Sonntag, 30. November 2014

1. Advent 2014



Heute ist also der ersten Advent und ich habe mir eine kleine weihnachtliche Überraschung für euch überlegt.
Während ich die letzten Jahre an Blog Adventskalendern mitgewirkt habe, ist der Kelch dieses Jahr spurlos an mir vorüber gezogen und ich dachte, dass ich mich mal spontanerweise eine Nummer kleiner orientiere.

Die Idee 

Jeden Adventssonntag gibt es hier einen kleinen weihnachtlichen Post um uns die Adventszeit etwas zu versüßen.
Aber VORSICHT: Es gibt auch etwas zu gewinnen...

Gewinnspiel 

Ich verlose ein weihnachtliches Überraschungspaket.
Was ihr dafür tun müsst: Am Ende der Adventsposts werde ich euch eine Frage stellen. Ihr müsst eine der drei Fragen beantworten.
Diese Antwort schickt ihr dann an: EmmaZecka@gmx.de
Einsendeschluss ist der: 23.12.
Der Gewinner wird von mir per Mail benachrichtigt.

Mein schönstes Weihnachtserlebnis 

Früher als die Kinder noch davon ausgingen, dass der Weihnachtsmann die Geschenke höchstpersönlich vorbei bringt, war das Leben noch vollkommen in Ordnung. Das Schlimmste was einem Kind dort passieren konnte, war dass der Weihnachtsmann das falsche Päckchen in den Schornstein geworfen hatte... Aber gut kommen wir zur eigentlichen Geschichte:

Eines schönen Weihnachtens, leider weiß ich nicht mehr, in welchem Jahr sich dieses Ereignis zutrug, das tut aber nichts zur Sache, saß unsere Familie inklusive angereister Verwandtschaft beim weihnachtlichen Abendessen. Wir Kinder hielten das Warten kaum noch aus: Wann würde der Weihnachtsmann endlich kommen? Mussten die Erwachsenen denn so langsam essen? Und warum um alles in der Welt waren sie so entspannt?!

Während wir versuchten die Zeit mit Däumchen drehen tot zu schlagen ereignete sich das Unfassbare. Wie aus dem Nichts aufgetaucht hörten wir einen ohrenbetäubenden Lärm. Uns war sofort klar: Der Weihnachtsmann, Schornstein, Keller, GESCHENKE! Natürlich hatte er keine Zeit die gewünschten Gaben VORSICHTIG im Keller zu platzieren. Es gab immerhin Millionen von Kindern, die von ihm besucht werden wollten.

Während die Erwachsenen im Haus langsam aufstanden und sich in Richtung des Kellers bewegten, waren wir Kinder schon längst bei der Tür angelangt und mit einem Bein am Ort des Geschehens.
Dort eröffnete sich das Paradies. Der Kellerraum war mit Geschenken bedeckt. Wir waren viel zu aufgeregt um uns die Frage zu stellen, wie das alles durch den Kamin gepasst hatte. Unser Blick huschte durch den Raum. Verdammt! Zu spät! Der Weihnachtsmann war schon längst wieder über alle Berge. Doch da stellte mein Bruder fest: "ER HAT SEINEN SCHUH VERGESSEN!".

Nachdem erste Zweifel über das Existieren des Weihnachtsmannes gestreut wurden, war mir nach diesem Weihnachtsfest klar: Den Mann gibt's wirklich! Jeder, der etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung!

Ihr seid gefragt

Das war mein schönstes Weihnachtserlebnis in der Kindheit:
Welches Ereignis hat euch geprägt?
Ich bin gespannt auf eure Geschichten!

Mein November 2014

Und schon ist der November wieder rum. Obwohl ich auch diesen Monat nicht wirklich viel gelesen habe, hatte ich trotzdem Lust einen kleinen Monatsrückblick zu schreiben...

Gelesen im November

Warten auf Gordot und andere Werke 
(Bild von der Hörverlag)

Beschreibung

(Beschreibung von der Hörverlag)

"Zum 25. TODESTAG am 22. Dezember 2014

Samuel Beckett war einer der einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts, sein Werk ist facettenreich und faszinierend. Ist es tragisch? Komisch? Tragikomisch? Diese Werkauswahl sammelt Hörspiele in einzigartigen historischen Inszenierungen – z.B. "Warten auf Godot" mit Heinz Rühmann –, aber auch Neuaufnahmen wie die "Pochade Radiophonique" mit Gustl Halenke und die legendäre Lesung von "Erste Liebe" mit Martin Wuttke, und verleiht damit der Vielseitigkeit von Becketts Oeuvre eine einzigartige Wirkung. Im Feature "A Stain Upon the Silence" von Gaby Hartl gibt sie die seltene Gelegenheit, den Autor im einzig erhaltenen Originalton zu hören.

Enthält:

Hörspiele: "Warten auf Godot" mit Heinz Rühmann u. a., "Endspiel" mit Erich Schildkraut u. a., "Pochade Radiophonique" mit Gustl Halenke u. a.

Prosa: "Um abermals zu enden und anderes Durchgefallenes" mit Friedhelm Ptok, "Erste Liebe" mit Martin Wuttke

Lyrik: "Trötentöne" mit Martin Wuttke

O-Ton: "A Stain Upon the Silence" mit Samuel Beckett u. a."

Davon Rezensionsexemplare: 1 Hörbuch

Was lese ich gerade: "Ich lebe - Wie ich die Fesseln meiner Krankheit sprengte" von Laetitia Bohn-Derrien.

Situation des Monats 

Situation 1: Das Sterben der Technik

Traurige Nachrichten gegen Ende des Monats: Es gibt zwei Tote im Hause zu vermelden. Innerhalb kürzester Zeit verlor meine Familie zwei Mikrowellen.
Exemplar 1 bewährte sich schon seit über 20 Jahren und war eine ARt Einzugsgeschenk. Doch wahrscheinlich gingen ihr die immer wieder erwärmten Fleischgerichte irgendwann auf die Nerven und sie wollte ein Leben als Vegetarier führen. Also verabschiedeten wir sie in den "Mikrowellen" Himmel und freuten uns auf Exemplar 2.
Exemplar 2 war ein Erbstück. Nach einer traurigen Wohnungsräumung sollte Exemplar 2 die nächsten beiden Jahre im Keller verbringen. Bis vor 1 1/2 Wochen ihr Einsatz gefragt war. Da sie im alten Haushalt nicht oft benutzt wurde, setzten wir alle Hoffnungen auf sie. Leider erlag auch diese Mikrowelle nach gerade mal 1 1/2 Wochen ihren Verletzungen... Obwohl... wer weiß das schon genau?

Situation 2: Die kreative Unkreativität

Während ich Anfang des Monats mit der nicht vorhandenen Kreativität kämpfte, auf Ideen hoffte und mit meinen Protagonisten stritt, befand ich mich gegen Ende des Monats in einem inspirierenden Raum, der für einige Idee sorgte...
Also freut euch auf den ein oder anderen tollen Beitrag im Dezember.


Was gab's zu erzählen? 

Rezensionen aus der Konserve:
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand  (da fällt mir gerade auf: Das ist jetzt beinahe ein Jahr her, dass ich das Buch gehört habe)
Blutadler 
Breaking News 

Neu rezensiert: 
Brief an mein Leben Warten auf Gordot und andere Werke 
Nur die Harten kommen in den Garten 

Literatur / Kultur hautnahPoetry Slam im Atlantik in Freiburg

Das neue Projekt: Wortreich
Wortreich - Was ist das?
Wortreich Kapitel 1 von emion

Schreibmarathon:
Rückblick November

Emma fragt - Die Interviewreihe ... Jennifer Järger (Konserve Beitrag)


Song des Monats 




Das Lumpenpack - Zwei, (Was es mit der Gruppe auf sich hat, könnt ihr in meinem Poetry Slam Bericht nachlesen :-) ).



Hier hat mir das letzte Lied "All of me" von John Legend am besten gefallen. Davon hätte ich gern mehr gehört...

In diesem Sinne

... wünsche ich euch einen schönen ersten Advent. Der Monatsrückblick im Dezember wird durch einen Jahresrückblick ersetzt. Ich hoffe, der ein oder andere von euch ist dann wieder mit dabei :-)

Schreibmarathon Fazit im November 2014

ZAHLEN UND FAKTEN  

Ziel des Monats: 6000 Wörter
Geschriebene Wörter: 12311
Wortschulden: 0
Im Plus Bereich: 6311
Nächstes Monatsziel: 6200

Zu lesende Ergebnisse:

Ich sollte mir wirklich eine Liste mit geschriebenen Beiträgen anfertigen. Sonst habe ich die Hälfte bis zum Monats Fazit schon wieder vergessen...

Harry Potter Fanfiction Fünf Gründe
... lieber als Muggel zu leben

Blogbeiträge: Erst beim Verlinken wird mir klar, dass ich im November doch eigentlich recht viel gebloggt habe...

Rezensionen: 
Brief an mein Leben Warten auf Gordot und andere Werke 
Nur die Harten kommen in den Garten 

Literatur / Kultur hautnahPoetry Slam im Atlantik in Freiburg

Das neue Projekt: Wortreich
Wortreich - Was ist das?

Außerdem habe ich zwei weihnachtliche Kurzgeschichten verfasst. Eine der beiden werdet ihr im Rahmen einer Aktion zu lesen bekommen. Ich bin gespannt, was ihr davon haltet.

MEINE EINDRÜCKE 

Der November war geprägt von großen Fragezeichen. In letzter Zeit hatte ich mehrmals das Gefühl endlich die richtige (Roman)Idee gefunden zu haben. Dann sitze ich begeistert da und denke: "YES! Das ist es! Das wird mal ganz groß...". Dann fangei ch an zu schreiben und der Kopf schaltet sich ein. Ist das überhaupt realistisch? Da passiert doch gar nichts! Warum schreibst du über etwas, wovon du eigentlich keine Ahnung hast? Die Zweifel kommen und es stellt sich die Frage: Ist die Idee wirklich gut? Interessiert das überhaupt jemanden?
Also wird das aktuelle Projekt wieder beendet und etwas neues begonnen .

Glücklicherweise habe ich im November trotzdem zwei Kurzgeschichten geschrieben und beendet. Diese müssen jetzt nur nochmal überarbeitet werden, da sie mir noch nicht hundertprozentig gefallen bzw. hier und da inhaltlich ziemlich chaotisch sind.

Meine absoluten Schreibhiglights im November waren eine der weihnachtlichen Kurzgeschichten, mein Kapitel für Wortreich, welches ihr im Dezember zu lesen bekommt und das dritte Kapitel zur Harry Potter "Fünf Gründe" Fanfiction. Da habe ich es geschafft, einfach drauf los zu schreiben und nicht groß nebenbei zu konstruieren.

Und bei euch so?

AUFGABE IM DEZEMBER 

Haaahaaarrr! Die ersten zwei Monate des Schreibmarathons sind geschafft. Also wird es Zeit für eine NEUE AUFGABE.
Wie bei Aufgabe 1 ist es ebenfalls kein Muss sie zu erledigen.

ABC GESCHICHTE / DIALOGE 

Diese Übung kann alleine, oder mit einem Partner gemacht werden.

Grundidee: Denke dir Begriffe von A-Z aus, schreibe sie auf ein Blatt Papier und versuche sie in einer Kurzgeschichte zu verbinden. Es können die verrücktesten Sachen passieren: Tennisbälle werden von Autos angegriffen, oder die Inavsion der Riesenbleistifte kehrt auf die Erde zurück. Wichtig ist: Setz deiner Fantasie keine Grenzen!

Wenn du die Übung mit einem Partner machen möchtest, denkt ihr beide euch die A-Z Begriffe aus und tauscht dann eure Zettel!

Ich wünsche viel Spaß beim schreiben

IN DIESEM SINNE
... wünsche ich euch einen schönen Start in den Dezember

Montag, 24. November 2014

Nur die Harten kommen in den Garten

Bild von lovelybooks
Steckbrief

Name: Nur die Harten kommen in den Garten
Autor: Dieter Bohlen
Verlag: Heyne Verlag
Geeignet für: Fans von Dieter Bohlen, oder Leute, die leicht zu lesende Lektüre suchen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext

(Inhaltsangabe von lovelybooks)

"Wer nicht an sich glaubt, hat schon verloren! Was kann man von ihm lernen? Was sollte man lassen? Wie wird man Superstar? Erfolg ist vielleicht vergänglich - kein Erfolg ewig."


Drei Positive Fakten

1. Schreibstil: Schon nach der ersten Seite musste ich schmunzeln. Dieter Bohlen schreibt "wie ihm der Schnabel gewachsen ist". Gerade der Schreibstil trägt maßgeblich zur Unterhaltung des Buches bei.

2. Der Inhalt: Bohlen hat seine Ansichten über das Leben auf einen einfachen Nenner heruntergebrochen und dies verständlich vermittelt. Für mich gab es wenig Neues zu lesen, da ich einige Sachen schon selbst erlebt habe, bzw. durch den Dialog mit anderen Leuten, einige Ansichten selbst erfahren haben. Jedoch kommen viele Menschen zu DSDS, die sehr viel Wert auf Bohlens Meinung legen. Daher finde ich es schön, dass er Dinge, wie man soll an sich glauben und sich treu bleiben, noch einmal klarstellt.
Besonders gut hat mir gefallen, dass er sich selbst nicht so ernst nimmt. In dem Buch sind einige Bilder vorhanden, die beispielsweise mit Bildunterschriften wie: "Respekt vor dem Meister" unterlegt sind. Hier macht er deutlich, dass er eben auch nur ein Mensch ist.


Zwei Negative Tatsachen

1. Der Inhalt: In dem Buch beschreibt er, dass man nur hart an sich arbeiten müsse und so zum Erfolg komme. Dies behaupten auch einige andere Stars. Ich glaube nicht, dass es stimmt. Wer Castingshows schaut, sieht, dass es genügend hevorragende SängerInnen in Deutschland gibt. Die Frage ist nur, ob es genug Fans für alle gibt.
In den ersten Kapiteln des Buches beschreibt er an den Kandidaten der damals aktuellen Staffel, die verschiedenen Castingshowtypen. Hier bewegt er sich finde ich auf dünnem Eis. Ich finde es ist grenzwertig, einen Menschen aus der Masse herauszupicken und ihn zu "verallgemeinern".

2. Spannung: Von Spannung kann man hier nicht großartig reden, was hauptsächlich daran liegt, dass das Buch eine Art Ratgeber darstellen soll. Allerdings lässt sich sagen, dass es hier um das Werben neuer Kandidaten für DSDS zu gewinnen, was einerseits natürlich verständlich ist. Stellt euch vor die Castings finden statt und keiner geht hin...


Gesamteindruck

Meine Erwartungen an "Nur die Harten kommen in den GArten" war nicht sehr hoch. Nach dem Klappentext zu urteilen, hatte ich eine Art Ratgeber vor mir, der aber dennoch mein Interesse weckte. Was gibt ein Dieter Bohlen angehenden Stars, bzw. solche, die es werden wollen, mit auf den Weg?
Die Lektüre ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Hier und da bewegt sich Bohlen auf dünnem Eis. Ich beende das Buch aber mit einem positiven Eindruck, weil ich nun das Gefühl habe, dass Bohlen nicht eiskalt mit irgendwelchen Kommentaren um sich schleudert, sondern sich bei dem was er da tut, schon etwas denkt.

Sonntag, 23. November 2014

Warten auf Gordot und andere Werke

Bild von der Hörverlag
Steckbrief

Name: Warten auf Gordot und andere Werke
Autor: Samuel Beckett
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Beckett Fans und/oder Menschen, die gerne Klassiker lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: verschiedene
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Beschreibung 

(Beschreibung von der Hörverlag)

"Zum 25. TODESTAG am 22. Dezember 2014

Samuel Beckett war einer der einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts, sein Werk ist facettenreich und faszinierend. Ist es tragisch? Komisch? Tragikomisch? Diese Werkauswahl sammelt Hörspiele in einzigartigen historischen Inszenierungen – z.B. "Warten auf Godot" mit Heinz Rühmann –, aber auch Neuaufnahmen wie die "Pochade Radiophonique" mit Gustl Halenke und die legendäre Lesung von "Erste Liebe" mit Martin Wuttke, und verleiht damit der Vielseitigkeit von Becketts Oeuvre eine einzigartige Wirkung. Im Feature "A Stain Upon the Silence" von Gaby Hartl gibt sie die seltene Gelegenheit, den Autor im einzig erhaltenen Originalton zu hören.

Enthält:

Hörspiele: "Warten auf Godot" mit Heinz Rühmann u. a., "Endspiel" mit Erich Schildkraut u. a., "Pochade Radiophonique" mit Gustl Halenke u. a.

Prosa: "Um abermals zu enden und anderes Durchgefallenes" mit Friedhelm Ptok, "Erste Liebe" mit Martin Wuttke

Lyrik: "Trötentöne" mit Martin Wuttke

O-Ton: "A Stain Upon the Silence" mit Samuel Beckett u. a."


3 positive Fakten 

Die folgenden beiden Hörspiele haben mir sehr gut gefallen.

Endspiel
In "Endspiel" geht es um vier Protagonisten. Ein blinder alter Mann lebt mit seinem Diener und seinen Eltern, die beide Beine bei einem Fahrradunfall verloren haben, in einem Zimmer. Es ist nicht ganz klar was geschehen ist. Der Leser ahnt nur: Sie sind die vier Menschen die das Unglück überlebt haben.
Beckett beleuchtet ihr die Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren. Herr und Diener hassen sich abgründig, sind aber aufeinander angewiesen. Der Diener sieht, während der blinde Herr weiß, wie man die Speisekammer aufschließt. Zwischen den Eltern, die in zwei Mülltonnen leben, und dem Herrn des Hauses herrscht ein eisiges Verhältnis.

Beckett arbeitet hier sehr schön die zwischenmenschlichen Konflikte heraus. Während der Diener seinen Herrn am liebsten schon längst ermordet, oder ihm den Rücken gekehrt hätte, ist er emotional doch von ihm abhängig. Durch die guten Dialoge ist es mir leicht gefallen, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen.
Allerdings muss ich an dieser Stelle vorwarnen: Der Schreibstil des Hörspiels gefällt mir sprachlich zwar sehr gut, berichtet aber sehr viel zwischen den Zeilen.

Pochade radiophonique 
Hier wird das berühmt berüchtigte Stilmittel der "Geschichte in der Geschichte" genutzt. Der erste Handlungsstrang besteht darin, dass ein Herr mit seiner Assistentin die Kassetten einer Art Therapiesitzung oder eines Verhörs wieder und wieder anhört. Er versucht einen Fall zu lösen und hofft Indizien auf den Tonbändern zu finden.
Hier haben mir die beiden Handlungsstränge der Geschichte gut gefallen. Meine volle Konzentration war gefragt, weil ich ebenfalls wissen wollte, was auf den Kassetten gesprochen wurde und welche Hinweise unser Zuhörer sucht.
Sprachlich ist auch hier ein ausgeschmückter Schreibstil, der es einem aber leicht macht, sich in die Geschichte einzufinden.

Stilmittel
Sehr gut gefallen haben mir die Stilmittel der beiden Hörspiele. In "Endspiel" hörte man Zwischengeräusche, wie das Zuschlagen und Öffnen der Mülleimer Deckel. Zudem waren auch Unterschiede in der Lautstärke zu hören, wie beispielsweise, wenn sich der Diener entfernte, wurde die Stimme auch leiser. Ebenfalls, auch für die Geschichte wichtig positioniert, war das Weckerklingeln, welches die Beziehung zwischen Diener und Herrn untermalte.

Da es in "Pochade radiophonique", um die Aufzeichnung eines Hörspiels geht, waren auch hier gute Stilmittel gefragt. Das Vor- und Zurückspulen der Kassetten und die von der Assistentin oftmals vorgelesenen letzten Dialoge haben die Handlung der Geschichte wunderbar untermalt.


Negativer Fakt 

Warten auf Gordot
Sehr enttäuscht war ich von der Aufnahme "Warten auf Gordot". Da ich in einem anderen Roman schon mal ein Zitat aus dem Theaterstück gelesen habe, war mein Interesse geweckt. Die CD Sammlung wünschte ich mir gerade wegen des Theaterstückes.

Das Stilmittel von "Warten auf Gordot" wird hier zum großen Nachteil der Vertonung. Es handelt sich hier um eine Live Aufnahme einer Theaterinszenierung. An sich ja eine gute und interessante Sache, allerdings haben mich folgende Punkte gestört:

Die Aufnahmequalität
Ich hatte das Gefühl, dass die Sprecher entweder zu leise, oder zu laut waren. Das sorgte dafür, dass ich ständig damit beschäftigt war, die Lautstärkeregelung hochzudrehen oder zu regulieren.

Geräusche / fehlender Erzähler
Ich habe sehr lange gebraucht, um mich in die Geschichte einzufinden, weil mir überhaupt nicht klar war, in welcher Szenerie ich mich befand. Waren die Protagonisten zwei obdachlose Landstreicher? Oder kehrten sie jeden Abend in ein Versteck zurück? Wer waren die anderen Personen, die hin und wieder hinzutraten und ihre Meinung zur Szenerie abgaben?
Manche Geräusche konnte ich nur erahnen, wie das Schlagen einer Peitsche. Hier fragte ich mich: Wer wurde geschlagen? Und warum?
Allerdings haben mir die Dialoge des Theaterstückes und deren Sprecher gut gefallen. Die Stimmen hatten für mich hohen Wiedererkennungswert und ich dachte, dass sich der ein oder andere sicher auch gut als Hörbuchsprecher eignen würde bzw. geeignet hätte.

Dennoch ist der Inhalt des Theaterstückes wahnsinnig spannend, weil deutlich wird, wie zermürbend das Warten auf Gordot ist, von dem die Protagonisten nicht einmal wissen, ob er überhaupt so heißt und wann er endlich kommen möge.


Gesamteindruck

Während des Hörens der CD beschloss ich mich auch ein bisschen über Samuel Beckett zu belesen. Als ich eine Liste mit seinen Stücken fand, hatte ich den Eindruck, dass die Textzusammenstellung von "Warten auf Gordot und anderen Werken" wirklich gut getroffen ist. Stücke, die viel Aufmerksamkeit bekommen haben, waren hier vertreten. Zudem befindet sich auf CD 6 ein O-Ton, indem berichtet wird, was für ein Mensch Samuel Beckett war und wie sich die Arbeit mit ihm gestaltete. Das hat mir besonders gut gefallen, weil es hier nicht ausschließlich um seine literarischen Werke ging, sondern der Leser auch die Möglichkeit hatte, etwas über den Autor zu erfahren.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Textsammlung gut gefallen hat. Jedoch hätte ich mir "Warten auf Gordot" als Hörspielversion gewünscht, weil die Vertonung des Theaterstückes der Geschichte eigentlich nicht gerecht wird.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Samstag, 22. November 2014

Poetry Slam im Cafe Atlantik am 20.11. in Freiburg



Was ist Poetry Slam? 

Poeten können ihre selbstgeschriebenen Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum präsentieren. Merkmal des Poetry Slams ist der Wettstreit. Am Anfang jeder Veranstaltung werden verschiedene Jurymitglieder bestimmt die Punkte von 1 - 10 vergeben können. Die Jury bestimmt welche Slammer ins Finale einziehen.
Ab dem Finale kürt das Publikum via Applaus den Sieger. (Hier gibt es von Stadt zu Stadt unterschiedliche Regeln. Manchmal wird die Länge des Applauses, manchmal auch nur die Applausstärke gezählt)

Daten und Fakten 

Wo: im Cafe Atlantik in Freiburg
Wann: am letzten Donnerstag im Monat ab 20:00 Uhr
Eintritt an der Abendkasse: 6 €

Zur Veranstaltung 

Moderiert wurde der Abend von Max Kennel und Indiana Jonas, besser bekannt unter dem Namen "Das Lumpenpack".
Im folgenden Video performen die beiden ihren Song "Zwei"



Zum Ablauf:
Es gab drei Runden mit a drei Teilnehmern. Pro Runde wurde ein Finalteilnehmer bestimmt. Nach jeder Runde gab es eine kurze Pause, die Lumpenpack musikalisch untermalt haben :-).

Ich habe mir zwar in den Pausen kurze Notizen geschrieben, um einen einigermaßen sinnvollen Blogbeitrag zum Poetry Slam Abend schreiben zu können, beim gestrigen Durchlesen meines Geschreibsels musste ich aber feststellen, dass ich den Poeten teils falsche Wohnorte oder Namen zugeordnet habe. Von daher bin ich mir auch gar nicht mehr so sicher welcher Text jetzt zu welchem Namen gehört.
Nach "nochmaligem Überschlafen" des Beitrages habe ich beschlossen euch nur noch zwei der Finalisten vorzustellen, deren Namen und Texte mir im Gedächtnis geblieben sind. (An einer besseren Ausarbeitung von Veranstaltungsberichten wird gearbeitet. Ich hoffe ihr habt trotzdem Freude an dem Beitrag).

Marvin Ruppert

In seinem ersten Text drückte sich sein Protagonist erfolgreich um die Hausarbeit, indem er sich in den nächsten Zug setzte. (Der Freundin wurde noch kurz eine SMS mit der Bitte, sie möge doch bitte Staub wischen, geschickt). Im Bordrestaurant angekommen blieb sein Blick an einer grauenvoll formulierten SMS seines Sitznachbarn hängen. Kurzerhand wurde dieser dabei unterstützt seiner Freundin eine: "Bitte komm zu mir zurück"- Nachricht zu schreiben. Mit ungeahnten Folgen...

Der erste Text hat mir sehr gut gefallen, weil hier die Sprache und ein paar Wortspiele eine große Rolle spielen. Zudem war der Text lebendig geschrieben und auch gut vorgetragen. Die Geschichte hatte ein rundes, überraschendes und gutes Ende :-).

Sein Finaltext war angelehnt an das Büchner Stück Woyzeck. Mehr dazu im Video.



Einerseits haben mir beide seiner Auftritte sehr gut gefallen, weil sowohl der Vortrag als auch der Schreibstil der Texte lebendig und frisch wirkte. Während andere Teilnehmer auf tiefgründige Wortkonstruktionen setzten, transportierte Ruppert trotz lebendigem Schreibstil viel zwischen den Zeilen.

Allerdings sind mir gerade beim zweiten Text die Paralellen zu Marc-Uwe Klings Känguru Reihe aufgefallen. Zum einen erinnerte mich der Schreibstil an die Abenteuer des verrückten Paares, wie z.B. Formulierungen "sagte ich", oder andere Satzkonstruktionen. Aber auch Textelemente, wie beispielsweise das Trinken von Schnaps, oder das Einfügen von Fußnoten kamen mir bekannt vor.
Dann hatte ich wieder das Gefühl, das die Grenze zu den eigen ausgebauten Ideen hier fließend ist.

Hier mal ein Videovergleich




Wiehwalt Koslovsky

 Schon allein wenn man sich den Vortrag anschaut hebt sich Wehwalt Koslovsky von den anderen Teilnehmern ab. Er geht richtig in die Vollen, ruft, schreit und holt alles aus sich heraus. Ich könnte ihn mir auch gut auf einer Theaterbühne vorstellen.

Auch sprachlich wirken seine Texte anders. Wenn ich ehrlich bin, habe ich den ersten Text des Abends nicht richtig erfassen können. Sprachlich hat sich Koslovsky auf hohem Niveau bewegt. Da vor ihm aber schon andere Poeten dran kamen, deren Texte Konzentration erforderten, ertappte ich mich dabei, wie ich hier und da abgeschweift bin.

Im folgenden Video seht ihr eine etwas ältere Aufnahme, in der er einen Text vorträgt.



In seinem finalen Text gab er nochmal richtig Gas und machte deutlich, dass der Abend ja eigentlich eine Art Wettstreit ist. Er machte seinen Mitstreitern eine offene Kampfansage, prangerte deren Texte an, wobei mir hier nicht ganz klar war, ob es eine Art Satire, oder bitterer Ernst war ... :-).
Zudem wurde seine Kritik an der heutigen Gesellschaft deutlich. Der zweite Text hatte für mich schon eher eine abgerundete Handlung.

Da der obige Beitrag schon etwas älter ist, möchte ich an dieser Stelle noch auf einen diesjährigen Auftritt von Wehwalt Koslovsky verlinken. Wenn ich mir dieses Video so ansehe, kommt der "Aha?" (hier explizit mit Fragezeichen) Effekt zurück. Ich wusste zuerst nicht so recht, wen ich hier vor mir hatte und ob ich den Auftritt gut oder schlecht finden sollte. Meine Neugier wurde aber geweckt und ich war erfreut noch einen zweiten Text des Poeten hören zu können.

(Leider findet mein Youtubefilter das Video nicht deswegen müsst ihr auf den unten stehenden Link klicken).

Wehwalt Koslovsky Wichten und Campern 

Fazit 

An diesem Abend habe ich sehr viele unterschiedliche Texte gehört. Jeder Vortrag hatte auf seine Art etwas Besonderes. Während manche den Eindruck erweckten noch neu unter den Poeten zu sein, vermochten andere genau zu wissen, wie sie ihren Vortrag fesselnd gestalten und die richtigen Worte an der passenden Stelle setzen.

In diesem Sinne... 

kann ich den Poetry Slam im Atlantik nur empfehlen, möchte an dieser Stelle aber erwähnen, dass es gut ist, frühzeitig da zu sein um noch einigermaßen gute Plätze zu bekommen. 

Montag, 17. November 2014

Breaking News

Bild von
 
der Hörverlag

Steckbrief

Name: Breaking News (auch als Buch erhältlich)
Autor: Frank Schätzing
Verlag: Der Hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne historische Romane, die den ein oder anderen Thriller Effekt enthalten, lesen
Gelesen oder gehört: gehört, in ungekürzter Fassung
Sprecher: Hansi Jochmann und Oliver Stritzel
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext der Hörverlag)


"Wo immer die Welt brennt – Starreporter Tom Hagen ist an vorderster Front dabei, zu jedem Risiko bereit. Bis er in Afghanistan den Bogen überspannt. In einer einzigen, mörderischen Nacht verliert er alles, Renommee, Geld, Zukunft. Drei Jahre später bietet sich in Israel die Gelegenheit zum Comeback. Doch was ein journalistischer Coup zu werden verspricht, entwickelt sich unversehens zu einer Hetzjagd durch die explosivste Region der Welt. Auf der Flucht vor Geheimagenten und Killern kämpft Hagen ums nackte Überleben – gegen eine Verschwörung, deren Anfänge ins koloniale Palästina zurückreichen, in eine von Mythen durchzogene Epoche, als die Saat für den Nahostkonflikt gelegt wurde …" .

Meine Meinung 

"Breaking News" gehört zu den Romanen, bei denen ich hin- und hergerissen bin. Aber beginnen wir von von vorne...

Die Geschichte beginnt bereits ziemlich spannend. Journalist Tom Hagen wagt sich in die Höhle des Löwen. Er besucht Kämpfer der Taliban. Schnell wird klar: Dem Journalisten geht es nicht darum, bestmögliche Konditionen für die Gefangenen der Taliban herauszuschlagen. Ihm geht es ausschließlich um die Story, die für ihn dabei herausspringt. Da passt es ihm gar nicht in den Kragen, dass man ihn bei der Befreiung der Geiseln nicht dabei haben möchte...

Als ich den Klappentext von "Breaking News" gelesen habe, wurde mein Interesse geweckt. Mein absoluter Lieblingsroman von Frank Schätzing ist "Mordshunger" ein wirklich gelungener Krimi. Da interessierte mich natürlich brennend, wie er sich so als Thriller Autor schlägt.

Ich hatte aber das Gefühl anfangs eine Art Kampf mit der Geschichte auszufechten. Ich war wie oben schon erwähnt hin- und her gerissen zwischen Faszination und Ungeduld.

Kommen wir zuerst zum Schreibstil. Mal waren es spannend verpackte zwei bis drei Wortsätze, die mich als Leser zum einen mitrissen und in die Geschichte eintauchen ließen. Ich konnte mir Tom Hagen beinahe bildlich vorstellen, wie er auf einer unbequemen Position ausharrt um die perfekten Bilder von der Geiselbefreiung zu bekommen.
Dann kamen aber die langen historischen und schwungvoll beschriebenen Abschnitte hinzu, die mich ungeduldig werden ließen. Wann erfuhr ich endlich wie es den Brüdern Jeruda und Benjaming geht? Sind die ausführlichen politischen Aspekte wirklich so wichtig?

Einerseits fand ich es sehr interessant, wie Schätzing versucht das Fiktive mit den historischen Vorlagen zu verknüpfen. Beispielsweise schlüpft er in die Rolle Ariel Sharons und baut dessen Biografie als einen der Haupthandlungsstränge der Geschichte ein. Allerdings wurde mir an der ein oder anderen Stelle fast zu viel "Material" geliefert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle historischen Zusammenhänge, wer gegen wen und warum ist, richtig verstanden habe. Außerdem habe ich mich an der ein oder anderen Stelle gefragt, ob ich die Biografie des Agenten XY wirklich kennen muss, oder ob auch 2-3 Sätze zur Charaktervorstellung genügt hätten.

Auch an die Hörbuchversion musste ich mich erst einmal gewöhnen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass sowohl Oliver Stritzel als auch Hansi Jochmann, besser bekannt als die deutsche Stimme von Jody Foster, sachlich und so neutral wie möglich lesen. Doch dann begann ich genauer hinzuhören und nahm die feinen Nuancen der Lesung wahr. Beispielsweise brachte mich der ein oder andere ironisch gelesene Satz zum Schmunzeln, weil hier deutlich wurde, wie absurd diese Situationen für besagte Charaktere wirkten. Auch die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren waren gut umgesetzt.
Schön fand ich auch, dass sich die beiden Sprecher nicht wahllos abgewechselt haben, sondern die Wechsel dafür sorgten, dass ich als Leser erkennen konnte, wann on der Vergangenheit in die Gegenwart gesprungen wird.

Nachdem die Handlungsstränge aber miteinander verknüpft waren, konnte ich mich kaum noch von meinem MP3 Player trennen und verbrachte das ganze finale WM Wochenende vor dem Gerät. Gerade auf den letzten Metern versteht sich Schätzing wunderbar darauf Fährten zu legen und Stränge wieder zu entwirren.

Allerdings kann ich das Buch nur denen weiterempfehlen, die auch ein gewisses Interesse für Geschichte mitbringen. Auch wenn ich das ein oder andere Mal das Gefühl hatte von Israels Geschichte "erschlagen" zu werden, ist sie doch wichtig, um die Reaktionen der verschiedenen Charaktere verstehen zu können.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Frank Schätzings Roman sehr gut gefallen hat und ich wirklich froh bin, den Roman als Rezensionsexemplar bekommen zu haben. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei dem netten Team der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hörverlages bedanken, die einem nicht, wie andere Verlage ausgewählte bücher schicken, sondern versuchen, die Exemplare der Wunschliste zu erfüllen!


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~K~ Dieser Beitrag wurde bereits auf einem anderen Blog veröffentlicht.


* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Montag, 10. November 2014

Blutadler

Bild von ebook
Steckbrief

Name: Blutadler (auch als Buch erhältlich)
Autor: Craig Russell
Verlag: Bastei Lübbe Audio
Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die gerne "blutrünstige" Krimis / Thriller lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: David Nathan
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von Luebbe)

"In Hamburg versetzt ein Serienmörder die Bewohner der Hansestadt in Angst und Schrecken. Der Täter folgt einem Ritus, der aus der Zeit der Wikinger stammt und unter der Bezeichnung "Blutadler" bekannt ist. Hauptkommissar Jan Fabel wird mit der Aufklärung der brutalen Verbrechen betraut. Bei seinen Recherchen stößt er auf einen geheimnisvollen Kult, dessen Mitglieder vor keinem Opfer zurückschrecken" 


Meine Meinung

Als ich den Titel "Blutadler" und den Namen Craig Russell das erste Mal hörte, rechnete ich mit einem Thriller oder Krimi, der irgendwo in den Tiefen der USA spielt.
Falsch gedacht, Emma! Craig Russell schreibt hier seinen ersten Band einer "Hamburg-Thriller" Reihe, obwohl er noch nicht einmal aus Hamburg stammt. Anfangs dachte ich mir, dass er vielleicht unter einem Pseudonym schreibt. Doch wenn Wikipedia mich hier nicht im Stich lässt, ist er in Schottland geboren und lebt mit seiner Familie in Perthshire.
Jetzt ist es aber genug mit der Einleitung, widmen wir uns Jan Fabels erstem Abenteuer.

Die Geschichte beginnt mit einem ersten Mordfall. Eine Frauenleiche wird in einer fast leerstehenden Wohnung gefunden. Sie ist nicht nur auf "übliche" Weise ermordet worden. Hier war ein kaltblütiger Mörder am Werk, der die Lunge der Frau mitgehen ließ. Nun stellen sich die Fragen: Wer ist die Frau und vor allem: Wer ist ihr Mörder?

Anfangs habe ich mir überlegt, ob ich die "blutrünstige" Geschichte wirklich hören möchte. Gerade die Leichen, die oft ziemlich zerstückelt werden, sind sehr gut beschrieben. Sie jagten nicht nur mir, sondern auch dem ein oder anderen Charakter der Hamburger Mordkomission einen Schauer über dne Rücken. Daher habe ich oben auch eine Altersbegrenzung eingebaut, weil ich der Meinung bin, dass so viel Blut nicht in jedes Alter passt.

Inhaltlich ist der Roman aber sehr spannend. Craig Russell versteht sich gut darauf, verschiedene Handlungsstränge einzuleiten, Spannungsbögen aufzubauen und auf den "Höhepunkt der Geschichte" hinzuarbeiten. Allerdings war mir beim ein oder anderen Strang klar, worauf es hinaus läuft. (Trotzdem war es aufregend zu hören. Ich konnte mich manchmal nur schwer von meinem MP3 Player trennen).
Allerdings haben mich auch die ein oder anderen Handlungsstränge auf der Suche nach dem Mörder, etwas gestört. Russell taucht schnell in die Hamburger Bandenszene und ein zwei Nachtclubs ein, plötzlich spielen die Wikinger und die Slaven auch noch eine Rolle. Aber eigentlich ist das Problem ja die neue ukrainische Bande, die sich in Hamburg anscheinend ungehindert ausbreitet... Wie ihr seht: Oft wurde etwas erzählt, dann wieder fallen gelassen nur um später wieder aufgerollt zu werden. Mir wurde hier an manchen Stellen inhaltlich zu sehr gesprungen.

David Nathan hat das erste Abenteuer von Hauptkomissar Fabel wirklich sehr gut gelesen. Den richtigen Charakteren schenkte er die passende Stimmung und versuchte sich auch, erfolgreich, am ein oder anderen Dialekt. (Leider kam der "Hamburgerische Dialekt" in diesem Band nicht vor). Gerade an den aufregenden Stellen hat David Nathan es wunderbar geschafft die Spannung zu transportieren.

Rückblickend kann ich sagen, dass es hier nicht darum geht "abgerundete" Fälle zu präsentieren, sondern den Leser auf den nächsten Band der Reihe aufmerksam zu machen. Bisher hatte ich - abgesehen von Harry Potter - keine gute Erfahrung mit Bücherreihen. Je weiter die Geschichten voran kamen, desto langgezogener wurden sie auch oft. Da habe ich mir oft gewünscht, dass der Inhalt einfach in drei Bäden zusammengefasst gewesen wäre.
Ob ich mir einen weiteren Teil der Fabel Reihe durchlesen werde? Lasst euch überraschen.

Zusammenfassend kann ich sagen: Wer auf etwas brutale Thriller steht und auch mal wieder Lust auf eine Bücherreihe hat, sollte sich "Blutadler" unbedingt einmal genauer anschauen.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Sonntag, 9. November 2014

Ge(h)fragt - Jennifer Jäger

Jennifer Jäger
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"Traumlos" beim Carlsen Verlag.

Hier geht es zum Forum "Gemeinsame Schreibnächte"


Zur Person 
Jennifer Jäger ist eine Fantasyautorin und Bloggerin. Ihren ersten Roman "Melodie der Finsternis" schrieb sie im Alter von 15 oder 16 Jahren. Ihr Debütroman wurde beim AVAA Verlag veröffentlicht. Viele von euch werden sie aber dank Bookrix kennen. Dort machte sie sich als "Indie Autorin" einen Namen und veröffentlichte die eBook Fortsetzung "Klang der Finsternis" und die Trilogie "Saphirtränen". Kurzum der Carlsen Verlag wurde auf sie aufmerksam und engagierte sie als eBook Autorin. Momentan arbeitet sie an ihrer "Traumlos" Trilogie.

Quelle: "Über mich" Homepage von Jennifer Jäger

Das Interview 

Hallo Jennifer herzlich willkommen auf diesem Blog. Erzähl doch etwas über Dich: Wie entstand der Gedanke Geschichten schreiben zu wollen?


Der Gedanke entstand, als Harry Potter einen immer größeren Teil meines Lebens wurde. Mich faszienierte, dass Worte auf Papier einen so starken Einfluss auf mich ausüben konnten.
Als ich zwischen zwei Bänden „Tintenherz“ las, war es um mich geschehen: ich wollte unbedingt selbst Geschichten verfassen, die Leserherzen berühren. (Wobei ich gestehen muss, dass meine ersten Versuche wirklich grauenhaft waren.)

Du hast Deinen ersten Roman mit 15 bzw. 16 Jahren geschrieben. Wie oft hast Du "Melodie der Finsternis" überarbeitet bis es letztendlich bei einem Verlag gelandet ist?

Irgendwann habe ich aufgehört, zu zählen. Auch heute ist es noch so, dass ich mich ab einem gewissen Zeitpunkt zwinge, mit dem Korrigieren aufzuhören. Je länger ich über einem Manuskript sitze, desto schlimmer finde ich es. Auf diese Art und Weise haben schon einige Ideen ihren  virtuellen Tod gefunden.

Wie bist Du dann auf Deinen ersten Verlag aufmerksam geworden? Warum hast Du Dich für den Verlag entschieden?


Ich habe mich an meinen Rechner gesetzt und das Internet durchsucht. Um ehrlich zu sein habe ich mich für diesen Verlag entschieden, da er der erste war, der mir eine Zusage gab. Keine Kosten für mich, ein Lektorat und sie bezahlen das Cover - für mich gab es da nicht mehr so viel zu überlegen.



Die Fortsetzung „Klang des Tempels“ wurde von BookRix auf der Buchmesse beworben. BookRix ist ein großes Portal und jeder träumt davon, mithilfe der Plattform durchstarten zu können. Wie konntest Du die Plattform für Dein Buch begeistern? Wie kam es dazu, dass „Klang des Tempels“ auf der Buchmesse verteilt wurde?


Damals plante BookRix, ein Printangebot für Selfpublisher umzusetzen. Für die Buchmesse suchten sie also Werke, die sie in einer limitierten Stückzahl (50) drucken und verschenken konnten.

Wie die Betreiber auf mich aufmerksam wurden, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Scheinbar habe ich in dem Portal viele Leser gesammelt und das ist ihnen nicht entgangen.

