Dienstag, 24. April 2018

Mein Sommer auf dem Mond

Bild von cbj
Steckbrief 

Autor: Adriana Popescu 
Verlag: cbj Verlag 
Geeignet für: Jugendliche und Fans der Autorin 
Gelesen oder gehört: gelesen, als Paperback 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 



Klappentext 

(von cbj Verlag

"Manchmal muss man einmal zum Mond reisen und wieder zurück, um zu erfahren, wohin man wirklich gehört

Cooler Sportler, niedliche Träumerin, lässiger Underdog und freche Sprücheklopferin – alles nur Fassade ...

und die müssen Fritzi, Bastian, Tim und Sarah aufgeben, als sie mit ihren tiefsten Geheimnissen im Therapiezentrum auf Rügen landen. Einen lebensverändernden Sommer lang werden die vier vom Schicksal zusammengewürfelt und ordentlich durchgeschüttelt. Dabei wachsen sie über sich hinaus, finden ihr wahres Selbst, großen Mut und entdecken die erste wahre Liebe ..."


Meine Meinung 

Gestaltung
Das Cover zu Mein Sommer auf dem Mond ist schlicht gestaltet. Wir sehen vier Charaktere, die in verschiedenen Posen auf einer mondähnlichen Landschaft stehen. Die Personen stehen einander zugewandt, was ebenfalls ein schönes Element ist, weil es zeigt, dass Interaktion und Gemeinschaft hier eine große Rolle spielen könnten.
Über ihnen steht in orangefarbener Schrift der Titel des Romans.

Auch in dem Buch werden verschiedene Stilmittel eingebaut: Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Nämlich aus Fritzis und Bastis Sicht. Beide machen sich viele Gedanken über ihr Leben, die momentane Situation und ihre Mitmenschen. Und hier sind sie innerlich oft hin- und hergerissen. Und diese inneren Dialoge werden in verschiedenen Schriftarten dargestellt. So wurde der Unterschied zwischen den dunklen und die guten Gedanken optisch gut hervorgehoben. Was mich besonders gefreut hat: Ich konnte alle Schriftarten ohne Probleme lesen.

Inhalt / Spannung
In Mein Sommer auf dem Mond lernen wir vier Jugendliche mit psychischen Problemen kennen. Sie besuchen in den Sommerferien mehr oder weniger freiwillig ein Therapiezentrum auf Rügen und werden hier in die Gruppe der Astronauten gesteckt. Dabei könnten sie nicht unterschiedlicher sein: Fritzi, die eigentlich Franziska heißt, zwar immer einen schlagfertigen Spruch auf Lager hat, aber bei genauerem Hinschauen gar nicht so selbstsicher wirkt. Tim, der Fußballer, der beteuert, seine Eltern würden ihn hier schon bald wieder raus holen, Sarah, die am liebsten im Erdboden versinken möchte und Basti, den keiner von den anderen so richtig einordnen kann.
Als sie dann auch noch alle vier in der Segelgruppe landen, wird ihnen klar, dass sie wohl oder übel miteinander auskommen müssen. Doch das ist gar nicht so leicht, wie gedacht.

Am Anfang hatte ich Mühe, in die Geschichte reinzukommen. Zum einen lag das daran, dass mich Fritzi etwas in die Irre geführt hat. Ich durfte sie schon in der Kurzgeschichte Schöne Grüße vom Mond kennenlernen und hatte hier den Eindruck, ein recht introvertiertes Mädchen vor mir zu haben. Und dann war ich überrascht, wie offen sie mir auf Rügen begegnete. Und das obwohl nicht einmal ihre beste Freundin wusste, wo sie die Sommerferien verbrachte.
Zum anderen dauerte es etwas, bis wir alle vier Charaktere kennenlernen oder beobachten konnten, wie sie aufeinander reagieren.

Doch als die Fronten geklärt waren und wir unsere vier Astronauten kannten, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Mich interessierte, was die vier Jugendlichen nach Rügen verschlagen hatte. Natürlich hatten sie hier und da ihre Eigenarten, kamen mir aber andererseits auch nicht so vor, als kämen se im Alltag nicht zurecht. Und gerade das ist eines der wesentlichen Aspekte von psychischen Erkrankungen: Nicht immer sieht man sie den Leuten an. Und das sorgt häufig für Irritationen beim Gegenüber.

Wir erleben in Mein Sommer auf dem Mond nicht nur, wie sich die Astronauten mit sich selbst auseinandersetzen müssen, sondern auch, wie sie auf die Gruppe reagieren. Wie gehen sie mit Konflikten um? Was denken sie über ihr Gegenüber?
Toll fand ich hier, dass die wesentlichen Gespräche unter den Jugendlichen selbst stattfanden und das nicht in einem therapeutischen Setting geschah. Nur durch die Gespräche miteinander hatten die Astronauten die Möglichkeit, über ihr Verhalten nachzudenken. Und dieses Element zeigt wunderbar, was passieren kann, wenn man sich traut, über seine Probleme zu sprechen.

Kürzlich teilte Adriana Popescu auf ihrem Twitter Account, die Worte einer Leserin. Diese sagte sinnbildlich, dass sie es schön fand, dass die Jugendlichen in Mein Sommer auf dem Mond nicht auf ihre Erkrankung reduziert werden, sondern auch Jugendliche mit ganz normalen Problemen sein dürfen. Die erste Liebe, die Frage nach der eigenen Identität wie z.B. Wer bin ich und wer will ich sein? gingen hier fließend in die krankheitsspezifischen Themen über. Ohne, dass eines von beiden zu sehr überwog.

Die Handlungsstränge sind gut miteinander verwoben. Ich war mir erst unsicher, ob vier Protagonisten für die Geschichte nicht zu viel sein könnten. Obwohl wir Mein Sommer auf dem Mond aus der Sicht zweier Charaktere erzählt bekommen, ist es dennoch so, dass alle Charaktere genügend Raum kriegen. Zudem waren die Probleme, wegen denen sie im Therapiezentrum sind, sehr realistisch gewählt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich hier viele Leserinnen und Leser wiederfinden werden.

Schreibstil
Bisher kannte ich Adriana Popescu als eine Autorin mit einem lockeren, lebendigen und vor allem lustigen Schreibstil. Daher war ich wirklich gespannt, wie sie sich dieser Geschichte nähert. Und was soll ich sagen? Der Spagat zwischen Tiefe und Leichtigkeit ist der Autorin hier wirklich gut gelungen. Sie erzählt die Geschichte der Astronauten mit einer Ernsthaftigkeit an der richtigen Stelle, aber auch mit einer Leichtigkeit, ohne die Geschichte dadurch herunterzuspielen.

Gesamteindruck
Ich war unglaublich gespannt auf Mein Sommer auf dem Mond, da die Autorin auf ihren Social Media Kanälen vorab schon ein paar Infos herausgab, wie beispielsweise, dass es sich bei der Geschichte um ein sehr persönliches Buch handelt. Außerdem ist Mein Sommer auf dem Mond im Vergleich zu ihren anderen Jugendbüchern, eine Geschichte, die sich einem Thema widmet, über das in unserer Gesellschaft leider noch viel zu wenig gesprochen wird. Nämlich psychische Probleme oder Langzeiterkrankungen.

Wer also ein Buch sucht, das sich mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, aber auch eine kleine Leichtigkeit mitbringt, der sollte einen Blick auf Mein Sommer auf dem Mond werfen.


Sonntag, 22. April 2018

Ge(h)brechen - Wie lese ich eigentlich?

Hallo Buchlinge,

heute wage ich mich mal vor die Kamera um euch zu zeigen, wie das bei mir mit dem Lesen funktioniert. Ich wünsche gute Unterhaltung!

HIER geht's direkt zur YouTube Seite.




Noch ein paar kleine Infos am Rande:

Die Funfacts wurden gestrichen, weil sie an späterer Stelle völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden wären. Wenn es hierzu Interesse gibt, erzähle ich sie aber nachträglich gern in den Kommentaren oder in einem Beitrag.

Die Funktion, die ich nicht kannte: Hier handelte es sich um Kameraeinstellungen. Man kann an das BLG nämlich auch eine Tafelkamera anschließen und sich somit Inhalte vergrößern lassen. (Ich hab mir aber sagen lassen, dass die Qualität nicht sonderlich gut ist).

-------------------------------------------------------------------

Inhaltsverzeichnis: 

00:00 Min: Begrüßung, Kurzinfo zu den Büchern
01:28 Min: Tutorial 1: Kontrast, Zoom, Helligkeit
08:18 Min: Das Schriftgrößen / Schriftarten Problem
09:43 Min: Die elektronische Lupe
12:38 Min: Abschluss

------------------------------------

Zufallswiedergabe? 
Beitrag 1: https://bit.ly/2Hsmg0R
Beitrag 2: https://bit.ly/2HsX22m
Beitrag 3: https://bit.ly/2qoWIdD

-----------------------------------------------------------------------

Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...

  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte 
  • Kann keinen Blickkontakt aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht 

----------------------------------------

Und Du? 

Du hast das Video gesehen und noch Fragen? 
Her damit und ab in die Kommentare! 

Ich freu mich auf Dich! 

Freitag, 20. April 2018

Camp 21

Bild von rubikon
Steckbrief

Name: Camp 21 (auch als Buch erhältlich)
Autor: Rainer Wekwerth
Verlag: Rubikon Audioverlag
Geeignet für: Fans von spannenden Jugendbüchern
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Mark Bremer
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext

(von Rubikon Audioverlag)

"Mike und Kayla sind in Camp 21 gelandet. Sie kennen sich kaum und mögen sich noch weniger. Durch elektronische Armbänder aneinander gefesselt, ist es ihnen jedoch unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. Entfernen sie sich zu weit voneinander, empfangen sie über die Fessel quälende Schmerzimpulse. Während Kayla noch versucht mit der Situation zurechtzukommen, ahnt Mike bereits, dass im Camp etwas nicht stimmt. Nach einem tödlichen Vorfall im Lager gelingt den beiden die Flucht. Doch dies ist erst der Anfang einer atemberaubenden Jagd, denn die Fesseln, die geheimen Experimente und die Liebe zueinander bilden für Mike und Kayla ein gefährliches Netz, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint."


Meine Meinung 

Gestaltung
Die Geschichte wird von Mark Bremer, einem der Gründer des Rubikon Verlages gelesen. Mark Bremer hat bereits zahlreiche Hörbücher eingelesen unter anderem für den Hörverlag. Bei Camp 21 handelt es sich um das erste Hörbuch, das ich mit ihm als Sprecher gehört habe. Er hat eine tiefe Stimmfarbe, die unglaublich gut zu der Geschichte und deren Stimmung passt. So bin ich sehr schnell in den Roman rein gekommen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir bei Mark Bremer noch das gewisse Etwas gefehlt hat. Ich hatte hier und da Mühe, die Charaktere auseinanderzuhalten. Auch die Stimmung der Charaktere kam nicht immer bei mir an, gerade, wenn es um Feinheiten geht. Allerdings kann es auch gut sein, dass ihr das ganz anders hört.

Mir gefielen ein paar Elemente der Hörbuchgestaltung ganz gut: Zum einen wurde das Hörbuch in ungekürzter Fassung gelesen. Das freute mich besonders. Bei Rubikon handelt es sich um einen recht jungen Hörbuchverlag und da fand ich es echt cool, dass sie sich trotzdem die Zeit nahmen, ungekürzte Lesungen zu produzieren und nicht auf gekürzte Fassungen ausweichen mussten.
Zum anderen enthielt das Hörbuch auch Elemente wie Musik zu Beginn und am Ende sowie das ein oder andere stilistische Mittel, das ich hier aber nicht vorwegnehmen möchte. Was mir ebenfalls gut gefiel war, dass die Kapitel mit aufgesprochen wurden. Bei vielen Hörbüchern wird nicht genannt, wenn ein neues Kapitel beginnt. Das macht es beispielsweise schwierig, mit einem Hörbuch an einer Leserunde teilzunehmen. Hier hingegen hatte ich einen guten Überblick wo ich mich befand.

Inhalt
Inhaltlich hat es mich etwas gewundert, dass es doch etwas gebraucht hat, bis Kayla und Mike im Camp 21 landen. Wir bekommen mit, was die beiden in das Camp führte. Diese Vorgeschichte ist besonders wichtig, um die Charaktere besser verstehen zu können. Mich überraschte nur, dass der Klappentext der Geschichte schon recht viel vorwegnahm.

Man könnte meinen, dass Kayla und Mike einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Sie haben wunderbare Eigenschaften: Nämlich einen Blick für die Menschen in ihrer Umgebung. Doch der Drang anderen zu helfen, sorgt dafür, dass sie sich mehr oder weniger freiwillig in Camp 21 wiederfinden. Einem Camp, von dem man nicht so recht weiß, ob es wirklich gut ist oder ob die eigentliche Gefahr noch irgendwo hinter verborgenen Türen lauert. Mike und Kayla sind durch Armreife verbunden, die sich aktivieren, wenn sich die beiden zu weit voneinander entfernen. Zu Beginn ist der Abstand auf 200 Meter eingestellt, kann aber ausgeweitet werden, sofern die beiden sich benehmen. Die Fesseln erfüllen einen einfachen Zweck: Sie sollen die Campbewohner an einer Flucht hindern. Bisher war das Prozedere auch sehr erfolgreich.

Mir gingen die Handlungsstränge hier und da nicht ganz fließend ineinander über. So durchlaufen Kayla und Mike ein paar Stationen, bis sie sich in Camp 21 wiederfinden. Als sie das Camp dann schließlich erreichten, war mir nicht ganz klar, wie sich die Geschichte weiterentwickelte. Einerseits ist das natürlich toll, weil ich den Verlauf so nicht erraten konnte. Andererseits fühlte ich mich auch etwas orientierungslos. Rainer Wekwerth beschrieb zwar ein paar Dinge, die Fragen aufwarfen, dennoch wurden hier zwar Dinge angedeutet, ich hatte aber keine Ahnung welche Handlungsstränge weiter vertieft werden würden. Allerdings waren die Handlungsstränge in sich logisch.

Wie man schon anhand des Titels erraten kann, behandelt Rainer Wekwerth hier das Thema Bootcamps. Und das hat er wirklich gut umgesetzt. Bootcamps sind Erziehungseinrichtungen, in die Jugendliche geschickt werden, wenn sie wieder lernen sollen, sich in die Gesellschaft einzuordnen. In der Realität heißt es aber oft, dass Eltern mit ihren Kindern nicht zurechtkommen, diese in ein Bootcamp abschieben, in dem es nicht darum geht, eine Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen, sondern sie nur so weit zu konditionieren, damit sie sich an Regeln halten und nicht mehr rebellieren. Dass die Rebellion aber nicht immer ein Zeichen von Trotz sein muss, sondern oft eine Reaktion auf das Nicht-verstanden-werden ist, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Rainer Wekwerth hat die Wut und Hilflosigkeit unserer Charaktere sehr gut herausgearbeitet und die Stimmung, die im Camp herrscht, glaubhaft transportiert.

Spannung
Wie bereits berichtet, hatte ich hier und da Mühe, die Struktur in der Geschichte zu erkennen. Dennoch konnte Rainer Wekwerth gerade gegen Schluss den Spannungsbogen wirklich gut vorantreiben. Ich fragte mich, wie die Geschichte wohl ausgehen würde und ob es für Kayla und Mike ein Entkommen aus Camp 21 gibt.

Schreibstil
Rainer Wekwerths Schreibstil sorgte dafür, dass ich sehr schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Hier und da kamen mir die Dialoge zwischen den Charakteren etwas künstlich vor. Dennoch waren Mikes und Kaylas Gedanken sehr gut und glaubhaft herausgearbeitet. Rainer Wekwerth erzählt die Geschichte aus der dritten Person, schlüpft hier aber in die Rollen von Kayla und Mike. Ich hatte nicht den Eindruck, dass einer der beiden Charaktere hier zu kurz kommt. Die Kapitel gingen gut ineinander über.

Spannend fand ich hier, dass mir vor allem die Nebensätze in Dialogen auffielen, wie beispielsweise wenn Bewegungen von Charakteren genannt werden oder erwähnt wird, mit welchen Emotionen der eine Charakter gerade etwas zum anderen sagt. Dieses Element ist mir bei anderen Hörbüchern bisher noch nicht so aufgefallen.

Gesamteindruck
Von Camp 21 hatte ich bereits einiges gehört. Ich habe das Buch vor einer Weile auf ein paar Buchblogs entdeckt und habe mich umso mehr gefreut, dass es auch ein Hörbuch gibt. Hier und da fehlte mir etwas die Tiefe. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt und der Autor eine breite Altersspanne erreichen muss. Es braucht also eine gute Mischung zwischen ernster, spannender Geschichte, aber auch einem Ausgleich auf der andere Seite, damit niemand das Buch verschreckt zuschlägt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir hier eine spannende Geschichte vor uns haben, die mir unterhaltsame Hörstunden beschert hat. 

Mittwoch, 18. April 2018

Die Sache mit den Handlungsorten und Helden aus der zweiten Reihe - Bücherstammtisch im April

Foto: A. Mack

Hallo Buchlinge,

aufmerksamen Lesern unter euch wird sicher nicht entgangen sein, dass es im März keinen Lagebericht von unserem Bücherstammtisch Treffen gab. Zum einen lag es daran, dass ich krank und somit nicht vollkommen aufnahmefähig war. Zum anderen waren wir auch eine kleine Runde und haben uns zu 90% über unseren Stapel ungelesener Bücher unterhalten, was für euch wahrscheinlich nur minimal spannend sein wird. 

Deswegen dachte ich mir, ich steige zum April Treffen wieder ein. Unsere Themen waren diesmal... 


Schönste und schrecklichste Handlungsorte 

Hier stellte ich mir erst einmal die Frage, wo Handlungsort anfängt und wo er aufhört. Beschränkt sich der Handlungsort einer Geschichte auf einen räumlichen Ort also z.B. ein Gebäude oder ein Zimmer? Zählen Länder auch zu den Handlungsorten eines Romans?
Ich ging also auf Nummer sicher und brachte sowohl ein Land als auch einen räumlichen Ort mit. 
Schnell stellte sich heraus, dass die Bücherstammtisch Mitglieder sowohl Land als auch Raum als Handlungsort definierten. 

Bild von A. Mack
Der schönste Handlungsort für viele Stammtisch Mitglieder war ganz klar: Hogwarts, das Internat für Hexen und Zauberer aus den Harry Potter Bänden. Hogwarts ist einfach ein wunderbarer magischer Ort über den ich wahrscheinlich nicht mehr viel erzählen muss. Für diejenigen unter euch, die die Schule noch nicht kennen: Es ist ein Schloss, mit einem schönen (und teils gefährlichen) Außengelände.
Im Schloss gibt es, wie es sich für eine Schule gehört, Klassenräume, die unter anderem auch in Türmen oder Kerkern angesiedelt sind. Nun ein paar Highlights: die Gemeinschaftsräume der Schulhäuser, in die man zu Beginn der Schulzeit eingeteilt wird und die Große Halle, in der die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden. Wie es sich für einen magischen Ort gehört, gibt es auch in Hogwarts jede Menge unbenutzte Geheimgänge, unsichtbare Räume oder Treppen, die schon mal ins Nichts führen können. 

Mein schönster Handlungsort ist Italien. Stellvertretend für dieses Land brachte ich Ein Sommer und vier Tage mit. Eigentlich hatte ich überlegt, wieder einmal zur neapolitanischen Saga zu greifen, aber ich dachte, es wurde mal Zeit den Bücherstammtisch Mitgliedern ein anderes Buch, das in Italien spielt, vorzustellen. 

Bild von A. Mack
Zu den schrecklichsten Handlungsorten gehörten für mich ganz klar die Bootcamps aus Camp 21 bzw. das besagte Camp.
Einige Bücherstammtisch Mitglieder nominierten ohne zu zögern, Forks, den Ort an dem Bella in der Bis(s)-Reihe ein neues Zuhause findet. Hier ist es nicht nur langweilig, sondern auch ziemlich regnerisch.
Ein Merkmal für einen schrecklichen Handlungsort war für viele Stammtischmitglieder daher die fehlende Anbindung an die Zivilisation. Musste unser Protagonist in einer Einöde leben? Oder gab es die Möglichkeit der Langeweile zu entkommen? 

Queens der schlechten Handlungsorte
Es wurde herausgearbeitet, dass sich J.K. Rowling und Agatha Christie nicht unbedingt darauf verstehen, spannende Handlungsorte zu kreieren. Beide Autorinnen schmücken ihre Beschreibungen oft mit Wiederholungen aus, die wenig aussagekräftig sind. Ich fand diesen Aspekt spannend, weil er mir bei J.K. Rowling noch nie aufgefallen war. Wiederholungen rund um den Ligusterweg Nr. 4 entgingen auch mir nicht. Bisher war ich aber davon abgelenkt gewesen, wie J.K. Rowling ihre Charaktere darstellt. Deswegen hat es mich schon fast etwas geärgert, dass mir hier das Fachwissen fehlte um in eine Diskussion mit einsteigen zu können. 

Und was denke ich über die Handlungsorte? 
Tatsächlich hängt es viel mit der bildhaften Sprache eines Autors zusammen, ob ich mich an einem Handlungsort wohlfühle oder nicht. Außerdem spielt es natürlich eine wesentliche Rolle, wie sich unser Protagonist an dem Handlungsort fühlt. So habe ich euch noch in meinem Monatsrückblick von einer Villa vorgeschwärmt. Bei genauerem Überlegen wurde mir aber bewusst, dass es dem Charakter in seinem Zuhause nicht wirklich gut geht und ihm der schöne Handlungsort daher auch nicht hilft. 

Schreckliche Handlungsorte sind für mich mehr mit Assoziationen verknüpft. So erahne ich, dass ein Krankenhaus oder ein Bootcamp keine schönen Orte sein können. Da braucht es dann nicht immer viele sprachliche Bilder. Wie ist es bei euch? 


Helden aus der zweiten Reihe 

Auch hier tat ich mich wirklich schwer, das passende Buch auszuwählen. Denn die Helden aus der zweiten Reihe sind nicht klar definiert. So fragte ich in der offiziellen Stammtisch Einladung zwar, nach den Charakteren, ohne die unser Protagonist aufgeschmissen wäre. Diese Helden sind aber meist auch Protagonisten. So gehören Hermine und Ron für mich nicht zu den Nebencharakteren in Harry Potter
Und als ich mein Bücherregal auf der Suche nach einem passenden Buch abgelaufen bin, stellte sich auch heraus, dass alle Charaktere, die ich eigentlich hätte mitnehmen können, wie bereits erwähnt, auch Protagonisten sind. 

Bild von A. Mack
Ich nominierte also Janusz Korczak einen realen Helden. Er war ein Nebencharakter in David Safiers Roman 28 Tage lang, der von dem Widerstand im Warschauer Ghetto erzählt. Hier vermischt David Safier fiktive Charaktere mit realen Personen. Korczak war Pädagoge und leitete ein Waisenhaus in dem Ghetto. Er hatte viele Freunde außerhalb des Ghettos, die ihn zur Flucht überreden wollten. Dennoch konnte Korzcak weder die Kinder noch die Mitarbeiter des Waisenhauses im Ghetto zurücklassen. Und so kam es, dass er mit ihnen in ein Konzentrationslager ging. Ich fand es wirklich beeindruckend, wie er den Drang selbst zu überleben zum Wohle der anderen hinten anstellen konnte, ohne etwas dafür zu verlangen. 

Drei Stammtisch Mitglieder brachten Die Tribute von Panem mit. Hier nominierten sie ein paar Nebencharaktere, die gemeinsam mit der Protagonistin um das Überleben kämpfen. (Da ich die Reihe immer noch nicht gelesen habe und nicht weiß, ob konkretere Infos gespoilert werden, lasse ich sie lieber weg). 


Die wunderbare Reise des Bücherstammtisches 

Im März hatten wir in kleiner Runde eine spontane Zukunftswerkstatt betrieben. Wieder einmal tauchte die Frage auf, was Interessierte davon abhalten könnte, unserer Gruppe beizutreten. 
Da wir mittlerweile auch einen festen Raum haben, gibt es nun die Möglichkeit wieder gezielter für die Stammtisch Treffen zu werben. 
Also nutzten wir im April die Gelegenheit zwei neue Mitglieder zu befragen, was sie dazu bewogen hatte, bei uns vorbeizuschauen. Eine der beiden Neuen verkündete, dass es schon mal nicht der Name gewesen sei, der sie bisher abgeschreckt habe. Das beruhigte mich ungemein. Natürlich hat man bei dem Wort Stammtisch auch immer das Bild einer grölenden Gruppe vor Augen. Dennoch fasst der Name Bücherstammtisch für mich das zusammen, was es ist: Eine Gruppe, die über Bücher spricht.
Buchlinge, was denkt ihr darüber? Würdet ihr einen Bücherstammtisch in eurer Nähe besuchen? Welche Werbung bräuchte es, damit ihr euch angesprochen fühlt? 

Ich verließ die Runde also mit neuen Inspirationen und würde am liebsten jetzt und sofort alle Ideen umsetzen. Aber manche Dinge brauchen Zeit. 


Besuch von einer Schwester des Nornennetzwerks 

Bei Twitter habe ich vor ein paar Monaten am Rande von dem Nornennetzwerk erfahren. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk für deutschsprachige Phantastik Autorinnen. Im Rahmen ihres Studiums lernte Isona eine Schwester des Nornennetzes kennen und brachte sie zum Bücherstammtisch mit.

Als sie uns dann von dem Netzwerk erzählte, schlug mein Herz höher. In dem Netzwerk geht es vor allem um regelmäßigen Austausch und Kommunikation. Wer sich nicht in das Geschehen einbringt, wird auch wieder hinaus gebeten. Das Netzwerk dient vor allem dazu, sich gegenseitig zu unterstützen. Sei es bei der Recherche für verschiedene Schauplätze oder bei der Suche nach Lektorinnen oder Testleserinnen.
Außerdem hat das Nornennetz einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse. (In Leipzig waren sie bereits vertreten und der Stand war sehr gut besucht).

Die Freiburger Nornen suchen noch ganz dringend Interessentinnen. Und ich wäre am liebsten sofort beigetreten. Mein einziges Problem besteht nur darin, dass ich nicht im Genre Phantastik schreibe. An dieser Stelle möchte ich aber unbedingt erwähnen, dass Phantastik nicht ausschließlich mit Fantasy gleichzusetzen ist. Hierunter fällt beispielsweise auch Sciene-Fiction.

Die Nornen
... im Web
... bei Twitter
... bei Facebook


Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 

Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an einem Montag ab 17:30 Uhr. Zehn Minuten früher treffen wir uns vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße und gehen von dort aus gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir bestimmte Themen fest, über die wir uns im besten Falle im Voraus Gedanken machen. 

Momentan besteht unsere Gruppe hauptsächlich aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für andere Bücher. (Nur zum Thema sollte es passen :-) ). 

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen unserer Treffen festlegen können. 

Wir sind auch bei Facebook vertreten. Auch hier werden Einladungen und Umfragen geteilt. Ab und an bricht hier auch eine spannende Diskussion aus. Momentan sucht Isona Interessierte, die gemeinsam mit ihr Herr der Ringe lesen möchten.

Wir hoffen, wir konnten Dein Interesse wecken! 

Montag, 16. April 2018

Neues aus dem Hörverlag Part 2 - Escape und reisende Männer...

Hallo Buchlinge,

vor ein paar Tagen durftet ihr via Twitter und Facebook darüber abstimmen, welche Podcast Folge ich als nächstes hochladen soll. Und das Blöde an der Geschichte war: Zwei unterschiedliche Netzwerke, zwei verschiedene Meinungen. Da der Hörmonat bzw. Lesemonat vermutlich wieder etwas länger wird, dachte ich mir, ich beginne einfach mal mit der Verlagsvorschau.

Heute spreche ich mit euch über Escape von Nina Marin und Drei Mann auf einem Boot ganz zu schweigen vom Hund von Jerome K. Jerome.

Ich wünsche gute Unterhaltung!




Inhaltsverzeichnis 

00:00 Min: Begrüßung
00:24 Min: "Escape" von Laura Marin
01:37 Min: "Escape" Hörprobe
05:32 Min: Meinung zur Hörprobe
06:48 Min: "Drei Mann auf einem Boot..."
07:21 Min: Hörprobe
12:27 Min: Meinung zur Hörprobe
14:06 Min: Abschluss

--------------------------------------------------------------------

Was haltet ihr von den Hörproben bzw. der Podcast Folge?