Mittwoch, 26. Juli 2017

Meine Highlights aus dem Herbstprogramm des Hörverlags Teil 2

Hallo ihr Buchlinge,

heute stelle ich euch den zweiten Tel meiner Highlights aus dem Herbstprogramm des Hörverlags vor. Diesmal wird der Podcast hoffentlich nicht ganz so lang.


Die Podcast Folge 


Inhaltsverzeichnis 

00:18 - 01:16 Min Max Bentow - "Das Porzellanmädchen"

01:17 - 04:27 Min Hörprobe "Das Porzellanmädchen"

04:28 - 05:55 Min After Hörproben Talk

05:56 - 06:39 Min Agatha Christie - "Das Geheimnis der Goldmine": http://bit.ly/2shLbzF

06:40 - 12:04 Min Hörprobe "Das Geheimnis der Goldmine"

12:05 - 12:52 Min After Hörproben Talk

12:53 Min bis Ende: Abspann und Fragen an euch


Und Du? 

Wie hat Dir der Podcast gefallen? 
Welches der vorgestellten Hörbücher fandest Du am spannendsten? 


Samstag, 22. Juli 2017

Andreas Bourani in Emmendingen beim I EM Music Festival 2017

Hallo in die Runde,

vor einer Weile - ok ich glaube, so lange ist es noch gar nicht her - habe ich euch gebeten, mir für den 21.07. die Daumen zu drücken. In diesem Konzertbericht, werdet ihr erfahren, warum. 


Daten und Fakten: 

Was: Andreas Bourani (Support: Klima) 
Wann: Freitag den 21.07.17 
Wo: Auf dem Emmendinger Schlossplatz im Rahmen des I EM Music Festivals. 
Preis: 49,90 € (Begleitperson freier Eintritt, Abholung der B-Karte an der Abendkasse) 


Über den Künstler 

Als in Deutschland 2003 die Zeit der Castingshows anbrach, dachte sich auch Andreas Bourani, der damals noch nicht unter seinem Geburtsnamen auftrat, dass er es mal bei einer Show versuchen wollte. Er nahm an der Sendung "Die Deutsche Stimme 2003" teil, die damals vom ZDF ausgestrahlt wurde. Dort musste er herbe Kritik einstecken, obwohl er damals schon einiges drauf hatte. Man erklärte, er singe zwar gut, aber genauso, wie Künstler, die bereits auf dem Markt seien.
Dennoch gab Bourani nicht auf, spielte viele Konzerte und trat u.a. als Support Act von Philipp Poisel, der übrigens einen Tag vor ihm bei I EM Music spielte, Unheilig oder Aura Dione auf. 

Andreas Bourani ist mittlerweile aus der deutschen Poplandschaft nicht mehr wegzudenken. Er hat bisher zwei Alben veröffentlicht (Staub und Fantasie, Hey). Lieder wie Auf uns, Nur in meinem Kopf, Auf anderen Wegen oder Hey haben nicht nur Ohrwurmqualität, sondern bringen auch einiges an Tiefe mit.

Wenn Andreas Bourani nicht gerade auf Konzertbühnen steht, nimmt er auch mal an der ein oder anderen Musikshow teil. So war er beispielsweise schon Gast in der "Sing meinen Song"-Runde, die damals noch von Xavier Naidoo angeführt wurde und suchte, trotz negativer Castingshow Erfahrung, zwei Staffeln lang The Voice of Germany. In der letzten Staffel gewann das A-Team übrigens dank Tay, der gerade sein Debütalbum produziert. 

Andreas Bourani
... im Web 
... bei Facebook 
... bei Instagram 
... bei Twitter 
... bei Spotify 


Der Countdown 

Isona und ich waren voller Vorfreude und klärten kurz vor knapp noch die wichtigsten Dinge ab.

An unsere Zukunfts-Ichs: 
Auf dem Gelände verboten sind u.a. Plastikflaschen und Getränke, die gibt's nämlich auch vor Ort. Außerdem: Fackeln und große Regenschirme. Kleine dürfen mitgebracht werden, wobei man sich hier sehr unbeliebt machen kann, wie ihr weiter unten lesen werdet. 

Während es am Vormittag noch schön sonnig war, zog es, kurz bevor ich das Haus verlassen habe, immer mehr zu. Ich hatte ja die Hoffnung, dass es nur in Freiburg regnen sollte und wir ein trockenes Konzert vor uns hatten. Aber ich hatte falsch gedacht.

Als mich Isona in Emmendingen am Bahnhof einsammelte, war die Welt noch in Ordnung. Sie erzähle mir zwar, dass Emmendingen momentan überbevölkert sei, aber das Problem sollte sich nach dem Wochenende wieder erledigt haben. Wir checkten also ein, suchten uns einen guten Stehplatz, der diesmal nicht bei der Rollibühne war. Während wir so da standen und auf den Support Act warteten oder über den Bücherstammtisch philosophierten begann das Grauen.

Zuerst tröpfelte es.
Ich dachte mir, dass es langsam eine intelligente Idee wäre die Hörgeräte rauszunehmen, die sich mit Feuchtigkeit nicht so gut vertrugen. Der Himmel wurde immer dunkler...

Ein Blick in die Nacht davor 

In meinem Traum waren Isona und ich ebenfalls auf dem Konzert. Das Gelände war mit einigen Besuchern gefüllt. Der Himmel wurde immer dunkler. Und dann begann das Gewitter. Anstatt das fantastische Wetter auszunutzen, machte sich Unsicherheit breit. Und schließlich wurde das Konzert abgesagt. In meinem Traum brach große Enttäuschung aus. Denn sobald Andreas Bourani wieder abgefahren war, kam die Sonne heraus. 

Zurück in der Gegenwart 

Ich blickte in den Himmel und dachte: "Liebe Götter der Festivals, Konzerte und guter Musik. Bitte lasst ausnahmsweise meinen Traum NICHT in Erfüllung gehen."


Die Vorband 

Ihr müsst euch das wirklich so vorstellen: Kurz bevor KLIMA die Bühne unsicher machten, fing es wirklich an zu regnen. Und zwar nicht nur ein tröpfelndes Etwas, sondern ein richtig tropfender Schwall. Wir packten unsere Regenjacken aus und Isona bedankte sich bei mir, dass ich sie - meiner Meinung nach eher unbewusst - dazu überredet hatte, ihre mitzunehmen.
Ein Radiomoderator bestieg die Bühne, hieß uns alle herzlich willkommen und bedankte sich bei ein paar Sponsoren. Kurzum: Ich hatte das Gefühl, er wolle Zeit gewinnen. Dann kamen aber doch der rettende Satz, der in etwa lautete: "Und nun begrüßt KLIMA."

Als der erste Takt erklang, wurde dieser von einem hellen, nicht von einem Scheinwerfer inszenierten, Blitz begleitet, was bei einigen Zuschauern für ein "Oooooh!" sorgte.
Sängerin Vera erklärte, dass der Bandname eigentlich eine Gute-Wetter Garantie bei Festivals sei. Diesmal wohl leider nicht. Normalerweise haben Vorgruppen bei Konzerten einen schweren Stand. Eigentlich wollen die Zuschauer nur den Hauptact sehen, sind daher unruhig, reden und machen nicht wirklich mit. Daher musste Frontfrau Vera diesmal nicht nur gegen das Vorgruppen Problem ankämpfen, sondern auch noch versuchen, bei schlechtem Wetter eine möglichst gute Figur auf der Bühne abzugeben. Und das ist ihr wirklich gelungen. KLIMA machen nicht nur gute, deutsche Popmusik, sondern sind auch noch mit einer einer talentierten Sängerin ausgestattet. Sie schaffte schöne Übergänge zwischen den verschiedenen Liedern und ich hatte den Eindruck, dass die Band den Auftritt trotz schlechtem Wetter genoss. Zudem meinte Vera irgendwann: "OH, da kennt uns jemand."
Einziges beinahe Fettnäpfchen: Sätze wie, "Ihr seht gut aus", kamen zumindest in unserer Ecke nicht ganz so gut an.

Und mit ihrem letzten Lied stellte ich erfreut fest - besser spät als nie :-) - das mir die Band ebenfalls dunkel bekannt vorkam. Ich habe diese Single bereits im Radio gehört. Hier also ein musikalischer Einblick...



Klima - Schwesterherz 


Klima
... bei Facebook
... im Web
... bei Twitter
... bei Instagram


Der Künstler - Die Musik 

Nachdem KLIMA die Bühne verlassen hatten, wurde umgebaut. Die Uhr zeigte bereits kurz vor 21 Uhr an und hinter mir meinte jemand: "Oh, da hat aber jemand Star Allüren." Ich runzelte die Stirn und fragte mich, ob die Person Konzerte vielleicht nicht sehr oft besuchte. Ich fand es normal, dass es eine kleine Pause zwischen der Vorgruppe und dem eigentlichen Hauptact gab. Außerdem hatte Andreas Bourani wirklich Glück. Bis er die Bühne unsicher machte, hatte der Regen nämlich aufgehört. Das Publikum war klatschnass, aber glücklich.

Ich war sehr gespannt, wie die Setlist des Konzertes aussehen sollte. Der Sänger ist ja sehr stark, was das Singen von Balladen betrifft. Allerdings ist es schwierig, ein Publikum ausschließlich mit langsamen Liedern auf Dauer erreichen zu können.

Und schon nach den ersten Takten seines Intros, brach Jubel aus und das Publikum stimmte mit ihm gemeinsam Nur in meinem Kopf an. Schnell waren Kälte und Nässe vergessen. Wir tauchten in einen tollen Abend voll inspirierender Musik ein. Neben den bekannten Hits, hatten auch andere Lieder aus den beiden Alben Platz, die zumindest mir nicht viel sagten, was aber auch nicht schlimm war. Ich genoss es, ein Konzert mitzuerleben, bei dem ich einige Lieder mitsingen konnte.

Zudem bewies Andreas Bourani immer wieder wie gut er singen konnte und erreichte Höhen von denen andere nur träumen können. Hin und wieder wurde es mir etwas zu viele hohen Töne, was aber keinesfalls für ein schlechteres Gesamtbild sorgen soll. Ein kleines Highlight war außerdem seine Rap Einlage bei dem Hit Astronaut. Ich hatte mich gefragt, wie er diesen Hit bei Konzerten umsetzte, ob hier einfach ein neues Arrangement hinhielt, oder man Sido als Rap Part einblendete. Interessant war auch, dass Bourani hier erzählte, das sich die beiden Musiker bereits aus ihrer Zeit in München kannten.

Die Setlist: Wahrscheinlich eine kunterbunt durcheinander gewürfelte Auflistung der Lieder des Abends.  
Nur in menem Kopf, Füreinander gemacht, So leicht, so schwer, Ultraleicht, Alles beim Alten, Mit der Zeit, Astronaut, Delirium, Hey, Wieder am Leben, Zusammen untergegangen, Auf anderen Wegen, Eine nach dem andern, Nimm meine Hand,
Zugabe: Eisberg, Ein Wunder,  Sein


Die Sache mit dem Daumen drücken 

Und nun fragt ihr euch: "Und wann kommt endlich die verdammte Sache mit dem Daumen drücken?"
Vorab: Die Geschichte ist sehr verrückt und war mehr eine Art Experiment, von dem ich fast damit rechnete, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass es nicht funktionierte. Aber kommen wir nun zur Geschichte:

Eine Freundin von mir, nahm am der KIKA Singer- Songwriter Sendung Dein Song teil und das sogar ziemlich erfolgreich. Sie schaffte es nicht nur in die "Finalisten bekommen einen Paten"- Runde, sondern gewann den Wettbewerb auch noch. Und zwar mit diesem Lied (wehe ihr klickt den Link nicht an! Ich vertraue auf eure Neugier!). Außerdem durfte sie auch ein paar Konzerte mit ihrem Paten, dem Graf, von Unheilig spielen.

Die Sieger dürfen im Folgejahr eine Single für den neuen Den Song Soundtrack beitragen. Normalerweise singen die Gewinner immer selbst. Diesmal, ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, wurde das Lied von Andreas Bourani gesungen. Und neben Eisberg ist dieses Lied eines meiner absoluten Lieblingslieder. Leider dümpelt das Lied nur auf dem Soundtrack zu der dazugehörigen Staffel herum. Der Song wurde nie als Single veröffentlicht, was definitiv eine der schlechtesten Entscheidungen ever war. Okay, genug aufgeregt. Damit ihr wisst, von welchem Lied ich rede:




Und nun kommen wir also zu meiner verrückten Idee: Ich wünsche mir Aufmerksamkeit für dieses Lied. Ich finde, es hat einfach mehr verdient. Und außerdem bin ich der MEinung, dass es u Andreas Bourani genauso passt, wie die Lieder, die er selbst geschrieben hat.
Kurzum: Ich dachte mir, ich frage einmal an, ob eine Möglichkeit besteht, dass es auf dem Emmendinger Konzert gespielt werden könnte. Naiv wie ich war, ging ich davon aus, dass so viele Leute auf einem Haufen vielleicht neugierig werden könnten, was es mit dem Lied auf sich hat und es nicht nur mehr Menschen erreichte, sondern auf Playlists wanderte und nicht vergessen wurde. Ich schrieb also an das Management von Andreas Bourani und hoffte.

Leider war die Setlist schon gefüllt mit guten Liedern, sodass es nicht mehr zu dem Lied kam. Aber ich hoffe einfach mal, dass die Mail an Ort und Stelle ankam und nicht in einem Spamordner verloren gegangen ist.

Wenn ihr jetzt sagt: "Den Song WILL ich haben!" dann versucht es doch einfach mal, ihn hier herunterzuladen. Leider konnte ich ihn nicht direkt über iTunes finden, bzw. habe den Sampler auch nicht gefunden und muss euch daher etwas umständlich auf die Download Reise schicken. Aber Universal Music bietet da hoffentlich eine Lösung.


Die Stimmung 

Als Vera mitten in ein Lied vertieft war, fragte ich Isona: "Sag mal, was ist das leuchtend weiße da, auf der Bühne?" Das Fernglas war schnell ausgepackt und meine Erkenntnis sagte mir: Yay, ich konnte ausnahmsweise ein bisschen was von den Künstlern vorne auf der Bühne sehen.

Obwohl wir nach KLIMA alle völlig durchgenässt waren, war die Stimmung sehr gut. Isona und ich schmunzelten, bei jeglichen Textzeilen in denen es um das Wetter oder perfekte Momente ging und sangen fleißig mit, wobei Isona eindeutig besser singen kann, als ich und mich für diese Zeilen wahrscheinlich verflucht :).

Während ich bereits Konzerte besucht habe, in denen die Künstler fast so viel redeten, wie sie Lieder sangen, setzte Andreas Bourani seine Geschichten gut ein. Nach einem Lied verkündete er dann plötzlich: "Aha, Nele hat heute Geburtstag. Und sie muss ihr Schild auch noch selber halten."
Dieser Kommentar sorgte für ein Schmunzeln auf einigen Gesichtern. Zudem schaffte er auch gute Übergänge zwischen den Liedern und man merkte ihm an, dass er sich auf der Bühne wohlfühlte. Er bedankte sich bei den Zuschauern, dass sie gekommen waren, obwohl sein letztes Album bereits auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte. (Alleridngs hat Hey nach diesem Abend einen Käufer mehr).


Fazit 

Einen Tag nach diesem Ereignis fühlt es sich immer noch irgendwie etwas unwirklich an. Isona und ich haben den Abend sehr genossen und hoffen, dass Andreas Bourani sein Wort halten kann und kommendes Jahr wieder im Süden vorbeischauen wird.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Fremde

Bild von
steinbach
sprechende Bücher
Steckbrief

Name: Der Fremde (auch als Buch erhältlich)
Autor: Albert Camus
Verlag: steinbach sprechende Bücher
Geeignet für: Camus-Fans, oder LEute, die gerne Klassiker lesen
Gelesen oder gehört: gehört als genehmigte Lesefassung
Sprecher: Ulrich Matthes
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von steinbach sprechende Bücher)

"In einer Sprache voll kristallener Härte und Klarheit wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der unter der Sonne Algiers bar aller Bindung ohne Liebe und Teilnahme gleichgültig dahinlebt, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht." 


Meine Meinung 

Eigentlich habe ich wegen eines anderen Hörbuchs Kontakt zur Presseabteilung des steinbach sprechende Bücher Verlags aufgenommen. Und dann bekam ich die Möglichkeit, mir ein Rezensionsexemplar aussuchen zu dürfen. Ich entschied mich für Der Fremde von Albert Camus, weil ich im Rahmen meines Studiums mal ein Seminar besucht habe, in dem wir eine Kurzgeschichte oder den Auszug eines Romanes von Camus gelesen haben. Mir gefiel sein Schreibstil und ich war daher gespannt, was mich hier erwartete. 

Gestaltung 
Gelesen wird Der Fremde von Ulrich Matthes. Und diese Stimme war genau die richtige Besetzung für das Hörbuch. Ulrich Matthes hat die Stimmung des Protagonisten gut in Worte fassen können. Unser Hauptcharakter hat Mühe, Gefühle zuzulassen. Und genau diese Taubheit wird von Ulrich Matthes übersetzt. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie mir der Hauptcharakter gegenübersitzt und mir seine Lebensgeschichte erzählt. Als der Roman dann eine überraschende Wendung nimmt, passt Matthes sich an und schafft es, Emotionen in die sonst neutrale Erzählweise zu legen. Und zwar genau dann, wenn diese gebraucht werden. 

Das Einzige, was mich an der Hörbuch Fassung etwas irritiert hat, war dass manche Tracks zum Schluss ein paar Sekunden Leerlauf enthalten haben. Aber wegen so einer Kleinigkeit ziehe ich ganz bestimmt keine Punkte ab. 

Inhalt und Spannung 
Um ehrlich zu sein, konnte ich keinen roten Faden in der Geschichte erkennen. Der Anfang ist zwar sehr stark, weil wir dabei sind, wie unser Protagonist von dem Tod seiner Mutter erfährt. Wir erleben hier, dass er Mühe hat mit Emotionen umzugehen, bzw. emotionslos wirkt. Es stellt sich die Frage, warum das so ist und was dafür gesorgt hat, dass er eben so ist, wie er ist. 

Dann stolpert er in eine unglückliche Dreiecksgeschichte und die Handlung nimmt ihren Lauf. Diese Tatsache, dass er scheinbar von einem Unglück ins nächste stolpert, fand ich irgendwo etwas schräg, konnte die Kettenreaktion hier und da aber auch nachvollziehen. Jedenfalls beendete ich den Roman mit gemischten Gefühlen und befürchtete, dass mir viele wesentliche Aspekte entgangen sind. 

Schreibstil 
Albert Camus hat einen Schreibstil, der viel zwischen den Zeilen erzählt. Seine Romane gehören zurecht zu den Klassikern. Mehr denn je habe ich mir den Deutschunterricht zurück gewünscht. Ich hatte die leise Hoffnung, dass ich die ein oder andere Szene vielleicht besser verstanden hätte, wenn es Diskussionen über den Roman gegeben hätte. 

Gesamteindruck 
Die Hörbuchfassung von Der Fremde ist wirklich sehr gelungen. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Geschichte vielen Lesern gefällt, die eben gerne hohe Literatur oder Klassiker lesen und keine Romane für Zwischendurch suchen. Der Fremde ist definitiv eine Geschichte mit der man sich auseinandersetzen sollte, um sie vollständig erfassen zu können. 


--------------------------------------------------------------------

* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt 


Dienstag, 18. Juli 2017

Ich lüfte das Geheimnis um meinen SuB - Part 1: Genre Abenteuer

Hallo ihr Buchlinge,

heute geht es meinem SuB an den Kragen. Dieser besteht größtenteils übrigens aus Hörbüchern. Da SuH (Stapel ungehörter Hörbücher) aber echt dämlich klingt, bleibe ich beim Namen SuB.


Die Podcast Folge 



Inhaltsverzeichnis

00:00 - 01:15 Min Einleitung und Erklärung

01:16 - 02:32 Min "Eine Billion Dollar" von Andreas Eschbach

02:33 - 08:01 Hörprobe "Eine Billion Dollar"

08:02 - 09:07 Min: After Hörproben Talk

09:08 - 10:16 Min: "Die vielen Leben des Harry August" von Claire North

10:17 - 17:18 Min - Hörprobe

17:19 - 18:07 - After Hörproben Talk

18:08 - 18:45 Min "Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backmann

18:46 - 22:00 Min: Hörprobe

22:01 - 22:50 Min After Hörproben Talk

22:51 bis Ende: Abspann und Fragen zum Schluss


Und Du? 

Was sagst Du zu meinen SuB Leichen?
Welches Hörbuch soll ich unbedingt als nächstes hören?
Wovon rätst Du mir ab?

Samstag, 15. Juli 2017

Die Geschichte eines neuen Namens (Band 2 der neapolitanischen Saga)

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Die Geschichte eines neuen Namens - Band 2 der Neapolitanischen Saga (auch als Buch erhältlich)
Autor: Elena Ferrante
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die Familiensagen mögen oder Fans von Elena Ferrante
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecherin: Eva Mattes
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag)

"Mit 16 haben Lila und Elena, Freundinnen seit Kindertagen, ihr armseliges neapoletanisches Stadtviertel mit seinen einengenden Konventionen gründlich satt. Lila versucht, durch eine vorteilhafte Ehe ihre Chancen zu verbessern, fühlt sich aber schon bald eingesperrt und verbittert. Elena hingegen lässt den Ort ihrer Kindheit hinter sich und geht zum Studium nach Pisa. Die 1970er Jahre bringen Veränderungen für beide: die Erfahrung der Mutterschaft, Auseinandersetzungen im Berufsleben und nicht zuletzt große gesellschaftliche Umwälzungen. Indem ihre Wege sich trennen, werden nicht nur die beiden Mädchen, sondern wird auch ihre Freundschaft zueinander erwachsen."


Meine Meinung 

Nachdem der Auftakt der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante mit einem ziemlich gemeinen Cliffhanger endete, freute ich mich, als vor ein paar Wochen der zweite Band der Reihe bei mir einzog.

Gestaltung 
Die Geschichte eines neuen Namens wird wieder von Eva Mattes gelesen, die den italienischen bzw. neapolitanischen Flair toll transportiert. Sie liest die Geschichte wieder schlicht, aber genau diese Feinheit braucht es für Elenas und Lilas Erzählung. Auch im zweiten Teil geht es darum, Dinge herauszuarbeiten. Und das hat Eva Mattes mit ihrer Interpretation wie immer gut untermalt.
Und es ist irgendwie blöd, hier immer dasselbe zu schreiben, deswegen hier noch ein kleiner, hoffentlich abwechslungsreicher Abschnitt: Als ich das Hörbuch begonnen habe, hatte ich das Gefühl wieder in ein literarisches Zuhause abzutauchen. Ich habe mich auf bekannte Charaktere gefreut und war glücklich, dass mich Eva Mattes durch die Geschichte geführt hat.

Inhalt
Im ersten Band führt Ich-Erzählerin Elena in ihre Freundschaft mit Lila ein. Die Geschichte beginnt mit den Kindheitsjahren, welche vor allem durch Konkurrenzkämpfe geprägt sind. Beide Freundinnen stacheln sich gegenseitig an. Sie können nicht wirklich miteinander aber auch nicht ohneeinander. Dennoch entwickelt sich ihre Freundschaft zu einem recht stabilen Band, das, wie es bei Freundschaften nun mal der Fall ist, von Höhen und Tiefen begleitet wird.

In Die Geschichte eines neuen Namens werden beide Freundinnen auf eine harte Probe gestellt. Während Lila früh in das Berufsleben einsteigt, heiratet und eine Familie zu ernähren hat, genießt Elena das, damals noch seltene Privileg, zur Schule gehen und sich Wissen aneignen zu dürfen. Und genau das sorgt für einen immer wiederkehrenden Konflikt zwischen den beiden. 

Im zweiten Teil der neapolitanischen Saga begleiten wir die beiden Freundinnen während ihrer Jugend bis zum Beginn des Erwachsenenalters. Toll finde ich hier, das die Charakterzüge von Lila und Elena wieder sehr gut herausgearbeitet wurden und der Konkurrenzkampf indirekt fortgeführt wird, ohne, dass man mit den Augen rollt und hofft, dass das Battle möglichst bald vorbei ist. Besonders gut hat mir gefallen, dass Lila erkennt, was sie an Elena hat und dies zum Teil auch kommuniziert. Es gibt Momente im Buch, in denen sie offen zugeben kann, dass sie Elena auch etwas gönnt.

Spannung 
Wie es im Leben nun mal ist, wird auch die Beziehung der beiden immer wieder durch Krisen gestört. Je älter sie werden, desto intensiver sind die Auseinandersetzungen und es stellt sich die Frage, ob nicht irgendwann ein Bruch in der Freundschaft der beiden entsteht oder dauerhaft bleibt.

Zudem lässt uns Ich-Erzählerin Elena an Lilas Leben teilhaben, das durch ihre frühe Ehe sehr chaotisch abläuft. Während sie am Anfang noch Feuer und Flamme für ihre Beziehung war, verblasst die rosarote Wolke rasch. Und das was dahinter zum Vorschein kommt, verheißt nichts Gutes. Es stellt sich also die Frage: Wie geht Lila mit der neuen Herausforderung um?
Ein Spannungsbogen, der also keineswegs unrealistisch scheint und gut aufgebaut wurde.

Schreibstil 
Ich mag Elena Ferrantes Schreibstil nach wie vor. Besonders spannend finde ich hier, dass auch ihre gleichnamige Protagonistin in die Autoren Fußstapfen tritt und bei mir und einem Leser die Frage aufgeworfen hat, was es mit Elena Ferrante wirklich auf sich hat und ob sie nicht im wahren Leben vielleicht Elena Greco heißt.

Aber zurück zum Schreibstil: Während man bei Meine geniale Freundin noch in den neapolitanischen Flair abgetaucht ist, wurde im zweiten Teil deutlich, dass es hinter der lebendigen italienischen Fassade auch ganz anders aussehen kann. Einiges was im ersten Band bunt und fröhlich dargestellt wurde, bekam hier eine andere, düstere Farbe. Hinzu kam auch, dass es wieder ordentlich was zwischen den Zeilen zu lesen gibt, was mich natürlich wieder begeistern konnte.

Gesamteindruck 
Ich könnte diesen Abschnitt jetzt mit einem Wort bestücken welches Gehalten lautet. Durch eine Rezension, die ich kürzlich zum ersten Teil gelesen habe, ist mir aber noch etwas Stoff für diesen Abschnitt eingefallen: Mir gefällt die Reihe um die Freundinnen Lila und Elena so gut, weil ich das Gefühl habe, dass uns hier von einer Freundschaft erzählt wird, die wirklich so abgelaufen sein könnte. Natürlich gibt es nicht, wie in klassischen Romanen, rasante Spannungsbögen. Man könnte meinen, die Geschichte plätschere vor sich hin, aber das was es während des Plätscherns zu entdecken gibt, finde ich fast genauso aufregend, wie packende Thriller. Dennoch muss ich zugeben, das man für die neapolitanische Saga durchaus einen langen Atem braucht und ich die Kritik an der Reihe daher gut nachvollziehen kann.

-------------------------------------------------------------------

* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.