 

Als „Selfpublisher“ hat man es ja nicht leicht. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass der Markt von Autoren überquillt. Wie hast Du es geschafft, trotzdem auf Dich aufmerksam zu machen? Hat jemand Deine Werke Korrektur gelesen? Welche Tipps kannst Du angehenden Autoren geben?


Huch, das sind aber viele Fragen auf einmal ;)

Da ich mit meinem Debütroman und meine Aktivitäten auf BookRix schon eine kleine Lesergemeinschaft hatte, fiel mir der Einstieg ins Selfpublishing deutlich leichter als einem unbekannten Autoren. Meine Leser haben stark dazu beigtragen, „Saphirtränen“ bekannt zu machen. Gekoppelt mit Marketingaktionen und Gewinnspielen konnte ich mich dann doch ganz gut behaupten. Das wichtige am Marketing ist, irgendwie hervorzustechen.
Korrekturgelesen wurde „Saphirtränen“ von einigen Bloggern sowie meiner Covergestalterin, da ich damals Schülerin war und mir kein Lektorat leisten konnte.

Angehenden Autoren würde ich raten, sich viel Feedback von Fremden zu holen. Beispielsweise auf BookRix funktioniert das super. Die Rückmeldungen, die ich dort zu meinen Kurzgeschichten und Romananfängen bekommen habe, haben mir enorm weitergeholfen.



Heute bist Du eBook Autorin beim Carlsen Verlag. Wie wurde der Verlag auf Dich aufmerksam?


Ach, wenn ich das wüsste ;)

Verlage hüten ihre geheimen Informanten wie ein Drache seinen Hort.



Wie läuft die Arbeit beim Carlsen Verlag ab? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden, bevor Dein Buch auf den Markt kommt? Musst Du für Besprechungen auch in die „Zentrale“ fahren, oder wird das heutzutage alles über das Internet geregelt?


Entscheidungen wurden bis jetzt immer gemeinsam getroffen - das bedeutet von meiner Lektorin und mir. Das geht vom Cover bis zum Titel und Szenenänderungen. Allerdings hat sie meistens das letzte Wort. Nicht, weil sie darauf besteht, sondern weil ich ihr mehr vertraue.
Bis jetzt war ich erst einmal in Hamburg, ansonsten läuft alles telefonisch oder per Mail. 

 

Welche Marketing Arbeiten nimmt Dir der Verlag ab? Hast Du die Möglichkeit Dich hier auch selbst einzubringen?


Der Verlag nimmt mir die Arbeiten ab, die ich abgenommen haben möchte. Da ich Marketing liebe war es für mich wichtig, weiterhin Aktionen durchführen zu können. Wenn ich Hilfe brauche, kann ich mich jederzeit an sie wenden. Ansonsten teilen sie meine Aktionen auf ihren Social Media Kanälen und unterstützen mich, wo es nur geht.



Über Geld wird ja bekanntlich nicht gerne gesprochen. Magst Du mir trotzdem verraten, ob sich Deine Verkaufzahlen „verändert“ haben, seit Du bei einem Verlag bist?


Also einen Bestseller habe ich noch nicht gelandet, wenn das hilft ;)

Spaß beiseite: ja, die Marketing-Aktionen von Carlsen haben sich auch bei meinen anderen Büchern bemerkbar gemacht.



Erscheinen Deine Bücher auch als „gedruckte“ Versionen?


„Saphirtränen“ gibt es über CreateSpace zu kaufen, alles andere steht noch in den Sternen J



Hast Du bereits Autorenkollegen aus dem Carlsen Verlag, oder anderen Verlagen, kennen gelernt?


Ich kannte schon vorher einige Autorenkollegen, da ich den Umgang mit anderen Autoren schätze und als sehr wichtig empfinde. Aber natürlich haben sich durch den Carlsen Verlag noch einmal ganz andere Möglichkeiten geboten - vor allem im Bezug auf erfolgreiche Verlagsautoren.



Wie gehst Du bei der Entwicklung Deiner Charaktere vor? Nutzt Du da die „typischen“ Schreibratgebertipps wie z.B. ein Interview mit Deinem Protagonisten zu führen?


Die Charaktere drängen sich einfach in meinem Kopf und definieren sich im Laufe der Geschichte selbst. Manchmal schreibe ich auch kurze Spin-Offs, wenn die Protagonisten mir unbedingt etwas erzählen wollen, was aber nicht in den eigentlichen Plot passt.



Du schreibst ja Fantasybücher. Prägt sich das auch auf Dein Leseverhalten aus? Oder liest Du auch andere Genres?


Ich lese vorwiegend im Bereich Fantasy und Jugendbuch.



Nenne drei Bücher, die Dich besonders berührt haben und die Du keinem vorenthalten möchtest. 


Der Schwarm, Alisik und Brave New World.



Inzwischen bist Du ja Gründerin des Forums „Gemeinsame Schreibnächte“ und der dazugehörigen Facebook Gruppe. Wie kam es zu der Idee? Was möchtest Du mit dem Forum erreichen?


Die Idee entwickelte sich aus meiner Ambition, mich mit möglichst vielen verschiedenen Autoren über das Schreiben austauschen zu können. Da schon nach der ersten Schreibnacht die Facebookgruppe groß und unübersichtlich wurde, entschloss ich mich, in ein Forum auszuweichen. Dort herrscht ein besserer Überblick und man kann Diskussionen später noch einmal nachlesen.



Und zu guter letzt möchte ich mich bei Dir bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen hast meinen Fragekatalog zu beantworten. Ich hoffe sehr, dass wir noch viel von Dir hören werden.


Vielen Dank! Ich bedanke mich bei dir für die tollen Fragen und verneige mich vor jenen, die dieses Interview bis zum Ende gelesen haben J


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Samstag, 8. November 2014

Brief an mein Leben

Bild von
 
lovelybooks
Steckbrief

Name: Brief an mein Leben (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Miriam Meckel
Verlag: rowohlt Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Buchhandlung Rombach)

"Wenn der Körper die Notbremse zieht

Eine erfolgreiche Frau klappt zusammen. Die Kommunikationsexpertin ist Professorin an der Universität, gefragte Gesprächspartnerin der Medien, sie hält Vorträge, berät Unternehmen - und dann passiert ihr genau das, wovor Miriam Meckel selbst immer gewarnt hat: Während sie wieder mal eine Flut geschäftlicher und privater E-Mails beantwortet und nebenher den Koffer packt - was braucht sie, um auf der Konferenz zu reden, zu joggen und mit Freunden zu feiern? -, zieht ihr Körper die Notbremse. Nichts geht mehr. Die Diagnose: Burnout. In einer Klinik im Allgäu beginnt sie, einen «Brief an mein Leben» zu schreiben. Darin setzt sie sich tastend und suchend damit auseinander, wovon sie sich so lange mit Arbeit und Aktionismus abgelenkt hat. Präzise analysiert sie ihre Gefühle, stößt auf alte Wunden und macht deutlich, was geschieht, wenn wir ständig unterwegs sind und permanent kommunizieren, aber nicht mehr sagen können, was uns glücklich macht. Miriam Meckels Geschichte berührt und rüttelt auf. Noch nie hat jemand, der so aufs Reden und Kommunizieren spezialisiert ist, so offen über das eigene Verstummen und die persönlichen Erfahrungen mit einem Burnout gesprochen - und darüber, wie man mit ihm umgehen, ihn überwinden kann."


3 Positive Fakten zum Buch 

Gestaltung: Das Buch hat mich aufgrund seines Einbandes angesprochen. Hier ist die Autorin Miriam Meckel zu sehen. Zudem sticht der Titel der Biografie "Brief an mein Leben" ins Auge und macht neugierig darauf, was in diesem Brief so steht.
Auch der Klappentext, indem aufgeklärt wurde, dass die Autorin an Burnout erkrankt ist, hat mein Interesse geweckt. Ich wollte unbedingt wissen, ob und wie sie es geschafft hat, die Krankheit hinter sich zu lassen.

Inhalt / Schreibstil:
Miriam Meckel bedient sich hier verschiedener Erzählperspektiven. Zum einen berichtet sie von der Gegenwart, wie sie in ihrem Zimmer sitzt, über sich und das Leben nachdenkt, zum anderen rollt sie die Geschichte auch von hinten auf. Gerade Biografien, die solche Stilmittel aufgreifen, gefallen mir sehr gut, weil der Inhalt hier nicht einfach nur "heruntergeschrieben" wird.

Zudem gefällt mir, dass sie immer wieder auf Gespräche und Situationen von Mitpatienten eingeht. So bekommt der Leser einen Eindruck, wie es ihr geht und welche Gesprächsthemen es zwischen den Patienten gibt. Sehr gut gefallen hat mir, dass sie auch von der ein oder anderen Gruppentherapiesitzung berichtet. Ich habe schon ein paar Biografien von Menschen mit einer psychischen Erkrankung gelesen, jedoch hat noch nie jemand konkret darüber berichtet, was in den Therapiesitzungen passiert.

Sehr gut und wahrscheinlich unabsichtlich gelungen finde ich, dass wir sehr viel zwischen den Zeilen über die Autorin erfahren.


Negative Fakten 

Meine Kritikpunkte setzen sich aus den Bereichen:
- Spannung
- Schreibstil
zusammen und vermischen sich hier auch stark miteinander.

Ich hatte den Eindruck, dass es Miriam Meckel sehr schwer fällt, über ihre Erfahrungen zu berichten, was aber auch verständlich ist. Sie war beruflich erfolgreich, viel unterwegs und sehr gefragt. Ich weiß nicht, ob ich an ihrer Stelle den Mut gehabt hätte, mit den Erfahrungen über das Burnout an die Öffentlichkeit zu gehen.

Inhaltlich hatte ich das Gefühl, dass sie sich oft "hinter ihrem Schreibstil" versteckt. Miriam Meckel hat schon wissenschaftliche Texte verfasst, hat als Dozentin gearbeitet. Wissenschaftliche Texte zu schreiben, ist für sie also kein Neuland. Jedoch wurden in die Biografie viele Statistiken und Kritik an der heutigen Art zu leben eingebaut. Zum einen hat mir die Thematisierung gut gefallen, zum anderen wurden mir die Statistiken teilweise zu viel und ich habe hier und da einen Abschnitt übersprungen, um schneller "zum Menschen Miriam Meckel" zurückkehren zu können.

Schön finde ich, dass ihr selbst auffällt, dass sie sich hinter der Wissenschaft versteckt.


Gesamteindruck

Das Buch habe ich mit gemischten Gefühlen beendet. Zum einen finde ich es, wie schon erwähnt, mutig, wenn Menschen über ihre Erkrankung berichten, zum anderen hatte ich hier und da Probleme mit der Aufmachung der Biografie.

Montag, 3. November 2014

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Bild von der Hörverlag
Steckbrief

Name: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (auch als BuchHörspiel erhältlich)

Autor: Jonas Jonasson
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Schelmenromane, oder Abenteuerromane lesen
Gelesen oder gehört: gehört, als Hörbuch in gekürzter Fassung
Sprecher: Otto Sander
Bewertung: 5 von 5 Punkten



Klappentext 


(Klappentext von  "Der Hörverlag")


"Eigentlich hat Allan Karlsson allen Grund zum Feiern: Er wird 100 Jahre alt. Das Problem ist nur, dass er im Altersheim festsitzt, noch alle Fünfe beisammen hat und sein Körper sich bisher standhaft weigert, das  Zeitliche zu segnen. Zu allem Überfluss hat sich auch noch der Bürgermeister samt Lokalpresse angekündigt. Allan hat auf den ganzen Zirkus überhaupt keine Lust. So steigt er in seinen Pantoffeln kurzerhand aus dem Fenster und stellt bald ganz Schweden auf den Kopf ... "


Meine Meinung

Nun stelle ich euch mein erstes Hörbuch Rezensionsexemplar vor. Ich bin schon oft an "Dem Hundertjährigen" im Buchladen vorbeigelaufen. Ich hatte das Buch auch schon ein paar Mal in der Hand, wusste aber nicht so recht, ob ich es mir nun zulegen sollte.
Da ich in letzter Zeit auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen bin, habe ich es mir schließlich als Rezensionsexemplar gewünscht.

Die Geschichte geht gleich einmal spannend los. Wir begleiten unseren Protagonisten Allan auf seiner Flucht aus dem Altersheim. Allan wirkt zwar alt aber keineswegs unüberlegt. Seine Handlungen haben beinahe etwas listiges. Er überlegt genau, was er tut.
Sehr schnell werden die verschiedenen Handlungsstränge der Geschichte klar: Zum einen begleiten wir Allan in der Gegenwart. Kaum ist er aus dem Altersheim "ausgebrochen" gerät er schon, unabsichtlich, in ein Verbrechen.

Der zweite Strang ist Allans Vergangenheit. Hier erzählt Jonasson, wie Allan aufgewachsen ist und wie sich seine Liebe zum Sprengstoff entwickelte. Auch Handlungsstrang drei, der aus der Sicht sämtlicher Personen, wie beispielsweise einer Bande Ganoven, die es auf den Hundertjährigen abgesehen hat, oder einem Komissar, der den Entlaufenen wieder einfangen soll, sind sehr gut aufgebaut und beschrieben.
Besonders gut gelungen ist die Gratwanderung zwischen Fiktion und Realität. Allan macht im Laufe seines Lebens Bekanntschaft mit den wichtigsten Politikern. So schließt er beispielsweise Freundschaft mit General Franco und hält nicht viel von Stalin...


Das Buch ist überwiegend in indirekter Rede geschrieben, sodass der Schreibstil für mich zu Beginn etwas schwer zu lesen war. Toll finde ich, dass man dank des Schreibstils, zwischen den Zeilen was dafür sorgt, dass man das Buch nicht "in einem Rutsch durchlesen" kann.
Zu dem schwierigen Schreibstil hat Otto Sanders Umsetzung des Romanes sehr gut gepasst. An sich ist man von Hörbüchern ja gewohnt, dass sich die Hörbuchsprecher richtig ins Zeug legen, um den Charakteren verschiedene Stimmen zu verleihen. Otto Sander hingegen hat hier mit sehr subtilen aber guten Mitteln gearbeitet und überzeugt. Gerade das hat mir hier richtig gut gefallen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl die Geschichte als auch die Hörbuchumsetzung sehr gut gelungen sind. Obwohl ich eigentlich gegen gekürzte Hörbücher bin, hatte ich hier an keiner Stell das Gefühl, dass mir ein wichtiges Detail der Geschichte fehlt.
Ich kann mich den Begeisterungsstürmen also nur anschließen und das Buch guten Gewissens weiterempfehlen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 



* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.