Freitag, 31. Oktober 2014

Schreibmarathon - Fazit im Oktober



Hallo meine lieben Halloweenbegeisterten Leser,
heute ist der letzte Oktobertag und es wird somit Zeit für mein erstes Fazit.
Also... auf geht's


ZAHLEN UND FAKTEN

Ziel des Monats: 6200 Wörter
Geschriebene Wörter: 9208
Wortschulden: 0
Im Wort Plus: 3008
Ziel für November: 6000 Wörter


ZU LESENDE ERGEBNISSE

Folgende Blogbeiträge sind in diesem Monat entstanden:

Rezension zu "Splitter"
Die neue Kategorie: Literatur hautnah
Mein Bericht von meinem Besuch bei der Frankfurter Buchmesse
Neue Kategorie: Studieren mit Sehbehinderung

Diesen Monat habe ich auch mein neues Projekt mit dem Titel "Die Scheune" angefangen. Lange habe ich überlegt, ob ich hier Textauszüge posten soll. Ich hab mich nun dagegen entschieden, weil ich momentan nter dem Aspekt schreibe, Projekte bei Verlagen zu veröffentlichen. Das kommt nicht so gut, wenn die Geschichten schon kostenlos auf einem Blog zu lesen sind.
ABER ich dachte mir, dass ich die Bearbeitung meiner Aufgaben poste. Da eine Aufgabe für zwei Monate gilt und ich zwei Charaktere habe, gibt's pro Monat eine bearbeitete Aufgabe von mir.
(Ich dachte mir spaßeshalber: Wenn die Geschichte wirklich mal veröffentlicht werden sollte, ist das dann eine Art Bonusmaterial, also sowas wie "Pottermore" für Harry Potter :-) ).

HIER geht's zur ersten Charaktervorstellung


MEINE EINDRÜCKE

Eigentlich hatte ich gar nicht vor, großartig über meine Eindrücke zu berichten. Diesen Monat habe ich aber zwei tolle Erfahrungen gemacht, die ich auf das Schreiben beziehen konnte. Davon wollte ich euch erzählen.

In meinem Studiengang hatten wir die Möglichkeit "medienpädagogische" Seminare zu wählen. Hier bin ich in der Gruppe "Improtheater" gelandet und habe dort folgende Tipps mitnehmen können:

1. "Wenn dir nichts einfällt, dann such und du wirst was finden."

Bezogen auf das Improtheater: Es geht darum den Raum wahrzunehmen und offen für die Dinge zu sein, die sich im Raum befinden. Das kann eine Steckdose, oder ein Overhead Projektor sein. Zu jedem Gegenstand lässt sich irgendetwas improvisieren.

Bezogen auf das Schreiben: Ich hatte mir für mein aktuelles Projekt vorgenommen, einfach mal drauf los zu schreiben und herauszufinden, wo mich die Geschichte hinführt. Bisher habe ich nach einer Zeit immer großartig geplant und musste dann feststellen, dass ich zu verkopft für die Geschichten wurde. Nachdem ich also so vor mich hingeschrieben habe, war ich nicht wirklich zufrieden mit meinem Beitrag. Der Text hätte alles aber auch nichts bedeuten können. Es ließ sich kein klarer Handlungsstrang erkennen. Ich war kurz davor das Dokument zu löschen, als mich die Kreativität nochmal gepackt hat und ich noch ein paar Zeilen geschrieben habe.
Und tatsächlich schlich sich ein Gegenstand in meine Geschichte ein, der die ein oder andere Idee hervorrief. Die Schreibblockade war gelöst. 

2. Assoziationsspiele

Bezogen auf das Improtheater: Assoziieren soll dabei unterstützen kreativ und spontan zu werden. In verschiedene Spielen geht es um einen darum "Wörter zu ergänzen" oder ganze Geschichten umzumodeln.

Bezogen auf das Schreiben: Noch habe ich das Gelernte nicht umgesetzt, weiß aber auf jeden Fall, was ich tun werde, wenn die nächste Schreibblockade naht.

IN DIESEM SINNE

So den Beitrag wollte ich eigentlich heute Nachmittag veröffentlichen. Nun ist es doch später als gedacht.
Wie erging es euch im Oktober? Habt ihr euer Monatsziel erreicht? Wie kommt ihr mit euren aktuellen Projekten zurecht?

Aufgabe 1 - Charaktervorstellung: Tagebucheintrag

Aufgabe 1 bestand daraus seinen Charakter in Form:
- eines Interviews
- eines allwissenden Erzählers
- oder eines Tagebucheintrages
vorzustellen.

Heute möchte ich Claires Tagebucheintrag mit euch teilen. Viel korrigiert habe ich nicht. Ich hoffe es spricht den ein oder anderen von euch an :-).

CLAIRES TAGEBUCHEINTRAG




Liebe Miff-,

nein ganz ehrlich: Heute ist der Tag an dem du einen neuen Namen bekommst. Wir haben schon lange genug darauf gewartet. Da ich morgen meine Haft – äh ich meine - meinen Ferienaufenthalt auf einem anderen Hof – antreten werde, hatte ich mir eigentlich überlegt, dir so einen typischen Pferdenamen zu geben, obwohl ich noch nicht mal weiß, und seit einer Woche jeden Abend bete, ob, oder dass es dort keine Pferde gibt. Du siehst, ich schweife schon wieder ab. Es ist also noch alles beim alten. Heute ist mir aufgefallen, dass wir eine Art Selbstreflektion über die Ferien machen sollen. Es ist für eine Art Forschungsobjekt. Die meinen doch nicht wirklich, dass ich da mitmache? Für wie bekloppt halten sie mich eigentlich? Dumm nur, dass der Bogen wahrscheinlich benotet wird. Da komme ich also nicht drum rum. Also fangen wir doch gleich mal an:

1. Beschreiben Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Pah! Als ob! Hm... Ich habe es bisher ganz gut geschafft, mir viel Zeit und Raum zu verschaffen, mich aus den wesentlichen Dingen rund um den Hof herauszuhalten. Ich will das Ding später ja nicht übernehmen. Das könnte wohl als gute Eigenschaft gewertet werden.

Wenn ich nicht aufpasse, denke ich den halben Tag über das Leben nach und schreibe meine Gedanken während der anderen Tageshälfte auf. Man könnte es als Tagträumerei beschreiben, ich nenne das hochphilosophisch. Früher war ich viel unterwegs und habe mich des Lebens gefreut. Heute genieße ich die Ruhe und die Natur.

2. Beobachten Sie Ihr Umfeld: Wie agieren Sie in Ihrer Umgebung? Wie reagiert Ihre Umgebung auf Sie?

Naja... wie ich letzte Woche beim Familienfrühstück erfahren habe, denkt meine Familie, dass ich faul bin und mich nicht für meine Umgebung interessiere. Ich stelle leider für mich fest, dass meine Vorstellungen von einem schönen Leben und die meiner Familie in völlig unterschiedliche Richtungen gehen. Was soll man da anderes tun, außer resignieren?

Nun bleibt noch die Frage zu klären, wie ich in meiner Umgebung „agiere“. Wer zum Teufel hat sich diese Fragen eigentlich ausgedacht?

Die Schulzeit hat mich gelehrt möglichst unauffällig, unsichtbar zu erscheinen. Nach den neusten Ereignissen zu urteilen „Ferienaufenthalt zur Neufindung auf einem anderen Hof“, hat sich dieses Verhalten wohl auch auf den Privatbereich ausgelebt.

Ich weiß auch nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll. Jeglicher Protest ist zwecklos, das weiß ich, wenn ich meiner Cousine im Flur begegne oder meine Eltern streiten höre.

3. Welche Ziele und Vorstellungen haben Sie von Ihrem weiteren Lebensweg?

Das sind so breit gefächerte Fragen. Da könnte man jetzt Romane dazu schreiben, oder man beendet es in einem Satz. Ich wünsche mir einen Ort, an dem ich so sein kann, wie ich bin und nicht ständig nach links und rechts schauen muss...

Ach Mi-, verdammt du hast immer noch keinen neuen Namen. Dieser Selbstreflektionsbogen wird von mir bei einem schönen Lagerfeuer verbrannt. Da kannst du Gift drauf nehmen.

Jetzt packe ich erst einmal meine restlichen Sachen. Zum Glück konnte ich meine Eltern überreden alleine zum Hof zu fahren. Das wäre ja noch schöner, wenn sie mir weinend hinterher blicken. Dann würde das Ferienlagerklischee wohl vollends erfüllt.

Montag, 27. Oktober 2014

Eine wie Alaska

Bild von
 
lovelybooks

Steckbrief

Name: Eine wie Alaska (auch als Buch erhältlich)

Autor: John Green
Verlag: DZB (ausgeliehen bei der Deutschen Zentralbibliothek)*
Geeignet für: ab 13 Jahren, oder für Menschen, die gerne Jugendbücher / Dramen lesen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Anne Berg
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext


(aus: "Eine wie Alaska" von John Green, Klappentext von Stille Feder

"Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?"



Meine Meinung


"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist wohl John Greens bekanntester Roman. ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Als ich in einer Facebook Gruppe Werbung für meine Rezension machte, empfahl mir eine andere Buchbloggerin "Eine wie Alaska". Glücklicherweise bin ich an eine ungekürzte Fassung der DZB* (Begriff wird am Ende des Posts erklärt) gekommen.


Kommen wir, wie fast immer, zuerst zur Gestaltung des Buches. Die meisten Bücher der DZB wurden eher schlicht gelesen. Hier hatte ich oft Mühe mich auf den Inhalt des Buches zu konzentrieren und habe mein letztes Exemplar aus der Bücherei sogar abgebrochen, weil ich weder mit dem Inhalt noch mit der Lesung etwas anfangen konnte.

Schon nach den ersten Worten von Anne Berg war ich begeistert von diesem Hörbuch. Hier fiel mir auch zum ersten Mal auf, was mich hauptsächlich an den vorherigen Lesungen gestört hat: Die Sprecher haben in einer langsamen Geschwindigkeit gelesen. Anne Berg hingegen las in "normaler lebendiger Sprechgeschwindigkeit". Ich hatte das Gefühl, als säße sie mir leibhaftig gegenüber und würde mir die Geschichte rund um Miles, Alaska und deren Abenteuer beim Kaffeeklatsch erzählen.

Inhaltlich war ich hin- und hergerissen. Einerseits war ich etwas enttäuscht, weil die Geschichte wohl ein typischer Jugendroman war. Klischees im Internatsleben wie Doppelzimmer, strenge Lehrer, die darauf achten, dass die Schulordnung eingehalten wird, Bandenkriege, oder große Streiche, wurden hier wunderbar bedient. Andererseits hat mich der Mix zwischen Jugendroman und tiefgründigen religiösen Diskussionen, wie das Leben zu sein hat und welchen Sinn das Leben hat, fasziniert. Hier war das Stück Tiefe erhalten, dass mich dazu bewegt hat, weiterzulesen.


Greens großer Vorteil ist auch sein wunderbarer Schreibstil. Er schafft es, den Lesern die Geschichte so nahe wie möglich zu bringen. Nicht nur seine Situationsbeschreibungen sind treffend, auch bei den Dialogen musste ich das ein oder andere Mal schmunzeln.


Leider konnte ich Parallelen zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" erkennen. Dort stehen auch die Tiefe und die Liebesgeschichte bzw. die Dramatik im Vordergrund. Ähnlich war es auch bei "Eine wie Alaska". (Hätte ich mich an die Reihenfolge gehalten und das Buch, welches als erstes erschienen ist, auch zuerst gelesen, wäre meine Bewertung wahrscheinlich anders herum ausgefallen). 


Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Geschichte rund um Alaska zwar gut erzählt und die Handlung spannend dargestellt wird, jedoch wurden mir zu viele Klischees bedient. Mir hat das Buch zwar gut gefallen und ich kann es auch weiterempfehlen, allerdings wird "Eine wie Alaska" nicht zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

DZB = Deutsche Zentral Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte

Hier können blinde und sehbehinderte Menschen Hörbücher, Hörzeitschriften oder Punktschriftbücher kostenlos ausleihen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Mein Oktober 2014

Liebe LeserInnen,
ich glaube der Oktober ist bisher am schnellsten vergangen. Dieser Monatsrückblick wird wohl ziemlich kurz, aber dafür hoffentlich musikalisch. Lasst euch überraschen :-).

Gelesen im Oktober

Alle Studenten unter euch werden das Problem wahrscheinlich kennen. Gelesen werden in den ersten Monaten ausschließlich Fachliteratur, oder die Folien der zuständigen Vorlesung. Da euch der Inhalt höchstwahrscheinlich nicht interessiert, bzw. einige Dozenten extra darauf hinweisen, dass der Inhalt der Folien nicht verbreitet werden darf, hülle ich mich mal in Schweigen und präsentiere stolz das einzige Buch, das ich diesen Monat gelesen habe:

Gelesen / Gehört

Nur die Harten kommen in den Garten

(Bild von lovelybooks)

Inhaltsangabe

(Inhaltsangabe von lovelybooks)

"Wer nicht an sich glaubt, hat schon verloren! Was kann man von ihm lernen? Was sollte man lassen? Wie wird man Superstar? Erfolg ist vielleicht vergänglich - kein Erfolg ewig."

Die Rezension erscheint am: 24.11.




Abgebrochen: Puls von Stephen King

Einen schönen Abends verschwendete ich viel Zeit darauf ein Hörbuch mit dem vielversprechenden Titel "Puls" umzuformatieren, damit mein MP3 Player das gute Stück auch in der richtigen Reihenfolge abspielte.
Am nächsten Morgen freute ich mich, den Tag wieder mit einem Hörbuch beginnen zu können. Leider folgte sofort die Enttäuschung. Mein Tag hatte wirklich friedlich begonnen. Die Geschichte lieferte mir schon die ersten Horrorbilder. King beschreibt eine Stadt, die außer Kontrolle gerät. Mordende Menschen, die Hunden und eigenen Artgenossen Körperteile abbeißen, oder wie die Monster über sie herfallen. Nach ungefähr 20 Minuten beendete ich den ersten Versuch und dachte: "Nee ich habe keine Lust mit einer negativen Geschichte in den Tag zu starten."
Tag 2: Ich hatte die Hoffnung, dass der Großteil des Gemetzels bereits beschrieben worden war und King nun endlich zur Rahmenhandlung kommen würde. Leider wurde auch diese Hoffnung zerstört, weswegen ich meinen MP3 Player den ganzen Oktober über kräftig ignorierte :-).
(Ja mir ist bekannt, das Stephen King Horrorbücher schreibt. Allerdings habe ich auch gehofft, dass es um "Psychoterror" und nicht waschechtes Gemetzel geht).


Was lese ich gerade:

"Brief an mein Leben - Erfahrungen mit dem Burnout" von Miriam Meckel
"Warten auf Gordot und andere Werke" von Samuel Beckett

Was war los im Oktober

Rezensionen: (Gerade noch so im September beendet, aber zu spät für den Monatsrückblick rezensiert):
Splitter

Rezensionen aus der Konserve:
Sonntags Tod von Carla Berling
Ein plötzlicher Todesfall
Die Wunschliste

Der Schreibmarathon - Das Jahresprojekt
Der STARTSCHUSS ist gefallen!

Emma fragt - Die Interviewreihe Jörg Olbrich

Literatur hautnah Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse

Neue Kategorie:
Studieren mit Sehbehinderung

Song(s) des Monats



Es ging wieder los! Anfang Oktober begann die 4. Staffel von "The Voice of Germany". Diesmal verteidigen Michi Beck und Smudo (Fanta 2) von den Fantastischen Vier den Zweier Stuhl der Castingshow. Da kam der obige Ohrwurm über mich und ich freue mich gerade wie ein Honigkuchenpferd das ich das Original Video auf Youtube gefunden habe :-).



Nach einem improvisierten Improtheater Blockseminar startete ich gutgelaunt in meinen Sonntag und erwachte mit dem obigen Lied.
Leider hat Luna Simao ihre musikalische Laufbahn erstmal auf Eis gelegt, weil sie sich erst klar werden möchte, in welche musikalische Richtung es gehen soll. Ich hoffe, dass sie ihren Weg bald gefunden hat und find's toll, dass sie so konsequent ist.

In diesem Sinne...

Wie ihr seht gibt's momentan wenig aktuelle Rezensionen und die mit ~K~ gezeichneten Beiträge übernehmen gerade die Oberhand.
Ich bin froh euch mit jeder Menge Konserven versorgen zu können. So werden die Ge(h)Schichten erstmal nicht vom Aussterben bedroht sein. Ich versuche natürlich - unter anderem weil ich mich im Jahresschreibmarathon befinde - euch weiterhin mit aktuellen Beiträgen zu versorgen. Inwiefern das regelmäßig funktioniert wird sich wahrscheinlich in der nächsten Zeit herauskristallisieren.
Ich wünsche euch eine letzte mit einer Stunde mehr Schlaf im Gepäck Oktoberwoche und hoffe ihr geht am Freitag alle schön "Süßes oder Saures" sammeln.

viele Grüße
Eure Emma

Neue Kategorie - Studieren mit Sehbehinderung - Zur Person


Aus gegebenem Anlass...

Hey ihr Lieben,
seit ungefähr einem Monat darf auch ich mich - endlich - Studentin nennen. Ich studiere Soziale Arbeit. Deswegen dachte ich, ich starte mal eine Rubrik über mein Studentenleben mit Sehbehinderung.
(Bei Bedarf kann ich auch gerne über die ein oder anderen Studieninhalte berichten...).

Sehbehindert? Was ist das?

Viele denken, dass Sehbehinderngen mit "Blind sein" dem "gar nichts" sehen gleichzusetzen sind. Da ich das selbst nicht bestätigen, aber schlecht erklären kann, dachte ich, ich, Google könnte aushelfen. Auf der Seite des BSV (Blinden- Sehbehindertenverein) Südaben steht geschrieben:

"sehbehindert" wer weniger als 30%,
"wesentlich sehbehindert", wer weniger als 10%,
"hochgradig sehbehindert", wer weniger als 5% und
"Blind", wer weniger als 2% sieht.
(aus: Definition sehbehindert von BSV Südbaden)

Das bedeutet: Selbst wer per Gesetz als "blind" gilt, kann Licht (also Unterschiede zwischen Hell und Dunkel), Farben, oder Umrisse von Dingen oder Personen erkennen.

Zur Person - Was ich sehe (oder auch nicht...)

Wenn wir nach der obigen Definition gehen, müsste ich als "wesentlich sehbehindert" durchgehen. Da kein (mir bisher begegneter) Mensch im Volksmund "wesentlich sehbehindert" sagt, habe ich das Wort mal durch "hochgradig" ersetzt und betitel mich deswegen als "hochgradig sehbehindert". In der Praxis heißt das:

  • ich kann Personen und Gegenstände je nach Tagesform bis auf eine Entfernung von 2 Metern scharf sehen (das aber nur auf dem rechten Auge, links geht gar nichts)

Jetzt fragt ihr euch: "OK wie kommst du von A nach B, schaffst es zu lesen und einen Blog zu führen?".

Deswegen führe ich im folgenden Abschnitt mal ein paar meiner Hilfsmittel auf.

Hilfsmittel


Bildschirmlesegerät (BLG)


(Bild von der Hilfsmittelfirma Baum)


Ihr legt das, was ihr lesen wollt, (Brief, Bücher, Kassenzettel etc.) auf die Platte. Auf dem Bildschirm seht ihr dann den vergrößerten Text. Hinzu kommt, dass mit dem Gerät auch die Helligkeit und der Kontrast bestimmt werden kann. (Ich bevorzuge weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund :-) ).

Bildschirmlesegeräte sind Standgeräte, d.h. man trägt sie nicht ständig von A nach B, sondern hat einen festen Arbeitsplatz.

Lupe für unterwegs



(Bild von Conrad)

Wie eine Lupe funktioniert, brauche ich nicht zu erklären. Wichtig zu wissen: Ich bevorzuge die Exemplare mit Licht. So kann ich nicht nur Texte lesen, sondern sie auch zuverlässig als Taschenlampe benutzen, wenn ich bei Freunden übernachte und keine Lust habe, den Lichtschalter zu suchen.

Und wie funktioniert das mit dem Internet?

ZoomText (Vergrößerungssoftware)
Wer der englischen Sprache mächtig ist, wird "zoom" richtig mit "vergrößern" übersetzt haben. Das Programm ist relativ umfangreich daher hier nur die wichtigsten Optionen, die ich mehr oder weniger regelmäßig nutze:
- Texte vergrößern
- den Kontrast verstellen
- mir Texte vorlesen lassen

Kennzeichen / Bekannte Hilfsmittel

Langstock / Blindenstock



(Bild von proaktivo)

Dieses nette Gerät benutze ich, wenn es draußen dunkel ist. Es ist nicht so, dass ich dann "gar nichts mehr" oder "schwarz" sehe. Ich nehme die Lichter einfach nur heller wahr, als meine Umgebung, werde also von ihnen geblendet. Außerdem kann ich auf mir entgegenkommende Menschen / Fahrzeuge nicht schnell genug reagieren.
Um den Stock zu benutzen, muss er aufgeklappt werden. Wer sich jetzt gefragt hat, warum Blinde / Sehbehinderte mit dem Ding so "vor sich her pendeln" bekommt jetzt gesagt: Die Pendelbewegung macht einen Sinn. Der Stock ist immer vor dem Fuß mit dem voraus gegangen wird. Beispiel: Ich mache einen Schritt mit dem linken Fuß, also ist auch die Stockspitze auf der Seite. So können Hindernisse vorab "erpendelt" werden.

Blindenabzeichen (dient einzig und allein zur Kennzeichnung)



(Bild von handicap-aid)

Wer seine Führerscheinprüfung bereits bestanden hat, sollte / dürfte dieses Abzeichen schon mal gesehen haben. Damit sollen sich eigentlich sehbehinderte / blinde Menschen kennzeichen. Warum das Ganze? Unfälle und Aggressionen können vermieden werden, Teilnehmer im Straßenverkehr wisseN: "Vorsicht ist geboten!".
Glücklicherweise brauche ich den Langstock tagsüber nicht, weswegen ich mich mit diesem Abzeichen kennzeichne. 90% meiner Freunde ist dieses Ding aber peinlich oder unangenehm, weil es a) auffällt b) an die NS Zeit erinnert.
Mir ist es auch nicht immer leicht gefallen, damit herumzulaufen. Gerade, weil es eben auffällt. Allerdings denke ich mir, dass ich mich über rücksichtloses Verhalten auf "freier Straße" nicht beschweren brauche, wenn kein Mensch riechen kann, dass ich ihn erst kurz vor knapp wahrnehme.
Daher falle ich lieber positiv als durch negatives Übersehen / Anrempeln auf.

Und wozu jetzt das Ganze?

Wird das jetzt wieder eine Schicksalskategorie a la Castingshow, in der darüber berichtet wird, wie schwer ich es im Leben habe?
Ganz einfache Antwort: Nö!
In dieser Reihe möchte ich:

- Betroffenen Tipps, Tricks und eigene Erfahrungen im Studentenleben mitteilen, wie beispielsweise:
Wie schreibe ich einen Härtefallantrag?
Was ist ein Nachteilsausgleich?
Wie gehe ich am besten mit meiner Behinderung um?

- Interessierte auf das Thema Sehbehinderng aufmerksam machen.
Manche Menschen begegnen Behinderten ihr ganzes Leben lang nicht. Andere werden in der Schule / Uni oder spätestens im Beruf damit konfrontiert. Typische Fragen wie:

Darf man darüber reden, oder verletzt es denjenigen?
Was darf ich fragen?

stehen an der Tagesordnung. Hier möchte ich auch versuchen Mut zu machen, nicht nur die Behinderung, sondern auch "den Menschen dahinter" kennen zu lernen.

Liiiiiiinks - oder rechts?
Zu guter letzt möchte ich euch noch auf zwei Links aufmerksam machen.

Eulenzauber - Erfahrungen in der Ausbildung
Meine ehemalige Klassenkameradin ist mittlerweile auch erfolgreich unter die Bloggerinnen gegangen. Sie liest und schreibt nicht nur fleißig, sondern berichtet auch, wie es ihr mit der gerade begonnenen Erzieherausbildung ergeht und wie sie hier mit ihrer Sehbehinderng zurecht kommt.
Wer also schon immer einmal wissen wollte, was Erzieher so lernen, sollte unbedingt mal vorbeischauen.

Caglas Leben mit Glaukom
Cagla, die im Gegensatz zu Eule (siehe oben) und mir auf ein Pseudonym verzichtet, gilt als gesetzlich blind, verfügt über einen kleinen Sehrest und macht als angehende Sozialarbeiterin Mannheim unsicher.
Sie interessiert sich ebenfalls für Kinder mit Behinderungen und versucht hier ein Netzwerk für Eltern betroffener Kinder aufzubauen. Sie berichtet nicht nur über das Studium, sondern teilt auch interessante Zeitungsartikel oder Diskussionen mit ihren Lesern.

In diesem Sinne...

Der Monster Beitrag kommt zum Ende.
Habt ihr Fragen oder Ideen?
Dann eröffnet die Diskussion, schreibt einen Kommentar oder schickt mir ne Mail. Ich werde versuchen baldmöglichst drauf zu antworten.
viele Grüße
eure (müde) Emma

Montag, 20. Oktober 2014

Ein plötzlicher Todesfall

Bild von Ullstein 
Steckbrief

Name: Ein plötzlicher Todesfall (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: J.K. Rowling
Verlag: Ullstein Taschenbuchverlag
Geeignet für: ab 14 Jahren, oder für Menschen, die gerne Thriller und / oder Dramen lesen
Gelesen oder gehört: gelesen, in deutscher Sprache
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 


(Klappentext von Ullstein Verlag)


"Als Barry Fairbrother plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?.


Meine Meinung 

Als 2012 Rowlings neuer, erster Erwachsenen Roman veröffentlicht wurde, war die Begeisterung zu Anfang groß. Dann folgte die Ernüchterung: Anscheinend hatte das Buch schlechte Verkaufszahlen und konnte viele Menschen inhaltlich nicht überzeugen. 2012 gab es auf der Buchmesse eine Lesung von Christian Berkel, dem Hörbuchsprecher.
Berkel konnte mich stimmlich nicht überzeugen, schnell wurde es im Publikum unruhig. Aber die Textstellen, die er vorlas, interessierten mich inhaltlich sehr. Daher beschloss ich mir ein eigenes Bild von dem neuen "Rowling Buch" zu machen.

Was die Gestaltung des Buchcovers betrifft, sticht sowohl das Hardcover als auch die Taschenbuchversion ins Auge. Auf meinem Exemplar sind die Dächer einer Kleinstadt zu erkennen.

Gleich zu Beginn der Geschichte führt Rowling sehr viele Charaktere ein, was für mich etwas verwirrend war. Anfangs wird die Geschichte aus der Sicht des bald sterbenden Barry Fairbrothers erzählt, der an seinem Hochzeitstag noch einen wichtigen Zeitungsartikel fertigstellen muss und den Tag mit seiner Frau im Golfclub ausklingen lassen möchte. Doch dann stirbt er an einem plötzlichen Herzinfarkt und das Leben einiger Familien in Pagford gerät aus den Fugen.

Die Charaktere in diesem Roman könnten nicht unterschiedlicher sein: Angefangen bei Terri Weedon, einer drogensüchtigen Mutter zweier Kinder, die es zum dritten Mal in ein Methadon Programm geschafft hat, um endlich clean zu werden, bis hin zu Shirley Mollison, die Frau des Gemeinderatsvorsitzenden Howard Mollisons und Barrys größtem Konkurrenten, die sehr an dem Klatsch und Tratsch der Dorfgemeinschaft interessiert ist und die Website des Gemeinderats verwaltet.

Rowling zeigt hier gesellschaftliche Gegensätze auf. Sie beweist mit den verschiedenen Facetten ihrer Charaktere, wie viel sie von einem Menschen wahrnimmt. Beispielsweise ist Terris Tochter Krystal nicht nur die gemeine Schlägerin, sondern wird gerade im Umgang mit ihrem dreieinhalb jährigen Bruder auch als fürsorglich beschrieben. Hier stellt Rowling klar, dass jeder Mensch auch zwei Seiten hat. Interessant finde ich auch, dass sie nicht nur die Charaktere beschreibt, sondern auch erzählt, wie diese von anderen Menschen wahrgenommen werden.

Neben den gut ausgearbeiteten Charakteren haben mir auch die Verstrickung verschiedener Handlungsstränge sehr gut gefallen. Trotzdem erscheint es keinesfalls unrealistisch, dass die schüchterne aber liebevolle Krankenschwester Ruth Price, die nicht viel mit der Dorfgemeinschaft zu tun hat, in Shirley Mollison eine Freundin sieht, obwohl die Frauen nicht unterschiedlicher sein könnten.

Auch inhaltlich behandelt das Buch alles andere als leichte Kost. Von Drogensucht, über Vergewaltigung bis hin zu dem Wunsch einfach nur geliebt und so anerkannt zu werden, wie man ist, gibt einem das Buch viel Stoff zum Nachdenken. Gut dargestellt finde ich auch, wie der Tod des Gemeinderats Barry Fairbrothers, der eine wichtige Rolle in Pagfords Dorfgemeinschaft spielt, einen Stein ins Rollen bringt. Barry ist beinahe auf jeder Seite präsent und selbst nach Beendigung des Romanes bleibt der Eindruck, dass man auch ihn ein bisschen besser kennen gelernt hat.

Nachdem die Problemlagen der verschiedenen Charaktere dargestellt sind, stellt sich nun aber die Frage: Und was jetzt? Müssen wir ihnen auf über 500 Seiten dabei zusehen, wie sie leiden? Auch hier schafft Rowling eine subtile Steigerung. Gerade auf den letzten Seiten spielt sich der Höhepunkt der Geschichte ab und es wird klar, dass man nicht sein Leben lang in der Krise gefangen bleibt.

Nachdem ich das Buch nun beendet habe, kann ich nicht wirklich verstehen, warum viele Kritiken so schlecht ausfallen. Ich bin von dem Roman wirklich positiv überrascht und gerade von der Tiefgründigkeit sehr angetan. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Facetten aufgezeigt, bearbeitet und auch abgeschlossen werden.
Von daher kann ich das Buch guten Gewissens weiterempfehlen. 


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Montag, 13. Oktober 2014

Frankfurter Buchmesse 2014



(Bildquelle: Copyright bei "Frankfurter Buchmesse" Bild von: Frankfurter Buchmesse)
In einem mehr oder weniger (un)bewussten zwei Jahres Rhythmus besuche ich die Frankfurter Buchmesse. Dieses Jahr war ich Freitag und Samstag in den heiligen Hallen und möchte euch in diesem Bericht von meinen Erlebnissen erzählen.

Eigentlich wollte ich mit einer Germanistik Studentin und einer (Neu)Bloggerin zur Buchmesse fahren. Leider haben mir beide kurzfristig abgesagt, weswegen ich mich am Freitag alleine auf den Weg nach Frankfurt gemacht habe.
Übernachten wollte ich bei einer Freundin, die in der Nähe von Friedberg wohnt. So habe ich zwei Highlights an einem Wochenende gehabt.

Wer von euch eine Frau mit fettem Eastpack Rucksack und einem Blindenabzeichen gesehen hat, dem wird in diesem Moment klar werden: Das war ich!

Tag 1 - Anreise, eine Schar Buchpiloten und ein Fitti mit'm Bart 

Anreise

Meine Anreise lief beinahe perfekt. Alle Anschlusszüge wurden erreicht und ich hatte schon das Gefühl, dass die Deutsche Bahn zu mir hielt. Am Mannheimer Bahnhof - eine Stunde von Frankfurt entfernt - machte die Bahn ihrem Namen wieder alle Ehre und brachte mir 45 Minuten Verspätung ein. Mir war klar: Die ersten Programmpunkte auf meinem Veranstaltungskalender konnte ich also abhaken. Es war zwar schade aber trotzdem kein Weltuntergang. Schließlich hätte ich nicht gedacht, dass ich wirklich alleine zur Buchmesse fahren würde. 



Programm für den Tag 

14:00 - 14:30 Uhr - Best of Magazin "druckfrisch" mit Denis Scheck
15:00 - 16:00 Uhr - swr2 forum Buch Literaturmagazin mit mehreren Gästen
16:00 - 17:00 Uhr - MC Fitti - Aus meinem Auspuff kommt Konfetti 


MC Fitti - "Aus meinem Auspuff kommt Konfetti"

Als ich dann schließlich am Messegelände ankam, machte ich mich sofort auf die Suche nach der Open Stage. MC Fitti gehörte zu den Higlights meines Messeprogramms. Als ich das kleine überdachte Zelt erreichte, wurden gerade die Buchpiloten, eine Schar wissbegieriger Kinder, verabschiedet. Ich hatte also ein bisschen Zeit die Szenerie zu beobachten. Zum Abschied wurde ein Lied gesungen und der Moderator forderte die Kinder auf, die für die Helfer hinter und vor den Kulissen zu applaudieren. Auf mich wirkte er aber etwas aufgesetzt. Er legte eine übertriebene Fröhlichkeit an den Tag. Allerdings kam das bei den Kindern wohl gut an und das ist ja die Hauptsache.

Da ich schon so früh da war, konnte ich mir einen Platz in der ersten Reihe sichern. Während die Bühne umgebaut wurde, musterte ich meine Umgebung, die eilig heranströmenden Zuschauer. Ich hatte den Eindruck - neben den (un)freiwillig anwesenden Erziehungsberechtigten den Altersschnitt des Publikums ziemlich anzuheben. Links neben mir saßen zwei Kinder, die schätzungsweise 8-10 Jahre waren. Rechts platzierte sich eine kleine Gruppe Jugendlicher. Kurz vor Veranstaltungsbeginn bekamen diese aber kalte Füße und verzogen sich lieber in die scheinbar sichere Reihe Nummer 2.


 
Zur Person: 

MC Fitti ist gelernter Elektriker. Er hat einen Zivildienst in einer Behindertenwerkstatt absolviert und da seine soziale Ader entdeckt. Richtig bekannt wurde er vor ungefähr zwei Jahren mit Youtube Videos. Ich habe ihn letztes Jahr bei Raabs "Bundesvision Song Contest" entdeckt und fand den Mann mit dem Bart irgendwie lustig.

(Bild: Ayasha Mack; Darauf zu sehen: MC Fitti und seine Truppe; Informationsquelle: Infos von der Veranstaltung) 

Zur Veranstaltung
Die erste halbe Stunde wurde Fitti interviewt. Hier stellte er zum einen das Buch vor, oder erzählte auch von seinem Alltag. Ihm ist es wichtig, dass seine Freunde mit von der Partie sind. Jeder aus der Gruppe hat seine Aufgabe, wie z.B. zwei Freunde, die den Soundcheck übernehmen, ein dritter, der für gutes Bildmaterial sorgt. Er unterbrach das Gespräch auch immer wieder um Freunde auf die Bühne zu holen, oder sich zu erkundigen, was Freunde, die dabei waren die Runde zu verlassen, vor hatten.
In dem Buch berichtet er über alltägliche Dinge, wie das Abhängen mit Freunden und führt hierbei auch in die Jugendsprache ein. "Abhängen" oder "Chillen" ist out. Das nennt sich jetzt "kornern" und meint, sich gemütlich irgendwo hinsetzen und miteinander reden. Zudem hat er immer wieder ein paar Seiten aufgeschlagen um Schnappschüsse seiner Freunde zu präsentieren.



(Bild von: Ayasha Mack)
Der zweite Teil der Veranstaltung wurde dann auch der musikalische Teil.  Hier wurden erste Songs aus dem aktuellen Album performt. Allerdings bin ich nach etwa zwei Liedern gegangen, da ich um kurz nach 17:00 Uhr mit der S-Bahn Richtung Frankfurt Hbf weiterfahren wollte und mir nicht sicher war, wie lange ich zum Ausgang brauchen würde.

Mein Eindruck von der Veranstaltung: 

Ich habe einen sehr positiven Eindruck von MC Fitti und seiner Clique. Sie haben den Ghetto Style nicht nötig, sondern versuchen (Über)lebenstipps in einfache bildhafte Sprache zu verpacken. So erklärte Fitti beispielsweise, dass es wichtig sei, dass der spätere Beruf Spaß mache und man deswegen auch motiviert zur Arbeit gehe. Wenn man unglücklich in seinem Beruf sei, wäre das wie eine nervige Fliege, die einen einfach nicht in Ruhe lasse.
Außerdem habe er erklärt, dass es ihn aufrege, wenn Freunde pausenlos vorm Smartphone hängen und sofort jede neue Nachricht beantwortet werden müsse. Ihm sei es lieber, man unterhalte sich und lasse das Smartphone mal eine halbe Stunde links liegen.
Auch in seinen Liedtexten versucht er teils satirisch teils ernst auf gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen. Das gefällt mir sehr gut, weil er nicht "moralisierend" durch die Gegend läuft, sondern die richtige Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Spaß vermittelt. Allerdings muss ich sagen, dass ich aus dem Alter der Fitti Songs herausgewachsen bin. "Fitti mit'm Bart" bleibt wohl mein Lieblingssong :-).

Tag 2 - Planlos durch die 3er Hallen, Fitzek liest ohne mich, ein Besuch beim blauen Sofa 

Geplante Programmpunkte: 10:00 - 10:50 Uhr - Wake up Slam
12:00 - 12:30 Uhr - "Passagier 23" Sebastian Fitzek stellt seinen neuen Roman vor
14:30 - 15:00 Uhr - "Von Erholung war nie die Rede" - Andrea Sawatzki stellt ihr neues Buch vor 


Am Freitag Abend beschloss ich kurzerhand den nächsten Tag gemütlicher anzugehen und auf den "Wake Up Slam" zu verzichten. Schließlich findet eine mit Sicherheit gleichwertige Veranstaltung alle paar Wochen bei mir zu hause statt.
Also kam ich erst um 11:30 Uhr an der Messe an.

Passagier 23 reist ohne mich - dafür aber eine nette Begegnung

Ich machte mich sofort auf die Suche nach der Halle 3.1. Dort sollte um 12:00 Uhr der neue Roman von Sebastian Fitzek vorgestellt werden. Ich betrat die Halle und prompt setzte meine Orientierungslosigkeit ein. Die Stände leuchteten, doch die Deckenbeleuchtung strahlte durch Abwesenheit. Die Beschriftungen der Verlagsstände oder Kennzeichen, die mir deutlich machten, in welchem Abschnitt ich mich gerade befinde, konnte ich nicht lesen. Also half nur eins: Durchfragen. Obwohl in der Messehalle viel Betrieb herrschte, es beinahe jeder eilig hatte, begegnete mir kein unfreundlicher ignoranter Messebesucher. Leider fand ich den Droemer Knaur Stand eine halbe Stunde zu spät. Dort hatte sich eine Menschenmenge aufgebaut, die wohl darauf hoffte Autogramme des Autors zu bekommen. Ich begann zu kalkulieren: Menschenmenge + ich mit fettem Rucksack:
Ab- und aufwägen: Mit viel Gequetsche würde ich mein Ziel schon erreichen. Doch eigentlich hatte ich keinen Nerv mich durch die Menschenmenge zu wühlen. Also zog ich kurzerhand weiter um ein paar andere Stände der Halle zu besichtigen.

Ich entdeckte einen kleinen Stand von "Univesal" und nahm zwei Personen wahr, die in eine lebendige Unterhaltung vertieft schienen. Als die Worte "Lesen" und "Blog" fielen wurde ich hellhörig. Sollte ich zufällig eine andere Bücherbloggerin kennen lernen?
Schnell stellte sich heraus, dass sich hier Schriftsteller Ivan von Psychothriller Club und Bloggerin Monica von dem Blog Bücherloewe angeregt über die Hörspielreihe "Porterville" unterhielten. In der Serie werden wohl Geschichten aus der Bibel aufgearbeitet. Es klang ziemlich abenteuerlich...
Monica erzählte, dass sie gerade dabei sei, ihren Blog zu etablieren. Da wollte ich ihr unbedingt den Tipp mit den Blogger Facebook Gruppen geben, da man hier nicht nur für den Blog werben kann, sondern auch nette Leute kennen lernt :-). So haben sie und Ivan dann die ersten Visitenkarten von den Ge(h)Schichten bekommen.

Allerdings wurde eher ein "Wie weiche ich den Menschen aus"- und vor allem: "Wie finde ich den Ausgang?" aus meiner Halleninspektion. Aber es hat sich in jedem Fall gelohnt. Zudem hat es noch für einen kurzen Besuch biem Stand des Hörverlags gereicht. Nach einem Blick auf meine Uhr wollte ich mich in Richtung des blauen Sofas begeben. Schließlich sollte zumindest ein Programmpunkt des letzten Tages besucht werden.

Andrea Sawatzki - "Von Erholung war nie die Rede" 

Zur Person: 

(Bild von: Ayasha Mack)#

Andrea Sawatzki wuchs in einer Pflegefamilie auf. Sie interessierte sich schon während der Pubertät für das Schreiben. Allerdings entschied sie sich dann doch für das Schauspiel. Heute ist sie mit dem Schauspieler Christian Berkel verheiratet, der übrigens auch als Synchronsprecher tätig ist. Beide haben zwei Kinder.

Zur Veranstaltung:

Bild von: Ayasha Mack)

Andrea Sawatzkis Roman "Von Erholung war nie die Rede" ist die Fortsetzung von "Tief durchatmen, die Familie kommt". Auch hier geht es wieder um Protagonistin Gundula, die mit ihrer Schwiegermutter in den Urlaub fährt. Dann geärt alles außer Kontrolle und eine turbulente Reise beginnt. In dem Roman spielt auch die Beziehung zwischen Gundula und ihrem Mann eine Rolle. Beide kommen mittlerweile in die Jahre und haben noch unerfüllte Träume. Jedoch schaffen sie es nicht sich darüber auszutauschen.

Andrea Sawatzki berichtete, dass es ihr stellenweise ähnlich ergehe, wie ihrer Protagonistin Gundula. Auch sie habe sich gefragt, welche Erwartungen sie noch an das Leben habe, was sie sich wünsche. So sei sie auf die Idee gekommen, sich als Autorin und Sängerin zu probieren. Zudem habe sie erzählt, dass ihr Roman nun verfilmt werde und sie die Hauptrolle spielen könne.

Meine Eindrücke: 

Ich war sehr begeistert eine Schauspielerin wie Andrea Sawatzki, die ja nicht gerade unbekannt ist, einmal aus der Nähe sehen zu können. Das Gespräch fand ich sehr interessant, weil es nicht ausschließlich um Sawatzkis Bücher ging, sondern sie auch die Möglichkeit hatte etwas aus ihrem Leben zu erzählen.
Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es kein "flüssiges" Interview war. Das Gespräch war hier und da von Rückfragen und ein paar falscher Informationen, wie beispielsweise, dass Frau Sawatzki und ihr Mann ein Interview in der Gala über die Ehe gegeben haben, oder ihr Mann sie zum Singen überredet habe, beschattet.

Ansonsten fand ich es aber eine rund um gelungene Veranstaltung.

Fazit 

Lange habe ich überlegt, ob es sich überhaupt lohnt, alleine auf eine Buchmesse zu gehen. Schließlich würde ich meine Freude über die besuchten Veranstaltungen nur begrenzt mit anderen Leuten teilen können. Zudem stellte sich die Frage, wie die Sache mit der Orientierung auf dem Messegelände funktionieren sollte. Kurzerhand habe ich beschlossen das Wagnis einzugehen und wurde nicht enttäuscht.
Ich hatte einen kurzen aber schönen Trip nach Frankfurt und hoffe nächstes Jahr wieder einen Besuch auf der Buchmesse einrichten zu können.


Die neue Kategorie - Literatur hautnah

Hey ihr Lieben,
an dem ein oder anderen Bücherfan ist die Frankfurter Buchmesse sicher nicht spurlos vorbeigegangen. Da ich dieses Jahr auch wieder mit von der Partie war, werde ich einen Messebericht über die Veranstaltung schreiben.
Kurzum: Mir kam die Idee, eine Rubrik über "reale" Literaturveranstaltungen zu starten. Schließlich gibt es ja sowohl virtuelle Treffen, wie beispielsweise Schreib- oder Lesenächte, sondern eben auch die Veranstaltungen "zum anfassen".
Deswegen: heißt die neue Kategorie "Literatur hautnah" willkommen und lasst euch überraschen, was es dort so zu lesen geben wird. (Ich weiß es selbst noch nicht genau :-)). viele Grüße
Emma

Sonntags Tod

Bild von amazon
Steckbrief

Name: Sonntags Tod 
Autor: Carla Berling
Verlag: Selbstverlegerin, erhältlich bei amazon als Print- und eBook Version 
Geeignet für:
 Menschen, die gerne Krimis lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext 


(Klappentext von: "Sonntags Tod" von Carla Berling)


"In der kleinen Stadt scheint die Welt in Ordnung zu sein - bis der Hotelier Richard seine Frau Verena und sich selbst tötet. Ira Wittekind kehrt zur Beerdigung der Freundin an den Ort ihrer Kindheit zurück. Die Reporterin wird wenig später Zeugin, als eine halb verweste Leiche in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Und dann entdeckt sie den tragischen Zusammenhang zwischen dem Tod von Verena und Richard, dem Toten im Dreck und einem schrecklichen Unglück in der Vergangenheit." .


Meine Meinung 

Ende 2013 erreichte mich eine Email von der Autorin Carla Berling. Sie wollte mir ihren Roman "Sonntags Tod" als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellen. Von dem ersten Kontakt war ich positiv überrascht. Bei vielen Rezensionsanfragen hatte ich bisher das Gefühl, dass sich die Autoren wenig mit meinem Blog beschäftigt haben, sondern froh waren, überhaupt einen Bücherblogger gefunden zu haben. (So befand sich schon die ein oder andere Fantasy- oder Dystopienanfrage in meinem Posteingang).
Bei Frau Berling hatte ich den Eindruck, dass sie sich auch mit den Inhalten meines Blogs auseinandergesetzt und somit herausgefunden hat, dass ich gerne Krimis lese :-).
Kurzum: Schnell befand sich der Roman in meinem Posteingang und ich konnte mit dem Lesen beginnen.

An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass dies meine erste eBook Rezension ist. Da ich keinen eReader besitze und ungern längere Texte am PC lese, habe ich mir den Roman mithilfe meiner Sprachausgabe vorlesen lassen, was auch nochmal ein Erlebnis für sich war. Oben verlinke ich allerdings auf die Taschenbuchausgabe.

Nun zum Roman: Die beiden Handlungsstränge der Geschichte, zum einen der tragische Tod von Verena und Richard, dann der mysteriöse Tote, haben mir sehr gut gefallen. Schön fand ich, dass die Stränge gut miteinander verbunden waren. Sie gingen wunderbar ineinander über. Hier wurde das Gefühl, auf dem Dorf gelandet zu sein, wo jeder jeden kennt, bestätigt. Die "Vernetzungen" der verschiedenen Charaktere schienen aber keinesfalls unrealistisch.

Den Inhalt fand ich sehr realistisch, weil er sich mit den typischen Problematiken von Familien, die auf dem Land leben, beschäftigt. Hier gibt es bestimmte Werte und Normen, an die man sich zu halten hat. Es wird wenig diskutiert, sondern viel "angepackt", oder "ausgesessen". Frau Berling beschreibt, dass es auch in einem gut funktionierenden Familien"imperium" keine heile Welt gibt.

Allerdings hatte ich Mühe, mich in die Charaktere hineinzuversetzen. Stellenweise waren sie zwar richtig gut dargestellt, wie beispielsweise zwei alte Tanten, die auf Hof "Eskendor" leben, oder Iras Hundedame Tante Erna. Andererseits wurde mir zu viel geredet. Ira hat es sich zur Aufgabe gemacht, zwei Todesfälle aufzudecken. Daher führt sie viele Gespräche mit den Dorfbewohnern, oder Familienangehörigen. Hier hatte ich das Gefühl, dass manchmal ganze Biografien erzählt wurden. So tat mir der ein oder andere Charakter zwar leid, aber nicht, weil ich mich "innerlich" mit ihm verbunden gefühlt, sondern einfach, weil ich mehr und mehr Informationen über ihn bekommen hatte. Aus diesem Grund fehlte es für mich auch etwas an Spannung.

Ich kann aber sagen, dass das Thema des Romanes definitiv getroffen ist und ich trotzdem das Gefühl hatte, alte Bekannte zu treffen. Außerdem hat mir die rheinländische Natur, die gerade in den Dialogen sehr gut zur Geltung kommt, gut gefallen. Weiterempfehlen kann ich den Roman trotzdem, weil es ein subtiler Krimi ist und die Tatsachen erst nach und nach ans Licht kommen. Ich finde, dass die Geschichte auch gut in ein Fernsehvorabendprogramm passen würde. 


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Sonntag, 12. Oktober 2014

Ge(h)fragt - Jörg Olbrich

Hallo Jörg, herzlich willkommen bei den Ge(h)Schichten. Stell dich doch kurz vor. Wie bist du zum schreiben gekommen?

Ich werde im Sommer dieses Jahres 44 Jahre alt, bin verheiratet und habe vier Kinder. Gemeinsam mit meiner Familie und unserem Hund wohne ich in einem recht kleinen Ort in Mittelhessen.

Ich habe schon als Kind sehr viel gelesen und habe immer einen ganzen Stapel Bücher zu Hause liegen, die ich mir noch vornehmen will. Ansonsten unternehme ich viel mit Freunden und wenn die Zeit es zulässt beschäftige ich mich mit meinen Geschichten. Die besten Ideen dazu habe ich, wenn ich gerade im Auto sitze, oder mit dem Hund unterwegs bin :-) 

Mit dem Schreiben habe ich relativ spät begonnen. Angefangen hat alles im Herbst 2003. Ich habe aus Spaß an einer Ausschreibung für einen Kinderkalender teilgenommen, in dem es jeden Tag eine Kurzgeschichte für Kindergartenkinder geben sollte. Als die Geschichte dann genommen wurde, habe ich mich intensiver mit dem Schreiben befasst und zunächst sehr viele Kurzgeschichten im Netz gelesen und kommentiert. Ab 2004 habe ich dann an verschiedenen Ausschreibungen teilgenommen und inzwischen etwa 20 Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht.

2009 erschien mit „Das Erbe des Antipatros“ im Scratch-Verlag mein erster Roman. 2011 folgte „Das Geheimnis der Ronneburg“ im Verlag Saphir im Stahl.

Dein aktueller Roman heißt „Hilmer“. Um was geht es in dem Buch? Wie bist du auf die Idee gekommen?

„Hilmer“ ist ein Lemming. In seinem Volk ist es Sitte, dass sich seine Artgenossen mit Vollendung des 15. Lebensmonats freiwillig in den Tod stürzen. Als Hilmer mit seinen Vettern auf dem Todesfelsen steht und auf seinen Sprung wartet, entschließt er sich plötzlich bei diesem Irrsinn nicht mitzumachen und will weiter leben. Bei seinen Artgenossen stößt das natürlich auf große Gegenwehr und der Lemming muss um sein Leben kämpfen.

Ich bin ein großer Fan von Nichtlustig. In den Cartoons begehen Lemminge auf die unterschiedlichsten Arten Selbstmord oder freuen sich auf den Tod. Mir kam dann der Gedanke, was wohl passieren würde, wenn sich einmal ein Lemming weigert bei diesem Irrsinn mitzumachen. Die Idee hat mich dann nicht mehr losgelassen und so ist „Hilmer“ entstanden.

Wie lange hast du an „Hilmer“ gearbeitet?

Für die erste Version habe ich etwa drei Monate gebraucht. Danach noch einmal so lange für die Einarbeitung der Hinweise meiner Testleser und die abschließenden Korrekturen nach dem Lektorat.

Gibt es Charaktere in dem Roman, die dir ans Herz gewachsen sind, oder die du am liebsten den „Felsen“ hinuntergeworfen hättest, bevor sie das eigentliche Lebensjahr erreicht haben?

Neben Hilmer sind meine Lieblingsfiguren Henni & Hörg. Ein sehr guter Freund (Benni) hat mich in einer Mail Hörg genannt. Im Spaß habe ich darauf natürlich entrüstet reagiert. Er schrieb dann zurück, dass das doch lustig sein „Henni & Hörg“. In dem Moment hatte ich wirklich ein Bild vor Augen und so sind die beiden in die Geschichte gekommen. In der Fortsetzung werden die beiden eine noch größere Rolle spielen.

Am liebsten die Felsen herunter geworfen hätte ich Helmut, der in der Story den Part des „Bösen Gegenspielers“ übernimmt.

Du bist ja auf der Onlineplattform des Droemer Knaur Verlages tätig. „Hilmer“ hat es unter die 10 besten Bücher geschafft und wurde somit schon ins Lektorat zur Prüfung gegeben. Wie bist du auf die Plattform aufmerksam geworden? Warum hast du dich ausgerechnet für die Plattform entschieden? Schließlich bietet „bookrix“ ja eine Self-Publishing Möglichkeit.

Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, „Hilmer“ als eBook zu vermarkten und bin dabei auch „Neobooks“ gestoßen. Hier hat der Wettbewerb gegenüber „bookrix“ den Ausschlag gegeben. Ich wollte die Chance nutzen „Hilmer“ ins Lektorat von Droemer Knauer zu bekommen, was ja dann auch geklappt hat. Auch wenn „Hilmer“ nicht ins Verlagsprogramm gepasst hat, so habe ich doch ein Gutachten dazu bekommen.

Widmest du dich hauptberuflich dem Schreiben? Falls nicht, welchen Beruf übst du aus und wie teilst du dir die Zeit zum schreiben ein?

Hauptberuflich habe ich als Leiter Rechnungswesen in einem Krankenhaus überwiegend mit Zahlen zu tun. Lesen und das Schreiben ist dazu ein sehr schöner Ausgleich.

Feste Schreibzeiten habe ich nicht. Wenn ich gerade an einer Geschichte arbeite, versuche ich so viel Zeit wie möglich dafür zu nutzen. Es ist aber längst nicht so, dass dies jeden Tag klappt. Es gibt aber auch Phasen zwischen zwei Projekten, in denen ich mal 2 oder 3 Monate gar nicht schreibe und mich um andere Sachen kümmere, die liegen geblieben sind.

Und auch von dir möchte ich wissen: Literaturagentur / Verlag oder Self-Publishing?

Ich denke, dass man das nicht so pauschal beantworten kann, weil alles je nach Situation der richtige Weg sein kann.

Der Traum eines Autors ist es natürlich seinen Roman bei einem größeren Verlag unterzubringen. Ich denke, das wird gerade für noch unbekannte Autoren nur über eine Agentur möglich sein. Für „Hilmer“ hat eine der größten deutschen Agenturen das Manuskript angefordert, nachdem ich eine Leseprobe eingereicht hatte. Geklappt hat es aber leider nicht.

Ich habe zwei Romane in kleineren Verlagen veröffentlich. Grundsätzlich finde ich den Weg über Verlage oder Agenturen schon richtig.

Je nach dem um was es für ein Werk geht, kann aber Self-Publishing der richtige Weg sein. Bei Hilmer hat es sich angeboten, die Story als eBook selbst zu veröffentlichen. Mein Sohn macht Taekwon-do. Ich habe für die seine Schule ein Stück geschrieben, das als Kampftheater aufgeführt wurde. Dazu habe ich über Bod ein Begleitbuch drucken lassen. Es ging hier nur darum, dem Zuschauer die Geschichte zum nachlesen anbieten zu können.

Auf keinen Fall würde ich für die Veröffentlichung eines Buches einen Druckkostenzuschuss bezahlen. Davon sollte man die Finger lassen.

So nun kommen wir zum Ende meines Fragekataloges. Jetzt möchte ich mich bei dir bedanken, dass du dir die Zeit genommen hast, auf die Fragen zu antworten. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann auf einer Buchmesse wieder.


Ich möchte Dir ebenfalls für das schöne Interview danken. Hat Spaß gemacht. In 2014 werde ich vielleicht auf der Buchmesse sein, auf jeden Fall aber auf dem BuchmesseCon in Dreieich.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht