Samstag, 28. Februar 2015

Mein Februar 2015

Kennt ihr das? 
Ihr verbringt den ganzen Tag vor einem wirklich spannenden Buch und wollt euch nicht mal davon trennen, um Blogbeiträge vorzubereiten?
Dann beginnt jetzt mal mein Wettlauf gegen die Zeit :-)

Gelesen im Februar 

"Er ist wieder da" von Timur Vermes 



(Bild von Bastei Lübbe


Klappentext 



"ER IST WIEDER DA

DER ROMAN

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, dafür unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende startet er gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur, sondern erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und »Gefällt mir!«-Buttons.

Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Dieser Roman ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte."


"Die Mitte der Welt" von Andreas Steinhöfel 




(Bild von Hörbuch Hamburg

Beschreibung 


"Normal? Nein, normal fühlt man sich nicht, wenn man gerade 17 Jahre alt ist und mit einer chaotischen Mutter und einer verschlossenen Zwillingsschwester in einem verfallenen Landhaus am Rande der Welt zusammenlebt. Was immer ein normales Leben auch sein mag, der siebzehnjährige Phil hat es nie kennengelernt. Um ihn herum sind ungewöhnliche Menschen versammelt: Glass, die einen merkwürdigen Zauber auf Menschen ausüben kann; Diane, schroff und eigenwillig. Und schließlich Nicholas, der Unerreichbare, in den Phil sich unsterblich verliebt. Eines ist sicher: Dieses Jahr wird über seine Zukunft entscheiden.

(c) Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2007 (c) + (p) Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg 2007"

"Passagier 23" von Sebastian Fitzek 


(Bild von Bastei Lübbe)

Klappentext

(Inhaltsangabe von Bastei Lübbe

"Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es passierte während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff Sultan of the Seas – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der Sultan kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. …"

Noch nicht rezensiert: 
"Mein Leben - meine Freiheit" von Ayar Ali 

"Vielleicht morgen" von Guillaume Mousso 


Situation des Monats 

Zu den schönen Momenten des Februars gehören...

die freie Zeit zum Genießen guter Literatur, das richtige Talent, diese unter der Vielzahl der Bücher in den Buchhandlungen ausmachen zu können, oder besser gesagt eine glückliche Fügung des Schicksals. (Neben einem großen Fehlkauf, der glücklicherweise schon vertauscht wurde, konnte ich gegen Ende des Monats schöne Geschichten für mich entdecken).

die Tatsache, an seinem Geburtstag erleben zu dürfen, wer diesen Tag mit einem teilen möchte, oder wer (mit oder ohne Facebook) daran denkt, oder ihn eben ignoriert, am Ende des Tages eine original neuseeländisches Geburtstagsvideo zu bekommen...

Was gab es zu erzählen? 

Schreibmarathon - Das Jahresprojekt
Fazit Januar 2015


Erster Award für Ge(h)Schichten
Liebster Blog Award


Rezensionen:
Passagier 23

Er ist wieder da

Rezensionen aus der Konserve

Fräulein Smillas Gespür für Schnee 

Emma fragt
... Frau Korte vom Hörverlag 


Wortreich - Was zwischen den Zeilen passiert
Kapitel 4
(mit Verlinkung zu den bisherigen Kapiteln und einem "Was bisher geschah"- Teil)

Song des Monats 

Systemfehler - Wenn Inge tanzt



Ein Jugendfilm, der im Sommer 2013 leider wirklich untergegangen ist. Die Band Systemfehler steht kurz vor dem großen Durchbruch. Doch dann passiert das Unfassbare: Ein Bandmitglied fällt aus, ein wichtiger Gig steht auf dem Spiel. Die einzig mögliche Rettung: Inge...

Die Fantastischen Vier - Troy




Eigentlich bin ich kein Fan von HipHop. 90% der Texte finde ich sinnfrei und vor allem unverständlich. Allerdings stechen die Hits der Fantastischen Vier positiv hervor. Hier ergibt nicht nur der Text einen logischen Sinn, die Band gehört auch zu den wenigen Gruppen, bei denen ich nicht sofort "abgeschaltet" sondern erstmals auf die Botschaft der Lieder geachtet habe :-).

Adele - Chasing Pavements 



Das Lied schaffte es diesen Monat immer wieder trotz des ausgewählten "Zufallsmodus" von meiner Anlage erkannt zu werden. Eines meiner absoluten Lieblingslieder...


In diesem Sinne...

einen guten Start in den März. Der Frühlingsanfang naht... 

Donnerstag, 26. Februar 2015

Die Mitte der Welt

Bild von Hörbuch Hamburg 
Steckbrief 

Name: Die Mitte der Welt (auch als Buch erhältlich)
Autor: Andreas Steinhöfel
Verlag: Hörbuch Hamburg
Geeignet für: Rufus Beck Fans, Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gehört, in gekürzter Fassung
Sprecher: Rufus Beck
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Beschreibung 

(von Hörbuch Hamburg)

"Normal? Nein, normal fühlt man sich nicht, wenn man gerade 17 Jahre alt ist und mit einer chaotischen Mutter und einer verschlossenen Zwillingsschwester in einem verfallenen Landhaus am Rande der Welt zusammenlebt. Was immer ein normales Leben auch sein mag, der siebzehnjährige Phil hat es nie kennengelernt. Um ihn herum sind ungewöhnliche Menschen versammelt: Glass, die einen merkwürdigen Zauber auf Menschen ausüben kann; Diane, schroff und eigenwillig. Und schließlich Nicholas, der Unerreichbare, in den Phil sich unsterblich verliebt. Eines ist sicher: Dieses Jahr wird über seine Zukunft entscheiden.

(c) Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2007 (c) + (p) Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg 2007"


Meine Meinung 

"Die Mitte der Welt" gehörte wieder zu den Hörbüchern, welche ich mir eines Tages von Freunden ausgeliehen habe, ohne dabei auf den Klappentext zu achten. Hier bin ich einfach nur nach dem Titel gegangen und dachte, dass es sich hier sicher um eine Art philosophischen Roman, oder einen Reiseroman handeln müsste.

Schon nach wenigen Minuten wusste ich, dass es egal war, ob die Geschichte gut oder schlecht werden würde, denn: Der Sprecher war perfekt!
"Die Mitte der Welt" wird von Rufus Beck gelesen. Bei Hörbüchern von Beck habe ich das Gefühl in eine alt bekannte Welt einzutauchen, obwohl ich die neuen Protagonisten der aktuellen Geschichte überhaupt nicht kenne. Beck macht es einem leicht, in die Geschichte einzutauchen.
Obwohl er, im Vergleich zu Harry Potter, schlicht liest, schafft er es die richtige Stimmung des Romanes zu transportieren. Er nimmt Fahrt auf, wenn es spannend wird und wird ruhiger, wenn Protagonist Phil nachdenklich wird.

Inhaltlich geht es um zwei Handlungsstränge. Zum einen bewegt sich Ich-Erzähler Phil in der Gegenwart. Allerdings gibt es immer wieder Situationen, die ihn an Ereignisse aus der Vergangenheit erinnern, weswegen er dem Leser oft von solchen Momenten erzählt. So erfährt der Leser beispielsweise, wie er und siene Zwillingsschwester aufgewachsen sind und wie sie sich in der Gegenwart verstehen.
Unser Hauptcharakter Phil ist sehr sensibel und würde wahrscheinlich von bösen Zungen als "Memme" bezeichnet werden. Er setzt sich mit dem Thema Liebe auseinander, versucht für sich zu klären, wie er diese definiert und was er bereit ist, dafür zu geben.
Die verschiedenen Facetten der Liebe werden anhand der unterschiedlichen Charaktere, wie beispielsweise Phils bester Freundin, seiner Schwester, oder auch der Mutter der Zwillinge, beleuchtet. Das Schöne ist, dass an keiner Stelle das Gefühl aufkam, sich in einem typischen kitschigen Liebesroman zu befinden.

Die Spannung wurde durch die richtige Mischung an Tiefgründigkeit und Lebendigkeit getragen. Während Phil über den Sinn des Lebens philosophieren kann, bleibt die Geschichte inhaltlich trotzdem nicht stehen.
Die Spannung wurde auch dadurch transportiert, dass Phil uns an seinem Innenleben teilhaben ließ und wir mitbekamen, wie er und seine Umwelt darauf reagiert.

Ich-Erzähler Phil berichtet überwiegend in Präsens. Obwohl ich Präsens nicht so gerne lese, habe ich hier erstmals festgestellt, dass es darauf ankommt, wie man die Erzählperspektive spannend verpackt. Erst nach der Hälfte des Buches ist mir der Schreibstil wirklich bewusst geworden.
Der Schreibstil gleicht dem typischen Jugendbuch Stil, der für eine Leichtigkeit sorgt, die mich regelrecht an das Hörbuch fesselte und dafür sorgte, dass ich es innerhalb weniger Stunden verschlang. Die Geschichte wird lebendig erzählt, hat aber trotzdem die richtige Tiefe an den passenden Stellen.

Was den Gesamteindruck der Geschichte betrifft, hatte ich überhaupt keine Erwartungen an die Geschichte. Als ich erfuhr, dass das Hörbuch von Rufus Beck gelesen wurde, war meine Vorfreude auf "Die Mitte der Welt" natürlich noch größer. Zudem begann mich auch die Geschichte zu überzeugen.
Sowohl die Hörbuchfassung als auch der Inhalt der Geschichte haben wunderbar miteinander harmoniert.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Er ist wieder da

Bild von Bastei Lübbe 
Steckbrief 

Name: Er ist wieder da (auch als Hörbuch in gekürzter Fassung erhältlich)
Autor: Timur Vermes
Verlag: Bastei Lübbe
Geeignet für: Menschen, die gerne satirisch humorvolle Bücher lesen
Gelesen oder gehört: gelesen als Taschenbuch
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Beschreibung 

(von Bastei Lübbe)

"ER IST WIEDER DA

DER ROMAN

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, dafür unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende startet er gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur, sondern erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und »Gefällt mir!«-Buttons.
Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Dieser Roman ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte."


Meine Meinung 

Schon als ich die gebundene Ausgabe des Buches im Laden gesehen habe, blieb mein Blick daran kleben. Das Cover sticht sofort ins Auge. Es ist weiß gehalten, nur die Frisur Adolf Hitlers ist schwarz darauf zu sehen. Zudem ist der Titel "Er ist wieder da" so platziert, dass man den Titel für den "fehlenden Hitlerbart" halten könnte.
Ich hatte das Buch gefühlte 5 Mal in den Händen, habe mindestens dreimal damit gespielt, mir das Hörbuch zu kaufen, welches von Christoph Maria Herbst gelesen wird, und habe mir schließlich die Taschenbuchausgabe des Romanes geholt. Aber nun ans eingemachte:

Schon allein des Einbandes wegen, bekommt das Buch von mir einen dicken Pluspunkt, da es neben den ganzen anderen Büchern definitiv auffällt. Auf dem Weg zur Kasse bemerkte ich dann lustigerweise, dass sich das Taschenbuch Cover sogar fühlen lässt. Normalerweise bin ich solche Besonderheiten nur von gebundenen Büchern gewöhnt, musste schmunzeln und dachte mir, dass ich blinden Freunden von mir jetzt endlich mal demonstrieren kann, wie der "Hitler Haarschnitt" liegt.

Schon nach den ersten Seiten dachte ich: "Das ist ja wie Obersalzberg bei Switch reloaded". Allerdings ließ die Wirkung sehr schnell nach.
Inhaltlich konnte mich das Buch größenteils leider überhaupt nicht überzeugen. Die Haupthandlung besteht darin, dass Hitler wie aus dem Nichts eines Tages auf einem verlassenen Grundstück auftaucht und sich in einer völlig neuen, unbekannten Welt wiederfindet. An sich eine interessante Grundidee, die viel Raum zur Handlung bietet. Wie reagiert der ehemalige Diktator? Möchte er die Macht wieder an sich reißen? Oder macht er sich jetzt ein schönes Leben?

Ich hatte den Eindruck, dass die Handlungsstränge nur mäßig miteinander verknüpft waren. In manchen Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass es sich mehr um kleine Episoden handelt, wie z.B. der ehemalige Führer, der das Münchener Oktoberfest besucht. Diese kleinen Geschichten hatten aber keinen Einfluss auf den Fortgang der Rahmenhandlung.

Andererseits plätscherte die Geschichte doch irgendwie vor sich hin und kam somit voran. Über den Sinn des Inhaltes lässt sich aber streiten. Aus meiner Sicht war ein Ziel nicht wirklich erkennbar. Nachdem Hitler feststellte, dass der Krieg verloren war, die Ausländer Deutschland bevölkerten, wäre aus meiner Sicht, die nächstbeste Reaktion gewesen, sich möglichst schnell Anhänger zu suchen und diesen Zustand zu ändern und für ein scheinbares geordnetes System zu sorgen. Allerdings gibt er sich mit einem Posten beim Rundfunk in einer Sendung eines "Witzgürs" zufrieden und erhebt keinerlei Machtansprüche. Das war aus meiner Sicht die absolut größte Unlogik.

Was die Charaktere betrifft, haben diese oft nicht über ihren Horizont hinaus gedacht, was bei mir anfangs für große Frustration sorgte. Sämtliche Situationen wurden von dem Missverständnis getragen, dass man Hitler für einen perfekten Schauspieler hielt, der seine Rolle in keinem Moment ablegt, Hitler hingegen einfach er selbst ist und das Leben nimmt, wie es kommt. Allerdings gab es hier und da Möglichkeiten, die Situation aufzuklären, wie beispielsweise ein Gespräch zwischen ihm und seiner Vorgesetzten, indem sie ihn scherzhaft darauf hinweist, er möge doch aufpassen, nicht, dass man ihn eines Tages noch ernst nehme. Gerade an dieser Stelle hätte ich damit gerechnet, dass er entgeistert nachhakt und wissen will, ob man ihn momentan denn nicht ernst nehme. Schließlich kann es ja nichts Schlimmeres für einen Führer geben, der vom Volk belächelt wird. Aber diese Situation verlief aus meiner Sicht ins Leere.

Obwohl die Charaktere vergleichsweise flach waren, gab es doch die ein oder anderen unterhaltsamen Momente. Beispielsweise gehörte die neue Sekretärin des "Youtube Stars", Fräulein Krömeier, zu meinen absoluten Lieblingen, da sie der Geschichte mit ihrer Berliner Schnauze wirklich Pepp verliehen hat.

Zu Beginn der Geschichte, dachte ich beim Schreibstil sofort an die, wie oben bereits beschriebene, Obersalzberg Switch Version. In der Erzählperspektive kommt der Autor von einem ins andere, was anfangs wirklich unterhaltsam ist, mir aber zunehmend auf die Nerven ging. Oft konnte ich nicht erkennen, worauf der Autor hinaus wollte, manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass er anstatt von A nach B zu gehen, Ausschweifungen über C und D machte, die für mich oft auch nicht zur Geschichte passten. Das sorgte dafür, dass ich begann die meisten Abschnitte zu überfliegen.

Einen großen Pluspunkt bekommt das Buch aber aufgrund seiner Dialoge. Wie oben schon beschrieben, wird die Geschichte von dem Missverständnis getragen, dass es sich ja nicht um den "echten Hitler" handelte. Dies sorgt für allerhand unterhaltsame Dialoge, die mich hier und da wirklich zum schmunzeln brachten und dafür sorgten, dass ich das Buch nicht abbrach. (Zudem interessierte mich natürlich auch, ob und wann der ehemalige Führer einer neuen Partei beitrat).

Was den Gesamteindruck betrifft, hatte ich mir wirklich mehr von dem Roman erhofft. Oft hatte ich das Gefühl, dass der eigentliche Witz nicht ganz bei mir ankam. Allerdings sorgte die Figur des Hitlers dafür, um indirekte Gesellschaftskritik, wie die zunehmende Globalisierung, zu vermitteln, was mir wirklich gut gefiel. Für ihn schien es, verständlicherweise keinen Sinn zu ergeben, warum der Herr Starbuck seinen Kaffee nicht selber kochte, bzw. wo sich dieser überhaupt aufhalte, da es in Berlin ja nur so von seinen Läden wimmelte.

Zudem hatte ich auch das Gefühl, dass die Geschichte nicht von vorne bis hinten durchdacht war. Was mich besonders störte: Das Buch hört da auf, wo annähernd für Provokation gesorgt wird. Aber es ist auch schwierig sich einem ernsten Thema humorvoll und satirisch zu nähern, ohne in plumpe Wortwitze abzudriften und Grenzen zu überschreiten.

Ein Großteil meiner Kritikpunkte kann wahrscheinlich mit der gekürzten Hörbuchfassung vermieden werden. Diese wird zum einen von Christoph Maria Herbst gelesen, was bedeutet das Unterhaltung definitiv vorprogrammiert ist, zum anderen ist der Inhalt wie gesagt gekürzt und Situationen, die nicht wesentlich für die Geschichte sind, werden hierbei weggelassen.

Abschließend kann ich sagen: Bei diesem Buch scheiden sich die Geister. (Oder so ähnlich).

Freitag, 13. Februar 2015

Ge(h)fragt - Frau Korte vom Hörverlag


(Bild von der Hörverlag

Die Homepage des Hörverlages - KLICK
Der Hörverlag bei Facebook - KLICK


Emma fragt - Frau Korte 
Mitarbeiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Hörverlags 


Liebe Frau Korte, herzlich willkommen in den Ge(h)Schichten. Sie arbeiten in der Abteilung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hörverlages. Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag aus? Gibt es diesen überhaupt?

Im Vordergrund einer jeden Verlags-Presseabteilung stehen selbstverständlich der Kontakt zu Journalisten und die Beantwortung unterschiedlichster Anfragen rund um unsere Hörbücher, unsere Autoren und Sprecher. Da der Journalismus aber immer tagesaktuell arbeitet, muss man oft spontan reagieren und seine Tagespläne umschmeißen. Besonders hektisch wird es dann rund um die Buchmessen.


Welcher Aufgabenbereich interessiert Sie am meisten? Gibt es auch Tätigkeiten, die bei Ihnen und Ihren Kollegen eher unbeliebt sind?

Die Arbeit in einer Presseabteilung unterscheidet sich in diesem Punkt kaum von anderen Arbeitsstellen: es gibt viel Routine, viele eingespielte Arbeitsvorgänge die leicht von der Hand gehen, aber auch spannende Projekte und besondere Titel, die diese Routine durchbrechen. Da wir eine kleine Abteilung sind, müssen wir flexibel alle Tätigkeiten übernehmen – ob beliebt oder unbeliebt.


Was macht den Hörverlag Ihrer Meinung nach aus?

Den Hörverlag macht für mich persönlich vor allem sein tolles Mitarbeiterteam aus – angefangen von unserer Verlegerin Claudia Baumhöver bis hin zu unseren Aushilfen. Und dieses Team schafft es immer wieder neue, umfangreiche Programme mit tollen Sprechern und Produktionen auf die Beine zu stellen, die für jeden Hörbuch-Fan etwas bereithalten.


Hand aufs Herz: Haben Sie selbst ein paar Exemplare aus dem Hörverlag in Ihrem Bücherregal stehen? Wenn ja welche Romane gefallen Ihnen besonders?

Klar habe ich einige unserer Produktionen im Regal stehen! Zugegeben meist von männlichen Sprechern gelesen, oder wunderbare alte Hörspiele. Mein Favorit bisher: Die „Schauergeschichten“, gelesen von Rolf Boysen, Manfred Zapatka und Sibylle Canonica.


Welche Ausbildung haben Sie absolviert um in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit arbeiten zu können?

Viele Wege führen in die Verlagswelt – meiner führte über ein Studium (Politologie/ Neuere und Neueste Geschichte/ Skandinavistik), Praktika und über ein einjähriges Volontariat, hier in der Presseabteilung.


Wie wird aus einer Printausgabe ein Hörbuch / Hörspiel? Wie lange wird produziert und welche Schritte müssen hierbei getan werden?

Die Umsetzung von Printausgaben umfasst mehrere Schritte, die je nach Umsetzungsart stark variieren können und mal mehr, mal weniger Zeit in Anspruch nehmen. Meine Kollegin aus dem Lektorat hat die wichtigsten einmal kurz zusammengefasst:

- Festlegen der Umsetzungsform (Komplettlesung, gekürzte Lesung, Hörspiel, Live-Mitschnitt usw.)

- Zusammenarbeit mit einem Textbearbeiter bzw. Textkürzer

- Suche eines passenden Regisseurs: er muss den Sprechern helfen, wenn sie eine Rolle nicht mehr richtig treffen, Fehler machen usw.

- Auswahl der Sprecher meist in Absprache dem Autor

- Auswahl des Musikers (bei Hörspielproduktionen); die Musik soll untermalen, ergänzen, Atmosphäre schaffen

- Mischung der Aufnahmen: Die Sprecher gehen heutzutage meist einzeln ins Studio und am Schluss werden die Szenen in der Mischung erst zusammengefügt

- Betreuung der Produktion im Studio

- Endmischung und Fertigstellung des Masters

- Überprüfung des Masters durch den Regisseur und uns

- Endabnahme dann bei uns im Verlag

- Nicht zu vergessen: die Arbeit unserer Grafik und unserer Herstellung bis zum fertigen Hörbuch


Nach welchen Kriterien wird beschlossen, ob aus einer Printausgabe ein Hörbuch / Hörspiel wird?

Aus der Fülle von 80.000 Buchnovitäten im Jahr und aus 4.000 Jahren Literaturgeschichte zu selektieren, darin liegt die Herausforderung für unser Lektorat. Zielgruppengerechte Auswahl, Ausgewogenheit, literarische Qualität und die Eignung für die akustische Umsetzung gehören zu den ausschlaggebenden Kriterien, die bei der Diskussion über jedes einzelne Projekt und schließlich die endgültige Programmzusammenstellung herangezogen werden. Die Kriterien dafür lassen sich zusammenfassen:

- Literarische Qualität: Wollen wir das im Programm haben?

- Umsetzungsmöglichkeit: Eignet sich der Text überhaupt fürs Hörbuch?

- Vermarktbarkeit: Gibt es für den Stoff eine Zielgruppe?

- Veröffentlichungs-Zeitpunkt: Parallel zur Buchausgabe, oder nicht?


Wer entscheidet darüber, ob das Hörbuch ganz oder in einer gekürzten Fassung erscheint?

Hier spielen unterschiedlichste Kriterien mit rein. Angefangen bei den Wünschen des Autors, der Länge des Textes, der Machbarkeit der Umsetzung, kalkulatorische Gesichtspunkte bis hin zum Literaturgenre selbst und den Vorlieben der Hörer. All das spielt im Vorfeld eine große Rolle bei den Überlegungen unseres Lektorats.


Was wird bei einer gekürzten Fassung weggelassen?

Bei der Bearbeitung bzw. Kürzung kann z. B. „er sagte laut“ gestrichen werden und nur in Form einer Regieanweisung szenisch umgesetzt werden.


Worin besteht der Unterschied zwischen „gekürzter“ und „autorisierter“ Fassung?

Hier gibt es keinen Unterschied. Wir lassen jede gekürzte Fassung entweder vom Autor oder vom Buchverlag autorisieren.


Nehmen die Autoren die Kürzungen selbst vor?

Manche Autoren nehmen selbst die Kürzung des Textes vor, wie z. B. Ulla Hahn „Spiel der Zeit“. Dadurch fällt natürlich die Autorisierung der Kürzung für unser Lektorat weg. Andere deutschsprachige Autoren, wie z. B. Frauke Scheunemann kürzen ihre Romane nicht, sondern bekommen von uns eine von uns gekürzte Version zur Freigabe vorgelegt.


Vertont der Verlag ausschließlich Hörbücher / Hörspiele von denen es eine gedruckte Printversion gibt, oder werden auch eigene Produktionen veröffentlicht?

Der Hörverlag übernimmt, neben den Eigenproduktionen, einen Teil der Titel fertig produziert von verschiedenen Rundfunkanstalten, mit denen er in engem Kontakt steht. Diese Titel werden von den Rundfunkanstalten, wie zum Beispiel dem BR, dem HR, dem WDR, dem SWR oder dem Deutschlandradio alleine oder in Koproduktion mit dem Hörverlag produziert und laufen zunächst, meist in mehreren Folgen, im Radio. Umfangreiche Hörspielproduktionen mit einer langen Produktionsdauer wären ohne die Rundfunkanstalten nicht möglich. So wäre z. B. die größte Hörspielproduktion der Radiogeschichte, „Otherland“ von Tad Williams mit insgesamt 250 Sprechern ohne den Hessischen Rundfunk nicht zu verwirklichen gewesen.

Neben den Senderproduktionen gibt es aber auch sogenannte Eigenproduktionen. Bei diesen übernimmt der Hörverlag selbst die Bearbeitung des Textes, die Auswahl der Sprecher, die Regie, betreut die Studioaufnahmen und lässt die Aufnahme technisch bearbeiten. Die Eigenproduktionen sind meistens Lesungen. Einige Autoren, wie z.B. Jan Weiler, entwickeln für uns jedoch auch Originalhörspiele, zu denen es keine Buchausgabe gibt. In einigen Fällen wird sogar die Hörbuchversion zur Grundlage eines Buches, wie bei „Unterwegs in der Geschichte Deutschlands“, das originär nur als Hörbuch vorlag.


Dürfen sich die Autoren die Sprecher ihrer Werke selbst aussuchen, oder entscheidet dies der Verlag?

In erster Linie gibt immer der Text selbst die entscheidenden Faktoren für die Sprecherwahl vor: Wie viele Figuren gibt es? Welches Alter haben die Figuren, welches Geschlecht? Ist der Sprecher in einem Genre etabliert? Wie ist die Kondition bei langen Aufnahmezeiten? Natürlich besprechen wir zudem mit den Autoren, Buchverlagen und Sendern die Besetzung und sind auch offen für alle Vorschläge der Autoren. Im besten Fall decken sich die Vorstellungen unseres Lektorats beim Lesen mit den Vorstellungen des Autors beim Schreiben.


Wie wird man Hörbuchsprecher?

Voraussetzung bei uns ist eine Schauspielausbildung, so arbeiten wir z. B. eng mit den Schauspielern der Münchner Theater zusammen. Aber auch Sprecher, die nie vor der Kamera oder auf der Bühne stehen, können großartige Sprecher werden – allen voran die professionellen Synchronsprecher bekannter Hollywoodstars.


Werden unangefragte Manuskripte berücksichtigt?

Alle eingereichten Manuskripte werden natürlich im Lektorat auf eine mögliche Umsetzung ins Hörbuch geprüft. Die meisten Manuskripte erreichen uns allerdings bereits geprüft durch unsere Kollegen der Buchverlage.

Nun möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben meinen Fragekatalog zu beantworten!

Donnerstag, 12. Februar 2015

Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Bild von amazon
Steckbrief
Name:
 Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Autor: Peter Hoeg
Verlag: rowohlt Verlag
Geeignet für: ab 16, für Menschen, die gerne Krimis lesen

Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" von Peter Hoeg, erschienen im Rowohlt Verlag)


"Im Kopenhagener Hafenviertel stürzt der sechsjährige Junge Jesaja vom Dach und stirbt. Die Behörden halten es für einen Unfall, aber die junge arbeitslose Naturwissenschaftlerin Smilla Q. Jaspersen – die wie Jesaja aus Grönland stammt und im gleichen Haus wohnt – vermutet aufgrund der Spuren Jesajas im Schnee auf dem Dach einen Mord ..." .


Meine Meinung

Zum Film:
 Hier muss ich mit diesem Punkt anfangen, da ich zuerst die Buchverfilmung gesehen habe. Normalerweise ist es ja so, dass die Verfilmungen von Büchern meist schlechter sind. Hier ist meiner Meinung nach, das Gegenteil der Fall. Der Film schafft es den roman gut zusammenzufassen, ohne wesentliche Stellen zu kürzen. Er hat mir im Vergleich zum Buch sehr gut gefallen. 


Zum Buch: Das Buch hab ich mehr zufällig in die Hände bekommen. Da ich nichts zu lesen hatte, beschloss ich es anzufangen und habe mich ehrlich gesagt eher durchgequält. Im Buch wird viel Fachsprache verwendet und Seiten lang über Spekulationen bzw. über Naturphänomene philosophiert. Stellenweise wurde es mir da echt zu langweilig. Allerdings fand ich die Charakterbeschreibungen interessant. Hoeg versteht sich darauf vieles zwischen den Zeilen mitzuteilen. Während Smilla nach Außen hin die Starke markiert, kommt ihre schwache Seite durch, wenn sie Abends allein in ihrer Wohnung sitzt. Hier wird klar, dass auch sie Probleme und einige Themen noch nicht verdaut hat. 

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Freitag, 6. Februar 2015

Passagier 23

Bild von Bastei Lübbe
Steckbrief

Name: Passagier 23 (auch als Buch erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: audible / Bastei Lübbe
Geeignet für: Fitzek-Fans, oder Menschen, die gerne Psychothriller lesen
Gelesen oder gehört: gehört als vollständige Fassung
Sprecher: Simon Jäger
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(Inhaltsangabe von Bastei Lübbe

"Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es passierte während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff Sultan of the Seas – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der Sultan kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. …"


Meine Meinung 

Vorab möchte ich erst einmal von den Schwierigkeiten berichten, an eine ungekürzte Hörbuchfassung von "Passagier 23" zu kommen. Wen das also nicht interessiert, kann diesen Abschnitt getrost überspringen.
Die Hörbücher von Sebastian Fitzek werden von Bastei Lübbe in Zusammenarbeit mit audible produziert. Die ungekürzte Fassung gibt's bei audible, oder bei iTunes, eine gekürzte Ausgabe ist im Buchhandel erhältlich. Was die gekürzte Fassung von der ungekürzten unterscheidet: Es werden nicht nur Satzendungen, wie beispielsweise "sagte er wütend", sondern auch inhaltliche Kürzungen vorgenommen.
Nachdem ich von "Noah" so enttäuscht war, weil ich den Eindruck hatte, dass zu viel auf einmal passierte und weder Leser noch der Protagonist der Geschichte zur Ruhe kommen konnten, wollte ich mir den neuen Roman unbedingt in ungekürzter Fassung besorgen.
Wer nicht in Besitz eines amazon, audible, oder iTunes Accounts ist, kann das schlicht und ergreifend vergessen, muss hoffen, dass man das Buch von interessierten Freunden bekommt, oder sollte über einen Download *hust* nachdenken. Jedenfalls habe ich mir das Hörbuch über iTunes gekauft, hatte aber mit dem appletypischen m4p Format zu kämpfen, welches natürlich auch nur von iTunes abgespielt werden konnte. Fakt ist: Einen praktikablen Converter habe ich nicht gefunden, sodass ich das Hörbuch schließlich mit dem iTunes Player gehört habe. (Vorteil des Players: Er hat eine Art Daisyplayer Funktion und merkt sich, an welcher Stelle man aufgehört hat). Ich fand es aber ziemlich frustrierend, dass ich nicht einfach in den Laden gehen und mir eine ungekürzte Hörbuchfassung kaufen konnte. Daher ziehe ich hier auch einen halben Punkt ab. Nun aber zum wesentlichen:

Weswegen ich unbedingt das Hörbuch haben wollte: Es wird von Simon Jäger gelesen. Simon Jäger und Fitzek-Romane sind fast, wie Rufus Beck und Harry Potter. Es passt einfach wie die Faust aufs Auge. Obwohl er die Geschichte vergleichsweise schlicht liest, wird trotzdem die ganze Tragweite des Romanes deutlich. Ich hatte keine Mühe mich in die Hauptpersonen hineinzuversetzen. Gerade Jägers Interpretation von Gerlinde Dobkowitz haben mir sehr gut gefallen.

Inhaltlich treffen wir hier auf das scheinbare Fitzek Protagonisten Klischee: Martin Schwartz hat seine Frau und den gemeinsamen Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff verloren. Er konnte den Tod der beiden nie wirklich verdauen und überlegt deswegen nicht lange, als man ihn mit neuen Details zurück an Bord lockt. Obwohl es wie ein Klischee wirkt, ist diese Geschichte wieder einmal völlig anders, als die bisherigen Romane.

Die Handlungsstränge sind sehr gut miteinander verknüpft. Während ich bei "Noah" das Gefühl hatte, von vielen Handlungssträngen umgeben zu sein, deren Verknüpfung oft unrealistisch ist, oder ins Leere verläuft, wurde die Handlung hier um einen engen Kreis gesponnen und konzentrierte sich ausschließlich auf die Personen an Deck. Hier und da hatte ich noch mit einer tieferen Verstrickung gerechnet, war aber keinesfalls enttäuscht, als die ein oder andere meiner Ideen nicht zutraf.

Gerade die unterschiedlichen Charaktere von "Passagier 23" haben mir sehr gut gefallen. Von der Thriller Autorin Gerlinde Dobkowitz, die viele Jahre ihres Lebens damit verbrachte, das "Bermuda Deck" des Kreuzfahrtschiffes zu finden und immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, über eine alleinerziehende Mutter, die gemeinsam mit ihrer Tochter ein paar schöne Tage auf dem Schiff verbringen und etwas Abstand gewinnen möchte, bis hin zu dem ein oder anderen Charakter, der später eine wichtige Bedeutung bekommen sollte, war für Spannung gesorgt. Besonders gut hat mir ein Kollege von Schwartz gefallen, der wichtige Rechercheaufgaben an Land übernahm und den Protagonisten mit guten Informationen versorgte. Hier musste ich ein bisschen an diesen Computer-Freund der Serienfigur "Kim Possible" denken. (Obwohl ich höchstens zwei Folgen der Serie gesehen habe).  Allerdings muss ich auch sagen, dass ich hier und da früher als unser Protagonist auf die Lösung eines Rätsels kam, was mich dann doch etwas erstaunte.

Gerade die verschiedenen Erzählperspektiven haben die Geschichte lebendig gestaltet. Normalerweise ist es bei gut verstrickten Büchern so, dass der ein oder andere Strang bis zuletzt offen und es dem Zuschauer überlassen bleibt, wie dieser endet. Hier wurden aber beinah alle Stränge und offene Fragen beantwortet, was mich ebenfalls beeindruckt hat.

Schon nach der ersten Minute war die Freude über den alt bekannten Schreibstil groß. Vorallem die Dialoge in den Fitzek-Romanen gefallen mir sehr gut. Sie haben genau die richtige Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz. Gerade durch die verschiedenen Charaktere hat der Autor auch eine gewisse Vielfalt bewiesen, da jeder Charakter seine eigene Art mitbrachte, die Geschichte zu erzählen.

Anfangs dachte ich, mich in einer oberflächlichen Geschichte wiederzufinden. Glücklicherweise merkte ich, nach Betreten des Kreuzfahrtschiffes, dass ich mich geirrt hatte.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir "Passagier 23" von den letzten drei Fitzek Romanen mit Abstand am besten gefallen hat. Ich hatte hier nicht das Gefühl, dass irgendwelche Thriller- oder "Mainstream" Klischees bedient werden müssen, sondern einfach ein Roman erzählt werden kann. (Zudem hatte ich bei den letzten beiden Romanen den Eindruck, dass nach Rezept geschrieben wird).
Ich war sehr erfreut, dass auch die Danksagung bei der Hörbuchfassung enthalten war. (Die ist bei so gut wie allen Hörbüchern gestrichen). Ich kann für mich festhalten, dass Psychothriller von Sebastian Fitzek ausschließlich in ungekürzter Fassung funktionieren können.

Dienstag, 3. Februar 2015

Liebster Blog Award vom Hexenkater!

Ein herzliches Hallo und willkommen,
gerade eben komme ich glücklich und zufrieden von meiner mündlichen Prüfung (was es damit auf sich hat, könnt ihr bei Facebook nachlesen, ich muss ja mal etwas konsequente bewusste Schleichwerbung betreiben :-) aber zurück zum Thema) und finde eine Email zum "Liebsten Blog Award" im Postfach.
Der ein oder andere mag meine Einstellung zu diesen ganzen TAG / Award Geschichten kennen... Ich bin hierbei immer sehr vorsichtig, weil es für mich oft etwas von Mainstream hat. Man bekommt einen Award hingeklatscht und der Schenker ist sich oft gar nicht darüber im Klaren auf welcher Seite er sich gerade befindet, möchte Werbung für sein Produkt hinterlassen und verschwindet dann wieder so schnell, wie er gekommen ist und ward (hehe) nie wieder gesehen.

Über die Email von Mie und Platti, die über das Leben des Hexenkaters berichten, habe ich mich sehr gefreut. Zum einen, weil sie sich die Mühe gemacht haben, mir eine Email zu schreiben, zum anderen, weil ihnen mein Blog so gut gefällt, dass sie ihn bewerben wollen. Nicht zu vergessen, haben sie Worte gefunden, das zu beschreiben was Ge(h)Schichten vermitteln soll.
Deswegen mache ich sehr gerne bei der Aktion mit.

UPDATE: 

Das kommt davon, wenn man Blogbeiträge nicht zu Ende liest. Ich habe die falschen Fragen beantwortet. Da ich die Romane aber nicht löschen will, könnt ihr euch jetzt aussuchen, welche Antworten ihr euch lieber durchlesen wollt...

Die Regeln 

1. Verlinke mich in deinem Blog.
2. Nominiere 11 neue Blogger, die weniger als 200 Follower haben.
3. Beantworte die Fragen und veröffentliche sie auf deinem Blog.
4. Überlege dir 11 Fragen, die deine nominierten BloggerInnen anschließend beantworten dürfen.
5. Informiere deine "Auserwählten" über ihr Glück.

Die Fragen... 

und meine Antworten 

1. Lieber Bus oder Bahn? 

Kommt auf das Ziel an. Wenn ich die Wahl zwischen Regionalexpress und Fernbus habe, bevorzuge ich beispielsweise die Bahn. Im Nahverkehr muss ich nämlich kein Geld zahlen, habe dazu, je nach Strecke, mehr latz als im Fernbus...

Wenn es um kurze Strecken geht, ist es mir fast egal, ob ich Bus oder Bahn fahre. In dem Bus, den ich in Richtung Innenstadt nehme, ist oft wenig los, sodass es keine Sitzplatz Engpässe gibt. Ich habe allerdings einmal in einer Bussstadt (wow drei s) gelebt, in der es hier und da schon mal sehr kuschlig wurde, weswegen Freunde von mir lieber zu Fuß gelaufen sind. (Bei mir siegt die Faulheit).

2. Zuhause bleiben oder die Welt erkunden? 

Hier müsste erst einmal erkunden definiert werden. An sich bin ich dafür, neue Dinge zu entdecken, allerdings finden diese in einem für mich schaffbaren Rahmen statt. Für mich ist es beispielsweise schon ein Act alleine nach Frankfurt auf die Buchmesse zu fahren. Nicht behinderte Menschen definieren "entdecken" als "fremde Länder" bereisen. Mir reicht Deutschland da vollkommen.
Allerdings habe ich auch nichts gegen gemütliche Sonntage bei guter Lektüre. Die richtige Mischung macht's in dem Fall.

3. Was ist für dich das Tolle am Bloggen? 

Früher war es schön zu wissen, dass andere das, was man schreibt interessiert. Mittlerweile blogge ich, weil ich lernen möchte, mich besser auszudrücken, meine Gedanken auf den Punkt zu bringen und mich "literarisch" hier und da auch etwas weiterzuentwickeln. Wenn mich meine Leser auf diesem Weg begleiten wollen, freue ich mich natürlich sehr darüber, merke aber, das mir die neue Zielsetzung hilft, dran zu bleiben, weil ich so nicht mehr abhängig von kommentierenden LEsern bin.

4. Schaust du Casting Shows? (Na ihr habt Fragen...) 

Wenn ich ehrlich bin ja! Meine Favorit war früher die Castingshow "Popstars", weil man da im Gegensatz zu DSDS mitbekommen hat, wie geprobt wird und wie sich die Kandidaten entwickeln. Zudem wurde dort nicht ein Künstler, sondern eine ganze Band gesucht. Allerdings haben mir die wenigsten Musikstile gefallen und ich hab mir die Alben oft nur gekauft, weil ich ein Fan von den Menschen war :-).
Dann kam "Voice of Germany". Hier gefällt mir gerade, dass die Liebe zur Musik betont wird. Auch wenn ich mittlerweile das Gefühl habe, dass es hinter den Kulissen ganz schön zur Sache geht.

(DSDS gehört ab und an - ok fast jeden Samstag - zum Abendprogramm, allerdings kann auch gut drauf verzichtet werden, wenn ein guter Film läuft, oder was mit FReunden geplant ist).

Allerdings finde ich es auch schade, dass immer mehr Castingstars auf den Markt geschwemmt und mit der Vorstellung, wie sie als Künstler zu sein haben an die Masse angepasst werden.
Ich fänd es viel interessanter, wenn eine Castingshow bisher bestehende Bands entdeckt, wie beispielsweise Schülerbands, oder Hobbymusiker und gemeinsam deren Stil entdeckt. Ich hatte die Hoffnung, dass dies bei den Gewinnern von RTL unerfolgreichster Castingshow "Rising Star" der Fall sein würde, aber auch hier ging es nur ums Geld, sodass die Band leider nicht mehr existiert.

5. Wie reagiert dein Umfeld aufs Bloggen? 

Sehr unterschiedlich. Meine Co-Autorin beispielsweise, hat Schwierigkeiten zu bloggen, weil sie findet, dass das Netz dadurch auch mit unnützem Wissen a la "Ich geh aufs Klo"- Posts zugespammt wird. Eine andere Freundin bezeichnet es als seltenes Hobby, weswegen der Austausch fehlt.
Verwandte und Freunde, die ab und an über die Beiträge stolpern, die ich auf meiner Facebookseite poste, finden, dass ich gut schreibe und schauen gern vorbei.

6. Was ist dein Ziel im Leben? 

Immer diese Fragen, auf die ich mit Romanen antworten könnte. Gerade heute habe ich mir wieder darüber GEdanken gemacht und versuche es mal kurz zusammenzufassen:

Zum einen ein selbstständiges Leben zu führen, aber auch ein gutes soziales Netz um sich zu haben, dass sich auch in derselben Stadt befindet und das man somit regelmäßig sehen kann.

7. Geht es dir um den Weg oder das Ziel? 

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Ziele in manchen Bereichen icht erreicht werden können und es für mich darum geht, einfach zu laufen und zu schauen, wohin mich der Weg führt.
Andererseits brauche ich z.B. wenn es um das Lernen für die Hochschule geht, eine ganz klare Motivation und ein Ziel, dass mir sagt, was ich mit dem Abschluss erreichen will.

8. Was ist deine Lieblingszeitschrift? 

Seit ich das Internet für mich entdeckt habe, lese ich keine Zeitschriften mehr. Früher habe ich gern das GZSZ Magazin schon allein wegen der Folgenvorschau und hier und da einem Interview gelesen.

9. Hast du eine Konsole? 

Da muss ich an eine gute Freundin von mir denken, die ich mit SingStar infiziert habe :-). Meine Familie ist in Besitz einer Playstation 2, allerdings hat sich mein Bruder jetzt auch das 4er Modell gegönnt. Ich selber spiele höchstens Onlinespiele und nutze die Playstation für Singstar Abende.

10. Magst du eher niedliche oder brutale Sachen? 

Kommt auf die Sachen an. Beispielsweise hat für mich der Film "Sweeney Todd" aufgrund der Musik einen harmonischen Touch bekommen, obwohl ganz schön gemordet wurde.

11. Wie kamst du zum Bloggen? 

Ich habe den Roman "Sturz der Titanen" von Ken Follett gelesen. Es war eines der vielen Bücher, die mir total gut gefallen haben. Jedoch bestand mein Bekannten- Freundeskreis nicht wirklich aus Leseratten. Deswegen dachte ich, dass ich es mal mit einem Bücherblog probieren sollte. Vielleicht findet sich da die Möglichkeit zum Austauschen.

Fragen die zweite... 

1. Woher hast die Idee für deinen Blog?

Siehe oben Frage 11 :-)

2. Wo für kannst du dich ganz einfach begeistern?

Für die kleinen Dinge im Leben. Manchmal bin ich von einem einfachen Zitat ganz angetan, manchmal auch von einem guten Prüfungsergebnis.

3. Was willst du von der Welt sehen?

Auch diese Frage habe ich indirekt schon beantwortet. Für mich muss es keine aufwendige Auslandsreise sein. Ich binb auch schon mit einer Fahrt nach Frankfurt zur Buchmesse, oder einem tollen Konzertbesuch vollkommen zufrieden.

4. Nimm an, du wärst unabhängig von Zeit und Raum. Welches Haustier würdest du dir anschaffen?

Darüber muss ich gar nicht nachdenken. Katzen an die Macht! Katzen sind einfach genial. Allerdings habe ich in den letzten Jahren auch Hunde zu schätzen gelernt :-).

5. Fleisch, Gemüse oder Nachtisch?

Meine alte Schule hat es geschafft, mir das Fleisch ordentlich zu vermiesen und mich zum Hobbyvegetarier zu erziehen. In dem Fall: Gemüse und natürlich Nachtisch.
Zitat Co-Autorin emion: "Für Eis ist immer Platz".

6. Wie würdest du deinen modischen Geschmack beschreiben?

Als schlicht...?

7. Wie kalt dürfte für dich der Winter höchstens sein?

Ich finde Minusgrade gar nicht mal so schlimm. Natürlich ist es kalt, aber gerade das macht ja den Winter aus. Ich mag es ab und an im Schnee spazieren zu gehen. Besonders das knartschende Geräusch, wenn man auf dem Schnee herumläuft finde ich genial. Wenn es also Plusgrade gäbe, wäre Schnee physikalisch wohl kaum möglich. Außer natürlich wir hätten einen Zauberstab...

8. Welche Speise würdest du niemals probieren, auch wenn sie dir soeben auf silbernen Tellern serviert worden wäre?

Die Delikatessen aus dem Dschungel...

9. Stell dir vor, dein Lebenstraum wäre ein Buch. Welchen Titel gibst du ihm?

Ich weiß noch nicht, wie mein Bestseller heißen wird, aber ich arbeite daran...

10. Was, wer oder welche Situation hat dich zum ersten Mal so richtig beeindruckt?

Da gibt es viele... Eine konkrete fällt mir gerade nicht ein...

11. Was hast du dir im Alter von neun Jahren zu Weihnachten gewünscht? 

Bücher...? Spielsachen...? Ich befürchte allerhand Sachen, die in der SuperRTL Werbung gezeigt wurden und von mir nachher einmal in die Hand genommen und danach unbeachtet in der Ecke herumlagen.


Meine Nominierungen 

Dazu möchte ich sagen, dass es sehr wenige Blogs gibt, die ich regelmäßig besuche. Meine Lieblingsbloggerin kann ich hier leider nicht nominieren, da sie mittlerweile eine ziemlich große Fanbase hat. Aber auch die hier verlinkten Blogs besuche ich unregelmäßig aber gerne.

Eulenzauber: 
Eine ehemalige Klassenkameradin und Freundin von mir, bekannt unter dem Pseudonym Eule, hat sich ebenfalls unter die Buchblogger begeben. Sie rezensiert aber nicht nur, sondern berichtet auch über ihre Erfahrungen in der Ausbildung, lässt ihren Freund hier und da rezensieren und von Lesungen berichten...

The Blog Bag: 
Hier handelt sich um ein Blog-Magazin dem unbedingt mehr Beachtung geschenkt werden soll. Es gibt Berichte in den unterschiedlichsten Themenbereichen. So stehen nicht nur technische Tipps, sondern auch Kreatives, wie DIY oder Produkttester Artikel auf dem Programm.

Thrillertanes Buchblog
Thriller gehören zu meinem Lieblingsgenre. Daher liegt es ziemlich nahe, dass ich mich hier und auch auf Thriller Blogs tummle. Wer Thriller liebt, sollte sich einmal genauer anschauen, was die Tante so rezensiert :-).

Bitte nicht füttern 
Diesen Blog habe ich im Rahmen meines Schreibmarathons entdeckt. Joanas Texte gefallen mir wahnsinnig gut. Es ist erstaunlich, wie viel sie wahrnimmt und wie sie das Erlebte in die richtigen Worte packen kann.

Kielfeder
Mit einem Bericht über ihre Ausbildung beim Ullstein Verlag hatte Ramona mein Interesse geweckt und ich beschloss regelmäßig auf ihrem Blog vorbeizuschauen. Auch hier finden sich, wie kann es nicht anders sein, Rezensionen und allerhand Infos rund ums Buch.

Thinking Movements 
Diesen Blog habe ich auf einer Reise mit dem Blog-Zug entdeckt. Auch hier lassen sich interessante Gedanken und Sichtweisen auf das Leben wiederfinden.

Meine Fragen 

1. Was macht deinen Blog aus?

2. Was gefällt dir beim bloggen am besten?

3. Welche Hobbies hast du neben dem Bloggen?

4. Welche Bücher dürfen in deinem Regal auf keinen Fall fehlen?

5. Wo wolltest du schon immer einmal hinfahren?

6. Welche Buchverfilmung hat dir am besten gefallen?

7. Was war das schlechteste Buch, dass du je gelesen hast?

8. Was machst du lieber? Lesen oder Bloggen?

9. Der Klassiker: eBook oder Buch?

10. Wie sollte dein schönster Tag aussehen?

11. Was hältst du von Award Nominierungen?


In diesem Sinne... 

freue ich mich über die Nominierung und wünsche euch einen schönen Abend.

Sonntag, 1. Februar 2015

Schreibmarathon Fazit Januar 2015




ZAHLEN UND FAKTEN

Ziel des Monats: 6200
Wörter geschrieben: 3967
Minuswörter: 2233
Im Plus: 3486
Nächstes Ziel: 5600

ZU LESENDE ERGEBNISSE 

Leider war ich in diesem Monat nicht gerade sehr produktiv. Zudem habe ich nicht ordentlich festgehalten, welche Beiträge gezählt wurden und welche nicht. Mittlerweile schäme ich mich beinahe, wenn ich Wörter für eine Rezension, oder einen Blogbeitrag zähle, aber mit meiner eigenen Geschichte überhaupt nicht voran komme.

MEINE EINDRÜCKE 

Der Januar ist wahnsinnig schnell vergangen. Irgendwann zwischen Prüfungsvorbereitungen und wieder gesund werden, ist mir aufgefallen, dass ich es wieder nicht geschafft habe, die gestellte Aufgabe zu bearbeiten.
Ich freu mich also wahnsinnig auf die Semesterferien, weil dort sowohl Hausarbeiten als auch eigene Projekte geschrieben werden können. Zudem kann ich dann endlich wieder etwas anderes außer Vorlesungsskripte lesen.

WAS SAGEN DIE ANDEREN?

Auch in unserer Gruppe ist das große Schweigen eingekehrt. emion und Isona machen gerade Neuseeland unsicher, ansonsten wird sich auch hier auf Prüfungen vorbereitet.

AUFGABE FEBRUAR / MÄRZ

Gehe unter die Lyriker! 

Du hast die Wahl zwischen:

Einem Paarreim
oder einem Akrostichon

Paarreim: Wie der Name schon sagt, geht es hier um ein paar Zeilen, die sich über Kreuz reimen.
Akrostichon: Hier nimmst du dir ein Wort und denkst dir dann zu den einzelnen Buchstaben neue Wörter aus.
Beispiel: Rad - Rollator - Anfahren - Drehen

Baue deine Konstellationen in deine aktuelle Geschichte ein.

IN DIESEM SINNE... 

wünsche ich euch einen guten Start in den neuen Monat und hoffe, ihr habt viele kreative Momente.

Monat der Biografien - Alice im Hungerland

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Steckbrief

Name: Alice im Hungerland (auch als Hörbuch* erhältlich)
Autor: Marya Hornbacher
Verlag: Ullstein Verlag
Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die sich für Autobiografien oder traurige Bücher interessieren
Gelesen oder gehört: gehört, in deutscher Sprache
Bewertung: 1,5 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von: "Alice im Hungerland" von Marya Hornbacher, erschienen im Ullstein Verlag) 

"Marya Hornbacher ist durch die Hölle gegangen: Mit neun Jahren wird sie bulimisch, später magersüchtig - bis sie mit 23 Jahren nur noch 26 Kilo wiegt. Die Ärzte geben ihr noch eine Woche, aber Marya überlebt dank ihrer Willenskraft. Ohne auf gängige Erklärungsmuster zu vertrauen, schildert sie rückhaltlos offen eine schreckliche Odyssee, die doch noch ein gutes Ende nimmt."


Meine Meinung

Dieses Hörbuch gehört zu einer Reihe von Hörbüchern, die ich ohne Inhaltsangabe "in die Hand" bekam. Ich lud mir das Buch mit der Erwartung, eine Art "Walter Moers" Roman a la "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" vor mir zu haben, auf den MP3 Player. Mich erwartete das volle Gegenteil...

Ich hatte anfangs Schwierigkeiten in die Geschichte reinzufinden. Oft argumentierte  Frau Hornbacher mit Statistiken über Bulimi oder Anorexie. Ich hörte die Biografie allerdings mit der Erwartung weiter, etwas über sie selbst zu erfahren. Schließlich war es ja ihre Geschichte. Die Statistiken konnte ich mir notfalls immer noch selbst zusammensuchen, wenn sie mich interessierten.

An manchen Stellen hat mir das Buch allerdings richtig gut gefallen. Zu diesen Stellen gehörten Konflikte, oder Dialoge mit anderen Personen, die Marya beschrieben hat. Hier konnte ich oft zwischen den Zeilen lesen, wie es Marya oder ihrem Gegenüber ging, welche Ängste oder Wünsche es gab. Oft ging sie selbst auf die beschriebene Situation ein und ergänzte Dinge.

Die Hörbuchfassung war mir, auch aufgrund der immer wieder eingeführten "sachlichen" Teile, etwas zu langatmig. Ich hatte das Gefühl, dass das Buch gar nicht mehr enden wollte.

Für die unter euch, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, ist "Alice im Hungerland" mit Sicherheit ein interessantes Buch.

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* Die Hörbuchfassung kann bei der DZB, der Deutschen Zentral Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte ausgeliehen werden.


~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht