Dienstag, 20. Februar 2018

Das Buch der toten Tage

Bild von audiolino
Steckbrief

Name: Das Buch der toten Tage (auch als Buch erhältlich)
Autor: Marcus Sedgwick
Verlag: audiolino
Geeignet für: Menschen, die gruselige fantastische Jugendbücher mögen
Gelesen oder gehört: gehört unklar ob gekürzt oder ungekürzt
Sprecher: Dietmar Mues
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von audiamo

"Boy hat es geahnt: Sein Herr, der Magier und Illusionist Valerian, hat einen Pakt mit dem Bösen geschlossen. Für die magischen Kräfte, die man ihm gewährt hat, soll er in der Silvesternacht mit seinem Leben bezahlen. Es gibt nur eine Rettung, das mysteriöse Buch der toten Tage. Aus ihm könnte er erfahren, wie man den Pakt löst. Eine aufregende Jagd oberhalb und unterhalb der Erde beginnt. Schnell erkennt Boys Freundin Willow: Valerian spielt nicht immer ein sauberes Spiel. Ist es am Ende sogar Boy selbst, der mit dem Leben bezahlen muss? Und welche Rolle spielt Valerians ehemaliger Freund Keppler? Ist er der eigentliche Feind?"


Meine Meinung 

Gestaltung
Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Produktion aus dem audiamo Verlag. Zwischen den verschiedenen Kapiteln der Geschichte werden immer wieder Melodien eingeblendet, die die Handlung untermalen. Die Musik wirkt düster, aber keinesfalls gruselig. Dietmar Mues liest die Geschichte rund um Boy, der im Grunde auf der Suche nach sich selbst ist, zwar gut, allerdings konnte ich mit seiner Stimmfarbe nicht viel anfangen. Dennoch glaube ich, dass er ein jüngeres Publikum sicher gut begeistern könnte. 

Inhalt / Spannung
Es handelt sich hier eigentlich um eine Kindergeschichte, obwohl einige gruselige Elemente enthalten sind. Boy ist zu Beginn der Geschichte mehr ein Schatten. Er gehorcht seinen Meister und ist dankbar um die Orientierung, die ihm dieser gibt. Eines Tages treffen sie auf ein Mädchen, das Fragen stellt und Boy so zum Nachdenken anregt. Was möchte Valerian wirklich? Und was möchte Boy mit seinem Leben anfangen? Und woher kommt der Junge überhaupt, der nicht mal einen richtigen Namen hat? 
Die Atmosphäre der Geschichte, diese Ausweglosigkeit gemischt mit diesem Gefühl, nicht zu wissen, wer Freund und Feind ist, war hier sehr gut dargestellt. Von den Handlungssträngen her, gab es für mich hier und da ein paar Unstimmigkeiten, die mir aber als Kind wahrscheinlich nicht aufgefallen wären. 

Was den Schreibstil betrifft, wird deutlich, dass die Geschichte eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist. Leider kann ich nicht genau in Worte fassen, woran das liegt. Dennoch hat mir der Schreibstil der Geschichte sehr gut gefallen. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Das Buch der toten Tage eine spannende Lektüre für Kinder ist und vielleicht auch ein bisschen aufzeigt, dass es nicht immer gut ist, das zu tun, was andere von einem wollen. 

Sonntag, 18. Februar 2018

Das Joshua Profil

Bild von Lübbe Audio
Steckbrief

Name: Das Joshua Profil (auch als Buch erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Lübbe Audio
Geeignet für: Psychothriller Fans, Fitzek-Fans,
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Simon Jäger
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Lübbe Audio)

"Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist."


Meine Meinung 

Gestaltung 
Buchlinge, auch auf die Gefahr hin, dass ich einen kleinen Shitstorm auslöse, aber Simon Jäger hat Rufus Beck von meinem imaginären Thron des beten Hörbuchsprechers geschubst. Es macht unglaublich Spaß, Simon Jäger in die Romane von Sebastian Fitzek eintauchen zu hören. Ich vermute, dass nicht nur ich das Gefühl habe, bei jedem Hörbuch wieder ein Stück nach Hause zu kommen. Simon Jäger bewegt sich sicher in einer fremden Geschichte, gibt Charakteren eine Stimme, nimmt uns mit in brenzlige Situationen und sorgt dafür, dass wir das Hörbuch kaum aus der Hand legen können. Ich freue mich schon sehr, wenn ich den aktuellen Roman von Sebastian Fitzek vertont von Simon Jäger hören darf.

Inhalt / Spannung
Max Rhode, erfolgloser Schriftsteller und sein Bruder Cosmo könnten nicht unterschiedlicher sein: Max ist gesetzestreu, Cosmo muss vor der Gesellschaft und sich selbst geschützt werden. Und zwar sitzt er in einer psychiatrischen Klinik. Aber nicht etwa einer normalen Psychiatrie, sondern in der Abteilung in der Straftäter unterkommen.
Max ist eigentlich mit der Arbeit an seinem aktuellen Roman beschäftigt. Doch da rät ihm ein im Sterben liegender Patient eines Krankenhauses sofort das Land zu verlassen. Und das am besten für zwei Jahre. Warum? Joshua habe ihn ausgewählt...

Gemeinsam mit Max werden wir in die Geschichte geworfen und geraten in eine Reihe brenzliger Situationen. Zu Beginn stellt sich schnell die Frage, in welcher Realität wir uns befinden. Doch schnell müssen wir feststellen, dass Max nicht etwa halluziniert, sondern in einem buchstäblichen Albtraum geraten ist. Und einer der wenigen, der ihm beinahe ohne zu zögern beisteht, ist sein Bruder Cosmo. Und das obwohl sich dieser keinen Ärger erlauben darf.

Ich habe mich vom Joshua Profil treiben lassen. Ohne zu überlegen, bin ich unseren Charakteren in das Chaos gefolgt und habe mich gefragt, wie sie es wohl wieder heraus schaffen und wer zum Henker Joshua ist. Das Spannende ist: Es braucht etwa die Hälfte des Buches bis wir erfahren, was es mit dem Joshua Profil auf sich hat. Und es ist etwas, womit ich nicht gerechnet hätte.

Sebastian Fitzek konzentriert sich hier auf mehrere zentrale Themen: Zum einen spielt Kindesmissbrauch wieder eine große, aber nicht etwa wie bei Das Kind, zentrale Rolle. Natürlich finde ich das Thema wichtig, bin aber froh, dass es sich hier noch in Grenzen hielt.
Dann steht hier auch der Konflikt zwischen den beiden Brüdern im Vordergrund: Cosmo hat ein Verbrechen begangen, welches dafür gesorgt hat, dass Max kein Interesse an einem Kontakt zu seinem Bruder hat. Dennoch willigt Cosmo ein, seinem Bruder zu helfen. Aber nur wenn dieser seine Anmerkungen zu Max Debütroman Die Blutschule liest. Mittlerweile ist bekannt, dass Die Blutschule tatsächlich veröffentlicht wurde. Und zwar unter dem Pseudonym Max Rhode. Ich hatte das Buch selbst schon mal in der Hand, habe mich dann aber aufgrund des Klappentextes und des Buchtitels nicht an die Geschichte herangetraut. Ich hoffte, dass die Passagen aus Die Blutschule in Das Joshua Profil nicht zu viel Raum einnehmen würden. Und tatsächlich war ich etwas überrascht, dass es sich nur um wenige Abschnitte handelte. Dennoch vermute ich, dass vor allem eine Szene zu den zentralen Momenten in Die Blutschule gehört. Viele von euch werden sich die Frage stellen, ob es gut ist, Die Blutschule vorab zu lesen. Ich denke nicht, dass es zwingend notwendig ist. Der Konflikt zwischen den beiden Brüdern ist auch so gut herausgearbeitet.

Sebastian Fitzek stellt in Das Joshua Profil wieder mehrere Charaktere vor: Max muss das Abenteuer nicht alleine meistern, sondern hat neben Cosmo noch eine Frau an seiner Seite. Frieda, die bisher keine guten Erfahrungen mit Männern gemacht hat. Und da taucht plötzlich dieser verrückte Max auf und möchte sich ihr Auto ausleihen...

Die Handlungsstränge sind in Das Joshua Profil wieder sehr gut verstrickt. Unsere Charaktere werden in Situationen geworfen, die alle etwas mit dem Großen Ganzen zu tun haben, doch wir erfahren häppchenweise um was es eigentlich geht. Und zwar immer so viel, um inhaltlich weiterzukommen, die Spannung aber dennoch aufrechtzuerhalten.

Schreibstil
Sebastian Fitzek gehört zu den Autoren, bei denen ich langsam aber sicher keine Ahnung mehr habe, wie ich den Schreibstil beschreiben soll, ohne mich ständig zu wiederholen. Wenn ich zu seinen Büchern greife, ist der Schreibstil mit einer der Dinge, auf die ich mich freue. Selbst wenn mich die Handlung nicht überzeugen kann, weiß ich, dass auf den Schreibstil Verlass ist. Mich erwarten eine lebendig erzählte Handlung und tolle Dialoge und vor allem - trotz ernster Handlung - hier und da viel Witz. Was mir beim Joshua Profil das erste Mal aufgefallen ist: Der Autor beschreibt Max Rhode aus der Ich-Perspektive. Normalerweise stellt er seine Charaktere in der dritten Person dar. Und gerade bei AchtNacht dachte ich mir, dass er das so gut macht, dass es mir vorkommt, als wäre es die Ich-Perspektive. Sebastian Fitzek schafft es, in seinem Schreibstil die verschiedenen Perspektiven gut darzustellen. Die unterschiedlichen Facetten der Charaktere werden deutlich und ich hatte nie das Gefühl, immer denselben Charakter vor mir zu haben.

Gesamteindruck
Neulich lief bei RTL ein Trailer, indem die Verfilmung des Joshua Profils angekündigt wurde. Und da wollte ich das Hörbuch natürlich unbedingt vor dem Film hören. Und was soll ich sagen? Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Der Autor hat sich manchen Themen bereits in anderen Büchern gewidmet, dennoch gab es hier auch wieder neue Aspekte, wie beispielsweise den Konflikt zwischen den Brüdern Max und Cosmo, der neu hinzukam und gut ausgearbeitet wurde. Leider gibt es hier ein etwas offenes Ende, was natürlich die Hoffnung in mir weckt, dass es irgendwann ein Wiedersehen mit Cosmo und Max geben wird.

Zuletzt möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass es in dem Buch ein paar Gewaltszenen gibt, die in anderen Romanen des Autors mehr durch die Blume dargestellt werden, hier aber direkt benannt, aber nicht allzu ausgeschmückt werden. Dennoch saß ich hier und da vor dem Hörbuch und hoffte, dass man es jetzt bei der Beschreibung belassen würde.

Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass es sich bei Das Joshua Profil um einen spannenden Thriller mit tollen Charakteren und gut verstrickten Handlungssträngen handelt.

Freitag, 16. Februar 2018

Ein Gespräch mit Sebastian Fitzek




Hallo Buchlinge,

auch 2017 durften Termine mit dem Bestsellerautor Sebastian Fitzek auf der Buchmesse nicht fehlen. Eigentlich war dieser Termin aus Zeitgründen bereits aus meinem Kalender gestrichen worden. Glücklicherweise stießen wir dann doch zufällig auf die Veranstaltung.


Über Sebastian Fitzek

Okay, Buchlinge, an dieser Stelle muss ich wohl nicht mehr viel über den Autor schreiben. Sein Debütroman Die Therpaie verschaffte dem Autor den Durchbruch und das obwohl die erste Auflage bei 4.000 Stück lag und somit im Vergleich zu anderen Auflagen eher gering ist.
2016 feierte der Autor mit seinem Roman Das Paket zehnjähriges Autorenjubiläum. In der gedruckten Ausgabe wurden erstmals zehn ausgewählte Leserbriefe abgedruckt, welche erzählen, wie die Leser auf den Autor aufmerksam geworden sind.

Außerdem beschränkt sich Sebastian Fitzek mittlerweile nicht nur auf das Schreiben von Thrillern. So hat er 2017 die Idee für ein Brettspiel geliefert. (Ein Blogbeitrag über das Spiel folgt in Kürze).


Die Veranstaltung 

Die Veranstaltung fand auf der Selfpublishing Area statt. Inhaltlich sollte es um die Themen Leserbildung und Selbstmarketing gehen. Durch das Gespräch führte Wolfgang Tischer. Diese Kombination durfte man bereits im März 2017 auf der Leipziger Buchmesse erleben.

Selfpublisher und Verlagsautoren
Zuerst einmal wurden Gemeinsamkeiten zwischen Selfpublishern und Verlagsautoren herausgearbeitet. In beiden Gruppen geht es darum, Geschichten zu erzählen. Im besten Falle brennen beide Gruppen für ihr Projekt.
Sebastian Fitzek erklärt, dass es für das Selfpublishing Mut brauche, da Selfpublisher Allrounder seien. Zudem zeigt sich hier, wer Talent hat. Damit ist nicht nur das Talent des Schreibens, sondern auch des Verkaufens gemeint.
Er gibt zu bedenken, dass Lektoren zwanzig unangefragte Manuskripte pro Tag bekommen und daher gar nicht alles lesen können. Schätze wie Harry Potter können da beispielsweise verloren gehen.

Foto: A. Mack
Warum wurde Sebastian Fitzek so erfolgreich? 
Sebastian Fitzek berichtete, dass es bei ihm viel um Mund-zu-Mund Propaganda ginge. Sein Debüt Die Therapie hatte eine Auflage von 4.000 Stück was an sich Zahlen von Midlist Autoren sind. Er schrieb in seiner Danksagung, dass die Leser ihm doch gerne schreiben sollen, wie ihnen das Buch gefallen habe. Allerdings betonte er auch, dass es beim Thema Erfolg viel um Glück und Zufälle gehe.

"Kein Arschloch zu sein, hilft manchmal schon!" (Sebastian Fitzek)
Der Lektor seines Agenten Roman Hocke fand Die Therapie nicht wirklich toll. Sebastian Fitzek hatte zu dieser Zeit parallel Kontakte zu Leuten aus der Radiobranche. So verschaffte er einem anderen Autoren, der ebenfalls von Roman Hocke vertreten wurde, einen Interviewtermin. Als dieser Autor dann eines Tages mit Roman Hocke spazieren ging und Hocke ihm von dem Problem berichtete, ob man Sebastian Fitzek nun unter Vertrag nehmen solle, setzte sich der Autor für einen Buchvertrag ein.
Ein weiterer Zufall: Eines Tages bekam Sebastian Fitzek eine Interviewanfrage in einer Thalia Buchhandlung. (Leider bekomme ich hier den Zusammenhang nicht mehr ganz hin, deswegen wird es etwas unpräzise). Jahre später stellte sich heraus, dass die Person, die mit ihm das Interview geführt habe, Filialleiterin der Thaila Buchhandlung war. Sie war damals so dankbar, dass es mit dem Interview klappte und räumte seinen Büchern daher viel Platz im Schaufenster der Buchhandlung ein und das obwohl der Verlag diese Werbefläche nicht bezahlt hatte.

"Wer Geschichten liebt..." 
(Eigentlich hätte der Satz hier mit "...blubbert mit Anka" vervollständigt werden können).
Nach wie vor betonte Sebastian Fitzek, dass es Glück sei, dass er heute hier stehen dürfe. In seinem allerersten unveröffentlichten Buch ging es um das Thema Wahlmanipulation. Es sollte eigentlich 2005 erscheinen. Dann gab es in Deutschland aber Neuwahlen und die Geschichte ergab also keinen Sinn mehr. Da Die Therapie aber bereits geschrieben war, wurde das Buch dadurch vorgezogen.

Tipps für angehende Autoren 
Sebastian Fitzek rät, sich mindestens eine halbe Stunde am Tag mit seinen Lesern zu beschäftigen. Was die Ideen für Bücher betrifft, ging es ihm häufig so, dass man ihm gesagt habe, dass so etwas keiner lesen möchte. Danach wurde das Buch dann doch erfolgreich. Sein Ziel ist es, den Lesern nicht das zu geben, was sie haben möchten, sondern Geschichten zu schreiben, die erzählt werden wollen. Und natürlich darf der Spaß nicht fehlen. Er geht nicht mit der Idee an ein neues Projekt, einen Bestseller schreiben zu wollen. Er betont, dass es wichtig sei, innerlich flexibel zu bleiben nach dem Motto: "Egal, was aus dem Buch wird, ich möchte das schreiben."
Wenn man glaubt, eine Formel entdeckt zu haben, wird meist ein Flop daraus.

"Ich lass mir auch nicht meine Nase operieren, wenn einer sagt, das passt mir nicht." 
Zum Thema Kritik rät der Autor, erst einmal bei sich zu bleiben und sich Kritik nur zu Herzen zu nehmen, wenn diese konstruktiv sei. Mit konstruktiver Kritik ist vor allem gemeint, diese begründen zu können und nicht einfach zu sagen, "Gefällt mir nicht."

Flugangst 7A vs. Über das reden, was die Leute hören wollen 
Kritisch wurde es, als Wolfgang Tischer Sebastian Fitzek die Möglichkeit geben wollte, für sein bis dato aktuelles Buch Flugangst 7A zu werben. Hier entgegnete der Autor, dass er lieber über das sprechen wolle, was die Leute interessiert. Die Grundidee zu diesem Buch besteht darin, dass sich ein Körper zwar am richtigen Ort befindet, die Seele aber immer ein paar Schritte hinterher hinke. In dem Buch geht es nicht etwa, wie vermutet, um Turbulenzen während eines Fluges, sondern einzig und allein um die Flugangst an sich.


Meine Gedanken zur Veranstaltung 

Ich habe bereits einige Veranstaltungen mit Sebastian Fitzek oder mit Wolfgang Tischer in der Funktion des Moderators erlebt.
Sebastian Fitzek hat viel zu erzählen. Ein Interview mit ihm wird nicht langweilig und meist erfährt man etwas, das man zuvor noch nicht über den Autor wusste.
Wolfgang Tischer stellt präzise Fragen und achtet darauf, dass seine Interviewpartner das antworten, was die Zuhörer auch interessiert. Herausreden gibt es hier nicht.

Daher war ich auf die Kombination gespannt. Eigentlich wollte ich bereits auf der Leipziger Buchmesse eine Veranstaltung mit den beiden besuchen. Allerdings machten mir damals unsere frühere Abreise einen Strich durch die Rechnung. Den Leipzig-Termin hörte ich mir dann als Podcast Folge an.

Tischer und Fitzek im Gespräch
Und ich wurde nicht enttäuscht. Diesmal war das Gespräch offener gehalten. Wolfgang Tischer stellte eher Thesen in den Raum, die von Sebastian Fitzek dann bekräftigt oder in eine andere Richtung gelenkt wurden.

Beziehung zu den Lesern
Sebastian Fitzek betonte, dass es wichtig ist, sich mit seinen Lesern auseinanderzusetzen. Ich habe bei ihm auch wirklich das Gefühl, dass er sich für seine Leser interessiert und gerne Inhalte mit ihnen teilt und offen für einen inhaltlichen Austausch ist.

Indirekt konnte ich das auch mit mir in Verbindung bringen: Wenn ich ein Buch beende, möchte ich mich gerne mit anderen Menschen darüber austauschen. Ich kann quasi gar nicht anders, als meine Liebe zu einer Geschichte oder genervte Kommentare zu einem Buch, das mir nicht gefallen hat, mit anderen Leuten zu teilen.

In letzter Zeit habe ich aber immer wieder Leute erlebt, die zwar eine Liebe zu den Büchern - egal ob lesen oder selbst schreiben - in sich tragen, aber denen der Austausch darüber überhaupt nichts gibt. Woran ich das merke? Sie ziehen sich von diesem Austausch zurück und meiden Situationen, in denen der Austausch stattfinden könnte. Aber ich denke nicht, dass dies bewusst geschieht. Und so glaube ich, dass es eben Autoren gibt, die natürlich dankbar und glücklich über ihre Leser sind, die es aber nicht schaffen, diese Kontakte zu pflegen. Und da kann das schriftstellerische Talent so groß sein, wie es will, solche Autoren sind meiner Meinung nach besser bei einer Literaturagentur und einem Verlag aufgehoben, da diese ihnen vieles im Marketing abnehmen können.

Mein Fazit 
Ich war sehr glücklich, dass ich den Termin in Frankfurt spontan doch erleben durfte. Gerade die Geschichten, die Sebastian Fitzek erzählt, sind immer wieder spannend. Und das Tolle ist, er erzählt nicht etwa jedes Mal dieselben, sondern kann immer wieder Neues berichten.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Hörmonat im Februar Part 1

Hallo Buchlinge,

schon in den ersten Tagen des Februars habe ich zwei Hörbücher beendet. Zu meiner Verteidigung kann ich aber sagen, dass ich diese bereits im Januar begonnen habe.
Ich spreche in dieser Podcast Folge über Das Buch der toten Tage von Markus Sedgwick und Leila Slimanis Psychothriller Dann schlaf auch du.



Inhaltsverzeichnis 

00:00 Min - Intro
00:41 Min - Das Buch der toten Tage
04:15 Min - Dann schlaf auch du
05:11 Min - Hörprobe zu Dann schlaf auch du
08:40 Min - Meinung zum Hörbuch und zur Hörprobe
13:08 Min - Abschluss

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Montag, 12. Februar 2018

Leere Herzen - Hörspiel und Hörbuch im Vergleich

Hallo Buchlinge,

wie ich euch Ende Januar bereits erzählt habe, durfte ich Leere Herzen in der Hörspielfassung hören. Und da liegt es natürlich nahe, das Hörbuch mit dem Hörspiel zu vergleichen.


Die Geschichte 

In Leere Herzen geht es um die beiden Freunde Britta und Babak. Sie leben in der nahen Zukunft (Post Merkel Ära) und leiten dort eine Agentur, die Suizidgefährdeten dabei hilft, einen würdevollen Tod zu erlangen. Wie werden sie das erreichen? Sie vermitteln die Suizidgefährdeten an Organisationen, denen der Tod etwas nützt. Doch eines Tages passiert ein Anschlag in Deutschland, der Britta und Babak bewusst macht, dass ihre Organisation nicht die Einzige auf dem Markt ist. Nun müssen die beiden ihre Position verteidigen. Und zwar mit allen Mitteln.


Hörspiel oder Hörbuch - Der Vergleich? 

Zuerst möchte ich versuchen, einen Überblick über die Gemeinsamkeiten der beiden Medien zu geben, bevor ich genauer auf die Unterschiede eingehe.
In beiden Fassungen wird dieselbe Geschichte erzählt. Allerdings werden je nach Medium unterschiedliche Facetten des Inhalts dargestellt. Dazu weiter unten aber mehr.

Außerdem wird in beiden Medien die Atmosphäre von Leere Herzen wunderbar dargestellt. Den Menschen fehlt der Lebensinhalt. Sie nörgeln herum, schaffen es aber auch nicht, Initiative zu ergreifen und etwas an der eigenen Lebenssituation zu ändern. Auf mich wirkten viele der Charaktere verloren. Auf der Suche nach einem Lebensinhalt aber nicht in der Lage, diesen aus sich heraus zu finden, sondern immer damit beschäftigt, diesen im Außen zu suchen. .


Bild von der hörverlag
Sowohl im Hörbuch als auch in der Hörspielfassung waren die Sprecher sehr gut besetzt.
Das Hörbuch wird von Ulrike C. Tscharre gelesen. Sie schafft es, Brittas Härte zu verbalisieren. Und im Gegensatz zum Hörspiel ist sie alleine für die Gestaltung der Geschichte verantwortlich. Wenn der Sprecher bei einem Hörbuch nicht überzeugt, ist der Großteil bereits verloren, weil es dem Hörer schwer fällt, die Handlung nachzuvollziehen und in die Geschichte einzutauchen. Obwohl ich viele Aspekte inhaltlich fragwürdig fand, konnte mich Ulrike C. Tscharre als Sprecherin begeistern und hat zudem dafür gesorgt, dass ich Leere Herzen ziemlich schnell beendet habe.


Bild von der hörverlag
Wie das beim Hörspiel eben so ist, kommen hier mehrere Sprecher zum Einsatz. Mit dabei sind unter anderem Bettina Hoppe, Rainer Bock und Alexander Beyer. Richtig toll finde ich, dass vor Beginn der Geschichte und am Ende des Hörspiels erwähnt wurde, welcher Sprecher welchem Charakter eine Stimme verliehen hat. Ich habe schon häufiger Hörbücher gehört, die von unterschiedlichen Sprechern gelesen wurden und da fragte ich mich dann oft, wer welche Rolle gesprochen hat.
Zudem hat man beim Hörspiel viel mehr Möglichkeiten die Atmosphäre einer Geschichte darzustellen. Als erstes fiel mir auf, dass hier Musik zum Einsatz kam. Beim Hörbuch kommt es auch hin und wieder vor, dass zwischen den Kapiteln Musik eingeblendet wird. Diese wirkt dann aber eher untermalend. Beim Hörspiel hingegen handelte es sich um einen fließenden Übergang. Im Grunde wie bei einem guten Film. Dem Zuschauer fällt gar nicht auf, wenn Musik ein- oder ausgeblendet wird.

Beim Hörspiel ist es schwieriger, Orientierung innerhalb einer Geschichte zu schaffen. Natürlich kann man für räumliche Orientierung sorgen, indem man Geräusche einblendet, die zu einem bestimmten Ort passen. Allerdings gibt es bei Leere Herzen viele Szenenwechsel. Daher kam hier eine Erzählerin zum Einsatz. Sie half dem Hörer zum einen, sich in der Szene zurechtzufinden, ergänzte zum anderen aber auch die Aspekte, die uns aufgrund des fehlenden Bildes nicht auffallen konnten. Blickkontakte oder Bewegungen beispielsweise.

Interessant fand ich auch die Zusammensetzung der Szenen. Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, dass die Reihenfolge mancher Ereignisse im Hörspiel etwas angepasst wurde. Außerdem ließ man zwei Nebencharaktere weg, was ich einerseits etwas schade fand, weil ich gespannt war, wie sie im Hörspiel dargestellt werden, war andererseits aber auch froh, da ein Nebencharakter Gewalterfahrungen machen muss und mir so die Schreie erspart geblieben sind. Außerdem tauchten auch ein zwei Szenen auf, die mir im Hörbuch geholfen hätten, Britta als Charakter besser zu verstehen.


Mein Fazit 

Mir war der Inhalt von Leere Herzen zum Glück bekannt. Das Hörspiel stellte für mich also einen Bonus dar. Obwohl ich bisher so gut wie keine Hörspiele gehört habe, muss ich sagen, dass es sich hierbei um eine wirklich gute Produktion handelte. Woraus ich das schließe? Ich konnte der Geschichte gut folgen, fand die Übergänge flüssig dargestellt und kam gut mit den Sprechern zurecht. Und oben habe ich ja bereits die Musik beschrieben.

Es wurde versucht, das Beste aus der Geschichte zu holen. Allerdings befürchte ich, dass Leere Herzen nicht ganz in das Medium passt. Einige Aspekte von Juli Zehs Roman sind in der Hörspielfassung untergegangen. Sechs Stunden Hörbuch Spielzeit, die bereits gekürzt wurden, werden hier auf zwei Stunden heruntergebrochen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Aber ich befürchte auch, dass viele Aspekte der Geschichte einfach untergegangen sind.
Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich das Hörspiel als solches nicht gewohnt bin und Hörspiel Liebhaber keine Mühe mit der Darstellung haben, weil sie es gewohnt sind, dass Geschichten auf das Wesentliche reduziert werden.

Wem Juli Zehs Roman gefallen hat und wer wissen möchte, wie das Ganze als Hörspiel umgesetzt wird, sollte unbedingt zu Leere Herzen greifen. Allerdings empfehle ich nicht, mit dem Hörspiel als solches einzusteigen.


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* Dieses Hörspiel wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.