von Schicksalsschlägen gezeichneter Lebensweg führt sie vom sonnenverbrannten Andalusien in die prunkvolle Königsresidenz Madrid. Falcones erzählt von Schmerz und Trauer, Liebe und Freundschaft, Hass und Verrat, Sehnsucht und Hoffnung – und von der Freiheit.



(3 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 23h 24)"


Fünf 

(Bild von Argon Verlag)

Klappentext 

(Klappentext von Argon Verlag)

"Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet. Doch die Ermittler ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ..."


Blinde Vögel 

(Bild von Argon Verlag

Klappentext 

(von Argon Verlag

"Zwei Leichen bei einem Salzburger Campingplatz – ein Mann und eine Frau, beide Mitte zwanzig. Auf den ersten Blick sieht es nach Mord und Selbstmord aus, doch die beiden scheinen zu Lebzeiten keinen Kontakt miteinander gehabt zu haben. Die einzige Gemeinsamkeit ist eigentlich zu belanglos, um sie ernst zu nehmen: Die Toten haben in einer Lyrik-Gruppe auf Facebook stimmungsvolle Gedichte und Fotos ausgetauscht. Ganz harmlos? Beatrice Kaspary folgt ihrem Ermittlerinstinkt und schleust sich als U-Boot in die Gruppe ein. Bald ahnt sie, dass hier Botschaften ausgetauscht werden, die nur wenige Teilnehmer verstehen, düstere Botschaften voller Todesahnung. Und dann stirbt eine Frau aus der Lyrik-Gruppe..."

Gelesen und noch nicht rezensiert: 
Das Orchideenhaus von Lucinda Riley 
Stimmen von Ursula Poznanski 

Davon Rezensionsexemplare: 2 Hörbücher 


Erlebnisse im Juli 

Musikalischer Juli 
Gleich am ersten Juli Wochenende durfte ich eine allzu bekannte finnische Band live erleben. Und zwar Sunrise Avenue. Den Konzertbericht verlinke ich euch weiter unten. Nur so viel: Es war absolut genial und ich freue mich schon, wenn ich alle Alben der Band zusammen habe. Ich habe beinahe zwei Wochen Sunrise Avenue Hits in der Dauerschleife gehört und meine Familie damit beschallt. Man möge es mir vergeben :-) 
Außerdem war ich mit Co-Autorin emion am 19.07 auf dem Konzert der Kölner Band AnnenMayKantereit. Der Konzertbericht folgt in Kürze. Das Schöne an Sänger Henning May ist, dass er sowohl deutsche als auch englischsprachige Lieder singen kann. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, diese Band live zu sehen, solltet ihr euch das auf keinen Fall entgehen lassen. 

Einzug in das dritte Semester
Im Juli endete mein Sommersemester und somit ziehe ich ab Oktober in das dritte Semester ein. Meine Zeit als "Ersti" ist damit wohl offiziell beendet, da es ab Oktober die neuen Erstis an meiner Hochschule geben wird. Prüfungsergebnisse gibt es leider noch nicht. Jedoch erwarte ich sie mit Hochspannung. 

Überraschungen fürs Bücherregal 
Mein Blog existiert jetzt fast ein Jahr. (Dazu gibt es kommende Woche einen kleinen Artikel). Was meine Reichweite betrifft, ist diese realistisch betrachtet überschaubar. Deswegen habe ich mich umso mehr gefreut, als ich im Juli eine Email von einem Mitarbeiter des Carlsen Verlags im Postfach hatte. Er bot mir an "Frehstorges Kartoffelsalat" das offizielle Buch zum Film einer bekannten Clique von YouTubern und des Langzeit Comedians Otto Waalkes zu rezensieren. Obwohl in Blogger Kreisen gemunkelt wird, dass die Aktion nicht ganz so gut läuft, fühlte ich mich geehrt dieses Angebot erhalten zu haben, da mein Blog nicht so einfach zu finden ist. Demnächst gibt's auch einen ausführlichen Bericht über das "Kartoffelsalat" Projekt. 


Songs des Monats 


Farin Urlaub - Es ist zu heiß 
Ein nicht klimatisierter Hörsaal. 
Ein Dozent in Anzug und Krawatte. 
Eine Schar schwitzender Studenten. 
Und in meinem Kopf sang Farin Urlaub:
"Es ist zu heiß...". 


Peter Fox - Alles neu 
Ich würde mich wahrhaftig nicht als Seeed oder Peter Fox Fan bezeichnen. Dafür kenne ich deren Musik einfach zu wenig, bzw. weiß auch nicht wirklich etwas über die Gruppe. 
Allerdings habe ich Gefallen an der Stimme von Peter Fox gefunden und finde auch, dass die Gruppe einen interessanten Sound drauf hat. Auch, wenn ich mich nicht mit allen Texten identifizieren kann. 


Was gab's zu erzählen? 

Rezensionen aus der Konserve 

Emma fragt ...

In Freiburg bei... 

Rezensionen 


Zitat des Monats 

Auch das Zitat des Monats steht diesmal ganz im Zeichen der Hitze. Als wir uns wieder mal im kühlen Haus versammelten, schweißgebadet und darauf warteten, dass die Wassermelone gekühlt war, entfuhr einem meiner Familienmitglieder folgender Ausruf: 

"Schwitz reloaded!". 

In diesem Sinne...

hoffe ich das ihr gut in den neuen Monat kommt und die Sommerzeit im Freien genießt. 

Mittwoch, 29. Juli 2015

Fünf

Bild von
 
Argon Verlag
Steckbrief 

Name: Fünf (auch als Buch erhältlich)
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Poznanski und Thriller Fans
Gelesen oder gehört: gehört in autorisierter Fassung
Sprecher: Nicole Engeln
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(Klappentext von Argon Verlag)

"Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet. Doch die Ermittler ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ..."


Meine Meinung 

Schon viel habe ich von Ursula Poznanski gehört. Gerade einige Bücher aus ihrer Reihe rund um das Ermittlerduo Beatrice und Florin hatte ich schon oft in der Hand, habe sie mir dann aber doch nicht gekauft. Letztens entdeckte ich den dritten Band "Stimmen" in meiner Lieblingsbuchhandlung. Nach kurzem umhören beschloss ich erst einmal mit Band 1 zu beginnen. 

Zuerst einmal muss ich gestehen, dass ich leider überhaupt nicht in die Geschichte hineingefunden habe. Dennoch gab es ein paar Punkte, die dazu führten, dass ich das Buch nicht abgebrochen habe. (Zur Beruhigung: "Blinde Vögel" hingegen konnte mich total überzeugen). 

Inhaltlich geht es um das Thema Geocaching ein Bereich, der mich leider überhaupt nicht interessiert. Deswegen fehlte mir ehrlich gesagt die Motivation um mich dem Rätselraten unserer Protagonisten anzuschließen. 

Sehr reizvoll für mich waren aber die Charaktere der Geschichte und gerade ihre Interaktion miteinander. Die Geschichte wird aus der Sicht von Kommissarin Beatrice Kaspary erzählt. Sie ist alleinerziehende Mutter und ist gerade dabei sich vorsichtig an das Thema Scheidung heranzutasten. Als der neue Fall viel Zeit und Nerven in Anspruch nimmt, ist sie vor die schwierige Aufgabe gestellt, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Und das ist einfacher gesagt als getan. Mir gefiel hier vor allem der Kontrast, dass hier nicht die alleinerziehende Mutter mit einem desinteressierten Ex-Mann zu kämpfen hat, sondern sich selbst mit allerhand Vorwürfen auseinandersetzen muss. 

Der Spannungsbogen erreichte mich in dieser Geschichte nicht wirklich. Natürlich schritt die Frage, wer die tätowierte Frau ermordet habe, Stück für Stück voran. Aber die Geschichte zog irgendwie an mir vorbei. Hinzu kam, dass ich das Gefühl hatte von dem ein oder anderen Klischee umgeben zu sein. Kaspary trägt ein gut gehütetes Geheimnis mit sich herum, dass schnell an Bedeutung gewinnt. Zudem ahnte ich auch gerade in Richtung Schluss hin, was vor sich gehen würde. 
Allerdings liegt hier meine negative Einschätzung wahrscheinlich größtenteils daran, dass mich schon das Grundthema nicht interessierte und ich daher eher auf die Nebenschauplätze konzentriert war. 

Ursula Poznanski schafft es dem Leser die Konflikte von Protagonistin Beatrice Kaspary deutlich vor Augen zu führen, obwohl sie diese oft zwischen den Zeilen beschreibt. Aber gerade die sprachlichen Bilder machten Kasparys schwierige Situation mehr als deutlich. 
Allerdings ertappte ich mich auch dabei, wie ich hier und da abschweifte und nur noch mit halbem Ohr zuhörte. 

Auch Nicole Engeln konnte mich nicht richtig begeistern. Einige Stellen interpretiert sie zwar gelungen, die meiste Zeit musste ich aber feststellen, dass ich mit ihrer Interpretation des Romanes nicht viel anfangen konnte. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Fünf" definitiv kein schlechtes Buch, oder Hörbuch ist. Ich befürchte für mich kamen hier nur einige Sachen zusammen, die dazu beitrugen, dass der Zuber nicht ganz auf mich überging. Dennoch freue ich mich auf die beiden Folgebände - "Blinde Vögel" und "Stimmen" - die mich inhaltlich schon mehr ansprechen. 

Donnerstag, 23. Juli 2015

Fear Street - Risiko

Bild von
 
archInform
Steckbrief

Name: Fear Street - Risiko (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: R. L. Stine
Verlag: Loewe Verlag 
Geeignet für: ab 12 Jahren, oder für Leute, die gerne gruselige Bücher lesenGelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von "Fear Street - Risiko" von R. L. Stine, erschienen im Loewe Verlag)


"Renn um dein Leben! “Oh nein!” Nicole schreit entsetzt auf, als sie Kent leblos auf dem Wohnzimmerboden liegen sieht. Wer um alles in der Welt hat dieses schreckliche Verbrechen begangen? Bevor Nicole einen klaren Gedanken fassen kann, bemerkt sie zwei dunkle Schemen am Fenster. Und eine unerbittliche Jagd beginnt…" .


Meine Meinung

Nicole wird von ihrer besten Freundin zu einer riskanten Wette überredet. Beide sollen die Körper tauschen. Ein gefährlicher Kampf um Leben und Tod beginnt...

Das Buch habe ich vor einigen Jahren gelesen. Die Geschichte schien täuschend echt und hat mich ziemlich gefesselt. Gerade weil der Roman aus der Sicht von Nicole erzählt wird und von daher einen einfach zu lesenden Schreibstil hat, wirkte er auf mich so realistisch. Ich konnte sehr gut nachvollziehen ,wie sich die Hauptperson fühlt.

"Risiko" war der erste Roman, den ich aus der "Fear Street"- Reihe gelesen habe. Nach dieser Geschichte war ich sehr angetan und wurde für 1-2 Jahre zu einem Fear Street Fan. Wer mehrere Bände von der Bücherreihe liest, bemerkt, dass alle Bücher ein ähnliches Handlungsmuster haben: Auf dem Klappentext wird meist eine ziemlich "blutrünstige" Geschichte angedeutet, in den Büchern selbst gibt es auch oft ziemlich viele Tote und am Ende kommt meist heraus, dass die Hauptperson eine psychische Erkrankung mit sich bringt. Diese Tatsache finde ich einerseits in manchen Büchern gut verpackt, andererseits wirkt die Reihe dadurch auch recht klischeehaft, weil alles immer nach einem Muster abläuft.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Mittwoch, 15. Juli 2015

Das Lied der Freiheit

Bild von 
der hoerverlag 
Steckbrief 

Name: Das Lied der Freiheit (auch als Buch erhältlich)
Autor: Ildelfonso Falcones
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne historische Romane lesen und Familiengeschichten mögen
Gelesen oder gehört: gehört in vollständiger Fassung
Sprecher: Dietmar Wunder
Bewertung:  4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hoerverlag

"OPULENT und VIELSTIMMIG: eine Geschichte von LIEBE, VERRAT und FREIHEIT

Sevilla 1748: Die freigelassene Sklavin Caridad findet Zuflucht bei der Zigeunerfamilie Vega. Hier freundet sie sich mit der jungen, schönen Sängerin Milagros an und verliebt sich in Melchor, das stolze Oberhaupt der Familie. Milagros hingegen fühlt sich fatalerweise zu Pedro hingezogen, dessen Familie schon seit langem mit den Vegas verfeindet ist. Milagros’ von Schicksalsschlägen gezeichneter Lebensweg führt sie vom sonnenverbrannten Andalusien in die prunkvolle Königsresidenz Madrid. Falcones erzählt von Schmerz und Trauer, Liebe und Freundschaft, Hass und Verrat, Sehnsucht und Hoffnung – und von der Freiheit.

(3 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 23h 24)"

Meine Meinung 

Vor kurzem war ich auf der Suche nach Autoren spanischer Herkunft und bin so zufällig auf Ildelfonso Falcones aufmerksam geworden. Sein Roman "Das Lied der Freiheit" klang inhaltlich sehr vielversprechend. Als ich dann auch noch herausfand, dass die Hörbuchfassung von Dietmar Wunder gelesen wird, war mir klar, dass ich irgendwie an dieses Hörbuch kommen musste. Glücklicherweise konnte mir da das Bloggerportal weiterhelfen. 

Der Klappentext fasst die umfangreiche Geschichte ziemlich gut zusammen. Die Geschichte beginnt mit der freigelassenen Sklavin Caridad, die von Kuba nach Sevilla gelangt und dort nicht so recht weiß, was sie mit der neu gewonnenen Freiheit anfangen soll. Schließlich war sie es bisher gewohnt Befehle und Anweisungen entgegenzunehmen. 

In dem zweiten Handlungsstrang begleiten wir dann zuerst Milagros Mutter Anna und schließlich die zweite Protagonistin der Geschichte Milagros selbst. Anfangs habe ich mich noch gefragt, wie um alles in der Welt diese zwei unterschiedlichen Frauen zueinander finden sollen. Doch Falcones versteht sich sehr gut darauf die Charaktere miteinander bekannt zu machen und immer wieder dafür zu sorgen, dass sie sich nicht aus den Augen verlieren. 

Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Caridad sehr zurückhaltend ist und sich zu Beginn der Geschichte sehr bedeckt hält, strotzt Milagros geradezu vor Selbstbewusstsein. Sie gehört schließlich zur berühmt berüchtigten Vega Familie, welche sich stark an den Traditionen der Zigeuner orientieren.
Ildelfonso Falcones hat ein Händchen dafür Charaktere gut aufzubauen und ihre unmerkliche Verwandlung glaubhaft zu transportieren. Auch in "Das Lied der Freiheit" findet sehr viel zwischen den Zeilen, aber dennoch für den Leser gut erkennbar, statt.
Mehr Beispiele möchte ich an dieser Stelle nicht liefern, da es wirklich schön zu lesen / hören ist, wie sich Caridad entwickelt. 

Was den Spannungsbogen betrifft, bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits konnte ich mich kaum von der Geschichte trennen. Mich interessierte wie es mit den beiden Frauen weiterging, was sie erlebten und wie sie der "Anti Zigeuner Einstellung" der Regierung trotzten.
Andererseits sorgte Falcones auch dafür, dass sich die wesentlichen Protagonisten lange voneinander entfernten. So saß ich dann seufzend vor der Geschichte und dachte mir: "Wann finden sie sich endlich wieder?". Der Autor schreckt auch vor Gewalt- und Sexszenen nicht zurück. Hier musste ich auch oft schwer schlucken, wenn wiederholt Vergewaltigungen beschrieben wurden. Ich fragte mich dann, wer solche Grausamkeiten so detailliert und vor allem gleich in mehrfacher Ausführung lesen wollte. 

Ildelfonso Falcones Schreibstil überzeugt mich vor allem aufgrund seiner sprachlichen Bilder. Auch wenn manche Szenen (siehe oben) durchaus gestrichen werden könnten. Er schafft es den Leser in die Welt der Zigeuner eintauchen zu lassen. Ich fieberte regelrecht mit, freute mich mit beiden Frauen und litt mit ihnen, wenn eine Tragödie über sie hereinbrach. 

Auch Dietmar Wunder hat dem Roman das gewisse Etwas verliehen. Dank seiner Umsetzung konnte ich mir die Szenerie sehr deutlich vorstellen. Er verleiht den Charakteren nicht nur eine Stimme, sondern gibt ihnen auch eine Gestalt. Ildelfonso Falcones führt einige Nebencharaktere auf. Da gibt es Priester, Polizisten, oder einfache Handwerker. Dietmar Wunder gibt der für die Geschichte selbst noch so unwichtigen Person eine Identität. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich nicht damit gerechnet hätte das mich "Das Lied der Freiheit" so gut unterhalten kann. Ich hatte keine hohen Erwartungen an die Geschichte und rechnete ehrlich gesagt mit einer Art Klassiker. Stattdessen fand ich einen sehr gut umgesetzten historischen Roman vor, der nicht mit Daten und Fakten, sondern mit Schicksalen überzeugt.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 12. Juli 2015

Sunrise Avenue in Freiburg - Konzertbericht

Anfang Juli schaute die finnische Rockband Sunrise Avenue in Freiburg für ein Open-Air Konzert vorbei. Ich hatte die Möglichkeit, die Band das erste Mal live zu erleben und möchte euch daher von meinen Eindrücken berichten.

Da ich zu spät auf die Idee gekommen bin, mir einen Presseausweis zu besorgen, kann ich euch leider keine eigenen Aufnahmen präsentieren, sondern beschränke mich hier auf das Material das mir Youtube zur Verfügung stellt. (Hierbei bitte ich zu beachten, dass die Rechte natürlich nicht bei mir, sondern weiterhin bei der Band liegen).

Ich wünsche viel Spaß beim lesen und hören!

Daten und Fakten 

Wann: am 04.07.2015
Wo: Freiburg Open-Air Messplatz Gelände
Preis: 58 €
Programm: 
19:00 - 20:15 Uhr Carpark North (Vorband)
20:45 bis ca. 22:45 Uhr Sunrise Avenue.

Über die Band 

Die fünfköpfige Band besteht aktuell aus den Mitgliedern:
- Samu Haber (Gesang / Gitarre)
- Raul Ruutu (E-Bass, Hintergrundgesang)
- Sami Osala (Schlagzeug)
- Riku Rajamaa (Lead-Gitarre, Hintergrundgesang)
- Osmo Ikonen (Keyboard, Hintergrundgesang)

(Quelle: Wikipedia

Sunrise Avenue gründete sich 1992 und machte sich erst einmal in Skandinaviens Clubszene einen Namen. Um die Kosten für das erste eigene Album zu decken, verkaufte ein Freund der Band sein Haus um mit den Einnahmen eine eigene Produktionsfirma zu gründen. Mit dem Lied "Lifesaver" bedankt sich die Band bei dem gemeinsamen Freund.

Wer Sunrise Avenue bis dato noch nicht kannte, wurde spätestens nach Samu Habers Teilnahme als Coach bei der Castingshow "The Voice of Germany" auf die Gruppe aufmerksam.

Sunrise Avenue sind für mich schon seit Jahren nicht mehr aus der Musikwelt wegzudenken. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht wirklich zu den Hardcore Fans gehöre. Ich mag die Musik der Finnen, jedoch kannte ich bis vor ein paar Tagen noch nicht mal die Namen der gesamten Besetzung...

Mehr Links: 
Offizielle Homepage -> HIER
Sunrise Avenue bei
-> FACEBOOK
-> YOUTUBE 
-> UNIVERSAL


Der Countdown 

Als ich erfuhr, dass Sunrise Avenue ein Open-Air Konzert in Freiburg spielen sollte, dachte ich erst, man wolle mich auf den Arm nehmen. Schließlich war ich gewohnt, dass bekannte Künstler Städte wie Mannheim, Stuttgart oder mit viel Glück Karlsruhe aufsuchten. Freiburg wurde meist übergangen. Daher war schnell klar: Das musste ausgenutzt werden! Also legte ich mir ein halbes Jahr früher eine Konzertkarte zu und machte mich erfolgreich auf die Suche nach einer Begleitperson. (Allein auf ein Konzert? Für viele Blinde und Sehbehinderte kein Thema: Ich hingegen weiß, wo meine Grenzen liegen. Aber das Thema würde einen eigenen Bericht füllen, der ein andermal geschrieben werden wird).

Samstag morgen: 
Die Vorfreude steigt.
Ein Blick auf das Handy: Stressbarometer AKTIV - 100%.
Warum: Die Begleitperson sprang kurzfristig ab.
Also war Kreativität und Organisationstalent gefragt.
Zielsetzung des Vormittags: Ich will auf das verdammte Konzert!
Mein Motto: Wer sich zuerst meldet, malt zuerst.

Zum Glück konnte alles Notwendige an einem Vormittag abgeklärt werden.
Das Konzert konnte kommen.


Die Umgebung 

Am Samstag sollte einer der wärmsten Tage werden. Zuerst waren Gewitter angekündigt, doch bei einem Blick aus dem Fenster stand schnell fest: Mit Regen war heute wohl nicht zu rechnen. Super Voraussetzungen für ein Open-Air Konzert. Aufgrund der Hitze machten wir uns erst gegen Abend auf dem Weg zum Messegelände.

Da ich in Besitz eines Schwerbehindertenausweises bin, kamen meine Begleitung und ich in den Genuss, die Rollstuhlbühne / Behindertenbühne nutzen zu dürfen. Diese Bühne ist eine erhöhte Fläche mit - je nach Gelände - guter Sicht auf die Bühne. Diesmal hatten wir Glück und die Bühne war nicht fernab des Geschehens platziert, wie es beispielsweise bei dem ein oder anderen FEstivalgelände der Fall sein kann.


Die Vorband 

Meine Begleitperson und ich waren erst etwas irritiert als wir lasen, dass um 19:00 Uhr "Carpark North" auf dem Programm stand. Wir fragten uns beide, wo denn noch ein Parkplatz eröffnet werden solle, bis uns klar wurde, dass es sich hierbei wohl um die Vorband handelte, welche übrigens aus Dänemark stammt.

Der Leadsänger sprach das Publikum auf deutsch an, erklärte, dass seine Band das Land möge und sie hoffen, dass es zu ihrer zweiten Heimat werden solle. Was mich überraschte: Mir fiel zwar auf, dass der Leadsänger hier und da nach Worten suchen musste, allerdings hatte ich den Eindruck, dass er akzentfrei sprechen konnte.

Die ersten Lieder der Band waren mir etwas zu elektronisch angehaucht. Sänger Lau Hojen klang zwar gut, jedoch fesselten mich die ersten Songs nicht wirklich. Doch je weiter der Auftritt voran schritt, desto mehr wurde ich auf die Musik aufmerksam und dachte mir, dass die Gruppe doch gar nicht so schlecht ist.
Mein Favorit:



Carpark North - Save me 



Sunrise Avenue - Die Musik 

Sunrise Avenue betraten die Bühne dann gegen 20:45 Uhr. Allerdings war es nicht wirklich kühler und mir tat die Band schon etwas leid, weil sie sich nicht nur der südbadischen Hitze, sondern auch noch der hellen und flauschig warmen Lightshow aussetzen mussten.

Die Band eröffnete das Konzert mit...


"Funkytown" (Live aus Freiburg) 

Mit diesem Opening konnte sich die Band die geballte Aufmerksamkeit des Publikums sichern und es wurde schnell klar: Heute Abend gab es ein taffes Programm.

Während ich von vielen Konzerten gewohnt bin, dass Leadsänger inne halten und hier und da ein paar Geschichten erzählen, lieferte Sunrise Avenue einen Song nach dem anderen. Hier wurden nicht nur bekannte Lieder wie "Welcome to my life" oder "Nothing is over" gespielt. um dem Namen der Tour gerecht zu werden ("Fairytales - Best Of Tour 2015"), hatten sie auch ältere, dem breiten Publikum (oder zumindest mir) unbekannte Lieder im Gepäck. Ein paar dieser Songs möchte ich hier vorstellen:



"Little bit love" 
Was mir an dem Lied gefällt: Rhythmus, toller Text.
Zudem lädt das Lied wunderbar zum tanzen und mitsingen ein.



"I can break your heart" 
Was mir an dem Lied gefällt: 
Ich finde das Intro einfach nur genial. 



Stormy End 
Normalerweise bin ich kein Balladen Fan. 
Doch an "Stormy End" habe ich Gefallen gefunden. 
Warum? Wenn ich das so genau wüsste :-). 
Vielleicht lag es u.a. an der Live Atmosphäre...? 


Und zu guter letzt, nicht, dass ihr noch wahnsinnig werdet, bei den ganzen Liveaufnahmen :-), möchte ich euch noch meine beiden Lieblingslieder der Band präsentieren. 




"Hollywood Hills" 
Frontmann Samu Haber hat in einem Interview des Pro7 "Star" Magazins "red!" die Entstehungsgeschichte des Songs erzählt. 
Die Plattenfirma habe ihn nach Hollywood geschickt, 
damit er einen neuen Hit schreibe. Ihm war klar, wenn er ohne Ideen zurückkäme, wäre die internationale Karriere der Band vorbei gewesen. Doch Kreativität kann eben nicht erzwungen werden und so verstrich seine Zeit in Hollywood. An seinem letzten Abend machte er sich schon darauf gefasst, dass es nun mit der Karriere der Band vorbei sei. Und dann kamen ihm die ersten Zeilen des Liedes "Hollywood Hills". 
Was mir an dem Lied gefällt: Es beginnt ruhig und nimmt kontinuierlich an Fahrt auf. Auch hier findet sich ein gelungenes Zusammenspiel von Rhythmus, Melodie und Text. 



"Fairytales gone bad" 
(Der Klassiker :-) ). 
Ich habe es der Singstar PopHits CD zu verdanken, dass ich dieses Lied mittlerweile auswendig kann :-). 
Mit "Fairytales gone bad" haben Sunrise Avenue ihr Open Air Konzert in Freiburg beendet. Eine wunderschöne Zugabe, wie ich finde. 

Die Stimmung 

Zitat Samu Haber: "It's so so hot." (Ein paar Sätze zur Hitze sagt er auch in einem oben verlinkten Video). 

In einem Artikel der Badischen Zeitung wird die Interaktion mit dem Publikum bemängelt. Ich hatte ebenfalls den Eindruck, dass der Frontmann Samu Haber nicht ganz so gesprächig ist, wie man ihn sonst kennt. Allerdings verbuche ich das unter "Anstrengungen der Hitze". 
Auch das Publikum war hier und da etwas zurückhaltend. Schließlich müssen die Kräfte gut eingeteilt und verwaltet werden, damit genügend Ressourcen übrig waren, um bei den Lieblingshits Gas geben zu können. 

Auf unserer kleinen separaten Bühne war die Stimmung sehr lebendig. Es war ein wirklich angenehmes Miteinander. Jeder genoss das Konzert, sammelte fleißig Erinnerungsfotos / Videos oder sog einfach nur die Musik in sich auf und wünschte sich, dass der Abend am besten eine Weile andauern sollte. 


Fazit 

Vollauf glücklich und zufrieden! Noch mehrere Tage nach dem Konzert war die "Repeat" Taste meines inneren CD Players betätigt und ich summte den ein oder anderen Hit des Abends. Ich erzählte beinahe jedem, egal ob er es hören wollte, oder nicht, wo und wie ich meinen Samstagabend verbracht hatte.
Das Zusammenspiel aus guter Musik, Gesang und dem Gefühl schöne Momente mit vielen Menschen zu teilen, kamen hier zusammen.

Auch das Preis - Leistungsverhältnis finde ich hier vollkommen gerechtfertigt. Natürlich waren die Konzertkarten keinesfalls günstig. Aber dafür bekamen wir auch ein geniales Liveprogramm mit abwechslungsreicher Musik geboten. 
Wer also die Möglichkeit hat, die Finnen live zu sehen, sollte das schnellstmöglich tun. 

Ge(h)fragt - Markus Kastenholz

Im Rahmen eines harmlosen Posts habe ich den Schriftsteller Markus Kastenholz kennengelernt. Kurzerhand entwickelte sich dieses Interview, dass ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und hoffe, die ein oder andere interessante Info ist für euch dabei :-).


Das Interview 


Hallo Markus, herzlich willkommen bei den Ge(h)Schichten. Stell‘ Dich doch erst einmal vor, wenn du magst.

Markus Kastenholz: Zunächst mal herzlichen Dank für die Einladung, hat mich sehr gefreut.

Tja, die „technischen Daten“: Geboren am 28. Mai 1966 in Rüdesheim am Rhein (Hessen). Sternzeichen Zwilling, Aszendent Jungfrau. Nach chinesischem Horoskop ein „Feuerpferd“. Ledig, Raucher, Vegetarier und Comic-Fan.

Ich habe Vergleichende Religionswissenschaften studiert, habe danach eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht und war ca. 10 Jahre im Organisationsmanagement. Man könnte das „Event-Manager“ nennen, nur managte ich eben nicht die Auftritte von Pop-Stars, sondern politische Veranstaltungen für eine Partei.

1998 wurde meinem Vater das Bein amputiert. Irgendjemand musste sich um ihn kümmern, zumal die Mobilität meiner Mom ebenfalls schwer eingeschränkt war. Mit 68 Jahren steckt man niemanden ins Altenheim, jedenfalls nicht die subjektiv „besten Eltern der Welt“. Also habe ich meinen Job gekündigt und mich um sie gekümmert. Mein Vater starb 2004, meine Mom 2011. 2005 zogen wir beide auch hierher in den Breisgau.

Nebenher habe ich geschrieben … seit meinem 11. Lebensjahr übrigens. Eine Konstante.


Du bezeichnest Dich selbst als „Magier des Wortes“.

Markus Kastenholz: „Magier des Wortes“ – Der Ausdruck ist eigentlich nicht auf meinem „Mist“ gewachsen, sondern auf dem einer Bekannten.

„Autor“ als Bezeichnung mochte ich nie. Jeder ist ein Autor oder vielmehr: Verfasser, wenn er einen Einkaufszettel schreibt. „Schriftsteller“ hingegen waren diejenigen, die auf einem Markt im Mittelalter Briefe für die analphabetische Bevölkerung verfasst haben. Keines von beidem hat mich wirklich überzeugt. „Schreiberling“ habe ich mich deshalb immerzu genannt, ein wenig selbstironisch. Da meinte jene Bekannte beim Lesen eines meiner Manuskripte, die Worte seien „magisch“. So wurde der „Wortmagier“ geboren.

Nun, ich bin dabei geblieben – aber so wirklich bierernst nehme ich das nicht ;)

Inzwischen nenne ich mich aber auch Schriftsteller. Nicht, weil ich inzwischen Briefe für andere verfasse, sondern weil ich mittlerweile begriffen habe, was den Unterschied zwischen einem Autor und einem Schriftsteller ausmacht.

Autoren verfassen einen Text. Schriftsteller leben dafür!


Worüber schreibst Du denn?

Markus Kastenholz: Ich bin da flexibel und nicht auf ein Genre festgelegt. Klar, wenn man auf Amazon meinen Namen sucht, wird man vorwiegend Romane und Kurzgeschichtensammlungen aus den Bereichen „Phantastik“, „Science Fiction“ und „Horror“ finden. Aber genauso gut schrieb und schreibe ich Grusel-Romane und auch sehr gern Thriller, bevorzugt mit kirchenhistorischem Hintergrund.

Dabei weiß ich, wovon ich schreibe: Ich bin – wie erwähnt - Religionswissenschaftler (ohne es je ausgeübt zu haben).

Aber meine Flexibilität geht wiederum nicht so weit, dass ich Heimatromane oder Western schreiben würde. Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten …


Um was geht es in Deinem aktuellen Projekt?

Markus Kastenholz: Um etwas ganz anderes *lach*

Es ist ein Roman, der in der Gegenwart in Freiburg spielt und sehr viel mit Ägypten zu tun hat. Mit dem Leben, mit dem Pharaonen, mit den Göttern.

Mehr darf ich natürlich nicht verraten, nur so viel:

Ich habe mich wirklich intensiv mit dem Thema befasst und recherchiert. Oft genug habe ich davon sogar geträumt, es hat mich also selbst im Schlaf verfolgt. Ich behaupte zwar nicht, dadurch Ägyptologe geworden zu sein, wohl aber hoffe ich, genug Sachwissen einfließen zu lassen, um die Angelegenheit „rund“ und plausibel schildern zu können.


Woher nimmst Du die Ideen für Deine Geschichten?

Markus Kastenholz: Die Ideen liegen manchmal buchstäblich auf der Straße.

Beim zuvor erwähnten Roman war es eine schlichte Meldung in der Presse, der wahrscheinlich kaum jemand sonderlich große Bedeutung beigemessen hat. Aber ich sah sofort, dass sich daraus „was machen lässt“. Die Rädchen im Kopf begannen sich zu drehen, manchmal „flutschte“ es nicht sofort, aber irgendwann fiel dann der sprichwörtliche Groschen.

Aber meine „Inspiration“ nehme ich eigentlich von woanders.

Ich schreibe praktisch jeden Tag. Auch am Wochenende und Feiertag. Nur dann nicht, wenn ich krank bin oder etwas anderes dazwischen kommt.

Ich schreibe auch nicht am Computer, ich schreibe per Hand. Mit einem alten Kolbenfüller und prinzipiell schwarzer Tinte. Prinzipiell auch auf den karierten Ringbüchern von zwei bestimmten Marken. Das ist für mich Wohlbefinden und ein Teil von Inspiration.

Ein anderer Teil besteht darin, dass ich fast prinzipiell nicht zu Hause schreibe.

Ich habe ein schönes Arbeitszimmer, ich schaue direkt ins Grüne. Aber als „Schreiberling“ läuft man dadurch immer in Gefahr, überhaupt nicht mehr die Wohnung zu verlassen. Dann ist man binnen weniger Wochen reif für die Psychiatrie.

Deshalb schreibe ich bevorzugt auswärts, in einem hiesigen Lokal. Im Sommer sehr gern auf der Terrasse. Das ist für mich Wohlbefinden – die Inspiration kommt dann von ganz allein …


Du schreibst auch gemeinsam mit anderen Autoren. Wie gestaltet sich eure Arbeit? Wird die Geschichte gemeinsam geplant, oder steht von Beginn an fest, wer für welche Kapitel zuständig ist? Wie schafft ihr es, dass der gemeinsame Roman inhaltlich voran kommt?

Markus Kastenholz: Ja, früher war das zugegeben öfter. Dass es heute weniger ist, hat eher damit etwas zu tun, dass sich die Art meiner Romane geändert hat.

Trotzdem war das sehr witzig und machte Spaß, sofern es „funktionierte“ und der Gegenpart auch wirklich fleißig schrieb. Ich hatte allerdings auch schon, dass der Gegenpart dann doch nicht in die Puschen kam. Das passiert … und ist eben ein Risiko, wenn man sich auf andere verlässt.

Eigentlich, habe ich festgestellt, bin ich vorwiegend „Einzel-Kämpfer“ und nur sehr bedingt teamfähig.


Aber wie stellt sich so eine Zusammenarbeit dar?

Im Prinzip haben wir am Telefon den Roman ausgetüftelt und uns zwei Handlungsbögen ausgedacht. Einer schrieb den einen – der andere den anderen. So hatte jeder größtmögliche Freiheit. Und am Ende mussten sie dann natürlich miteinander verschmolzen werden. Ganz einfach eigentlich … wobei es natürlich noch andere Möglichkeiten gibt, einen Roman gemeinsam zu verfassen.


Viele Jungautoren haben Probleme mit der Motivation. Der Anfang für eine Geschichte ist schnell gefunden. Aber sie zu beenden ist noch mal etwas ganz anderes. Wie schaffst Du es an Deinen Projekten dran zu bleiben? Wie motivierst Du Dich zum weiter schreiben?

Markus Kastenholz: Ganz einfach: Publikationsgeilheit! :)

Das Schreiben ist ein einsamer Job. Ich will nicht jammern, es ist für mich mein TRAUMBERUF. Trotzdem ist es ein einsamer Job. Aber es gibt mir auch unglaublich viel, besonders, wenn ich ENDE unter das Manuskript schreiben darf und es dann als gedrucktes Buch sehe. Komischerweise fällt es mir nicht sehr schwer, in dieser Hinsicht diszipliniert zu sein. Natürlich auch mit ein paar Tricks, wie zum Beispiel, möglichst nicht zu Hause zu schreiben, um bspw. vom Internet nicht abgelenkt zu werden.

Ansonsten begeistert mich der Stoff, an dem ich gerade schreibe, meistens viel zu sehr, als dass ich ihn unvollendet lassen dürfte. Das ist wie ein innerer Zwang. Eigentlich sind Schriftsteller Süchtige.


Wie schaffst Du es, Dich unter den vielen Selfpublishern zu behaupten?

Markus Kastenholz: Diese Ambition habe ich nur bedingt.

Natürlich, ich habe einige Titel in meinem Label, der „Edition Nocturno“, auf Amazon eingestellt. Und natürlich möchte ich, dass jeder davon ein Bestseller wird und wie verrückt gekauft wird. ;)

Aber mein Hauptaugenmerk liegt nicht auf dem SP, sondern ganz traditionell bei Verlagen. Deren Verbreitung ist höher, deren Marketing ist auch ausgeklügelter, als wenn man für ein Produkt selbst Werbung machen muss (was mir prinzipiell nicht liegt) und einige Faktoren mehr.

Das sehe ich zum Beispiel bei der Anthologie FLEISCH 2, die im Eldur-Verlag erschienen ist und bei der ich der Herausgeber sein durfte.

Oder bei der Serie GLADIUM im Amrun-Verlag, wo ich ebenfalls Herausgeber und Schreiberling bin.

Support durch einen Verlag ist immer wichtig. No support – no success!

Denn eigentlich will ich gar nichts vermarkten. Das sollen diejenigen tun, die das besser können.

Ich will schreiben, schreiben und abermals schreiben.


Was hältst Du von Schreibratgebern? Haben sie Dir weitergeholfen?

Markus Kastenholz: Einige habe ich gelesen, ja. Vor allem früher. Maßgeblich geholfen haben sie mir nicht, allerdings kann ich unumschränkt „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King empfehlen. Ein Widerspruch? Nein. Einfach lesen.

Auf Empfehlung habe ich mir übrigens vor einigen Tagen „Kleiner Autoren-Workshop“ von Ursula LeGuin bestellt. Denn ausgelernt hat man nie.


Bis Du vom schreiben leben konntest, war es ein langer Weg. Welche Dinge hast Du auf dieser Reise gelernt?

Markus Kastenholz: Beharrlich sein … sich nicht wie eine Diva benehmen … sich nicht zu ernst nehmen … sich selbst in Frage stellen … nie zu früh mit etwas zufrieden sein … Ratschläge annehmen können …

Solche Dinge. Und viele andere mehr.

All das, was ich auf dieser Reise erlebt habe, waren und sind schöne Erfahrungen. Aber teilweise auch die pure Hölle. Wenn man bspw. von einem Verlag gemobbt wird, weil einem dieser Burschen meine Nase nicht gefällt und er cholerisches Kindergartenniveau hat, dann ist das nicht schön! Aber ich nenne keine Namen.


Welche Tipps kannst Du angehenden Autoren mit auf den Weg geben?

Markus Kastenholz: Wie erwähnt: Sich nicht zu ernst nehmen – und beharrlich bleiben!

Trotz allem überschäumenden Enthusiasmus von Newcomern: Niemand ist der Nabel der Welt. Die Welt wartet nicht auf eben jenen Roman, den man gerade schreibt. Und perfekt ist er erst recht nicht. Kann er gar nicht sein, denn meines Erachtens bedarf es langjähriger Erfahrung und eines hervorragenden Lektors.

Aber man muss „dran bleiben“. Man muss üben, immer wieder, beständig. Und man darf sich von Absagen nicht entmutigen lassen. Derer hat jeder Schreiberling kubikmeterweise im Schrank, auch Bestseller-Autoren.

Ich weiß, das ist leicht gesagt. Trotzdem … es geht!

Wenn man wirklich mit Leidenschaft schreibt, kann man ohnehin nicht anders. Da ist es einem egal, wie oft man abgelehnt wurde von den Verlagen. Man muss es immer wieder versuchen!


Wie oft überarbeitest Du Deine Romane, bevor sie veröffentlicht werden?

Markus Kastenholz: Manchmal bis zum Exzess *lach*

Ich bin eben Aszendent Jungfrau, und die sind pingelig. Ich will es immer besser haben, möglichst perfekt. Wird natürlich nie ganz perfekt – aber man kann’s ja dennoch versuchen …

In konkreten Zahlen: Drei Überarbeitungsvorgänge mindestens.


Wie lange brauchst Du um einen Roman zu veröffentlichen?

Markus Kastenholz: Manchmal sind es Monate, manchmal auch Jahre. Das kommt nicht zuletzt auf den Verlag an. Es kommt natürlich auch darauf an, ob etwas „läuft“ oder „stockt“, bspw. wenn sich ein Verlag dann doch gegen das Manuskript entscheidet – oder seine Arbeit ganz einstellt.

Man ist nie vor Überraschungen gefeit. Und es gibt leider nichts, was es nicht gibt.


Welche Autoren dürfen in Deinem Bücherregal auf keinen Fall fehlen?

Markus Kastenholz: Ich lese viel weniger, als ich sollte und gern würde. Klar, ich lese mehr als ein Durchschnittsbürger, aber wenn man den ganzen Tag mit Geschriebenem zu tun hat (und wenn’s nur das eigene ist), entspanne ich lieber bei Comics und dergleichen. Das ist ein Genre, wo ich nicht mitreden kann, da verbessere ich den Text auch nicht in Gedanken – eine Marotte von mir, die ich leider nicht abstellen kann.

Aber zur Frage:

Stephen King, der oben erwähnte. Von ihm habe ich allerdings schon zu viel gelesen. Sein einsames Meisterwerk für mich: „The Stand“.

Thomas Mann lese ich immer noch sehr gern, seinen „Felix Krull“ zum Beispiel. Dazu noch einige andere „Klassiker“ wie Hesse. Ferdinand von Schierachs Bücher liebe ich, da habe ich alle. Ein absolut meisterlicher Stilist in seinem Minimalismus. Und Andreas Grubers Thriller sind wunderbar.

Ansonsten lese ich zumeist Bücher aus der deutschsprachigen phantastischen (Klein-) Verlagsszene. Dort tummeln sich zum Teil unglaubliche Talente, von denen ich mir wünschte, sie würden den Weg nach „ganz oben“ schaffen.


Und zum Schluss bedanke ich mich, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast. Ich hoffe, wir werden noch viel von dir hören bzw. lesen.

Markus Kastenholz: Ich habe zu danken, dass Du es gestellt hast!

Und: Ich werde mein Bestes tun!

Sonntag, 5. Juli 2015

Schreibmarathon Fazit Juni 2015



DATEN UND FAKTEN

Ziel des Monats: 6000 Wörter
Geschriebene Wörter: 3.590 Wörter
Wortschulden: 2.410 Wörter Im Plus Bereich: 894 Wörter
Nächstes Monatsziel: 6.200 Wörter


ZU LESENDE ERGEBNISSE

Das Leben, wie es sein sollte - oder: Was in Essen wirklich vor sich geht 
AWZ Fanfiction Folge 3 

Aus dem Alltag der Little Britain Charaktere 
Fanfiction über "Little Britian" 

Natürlich habe ich an meinem großen Weihnachtsprojekt geschrieben. Und es geht langsam auf das Finale zu: Es fehlen nur noch wenige Türchen, dann werden die ersten Test-/ Betaleser gesucht!


MEINE EINDRÜCKE 

Meine Fanfiction über "Little Britain" wurde über tausend mal angeklickt. Natürlich weiß ich nicht genau, ob das bedeutet, dass sie auch bis zum Schluss gelesen wurde, aber irgendwie beeindruckt es mich schon, zu sehen, dass sie zumindest tausend mal geöffnet wurde!

Ansonsten ist der Kalender so gut wie fertig. Ich wiederhole mich: Aber ich bin wirklich gespannt, wie er hier ankommt :-).


WAS SAGEN DIE ANDEREN

Unter den Schreiberlingen ist es sehr ruhig geworden. Stifte drohen zu schmelzen, Papier ist leicht entflammbar. Aber es läuft...


IN DIESEM SINNE 

nehme ich mir mal vor, an der kommenden Schreibnacht teilzunehmen, um meinen kleinen Plusbereich wieder etwas aufzufrischen.
Ich hoffe ihr hattet auch so einen wunderschönen Start in den Juli.
Bis demnächst
eure Emma

Biografie des Monats - Ein Schnupfen hätte auch gereicht

Bild von Boerse

Steckbrief

Name: Ein Schnupfen hätte auch gereicht (auch als Buch erhältlich)

Autor: Gaby Köster / Till Hoheneder
Verlag: Random House
Geeignet für: Menschen, die gerne Biografien lesen und sich für den Mensch Gaby Köster interessieren
Gelesen oder gehört: gehört, in ungekürzter Fassung
Sprecher: Gaby Köster / Till Hoheneder
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext


(Beschreibung von S.Fischer)

"Gaby Köster ist wieder da! Und räumt auf! Mit Gerüchten und Lügen über ihre Krankheit. Schonungslos. Wahr und aufrichtig ehrlich. Mit großer Klappe und großem Herz! Laut und lustig. Sensibel und traurig. Eben 100% Gaby Köster. Wie man sie kennt und liebt.


Seit Jahren gehört sie zu den bekanntesten und erfolgreichsten Gesichtern der deutschen Comedy-Szene. Aber auf dem Höhepunkt ihrer Karriere passiert das, womit keiner rechnet: Gaby Köster erleidet einen schweren Schlaganfall. Ihre bewegende Geschichte ist die einer Ausnahme-Künstlerin und einer starken Frau, die trotz ihres schweren Schicksals nicht aufgibt und ihre neue Chance im Leben nutzt.

Ein Buch, das einen berührt, immer wieder zum Lachen bringt und gerade deshalb so viel Mut macht!" 


Meine Meinung 


Ich gehöre wahrscheinlich zu der Generation die (un)bewusst mit "Ritas Welt" aufgewachsen ist. Wenn am Wochenende der Fernseher eingeschalten wurde, sah man auf RTL meist Gaby Köster im Supermarkt stehen und lebhaft mit Kunden, oder Mitarbeitern gestikulieren.

Der Serie konnte ich früher nie etwas abgewinnen, dennoch habe ich Gaby Köster als Person wahrgenommen und fand sie interessant.
Eines Tages wurde es dann verdächtig still um die Künstlerin, was mich doch etwas stutzig machte. Schließlich wurden immer mal wieder Live-Programme sämtlicher Comedians auf RTL ausgestrahlt.
Dann stellte sich heraus, dass sie einen schweren Schlaganfall erlitten hatte.
Als sie wieder bereit für öffentliche Auftritte war, hatte sie auch schon ihre Autobiografie im Gepäck. Damals habe ich es versäumt mir das Buch zu besorgen, umso erfreuter war ich, dass ich es neulich in die Hände bekommen habe.

Schon nach den ersten Worten freute ich mich auf die Geschichte. Denn: Sie wurde von Gaby Köster selbst gelesen. Gerade ihr rheinländischer Dialekt passt wunderbar zu ihrem Schreibstil und zu dem, was sie den Lesern zu erzählen hat.

Der Roman ist in gesprochener Sprache verfasst, was aber im Zusammenspiel mit der Lesung, wie die Faust aufs Auge passt.

Inhaltlich ist Gaby Kösters Geschichte wirklich sehr bewegend. Sie macht nicht nur bezüglich ihrer Erkrankung reinen Tisch und erzählt, wie sie mit den Einschränkungen umgeht. Sie räumt auch bezüglich einiger Gerüchte auf und erzählt, wie sie zu der Frau wurde, die sie heute ist.

Wie viele Menschen, die eine Behinderung, oder eine Erkrankung bekommen, musste sich auch Frau Köster nicht nur mit den körperlichen Einschränkungen auseinandersetzen. Es treten Selbstzweifel auf und wahre Freunde werden von Wegbegleitern unterschieden. Allerdings musste sie sich auch - im Gegensatz zum nicht berühmten Menschen - auch mit bösen Schlagzeilen auseinandersetzen. Situationen, die Gaby Köster hier beschreibt, lassen einen aufhorchen und zweimal überlegen, ob man berühmt sein möchte, oder nicht.
Für ihre schwierige Ausgangslage meistert sie ihr Leben wirklich wunderbar.

Das Einzige, was mich hin und wieder störte, waren ihre Abschweifungen. Hier erzählte sie beispielsweise erst in einem Kapitel über ihre Arbeit bei "Ritas Welt" dann kamen weitere Episoden, nur damit sie später noch einmal auf "Ritas Welt" eingehen konnte. Hier wurde mir ab und an zu viel gesprungen, was aber nicht viel ausmachte, da Gaby Köster oft vor solchen Sprüngen vorwarnte, oder sich während des Lesens beim Abschweifen ertappte.


Auch der Spannungsfaktor der Geschichte ist hier gut dargestellt. Was die Handlungsstränge betrifft, lässt sich eine grobe Kurve beobachten. Sie beginnt ihre Geschichte mit dem Schlaganfall, taucht dann eine Weile in die Vergangenheit ein, um wieder zurück in die Gegenwart zu kommen. Gerade als ich gemerkt habe, dass sich das Hörbuch dem Ende neigt, war ich schon etwas traurig, weil es mir sehr viel Freude bereitet hat Gaby Kösters Geschichte zu lauschen. (Da freute ich mich umso mehr auf die Zugabe, den Buchanhang des Hörbuches).


Mein Gesamteindruck von "Ein Schnupfen hätte auch gereicht" ist durchweg positiv. Ich hatte das Gefühl, dass Gaby Köster ihre Welt für die Menschen öffnet, die sich für sie interessieren und wissen möchten, wie sie jetzt lebt.

Diese Autobiografie ist nicht nur etwas für Köster-Fans, die wissen möchten, wie es ihr jetzt ergeht. Auch diejenigen, die wissen möchten, wie es sich mit einer Einschränkung leben lässt, welche Gedanken einem durch den Kopf schießen und wie das eigene Umfeld damit umgeht, sollten unbedingt einen Blick, oder ein Ohr in das (Hör)Buch werfen.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht