Freitag, 5. September 2014

Silber - Das erste Buch der Träume

Bild von Argon Verlag
Steckbrief

Name: Silber - Das erste Buch der Träume (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: ab 14 Jahren, oder für Menschen, die gerne Jugendbücher / Fantasy lesen
Gelesen oder gehört: gelesen, in ungekürzter Fassung
Sprecher: Simona Pahl
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Argon Verlag

"Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil ... Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen ..."


Meine Meinung

Nachdem der letzte gelesene Roman ("Der Fliegenfänger") eine tragische Geschichte geliefert hat und ich das Gelesene somit erst einmal verdauen musste, wollte ich nun etwas Leichtes, eine Geschichte, die mich unterhält und auf andere Gedanken bringt, aber nicht zu banal daherkommt. Da kam "Silber - Das erste Buch der Träume" der Auftakt einer Trilogie, wie gerufen.

Kommen wir erst einmal zur Gestaltung. Das Buch ist in ungekürzter Fassung gelesen. Diese Tatsache hat mir besonders gut gefallen. Ich habe den Eindruck, dass viele Bestseller in gekürzten oder autorisierten Fassungen gelesen werden, einfach, weil es wahrscheinlich günstiger ist und Zeit spart. Natürlich sind diese Versionen nicht unbedingt schlechter, allerdings frage ich mich dann immer, welche Teile weggelassen wurden. In der Buchhandlung bekommt man schließlich auch "das ganze Buch".
Simona Pahl liest die Geschichte rund um Liv, die einem dämonischen Geheimnis auf die Schliche kommt, wirklich sehr gut. Sie schafft es die Geschichte, deren Lebendigkeit und die Vielfalt an Charakteren wunderbar zu transportieren. Gerade ihre Imitation des bayrischen Kindermädchens Lotti, hat mir besonders gut gefallen.

Der Inhalt liegt klar auf der Hand: Ein Hauptteil der Handlung findet in den Träumen statt. Liv erkennt, dass nicht nur sie merkwürdige Träume hat. Auch die vier Jungs können sich am nächsten Tag an das Geträumte und an die im Traum vorkommenden Personen bestens erinnern...
Der Inhalt der Geschichte ist gut aufgebaut. Es gibt keine großartig zu lüftenden Geheimnisse. Auch wird der Leser nicht mit zu viel Informationen gefüllt, was mich beispielsweise beim ersten Band der Edelstein-Trilogie gestört hat. Kerstin Gier schafft es, einerseits die wichtigsten Infos über die Traumwelt zu vermitteln, andererseits aber auch eine Geschichte zu erzählen.

Besonders gut gefallen mir die vielfältigen Charaktere. Der ein oder andere wird jetzt vielleicht sagen: "Haha hier wird sich an Klischees gehalten". Ich finde aber, dass gerade der Macho, die verpeilte Mutter, oder die zickige Stiefschwester sehr authentisch rüberkommen und solche Personen im wahren Leben durchaus vertreten sind.

Das Schöne an "Silber" ist, dass hier ein Wechsel zwischen An- und Entspannung stattfindet. In Livs Leben passiert, nach der Entdeckung der scheinbar lebendigen Traumwelt, ziemlich viel. Jedoch gibt es genügend Passagen in dem Roman, die das normale Teenager Leben widerspiegeln, wie beispielsweise die erste Liebe oder Unsicherheiten über neue Familienstrukturen.

Mein einziger Kritikpunkt - und dieser spricht eher für Kerstin Gier - ist folgender: Der Spannungsbogen läuft auf einen ganz klaren Höhepunkt hinaus. Als diese brenzlige Situation überstanden ist - es geht um Leben und Tod - fällt der Bogen langsam Stück für Stück ab und mir wurde klar: Die Geschichte ist bald zu Ende! Ich hätte noch 10 weitere Stunden mit Livs Abenteuer verbringen können und freue mich schon sehr auf den zweiten Band der Trilogie!

Stilistisch hält Kerstin Gier sich an die "typischen" Jugendbücher, was aber wunderbar zu der Geschichte passt. Gier schafft es spannende Szenen und witzige Dialoge so darzustellen, dass sie den Leser in die Geschichte eintauchen lassen. Ich habe mich mit den Charakteren gefreut, mit ihnen gelitten und an spannenden Stellen vor Erleichterung aufgeatmet.

Was den Gesamteindruck betrifft hat "Silber - Das erste Buch der Träume" meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Als ich das Buch letztes Jahr im Buchhandel gesehen habe, wusste ich lange nicht, ob ich es mir wirklich wünschen sollte, weil ich Angst hatte, dass die Geschichte der "Edelstein"-Trilogie ähnelt. "Silber" konnte mich glücklicherweise vom Gegenteil überzeugen. Zudem hat Kerstin Gier es geschafft mein Interesse für die weiteren Bände zu wecken.
An dieser Stelle also nochmal ein herzliches Dankeschön an den Argon Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Wer also einen unterhaltsamen Jugendfantasyroman sucht, sollte sich "Silber - Das erste Buch der Träume" auf jeden Fall genauer anschauen.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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