Sonntag, 28. September 2014

Mein September 2014

Und wieder ist ein Monat vorbei. 
Es wird Zeit für einen neuen Monatsrückblick.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Gelesen im September

Gelesen / gehört: 6 Hörbücher

Silber - Das erste Buch der Träume

(Bild von Argon Verlag)

Klappentext

(von Argon Verlag

"Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil ... Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen ..."


Meg Finn und die Liste der vier Wünsche 

(Bild von amazon)
Klappentext

(von HörbuchHamburg)

"Die 14-jährige Meg Finn hat bereits einiges auf dem Kerbholz, aber nun ist sie dabei, ein richtiges Verbrechen zu begehen. Zusammen mit ihrem Partner Belch steigt sie beim alten Lowrie ein. Doch der Einbruch geht schief und bei einem Handgemenge explodiert auch noch ein Gastank. Während Belch unverzüglich in die Hölle fliegt, geraten Petrus und der Höllenwächter über Meg in einen bitteren Streit. Das Resultat: Meg wird noch einmal zur Erde zurückgeschickt um dort Gutes zu tun. Ausgerechnet bei ihrem Einbruchsopfer Lowrie. Schon bald rückt der alte Mann eine Liste mit vier Dingen heraus, die er in seinem Leben verpasst hat - mit Megs tatkräftiger Hilfe will er sie nachholen."

28 Tage lang 

(Bild von Argon Verlag)
Klappentext

(Klappentext von Argon Verlag)

"Was für ein Mensch willst du sein?

Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden."


Das Herz ihrer Tochter

(Bild von bücher-magazin)
Klappentext


(Klappentext vom der Hörverlag)

"Shay Bourne ist der Mörder von Junes Ehemann Kurt und ihrer Tochter Elizabeth. Elf Jahre später soll er sterben – durch eine tödliche Injektion. Doch ausgerechnet Bourne käme nun als Herzspender für Junes zweite Tochter infrage...
Kann Junes größter Feind zum Lebensretter ihrer einzigen Tochter werden? Fünf spannende Perspektiven – fünf fesselnde Stimmen in einem dramatischen Real-Thriller um Familie, Moral und Religion."

Eines Tages Baby

(Bild von der Hörverlag)Beschreibung

(von der Hörverlag)

"EINES TAGES, BABY

Poetry-Slam-Texte
Mit “One Day“, dem Poetry-Slam-Smash-Hit mit über 6 Mio. Fans auf YouTube
"Der neue Star im Internet". hr3

»Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.« Julia Engelmanns Slam »One Day« hat über Nacht eine Welle der Begeisterung ausgelöst und Millionen Fans im Netz gefunden. Ihre Message, Träume endlich in die Tat umzusetzen, trifft den Nerv der Zeit. Denn in jedem von uns steckt so viel mehr! Mal zart, mal kraftvoll und immer berührend, ruft Julia Engelmann dazu auf, mutig zu sein, das Glück zu suchen und das Leben zu leben, bevor es zu spät ist: »Los!, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen!«".

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Davon Rezensionsexemplare: 3

Eines Tages Baby
28 Tage lang 

Silber - Das erste Buch der Träume


Abgebrochen: "Totenmontag" von Kathy Reichs

Was lese ich gerade: 3 Bücher

"Splitter" von Sebastian Fitzek
"Nur die Harten kommen in den Garten - Der Weg zum Superstar" von Dieter Bohlen
"Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben" von Roy Peter Clark

Situation des Monats 

Das Warten hat ein Ende ... oder ... wie mir die Kirche einen Studienplatz schenkte

Anfang September: Es war klar, ab Oktober sollte es ans Studieren gehen. Der Platz und die Wohnung in D. waren sicher. Doch im September hieß es noch einmal warten und hoffen. Schließlich sind die Auswahlverfahren der kirchlichen Hochschule sehr gründlich.
Am 9.9: Hektik machte sich breit. Schließlich würde ich mich in 5 Minuten auf den Weg zum Bahnhof machen. Ein Geburtstag sollte gefeiert werden.
K: "Du hast Post von der Katholischen Hochschule. Willst du dir das noch anschauen?".
Ich in Gedanken: "Hm eigentlich hab ich keine Zeit. Aber ich bleibe über Nacht weg und werde mich so die nächsten 24 Stunden fragen, was in dem Brief steht."
Der Brief wechselt den Besitzer. Er wird aufgerissen, die ersten Zeilen werden überflogen. Der blick bleibt an dem Wort "ZUSAGE" haften.
Erleichterung macht sich breit. Heimat bleibt Heimat und der nächste Umzug lässt erstmal auf sich warten.

Was gab's zu erzählen

Rezensionen
Meg Finn und die Liste der vier Wünsche 
Das Herz ihrer Tochter
Eines Tages Baby
28 Tage lang 
Silber - Das erste Buch der Träume

Rezensionen aus der Konserve: 
Wer sich in Gefahr begibt
Die Känguru Offenbarung (Band 3)
Das Känguru Manifest (Band 2)
Die Känguru Chroniken (Band 1)
The summer I turned pretty
Das Jahr das zwei Sekunden brauchte
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Emma fragt - Die Interviewreihe 
Diesen Monat: Anna Bernstein

Die Impro Soap feiert PremierWas ist die Impro Soap?
Kapitel 1 von Emma

Ankündigung - Ab Oktober wird geschrieben
Der Schreibmarathon - Das Jahresprojekt

Song des Monats

RTLs "Rising Star" war zwar ein Flop, die Sieger der Sendung, "Unknown Passenger" haben mich trotzdem überzeugt.




Zitat des Monats

Mal wieder sind mir im Laufe des Monats einige gute Zitate oder Dialoge begegnet. Verpeilt, wie ich bin, habe ich sie mir natürlich in dem Moment nicht aufgeschrieben. Wie der Zufall so will, fällt mir gerade aber trotzdem etwas ein :-)
Folgende Szene stammt aus dem Film: "Can a song save your life" eine kleine Filmproduktion, die aber wirklich sehr sehenswert ist. (Das ist wahrscheinlich nicht 1:1 wiedergegeben, sondern mehr oder weniger sinnbildlich zusammengesetzt. Ich hoffe der Witz kommt trotzdem rüber).

Er: "Für wen singst du?".
Sie: "Für mich, meine Freunde und meinem Kater."
Er: "Woher weißt du, dass deinem Kater die Musik gefällt?".
Sie: "Er schnurrt!".
Er: "Vielleicht verarscht er dich auch!".

In diesem Sinne... 

Während am Montag also mein erster Tag in Richtung akademischer Laufbahn beginnt - um auf den Punkt zu kommen: Ich bin STUDENTIN :-) - wünsche ich euch einen wunderschönen Start in den Oktober!

Samstag, 27. September 2014

Schreibmarathon - Das Jahresprojekt COUNTDOWN



Schreibmarathon - Das Jahresprojekt
Was ist das? 

HIER geht's zur Ankündigung und zur vorläufigen Teilnehmerliste.


Der Countdown läuft... 

Die Vorbereitungen für den Schreibmarathon laufen auf Hochtouren. In den letzten Wochen war ich nochmal etwas kreativ, habe mich mit vielen Interessenten ausgetauscht und nochmal ein paar Ideen entwickelt:


Treffpunkt für die Schreiberlinge 

Bei Facebook hat sich ein kleines Grüppchen mit Schreiberlingen zusammengefunden. Hier werden wir uns während des Marathons austauschen, diskutieren, korrigieren und uns vor allem gegenseitig motivieren.
HIER geht's zur Gruppe (Gruppenname: Jahresschreibmarathon).


Eine Aufgabe für zwei Monate 

Damit nicht jeder von uns vor seinem (virtuellen) Notizblock sitzt und so wieder ein einsames Schreiben stattfindet, habe ich mir überlegt alle zwei Monate eine Aufgabe zu stellen. Dies hat zum einen mit kreativen Schreiben, also mit dem Entwickeln eigener Ideen, oder zum anderen mit der Textarbeit zu tun.
Diese Aufgaben werden zu Beginn des Monats auf diesem Blog unter dem Label "Schreibmarathon - Das Jahresprojekt" veröffentlicht.
Wer die Aufgaben bearbeiten möchte, kann dies gerne tun. Selbstverständlich ist die Bearbeitung keine Voraussetzung um am Marathon teilnehmen zu können.


Beta - Leser Programm 

Während des Schreibmarathons soll ein Austausch über aktuelle Schreibprojekte stattfinden. Die Schreiberlinge haben die Möglichkeit ein Feedback von ihren Lesern zu erhalten. Damit dies auch stattfindet und nicht mehr Texte als Kommentare verteilt werden, bin ich dabei eine Beta Leser Liste zu erstellen. Dass heißt: Jeder Schreiberling bekommt einen Beta Leser, liest aber zugleich selbst den Text eines anderen Autors. Wenn euch mehrere gepostete Texte interessieren, könnti hr diese selbstverständlich auch lesen und kommentieren.

Wenn ihr also selbst Beta Leser werden möchtet, bzw. einen Beta Leser sucht, solltet ihr der Facebook-Gruppe bis morgen - Sonntag den 28.09. um 17:00 Uhr, beitreten und an den dortigen Umfragen teilnehmen. (Hier wird gefragt, welches Genre ihr lest bzw. schreibt, damit niemand nachher Geschichten lesen muss, dessen Genre man eigentlich verabscheut :-) ).
Wer später zur Gruppe dazustößt, kann selbstverständlich seine Geschichten mit den Mitgliedern teilen. Jedoch ist das Korrekturlesen nicht gesichert.


Noch Fragen? 

Habt ihr noch Fragen?
Dann raus damit! Schreibt einen Kommentar oder schickt mir eine Email an EmmaZecka@gmx.de


Dienstag, 23. September 2014

Eines Tages Baby

Bild von der Hörverlag
Steckbrief

Name: Eines Tages Baby (auch als Buch erhältlich)
Autor: Julia Engelmann
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Menschen, die Poetry Slams mögen, oder die auf der Suche nach tiefgründigen Texten sind
Gelesen oder gehört: gelesen in vollständiger Fassung
Sprecher: Julia Engelmann
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Beschreibung

(von der Hörverlag)

"EINES TAGES, BABY

Poetry-Slam-Texte
Mit “One Day“, dem Poetry-Slam-Smash-Hit mit über 6 Mio. Fans auf YouTube
"Der neue Star im Internet". hr3

»Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.« Julia Engelmanns Slam »One Day« hat über Nacht eine Welle der Begeisterung ausgelöst und Millionen Fans im Netz gefunden. Ihre Message, Träume endlich in die Tat umzusetzen, trifft den Nerv der Zeit. Denn in jedem von uns steckt so viel mehr! Mal zart, mal kraftvoll und immer berührend, ruft Julia Engelmann dazu auf, mutig zu sein, das Glück zu suchen und das Leben zu leben, bevor es zu spät ist: »Los!, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen!«".


Der Anfang - Das Hörbuch fand den Weg zu mir

Angefangen hat alles mit einer harmlosen, täglich gezeigten Seifenoper, produziert von RTL: Dann, eines Tages, wurde mir folgendes Video gezeigt:



Dann erfuhr ich von Julia Engelmanns Buch "Eines Tages Baby". Ich überflog eine Rezension und dachte mir: "Verdammt, das Buch will ich haben! Aber das produzieren die sicher nie im Leben als Hörbuch". Tja, falsch gedacht, Emma!
Ich legte den Titel irgendwo in einer Schublade in meinem Kopf ab, bereit diese an Weihnachten wieder zu öffnen. Da flatterte eines schönen Tages Post vom Hörverlag ins Haus. Ich öffnete das Paket und traute meinen Augen nicht: Die Mitarbeiter mussten wohl einen siebten Sinn entwickelt haben. Und so kam ich also in den Genuss des Hörbuchs.


3 Positive Fakten 

- Die Hörbuchfassung
Wer Poetry Slam kennt, weiß, dass es hier nicht nur auf gute, lebendige Texte ankommt. Wie bei vielen Lesungen auch, steht und fällt das geschriebene Wort mit dem Vortrag. Die Känguru Chroniken wären beispielsweise nicht halb so lustig, wenn man die dazugehörige Live Lesung nicht hätte...
Jedenfalls gefällt mir Julia Engelmanns Interpretation sehr gut. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch ihre Welt. Sie befindet sich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, der Frage "Wer will ich sein? Oder was bin ich?" ohne etwas über Buddhismus zu erzählen.

 - Der Schreibstil 
Ihr Schreibstil gefällt mir wahnsinnig gut. Gerade die Wortspielereien, Anführung von Beispielen, oder der direkte indirekte Wink doch einmal zwischen den Zeilen zu lesen, haben diese Textsammlung für mich sehr unterhaltsam gestaltet.
Nebenbei betrachtet, musste ich schmunzeln, als ich einige Harry Potter Elemente in ihren Texten wiedererkannte. Anscheinend hat der Zauberer aub ei ihr seine Spuren hinterlassen.

- Der Inhalt 
Viele fragen sich, warum Julia Engelmann so viele begeistert. Sie spricht sowohl der jungen als auch der älteren Generation aus der Seele. Fragen, wie beispielsweise, was man mit seinem Leben anfangen möchte, wohin man gehen will, oder was man von sich hält, spielen gerade in meinem Alter eine große Rolle. Hier erzählt Engelmann wie sie sich mit diesen Fragen auseinander gesetzt hat. Mit Ideen, wie es in ein paar Jahren aussehen könne, die Frage nach unerfüllten Träumen, findet sich die ältere Generation in ihren Texten wieder. Schön ist es auch zu lesen, dass auch ihr klar geworden ist, dass Stillstand oder Angst nichts bringt.

Wunderbar erkennen lässt sich, dass sie sehr viel von den Menschen um sich herum, wahrnimmt. Sie erkennt Feinheiten, die andere innerhalb eines ganzen Lebens nie sehen werden. Dazu schafft sie es, ihre Beobachtungen in lebendige Texte zu verfassen, die beim Leser das Gefühl hervorrufen, endlich jemanden gefunden zu haben, der genauso denkt, wie man selbst!


1 Negativer Fakt 

- Eine Tatsache 
Mein einziges Problem, für den weder Autorin noch Verlag etwas können, besteht darin: Die Textsammlung ist so schnell zu Ende und ich möchte mehr lesen! Am besten noch einen Roman!


Gesamteindruck

Das Hörbuch hat meinen Erwartungen total entsprochen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich hier 14 weitere Texte befinden, "Eines Tages Baby" einmal ausgenommen. Einer vielschichtiger als der andere.
Wer sich mit dem Leben auseinandersetzen, oder einfach nur guten Poetry Slam genießen möchte, sollte sich das (Hör)Buch oder eine Live Lesung anschauen.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Montag, 22. September 2014

Das Herz ihrer Tochter

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bücher-magazin
Steckbrief

Name: Das Herz ihrer Tochter (auch als Buch erhältlich)
Autor: Jodi Picoult
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Dramen lesen
Gelesen oder gehört: gehört in gekürzter Fassung
Sprecher: Anna Thalbach, Tanja Geke, Jens Wawrczeck, Felicia Wittmann, Marius Clarén
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext vom der Hörverlag)

"Shay Bourne ist der Mörder von Junes Ehemann Kurt und ihrer Tochter Elizabeth. Elf Jahre später soll er sterben – durch eine tödliche Injektion. Doch ausgerechnet Bourne käme nun als Herzspender für Junes zweite Tochter infrage...
Kann Junes größter Feind zum Lebensretter ihrer einzigen Tochter werden? Fünf spannende Perspektiven – fünf fesselnde Stimmen in einem dramatischen Real-Thriller um Familie, Moral und Religion."


Meine Meinung 

Ich wusste, dass es in "Das Herz ihrer Tochter" um das Thema Organspende gehen sollte. Ich war daher sehr gespannt, aus welchen Blickwinkeln das Thema betrachtet wird.

Inhaltlich bin ich geteilter Meinung. Einerseits finde ich die Handlungsstränge gut miteinander verknüpft. Die Geschichte wird aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt. Shays Anwältin, sein Seelsorger, ein Mithäftling, June und sogar ihre Tochter bekommen verschiedene Kapitel der Geschichte zu geteilt. Dies sorgte für die nötige Spannung, verwirrte mich aber auch am Anfang, weil ich nicht wusste, wie die Haupthandlung aussieht und welche Charaktere für den Verlauf der Geschichte wichtig sind. Allerdings hat es Jodi Picoult geschafft die verschiedenen sehr genau ausgeführten Stränge zum Schluss schlüssig zusammenzuführen, was die Geschichte wiederum sehr gut abgerundet hat.

Probleme hatte ich auch mit manchen inhaltlichen Episoden. Shay sitzt in der Todeszelle, weil er Junes Tochter und ihren Ehemann ermordet haben soll. Allerdings passieren merkwürdige Dinge, seit Shay im Gefängnis sitzt. Totgeglaubte Polizisten, oder geschmuggelte Tiere werden von Shay wieder zum Leben erweckt. Es sieht fast so aus, als ob der Todgeweihte Wunder vollbringen kann.
Mit diesem Strang bewegt sich Jodi Picoult auf sehr dünnem Eis. Der Handlung erinnerte mich entfernt an die Romanverfilmung von Stephen Kings "Green Mile" in der es ebenfalls um einen zum Tode verurteilten Häftling geht, der von seinen Charakterzügen her Ähnlichkeiten mit Shay aufzuweisen hat.
Mir wäre es lieber gewesen, wenn sich Jodi Picoult auf einen Handlungsstrang spezialisiert und die Sache mit den Wundern weggelassen hätte.

Die Sprecher des Hörbuches sind wunderbar. Ich finde es sehr gut, dass jeder der fünf Charaktere einen eigenen Sprecher bekommen hat. So habe ich die Stimmen mit der Zeit wieder erkannt und konnte mich so schneller in den aktuellen Erzähler einfinden. Die Sprecher haben es geschafft, den Leser in die verschiedenen Lebenswelten der Charaktere eintauchen zu lassen. Zwar haben sie alle mehr oder weniger mit Shay Bourne zu tun, stecken aber oft noch in ihrem eigenen Drama fest.

Allerdings hatte ich den Eindruck, dass hier und da nicht sauber gekürzt wurde. Beispielsweise traf Shays Anwältin auf einen Arzt und freute sich, dass er sich an ihren Namen erinnern konnte. Mir war aber nicht bekannt, dass sich beide Charaktere in der Geschichte schon einmal über den Weg gelaufen waren.

Gerade die verschiedenen Perspektiven haben den Roman sehr unterhaltsam gestaltet. Jeder Charakter betrachtet die Geschichte unter einem anderen Merkmal. Außerdem hat es Jodi Picoult geschafft durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven verschiedene Schreibstile anzuwenden.
In ihrem Schreibstil findet sich zum einen der philosophische Touch, indem Glaubensfragen behandelt werden. Zum anderen wird aber auch eine Leichtigkeit transportiert, die es dem Leser einfach macht, sich in die Geschichte hineinzufinden.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Geschichte zum Nachdenken anregt und daher keine leichte Kost ist. Die Hörbuchfassung hat mir sehr gut gefallen. Von der Geschichte her bewegte sich die Autorin oft auf dünnem Eis.
Wer Dramen mag, in denen es nicht einzig allein um den Herzschmerz geht, sondern auch um eine gut verstrickte Geschichte, sollte sich "Das Herz ihrer Tochter" einmal näher ansehen.

Mittwoch, 17. September 2014

Wer sich in Gefahr begibt

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softwarestar
Steckbrief

Name: Wer sich in Gefahr begibt (auch als Buch erhältlich)
Autor: Ann Granger
Verlag: Lübbe Audio
Geeignet für: Menschen, die auf gute englische Krimis stehen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Katharina Thalbach
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Klappentext

(Klappentext von Buchhandlung Rombach


"London, 1864: Die junge Lizzie tritt die Stelle der Gesellschafterin einer reichen Witwe an, die zugleich Elendsquartiere in einem der ärmsten Viertel der Stadt vermietet. Lizzie findet heraus, dass ihre Vorgängerin von einem Tag auf den

anderen verschwunden ist. Angeblich sei sie mit einem Mann durchgebrannt. Doch als der Leichnam des Mädchens gefunden wird, beginnt Lizzie zu zweifeln. Sie erneuert ihre Bekanntschaft mit einem Freund aus Kindertagen: Benjamin, inzwischen

Inspector bei der Polizei. Mit seiner Hilfe stellt sie Nachforschungen an und riskiert schon bald ihr Leben auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod eines Mädchens, dessen Schicksal mit ihrem eigenen eng verbunden zu sein scheint - viel enger, als ihr lieb ist!" )


Meine Meinung

Gleich zu Beginn der Geschichte ist mir Ann Grangers wunderschöner Schreibstil aufgefallen. Sie hat eine sehr bildhafte Sprache und benutzt viel indirekte Rede, was wunderbar in diese Geschichte passt. Während man in anderen Romanen, die in der heutigen Zeit spielen, oft direkt und schnell zur Sache kommt, schmückt Ann Granger die Dialoge hier wunderbar aus.

Nicht nur anhand den Beschreibungen, wie beispielsweise, dass in London Eisenbahnschienen gebaut werden, oder es den Beruf der Gesellschafterin gibt, sondern auch anhand des Schreibstils lässt sich ableiten, dass die Geschichte im 20. Jahrhundert spielen muss.


Die Geschichte rund um Lizzie Martin, die mittellos in ihr neues Heim kommt, ist einfach aber gut erzählt. Die Handlungsstränge waren teils einfach, aber auch gut miteinander verstrickt. Der ein oder andere Strang war mir zu offensichtlich, andererseits war mir bis kuzr vor Ende des Romanes nicht klar, wer der Mörder ist. Hier hat Granger die Fäden wunderbar miteinander verbunden und die Fährten für potentielle Verdächtige gut gelegt.


Ein weiterer Höhepunkt der Geschichte war die Lesung von Katharina Thalbach. Sie hat es geschafft die Geschichte spannend zu verpacken und Charakteren Gesichter zu vergeben. Gerade den Höhepunkt der Geschichte, als unsere Protagonistin gefangen im Londoner Nebel ist, hat sie sehr schön dargestellt. Ich konnte mir die Szenerie bildhaft vorstellen.


Was meinen Gesamteindruck betrifft fand ich den ersten Band von Ann Grangers Krimireihe zwar nett, jedoch hat es keinen großen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen. Die Geschichte war zwar interessant aufgebaut, jedoch fehlten mir mehrere Handlungsbögen. Die Handlung lag hier auf der Hand und arbeitete sich durch die klassischen Mitteln Einleitung, Hauptteil und Schluss. Von einem wirklich guten Krimi / Thriller erhoffe ich mir, dass die Stränge fließend ineinander übergehen und mich die Geschichte wirklich fesselt. Hier hingegen hatte ich eher das "Sonntag Abend Krimi Gefühl" was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Schließlich gibt es ja auch gute Tatort Filme.

Wer also einen Krimi für zwischendurch sucht und offen für eine neue Krimireihe ist, sollte sich den Roman "Wer sich in Gefahr begibt" einmal genauer ansehen / hören.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Sonntag, 14. September 2014

28 Tage lang

Bild von Argon Verlag
Steckbrief

Name: 28 Tage lang (auch als Buch erhältlich)
Autor: David Safier
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Menschen, die sich für Dramen / Geschichten mit historischem Hintergrund interessieren
Gelesen oder gehört: gehört in autorisierter Fassung
Sprecher: Maria Koschny
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(Klappentext von Argon Verlag)

"Was für ein Mensch willst du sein?

Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden."


Meine Meinung 

Nachdem ich David Safiers letzten Roman "Muh!" gelesen hatte, dachte ich mir, dass die Geschichte zwar ganz nett gewesen sei, es aber langsam Zeit für etwas anderes werde. Es braucht eine Geschichte in der der Autor neue Seiten von sich zeigen könne.
Monate später sah ich einen Beitrag in einer Talkshow über Safiers neues Projekt. Mein Interesse war geweckt, weil sich der Autor nun dem schwierigen Thema "Holocaust" zuwendet. In der Talkshow habe er darüber berichtet, dass er die Geschichte schon über 20 Jahre mit sich herumtrage und froh sei, sie endlich schreiben zu dürfen. Grund sich diesem Thema zu nähern, sei vor allem der Tod seiner Großeltern, die in unterschiedlichen Konzentrationslagern ermordet wurden.

Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Argon Verlag zur Verfügung gestellt. Produziert wurde es in autorisierter Fassung, was bedeutet, dass die Kürzungen des Romanes nach Rücksprache mit dem Autor, des Lektors und des Literaturagenten vorgenommen wurden.

Gelesen wird der Roman von Maria Koschny, die es schafft die Spannung, den dauerhaften Adrenalinspiegel, der mich beim lesen begleitete, wunderbar zu transportieren. Sie konnte sich sehr glaubhaft in die verschiedenen Charaktere hineinversetzen und hat deren Gefühlsleben, die Angst vor den Brutalitäten der Nazis und die Ungewissheit, wie ihr Leben weitergehen werde, sehr gut umgesetzt.

Inhaltlich fand ich die Geschichte um Mira, die wie die anderen Ghettobewohner, ums Überleben kämpft, sehr realistisch und vor allem bedrückend dargestellt. Normalerweise kann man sich bei fiktiven Romanen, wie beispielsweise "den Tributen von Panem", damit trösten, dass die Hungerspiele denen die Kinder dort ausgesetzt sind ja nicht "in Echt" passiert sind. Hier hingegen sorgt vor allem der historische Hintergrund, nämlich dass es den Holocaust wirklich gab, für die traurige Handlung, weil schnell klar ist, dass kein Wunder passieren wird, welches die gesamten Ghettobewohner vor dem Tod bewahrt.

Sehr schön aufgebaut, finde ich in 28 Tage lang die Handlungsstränge der Geschichte. Zum einen, weil es die Geschichte in der Geschichte gibt. Eine Fantasie / Traumwelt in die sich Mira flüchtet um die Geschehnisse aufzuarbeiten und für sich herauszufinden, was sie wirklich will. Diese Stränge werden sehr gut aufgebaut, miteinander verknüpft und wieder entflochten.

Zum anderen, weil bis zum Schluss nicht klar ist, ob Mira und ihren Gefährten nicht doch irgendeinen Ausweg aus dem Ghetto finden. Was ebenfalls auf gut verstrickte Handlungsstränge hindeutet, ist die Tatsache, dass die Geschichte gut ineinander übergeht. Es gibt keine großen Pausen, in denen nichts passiert und keine Stelle an der man gar nicht weiß, welche Situation am spannendsten ist.

Auch der Spannungsbogen wird über die ganze Geschichte hinweg gehalten. Gerade im Warschauer Ghetto sind die Juden der Unberechenbarkeiten der Deutschen ausgesetzt. Die Absprachen, die an einem Tag Leben retten, können am nächsten für den Untergang sorgen. So gerät Mira in eine Menge brenzliger Situationen, in denen ich mit ihr gelitten und mich gefragt habe, wie sie da wohl wieder herauskommt.

In 28 Tage lang hat mich David Safier mit seinem neuen Schreibstil sehr überrascht. Während er in seinen bisherigen Romanen mit einem locker, leichten, humorvollen Stil überzeugt und somit eine lebendige Geschichte erzählt hat, habe ich mich gefragt, ob er auch die andere Seite, das Ernsthafte, transportieren könne.
Ich finde, dass ihm dies hervorragend gelungen ist. Er hat es geschafft die Spannung, die nackte Angst um das Überleben glaubhaft zu transportieren. Außerdem versteht er sich wunderbar darauf die verschiedenen Facetten der Geschichte zu beleuchten. Dieses Element ist mir in seinen vorherigen Büchern bisher nicht aufgefallen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich einen sehr positiven Gesamteindruck von dem Roman habe. Für viele Schüler ist der zweite Weltkrieg weit weg. Es wird oft mit eintönigem, staubigen Geschichtsunterricht gleichgesetzt. David Safier sorgt mit seinem Roman dafür eine fiktive Geschichte mit realen Hintergründen zu vereinen. So bietet er - neben den ganzen nüchternen Dokumentarfilmen - eine neue Diskussionsvorlage zum Thema.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Ge(h)fragt - Anna Bernstein






Hallo Anna, herzlich willkommen bei den Ge(h)Schichten. Erzähl doch etwas über Dich. Warum hast Du Dich ausgerechnet für das Autorendasein entschieden? Um was ging es in Deiner ersten Kurzgeschichte?


Hallo.:-)


Ich bin 25 Jahre alt und lebe mit meinem Partner, einer gemeinsamen Tochter und zwei Hunden in Berlin. Der Wunsch, Autorin zu werden, nahm im Jahre 2008 feste Gestalt an, als ich damit begann, meinen ersten Roman zu schreiben. Ich habe schon in der Grundschule viel geschrieben, hauptsächlich Pferdegeschichten. Als ich etwa acht Jahre alt war, schrieb ich meine erste eigene Geschichte über ein Mädchen, das allein in den Bergen lebte und drei Pferde besaß. Damals schrieb ich noch per Hand in ein DIN A5 Heft, das ich beklebt und bemalt habe, damit es aussieht wie ein richtiges Buch. Ich habe sogar mehrere identische Exemplare gebastelt, weil ich sie für Eine Mark verkaufen wollte. Das hat leider nicht geklappt. Zwischenzeitlich habe ich mich lange Zeit vom Schreiben verabschiedet und stattdessen viel gemalt – Mangas, Fotorealismus, sogar Ölgemälde auf Leinwand, ich habe viel ausprobiert. Ich habe das Spielen mehrerer Musikinstrumente erlernt, habe mir selbst beigebracht, Gitarre zu spielen und hatte Schlagzeug- und Klavierunterricht. Drei Jahre lang wollte ich unbedingt Rockstar werden und habe viele eigene Songs geschrieben. Doch dann hatte ich mit einem mal eine vielversprechende Idee für einen Roman und schrieb rund 600 Seiten in drei Monaten nieder. Ich glaube, das war der Moment, in dem ich zu mir gesagt habe: Das ist es. Das will ich machen. Ich will schreiben.


Dein erster Roman erscheint jetzt im September 2014. Um was geht es in dem Roman? Wie bist Du auf die Romanidee gekommen und wie lange hast Du an dem Projekt gearbeitet?

In „Götternacht“ geht es um eine junge Frau, die zu einem Volk gehört, das sich „Pferdeherren“ nennt. Sie beten einen alten Gott an, Chiron, und ehren ihn jedes Jahr zur Frühlingszeit mit einem Fest, in dem sämtliche Gesetze außer Kraft gesetzt werden. Es ist ein wildes Fest, an dessen Geschehnisse sich niemand erinnern darf, darum nehmen die Pferdeherren einen Trank zu sich, damit sie die Ereignisse der Nacht vergessen. Meine Hauptprotagonistin, Leah, nimmt zum ersten Mal an diesem Fest teil. In ihren Träumen kehren die Erinnerungen jedoch zurück und sie erinnert sich an einen Mann, der ihr Herz gestohlen hat. Sie versucht, diesen Mann zu finden und stößt dabei auf ein Geheimnis, das ihre ganze Welt ins Wanken bringt.

Die Idee entwickelte sich, als ich mich zum ersten Mal mit meiner Agentin traf. Ursprünglich hatte ich mich mit einem anderen Manuskript beworben, aber das Thema war und ist momentan noch nicht reif genug. Stattdessen erzählte sie mir, dass Bastei Lübbe ein paar Ideen zu Geschichten hätte, die der Verlag gerne umgesetzt sehen würde. Es standen drei Themen zur Auswahl, wovon zwei schon an andere Autoren vergeben waren. Das letzte Thema lautete: „Etwas Romantisches mit ein bisschen Erotik. Frauen und Pferde sollten eine Rolle spielen, vielleicht sogar etwas Magisches. Etwas über das Pferdeflüstern, oder über Zentauren.“


Als ich „Zentauren“ hörte, war ich sofort angetan. Ich kenne keine Bücher mit Zentauren in der Hauptrolle und die Tatsache, dass sich ihrer noch niemand so wirklich angenommen hatte, reizte mich. Noch am selben Abend sprachen meine Agentin und ich in einem mehrstündigen Plotting über eine eventuelle Geschichte, die all diese Themen vereinte. Das war im November 2012. Im Dezember fing ich an, das Exposé, eine Kapitelübersicht und eine Leseprobe zu schreiben. Im Mai 2013 habe ich dann meinen Vertrag bei Lübbe unterschrieben, da hatte ich etwa 150 Seiten fertig. Den Rest schrieb ich bis Ende Juli 2013 fertig, der Roman ist jetzt etwas mehr als 400 Seiten lang.



Welcher Charakter gefällt Dir am besten? Hast Du auch schon mal einen Charakter erschaffen, den Du gar nicht leiden konntest?

Mein Lieblingscharakter aus „Götternacht“ ist Una, eine Freundin von Leah. Bei ihr handelt es sich um eine Frau, die in ihrer Kindheit etwas so Schreckliches sehen musste, dass sie davon wahnsinnig wurde. Ein zutiefst gebrochener und verstörender Charakter und einer meiner absoluten Lieblinge. Aber auch Aislinn, die Hüterin der Pferdeherren, gefällt mir sehr gut. Eigentlich mag ich alle meine Charaktere, selbst die, die ich eigentlich nicht mögen sollte, weil sie amoralisch und grausam sind. Noch habe ich keinen Charakter erschaffen, den ich wirklich hassen könnte. Vielleicht passiert mir das aber irgendwann. Das wäre bestimmt eine interessante Erfahrung.


Du bist bei einer Literaturagentur. Warum hast Du Dich für eine Agentur entschieden? Wie lange hat es gedauert, die passende Agentur zu finden?

Ich habe es lange Jahre auf die klassische Art versucht: Ein Exposé, eine Vita und eine Leseprobe schreiben und das alles dann an so viele Verlage wie möglich senden. Ich habe es sogar mal in einen sehr kleinen Verlag geschafft, der dann aber schloss, noch bevor mein Buch verlegt werden konnte. Ich stand auch schon in Verbindung mit einem größeren Verlag und habe mir große Hoffnungen gemacht, die dann zerschlagen wurden. Danach begann ich zu grübeln. Ich wollte unbedingt Schriftstellerin werden und ich wollte dieses Ziel um jeden Preis erreichen. Zu meinem Glück habe ich schon 2008 eine Autorin kennengelernt, deren Werdegang ich verfolgen konnte, weil wir damals unsere Manuskripte gegengelesen haben. Sie hatte es selbstständig in einen kleinen Verlag geschafft und dann, durch eine Literaturagentur, in einen großen Publikumsverlag. Von ihren Erfahrungen hat sie immer wieder berichtet und das hat mir sehr geholfen.

Eine Literaturagentur hat hervorragende Kontakte zu Verlagen und Lektoren. Sie wissen, welches Programm gut läuft und welcher Verlag gerade was sucht und können spezifisch Manuskripte anbieten. Die Manuskripte, die durch eine Agentur gehen, sind vorgeprüft, wodurch die Chancen bei einem Verlag erheblich steigen. Weiterhin handelt die Agentur Konditionen aus und macht in der Regel auch viel Pressearbeit. Ich würde jedem, der sein Manuskript an einen Verlag senden will, den Weg über eine seriöse Literaturagentur empfehlen. Eine Liste von Agenturen findet man zum Beispiel bei Uschtrin.


Die Literaturagentur Scriptzz, bei der ich unter Vertrag bin, war eine von vielen, die ich auf meiner Wunschliste hatte – ehrlich gesagt war sie sogar mein Topfavorit. Mir gefiel die Homepage sehr gut, auf mich machte sie einen frischen, verspielten und sehr transparenten Eindruck, der mich sofort begeisterte. Ich optimierte Exposé und Leseprobe und schrieb eine sehr freche Vita. Schon am nächsten Tag klingelte das Telefon und mir wurde gesagt, dass man mich vertreten will. Ich habe getanzt!


Als Dein Vertrag bei „Scriptzz“ dann unterschrieben war: Wie lange hat die Suche nach einem passenden Verlag gedauert?

Ich habe mich sehr rasch nach dem ersten Telefonat mit meiner Agentin getroffen. Dort begann auch gleich die grobe Ausarbeitung des Plots von „Götternacht“. Ein bisschen überrascht war ich schon, dass man mich, eine unveröffentlichte Autorin, ein Buch für einen so großen Verlag wie Bastei Lübbe schreiben ließ, aber mir war bewusst, dass man mich auch ablehnen konnte. Ich habe mich sehr angestrengt und dann am Jahresanfang 2013 Exposé, Kapitelübersicht und eine Leseprobe abgeschickt. Meinen Agenturvertrag unterschrieb ich im November 2012, meinen ersten Verlagsvertrag im Mai 2013. Der Kontakt zum Verlag wurde aber schon lange davor hergestellt.

Hast Du schon andere Autoren von Deiner Literaturagentur, oder dem Bastei Lübbe Verlag kennen gelernt?

Leider noch nicht persönlich. Mit zwei meiner Agenturkolleginnen habe ich jüngst an einer Anthologie geschrieben, die ebenfalls bei Bastei Lübbe erscheinen wird. Darauf bin ich schon sehr gespannt! Über soziale Netzwerke stehe ich in Kontakt mit einigen Agenturkolleginnen und Autoren. Ich hoffe, dass ich im Mai auf der Love Letter Convention in Berlin Britta Sabbag kennenlernen darf.

Was hältst Du von Portalen, wie beispielsweise „FanFiktion“? Kannst Du solche Portale empfehlen, um schon mal einen ersten Leserkreis um sich zu scharen?

Oh, ich liebe FanFiktion.de! J

Ich habe selbst vor über fünf Jahren dort zu schreiben begonnen und bin immer noch ein sehr aktives Mitglied. Ich habe dort auch wahnsinnig viel gelernt. Schreibarchive wie dieses sind eine tolle Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu verbessern und seine Ideen mit Gleichgesinnten zu teilen. Man erhält Feedback zu den eigenen Geschichten und kann sich in Foren austauschen. Dabei erhält man viele Tipps, die einem helfen, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Schreiben erlernbar ist. Sprachbegabte Menschen haben es meist lediglich leichter, aber wenn man begeistert genug ist, kann jeder Schreiben lernen. Ich kenne sehr viele Menschen, die zuerst in Fanfictionarchiven geschrieben und mittlerweile den Sprung in einen Verlag geschafft haben. Manche haben sogar einen schier unglaublichen Weg hinter sich gebracht und sind Bestsellerautoren geworden.


Was möchtest Du angehenden Autoren mit auf den Weg geben?

Ich denke das wichtigste ist, sein Ziel niemals aus den Augen zu verlieren und sich eine gesunde Portion Realismus anzueignen. Der Weg zum Ziel führt über viele kleine Etappen, die alle Aufmerksamkeit verdienen. Letztendlich ist auch der Buchmarkt ein florierendes Geschäft, das nach bestimmten Kriterien funktioniert. Wer realistisch, ehrgeizig, selbstkritisch, vorausschauend und leidenschaftlich genug ist und sich auf sein Ziel fokussiert, kann nahezu alles erreichen.

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe sehr, dass Dein Erstling ein großes Leserpublikum erreichen und ansprechen wird. Vielleicht sehen wir dich ja auf der Buchmesse...

Ich freue mich, dass ich all diese Fragen beantworten durfte und bedanke mich ganz herzlich!

Mittwoch, 10. September 2014

Meg Finn und die Liste der vier Wünsche

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Steckbrief

Name: Meg Finn und die Liste der vier Wünsche (auch als Buch, Hörspiel erhältlich)
Autor: Eoin Colfer
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die gerne Kinder- Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gehört, in gekürzter Fassung
Sprecher: Rufus Beck
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext

(von HörbuchHamburg)

"Die 14-jährige Meg Finn hat bereits einiges auf dem Kerbholz, aber nun ist sie dabei, ein richtiges Verbrechen zu begehen. Zusammen mit ihrem Partner Belch steigt sie beim alten Lowrie ein. Doch der Einbruch geht schief und bei einem Handgemenge explodiert auch noch ein Gastank. Während Belch unverzüglich in die Hölle fliegt, geraten Petrus und der Höllenwächter über Meg in einen bitteren Streit. Das Resultat: Meg wird noch einmal zur Erde zurückgeschickt um dort Gutes zu tun. Ausgerechnet bei ihrem Einbruchsopfer Lowrie. Schon bald rückt der alte Mann eine Liste mit vier Dingen heraus, die er in seinem Leben verpasst hat - mit Megs tatkräftiger Hilfe will er sie nachholen."


Meine Meinung

Diese Lektüre gehörte früher zu dem Sortiment meiner "Gute-Nacht"- Geschichten. Umso erfreuter war ich, als mir eine Freundin neulich die Hörbuchfassung von "Meg Finn und die Liste der vier Wünsche" auslieh. Da mich die Geschichte als Kind in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat, war ich gespannt, wie mir der Roman Jahre später gefallen sollte.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Das Hörbuch wurde von Rufus Beck gelesen, was bedeuten sollte, dass meine Ansprüche was die Gestaltung betrifft, mehr als übertroffen waren. Rufus Beck schafft es wirklich jede Geschichte auf seine eigene Weise zu transportieren. Auch hier glänzt er wieder durch sehr gute Darstellung der Charaktere und sticht durch die lebendige Erzählweise hervor.

Inhaltlich war ich diesmal etwas geteilter Meinung: Den Grundkonflikt, Meg, die Lowrie helfen soll, seine Wunschliste abzuarbeiten, finde ich sehr gut. Die Rahmenhandlung lässt viel Handlungsspielraum offen. Wie wird Lowrie auf Meg reagieren, nachdem sie dafür gesorgt hat, dass sein Leben aus dem Ruder gelaufen ist? Werden sie die Wunschliste bewältigen können?
Eoin Colfer beschreibt wunderschön, wie sich die beiden Charaktere annähern und nach einer großen Abneigung langsam Vertrauen und Interesse am Gegenüber entwickeln.

Allerdings gab es auch einige Passagen in dem Roman, die mir etwas fehl am Platz erschienen. Immer wieder werden Konfliktsituationen zwischen Beelzebub, der rechten Hand des Teufels, und Petrus, dem Wächter des Himmeltores, beschrieben, um die Protagonist gegen Antagonist Geschichte möglichst lebendig zu halten. Aus meiner Sicht hätte es diese Streitigkeiten überhaupt nicht gebraucht, weswegen es inhaltlich einen halben Punkt Abzug gibt.

Der Spannungsbogen der Geschichte ist sehr gut gelungen. Lange war nicht klar, ob die beiden die Liste wirklich bis zum Schluss durchführen können. Gut herausgearbeitet war auch, welche durchaus realistischen Probleme bei der Bearbeitung auftreten können, wie beispielsweise, nachts in ein Stadion einbrechen, oder eine beliebte Talkshow-Queen küssen.

Der Schreibstil der Geschichte hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich-Erzählerin Meg schafft es den Leser auf ihre Reise mitzunehmen und ihn an ihrer Welt teilhaben zu lassen. Meg ist wunderbar beschrieben. Ihre Zerrissenheit, die Frage, was richtig und was falsch ist, ist sehr gut herausgearbeitet. Zwischen den Zeilen wird sehr viel über den Hauptcharakter berichtet.
Der Roman lässt sich fast an einem Stück durchlesen.

Der Gesamteindruck zum Roman "Meg Finn und die Liste der vier Wünsche" hat sich während des Lesens etwas relativiert. Zum einen hat mir die Erzählweise der Geschichte beim zweiten Mal lesen ebenfalls gut gefallen. Allerdings sind mir nun auch die negativen Aspekte der Geschichte bewusst geworden, für die ich beim ersten Mal lesen wohl einfach zu jung war.

Wer eine gute, leicht zu lesende, spannende Geschichte sucht, dem kann ich "Meg Finn und die Liste der vier Wünsche" wärmstens empfehlen.

Sonntag, 7. September 2014

Die Känguru Offenbarung

Bild von HörbuchHamburg 

Steckbrief

Name: Die Känguru Offenbarung (auch als Buch erhältlich)

Autor: Marc-Uwe Kling
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die gerne satirische Geschichten lesen und bereits Fans der Känguru Reihe sind
Gelesen oder gehört: gehört, als ungekürzte Hörbuch FassungSprecher: Marc-Uwe Kling
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von Ullstein).

"Das meistgelesene Känguru der Welt ist wieder da!


Endlich: Es geht weiter! Nach dem Manifest folgt die Offenbarung! Hier kommt die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung: Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: »Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe.« Halleluja." 



Meine Meinung 


Nachdem der zweite Band der Känguru Reihe abrupt endete, war ich schon sehr gespannt auf den dritten und wahrscheinlich auch letzten Teil.

Gleich zu Beginn der Geschichte wusste ich, warum mir die Känguru-Reihe so gut gefällt: Kling überzeugte nicht nur durch eine gute Live Lesung, sondern stieg auch sehr schön in die Geschichte ein. Ein deprimierter Kleinkünstler vermisst seinen abgeschobenen Mitbewohner und hat sich die ein oder andere Macke angewöhnt. Als er sich vor lauter Einsamkeit nicht anders zu helfen weiß, beginnt er sogar ein Gespräch mit dem verhassten Nachbar: Dem Pinguin! Glücklicherweise stellt sich sehr schnell heraus, dass es bald ein Entkommen aus der Leere gibt...

Ich wäre wahrscheinlich nicht auf die Känguru Reihe aufmerksam geworden, wenn ich nicht das dazugehörige Hörbuch in die Finger bekommen hätte. Ich finde, dass gerade die Lesung den ein oder anderen Witz wunderbar untermalt. Ex Kneipenbesitzerin Hertha wäre nicht ganz so lustig, wenn wir ihren Berliner Dialekt nicht hören könnten. Auch die Dialoge zwischen Känguru und Kling, überwiegend bestehend aus politischen oder gesellschaftlichen Diskussionen, oder "Gib's zu ich hab Recht!"- Gesprächen brachten mich das ein oder andere Mal zum schmunzeln.

Auch in diesem Band der Känguru Reihe gibt es eher grobe Handlungsstränge. Schnell ist klar, dass nur der Erzfeind Nachbar Pinguin der Antagonist der Geschichte sein kann. Und wie erledigt man seinen größten Feind? Man findet heraus, was er im Schilde führt! In einigen Kapiteln ging es aber auch um scheinbar alltägliche Dinge, wie beispielsweise die Anschläge des Assozialen Netzwerkes. Als unser Fernseher neulich bei RTL streiken wollte, blickte ich mich verstört um und wartete geradezu auf die Tafel: "Dies ist ein Antiterroranschlag des Assozialen Netzwerkes".

Auch der Schreibstil der Geschichte überzeugte mich diesmal wieder. Das Schöne finde ich, dass es hier nicht um irgendwelche "platten" Witze geht, sondern sprachliche Feinheiten auf den Tisch kommen und mehr oder weniger diskutiert werden. Allerdings haben mich die ein oder anderen politischen Schachtelsätze auch etwas verwirrt.

Mein Gesamteindruck von der Känguru Offenbarung ist an sich positiv. Auch wenn es streckenweise Kapitel gab, die ich nett, aber nicht wirklich lustig fand. Als das Buch gegen Ende zuging, wurde ich aber schon etwas traurig. Dass war fast, wie bei einem guten Konzert. Hier wünscht man sich auch dem Künstler ewig zuhören zu können.

Wer etwas satirisch Anspruchsvolles lesen möchte, sollte sich unbedingt mal der Känguru Reihe widmen. Allerdings sei beachtet, dass man besser bei Band 1 anfängt, da dort schnell klar wird, ob einem der Humor liegt, oder nicht.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

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Steckbrief

Name: Das Jahr das zwei Sekunden brauchte (auch als Buch erhältlich)
Autor: Rachel Joyce
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Dramen / Gegenwartsliteratur lesen
Gelesen oder gehört: gehört, in gekürzter Fassung
Sprecher: Wanja Mues
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(aus "Das Jahr das zwei Sekunden brauchte" von Rachel Joyce, Klappentext von Weltbild).

"ZWEI SEKUNDEN KÖNNEN DAS GANZE LEBEN VERÄNDERN

Der große neue Roman der preisgekrönten Autorin des Bestsellers Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry.

Niemand hat das Mädchen mit dem roten Fahrrad gesehen. Nur der elfjährige Byron, der mit seiner Mutter im Wagen sitzt, als der Unfall im dichten Nebel geschieht. Byron weiß sofort: Er darf keinem etwas davon erzählen. Doch in nur zwei Sekunden ist die ganze Welt aus den Fugen geraten und es wird mehr als ein halbes Leben dauern, bis sie wieder in den Takt kommt.

Mit ihrer zarten, glasklaren Sprache zieht uns Rachel Joyce ins Herz der Zeit und erzählt von einem ewigen Sommer, vierzig kurzen Jahren und zwei lebenslangen Sekunden. Ein berührender Roman über Zeit und Wahrheit, Zerbrechlichkeit und Hoffnung, Freundschaft und Liebe.

"Sie werden dieses wilde, suchende Buch am Ende jedem empfehlen, den Sie kennen." The Times

"Ein beinah vollkommener Roman emotionaler Wahrheit." Evening Standard

"Die Kraft von Joyce Prosa liegt in ihren subtilen, hellwachen Beobachtungen. Der Roman hat eine starke und hypnotische Wirkung zart und fesselnd zugleich." Sunday Times

"Bezaubernd, traurig, witzig und erbaulich der perfekte Nachfolger von Harold Fry." Heat Review."


Meine Meinung

Nachdem ich Feuer und Flamme für Rachel Joyces Erstling "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" war, musste ihr neuer Roman einfach den Weg in mein Bücherregal finden.

Byron versteht die Welt nicht mehr! Wie kann man der Zeit einfach so zwei Sekunden hinzufügen. Innerhalb von zwei Sekunden kann so viel passieren! Seine Ängste sollten nicht unbegründet bleiben. An einem stressigen Morgen begeht seine Mutter einen schwerwiegenden Fehler: Sie fährt ein Mädchen an...

In einer anderen Zeit am selben Ort ist Jim seinen täglichen Zwängen ausgesetzt. Seinen Wohnwagen kann er nicht betreten, wann er möchte. Erst müssen wichtige Rituale durchgeführt werden. Diese Rituale bestimmen nicht nur sein Privat- sondern auch sein Berufsleben. Doch als er glaubt verloren zu sein, macht er eine wunderbare Entdeckung...

Als ich die ersten Minuten von "Das Jahr das zwei Sekunden brauchte", hörte, dachte ich zuerst mein MP3 Player sei kaputt. Wanja Mues liest die Geschichte rund um Byron und Jim sehr leise :-).
Wunderbar versetzt er sich in die Rolle des stotternden Jims hinein. Ich sah den unsicheren Charakter, der sich im Grunde nur wünscht, normal zu sein, förmlich vor mir.
Allerdings wurde mir der meiste Teil der Geschichte zu leise und unbetont gelesen. Oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich abgeschweift bin.

Inhaltlich versteht sich Rachel Joyce wieder wunderbar darauf auf Missstände innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Was passiert wenn Arm und Reich aufeinander treffen? Wie lässt sich eine Familie von einem Oberhaupt, dass im Grunde selten körperlich anwesend ist, beherrschen?
Die Handlungsstränge rund um den 11 jährigen Byron und Jim sind sehr schön aufgebaut und werden gut miteinander verknüpft. Lange saß ich da und habe mir überlegt, was diese beiden Charaktere wohl miteinander zu tun haben. Betritt Byron eines Tages zufällig das Cafe in dem Jim arbeitet? Als die Handlungsstränge aufgelöst werden, hat sich bei mir ein "Aha!" Effekt eingestellt. Erst auf den letzten Tracks wird klar, wie nah sich beide Charaktere wirklich sind.

Rachel Joyce versteht sich sehr schön darauf Dinge durch das Erleben zu beschreiben. Es wird schnell klar, dass Jim unter einer Zwangsstörung leidet, allerdings beschreibt sie diese Störung so gut, dass sie das Wort "Zwang" anfangs gar nicht benötigt.
Gerade der Schreibstil trägt zur Tiefe der Geschichte bei, weil deutlich wird, wie viel Joyce von einem Charakter wahrnimmt.

Die Tragik der Geschichte, dass zwei Sekunden, zwei Leben so gravierend verändern können, regt mich hier sehr zum Nachdenken an.

Wer "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" gelesen und geliebt hat, wird "Das Jahr das zwei Sekunden brauchte" verschlingen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Joyces zweiter Roman mich genauso überzeugt.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Samstag, 6. September 2014

Das Känguru Manifest


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Steckbrief 

Name: Das Känguru Manifest (auch als Buch erhältlich)
Autor: Marc Uwe Kling
Verlag: HörbuchHamburg (Downtown)
Geeignet für: Menschen, die gerne Satiren lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Marc Uwe Kling (eine Livelesung)
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(Produktbeschreibung von dg-literatur.de)

"Sie sind wieder da - das kommunistische Känguru und der stoische Kleinkünstler! Auf der Jagd nach dem höchstverdächtigen Pinguin rasen sie durch die ganze Welt. Spektakuläre Enthüllungen! Skandale! Intrigen! Ein Mord, für den sich niemand interessiert! Eine Verschwörung auf niedrigster Ebene! Ein völlig abstruser Weltbeherrschungsplan! Mit Spaß, Spannung und Schnapspralinen ..."


Meine Meinung

Der zweite Teil der Känguru Chroniken hatte es mir wirklich angetan. Mit der richtigen Portion Witz und einer teilweise nachdenklichen, ernsten Erzählweise wurde hier die Geschichte rund um Marc Uwe und sein Känguru fortgesetzt.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Episoden bei diesem Teil aufeinander aufgebaut haben. Bei dem ersten Band hatte ich das Gefühl, dass er eher aus einer Sammlung Kurzgeschichten besteht. Hier war eine klare Handlung erkennbar: Neben dem neuen Nachbar, dem Pinguin, der sich darauf spezialisiert hat, das Känguru zu terrorisieren, muss sich das Känguru auch noch mit einem seltsamen Ministerium auseinandersetzen. Nicht zu vergessen erfordert das assioziale Netzwerk einen großen Teil seiner Konzentration.

Allerdings hatte ich auch hier an manchen Stellen das Problem den Erzähler akustisch verstehen zu können.
Da jeder der Charaktere eine gut ausgearbeitetet Eigenart hat, fiel es mir dennoch schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Neben dem Pinguin tritt hier auch ein treuer Soldat auf, der sich den beiden voll und ganz anpasst.

Wer sich nicht mit den gesellschaftskritischen Themen beschäftigen will, die in diesem Hörbuch oft thematisiert werden, kann sich an einem großen satirischen Anteil erfreuen. Ich finde das Hörbuch ist so gut durchmischt und es ist für jeden etwas dabei.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Freitag, 5. September 2014

Silber - Das erste Buch der Träume

Bild von Argon Verlag
Steckbrief

Name: Silber - Das erste Buch der Träume (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: ab 14 Jahren, oder für Menschen, die gerne Jugendbücher / Fantasy lesen
Gelesen oder gehört: gelesen, in ungekürzter Fassung
Sprecher: Simona Pahl
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Argon Verlag

"Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil ... Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen ..."


Meine Meinung

Nachdem der letzte gelesene Roman ("Der Fliegenfänger") eine tragische Geschichte geliefert hat und ich das Gelesene somit erst einmal verdauen musste, wollte ich nun etwas Leichtes, eine Geschichte, die mich unterhält und auf andere Gedanken bringt, aber nicht zu banal daherkommt. Da kam "Silber - Das erste Buch der Träume" der Auftakt einer Trilogie, wie gerufen.

Kommen wir erst einmal zur Gestaltung. Das Buch ist in ungekürzter Fassung gelesen. Diese Tatsache hat mir besonders gut gefallen. Ich habe den Eindruck, dass viele Bestseller in gekürzten oder autorisierten Fassungen gelesen werden, einfach, weil es wahrscheinlich günstiger ist und Zeit spart. Natürlich sind diese Versionen nicht unbedingt schlechter, allerdings frage ich mich dann immer, welche Teile weggelassen wurden. In der Buchhandlung bekommt man schließlich auch "das ganze Buch".
Simona Pahl liest die Geschichte rund um Liv, die einem dämonischen Geheimnis auf die Schliche kommt, wirklich sehr gut. Sie schafft es die Geschichte, deren Lebendigkeit und die Vielfalt an Charakteren wunderbar zu transportieren. Gerade ihre Imitation des bayrischen Kindermädchens Lotti, hat mir besonders gut gefallen.

Der Inhalt liegt klar auf der Hand: Ein Hauptteil der Handlung findet in den Träumen statt. Liv erkennt, dass nicht nur sie merkwürdige Träume hat. Auch die vier Jungs können sich am nächsten Tag an das Geträumte und an die im Traum vorkommenden Personen bestens erinnern...
Der Inhalt der Geschichte ist gut aufgebaut. Es gibt keine großartig zu lüftenden Geheimnisse. Auch wird der Leser nicht mit zu viel Informationen gefüllt, was mich beispielsweise beim ersten Band der Edelstein-Trilogie gestört hat. Kerstin Gier schafft es, einerseits die wichtigsten Infos über die Traumwelt zu vermitteln, andererseits aber auch eine Geschichte zu erzählen.

Besonders gut gefallen mir die vielfältigen Charaktere. Der ein oder andere wird jetzt vielleicht sagen: "Haha hier wird sich an Klischees gehalten". Ich finde aber, dass gerade der Macho, die verpeilte Mutter, oder die zickige Stiefschwester sehr authentisch rüberkommen und solche Personen im wahren Leben durchaus vertreten sind.

Das Schöne an "Silber" ist, dass hier ein Wechsel zwischen An- und Entspannung stattfindet. In Livs Leben passiert, nach der Entdeckung der scheinbar lebendigen Traumwelt, ziemlich viel. Jedoch gibt es genügend Passagen in dem Roman, die das normale Teenager Leben widerspiegeln, wie beispielsweise die erste Liebe oder Unsicherheiten über neue Familienstrukturen.

Mein einziger Kritikpunkt - und dieser spricht eher für Kerstin Gier - ist folgender: Der Spannungsbogen läuft auf einen ganz klaren Höhepunkt hinaus. Als diese brenzlige Situation überstanden ist - es geht um Leben und Tod - fällt der Bogen langsam Stück für Stück ab und mir wurde klar: Die Geschichte ist bald zu Ende! Ich hätte noch 10 weitere Stunden mit Livs Abenteuer verbringen können und freue mich schon sehr auf den zweiten Band der Trilogie!

Stilistisch hält Kerstin Gier sich an die "typischen" Jugendbücher, was aber wunderbar zu der Geschichte passt. Gier schafft es spannende Szenen und witzige Dialoge so darzustellen, dass sie den Leser in die Geschichte eintauchen lassen. Ich habe mich mit den Charakteren gefreut, mit ihnen gelitten und an spannenden Stellen vor Erleichterung aufgeatmet.

Was den Gesamteindruck betrifft hat "Silber - Das erste Buch der Träume" meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Als ich das Buch letztes Jahr im Buchhandel gesehen habe, wusste ich lange nicht, ob ich es mir wirklich wünschen sollte, weil ich Angst hatte, dass die Geschichte der "Edelstein"-Trilogie ähnelt. "Silber" konnte mich glücklicherweise vom Gegenteil überzeugen. Zudem hat Kerstin Gier es geschafft mein Interesse für die weiteren Bände zu wecken.
An dieser Stelle also nochmal ein herzliches Dankeschön an den Argon Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Wer also einen unterhaltsamen Jugendfantasyroman sucht, sollte sich "Silber - Das erste Buch der Träume" auf jeden Fall genauer anschauen.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

The summer I turned pretty

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Steckbrief 

Name: The summer I turned pretty (auch in deutscher Sprache erhältlich)
Autor: Jenny Han
Verlag: Simon & Schuster Books for Young Readers
Geeignet für: Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen in folgender Sprache: Englisch
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von "The summer I turned pretty" von Jenny Han)

"Every year Isabel spends a perfect summer at her family friends' house. There's the swimming pool at night, the private stretch of sandy beach ...and the two boys. Unavailable, aloof Conrad - who she's been in love with forever - and friendly Jeremiah, the only one who's ever really paid her any attention. But this year something is different."



Meine Meinung 


"The summer I turned pretty" ist ein typisches Jugendbuch. Es geht um Liebe und um das Erwachsen werden. Die Geschichte wird von der Protagonistin Belly erzählt. Sie verbringt den Sommer mit ihrer Familie bei einer befreundeten Familie. Obwohl sie die Familie schon jahrelang kennt, ist dieses Jahr alles anders...

Normalerweise bin ich überhaupt kein Fan der typischen Mädchenbücher. Wer liebt wen? Findet das einsame Mauerblümchen endlich den Traumprinzen? (Mal davon abgesehen glaube ich, dass es diesen gar nicht gibt, aber das ist wieder eine andere Geschichte).
Der Hauptgrund warum ich mir das Buch dennoch besorgt habe ist: Es ist in englischer Sprache geschrieben. Mein Englisch war zu dem Zeitpunkt, als ich das Buch gelesen habe, ziemlich schlecht. Daher war ich sehr froh, dass ich ein Buch erwischt habe, welches nicht nach einer Kindergeschichte klingt und somit nicht durch "3 Wortsätze" geprägt war.
Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass es sich mit "tiefgründigen" Themen beschäftigt wie z.B. "Wie integriere ich mich in eine Gruppe?" oder "Wer bin ich wirklich?". Diese Themen wurden teilweise angeschnitten. Allerdings war der Haupthandlungsstrang des Buches Bellys "Liebes Hin und Her".

Wäre dieses Buch auf Deutsch gewesen, hätte ich es spätestens nach der Hälfte zur Seite gelegt. Aber zu dieser "kitschig, romantischen" Geschichte passt die englische Sprache wunderbar. Sprachlich wirkt es an keiner Stelle übertrieben. Obwohl ich kein Freund der typischen Mädchenbücher bin, fand ich die Geschichte doch irgendwie nett verpackt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die genauen Einzelheiten der Geschichte erfasst habe, aber vieles hat sich einfach aus dem Zusammenhang ergeben.

Also wenn ihr nicht gut in Englisch seid und was zu lesen sucht, kann ich euch das Buch empfehlen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Die Känguru Chroniken

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Universal Music
Steckbrief

Name: Die Känguru Chroniken (auch als Buch erhältlich)
Autor: Mark-Uwe Kling
Verlag: Hörbuch Hamburg
Geeignet für: ab 16-17 Jahren, oder für Menschen, die gerne Kabarett hören/lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Marc-Uwe Kling
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(aus "Die Känguru Chronik" von Mark-Uwe Kling, Produktbeschreibung von buecher.de).


"»Ich bin ein Känguru - und Marc-Uwe ist mein Mitbewohner und Chronist. Nur manches, was er über mich erzählt, stimmt. Zum Beispiel, dass ich mal beim Vietcong war. Das Allermeiste jedoch ist übertrieben, verdreht oder gelogen! Aber ich darf nicht meckern. Wir gehen zusammen essen und ins Kino, und ich muss nix bezahlen.« Mal bissig, mal verschroben, dann wieder liebevoll ironisch wird der Alltag eines ungewöhnlichen Duos beleuchtet. Völlig absurd und ein großer Lesespaß..."
 



Wie ich zu dem Buch kam...

Während einer schönen Zugfahrt wurde uns aus diesem Buch vorgelesen. Eine Freundin meinte dann, dass sie die Reihe als Hörbuch hätte. Da ich das Gefühl hatte, dass nur die HÄlfte des Humors ankam, wenn ich es selbst lesen würde, beschloss ich mir die Hörbücher auszuleihen.


Meine Meinung

An sich gefallen mir die zusammenhangslosen kurzen Geschichten rund um Marc-Uwe Kling und seinen verrückten Mitbewohner, das Känguru, ziemlich gut. Das Känguru ist Kommunist und hat ein ziemlich kritisches Weltbild. Das macht das Lesen des Buches gerade so interessant. Man erlebt nicht nur lustige Geschichten mit den beiden, sondern wird auch zum Nachdenken angeregt.


Die Kapitel hatten genau die richtige Länge. Manchmal waren sie nur wenige Zeilen, manchmal ganze Seiten lang.

Stellenweise konnte ich den Humor nicht ganz folgen. (Da das Hörbuch eine Lesung ist, einige im Publikum anfingen zu lachen, dachte ich mir, dass da wohl ein Witz gewesen sein musste, der bei mir nicht ganz ankam). Mit der Hörqualität des Buches hatte ich das ein oder andere Mal meine Probleme, weil Klings Stimme stellenweise ziemlich leise war.

Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt "Die Känguru Chronik" zu lesen. Sowohl Klings als auch die Gedanken des Kängurus sind interessant und geben viel Stoff zum nachdenken.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht